1889 / 251 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 21 Oct 1889 18:00:01 GMT) scan diff

_ Nach einem Erlaß des Minifters der ö entl' en Arbeite_n können_ Eisenbahn-Schülerkarten, Jenna?“ Unterricht _an einzelnen Wochentagen Vor: und Nachmittags ert_he1lt wurd, fortan auch zu einer zweimaligen Hin- und Rückfahrt an den betreffenden Tagen außgegeben werden. Bet Berechmzyg des Kartenpreises werden die Mehrfahrten zu den Er_nhettsmßen des §. 4 der allgemeinen Bestéxmmungen Über die Außgabe von Schülerkarten in Ansaß gebracht.

_ _ Der KaiserlicheBotfchafter am Köni lich großbritan- mschen Hofe, Staatsszister GrafvonHaßyeldt-Wilden- burg, ist v_on dem ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub nach London zurückgekehrt und hat die Geschäfte der dortigen Bot- schaft Wieder übernommen.

_ Die Bevolimächtigten zum BundeSrath, Herzoglich sachsexi = coburg- und_ gothaischer Staats = Minister Dr. von Vo__n1n und Fürstlich fchaumburg = lippischer Regierungs- Prafident Spring, find hier angekommen.

_ __ Der Gesandte der schweizerischen Eidgenoffenschaft am Festgen Allxrhöchsten Hofe, Oberst Roth,_ist vom Urlaub nach _erlm zurückgekehrt und hat die Geschä1te der Gesandtschaft wxeder übernommen.

__ Der hiesige türkische Botschafter Tevfik Bey hat Berlin verlassen, um sich nach Constantinopel zu begeben. Wahrend seiner Abwesenheit fun irt der erste Botschafts- Sekretär Salim Bey als Geschä tsträger.

_ Der General-Lieutenant Stockmarr, Direktor des

Militär:Oekonomie-Departements im KÜegs-Minifterium, ist,„

vom Urlaub hierher zurückgekehrt.

_ Der Gene_ral-Lieutenant von der Mülbe, Kom- wandant von Danzig, hat sich nach Beendigung seines Urlaubs in seine Garnison zurückbegeben.

_ Der_Genßral:_Lieutenant von Köller, Commandeur der 9. Division, ist nut kurzem Urlaub hier angekommen.

_ _ Dxr_Negierunqs:_Llsseffor Dr. _jur. Adolf Schmidt ist _ber Komglichen Regierung zu Wiesbaden überwiesen wor en.

_ Die Schiffe des Uebungsgeschwaders, Geschwader-Che Contre - Admrral Hoilmann, Und _ zwar: Panzerschi, „Kaiser“ (Flaggschiff), _Panzerschifs „Deutschland“, eruzer-Korvette „Jrenx“, smd aus Genua, und anzerschiff „Freußen“, Panzerschiff „Friedrich der Gro e“, Aviso acht“ aus Spezia am 21. Oktober dJ. in See gegangen. _ S. M. Kanonexiboot „Iltis“, Kommandant Kapitän- Lteutenant Ascher€ ist am 19. Oktober cr. in Nagasaki ein- getroffen und beabsichtigt, am 23. desselben Monat?- die Reise nach Shanghai fortzuseßen.

_ _ Zn_ der Ersten Beilage des „R.- u. St.:A.“ wird eme_Uebers1ckt der Zuckcrmengen, welche in der Zeit vom 1._b1s 15. Oktober 1889 innerhalb des deutschen Zollgebiets mzt dem Anspruch auf Steuervergütung abgefertigt und aus Niederlagen gegen Erstattung der Vergütunkg in den freien Verkehr zurückgebracht worden sind, veröffent icht.

Sigmaring_en, 20. Oktober, (W. T. V.) Se. Durch- la_ucht der Erbprinz von Hohenzollern begiebt sich heute mit dem Hofmarschal1_von Arnim und dem Kammerjunker Z9?_1_L_mbracht zur Betseßung des Königs Dom Luis nach

t a an.

_ Würxtemberg. _Ueber ein Attentat auf Se. König- liche. ?oheit den V?xrtnzen Wilhelm, den präsumptiven Thron olger von ürttemberg, meldet „WT. B.“:

_ Stuttgart, 20-Okt9ber. Auf den Thwnfo erPrinzen. Wilhelm, welcher derzeit in Marienwahl bei udwigs-* burg sich aufhält. wurde heute Vormittag 9 Uhr bei der Fahrt nach der Kirche von dem steUenlosen Sattlergesellen

ermann Klaiber aus Ulm ein Revolverfchuß abgefeuert, der aber glücklicherweise , fehlging. Der Uxbelxhüter wurde sofprt durch eine Schildwache verhaftet; bei seinen) ersten Verhör gab er als Motiv seiner That an: es sei Zett, daß em_ Kaibolik auf den Thron Württembergs kom_me. Mr_ec.Kla1ber 1_ t 31.;Jahre alt und. scheint geistes- ZqüZrt _ert sem. Der Prinz seßte hieraus die. Fahrt nach der

tr a. o .

Sachsen - Coburg -. Gotha. W. T; B.) Se. Königliche Hoheit ng_1st, nach,.Lissabon feierlich'xeiten abgereist.

ElsaßyLotbrin en, S*traßburg,19.0ktober. (Straßb. Post.) Se.- Kön'igkiche Hoheit der Groß erzog von Baden traf henie Nachmitta hier ein. n feiner Be- gieitzmg befanden. sich der zur . Armee-Jnspektion komman- dirt9.Ma10_r, tm- Generaxstabe Hugo und der. lügel-Ndjutan-t Major Freiherr von _Gagerm. Se. Königli e Hoheit»,fuhr mxt seinem. Gefolge direkt,;nach Wolsisheim zum Fort „Fürst Biomarckkk, um dort einem Nachtmanöver, der Garnison beizu- wohnen und. kehrte Abends nach.-B1aden zurück.

Dam,.S;taatSr_-ath,_ der gestern-zusammentrat, ist der „Straßb. .Corx.“__zufolge em. Entwurf, betreffend die Ueber- gangs steuer. fur; fremde- Biere, zugegangen.

Co burg, 21. Oktober. _ der Herzog von Edin- zur Thetlnahme an den Beisesungs-

_ Wien,20. Oktober. Wien.2lb . S_e. Ma1estät der Kaiser traf- gestern Vormitthg in M Yast :? ein. Im Bahnhofe wurde Se. _Majesiät von dem. Er herzog ra n__z„Salvator und,. dexx Sptßxu derBehörden emp. augen., ix_ter gro em Jubel der err) „ezmxsthLeéx Bevölkerung.,un'd der Kuxgßste b gdabffßch Se. Ma1ßxätzu, agen nachdemSchlosse'

TYLYWMZLP Z 'i ff ich d _e ener, ex ung verö entl t as nachstehende Al_lerljö ste Handschreib-en an den gemein amen Mini ter deszYusw'rti en, Grafen, Kälno kv; s * s ' ' L eber GMf_Kslnyky! Dem auch von__ emen otfahren befolgten Gebrambe ent-. sprechend, _laut welchem die“ Benennuu der Wobtmacbt derMonarcbie (b jcdecznt yacb'adenx jeweiligen Titel desxObersten Ländes- und, Kriegssexrn.„rtchtete. babech Mick; bewogen, gefunden, durcb-ein, u_n„tex (8qu, erlgffcyes Befehlscbrijm, von welchem. Ich*Jbi1m. eme__Ab ir__ sende. _,zu versagen,. daß“ Mi (Armee und Meme- Zr aZLYY-YYÖSYW ?_??HbiOonixxe 5Bund..'IT1_17t(xlteK11,. vou._ nun an, _ ren, 11 gn. e e_ue'nnun'. i'e'ri . KZnialtcb“ anéynebmey und zu" führen haben vFervené' ' ckund

Oesterreich-Ungaru.

Diese,-Ma regel. welcbe zugleich„ den mit. den .einstblä i en Gee seßen _vom Iq re“ 1867 "f'es_"este1]t*en' staatsrechtlitbén VergbcLthniffen entspricht, sol] in keiner Wer *die Einheit und Unzertrennbarkeit des gemeinsamen Heeres und der Kriegs-Marine beeinträchtigen oder be-

Sanktion errichteten und hieraus abgeleiteten Geseke des Jahres 1867 (Gesetz vom 21. Dezember 1867 für die im Reichskatbe verjretenm Königreiche und Länder _ Gesc rtikel Rll _ 1867 für Ungarn) grundsßhltcb und endgültig fest eiellt wurde. Ich_beaufnage Sie, von dtesem Meinen Handschreixen den beiden Mimster-Peäsidenten Ketmtniß zu geben. Wien, den 17. Oktober 1889. Franz Joseph 111.1). Külnoky m p." _Die „Wietzer Zeitung“ bringt ferner folgendes, an den Kriegs-Minister geriäZtetes Befehlechretben: Von _nun an haben V eine Armee und Meine Kriegs-Marine, deren Tbetle,_Organe und Anstalten. statt der bisherigen, die Be- nennung „Kaiserlich und Königlich“ anzunehmen und zu führen. Htxrnacko haben Sie alles Erforderliche zu veranlassen. Wien, am 17. Oktober 1889. Franz Josep 111.1).

Die Pester „Amtliche Zeitung“ veröféentlicht ebenfaUs dec? atibden Grafen Kälnoky gerichtete Kai erliche Hand: ret en. Das „Armee-Verordnungsblatt“ verößentlicht die auf eigenes Ansuchen wegen Krankheit erfolgte Beur aubung des Corps- Kommandanten von Agram, Generals der Kavallerie, von Namberg,_ welchem hierbei das Großkreuz des Leopold- Ordens verliehen wurde, sowie die Betrauung des Divistons- Generals_ FML. Josef Reicher mit dem Corps-Kom- mando in Agram. Heute wurde die ?.

_ _ evangelische General-Synode eröffnet. Der Präsident des evangelischen Ober-Kirchenraths, Franz, sprach den Wunsch aus, die beiden Synoden, de_r Augsbur er und der helvetischen Konfession, mochtexi den evifionSentwurf fiir die Kirchenv2rfaffung gemeinsam beraihen. _ Die General-Synode der Augsburger Konfession wählte Haase zum Prä- side_nten und nahm den Antrag Kaiser, den Unterrichts- Minister und den Ober-Kirchenralh durch eine Deputation zu bleußen, an. Die Synode helvetischer K*onfession wghlte zum Präsiden_ten,_ welcher der deutschen und der böh- mischen Sprache machng sein muß, den Superintendenten Szalatnay, zum Vize-Prästdenten Schack.

_ Prag, 19." Ok_tober. (W. T. B.)_ In der heutigen Sißung dex? bohm1schen Landtags richteten die Abgg.. Graf Konnte und Genossen eine Interpellation an den Statthalter Grafen Thun-Hohenstein wegen angeblicher U 9 b e r - schreitung der Geschäftsordnung in der letzten Sißung urid wegen Verleßung der dem Landtage schuldigen Pflicht. Die Abgg. Krumholz und Gsnoffen wünschsn zu wissen, waru_m der Statthalter die Interpellation der Czechen nur in deuts ch er S rache beantwortet Jabs.

_ Budapest,_19. ktober. LW. T. B. In der heutigen S_ißung des Finanzgusschu ses des Unterhauses er- klarte der Fwanz-Mmister Weckerle auf eine Anfrage, Betreffs der weiteren Durchführung der Konversion, daß die Option auf die gesammten Beträge an emeldst worden sei und auch die formelle Kündigung bereits Zattgrfnnden habe.

_ 21. Oktober. (W._T. B. Im Klub der liberalen Pa_rt_e1 des Unterbauses_sk1zzirte gestern der Landesvertheidigungs- Minister, Barqn Fexervary, den Inhalt der Antwort, welche_ er auf die Interpellation in _der M0 no er Fahnen- affaire zu geben gedenkt. In derselben erklärt der Minister, da? Dienstreglement der Landwehr müsse mit jenem der ge- memsamen Armee übereinstimmend sein. Nachdem leßteres seit 1881 zeh_n verschiedene SiJnalfahnen anordnet, darunter als _Stgtxalzeichew der Komman anten die schwarzgelbe Fahne, sq siiid diese_ Bestnnmungen auch für die Honved-Armee ver- bindlich. Niemand denke an_ eine Verletzung der Rechte oder Gefühle der ungarischen Nation, wovon sich eben jeßt wieder Jedermann.; überzeugen körßte.

Die ge_sammte resse begrüßt das Allerhöchste Handschrzetben be_tre s des Titels. der Armee- als neuen Beweis der echt kotxstitunonelien Gesinnung des Königs. Der „Pester Lloyd“ erklärt, nun, wo die Veschwerdepunkte in der Titelfrage aus der Welt geschafft seien, könne man die Armee- frage ruhen lassen. Agram, 19. Oktober. (Wien. Ztg.) Der Landtag n_ahm gestern den_ Gesetzentwurf, betreXend den finan- ziellen AUSgleich mit Ungarn, in dri*“ter Lesung an.

Urxter den beim Landta _e_ eingegangenen Anträgen be- findet s1ch_auch der der Opposition, die Re'inkorporirung Dalmatiens betreffend, welcher einer Kommission von 11 Mitgliedern überwiesen wurde.

Großbritannien- und Irland. London, 19. Oktober. (Zl. C;) _Dxe amtliche „London Gazette“ macht bekannt, daß die ??_ntigin das Parlament bis zum 20. Dezember ver-

ag a Lord Salisbury begab si nach seiner Ankunt in London gestern _Abend dirßkt Nach einer Besißung Hatffield. _ _General Sir Francis _Grenfell, der Befehlshaber der britischen Vesaßungsarmee m Egypten, reiste gestern von Engle Y. ___

_er pre er, des Unterhauses, Sir Arthur eel, stxüt dte-Nachricht in Abrede, daß er von seinem PosiYn zu- rückzZtreteI? gTdenke. __

_ 'n- or Smout sollen im nächsten a re um (: ende Schreß-Uersucbe. mit Dynamit-Kanonen FnYestellt fwßrden, um festzusteUen, ob dem Zalinski'sQen oder dem Graydon'scben Modell der Vorzug zu_ geben, ist. _ Es heißt, daß-die Flugbahn des Grqydodscben Projekt11s_3 englijcbe Meilen beträgt, während das Zalmsktscbe nur chetle weit Treffsicherheit besitzt Lieutenant Graydon wendet bei seinem System einen Druck von 5000 Pfd. auf den Ougdratzoa_an„ während Lieutenant Zalinski den Druck auf 2000 Pfd. beschrankt. In BirminÉbam soll in der nächsten Zeit o

ein 1Hzölliger Gtaydon'scber rpedowerfer fertiggestellt werden.

_ Frankreic?._„ Paris, _19. Oktober. (Köln. Ztg.) Der Kriegs_rath emstimmt sem .Urtheil dahin abgegebkn, da Laisant ,du;cch die lredx, in der,.er daS-Heer auf- kze ordert ha,:xe„ einer oppqrtunistnchen IZYierung, die Gefolg- chaft zu wei ern, _fich eines schweren, erstoßes;. gegen die Mgtinszucht chuldrg gemacht habe. Auf Beichluß, des thfterrgths und auf den Veri des Kriegß-Mmisters hat daher PrafidentCarnot den E: ß unterzeichnet. der ver- kündet, _daß Laisant, _Majyr der TerritorialÄrmee aus den Rez.) en der Territorial-Armee zu streichen sei.

_ Prafi ent. Carnot hat heute Vormittag die Ernennung N1_sardß;zum_I_)tr9ktor der politischen Angelegen- heiten im thstermm des-Auwärtigen vollzogen.

Rußland uud-Poleu. St.PeterL-bur _, 20.0ktober. (W. T. B.) Dasamtliche Blatt des Finanz-gMinisters ver-

rühren, wie diese, kraft der auf den Grundprinzipien der Pragmatiscben

Aus dem.

*nahmen und Aus aben im Finan jahr 1888. figckj lZeberschuß der Ein:

selben ergiebt , daß der nahmen 34171000 Rubel beträgt, die AUSJabe aber_ um 13413000 Rubel hinter dem Voranschlag" zurückgebliechn sind. Das ,Journal de St. Péter; b_ourg“ erblickt m _d1_esem Ergebniß einen Beweis dafür daß die vom Fmanz-Mxnister auSgesprochenen Grundsäßg éena befolgt wordexi wien, und wünscht, daß dies noch lange fort- dauere und die Fmanzlagx üch noch weiter verbessern e '

Dem_ Gras hdanin“ wird aus wohlunterri terer Quell? mitgetheilt, daß die von der Kaiserbegegnng in Berlin zuriickgekehrten Persönlichkeiten sich über den ihnen do_rt_ zu Theil gewordenen Empfang in hohem Maße d& fruxdigt auSgesprochen UZW überaus smeathische Rück, erinnerungen an_denselben mit zurü gebracht ätten. " Meldungen auswärtiger, namentlich französischer lätter, daß die _Zusammcnkunft emen kalten Charakter getragen habe erw1e1en sich als vollständig unbegründet.

__ Italien. Brindisi, 21. Oktober. (W. T. B,) D'er Konig iind die Königin von Dänemark sind heute Nacht mit cker Gefolge hier an ekommen und von den Prinzen Waldemar und Georg, Howie von den Behörden empfangen worden. *

Portugal. Se. Majestät der Köni Ludwi Portugal ist am_ Sonnabend Vormittaxxzz 11 UkZZr MY; Cascae§ seinen LUden erlegen. Die Minister, der Nuntius der Patriarch und andere hohe Würdenträger umgaben, wié „W; T. _B.“ weider, das Todtenbett des Königs. Ihre Majestax die Konigin, welche die leßten 12 Stunden das Sterbezimmer nicht verlassen hatte, hielt die Hände ihres Gemahls zw1schen den ihrigen bis zu dessen [eßtem Athem- zuge. Um_ 1 Uhr. Nachmittags verkündeten Kanonenschüsse von den Kriegssckxtxfen und der Festung sowie Glockengeläute der Harzptstadt Li sabon_ das Ableben des Königs. Sämml- i_tche Laden_ und Magazine wurden sofort geschlossen und uberall erschienen Trauerinfignien. Die Korvetten „Bartolomeo Diaz“ und „Vasco d_e Gama“ erhielten Ordre, sich nach CaScaeS zu begeben. Die Leiche des Königs wird heute Abend 10 Uhr nach dsm Kloster Belem übergeführt werden und morge_z1 _frizh um 2 Uhr dort eintreffen. Nur die Mitglieder der Komgltchen Familie und die Minister werden die Leiche bsgleiten. Im Kloster Belem bleibt die Leiche bis nächsten Sonnabend an?:gesxeüt und wird alsdann nach der Königlichen Gruft m der Klosterkirche San-Vicente de Fora zu Lissabon gebracht werden, woselbst die Beiseßung erfolgt.

( König Ludwig 1. von Portugal war als Sohn des König- Gemabls_Ferdinand aus dem Hause Sachsen-Coburg-Koharv und der Kdnigm Maria 11. da Gloria, Tochter des Kaisers Pedro [. von Brasilien, am 31. Oktober 1838 geboren. Er folgte seinem älferen Bruder Pedro 7. am 11. November 1861. Vermähst war er jekt _dem 6. Oktober 1862 mit Maria Pia, Tochter dxs Königs Victor Emanuel von Italien. Er [)intkr- !aßt zivei Sbhne, Karl und Alphons. Der nunmehrige: König Karl 1st_ am 28._ “Septembkr 1863 geboren und seit dem 22. Mai 1886 mtt Awélte, Tocbier dis Grafen von Paris, vermählt. Von den Geschwastxrn des Königs Ludwig, Antonia, Fürstin von Hohenzollern (gcb. 1843),_und Prinz August, Herzog von Coimbra (geb. 1847), wa: xxxaLeßteFe ihm erst vor Kurzenx (am 26. b. M.) in den Tod voran-

ngen.

König _Carlds bat_eine Proklamation erlassen, in welchßr es etßt: dre Negxerrmg seines Vaters werde in der Geschichte ortuggls_ als eme Periode des Friedens, der Tyleranz, der Freiheit, der moralischen und ökonomischen Ent- wxckelung verZeichnet bleiben. Was ihn selbst anbelange, der zur _Nach qlge seines Vaters berufen sei, so werde er streng die politischen Institutionen des Landes beobachten und sich stet? bemühen, die Größe und das Gedeihen Por- tugals zu fordern_, indem er_ nach dem Beispiele feines Vatdrs bestrebt sem werde, sich- die Liebe des Volkes zu yerdiexien. Pyr Köm _ verspricht ferner, die römisch- tatholische Religion zu s 1rme_n, die Integrität des Königreichs aufrecht, zu erhaltet), für die Beobachtung der politischen Verfassung der Nation, sowxe der Geseße des Königreichs zu sorgen und überhaupt .a_uf _das allgemeine Wohl der Nation bedacht zu sem. Schlleß[1_ch erklärt der König, daß die Minister ihre gegenwärtigen Funktionen beibehalten

en.

Die gestern im gan en Lande vorgenommenen Neu- w_ahle_n zur _Kantmer Zaben eine beträchtliche Mehrheit fÜr die Regierung ergeben.

__ Belgien. Brüssel, 21. Oktober. (W. T. B.) Der Prasident der Squthern-Pacific-Railway, Huntington, ist am Sonnabend hier angekommen und gestern vom Könige empfangen worden. Derselbe, wird an den Konferenzen des Kongresses zur Bekämpfung der Sklaverei theilnehmen.

Türkei. Konstantinopel, 20. Oktober. (W. T. V.) Der Fürst von Montenegro hat die Pforte ersucht, den 1200 montenrkzrinischen Familien, die wegen der in Montenegro her - chenden Hungerznoth nach Serbien aus- qudern wollen, den Durchzug durch die Türkei zu gestatten, W1e_ die „Agence d_e Constantinople“ erfä rt, hat die türkische Regierung daraufhm_ 2000 erwachsenen ontenegrinern den Durch_zua durch die“ Türkei gestattet.

_ DW Meldung der „Agence Havas“, wonach 4 Regi- nxenter vor Ccrnea rev_oltirt hätten und Scha-kir Pascha hatte flüchten müssen, _wxrd von der „Ag. de Const.“ als ein- facY _erfunden bezeichnet. Der Minister des Aus- wartt en, Sald Pascha, habe aus-Anlaß der „Hayas- schen __eldxmg“_ em Telegramm an die Vertreter der Turkei im Auslande gerichtet, in welchem dqs Gerucht formxll dementirt werde. Das Ge- rücht set wahrscheinlich dadurch entstanden, daß einige Soldaten des Smyrnaer Regiments, welches kürzlich behufs Entseydung nach Kreta gebildet worden, ihre Ent- lassung m die Hetmath zu _Erntearbeitsn nachgesucht hätten, welchem Ersuchen auch entiprochen worden. sei. Die tür- kische Negrerunßset von der Sachlage auf Kreta und der Aktion Scha tr Pascha's andauernd befriedigt.

Griechenland. Athen, 20. Oktober. (W. T. B.) Der G_roßfu_rst-_Thronf-olger von Nwßl-and ist heute Nach- mittag hier eingetroffen.

Rumänien. Bukarest, 20. Oktober. re e. Se. Majestéxt der König Carol hat sich in BMeitstsmx); des Erbprinzeerrdinand _nach dem-Schlu e*“ßer Manövsr nach_ F o csani begeben,_ wo ihm ein enthufiatisckzek-Empfan bere1te_t war. Nach Besichtigung der Festungswerke begab |Z der König nach Vakau, wo die Truppen konzentrirt waren.

öffentlicht einen _Yuszug aus-demBerth des Reichs- Controleurs uber. daswrdenikiche- udget der Ein-

Die qutung der Truppxn_war troß der 9tägigen Uebung aUSgezetchnet. Der König sprach denselben seine An-

erkennung aus und begab fich bierquf nach Jaisy. Die Reise dorthin ging unter steten Ovatwnen de_r B_evo_l_ke- g vor fich. Längs der Eisenbahnstrecke stellteti slch_ die Em- „obner auf, um den König zu begrüßen; Die Eisenbahn- tionen waren festlich dekorirt. Zahlreiche _deutgtwnen

Bauern, Vertreter der Behörden die Geistlichkeit und die Gutsbesitzer begrüßten den _ Herrscher und __den Throtz- solger herzlich. Dsr Empfang m Jgffy war glanzend._ Die Stadt war festlich geschmückt, sämmtlichq Behörden somie der Metropolit Josef mit dem Klerus der Diözese empfingen den König und den Thronfolger mit enthustafitschey Rufer). Der Köni nahm in dem Palais RoEnovano Abstezgxquartier. In der uite des Königs befinden sich der Minister-Vrasident Catargiu und dex: Kriegs:Mini1ier Manu. _ _ _

Der Minister des Aeußeren, Lahovary, rst wreder hier eingetroffen.

Serbien. Belgrad, 20. kaober. (W. T. _B.) Ja der gestrigen Sißung der Skups cht_1na wurde Pas_t_tsch mrt 84 von 98 Stimmen zum Präside_nten, Kat1_tsch und Vulkovitsck) sodann zu Vize-Prästdenten gewahxt. In seiner AntrittSrede erwähnte Pasitsch, daß _das Ansehen und der Kredit des Landes in Foige der Mißwnxthschaft des FortschrittSregimes eine arge Schädigung erfahren haben.

Heute fand die Eröffnung der Skupschtrna durch

die Verlesung einer Thronrede Seriens _des_ Regentezi Nistitsch statt. Darin wird zunächst em Rückblick qufdie seit der leßten SkupschtinaSesTion emgetretenerz Ereignisse, die neue Verfassung, die Thron' ntsagizng, die Emseßung ddr Regenten und die Salbung des Königs geworfen und die Thronentsagung als ein Akt patriotischer Opfbr- milligkeit des Königs Milan bezeichnet. _Die Nation habe diesen Akt als den Beginn eines borge- 1chritteneren parlamentarischen Regimes begrüßt, da dieselbe in dem Könige Alexander den Trägkr einer neue_n und glücklicheren Aera erblicke. Die _ Thronrede konstaiirr so- dann mit großer Befriedigung die großartige), Betheiligung der Bévölkeruna an dor Salbungsfeisr, bei welcher die Nation die Gsfühle inniger Dankbarkeit für die verdienst- volle nationale Dynastie und ihre Liebe zii dsm )ungen Könige zum Ausdruck gebracht und sich beeilt habe, dem- selben ihre Glückwünsche darzubringen. In der Rede wrrd weiterhin den fremdin Herrschern und StaatSoberlmuptern, welche den König beglückwünschten, Dank ausgesprochen, i_md es werden die Schwierigkeiten erwähnt, welche der_Skupschtma arren, besonders die Bestrebungen auf fingnziellem Ge- Kiete; alS Ziel wird hervorgehoben, bei möglichster Sparsam- keit eine Steigerung und Sichsrsteilung der Emnahmexi zu be: wirken. Hierzu werden einschlagende Maßregeln, wie die _Ueber- nahme dcs Tabackswonopols und des Bahnbetriebes m die Staatsverwaltung angekündigt, ferner Gefeßeniwürfe betr. die Heerxßorganisation, die Reform der Nationglmili unter Bei- behaltung des jcßigen CadrecZ-SystemS, www_die egelrmg _de Verhältnisses zwischen Kirche und Staat, indem gleichzeitig der Befriedigung über die Wiederhersteliung der Ordnung in der Kircbe Ausdruck gegeben wird. Endlich werden __noch die durch die Verfaffung vorgesehenen Gesetzentwürfe? erwahnt. Die Thronrede spricht die Ueberzeugung aus, daß die Reform- arbeiten den Frieden sowohl im Innern als nach Außen erheischten, konstatirt freundschaftliche und normale Be- ziehungen zu den Nachbarstaaten und_ de1i iibrigen Staaten und hebt hervor, daß es gelungen set, die_ schon bestehende reundschast mit den Mächten nicht nur weiter u entWickeln, ondern disselbe auch durch neue und werthvo e Exrungxn- chaften zu vervollkommnen. Es wird endlich der feste Wille aUSgedrückt, Eintracht und Frieden au_f dsr Bqlkan- halbinsel zu pfleßen und eine s elbständi?_e Entwickelung der Völker der Hal insel anzustreben und zu ordern.

Bulgarien. Sofia, 19. Oktober. (W. T. B;) Ein von Stambulow als Regierungs-Verweser gezeichnetes Dekret beruft die Sobranje auf den 27. Oktober em.

Asien. Persien. Teheran, 20 Oktober._ (W. T. B.) „Der Schah ist heute hier wieder angekommen. Die Cholera 1|1n Persien in der Abnahme begriffen.

Japan. Yokohama, 20. Oktobsr. (W. T. B.) Geüern wurde gegen den Minister des Aeußern, Grgsen Ok_uma Sigenobu ein Attentat verübt; der Munster erhielt nur eine leichte Verleßung. Der Mörder nahm slch auf der Stelle das Leben.

Afrika. Aus Zanzibar vom 19. Oktober meldet ein Telegramm des „Reuter'schen Bureaus“: Der Sulian _gab dem englischen General-Konsul Portal das fchr1f_tli che Versprechen, daß alle Kinder von Sklaven, d1e_na_ch FLZ; 1. Januar nächsten Jahres geboren werden, frei sem o n.

Zeitungsftimmeu.

Ueber die Aufgaben des Reichstages bringt der “Düsseldorfer Anzeiger“ folgende Betrachtung: _ , „Am Diem'xag tritt der Reichtag zur letzten Tagung wahrend dtefer Gesetzgebungspcriode zusammen. Seine Aufgaben sind dteSmal von kqvpelter Wichtigkeit. _ _ . („Emmal bankelt es sich darum, verschiedenen dringender) Be- di'kfmffxn ker Gesekgebuna-ReÖnunq zu nagen. errzrz gehort zu- "“.Öst die Feststellung des Reichsbausbalts-Etais, der, w1e_verlatztet, Wieder wir vor zwei Jahren den Betrag einer Milliarde uberstetgen Wenn aber auch dcr Etat. wie üblich, zn,al1erbaud Erörte- klingen; selbst über ferner lie onde Gegenstande, Gelegxnbcit “bk" Wird, so werden fick) s werlich_ kazaa große Kam_pfe L' _. weil die, gegenwärtige Maioritai rmx fichere Gewabr f'" die sachlich!“ Prüfung und schnelle Erledigung der aufge- tkn Förderungenwietet; An Versuchen frnltcv wird es auf Seiten M*QPWÜUM nicbkfeblen. ibr'Steine in den Weg zu _n'crfen u_nd ays dtesenoder jenen Fordenmgen Kapital zu schlagen: vtellucbtivtrd its nur_nentlicb, wenn man' aus der Halxung ihrer Presse sÉ-lteßen YM, bet den Ykebrbedürßisscn für militärische _ZWecke dcr F_a_Ü sel"- U er deren Natur und Höhe vorläufig noch nichts bekannt Ut. An einer spsriedenstellenden Lösung der mit dem (Etat verbundencn Auf- M ist aber jedenfaüs nieht; u zweifeln. _ _ _ ,Als weitere Aus abe rer eseygebqu wird dem Ret-kzstagßdte ;Pfiubt obliegen. bei ' eiten für einen Ermß des mit rem 550. Sep- _ kmber 1890 ablaufenden Sozialistengeseyes zu sorgen. Die Ukbkk“ gung von der Notbwendi keit, der Regierung Up_d dem Staat von btUem Miitcl zur Bckämp?üng dar sozialdemokrat:1chen Umsturzbestre- ""an itz die Hand zu geben, ist eine so allgemeine, daß map daraußrechnxn “"n- daß die nationale Majorität in dieser Frage ernstlich bemuvt sem Di e, mit den verbündeten Regierungen Fand in Hand zu_ geben. eSpekulationen, welche in dieser Bezie ung auf_emen Mißerfolg buen, sud unseres Erachtens völlig werthlos. Wie sich die gest?- 4' “"den Faktoren einigen werden, darüber enthalten wir uns eben o

aller Kombinationen, wie über den Inhalt do_r_zukünftige_n Vorlage. Nur das Eine scheint uns gewiß. daß eine (_Etmgung erzielt w.":dxn wird, weil fie erzielt werden muß. Ferner_wtr_d dem Reichstage em G_e_seß wegen weiterer Regelung der Verhaltnisse der Reichsbank zu- e en.

9 Wenn vielleicht [,iermit auch die geseßqeberiscbxn AUngbkn noch nicht erschöpft sein werden, so kennzeichnen schon dte_ erwabnten zur Genüge die Wichtigkeit der kommenden Sesfion. Dtese gemmnt aber dadurch noch an Bedeutun , daß sie die leßte vor den Neuwahlen rst. Hieraus erstehen dem Rei stage weitere Aufgaben. _

Es darf schon “?_?t als sicher angenommen werden, daß die ver- einigte Opposition Zl es darauf anlegen wird, u_m dem Karte!] _und der Wirtbschaftxpolitik bei den Wahlen eine _Ntederlage zu bereiten. Alles, Was hierfür ausgenutzt werden kann, wird fie s_chon_im Reichs- tage zu verw-rrthen wissen, _ die Außgaben fur milttäri1che Zwecke, das Sozialistengesev, die .Vertbeuerung' der LebenSmittel, das sigi) die Trümpfe, welche sie außzuspielen gedenkt. Die_ nationale Majorztat wird darauf bedacht sein müssen, die Angriffe bet inten zu partren und der Irreführung der Massen und der polit11chen Brunnen"- vcrgiftunq energisch vorzubeugen. Möge fie dre beborstxbende Sesfion hierzu eifri benutzen! Die Gexxner werden es ficherltch_thun, also mögen au die nationalen Parteien fick) dessen bewußt _sem._da_ß sie die Ernte schon jetzt vorbereiten könnerk. Je größer die Rubrtgkeit ist, welche sie schon im Parlament entf_al_ten,_ um so geringer wird die Mühe sein, der agitatorischen Tbattgkett der Oppositron das Waser abzugraben. _ _ _ _ _ _

Der Reichstag kann auf sein: bisherige Tbatrgkett unt Stolz und Eenugthuung zurückblicken: möge er in der Zeit der [eßtdn Tagungsberiode nichts versäumen, was dazu bc1tr_agen kann, die Ziatibbn auch über die Gestaltung drr Parlamentarischen Zukunft zu

eru igen.“

Aus dem Ergebnis; der sächsischen chndtaJSwahlen zieht die „Danziger Allgemeine Zeitung“ folgende Schlußfolgerungen : _ _ _

„Der freisinnigen Begeisterung uber den Auösall_ dcr ReichaJ-I- Ersaßwabl in Oschaß-Wurzen, wo die freifinnige11_(_Sttwmen Wx1entltch zugenommen Hatten, ist mit dem Ergebnis; der 1achs1schen L_addtsgs- wahlen cin starker Dämpfer aufgeseßt worden. Was _die freU'mmgen Paxteikläiier zur Entsckyuldigunq der Niederlage Vorbrmgen, Und nur Ausflücite dcr Verlegenheit. Man sagt, das Ergebwß wblle bx: drm sächsÖen Landtagßwablrecht_nichts ir1_ BUN] auf_ dre Stimmung _dZs Volkes bcsagcn. Diescs Wawlrecht ist in Sach1cn allgéniem, glexxo, direkt und geheim; von dem Reichstagswahirecht_untérschetder cs _11ch nur dadurch. das? es an eine jährliche Sipuerzablung _von mmdestßns 3 „46. gebunden ist. daß femcr relatiszsbrbeit entscheidet, aleo keine Stiebwablen stattfinden, und daß endlicb Stadt und Land in ML"“ dkren Wahlkreisen wählen. Was dxn ersteren Unterycbwd betrifft, den Census, so mager gegen die Sozialdemokratm, die in drn untcrsieu am Wenigsten bemitkelten Schichten den meisten Anbana haben, ms Eewicht fallen; untcr dkn Leuten, die noch keine 3 „FH Steusr zabien, wird der Fra-ifinn 11icht mehr Anhänger zählen, als dteKarteUpartc-tsn. Was den zweiten Unterschied Vom Retchsta95wab1recht betrifft, so wissen wir nicbt, ob der Frrifinn viel schlcchtec fahren Wurde, wenn auch bei den Reicbstagswahlen die relative Mehrheit eutschrede. In Berlin 3. B. hat cr den 2. Wablkrcis inne, obgleich er bier_tm ersten Wahlgang 3000 Stimmen Weniger auf sich vereinigte als die Karkell- parteien. Wie Hier, so War auch ir) einem we_i_ie_ren Dußebdwor) Wahl- kreisen die sozialdemokratiicbe Hülse bei den“»?ixcbwablen sur _1bn eyt- scheidend, in einem Theil dieser Wahlkreise Warm ibm aber jckwn im ersten Wablgankxe relativ die meisten Stimmen zugefallen. In Bezug endlich auf die Trennung der Wählerschaficn nach Stadt_ und Land ist der Trost der Freisinnigen ganz schwäck'; Wenn_ man dre durfngen Minderheiten betrachtet, welche ihre Kandidatcxi m L_and und Stadt erhalten haben; beispielsweise bracbxen die_ beiden stadtrsckyen Wahl- kreise Leipzigs noch keine 350_freisinmge Stimmen aui. _

Zeigen somit die fäckxsiicHen Landtagéwahlxn emet_1 erfreulxcbm Rückschritt der freifinnigen Partei, der gute Au§11chtxn fur die Reichs- tagswahlen trotz des durch Konzentration der Agitatwn auf emen einzelnen Wahlkreis erzielten relatiden Erfolges m O?_chaZ-Wurz€_n eröffnet, so erregt andererseits das Wach§tbum der _Sozraldkmokrgtte Bedenken. Sie hatte bisher fünf Vertreter _m der zwxrrsn Kammer und wird in Zukunft fieberx haben. Wie schon erwahnt, dürfen die Sozialdemokraten für ihren Erfolg gxltend mache» daß sie ihn errungen haben trotz des bestkbendkn Zenrzxs, deffen fur fie ungünstige Wirkung nicht ganz durch Maffgngntrage ihrer An- hänger um Aufnahme in die Steuerrollen besetttgt werdet) konnte. Nimmt man noch hinzu, daß man bei den Reichstng-_Sttchwable_n voraussichtlich dcn Freisinn im Bunde mit der Sozraldemokratze sehen wird, so ergiebt fich daraus die_crr_1echte Mabnung an die Kartellpatteien, obne falsche Siegesgewtßbett 1bre_Retben fes? zu- Zatlnmen zu schließen und alle Mann gesechtsbcrerx zu

a ten."

Unter der Ueberschrift_ „Der_ deutsche Freisinwund das reiche England“ erörtert d1e_„D_euts_che volkswwih- schaftliche Correspondenz“_“ demwexfs der fortschritt- _lFichet_; TJLÉtter auf die angeblich giinstigen Wirkungen des

rei an e s:

„England ist seit Aufnahme des Freihandels zu großer Blütbe gelangt! Englands Produktion bat fich_riesig vermehrt! Englands Volköeinkommen hat in großartiger Weise zugenommen! Englqnds Auéwanderung ist stetig zurückgegangen! _England beherrscht nxjt se_men Erzeugnissen jeßt den gesammten Erdkrets! _ So unsere Freisinnigen. welche daraus schließen, die- habeAlles der Freihczndxl zy Wege gebraxbt, S]"ZD sei der Freihandel auch für Deutschlgnd die einzige und nußltcde Wutbskbaftsform. Es ist höchst bedauxxlrcb, daß der m_un schon chhn Jahre dauernde Kampf zwischen den beiden wirthsrbafilrchen Partet_en in Deutschland :*.irbt einmal derartige Ungereimtheiten unmöglich

emacbt ha?, wie sie in den vorstehend skuzirten Ausführungen noch

Lortgeseßt behauptet“ Werden. Daß der Fretbandel allem Englaqu Produktion und Absaß so außerordentlich gesteigert haben sol], wird selbst der eifrigsje wiffenschaft1iche Vertreter der Mayebcster- partei nicht behaupten wollen, denn_nur em Jgnoxant s_chltmmster Sorte kann die für die engl1sche Industrze bei Weitem wichtigeren technischen Erfindungen der Neuzeit._dte hierdurch bewirkte großartige Entwickelung dcs mechanischem Betriebes, dte große Ver- vielfältigung und Vervonommnung der Verkehrömtttel und die An- sammlung des Kapitals in ihren Wirkungen binter_den Fretbandel rangiren, der noch dazu in England me ein vollständrger_a_eweseg tft. Was die günstige wirtbschaétliche Lage Englands, wenn dte1elbe ube_r- haupt in einem so_ über chwänglicben Maße vorhanden ist, m_:r den reihandel beweijer-i soll, wird jedcm_denken_den Menschen daher em Räj sel sein, denn für die Lroßen Exportmk-ustrten Egglandö," welche die wirthsckpaftliche Blütbe des Landes auswacbcn, ist _doch mcht der Freihandel in England maßgebend, sondern der eribazjdel tn d_en anderen Landern, nachdem die englische JnduLtrie selbst er1_t unter einem Schuszokl de_r strengsten Sorte, ja zum Theil mit Mittein groß gezogen ist, die beute jede Regierung sogar weit von fich we1s_t. Dadurch ist Englands Industrie von vornherein mit großen Vyrzugen aubgestaitet worden und nicht durch. sondern trojz des _spateren Freihandels empor- gckommen, und sie würde heute sogar eme Alles beherrxchende S_teu_ung einnehmen, wenn nicht die anderen Lander in weiser Jursorge fur xbre eigene Gewerböthätigfeit die englische Konkurrenz moglichst besebrankt und beschnitten hätten." |

Statistik und Vötkswirthsthaft.

Zur Arbeiterbewbgung.

In Bochum wurde am Sonntag dre Generalversammlun Verbandes zur Wahrung der bergmanmscben Interesse_n _nacb urzxr Debatte über den zu wählenden Vorstand von der Polizei aufgelost. Die Auflösung erfolgte nach den Reden der Bergleute Schröder,

des

Bunte, Siegel, Brodem u. a. auf Grund des Sozialistengescßes.

Ueber neue ArbeitSeinstellungen wird aus (x_bemétitz, 20. Oktober, berichtet: „Nachdem schon seit eimgxr Zeit dre Ar eiter der größten hiesigen Strumpffabrik siriken, ist nun auch. tr der bereits erfolgten, nicht unerheblichen Erhöhung der Löhne. in mehrerxn Wirkwaarenfabriken der Umaegend dre Arbeit eingestellt worden. In Limbach sind seit mrbreren Tagén aucb Rubesiörungen vorgekommen, welche zunahmen, sodaß gestern!»!!! hier militärische Hülfe erbeten wurde. Eine Compagnie des hier garnisonirenden Jnfanterie-Regimeyts ist gestern Abend nqcb Limbaä abgegangen. In Folge der daielbyt vorgekommknen Wider'eßlichkeitm wurden mehrere Verhaftungen vorgenommkn.“ _ Nach einer neueren Mittheilung ist der Strike in der Chemnitzer Strumpfwaareu- fabrik von Esche inzwischen beendigt.

Kohlenvorrätbe.

Die .,Nordd. Allg. Ztg.“ fcbreibt: „Um der in einem Theile der Presse verbreiteten Behauptung entgegen zu treten, daß die Staats- eisenbabnen von dem in den Koblenlieferungßverträ en Vorhabaltenkn Rechte, einen Thkil des Winterbedarfs für Ko len schon in den Sommermonaten zu beziehen, einen „rigorosen Gebrauch“ gemacht und durch Verdoppelung ihres Kosums zur Erhöhung der Preise für die übrigen Kohlenverbraucber wesentlick) beigetragkn hätten, hatten wir vor einigen Tagen mit- getheilt, daß die diesjährigkn Bezüge der Staatseisenbahnen an Kohlen und Kokes in den Monaten JUli bis September die Bezüge im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres nnr um 10,12 0/0 überstiegen hätten, um wrlcben ungefähren Prozentsaß auch der allgemeine Ver- kehr und damit der laufende Bedarf dér Staatssiscnbabnen an Kohlen und KVkls gewachsen sei, und daß daher von einer überstürzten Beschaffung großer Kohlenvorrätbe keine Rede sein könne. Auf diese Ausführungen ist von einigen Blättern entgegnet wvrden, daß das Mehr, irelcbes die Bahnverwaltungen zur Be- schaffung des Orr einigen Mo::aied angeordneten sechswöchigsn Be- standcs bezogen hätten odér noch bezögen, _fich auf mindestens 10 % ihres ganzen Koblenbcdarrs beziffere. Diese Einwendung würde annäheer ZUtréffLnd 1ein, wenn__die StaatseisenbaHn-Vsrwal- tuncen bisb-Zr außer drm für militärtsckx-e zwecke zu haltenden Ve- stande keine Vorräthe von Bedeutung g-Zbabt hätten. Eine solche Untrrstsllung ift aber unrichtig; die Eisenbgbn-Verrvaüungen halten schon seit Jahren fsk)! erhebliche Vorrätbe. 1elbst bis xu acht Wochen und darüber, wenn (11121) die Beständein der". einzelnrrl Bezirken ungleich waren. Dxrcb di: vorerwähnte AUOTÖRUUJ ixt j.) nickU eine erhebliche Erböbung der bisherigen Bestä. de, sondern lckiglich (“ine gleichmäßige Regelung derselben in T*cn einzelnkn_B€5irk;n rbrgkscbriebén worden, Um bierübkr jeden Zweifel aus,;uschlierzkn. bemerken wir, daß nach zu- verläsfiser QueÜe die Boscbaffanged an Vorrath im Vierteljahr Juli-Scpxcmber des [auf;UDen Jahres 190376 r und im gleichen Zeitraum des vorigen Jabrrs 108 750 r _bctragc'n haben, mithin im laufenden Jahre nur Um 10,790/0,_al]o annähernd in demselben Maße wie der aügkmeine Verkehr, dMicgen find. Für das Viertel- jahr Oktober-Dczember sind Vorrathsbescbaffungen in _nknnenswertbem Umfange überhaupt nicht in Aussicht gexzommen. Hiernach wieder- holen wir, daß der VorWUrf ciner überxtürzten Beschaffung großer Vorrätbc tbatsächlici) unbegründet iit.“

Jttnungsberbändc.

Der Centralausschß der vereinigten Jxmunßsverbände hatte zum Freitag 13. M. eine Rsibe von Vbrständen der sogenannten aemiscbten nnungea nach Berlin zu Liner Sisuzxg geladen, um die Gründung eines Verbandes der gemischten Innungen anzuregen. Deutschland zählt z Z, 24 Jnnun-stcrbändc. melche eine einbkiriicbe Organisation über weite Gebiete ch Handwsrks gefckoaffeu baden. Eincr centralen Okuanisation entbehrten aber bisher noch die- jenigen ca. 4000 Innungen, Welche als gemischte oder als Innbngcn verwandterGewcrbe vorhanden waren und die der geringen Zahl der Innungen dcs betreffenden Gewerbes wegen außer Stande sind, einen selbständigsn Haupt-JnxxungMerband bilden zu können. Alle diese Innungen sollen mm auf Grund ÖL! am Freitag gefaßten Be-

schlüsse zu einem gemeinsamen JUUUUJÖVTrbandL vrreinigt wcrden,

Kunst und Wissenschaft.

Von dem Lutherforscher Diakonus Lic. ])r. Buchwald find kürzlich in dcr Zwickanxr Raths-Bibliotbck abermals cinigeimtcreffante Lutherfunde gemacht worden. Es find dies“. wie der „Franks. Ztg." ceschrieben wird, 2 Bückwr, wech)? von Lutkyer's Hand mit zahlreichen Randbemerkungen v:“rseben smd. nämlich die Sentenzen des Petrus Lombardus und die Predigten Johann Tauler's, Die zur Aufsteüung im afrikadiscben Saale des _hiesigen Museums für Völkerkunde bestimmte 1t : d es Afrika rei! enden Dr. Nachtigal ist, wie der „T. R.“ geschrieben wird, nunmehr von dem Berliner Bildhauer Büchting im Modell rollsndet worden. Der Künstler bat die'sclbe gcngu nach der von ibm,_früber für die biefigc Geographisxbe Gescll!chaft_ angefertigten Buske ausgeführt, jedoch in cinundeinhalbfacher Größe von__jener ersten lebensgroßen. Der charakteristische Kopf mit seincn energuchen Zügen und dem, man könnte fast sagen, etwas Verwitterten Acußercn hat durch diesen vex- größerten *Nkaß'stab natürlich an Lebexwxvahrbxit noch gewonnen. _Dte etwa 1 m hohe Büste soll in Marmor aungsÜbrt werden und ihren Plus auf einer granitnen, etwa 2 m hohen Perme finden.

Sanitäts-, Veterinär: und Quarantänewesen.

_ ngpten. _

Die gegen Ankünfte aus Bombay Verbangte Cbolera-Quarcm- täne (vergl. .R.-A.“ Nr. 180 vom 1. August 1889) ist durch Beschluß des internationalen Gssundbeiföralbes zu Alexandrien Vom 5. Oktober d. I. ab wieder aufgehoben worden.

Submissionen im Ausnmde.

Rumänien.

15. November. Ministerium für öffentliche Arbeiten. Bukaxeft:

1) Unternehmung für den Umbau dreier amerikanischen Bryckm über den Fluß Bistriciora an den Steüen Lißka, Lun:i und Grau:.

Kostenvoranschlag 57488 W. _ _ _

2) Bau zweier amerikanischen Brücken über den Flux; Btstnßa an den Stellen Seen und Bubalnita.

Kostenvoramchlag 70 420 Lei. _ _

Näheres in der Präfektur des Bezirks Niamß zu Piatra.

Verkehrs - Anstalten.

Die Post yon dem am 21. September aus Sb_anqbai_ ab- gegangenen Reich§-Postdampfer „Bayern“ sowre die mittels des Reichs-Postrampfers „HabSburg“ befbxde-te Post__ aus Australien (Abgang aus Sydney am 14._September) nnd in Vrindtfi eingetroffen und gelangen für Berlin voraussichtlta) am 23. Oktober Vormxttags zur Außgabe.

Theater und Musik.

Berliner Theater. _ _

.Montjoye, der Mann von Eisen“, em alteres und lange Zeit hier nicht gegebenes SÖUUspikl von Octave Feuilxet, ge- langte am Sonnabend im Berliner Theater zur ersten Aufführung. Der durchgreifende Erfolg, welchen die Vorsicllung erzielte, und der den hohen an die Wiederaufnahme [dieses Staates geknüpften Erwar- tungen entsprach, war woblverdient. Dieser Erfolg hatte seinen Grund aber in erster Linie nicht sowob! in dem literariuben Wenk des Schaujpiels, als vielmehr in der 1th! hier zu Theil gewordenen DarsteUung. Den großen Vorzügen seines dramatischen Talents, welcoe Octave Feuillet bier entfaltet, stehen in die Augen fallende Mängel, namentlich in der _ inkonsequcnten Charaktermbrung der Hauptfigur, gegenüber. Er weiß den von ihm geschaffenen Bühnen- gestalten mit gleicher LebenGwabrbeit bösartige Grundstimmung der

Seele wie naive Empfindung und tiefe, bis zur Leidenschaft oe-