1889 / 252 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 22 Oct 1889 18:00:01 GMT) scan diff

auf Grund des §. 28 des LandeSverwaliungSgeseßes vom 30. Juli 1883 (GeseyeSammlung Seite 195) deri Regierqus- Assessor von Meer zu Sigmaringen zum zweiten Mitgliede des Bezirks-Aussthuffes zu Sigmaringen zu ernennen.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruhi: rem dirigirenden Arzt in dem Charité:Krankenhause, Obrr=Stabsarzt erster Klasse und RegrmentNArzt vom 2. (Harde- eld:ArtiUcrie-chiment, außerordentlichen Professor bei, der riedrich:Wilhelms-Universität und bei der medrzmrsch-chirur- ischen Akademie für das Militär, ])1'. Oskar Ma Viitor Zraenßel Fu Berlin, den Charakter als Geheimer edizmal-

ath zu ver eihen.

Se. Majestät der Kaiser und König haben Aller- gnädigst geruht:

den Redacieur ])r. ermann Klee zum Direktor des „Deutschen Reichs- un Königlich Preußischen Staats- Anzeigers“ mit dem Range der Rälhe17. Klasse zu ernennen.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenherten.

Tem Bildhauer Ernst Herter,Mitglied der Königlichen

Akademie der Künste zu Berlin, und dem Bildhauer JUllUS MZs er zu Berlin ist das Prädikat „Professor“ beigelegt wor en. Dem Pächter des Stiftungsgutes Friedrichrode, Rudolf Telß, und dem StiftSJutSpächter „Otto Beckmann zu Nägelstedt ist der Charakter als Königlicher Ober-Amtmann beigelegt worden. . '

Am Schullehrer-Seminar zu Köslin ist 'der kommrffarische Hüifslehrer, Schulamts-Kandidat Wangerin als Semmar- Hiilfélehrer definitiv angestellt worden.

A n g e k o m m e n: Se. Excellenz der General der Infanterie Freiherr vo n L o 611 , General-Adjutant Sr. Ma1estät des aiiers und Königs.

Yiehtamtlichrs. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 22. Oktober. _Zhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin schifsten Sich in Genua estern um 1 Uhr ein, verabschiedeien Sich von Sr. Ma1estät Jem König von _Ztalien und verblieben fiir die Narht an Bord. Heute um 10 Uhr Vormiitag' werden die Majestäten in See gehen. Das Wetter ist regnerisch. .

_ Ueber die gestrige Ankunft Ihrer Majestäten dee Kaiser?- und der Kaiserin inGe'nua meldet„W.T.B.“: Der Hof ug mit Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin trafz am Montag Mittag 123/4 Uhr unter dem brausenden Jubel einer Kopf an Kop! gedrängten Volksmenge, welche den Bahnhof und die dahin ührenden Straßeir füUte, in Genua eim. Geschiißsalven von den Forts sowie voii dem deutschen und dem italienischen „Geschwader verkündetendie Ankunft. Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrxch, das Konsular-Corps und die hervorragendsien Persönlichkeiten der Stadt waren zum Empfange auf dem_Ba_hnhofe anwesend; Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich stieg in den Kaiserlichen Salonwagen. Ihre Majestäten der Kaiser, die Kaiserin und der König Humbert, Jhre Königlichen Hoheiten der Prinz Heinrich und der Prinz von Neapel sowie der Mimfter- räsident CriSpi und der Staatssekretär Graf BiHmarck_ be- aben sich sodann vom Bahnhof aus an Bord der Kaiser- ichen Yacht „Hohenzollern“, auf 'der Ihre Majestät die Kaiserin die Ueberfahrt machewwrrd. Auch der Bürger: meister von Genua begab sich an Bord und iiber- reichte Ihrer Majestät einen prachtvolken Blumenstrcruß. Hierauf begaben Sich Ihre Majestäten der Kaiser und _der König Humbert und Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz einrich und der Prinz von Neapel mit Gefolge in einem oot an Bord des Panzerschiffes „Kaiser“, auf welchem Se. Majestät die. Ueberfahrt zu machen beabsichtigt. Nachmittags 2 Uhr machten Ihre Maiestäten der Kaiser und der König Humbert mit J ren Königlichen Hoheiten dem Prinzen Heinrich und dem rinzen von Neapel dem italie- nischen Panzerschiff „Italia“ einen Besuch. Bei der Ankunft wie auch während der ganzen Anwesenheit Ihrer Majestäten gin ununterbrochen heftigerdRegen nieder; troßdem bot der Ha en einen prächtigen Anblick: aUe Kriegs: und andelsschiffe hatten ?eftaggt, und zahlreiche dicht mit Men chen befehle

Barkcn ülllen den Hafen.

Se. Ma'eftät der Köni Humbert und Se. Königliche Hoheit der rinz von Neape begaben Sich Nachmittags 3 Uhr 20 Minuten nach Monza zurück. Der Staats:Minister Graf Bi4marck reiste am Abend über Bologna nach Brindisi ab, um sich daselbst nach dem Piraeus einzuschi en.

Wegen des fortdauernden schlechten etters wurde die Abreiie Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin auf

heute früh verschoben.

_ Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Friedri ist mit Ihren Königlichen Loheiten den Prin- zessinnen:Töchtern und dem rbprinzen von Sachsen-Meiningen, dem „WT. B.“ zufolge, heute von Venedig nach Griechenland weitergereist. .

des Staats - Ministeriums, nnern Dr. von Boetticher, der Staaissxkretär des Reichs - Schaßamts, Frei err von Malßahn - Girls, sowie andere Bevo tigte zum Bundeßrath nebst Kommiffarien beiwohnten, übernahm gemäß §. 1 der GeschäftSordnung der Präfident der vorigen'Sesfion, von Leveßow, den Vorsitz und berief zu provisorischen

_. In welcher er Vize: räsident

Staatssekretär des

der heutÉzen (1.) Sißung des Reichstages,

Die Verloosung der Ab eordneten in die Abiheilungexi wurde dem provisorischen ureau übertragen, die Konsti- tuirung der Abtheilungen vorbehalten. An Vorlagen sind eingegangen: , 1) Uebersicht über den Stand der Bauqusfizhrungen urid der Beschaffung von Betriebsmitteln für die Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen und für die im Großherzogthum Luxemburg belegenen Strecken der Wilhelm-Luxemburg-Eisenbahnen am 30. September 1889. '

2) Der Entwurf eines Geseßes, betreffend die Feststellung des ReichShauWaltS-Elats für das Etatswhr 1890/91.

3) Der Entwurf eines Geseßes, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen des Rerchsheeres, der Marine, der Reichs-Eifenbahnen und der Post und Telegraphen. '

4) der Entwurf eines Geseßes, betreffend die Kontrole des Reichshguéhalts und des LandeShauShalts von Elsaß- Lolhringen fiir das Exatsjahr 1889/90, '

5) Denkichrift über die Ausführung des seit dem Jahre 1875 erlassenexi Anleihegeseßes,

6) Uebersicht der Reichs-Ausgaben und :Emnahmen fur das Etatsjahr 1888/89,

7) der Entwurf eines Geseßes „betreffend Aenderungen des Reichs-Militärgeseßes vom 2. Mar 1874, _ Der Namensaufruf'ergab die Anwesenheit v_on nur,159 Mitgliedern, das Haus war also nicht beschlußfähig, Präsident von Leveßow hoffte, daß es morgen Mitiwdch 1 Uhr, be- ichlußfähig sein und die Wahl des Präsidiums und der Schriftführer wird vornehmen können.

_ cDer Oher:LandeSgerickts-Nath Reimers, Mitglied des Hauses der Abgeordneten fiir den 16. Schlesimg: Holsteinschen Wahlbezirk, hat der „Nat.-Ztg.“ zufolge sein Mandat niedergelegt.

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_ Aüenthalben in und außerhalb Würitemhergs und Deutschlands hat das am Sonntag stattgefundene frevelhafte Attentat auf Se. Königliche Hoheit, den Prinzen Wilhelm von Württemberg die tiefste Entrüstung hervorgerufen. Dem Vernehmen nach ist sofort nach Eingang der amtlichen Nachricht Sr. Majestät dem Kaiser und König in Monza telegraphische Meldung durch das Aus- wärtige Amt erstattet worden.

Dem Fürsten Reichskanzler in FriedrichSruh ging die Nachricht, wie verlautet, durch ein Telegramm des Kömglich württembergijchen Staats-Ministers Freiherrn von Mittnacht aus Friedrichshafen direkt zu. , _ Wir sind in den Stand geseßt, das aux,- dreien! Anlaß vom Fürsten von Wißmarck an Se. Königliche Hoheit den Prinzen Wilhelm von Württemberg gerichtete Telegramm im Wortlaut wiederzugeben:

„Sr. Königlichen Hoheit Prin): Wilhelm, Ludwigsburg.

Ew. Könis-lickye Hoheit bitte ich, mcinen hrrzliäxen und chr- erbietigrn Eihckrvunscb und den AuSdruck meiner Freude über Goxtes

Schuh AWM Mörderband iu Gnadc-n cntgegenzunehmezi. Z.;" gez. von Bisinarck.“

„Armee-' "“sz'oxdnungs-Blatt“ enthiilt fo[gende Verfügung des Kr ",',ZIL-Mmisiers, betreffend die An- legung_von Trauer zu hren des vereidigten Königs Ludwrg von Portugal und Algarvien Majestät: „Se. Majestät der Kaiser und König haben zu bestimmen gcruht, daß die Offiziere des Jnfanterie-Regiwchs Graf Tduenßien von Wittcnherg (3. Brandenburgischen) Nr. 20, um das Andenken ihres rcrstorhezien Chefs, Sr. Majestät des Köuigs Ludwig von Portusai und Algarvien, zu ehren, 14 Tage Trauer (Flor um den linken Unterarm) anlegen soUcn. Vorfrehendes wird hierdurch auf Aller- höchsten Befehl zur Kenntnis; der Armee gebracht. Brilin, den 21, Oktober 1889. von Verdv.“

_ Die BevoUmächtigten zum BundeSrajh, Königlich bayerischer Oher-Negierungß-Rath Landmann, Herzoglich braunschweig:liineburgischer Vorsitzender des StaatS-Mini- steriums, Wirklicher Geheimer Rath Dr. Otto, und Bürger- meister der freien und Hansestadt Hamburg Dr. Ver2man11, sind in Berlin angekommen.

_ Der General-Lieutenant und General-Adjutant Sr. Majestät des KaiserS und Königs, von Versen, Comman- deur der Kavallerie-Division des 15. Armee-Corps, begiebt sich in Be leitung des Majors von Brandis vom Militärkabinet im [lerhöchsten Auftrage zu den Beiseßungs- feierlichkeiten nach Lissabon.

_ In der Ersten Beilage des „ReichE- und Staats- Anzeigers“ wird ein Privilegium wegen Ausfertigung auf den Inhaber lautender Anleihescheine der Stadt Aken a. E., Regierungßbezirk Magdeburg, zum Betrage von 275000 «kl; veröffentlicht.

Bayern. München, 21. Oktober. (Allg. Ztg.) Se. Köni-éliche Hoheit der Prinz-Regent hat angeordnet, daß bei der Absolutorialprüfung an den humanisti1chen Gym- nasien und Realgymnasien die Religionslehre wieder als PrüfungSgegenstand ayfgenommen werde. In Folge dessen hat das Staats-Mmisterium des Innern fiir

irchen- und Schulangeleßenheiten verordnet, was folgt:

Die Prüfung aus der Religionßlehre ist schriftlich und findet am ersten Prüfungstage Nachmittags von 3 bis 5 Uhr statt. Die Ver- legung der bisher für dicscn Nachmittag bestimmten Prüfungsfächer auf einen anderen Prüfungstag bleibt besonderer Entschließung vor- behalten. Die Prüfung erstreckt sich auf den Lehrstoff der Oberklasse. sowie für die den christlichen Konfessionen anaehöriaen Schüler auf diejenigen Partien des apostolischen Gxaukensbekenntniffes, Welche zu- meist mit der Apologetik zusammenhängen. Bezüglich der Bestim- mur-a und formc11en Behandlung der Probearbc2ten finden die Vor- schriften des §. 32 Absay 3 der Schulordnung vom 20. August 1874 gleichmäßige Anwendung. Die vo-stehenden Aenderungen treten vom Beginn des Studienjahres 1889/90 in Wirksamkeit.

Der Bischof Thoma von Passau wurde durch Aller- höchste Entschließung des Prinz-Regenten dom 20. Oktoberzum Erzbischof von Miinchen ernannt. Bischof Thoma wurde am 1. März 1828 zu Nymphenburg geboren, am 29. Juni 1853 zum Priester geweiht und diente in der Seelsorge bis er Stadtpfarrer bei der Hl. Geist-Kirche wurde. Im März 1883 wurde er zum Domkapitular urid erzbischöflichen Stadt- kommissiir, im März d. I. zum Bischof von Passau ernannt.

In dem Etat des Staats-Ministermms des Königlichen Hauses und des Aeußern ist das Postulat fiir ein Gesandt- schafthebäude in Berlin als dringlich bezeichnet, weil die Erwerbung des Baugrundes in der Voßstraße bis De- ?ember zum Abschluß gebracht sein nzuß. Die „Ab eordneten-

ammer bezw. der Finanzausschuß ivird daher in älde über das Postulat berathcn. Die Be ründung deSselben im Etat

Das

Sachseu. Dresden, 21. Oktober. (Dresd. Joum) Se-Majeftät derKönig wird fich heute Abend. nach dem agd; schloffe Wermsdorf begeben, wo im_ dortigen Forst ezjrk yom 22. bis mit 26. d. M. Hofjagden stattfinden.

Württemberg. Friedrichshafen, 20.,Oktober. Ihre Majestäten der König" „und die Königin werden am nächsten Dienstag die hiesige Sommerresidenz verlassen und sich mittels Sonderzugs nach Stuttgart begeben, wo Höchst- dieseiben Nachmittags 43/4 Uhr eintreffen werden.

Stuttgart, 20'Oktober. .Zu dem Attentat auf den Thronfolger, Prinzen Wilhelm, schreibt der „Staats- AnzetÉer f. W.“: _ „_

. in schändliä'er Mordverjuck) ut _heute Morgen um 9 Uhr in

Ludwigsburg auf Se. Königliche Hoheit den Prinzen Wilhelm von Württemberg verübt worden, als Höchstderselbe gerade im Begriff War, mit seir-er Prinzesfin-Tochier Paulixie von seiner Viüa Marien. wahl zum (Gdtjcédienst in die Garnijon§k1rche zu “fahren. Der Thäter, welcher fich für den Sattler esellen Hermann Klaiber aus Ulm, 31 Jahre alt, außgieht, hatte 161) an der östlichcn Seite des Eingangs zu Marienwahl, unter einem Nußbaum, nur wenige Schritte vom Doppel. posten entfernt, aufgesteilt; als nun dcr Prinz eben zur Außfahrt in den Wagen stieg, gab der Mordge1elle einen scharfen Schuß auf Höchstdenselben ab. Gojtes gnädise *Hand Walteie aber über dem theuren Havpte drs Prinzen: die Kugel verfehlte ihr Ziel. Se. Königliche Hoheit hörte wohl beim Einsteigen den abgegebenen Schuß, sah auch Rauch und Feuer, aber er Wußte nicht, daß die Kugel auf ihn gerichtet war. Ryhigen Sinn'es fuhr der Prinz mit Prinzessin Pauline zam Gottesdienit in die KlTÉ-L. Erst bei seinem Zurückkommrn aus der Kirche erhielt der Prinz über den Wahren Sachrcrhalt Ausschluß. Die Morrwciffe war ein ierhSiänfiaer scharf- geladener Rrvvlver, der bci der Fr!tnahme ch Verdrechcrs noch vier scha1fe Kugeln enthielt. Während des (Hokreßdicnsteh verbreitete sich die Kandc Von der That und von der glücklichen Crrettung mit Blitzeessckmelle, 11110 vie1c Prrxrnen begaben sich nach Mariexx. Wahl, mn ihren Glückwünscheri Yußdruck zu geh'n; eine große Menschemnrrge hervegte fick) um die Villa, um dem Prinzen ihre freudigen Huldigurgeh darzuhringen. _ Dsr Verbrecher ergriff erst dmm die “Flucht, «16 er den Posten Und "ren Kammerdiener Haniel- marxn (1117 71-2) zueiien sah. Er wurde aber 1ofo:t eingehojr urid dingfest gemacht. Auf die SchlonaM gebrakbt, ;,ab der Mensch bei seinem erster: Verhör rie trotzig: Erklärung ab, da;; er gestern hierhcigcrest sci eigens zu drrxrchck, _den Prinzen Wilhelm zu erschießu, daviir die witktkemdergixck)? Kötixgskronr auch einmÜ wieder auf cinrh Thronerben katho'risrkMrKonsUfiz-n sulle. Bei der Verbringung d.:s Mördrrs in das Gesangmß hatten die Prlizekorgane voilanf 312 thun, di.: Leute von Thäxlichkeiten airzuhaiten. Die ge- sammte Einwrhnzrscliaxt isi WFS H:J«hstc crbittert und emr-ört über das abschrulickye Verbrechen Bei einem Swazirrgang. den Sc". König. liche Hoheit mit Prinzeisin Pauline zwi1chcke_n 11 und 12 Uhr in der Allee der vorderen SchLoß= und Stuttgarterstcaße machts, jubelte dem Prinzen Alt und Jung u.. _ Man muß w:)hi annehmen, daß der Mordveriuch von einrm Geistesgestörten Verübt worden ist, und deLhalb dürren wir heute vor AÜcm dem Gefühl des Danke? für die qnäd?ge_Errthrng des Königlichen Prirezen aus so augen1cheinlicher Todeögefahr Raum in unseren Herzcu gehen. _ Es ist das erste Attentat, das in Württemberg, wweit die Ge- schichte hinaufreicht, auf ein Mitglied des _Fürxicnhauscs gemacht wurde, mö-hte es der WiÜe dcr gnädigen Vor)ehung 1ein, daß eI das einzige bleibe!“ _ 21. Oktober. (St.:A. f. W.) Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm sandte gestern seiner hohen Mutter, Ihrer Könmlichen Hoheit der Frau Prinzessin Kathqrina, selbst ein Telegramm iiber das Attentat und die _gliick!1che Er- rettung. Die Depesche wurde von der Prinzessin sofort mit einem innigen Giiickwzmjch beantwortet. Um 2 Uhr brachte Ihre Königliche Hoheit die Prinzesjm von, Sa_chsen-Weimar mit Primzessm-Tochter Olga Maria der Prinzesstn _Kgxharina ihre Gliickwünsche'persönlich dar. Der Staats-Mimster des Innern von Schmid fuhr nach Ludwigsburg zu Sr. König- lichen Hoheit; deSgleichen begaben sich in den Nachmittags- stundeii die Staat6:M1nister Dr. von Nenner, Dr. 'von Faber und Dr. _von Sarwey nach Ludwigsburg, um dem Prinzen ihre Gl_ückwün1che darzubringen. (Miuister=Präsidex1t FreiZerr von Mittnacht und Kriegs-Mimster von Steinheil sind zur eit nicht hier axiwesend.) _ Um 4 Uhr kam Prinz Wilhelm 'mU der Prinzesnn Pauline im_ch Siuttgart zum Besuch seiner hohen Mutter und verweilte bis 7 Uhr hier. Inzwischen hatten fich die Einfchreibhücher des Palais des Prinzen und einer hohen Mutter mit Hunderten von Glückwunsch-EinsMei- dungen gefiillt. In den Nachmittags: und AbendgotteEdienst-en wurden Dankgehete fiir die glückriche ErrettunZlgefprochen.

Heute Vormittag trat der ständische usschuß_ zu- sammen, um aus Anlaß des Attentats gegen den Prinzen Wilhelm. Adressen ap. Se. Majestät den König und_an Se. Königliche Hoheit den Prinzen zu beschließen, welche wsort abgesandt wurden. ' „Wie dem „W. T, V.“,“ gemeldet wird, war Prinz Wilhelm ,der Gegenstand freudiger Ovationen iu Ludwigshurg sowohl Wie in Stuttgart, als sich Höchstderse'lbe zum Besuch seiner Mutter dorthin begab. Außer den anwesenden Minijtern fanden sich alsbald Hunderte von

Privatpersonen in Marienwahl am, um dem Prinzen ihre Glückwünsche darzubringen. _ Ek Thäter soll, wie verlautet, nicht geisteöaeftört sein, auch soll der Name Klaiber erdichtet sein. Es wird ferner gemeldet: der Thäter halte seine frühere Angabe, daß er das Attentat verübt habe, damit ein katholischer König auf den Thron Württembergs komme, nicht aufrecht; er sol! vielmehr" he- haupten, Mitglied eines Anarchistenbundes zu sem, der beschlossen habe, alle c"iirsten aus dem Wege zu räumen; das Loos, den Prinzen ilhelm zu tödten, sei auf ihn g?- fallen. Ein amtiicher Bericht liegt noch nicht vor.

Meeklenburg-Schwerin. Ludwigslust, 21. Oktober. Wie den „Meckl. Nachr.“ gemeldet wird, ist in dem B?- finden Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs; M- iofern eine Besserung eingetreten, als die katarrhaliscl)Sn Erscheinungen sich _gemindert haben. Der Professor Dr. G??- hatrd f;]lls Berlin in zu einer Konsultation gestern hier ein- ge ro en.

Se. Kaiserliche Hoheit der Großfürst Michael von Rußland traf heute Vormittag zum Besuche am Großherzoß- lichen Hofe hier ein und wurde von Ihrer Kaiserlichen Höhe" der Großherzogin auf dem hiefigen Bahnhofs empfangen-

Hamburg, 21.0ktoher. Die außerordentliche Gesandt- schaft des Sultans von Zanzibar traf, wie der „Hamb- Correfp.“ meldet, gestern früh hier ein und machte Ok- mittags_ dem Präsidenten des Senats, Bürgermeister ])k- Peterien, einen Besuch. Die Gesandten wurden _vom Senator HUL- und dem Konsul des Sultans von anzibar, Albrecht O'Swald, begleitet. Nach dem Emy ang dem StaatS=Oberhaupte fand eine offizielle Besichtigung W

Schriftführern die Abgg. Grafvon Kleisi-Schsmenzin, Veiel, Freiherr von Vuol und ])r. Hermes.

ist eine nach allen Richtungen er chöpfende,

Hafenanlagen statt, an welche fich eine Um ahrt durcb „dW Stadt anschloß. Heute besuchte die Gesandtéchaft die Bors?

“icht an Bord eines Schiffes gehoben oder nach vom oder

und wurde von dem Präsidenten der . einer Ansprache begrüßt. Handelskammer Mit

Oesterreirh-Ungaru. Wien, 21. WWW. W. Der Hof Wird für Se. Majestät den König vonéßortTugTY vom 23. d. an fur zwanzig Tage, Trau er anlegen.

Der,??rzherzqg Albrecht ist zum Besuche seiner Nichte, ZH,; K_cßmgm-Regentm Christine, heute Abend nach Madrid

gerei . '

Das „Fremdenblatt“ sagt, Gra Kälnok abe " seines leßten Aufenthglts in Berliifi eine Ei? [haduIZhF-ZZ Re,:chßkanzlers Fursten BiSmarck zum Besuch in

Ükd-"chsqu qngenommen. _ Graf Kälnoky dürfte diesen mit V'ésßchkxchßesZFHeAUWYUsD-ZFT des Kaisers von Rußland in ert nen 8 u nunme ' " 14 TTTgedabstasxteY Ok hr innerhalb der nachften u ape , 1. tober. (W. T. B. Au eine An des Abg. Helnfy' erklarte der Minister-Prxsidentfvon TFH??? es'sét mcht nothtg, das Allerhöchste Handschreiben beireffs des Weiß der. Armee dem Hause offiziel] mitzutheilen, da die Veroffentlichung irn „AmtS_blatt““ vonommen genüge; auch in heren allen set em glUchLS Verfahren beobachtet worden. . I)ie eretis gemeldete Antwort des LatidesvertheidigUNg-Z- Ministers Fe]_ervary auf die Jnterpeüation des Abgeord- neten Franyr betreffs der Monoer Fahnenfrage wurde von haufigen Wideriprüchen Seitens der Opposition Unter- brochen; Franyi weigerte sich, von der Antwort des Ministers Kenntnis; zu„nehmen,„ dagegen beschloß das Haus mit 122 gegen 68 Stimmen, dieselbe anzunehmen.

"Frankreich. Paris, 20. Oktober. Köln. t . Der Prasident qunot, aÜe Minister und hohe(n BeathZr? sowie das diplomatische Corps „ließen sich auf der poriugiesi- schen Botschaft emzeichnen, um ihr Beileid auszudrücken.

_ 22. Oktober., (W. T. B.) Der Prinz Ferdinand von Coburg hat fich nach London begeben.

Portugal. CaEcaes, 21. Oktober. (W T B) Die Leiche des Königs ist heute na dem KloZe “8 ' = nymiten zu Belem gebracht worderé s r ter OUro

_ Griechenland. Athen, 22. Oktober. W. T. Gestern Ahead fand ein Galadiner zu Ehren( des GUY)? fuxstenaehroirfolgers statt, » welchem das Gefolge Sr. Kaiserhcheii Hoheit sonne das Perwnal der russischen Gesandtschaft und die Offiziere der hier, ankernden russischen Kriegcsschiffe ge: laden waren; Der Konig trank auf das Wohl des Kaisers; und de_r Kaiserin von :)iußland, worauf der Großfürst- Throhxolger einen Toast aus die griechische Königliche Familie FFJFYZUZJZLZFZR _dßs Yoztritts unter den Vertretern

ea ewaren er O“" 'S ' ' ' ' noch nicht exitfchieden. H „yzeit-feierlick)ke1ten ist

Serbien. Belgrad 21 Oktober (W “" ' . , .. . . „*r. B. Die Mitglieder der Skupschtina machten heute Mitta)g dem Konnig im Beisein der Regenxen ihre Aufwartung. Der Prasident der Skup'schnna, Pain,. hielt eine Ansprache, in welcher er den (Hefyhien der Loyalität der Skupschtina AUS- druck gab. Der Konrg betdn'te in seiner Antworr, daß er immer den Pfad der Trqditioyen seiner geliebten Nation wgndeln „werde. Sowohl, die Amprache des Präsidenten Vasic, wre die Antwort des Konigs wurde mit siiirmischenZivi0rufen aufgenomßZien. _ as Wiener „Fremdenhlatt“ bemerkt u der Botschaft der serbischen Regenten: z , Das ron der Regentrchaft brzüglike der inneren Politik ent- wickelterrogramxn set em ebenso reichhaltiges als criprieFliche§Z dessen Durchfuhrrmg konne nicht' ohne Rückwirkmq auf die Entwickelung d_es materteilen und Zetsttgen Lehen.“? Serbiens bleiben und man !pnneficherl:ch nur wunschem'daß es gelingen möchte, Wenigstens etpen Tbetl_ dahon zu 'ranfireq. Die unterbreiteten Vorlagen seien voilghs geeignet, dre quWchtina mit belangeeichen Fragen zr: beschasttgen und das geistige stxn Serbiens aus einer Pe- riode xcr Spannung und der Krisen zu frxxib-"Öarer Thätigkeit im Jntercne des Lgndeßxvohls überzuleitcn. 151795511 sei den Stellen der Botxchaxt bsizup8tchtew „Welche Serbiens Beziehnngen zu al|len_.)„)kachten und_seme auswärtige Politik betreffen. Die" Zielpunkte diejer Pdlitik cntfrr-Z-..xen voklständig ren Wunjchen, welche alle ausrichtigeix Freunde Serbiens u'nd des, Friedens theilten. Wenn Serbien die freundschaft- lnhen Beziehungen zu_ den Mächten pflegen und die autonome Ent- wickelung der Balkanitaaten wahren wolle, würde die Zustimmung jener xzcht'ausdlciben, Welche eine ruhige For:eniwickei::::g der Oricntlänrer ur eme Voraiikseßung rer Erhaltuna des Friedens ansehen. DeShalb sel_es' nur wurzschensrUertb, daf; Serbien an dcr für die aus- Zarjxge Poltkik' dargelegten Basis, sowohl im eiheiien nterc11e als auch in demxenigen der aUgemeirxen Ruhe festhalte, eseZiLrFee fich Laxexstetr; indllxebcekßeinstimmung mit Exuropa - 11 un c))en freun i e eilna m " ' " " - rang des Landes KMM. [) e fur die weitere Geztal

Amerika. Washington, 21. Oktober. W. T. B n

Fer heutigen Sitzung des internationaleiL Kon re)ss§s er Seeyferstaaten wurde eine Kommission für Licht- und FWU? Signale ernannt. Die Versammlung nahm sodann S1? _Berathxzng des Reglements, betreffend den Kurs von ck17ho Wieder a_uf. Anläßlich des Artikels betreffs offener und Fmcherboote ermnerteHull,(Engla:1d) an den europäischen

uongxeß, welcher demmichjt im Haag zusammentreten wird, m diese Frage zu reguliren. Jm Hindlick darauf, daß der

sßkéßemyartige internationale Kon reß mit Arbeiten iibrrhäuft rUt, ware es verlorene _Mühe, die e Angelegenheit ießt zu be-

Yi hen. Loodrich (Vereinigte Staaten) erklärte, daß der Kongreß

mne Aufgaben erledigen müsse ohne Rücksicht auf das,

VFS danderswo geschahe. Na _versckÜedenen Vorschlägen ö? rutschen, gmerikamfchen, englischen, däni7chen und frau- öe lschéy Pelemrten, beschloß die Versammlung einstimmig, die

?ianarng bestehenden Bestimmungen, betreffend die Top-

schl ter, nicht zu andern. Dies ist der erste endgültige Be-

Uß, den die Konferenz nefaßt hat.

KollNexv-chrk, 20. Oktoder. (A. C.), Das Marine- o deSium, welches _die D namitkanonen an mx Sdexs "Kreuzers „Befumusé in _hiiadelphia prüfte, hat

nicht kae__tar _der Marine Bericht erstattet. Der Bericht ist esa veronerxtlicht wordetz, aber Washingtoner Telegramme WF", daß das Kollegium Dynamitkanonen für praktische

e 6 ,als unbrauchbar betrachte. Obwohl die pneumatischen einYÜLZUikannen große Fiihigkeit zur Vernichtung innerhalb eit , eschrankten Schußwezte besitzen, werde ihre Brauchbar- ech'", hohem Grade beeinträchtigt durch den verwickelten . amsmus, den ihre Handhabung erheische. Sie könnten

Fal! sei. Das KoÜegium stellt die Wirksamkeit der Kanonen fur die Hafeh- und Küstenvertherdigung nicht in Abrede, ist aher der Meinung, daß fie ohne weitere Entwickelung nicht für Wirksame Dienstleistung an Bord eines Kriegsschiffes nutzbar gemacht werden könnten.

Afrika. Aus Zanzibar vom 21. Oktober meldet „W. T. B.“: Der Sultczn hat sich bereit erklärt, zu der Konfereiiz wegen Vereinbarung eines Vertrages behufs Unterdrückung des Sklavenhandels einen Vertreter zu LjKeZdeji'l. d

a e nem Telegramm er „Times“ aus an ibar vo 19. Oktoher verlautete daselbst, daß am 17. dZ bTi Bdgcxn- nioyo em Gefecht stattgefiinden habe. Einzelheiren seien noch Ujcht bekannt. Das österreichische Kanonenboot „Europa“ sei in ZZZFÖÜÖ csxtngekommen. stk) d M

“me e ätigung vor e en er eldung scheint olciendes Telegramm des „W. T. B.“ aus Zanzibar vomfgestrigen Tage zr: enthrrlten: „Der stellvertretende Reichs-Kommiffar in Ost-Afrika, Lieuxenant von Gravenreuth, Üherfiel ein Lager Bras ch1r1'_s, welcher mit Räuberbandexr auI dem Inhern 'die Provinz Usaramd verwüstete, und warf den JFtZZsTHtM die Flucht. Die Verfolgang Buschiri's wird

Zeitungsftimmen.

Zum Beginn der Reichsta S e" ion reib '

„Natidnal-Zeitung“: g s 's W t M

„Dic lehxe Session des Reiiéxstages, dessen Wahl cin deutsch- freifinmger Fuhrer durch die Feihheit und ein anderer d::rch die Durrixiiheit des deutsrhen Volks erklärt iar, beginnt. EJ" kaUU k-xinem Zivenel unterliegen, daf; fie von den am 21. Fsbrnar 1887 geschla- thien Pczrtcten in erster Reihe dazU bénulzt werden wird, in ihrem §Yume die bevorstehenden Neuwahlen vorzhdrreiteri. Die Parteien der .Nehrhcit werdeii den brreits angebotenen Kampf in dem Bewußtsein anxehmen und fuhren, daß fie sich im Ganzen um das Reich und 7555 deutéZZeSV-o'lk chblchrdkdknt Yinacht haben. _ _ _»1! ciner ur as afrrlandMefühT riÉtZ ;eleiteten, leider;- 1chasxixchen Crre-Zung drr Nation ist Dieser ReichxtYherhorgrgaiihen; durch Mtßletturg dcr Leidenschaften vermittelst ahiißwrikcher Aus- bc'utimg natnentltch der Odser, welche die Weltlage dem rcrxtschen, wie „dem arzdcren euroväiichen Volke aufnöthixr, hoff: man wieder ('er Mehrheit naeh demuHerzrh des „Vaters aUer Hindernisse“ und semer Brndcögmoßen forjichrrtrltchar U,“.d sozialremokratisrher Odsrrvan; „31.17211111161151101'159611. Wir aber hegen zu dem Politischen Verstand? des dentichen VolfksF-as Vertrauen, da?: 1890 die ruhige Ueber- Ygunß dÜs Urjheil uber die im Interesse des Rei-ÉI erforderliche

usammensryung der Natiorialvertretung bestätigen imd wieder- “Zl'enxwerde, Welches 1887 die patriotische Leidenschaft ahh; . Die Reichstags- und die kxcmstaatlirhen Landtagswahlen der jüngster. Zeit, an*xich ein mangelhgster Maßstab für den Stand der öffexitlichen Meinung, haben denielvcn doch vielleicht insofern einigermqérn richtig bezeichnet„ 6118 sie mx, Wesentlichen die Bestätigung der Niehrheits- Pa'rtricn m ihrem Brmßiiande, aber ein Anwachsen der feindlichen Minderheiten in dcr Wähler1chait und z. B. in Baden, kleine E:- folge' ders;[ben da„ wo_ die Betheiligung der gemäßigten Liberalen an diesen Wahlen 2213? WWW war, ergeben haben. Die daraus zr: ziehende Lehre nt, offenbar; fie muß, so weit die Gegner M bevorstehenden Rctchsxagsverhandlurgen zur Vorbereitung der Wahlbexregung zu henhyeri versuchen werden, auch schon in diesen he- herztgtßrverdcn. Es hat kein dizrchgreifender Umschwmrg der Stimmung stattgefunden, aber der gegneri1ck3en Heßerei ist es immerhin gesungen, zum Theil durch Ausbeutung einzelner Maßregeln, . . . . . . manche Yolxsßkretje in der 1887 bekundeten Auffaffung irre zu machen; dieser :crresnbrrzng ,und, der auf sie verwandten Energie muß eben so viel ZFIMMMHM m der Verbreitung der Wahrheit enigegenxzestsür

r.en.

D'rr Reichstag, dessen Wahl nach der Ver"1ck)erun der ort-

schrrjtztchen Wordsührer der MinderheitsParteien1durch gdi.: Feégfheit uzid die qurnhert, des deutszhen Volkes erklärt werden muß, hat nicht eiiiermztge Wlch1lge Maßregel beschlossen, für Welche nicht diese. MinderherrSVarteien agnz oder theilweise mit verantwortlich smd, oxcr die dorh [ruher 'von Fahrern derselben gehiüigt worde'n. Diese That- ]ache ist xo'bezeichnend Tur die Entrüstung der '.Uiindcrlxeit iihk'r den [chigen MerchJTag, daß fie ga„r_nicht nachdrückxich Zenug betont Warden karin. Alle VW großen Miltiarauögaben, Welche die Erhöhung der Einnahmen erforderlich machten, und überhaupt aUe beträckxlirhen Mehrausggben' der [xyten „drei Jahre find vom Centrum und den L_)euischfrezsinmgen mrnt brwüiigt worden, die erheblichste Aufwendung furKolontalzwecke, namlich die für die Wißmanri'sche Expedition, wenigstenstvdm Centrnm. Das leßtere hat ebenso die Erhöhung der BrakiZjTWLiYULUkk mtt deschloffen, rrährend in dieser Hikis1cht die Deutjc-hfremnmgen allerdings den Ruhm für sich in Anspruch nehmen konzien, AuGgaben ohne_die zur Deckung erforderlichen Einnahmen zrotirt zu habe:); den'Wahlcrn bleibt ühcrlaffen, ob sie eine solche Bankcrots-Poliiik billigen; Die (Erhöhung der Getreidepreise ferner, welche vrn ums nnd dcnihctsien Nationalliberalen des Reichßtags bekämpft rvurdc, itt nur dnrcthe Mtthülfe der AÜiirten der DcuTschfreisinnigen, de_s chiiriin:§„ zu Stande gekommen. Die Verlängerung der Legis- 1a71118erwde, eme That. deren Verdienstlichkeit die Wähler bei der Aussrquus eine neue, Wahlagitatwn mehr als je würdigen werden, hdr aUerdtngs die Stimmen der beiden Parteien nicht erhalten, aber die Mehrheit Wurde in der Ueberzeugung von der Richtigkeit dieser M9ßregel_durch die vortrefflichen Gründe befestigt, welche die Herren Prndthorit und Bamberger früher dafür entwickelt hatten. Sogar m_r ,die Alters_- und Invaliditätsverficherung dat wenigstens ein kleiner Theil, der Minderheit, eine (Gruppe des Centrums -- diese aber Vielleicht'auézschlaggehend _ gestimmt. E53 ist it] der That eine Wohl noch nicht dagewesene Erscheir-„ung, daß bctm'Abxchlhß ciner Legislaiurperiode, deren Leistungen von der Minderheit Mit" den 1eidenschaftlichsten Schmäbungcn überschüétet werden, diese Y_tmderheit nicht für eine einzige bedcuxsame Mahrsgel durchmis die Perantwortlichkeit ableenen kann! Durch uiehtékann )chlagender erwiesen werden, daß die Mehrheit Bedürfnissen Genüge gethan ,hat, Zvelche iheiis unabweisbar waren, theils doch als 1olche „1:3 writenKreisen der Nation, weit über die Grenzen der ngoritats-quteteii hinaus, empfunden wurden. Und dazu kommt nxetter, daß die Minderheit ihrerseits in diesen ganzen drei Jahrxn _- nxcbt LÄUM' einzigen, schöpferischen Gedanken, dessen Abweisung durch : dre Maxozrtat fie dieser vorzuwerfen vermöchte, vorzdbringen gewußt; sie oder einzelne ihrer Bestandjheilc haben nur immer das, was Re- gierung r-knd Mehrheit erstrebten, nicht aeont oder, nach einem be- kannten Worte, doch „anders, nur nicht so, wie es geht.“

Die „KarlSruher eitung“ knüpft an die Erd nun des ReichßtqgeH folgende 5 etrachtung: ff g .Unwtukuritch lenkt fich bei dem Zusammentritt des Reichstages zur"1chten S_ejsion _der_gegex-xwärtigen LegiSlaturperiode der Blick zuryxk auf die Verhaltmffe, unter denen der Reichstag zur ersten Sewon. zusamnrexitrat, und dieser Vergleich fällt in Ansehung dcr aügemcmxn politrjchen Lage sehr zu Gunsten der Gegenwart aus. Ker 2114) 1chU'k!*,“k Kriegsgefahr lag auf dem deutschen Volke, al?) dieser Reichramg aetrahlt wurde; wenn damals die außerhalb des Kartells Uebende“ Parteien sich bemühten, dic KrirxJSgefahr als eine erdichtete dar- zustellen, 10 haben seitdem namentlich die mit dem Prozesse gegen den General Bdulanger verbunden gewesenen Cnthühungen es offenbart, wie'nahe wir damals in Wirklichkeit dcm Kriege gewesen find. Zenz gemtterfchrreren Wolken haben fick) seitdem herzogen, die Zuderficht

öffentiich erklären, daß der Friede, so weit das überbau tder all ei

kann, geficberr set An dieser Besserung derinternationaleki Lage gebührt? Eben de_r Friedenspolitik der beiden verewigten Kaiser, vor Allem Sr_._Ma1esiat dem Kaiser Wilhelm 11. ficherlick3 der Hauptantheil. K_amer Wilhelm ,hat durch Feine unauSgese ts, inT-“resondere auch durch seine AuslandSreifen bethxcktgte Fürsorge fur die Pflege herzlicher Be- ziehungen 'zu allen europaischen Monarchien der Hoffnung starken Vor- schub geleistet, daß unserem Volke die Segnungen des Friedens er- halten bleotben Werden„ UnzWerfelhaft aber trug in kritischer Zeit die' Wahl de:- ';;egenwarrigen Reichstages, der entschiedene Erfolg der Kartellpqrxeixn Ukid dic darm dokumentirte Bereitwilligkeit der Nation

die t'tlllltaktsÖen' Ferderunhen. der Regierung unverkürzt zu qe; riehmtgcn, wesenilrck) z_ur BLféstlKUkia jener Friedensausfichten bei, die Tick) „seitdem in 10 erfrerzlicher Weise gemehrt haben ..... Das Arbeitsprogramm der :mchste-t und letzten Session vor den Neu- wahlen Urdurck) die K_ürze der zur Verfügung stehenden Zeit be- schrankt; c konnten in ihm nur solche besonders dringlichen Aufgaben

oder solche, dcrennErledtgung voraussichtlich mit keinem größerer; Zeitaufwand verknrrvft ut, Aufnahme finden. Gleichwohl stehen auch rn der morgen beginnenden Siyungsperidde Entscheidungen von be- deutendcr Trgngene zu erwarten, und man darf die Zuversicht hegen, daY aueh die)?" [chte Sesnoxi __vor den Neuwahlen 6171 den Interessen dcv Reichs forderliches Reiultat liefern Werde.“ *

männern des Dreibundes, der italienische Minister-Präfident, in Yalermo

Statistik und Volkswirthschaft.

Jahresiratiitik der Reichs-Posi- undTe1egraphen- Verwaltung.

'Nach der soeben veröffenilichjen Skatistik der RerchS-Ppit- undR Telleaphcn-Verwaltung für das Kalenderjahr 1888 umfaßie das Deutsche Reichs Post- und Telegrahhen-gebier 445 220,64 qkm (au§sch[ies;[ich 4347-81 qkm Wafferflache) mrt 39 440 308 Einwohnern nack) der Zählurig vom 1. Do:,ember 1885. (rs 7011181] hiernaé) durchschnirtlicb 89 Ein- rrdhner auf 1,9551.“ DLL Ge1ammtzahl der Postauiialten betrug 18508 (52295: _17 34: M1 "Jahre 1887). die Gesamm zahl der Neich§= Teleara'vheiiaxiitalteri 10016 (9400), dir der VsrkaUZ-steüen für Post- Werjhz'errhr-Ji 13 524: (12 917), d-xr PoTkr-rirfkasten 6“; 360 (63 850) der retheihenen Post- und Te!egraphengrundétücke 378 (372) der Beamten, Unterbearriten, PosthaÜer nnd Postiilo:-e 92 288 (88,606). DurchWdiecPos't befördert wurden 2226807 950 Ssndnngexi (gegen 2078756 348 im Vdrxahre), Telegramme warden befördert 22125267 (13858 819). Der Gr].immxrvcrrh der durch Ti? Pos? vermittelten Geld- 11.], w. SLUÖ'UUÜLU-biéfUU-i] 17 088 962 416 .éé (1887 17 035 916 945 946). Die chxkb ?1?_P91k r-rfordertcn Päckcrcien 177.1th cin Gcsammtgewicht won 8893252701xg (1887 364 975 550 kg). "*Die Ge'dmmt-Ein- xrahmcrr der ReZQL-Post- und TelegraphexpVerwaltrng beliefen sich uri Eraksxahre 1888/89 auf 201 122478 „45 (1887/88 189 931092 „FC), Dre L*Yeiamrrir-Ausaaben (einschl. der rinmaligsn AUHgahe-“t von 5176 844 «44 im Jahre 1888 89 und von 4235529 .“ im Jahre 1887/ZZ) au? 174 581) 480 „16- (1887 58 163 600 449 M;). Der ".Zebkr- schuß betrag hiernach 26 541 95,48 (1887/8:5 26 330 643 „E).

DeUxschen

Kohlenvorräthe.

In dem gestern an dieser Stelle mitgetheilten Arxikel der ' ' - deutschexi Ailgememeii ZsirUii-kz? ühsr dir amgebltcbem Nachbeste'l'lFrFxn von ZoUerxdurÖ Tre,preuf;c1chm Staajrieiérnhahncn find die ron den„©taar§etjcndahnen 11:1.szli_/;chtcmder d. J. gemachten Verrajhs- bezuge aus 108 850 r start 180 850 t. angegeben; ferner ist der Prozent- saß, umsweiihen im Jult_Scptenider des [ausenden Jahres die Vor- rarhsbxzixge gegen den gleichen intraum im Vorjahre gestiegs-„i smd 257222690 311 hbekz1l'Ytlgkj1" Die )Zeunahmr der Vorraths52=üge ist,

, n einem ere ! ;“xrrinseren “x' a'e er's 5 i *“ "e des aUgemeinen Verkehrs. Z Z [ M, M* B'? OMS rung

' , „Wirth1chast[icheKonferenz. Die KonigitÖe'Regierung zu Kassel hat„ der „Köln. ZU.“ ;u- wise, Wehehxeme leadangzu der am 29. d, dortselhst statrfinxenden dritten !Lrtwcbaftltchen Kdnskrenz mit folgender Tag:“SOrdmmg ?ersandt:

"1) Smd bereckxttgte Klagen über den Mangä an gesunkeh Und g'enugenden Wohnungen unter der landwirthschaftliuhen und qervcrb- lichen Arheiferbeodlkerung laut geworden, Und durch Welche Yiirtxl kann diesen Klagen Abhiilfe ges-(hafft Werden? Referent sabrrkanx Lucan-Hanau, Korreferent G;:chefißsr Bcénhahrr-Voll- marshahien. _

2) 2838 _?!t seit der leZt-rn Konferenz Wirsberr; ngchchcn? _Weiches find die dringlicbsten Aufgaben auf dre1em Gehrer? Résercnt Mühlenbefißer NVU zu Bingarteä Korreferent RittergixtshesiYec von Gilsa zu Gilia. *,

«Z)Empfiehlr 11:5 eine Einschränkuna der öfferitlich en Lust- baxkeiten i_md durch welche Mittel? Referent Mühlendefiyer Vogt- Kanel, Korrcserxnt Bürgermeister Ruth-Beiinhausen.

zur Bekämpfung des

D Zur Arheiierbewegung.

i_e vor einigen_ Tagen nach Limbach cntendxkc Trn - ahtheilung rst gestern Mittag wieder naoh sChrmnik: YZF;- gekehrt, nachdem. dort die ersrrderlirhen Maßnahme.“. zur Verhütung Msticrchusyshreitungcn getroéexi irrsdxn find. Die Strikehden hauen die Arketr noch nicht wieder aafgenommcn, i:: den Fabriken sind (don außerhalb gekdmmene Arbeiter eingestellt worden,

' «zn Belgien ichcrnt ein? große ArbeitseinstLUUiig im ARMY? zu sein. Wie aus Mons, 21, Okw'rer, beriÖtct wird, hat der Verein der Kyblengrubenarbrifer rer Borixiage in einer zu Laboxiverir abgehaltenen Veryammluhg keschldffen, an die Direktionen der K_dhlengruben eme Zuschrift_zu richxen, in wck[cher cine 20vro-' zentige Lohnerhöhung grsordrrt wird. Begründet wird disse Forderung mit der Erhöhurig der Kohlenpreise. Im Falle 211185 ab- schlagtgen Bescheides werde Arbeitseinstellung rrfolgen.

Im Kohlenheztrk von Pas de Calais dauert der Ausstand trotz der thnerhohimg 'von zehn Prozent fort. Ein Theil der Berg- 5lqu1ehaddte Arbeit wcrder aufgenommen, ?Ich 'reirägt die Zahl der elusiiaxidnchcn noch 7000. Sie sind durch ihren Sieg übermüthig gemacht und verlangen 1887 eine Lohherhöhung von zwanzig Prozeür.

Kunst und Wiffenschaft.

Die Séadt Leipzig wird, wie die „Weimar. t ' h ' dem XFVerdxenteY Yachbändier Karl Tauchniß, Zerg diLZZZckLF zum r.;cn amc ermö ens ein-ZL e t t, ' Ick - seinem Erribe crrichten. g 0 ha cm enkmal Mf " _ Dic , Jahresausstellung von Kunstwerkon aller Z-ratidnen im (Glaspalgst zu München wurde am Sonnabend Yrachmntag. 5 Uhr, ohne 121)? Feierlichkeit geschlossen. Zum ießten Pial „gal/Lsich „wahrend des ganzer: TageS cin zahlreiches Pudiikum dort ein Stchdtchktn. Welchn Erfolg dir?"? erste dsr Jahresaus- stchuzrgen gehabt hat. geht, der M. „A. Z' zufolge, daraus hervor daß aber 100 900 zahlende Personen die usstellung besuchten., Di; Cmnahmrn betrugen über 95 000 ckck: Es Wurden 304 Kunstwerk; mx Beitrige von 467 270 „FC Verkauft. Davon treffen auf Münmener K'zrnstlcr 150-Wrrke niit mehr als 277000 „jz- Von Münchener Kaufern bethciligten fick) an dcm Ankauf 195 mit nahezu 76 000 .“

Submissionen im Aüäiandé.

14 N [) M'it OestIeVrreiY

" „. ._ovem er, ! ags. ien, . K. ck .* ' '

Osterretch17chen St_aaxsbahnen. Lieferung von: CencralDtrektxon der ' &. FlußsYlYerne Feuerrobre für Lokomoiivkeffcl.

Circa 16 000 Stuck (ca. 70000 m). Diese Feuerrobre haben je

auf eine längere Fortdauer des Friedens hat neue Kraft gewonnen,

lnten gewendet werden, wie dies bei anderen Geschüßen der

und noch vor Wenigen Tagen konnte einer von den leitenden Staats-

nach der Gattung eincn verschiedenen äußeren Durchmeffer und 44, 46, 48, 50, 51, 52, 53 mm, jedoch dieselbe Wandstärke “von RFT