1550
zen, Krieg, Marine, Handel und Verkehrswesen. 2) Antrag der Abgeordneten Miquél, Laßker und Genossen we en anderwet- tiger Fassung der Nr. 13 des Artikels 4 der erfaffung des Norddeutschen Bundes. 3) Zweite Verathung über den Entwurf der Gewerbe-Ordnung. Fortseßung dcr Berathung.
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Abgereist: Se.D11rchlauchtderPrinzKrgftzu Hohen- lohe-Jngelflngcn nach Koschcntin in Schießen.
Berlin, 15. April. Se. Majestät der Köni haben Allergnädigst geruht: zur Anlegung des dem Profe or Dt". Sadebeck und dem ersten Assistenten an der Sternwarte, Vr. Tietjen in Berlin, von des Großherzogs von Oldenburg Königlicher Hoheit verliehenen Ritterkreuzes erster Klaffe hes
aus- und Verdienst-Ordcns des Herzo snPeter Friedxtch Ludwig,“ des dem evangelischen Prediger uller zu Muhl- bcrg im Kreise Erfurt von des Herzogs von Sachsen-Coburg- Gotha Hoheit verliehenen Ritterkreuzes zwetter Klasse des Zerzoglich sachsen-ernestinischcn Haus- Ordens; sowxe der dem
reisgerichts-Sekretär Hoffmeister zg Marburg von des Königs von Württemberg Majeßät verltehenen goldenen Me- daille für Wissenschaft und Kun , - Allcrhöchstihre Genehmi- gung zu erthcilen.
Nichtamtliches.
Preußen. Berli11,15.April. Se.MajestätderKönig nahmen heute früh 9 U r den Vprtrag des Generalarztes [):-. Löffler entgegen, emp'ngen ge en 11 Uhr Allerhöchstihren General z ]a Znits Prinzen Krat zu Hohenlohe und Aller- höchstihren Flügel-Adjutanten Obersten Prinzen Friedrich Wil- helm zu Hohenlohe und nahmen um 11 Uhr die militärischen Meldungen im Beisein des Gouverneurs von Berlin entgegen. Nach dxnsclben empfingen Sc.Majeftät die früheren Mit lieder dcs „Offizier-Corps des 1. Garde-Ulanen-Rc iments, wel e zur T_hexlnahme an der geßern ftattgehabten 5 jährigen Stiftungs- fcter gedachten Regiments in Potsdam erschienen waren. Hier- auf htelt der Kriegß-Minister und nach demselben der General- Adxutant von Tresckow Sr. Majestät Vortrag.
-- u_ dem gestrigen Diner im Königlichen Palais waren mehrere 'krtglieder des Reichstages geladen.
Hrutc Abend iftgnustkalisehe Soirée daselbst. -- Den Kammerhxrrndienst bet Ihrer Majestät der Königin Über- nehmen [ns zum 1. Mai die Königlichen Kammerherren Graf Matuschka und Graf Rittberg.
- Se. Königliche Hoheit der Kronprinz empfing am gestrigen Tage den General-Feldmarschall Grafen Wrangel und nahm militärische Meldungen entgegen. Nachmittags bc- gah sich Höchftderselbe nach Potsdam, um dem zur Feier der 501ähr1gc11Stiftung des ]. Garde-Ulancn-chiments stattfin- denden Diner der. Offiziere und dem darauf folgenden Ball der Mannschaften beizuwohnen, und kehrte von dort mit dem 10-Uhrzuge zurück. .
, - Ihre Königl1che Hoheit die Kronprinzessin dmirte bei der Herzogin von Sagan.
- Der Ausschuß des Bundesrathes des Norddeut- sche n B u nd es für Handel und Verkehr hieltheute eine Sihung ab.
-- Das Staats -Minifterium trat gestern unter Vorfiy dcs Miuister-Präfidenten Grafen von Bismarck-Schön- hausen zu einer Siyung zusammen.
- Im Verlaufe der gestrigen Sißung des Reichstages des Norddeutschen Bundes wurde die Berathung der Ge- Wcrbe-Ordnung fortgcjeßt.
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ie „„an cdecße önnen vorschreiben: 1) da die'eni en Wel e qus dcr Ertheilung von Tanz-L Jeck», Turn- oderßScijoinZnuÜterrth em Gewerbe machen, vor Bcgmn dcs Gcwerbetriebes ihre Zuverläsfig" keit m Bezug. auf den [»cabstckytigic'n (Hewcrbetrieb nachwei en müssen,“ 2) daß dtcjemgen, welchc Gifte fcrlhaltm, Kammerjäger, fandlciher, Gefindcvcrnncthcr, Unternehmer von Badc-Anstalten, diejenigen, welche den Handel„xnit gebrauchten Kleidern, gcbrauchtcn Betten oder ge- brauchter Wawhevodcr dcn chinhandcl mit altem Metall cräth oder Mcxaljbruch bct1x1hcn (Trödler), oder mit (Harnabfällcn, nden oder Draumen von «erde, Wolle, Vamnwokle oder Leinen handeln wol- let), und Personen, welche auf öffentlichen Straßen oder Pläßcn ihre Dtenste atrhteten oder auf solchen Straßen und Pläßcn Wagen, Pferde, Sanften, Goydcln oder andere Transportmittel zu chcr- manns Gebrauch bcre1t_halten wollen, ihre Zuverlässtgkcit in Be- ziehung guf den beabfichttgtcjx Gewerbebetrieb vor Beginn des lcßlercn der Polizerbehörde 1xachzuwcksctz haben,“ 3) daß das Geivcrbe dcr Jeldmcsseq Marksche1der, Llukttojzatoren, Lootscn aller Art, Dispa- chcurs, dxrnmgcn, Welche , dezr Femgehalt edler Metalle oder die Be- schaffenhett, Menge oder rtchttgc Verpackung von Waarcn irgend einer Art feststellen, dcr Güterbcstatiger, Schaffner, Wäger, Messer, Vrafcr,
Schauer- Stauer :c. nur von denjenigen Personen betrieben Werden darf, welche als „solche von den verfaxungsmäßig dazu befugten Staats- oder Kommunalbchörden odcr orporationcn bestellt oder konzcsfionirt find.
Hierzu lagen folgende Anträge vor:
1) von dem Abg. Stumm:
im 5. 34 Absaß 4 eile 1 das Wort *Markscheider- zu streichen und dafür dem Z. 84 olgenden neuen Absaß hinzuzufügen: »Die Landesgescße Fönncn vorschreiben, daß das Gewerbe der Mark scheider nur von den1enigen Personen betrieben werden darf, Welche als solche geprüft und fonzesfionirt sind.- ! _
2) von den Abeg. Runge und v. Henmg:
Dem 8.34 folgen e Fassung zu (Zehen: »DieLandesgescße können vorschreiben, daß diejenigen, 1velche Genehmigung bedürfen.
Denxenigen, wel e aus der Ertheilung von Tanz-- Jecht-, Turn. oder Schwimmunterr cht ein Gewerbe machen wollen, kann der Be. ginn des Gewerbebetricbs untersagt werden, wenn sie wegen Vergehen oder Verbrechen gegen die Sittlichkeit bcftraft find.
Der Regelung durch die Ortspolizei unterliegt die Unterhaltung des öffentlichen Verkehrs innerhalb der Orte durch Wagen aller Art, Gondeln, Sänftcn, Pferde und andere Traanortmittel.
Das Gewxrbc der Jeldmesser, Markscheider, Auktionatoren, Lootsen aller Art, dxqenigen, welche den Fcingchalt edler Metalle oder die Beschaffenhett, Menge oder richtige Verpackung von Waaren irgend einer Art feststellen- dcr Güterbestätigcr, Schaffner, Wäger, Messer Bruker, „Schauer, Staucr u. s. w._ darf zwar frei betrieben werden, eZ bleiben jedoch die verfassungsmäßtg dazu befugten Staats- oder Kom- munalbehörden oder Korporationen auch ferner berechtigt, Personen, welche dtese Gewerbe betreiben wollen, auf Beobachtung der bestehen- den Vorschriften zu beeidigen und öffxntlich anzustellen.«
Z) von dem Abgeordneten Frtes:
Im . 34 in der Fassung der Abgg. Runge und v. Hennig nach Absay Lsfo gende Besttmmupg aufzunehmen: »ngleichen kann denjeni- gen, welche den axdel nut gebrauchten Kleidern, gebrauchten Betten oder gebrauchter aschx, oöer dcn Kleinhandel mit altem Metallaeräth odcr Metaslbruch betrethen (Trödler), oder mit Garnabfällen, Enden oder Dräumen von Setdx, Wolle, Baumwolle oder Leinen handeln wollen, der Gewerbebetrteb untersagt werden , wenn sic Wegen Ver- gehen oder Verbrechen gegen das Eigenthum aus Gewinnsucht bestraft worden find.«
4) von dem Abg. 131: Harnier: „
It) .Alin. 3 des AntrageH Runge und v. Hennig hinter „Trans- Yortmtttel anzufügen: »sowre das Gewerbe derjenigen, welche auf _ffentlichen Straßen oder Pläßen jhre Dienste anbieten.-
Yvon dem Abg. V1". Weigel:
' » em Anfrage 1). Hetznig und Runge hinzuzufügen: So lange fem anzdcsgescß erlaffen tft, können die Landesgeseße vorschreiben, daß Dtenmgen, welche das Lootsengewerbe betreiben wollen, einer be- sonderen Genchmtgung bcdürfrnx
, An der Debatte bethctltgten fich dic Abgg. v. Luck, v. Hen- mg, Harkort, Meter (Bremexr, Hinrichsen, Stumm, Fries, quurl, v. Röben. Der Préz tdent dcs Bundeskanzler-Amtes, Wtrkltche Gehrune Rath Delbrück, und der Geheime Regierungs- Rath H;“. Mtchaelxs ergrtffen gleichfalls das Wort.
Bet der Abstmnyung wurde das Alinea 1 und 2 des Rrxnge und v. Henmgschen AntraZs mit dem Zusaßantrage Frtcs angenommep, sodann das . Alinea mit dem usaß- antrczge ])1'. Harmer, endltch das 4. Alinea mit den usay- antragrn der Abgg. Stumm und Dr. Weigel,“ dagegen wurde das gleichfaljs zu Al171ea_4 gestellte Amendement Meier (Bre- men) abgelehnt. Schlleßllch erfolgtehte Annahme des ganzen, von den Abgg. Runge rznd v. Henmg Jestellten Antrages, wo- durch der Z. 34,dcr Regterungßvorlage eine Erledi ung fand.
„EH folgte die Vcrathung uber den Z. 35, DerJelbe lautet:
Dje „C'entralhehörden, find befugt, die Vorschriften, tvelche über den (Hesthaftsbctrteh der m §.34 unter 2 und 3 bezeichneten Personen YFM??? FTI?"??? threrd BcfugnisYe und Vedrpdflichtunße? NYM", auf-
, an em 9 er zu er an en an a wo 0 c o riten nicht bestehen, solche zu erlassen?) 3 , , ck "ck f
Dasselbe gtlt, von den Vorschriften über die Anstellung oder Kon- zessiomrung der tn . 34 unter 3 bezeichneten Personen.
Dre Abgg. u:)ge und von Hemug beantragten, diesen ParcÖZZrapNn zu streichen.
ach cmer kurzen Bemerkung des Präsidenten des Bundes-
ifte feilhalten, einer besonderen
kanzler-Amtes und des Absas. von Hennig wurde die Sißung um e
3 Uhr 45 Minuten geschlo 11.
Kiel, 13. April. Das Panzerfahrzeu , rin Adalx bertec wird am 14.,Aprnil als Wachtschiff fürgdieUÉlbe & Dienst gestellt werden'. Dte fur dasselbe bestimmte Vesaßung ist in diesen Tagen uber Harburg und HamWVer nach Geestemünde
abgegangen. _
„ Schaumburg-LWpe. Bückeburg, 14. Avril. In cmem Extrablatt der »Anz. d. _F. Sch.-L.« theilt die Regierung nnnt, haf; am heutigen Tage 11xMer1t011e die Verwittwete Furstm zu Schau1nburg-L1ppe, geborene Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont, gestorben ist. Eine vierwöchcntlichc Landestrauer wrrd angeordnet.
Oesterreich-Ungarn. Wien , 14. April. " Im Ab- geordnetenhause begann gestern die Gcneraldebatte Über
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. d euer ee. Bei Schluß der Sihung „wurde der W[UYM s(tHenergakdßhatte angenqmmen. Dte Reg1erung legte ein (Hesey vor, womit die Eheschlteßun von Personen, welche keiner gesshlich anerkannten Kirche 9 er NeltgtoUde-sellschaft angchörcn, und die Führlrtmg, Jer Geburts-, Ehe- und Sterbe-
' ür die elben erege wtr . ' regxst-e-r fDie »Ikeichstgaths-Korrespondenzc schreibt:, Der Schluß der Reichsraths-Session xrfolgt ]ehenfalls m ,der ersten Maiwoche. Im Juli treten die Dele attonexr 111 Wien zusam- men. Die Landtage werden im Sep embcr e_znherufen, hterauf erfolgt Mitte November die Eröffnung der nachsten Reichsraths- « n. . .. .
Cesfié- Der Kaiser hielt (Jestern dre alljahrltch startfindende Revue über die wiener arnison ab. General-Lteutenant de Sonnaz befand sich im Gefolge des Katsers. , '
- Die »Wiener Ztg.« veröffentltcht den amtltchen Verrcht der Marinestation über den Untergang der Fregatte Radeßky. Nach diesem Bericht unterliegt es kemem Zwetfel, daß_durch eine Explosion der Achterpulverkammer der Achterthetl des Schiffes zerrissen und hiemit dixses syfort zunx Smken gebr'gcht worden ist. Auf- welche Wetse dte Explofton herbergefuhrt wurde, ob hierbei ein-Verschulden durch Unachtsamkert oder Außerachtlaffen der bestehenden Vorschriften upterlaufen, oder aber ob das Unglück durch einen ganz außer xeder Berxchnung und jeder Voraussicht liegenden Zufall entstandejrset, ncß sich durchdie Vernehmung der Geretteten nicht im nnndeften auf- klären. “ ' ,“ . ,
Uebrigens erhellt dte Unmögl1chke1t des Explodxrens per Granaten als Ursache der Karastrophe daraus, daß eme leich- eitige Entzündung derselben m keiner Werse statthaben , ann, Fondern in solchem Falle viele, in geringeren oder größeren Zwischenzeiten erfolgende Detonationen vernommen ,werhen müßten, während im Falle der »Radeßkya nur em cm- ziger heftiger Knakl erfolgte, woraus wohl - fretltch ohne dle Möglichkeit der näheren Konstattrung der Veranlassung - hervor- eht, daß die Entzündung in der Achterpulverkamme'r geschehen Sein müsse. Auch wurde in den nächsten Tagen'eme Anzahl von leeren Granatkistchen gefunden, aus henen dte Granaten während des Untersinkens herausgefallen sem mußten,“ -- und da diese Kistchen weder gxborsten, noch geschwärzt, -- an Byrd auch keine leeren Granatktstchen vorhanhen warxn,-,- so ergtebt sich hieraus ein weiterer Beweis, daß dzeExplofton m der Gra- natenkammer nicht stattgehabt haheq kcénne. ,
Agram, 13. April. Das Köxngllche Rcskrrpt, betreffend das sanktionirte Gesch wegen Orgamsirzmg der Landesregteruyg, wurde im Landtage verlesen. Daruber _findet morgen eme dringende Verhandlung in Betreff der darm vorgepommenen Aenderungen statt. -- Der Antrag auf Errichtung emes Land- tagsgebäudes wurde zum Veschluffe erhoben.
Belgien. Brüssel, 14.April. ,Die Repräsentanten- kammer hat gestern ihre Arbeiten, Meder qufg'enommxn. Dte Tagesordnung, das Budget des Krtegs-Mnnstertums fur 1869, wurde durch eine Interpellation des Abgeordneten Coqmgns Über die Vorfälle im Meusethal unxerhrochen. Der Mtntßer des Innern erklärte, Über die Ereignisse m_)ch mcht offi1e11 unterrichtet zu sein , daß dre Lage der Dmge mdeffen zur ett
idi end ei. _ . „ befr e*an rsmd bei Seraing hatten fich die Unordnungen bis zum 13. allmählich gelegt. Die Meuterer hatten fich zerstreut und sich theilweis mch Flémaüe und anderen Orten he eben, um auch dort Aufstände hervorzyrufetz, was thnen m essen nicht gelang. General Jambers 1| nut semem Generalsiabe nach Lüttich zurückgekehrt. In Seramg und Umgegend „blieben außer den Gendarmen noch 3 Vatcnllone Infanterte und 2 Schwadronen Chaffeurs unter dem Kommando des Obersten
Baech zurück.
Großbritannien und Irland. London, 13. Aprrl. Nach Eröffnung der gestrigen Unterhaussthyng thetlte Disraell mit, er iverde „im Laufe des Abends eme Amende- ments zu der irischen Ktrchenbtll vorlegen., , '
Nachdem das Haus steh sodann zum Substdxenkomrte kon-
. stituirt, ging man zunächst an die Erörterung der Resolutionen,
wel e den in der Budgetrede vorgeschlagenen Veränderungen in icdher Finanzverwaétunglund Sl_tefuererhebu11g dre Grundlage für ent re ende Ge e vor a en te ern. „ _ ,
f Wickr dchHunt füZrte aKs, die Vorlage ziele m Wtrklichkeit nicht auf eineHerabsehung der Einkommensteuerum 1 (1. p. Pefd. Sterl., sondern diese scheinbare Herabsexzung sei 1mGrunde eme Erhöhung um 1 (1. Die Erhebung der Stxuern tm voraus bezeichnete der Redner als eine höch|_ bedenkltcbe Neyerung und verweilte mit großem Nachdruck bet dnen Nachthetlenx welche dem Geldmarkte dadurch erwachsen mußten, wenn dle Bank vor Neujahr ungewöhnlich schwach und hernach eben so unge- wöhnlich siark werde.
Noch mehrere andere Mitglieder sprachen Über verschtedens unkte der Vorlage und nach dem leßten derselben ergrtff der chaßkanzler selbst zu seiner Vertheidigung das Worx, daß es
het, einzelnen der vorgeschlagenen Veränderungen mcht ohne eunge Unbequemlichkciten abgehen werde, gab er zu, htelx aber daneben fest, daß die Ersparnisse und die Vereinfachung xn der Erhebung sehr bedeutend seien, und daß man sich zur Errerchuncß sxtnes Zieles schon etwas gefallen lassen müsse. Es „frage fi Überhaupt nur dabei, ob der Gewinn im Verhältniß zu dem gebrachten Opfer stehe. Die in Betreff des Geldmarktes_ laut gewordenen Befürchtungen hielt der Minister für übermeben, und bemerkte außerdem, der-Geldmarkt müsse eben Sorge tragen, daß er ins Gleßchgexvjcht gerathe. Die vorgelegten Resolutionen wurden schließllch, nut Ausnahme einer einzigen, genehmigt-
Jm leyten Theile der Sißung wurden dann noch verschie- dene Postxn des Armeebudgets bewilligt.
- Dte im Laufe der Sißung dem Unterhause vorgelegten Atmendesments Disraeli's zu der irischen Kirchenbili zählen mcht we,mger als einige 50 Punkte. Das Wesentlichste in den- selben lézßt fich kur 'm Folgendem zusammenfassen: Zunächst sollen d1e Staatszu?chüffe, welche die Presbyterianer unter dem Namen des KLJium booum und die Katholiken für das Senn- nar zu Maynooth erhakten, nicht wie Gladstone vorschlä t, aus den irischen Kirchengütern obgelöst, sondern wie bisher aus allgemeinen StaatSmitteln bestritten werden, Ferner wird vorgeschlagen, den jeßigen Pfründeninhabern ihre vollen Einkünfte, ohne Abzug für Hülfsgeistliche, auszuwerfen und die Kirchenländereien auch ohne Abtragun der darauf ruhen- dcn Lasten der neu zu or anisirenden iris en Kirchxngemxmde zu überweisen. Weiter ssloll dem neuen Kirchendtrckjoruzm, während es mit der Organisation beschäftigt ist„ eme ]ährltche Summe ausgeworfen werden. Sonst noch ist dte Vermehrung der einzusehenden Kirchenkommisfion von 3 auf 6 Mitglteßer vorgesehen und vorgeschlagen, daß al1e fett der Reformaxton der Kirche zugewendeten Privatstiftungen ihr erhalten bletben sollen, während Gladstone das Jahr 1660 als hte Grenze fest- seYt und diesen Schritt mit der Behauptung motrvtrt, _man könne erst von diesem Zeitpunkte an von einer Stagtserche reden. Die weitere Verhandlung der Gladstone'schen Vril tst auf den 13tcn anberaumt.
Spanien. Madrid, 11. April. Gestern waren nach 1 Uhr nur 20 Ab eordnete im Saale der Cortes, so daß dte Sißungniäy'c statt nden konnte und auf morgen verschoben werden mußte. " , _ , ,
- Das Ministerium des Außwartt en zeigt an, daß Maurtcto Lopez Roberts dem Präfidenten der eretmgten, Staaten ynd Salvador Lope Guijarro dem Könige von Griechenland thre Beglaubigungséchreiben überreicht haben. .
- Die bisherigeBehörde fürAckerbau, Jndustrte und :mdel ist vom Handels-Minister aufgehoben wyrden. Es sollen orper- schaften von Landwirthen und Industrtellen gebrldet werden.
-- 14. April. (W. T. B.) Die “Corrxspondenccaa tftker- mächtigt, formell zu erklären, daß die Mittheilungen des partfer ;Etendard- über eine von dem Herzogs chn Montpenfier beab- sichtigte Anleihe vollständig unbegrundet smd.
Italien. Florenz, 14. April. (W. T. B.) In_ der heuti en Sißung der Deputirtenkajmmer kundtgten MtcelZi und aporta Interpellationen Über hte rönztsche Frage und dle auswärtige Politik an. Der Consetls-Prafideqt Menabrea sprach den Wunsch aus, daß dies? Jnterpxllaßwnen bis nach der Berathung des Budgets u,nd emigxr wrchttgen Geseke v_er- tagt werden möchten, damit dre finanzrellyund admtmstratwe Organisation des Landes sicher gestellt set, wenn Ue Inter- peljationen zu einer Krifis führen sollten. Die Interpeüanten erklärten, ihre Interpellationen „gelegentltch des Budgets des auswärtigen Ministeriums einbringen zu wollen. „ ,
-- Der österreichische Gesandte,„ Jrhr.„v. Kubeck, wxrd noch im Laufe dieser Woche aus Wien zuruckerwartet. -_- An Stelle Barbolanis, der. als Gesandter nqch'Kons'taytmppel
eht, ist Albert Blanc zmnGeneral-Sekretär thtmstertum Jer auswärtigen Angelegenhetten ernannt worden.
- Nach dem jest veröffentlichten Regterungsentryurf, he- treffend die künfti e Armceorganisation, 1st dte Armee m akttve Armee und in Re erve eingetheilt, die erstere mzf 400,000 Mann, die lehtere auf 220,000 Mann angeseßt- Dte Reserven sollen provinzweise gebildet werden.
Rumänien. Bukarest, 14. April.. Der Fürst reist am nächsten Sonnabend nach Iassh. - Dre Kammern werden am 11. Mai eröffnet.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 13. April. Das vReichsgeseßblatt-e veröffentlicht den Allerhöchsten Befehl vom 31. Dezember 1868, durch welchen es dem Hetman 10Min
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