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pasfirt,
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von Nkone in der Landschaft Sakunini aufzubrechen beabsichtigte, um zunächst nach dem ungefähr drei Tagemärscbe _entfernten Massa und dann weiter den Tana aufwärts gegen den Kenia zu marscbrren. Dx. Peters, der von Lieutenant von Tiedemann und von nur 25 Somalrs begleitet war, batte, weiteren Nachrichten zufolge, am 12. Septernber die Landschaft Malakota, in welcher Massa liegt, rrreicbt. Auf sctnrm Weitermarscbe bat er dann unter den Maffats, mit welchen er bereits in Witu Beziehungen angeknüpft hatte, den Tod gejunden. Lieutrtxant von Tiedemann, der fich mit einem anderm Mttghede der Expedition, Hbfiwdbl verwundet, rettcn konnte, soll sich gegenwartig in Coll Ngao e n en. ,
Die „N. A. Z.“ bemerkt zu dieser Nachricht: „„Dr. Peters ist dem Kontinente zum Opfer gefallen, in welchem frm Tbcztendrang Befriedigung suchte. Mit seinem'Namen sind dre Anfange 'der deutschen kolonialen Bestrebungen'm Ost-„Afrii'a auf daßJnntgste verknüpft. Auf seiner abenteuerlrcberr Reise i_n Uiagara im Jahre 1884 hat er die ersten Verträge mit denaHauptlmaen gescklosien, welche zur Uebernahme des Protektorats fu.,*rten. 'In der Ent- wickelung unserer Kolonialpolitik bat er, von _der wettferen Bethati- gung auf diesem Gebiete, auf welchem sem Konnen seznem Wollen nickt entsprack, zurücktreten müssen. Er war als der Sohn des Pfarrers in Neuhaus a. d. Elbe am 27. September _1856 geboren. Seine erste Ausbildung erhielt er an der Klosterschule m Jifeld und studirte dann" "Geschichte, Nationalökonomie und Rechtswigimsckafr Später lebte er einige Zeit in London. Nack Berlin zuruckgekxbrt, (sah er eine philosophische Schrift „Willenéwelt und Weltthle' heraus. Bald widmete er seine ganze Kraft_ den durch die Geselischaft für deutsche Kolonisation, deren Mitbegrun'rer er war, vertretenrn kolonialen Bestrebungen. Nun ist er, wie sein Freund und Genosse seiner Bestrebungen, 131". Zühlke, auf afrtkamschem Boden ermordet worden.“
Die Londoner Morgcnblätter widmen Dr. Peters sympathische Nackrufe und drücken ihr Bedaurrn aus über das „traurige, Ende eines „fähigen, wackeren Pioniers in einem ausnahmsweise fckwrertgen und gefahrdollen Unternehmen". _
- Der Dampfer „National“ mit der deux1ckey Plankton- Expcdition an Bord ist heute Vormittag in Kiel eingetroffen. ,
_- Der Prinz-Regent von Bav_crx1 _hat nach einer, Mit- tbeilung der M. .A. Ztg.“ die von der Königlichen Akademie der bildenden Künste in München vorgenommene Wahl der Junstler Adolf Hildebrand, Bildhauer in Florenz; Leon Bozmat, Portratmaler in Paris; Adolf Oberländer, Kunstmaler in Munchen, und Albert Schmidt, Profcffor und Architekt in Mützchen, zu Ebrermttgltedern der Akademie der bildenden Künste bestatigt.
Verkehrs - Anstalten. In Folge der Betriebsstörungen a_uf der Eisenbahnstrecke Ala- Jnnsdru, welche durch die unlängst in Tirol vorgekommenen
Ueberschwemmungen verursacht worden smd, bat, wie wir hören, die von München im Monat Oktober nach Australien ab- gefertigte Packetyost in Brindisi den Anschluß an den in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober nach Sydney tn See gebenden Dawpfer dcr Reichslinie nicht errrickt_. Die betreffenden Sendungen „konnen daher erst mit der nächstfolgenden Postdampfer-Gelegenbett, ab Brindisi 14. November, weiterbefördert werden.
"' "';-“MLM oncNen'A _ _
wie das „Prager Abdbl.“ mittbeilt, seit Ctnfubrungdessdnen- tarifs auf den ungarischenStaatsbabrien zwethlltonen Phersonen mehr befördert als in der gleichen Periode des Vor- a rrs.
1 Hamburg, 6. Nowember. (W. T. B.) Der Postdampfer ,Moravia" der Hamburg - Amerikaniicben Packet- fabrt-Aktiengeiellschaft hat heute Nachmittag, von New- York kommend, Scilly pasfirt.
- 7. November. (W. T. B.) Der Schnelldampfer .Co- lumbia' der Hamburg - Amerikaniscken Packetiadrt- Aktiengesellscbaft hat, von New-York kommend, heute 5 Uhr Morgens Lizard pasfirt. ,
-7.Novrmber. (W.T.V.) Der Postdampfer .Croaira' der Hamburg - Amerikanischen Packetsahrt - Akiten- Gesellschaft hat, von New-York kommend, heute Morgen Lizard
London, 6. Nodember. (W. T. B.) Der Uriion-Damyfer .Tartar' ist heute auf der Außreise von Madeira, der Castle-
Wusk, WieMHek' imd-Okt-bek- winken,“,-
Dampfer .Roslin Castle“ auf der Außreise von London abgegangen.
Theater und Musik.
Berliner Theater. B
Die gestrige erste Aufführung von ,Sjchiller's . kaut von Messina“. auf dieser Bühne darf als :etne nach jeder Richxung gelungene und hervorragende bezeichnet werden. Der Entschluß, dieses Scki11er'scke Werk vorzuführen, verrat!) yon _Neuem das ernste Streben der Direktion, den Kunftsinn und aftbettschen Geschmack zu beben und das Verständniß für die Glanzpunkte drr klassisxben Foesie zt fördern. Mag man zu der Schtcksaléttaqodie teilen, wie man will, sie birgt, in sich den, reichsten Schatz weltiveiser Gedanken und enthält eme Concentration drr HandlUng, wie sonst wohl kein einziges Drama, unseres "großen Dichters. Sie ist daher in hohem Maße geeignet, in dem Horrr und Zuschauer das hervorzurufen, was Aristoteles von der dramatischen Kunst Yerlang't, eine Katharsis, d. b. eine innerliche Erhebung drs Menschen uber'dte Alltäglichkeit mit ihren niederdrückenden Einfirrssen. Das Berliner Theater hat es sich angelegen sein lassen, diesem Werke, seiner
hohen Bedeutung entsprechend , eine _würdige Ausführung zu geben. Um zunächst von der außeren Ausstattung zu reden, auf welche ganz besondere Sorgfalt verwandt war,
so verdient im ersten Akt die SäulenbaÜe, in welcher'firb die beide'n feindlichen Brüder mit ihren Gefolgschaften begegnen, mit tbren ampbt- tbeatralisck aufgebauten Seitentreppen beroorqxbo'ben' zu „werden. Durch diese Einrichtung war dem Chor dir Moalrchkett wirksamen Mitspielens gegeben. Ebenso stilvol] wre die Halle war das emfgcb gehaltene Frauengemacb im zweiten Akt. Den Schiri? bildeie eme Säulenhalle mit dem Katafalk, welche dxn ernten Eindruck der Katastrophe mäcktig rrböbie. Mit der geschmack- vollen würdigen Ausstattung ging dre Darstellung Hand in Hand: erstere hatte nicht etwa Mängel in der le irren zu verdecxenz aber die Darstellung hob sich wesentlich auf dem intexgrunde wurdtger_Arzs- stattung. Frl. Martha Baumgart verfugt uber so macbtiqe Mitte], das; ihr die Töne der wrgenden Mutierltebe ebenso trefflich gelangen, wie die furchtbare Gewalt, mrt welcher die
Fürstin Isabella der Verzweiflung über das jäbe Ver- ängniß Ausdruck giebt. r. D r a ck „al? Don Manurl und Hr. H ein r i ck P r e cht e r vom Königlichen Hoftheater in
Dresden (als Don Cesar? erwiesen fich ihren grdßen' Aufgaben voll- kommen sewackfen; der „eßtgenannie hat sich tritt dieser Rolle _reckt vortheilbaft eingeführt. Dageprn reichte das wenig modulationsfabtge Organ des Frl. Seldburg nicbt ganzgus,um"dre Empfindungen, von denen die Braut von Messina beseelt wird, zu uberzeugendem Ausdruck zu bringen. Besonderes Lob verdient Hr. Ar tb_u r Krauere ck als _ersier Führer von Don Manuel's Gefolge, wie uberhaupt die schwierige
olle, welche dem Chor zufällt, auf das Beste und Geschickteste durchgeführt wurde: nicht ein einziges Mal störte daSIZusammen- sprechen derselben Worte. Die Auffübrm-xg der „Braut von Messina“ im Berliner Theater darf'ßu den bestey Kunstleisiungen gerechnet werden und wird nicht verfehlen, jedem ernsten und gebildeten Menscken einen wahren Kunstgenuf; zu bereiten.
Zur Vorfcier von SchiUcr's (Geburtstag gelangt am Sonnabend, den 9. d. M, der .Demetriuö' zur,?luifübrungzruck) nock1n anderer 'HdifiÉl'krkNlt *diäe 'VorstäungJem-chkryitemustbks „umd Mitch»- Gepräge: es ist die fünfzigste Auffahrung, du; daTSchtller-Laube'iche Drama am Berliner Theater erlebt. Es ist dies das erste Mal, das; dieses Werk im kurzen Zeitraum von wrmg_xnebr als emrm Jahre an einer Bühne eine solch hohe Zahl von Auffahrungen erreicht hat. - Hedwig Niemann ist von ihrem sehr erfolgreichen Gastspiel in Fran furt a. M. zurückgekehrt und nimmt am. Montag,_ drn 11. d. M., in Fulda's „Wilde Jagd“ iö'ke künstlerische Thattgkeit am Berliner Theater wieder auf.
Manuigfaltiges.
Die Entfernung eines Eifensplitters aus dem Auge mit Hülfe der Feldmagnete einer Dytzamomascbine ist, wie „Cl. Review“ berichtet, unlängst in einer engli1cken Anlage bewirkt worden. Einem Arbeiter war ein Eisenwlitter ins Auge gerathen. Mr. Brown, ein englischer Elektrotechniker, traf. den Mann und yabm ihn, als er von dem Unfal] börte, mit in den Maschinen-
raum, ließ den Verleßten das Auge so nahe als möglich
an den Polschub eines Feldmagneten bringen und erreichte es, ? daß der Splitter auf diese Weise aus dem An e gebracht wurde.
Der „Elektrotechniscbe Anzeiger" bemerkt zu dieser ackricht der „El.
Review“, daß nach dem Dafürhalten eines ausgezeichneten Berliner '
Augenarztes Ciseusplitter nur dann mittelst eines Magnexen aus Augen und Wunden gezogen werden können, wen_n sie lose darm sitzen. Ein in das GeWebe einardrunqener, z. B. emgebrannter Splitter
kann auch durch den stärksten Magneten nicbt obne vorherigen Ein-
schnitt, der den Splitter freilegt, entfernt werden,
Bad Ems, 5. Novemher. ' ' Im Cbore unserer evangelischen Kirche, oberbaib des Stßplaßes, von welchem aus der bochseltge Kaiser Wilhelm 1. mäßig gelegentlich seines Emser Kuraufenthaltes dem Gottes- dienste beiwobnte, ist, neuerdings eine aus schwarzem Marmor gefertigte Gedenktaxel mit folgender Inschrift m der Wand befestigt worden: „Dem Andenken an Se. ' _ , Deutschen Kaiser evangelischen Bekenntniffestthbelm ] , Konig von Preußen, unseren hohen Gönner, der aern m_ rznseren GotteSdtensten an dieser Stelie in Andaxbt weilte, den _gnadtgen Spender reicher Gaben zur Beschaffung unjeres neuen Gelautes, arzs tnnigstezn Danke in tiefster Verehrung kgewidmet. Erns 1889. Die evangelische Ge- meinde.“ Die (Heden tafel gleickt m Große und _Form genau der- jenigen, welche ihr gegenüber im Chor bangt und du: Namen der un Jahre 1870/71 gefallenen Krieger aus unserer Stadt tragt.
Bozen, 4. November. Die in Nr. 258 deH „R. u. St.-A.' nach andern Blättern gebrackteMit1beilung, daß zwei Grazer Touristen, die sogar mit Namen bezeichnet waren, in den Dolomiten durch Ai)- sturz auf der Croda Ro1sa in'Ampezzo verungluckt seien, ist, wie der Hotelier I. Ploner in Schluderbacb der .Bozener Ztg.“ mittheilt, unbegründet.
London, 6. November. (A. C.) Jn Brixham beiTorbay Wurde gestern unter entsprechender Feierlichkeit das Standbild des Prinzen von Oranien enthüllt, welches zur Ermuxrung an den 200. Jabreötag seiner Landung auf englischem Bqden errichtet worden. Die 18 Fuß hohe Statue, das Werk der Bildhauer W. und F. Wills. ist auf einer Anhöhe des neuen Hafens, untht der Stellx, wo Wilhelm 111. [andere, errichtet undksteut de"n Pruizen dar, wie er, den rechten Fuß auf ein Felsstuck gestuyt, eme Ansprache an die versammelte Volksmenge, we_lcke seirze Ankunft be- grüßte, hält. In seiner rechten Hand halt er, fernen „Federbut mxd mit der linken Hand auf der Brust giebt er die denszrrdige Erkla- rung ab: .Die Freiheiten Englands und denxrotestqntnchen Glauben werde ich aufrecdthalten.“ Diese Worte bildet) die Jnickmst des Sockels. Auf ausdrücklichen Wunsch des Königs der,Ntederlande, welcher 100 Pfd. Sterk. zu den Kosten des Denkmals hetgetragen bat, find die Worte „Englands reibeit durcb Oraqien wrederbergesteüt' in holländischer Sprache an dem Standbilde etngemeißelt.
Mailand, 3. November. (Frkf. Ztg.) Jn' Galliera, bei Bologna, bat die Ueberschwemmung furchtbare Yerbeerun_gen an errcbtet und große Noth heraufbesckworerr Zwethyndert Hauser ste en dort unter Wasser. Der Ort Malalbergo 171 edenso stark Qeschädigt; das Wasser hat dort eine Höhe von 3 m erreicht. Seit
aMenscbenßedonxen . eu'iaer-x mau- sichoka-ixurU 014731. UbesWewmung.
gestern um Mitternarbt unter furchtbarem Getöse durchbrochen und achtzig Familien flohen entsetzt von dannen. Die Eisenbahnlinien smd zerstört. Die üb_er= sckwemmten Häuser werden von Soldaten bewacht. Die obdachloken Familien fieben um Unterstüyung und Hülfe. Von. der Regieruyg aus smd die nötbigen Disvofitionen getroffen und die' ersten Hults- leiftungen angeordnet worden. Da sich daß Wetter inzwischen zum Befferen gewendet, hofft man einer neuerlichen Gefahr entgehen zu können. «.
Tan ger, 6. November. (R. B.) Gestern Abend dr_a_ngen einige Individuen in das Haus des italixnischen _GesÖaftsx trägers Marquis Galletti Canibtaago wahrend „deffen Abwesenheit und stahlen Silber und Werthgegenstande Der Marquis, welcher noch während der Anwesenheit der Diebe in. sein Haus zurückkehrte, wurde mißbandelt und muß in Folge deffen das Bett hüten, Die Behörden machen energische; Anstrengungen zur Entdeckung der Diebe; dieselben sollen Mauren sem.
Der Hauptschutzdamm wurde
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Wetterbericht vom 7, November, Morgens 8 Uhr. . Dirigent:
Uebersetzung von C. Niese. Jn Scene FsLesejzt vom Ober-Regisieur Teslaff. apellmeister Kahl.
Vanek von E. Graeb,
Freitag: Mit neuer,
Anfang 7 Uhr. Zum 16. Male:
Jiriedrirh - Wilhelmßädtisrhrs glänzender Ausstattung: Der Polengraf.
Familien-Nachrichten.
Verlobt: Frl. Anna Menke mit Hrn. Fabrik- befi er Gotthard Schroeter (Berlin-Frevstadt
Theater. Operette
“LZ ! » OZ? Schauspielhaus. 239. Vorsteüunq. Prinz . - '- , „ YFZ ' ZZZ. Friedrich von Homburg. Schauspiel in 5_Akten XntxZuertYii &?YardeenéeG'unxe XGeriilZ'sYx nz chl.). - Frl. Anna Donati) Mit Hrn.Amts- » W... W... -- F"“871WZKle-"t; I.? fScMZ-gäifit M.... R... .. «...-...... ...- riirixrrr Jork; 5.7.5773" ...;..Yx- 777 _ © r. o evrien. nang r. - - --' , - _ „, . „ „ _ .- . FHF Z .;?) Sonnabend: Opernhaus. 226. Vorstellung. Ge- YFZ «LILLY N?x"gent' Kapellmeister Feder Emilie Thiel mrt Hrn. KgrYRtedei ,)uu. (Ober- !Z) =:; ?: . “'H sammtauffübrung der Wagner'scken Musikdramen. Sdnnabend'g Ter Poleugraf Langenbt'elau). - Frl. Tom Scherenberg nrtt-Hrn. Mullagbmore 769 ZSSW 5Regrn 12 Der Ring des Nibelungen. Vorabend: Das * ' Prem-Lieutenqnt Albert v. Reppert-Btßmarck Aberdeen . . 763 !SW 2halv bed. 15 Rheingold Ania“! 7 Ubk- . K . . . («“le-"B',“"Ü' . B D ck Cbristiansund 759 :SW 4wolkig 5 Scharzs_prelbmxs. „240. Vorstellung. Wilhelm eßdrnz-Theater. Dtrektron:Stgmund Lauten- Verehelrcht. H/Fr. Ham) mann „enno ru en- Kopenbagen. 764 !WNW 4 Regen 8 TEU; Schauspiel in 5 Akten von Schiller. An: burg. Freitag: Zum 14. Male: Schwieger- brodt m" Frl. »mmy Bode (Verim-Bad NMX“ Stockholm „ 756 ZN 4bedeckt 4 fang ( Uhr. mama. (ZsUs-mamau.) Lustspiel in 3 Akten beim). _ Hk“ Gustav „OW ""t Fkl- Tbere1e aparanda . 754 O 2 bedeckt 3 _____„-__ von Victorien Sardou und Raimund Deslandes. Caspar (J"Wkaälaw"©0klch)- _ Hk- Hermann LrPetersbrg. 761 FSO 1Nebel 4 TG*)ZUU'Ö HDL? Etth SchuLblerft. JQ (Febene geseßt von FLZFÖRFFYKSZYXZTFZYYI'? tibYZ M sk u . . . 770 (S 1Re en 1 ' . " ' tgmun au en urg. n ang r. - , - CoTk,Zueens- I (; DÉYYLFhY-TY'Z Z:;tag. Nachstenltebe. Sonnabend u. folgde. Tage: Schwiegermama. ZKFraZetrtxiÖrxtIliZtobwaffer mit rl. Martha CFZ'JL..." - 332 «Z 77777. ck? Y......W '. . -- . """" G...... S.... ...... ...... elder. . . .' 771 SW Zwolkig ' 10 GesiiiäßéitefiniiftuYnZFrxritÜg drei: UWevtxmbeerr Crntral-Theater. Direktion: Emu Thomas' LYerYzTYanémeYtr? vr'ÖixschxxrRÉWlii-Br ylt ..... 766 W 2Regen 9 statt. “ “ Vorleßte Woche. Freitag: Zum 32. Male: (Leipzig) _ 'm Oberförster'A Sckreiner (Ulfs- amburg * ' 769 WSW Zbedeckt 7 __- Das lachende Berlin von Ed" Jacobson und buus bei aderslrben) _ Hrn Prem-Lieutenant WiUkMÜnde 767 WSW Medic“ 7 „ H' Wilken. Anfang “ Uhr. v. umet (Bromberg). - EiiieTocßter: Hrn. YYTKrwaß-er ZL? YFM ZZFZY ,? VBZrllllnkr TZTÜLJ. Freitag FEAbonnements- __ G2; _l'Jhex-RegiÖrrunggraxb yFrbÖ éfenxft v„th1lckIté ; „ , Em- . erm. - n. rr r . r - aris - - - - 776 NNW ][Dunst """] Foiinkanlxixnd: Zeum HJÉYYZT: Z:?rruetirius. Adolph n Theater“ Dresdenerstraße 72“ ierstorpff (Endersdor ). - Hrn. 1)r. . Buch“ ünster. . . 773 WSW ZZHalb bed 5 Sonntag' Montjoye der Mann von Eisen. Freitag: Zum 79“ Male: Flotte Weiber. wald (BreSlau). - Hrn. Superintendenten Rob- Katlßruhe.. 775 NO 5kbedeckt 7 ' “ Gesangsvoffe '" 4 Akten von Leo" Trevtow. kobl (Wernersdorf ver Merzdorf) - Hrn Land- W...... - ::??? YZF 7537.37 2 7371777399: ...... M.... F.... «. .. O..... ' ' . (YYY? „' : ' 774 WSW Ziheßeßt 5 Tessing-Theater. Freitag: Der Fall Sonnabend: Dieselde Vorstellung. GTZZFTFH) Z“ H?hreÖbeTYvaekYérJJOYZW Zeitlin. . . . ZZZ FFW ZFeZeY Z CldéYUdcÄaitisSÖMspkel in 5Akten von A. Dumas “"*" Hehring Z(Kiel)ri_ Frl. Amalie BderÉBreslÖ-ZM en.... ' ee un .'ro. - . -, d ts-"dt. . 'ctor e- Breslau. . . 771 W 5bedeckt 5 Sonnabend: Der Zanngaft. Lustspielin4Akten Akamai Invalidenstraße 57/62“ geöffnet von chen?r(BrTZ-1l§).ch- YiéfiéYasTer-Contr-Yleur und Ile d'Aix.. 777 NNO 4/wolkenlos 7" von Osoar Blurirentbal. 12-11Ubr. - Frettag, -von 1-7 Uhr: Der Rechnungsratb Eduard Griewe (Krotoschin)..- Triest . . . . 769 NO 3,5711!) bed. 13 Sonntag: Der Zanugaft- «ke ?ZMZYKHÜZÜYÖMW 77 Uhr: Von der Frau Minna Matthes, geb. Grohmann (Berlem) E' Ächersich) NYLON“?! nta. "b d w [[ T z . YEL-KJ;'HOFÖYYYYÖZZLUZY;)??!er m aximum U Lk MU reg U er er - . 't : t : . , in. - rau mma e ardt, e . orno Nordbälfte Frankreichs, ein Minimum unter 755 mm a W heat": FM ag Zum [ck en Male Circus Renz, Karlstraße. Freitag, Abends éBxilinZ. -- Hr. Kaufmann und Skiadtältester
bei Wisby. An der deutschen Küste weben meist frische westliche und südwestliche Winde. Vereinzelt meldet Rügenwaldermünde stürmischen Südwest. In Central-(Europa ist das Wetter mild, trübe rmd vielfach neblig, erheblicke Niederschlä e werden nicht gemklket. In Deutsckland liegt die emperatur bis zu vier Grad übrr der normalen.
Deutscke Seewarte. _ Theater - Anzeigen.
Böniglick): Schauspiele. Freitag: “Opern-
baus. 225. Vorstellung., Giocouda. Oper in 4 Akim Von A. Ponckyieiir. Trxt ron Tobia Gorrio.
Der Dompfaff.
von R. Kneisel und H. Hirschel.
Anfang 74 Uhr. Sonnabend: Zum 1. Male: Verfolgt. Schwank
in 4 Akten von Meilbac, Grange? und Bernard.
Krause.
Vorher: Zum 1.
grin. Dramatischer Scherz in 1 Akt von A. Günther.
Victorta-Theater. Afrika. Zeitgemälde in 11 Bildern von Alex. MoSzkowski und Rick). Nathanson. Ballet von
Sonnabend: Dieselbe Vorsteüung.
A. Raida. 74' Uhr.
Posse mit Gesang in 4 Akten
Musik von F. 7 UHU
Tremvlinsprünge. - Male: Der Herr von Lohen-
Freitag : Stanley iu
geschützt ! Sonnabend : Sonntag :
(1 Kind frei):
Musik von C.
2 ' C. Severini. A:.fang Vorstellungen
Pantoffel.
Große Komiker - VoriteUung unter Mit- wirkung von sämmtlichen Clowns in ihren höchst komischen Jntermezzo's und Entrées. - Großartige Mabomed. arab. Sckimmel- hengst, dressirt und vorgeführt von Hrn. Franz Renz. -- Auftreten der vorzügl. Reitkünstlerinnen und Rritkünstler. - Frl. Guerra als Schulreiterin - Jm dunklrn Erdtbeil (Einnahme von Bagamoyo). Große equcstriiche Original-Pantomime. Gesetzlich
Große Vorsteüung.
4 Uhr Zum 1. Male, ganz neu arran irt: Bacchus und Gambrinus. Großes Ausstattungstück. Abends 7T; Uhr: Aschenbrödel oder der gläserne
Ferdinand Gralow (Prenzlau). - Hr. Haupt- mann a. D. August v. Graevenih (Bern). -- Hr. Pfarrer Karl Scheiben (Lampersdorf).
Redacteur: ])r. H. Klee.
Verlag 'der Expedition (S ck olz).
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags“ Anstalt, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Sieben Beilagen (einschließlich Börsen - Beilage),
und ein Prospekt der Firma Hermann Hnrwiß u. Co. zu Berlin, betr. „Der Tachograph“-
Berlin:
Nachm.
Der „NA. Ztg.“ wird geschrieben: )
regel- '
„,.... „.
Majestät den ersten
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
NL“) 266.
Parlamentarische Nachrichtem
Schlußbericht der gestrigen (9.) Sihung des Reichs- ta eHS,sFortseßung der ersten Berathung des Sozialisten- ge e e .
StaatS-Minister H er r fur t h :
_Die verbündeten Regierungen haben sich bei der Einbringung des vorliegenden Geseßenthrfs nicht der Hoffnung hingeben können, daß derselbe die Zustimmung aller Parteien dieses Hausrs oder auch nur der arößten Mehrzahl desselben ohne Weiteres erhalten würde. Für die Partei des letzten der gestrigen Redner iit ja die.unbedingte und grundsaßlicbe Verwerfung gewissermaßen eme Naturnotbwendigkeit. Es war 1a wohl der Hr. Abg. Liebknecht, der im Frühjahr d. I., als die Frage einer anderweiteu Regelung der vorliegenden Materie zur Er- örtrrmxg stand, mit wegwerfendem Hohn erklärte, es sei ibm gänzlich Llerckzgultig, ob sie gemeinrecktlich gebraten oder spezialrechtlich ge- chmort werden 1ol1ten._ Nun, meine Herren, eine solcke Partei wird niemals einem Gewßentwurf über dieien (Gegenstand zustimmen, er mnge eine Gestalt haben, welche er one. Den Beifall dieser Partei zu erringen, würde nur dann möglich sein, wenn man fick) ent- schließen wollte, ohne jeglichen Ersaß nicht bloß das Sozia- listexigeseß, sondern das Strafgeseßbuch, das die Herren zum Theil noch, viel mehr genirt, pura 81“- 811111116 aufzuheben. (Sehr richtig! rechts. Widrrsprucb bei den Sozialdemokraten.)
Meine Herren, „dieser bedingungslose Widerspruch gegen jede geseßltcke Regelung diescr Frage ist aber doch überaus bezeichnend. Der Herr Vorredner hat soeben ja mit vollem Recht, ebenso wie gestern Hr. Aba. von („'C-unt) hervorgehoben, daß das Sozialistengcse vorn Jahre 1878 und in gleicher Weise die vorliegende Noveüe si keineswegs _ncktet grgen die Sozialdemokratie als solche, sondrrn nzir gegen die gemektngxfahrltcben Brstrebungen derselbrn, gegen die Bestrebungen, die mckr bloß auf die Uniergrabung, sondern auf, den Umsturz der brstebenden Staais- und Geseuschaftsordnung gerichtet sind und welche in einer den öffentlichen Frieden, die Ein- tractbrttizer Bevölkerungsklaffen störenden und gefährdenden Weise her- vor rt .
Nun, wénn die Herren unter sich find, dann wird ja zuweilen ganz offen und unumwunden anerkannt,. daß die lesien Ziele der So- zraldemrkratie nicht anders zu erreichen sind, als durch den voll- ständigen Umsturz der bestebkndrn Staats- und GeseUsckafiEordnumß und daß dazu die Errrgxxng von Klassenbaß und die Gefährdumg des öffentlichen Friedens das allerbeste Mittel bildet.
„ De_ erre_n_findja ie _n drr Ab . Liebkie t rz5 tr :) fest" da oriQüberzeuW'É MUL, Yaks "&ck&." ist weét'b,ädc7§ess' &
Gruyde gqrht.“ Es dauert ihnen abcr zu lange, es geht ikmrn zu langiam, 112 können nicht warten, und darUm fühlen fie fick; verpflichtet, das,_ was nicht gleiehzu Grunde gebenwili, zu Grunde zu richren. Meme Herren, Sie sind ja nack Herrn Liebknecht die „staats- btldendc Partei“, und als solche erachten Sie fich für derechtißt “und verpflichtet, die bestehende .anarcbistische' Staats- und Gssellschaftsordnung umzustoßen und von Grund aus zu beseitigen. Wenn man aber run einmal hört, wie es bei den großen Heerscbauen hergekt, die zuweilen von den Führern der Sozial- demokratie aigebalten werden, da wird die feierliche Erklärun-g abge- geben, daß für den großen Tag der Abrechnung Alies bereit strht, und das; dir Arbeiterbataiilone mit Sehnsucht das Sigral zu dem leßtrn Enticheidunqskampfc erwarten.
Freilich zu andcrkn Zeiten und an änderrn Orten, da wird auc!) rin a;:drrer Ton angeschlagen; da wird davon gesvwcden, daß die Ihre drr Soziaidequrarie _nur mir geistigen Waffen diesen Kampf iixhre Und mrt dreirn geiitiZen Waffen firgrn wrrde; da wird daxon geWroäxrn, daß in kriner Weise eine gewaltsame Umsturz- bestr-Öurkg irgendwo vvrlicse, auf der naiurgemäßen Entwickelung d:): Réform werd? schon drr Sieg errungrn werdxn; da wird nur von friedlichrr Asitation gesprochen und jede Gewalt per- borreSzirT. __
Mcixxc H.“:ren, ix) will in gewimem Umfang zugeken, daß das nicht unrichtig ift. Es ist said.".von demHerxn Vorredner bcrrorgrhobrn worden, daß die Herrcn von jrnrr (**:-eite abwlut unberechtigt sind, im Namen aller Arbeiter zU 1xrechen, da keineswegs aÜe Arbeiter oder deren MeHrzabi Soziaidcmokrarcn sind. Ick gehe weiter und sage: Sie sind nickt einmxl iereéxtigt, im N.“.men aller Sozialdemokraten zu sprechen. Msinr Herren, ich din_ fest davon Überzeugt, daß keines- wegs alle Dicjsnigrn, die fick; _srlbst Sozialdrmokraten nennen, die bei den Reickstagswxhieu für wzialdemokratiickye Kandidaten Skimm- zettél abgeben, ja selbst richt einmal Diejenigen, wrlche zu dcn Kon- gressen in St. GaÜrn, in Krpenkagcn, in Paris Dclegirte wählen und absendrn, wirklich zielbewußtc Sozialdemokraten smd.
„Meine Hirrsn, ick) nähere tn7ch in der Beziehung etwas der Aunanung des Hrn. Abg. Rrichensrxrger, drr da warnte. man möge nickt io übertriebenr_Bexürchtungrn hegen. Ick bin überzeugt, dcxß die Mekrzahl dieser ioßenannten Sozialdemokraien in dem Augen- blick, wo es daruuf ankommen würde, jene. Theorie in dir Praxis zu überßßcn, firb dock) wohl hüten werder, 'Hrrn Führern Und Ver- sübrern ohn? eircrrs zu folgrn, dar; sie, geleitrr von einem iittlichlcn Gefühl, Anstand nehmen werdeii, fraventiick) Rrcht und (Grieß zu ver :tzrn.
Ader Dirienigen, welcbe die sozialdemokralischr Tbsorie ausbauen, weiche _die Aziiation leiten und schüren und der-xn unmittelbare G:solg1ckafi, sie stehen in einem offenen, bewußten Kampf gegen die brstrbrnde Staats- und GesrUsÖaftsordnung. Ick glaube, der Hr. Abg. von Cuny hat es garzz richtig bezeichnet: ihnen gcgen- über befindct sick Staat und Gesell1ckaft in drm Zustande der Notb- wehr, und lcdiglick als. ein Akt dieser nothwendigen und ßerechtfertigtcn Notbwehr ist das Grieß vom Jahre 1878 und die vorliegende Novelle zu drm1elben anzusehen.
Abcr nicbt nur von Seiten der Sozialdemokraten, nicht nur von Skiken derjsnigcn Frakrionen, ercbe denselbrn insofcrn näher stehen als fie, wmn auch nicht jede, doch wenigstens fast jede Vorlage der verbündeten Regierungen mit einem enischiedrnen und prinzipiellen Widerspruche begrüßen, sondern auch von anderen Seiten ist ja gegen d17_ses (Gesch Widerspruch erhoben worden, und wir haben gesehen, Zgßlsichhtdiefer Widerspruch bis ties in die Mitte dieses Hauses
tncmzre .
Wenn ich nun,alle die Einwendungen, welche hier im hohen Hausr jexzt und der frükeren Gelegexiheiten, in Versammlungen draußen, in der Tagespreffe, in Bro1cküren und wiffenschafjlichen Abhandlungen gegen das Sozialistengese'tz von 1878 erhoben worden sind, Md welche in geringerem oder höherem Grade auch gegen die vor- liegende Novelle erhoben werden, zusammenfaffe, so glaube ich dieselben nach drei Gesichtspunkten gruppiren zu soÜrn.
Ick übergebe dabei allerdings auSdrücklicb eine Einwendung, welche auch gestern wieder der Hr. Abg. Liebknecht erhoben hat, aus dem Grunde, weil ich dieselbe durch meine vorgeitrige Erklärung für erledigt erachte. Es ist das die Einwendung, daß dieses Gesetz von 1878 die Verwendung von agents proyoaatsurs zur nothwendigen Jylge gehabt hat. MeinesHerren, 1ck erachte das durch meine Er- iarung von vorgestern, wie gesagt, für erledigt und gebe darauf nicht weiter ein, mag der Hr. Abg. Liebknecht nun auch den Schuß- Mgnn Jbring wiederholt zitiren oder der Hr. Abg. Singer das Kmdermärchen von der Dynamitkiste, welcke- ein höherer Polizei-
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beamter zu provokatoriszben Zwecken einem Agenten übermittelt haben soll, oder andere derglerckoen Schauermären, an die er im Ernst doch wohl _kaum glaubt, bier vorführen.
Meme Herren, dme drei Gesichtspunkte, nach welchen sick dic Einwendungen gegen das Sozialistengeseß von 1878 und gegen die vorliegende_ Novell'e gruppiren, sind meines Erachtens folgende:
unachst wird Hebauptrt,das Gesetz sei ein Außnahmegeseß in alen seinen Bestimmungen, sowohl nach seinkr formalen Kon: struktion, als norcb seinem matcrieUen anal!, und es sei aus diesem Grunde verweriltchl
Sodann wrrd behauptet, dieses Geier, sei nickt nur unzweckmäßig, sonderwgeradxzu zweckwidrig, nicht nur unnötbig. sondern geradezu fckadltck, indem rs die Soziaidemokratie und dersn gemeinaeiäbr- lich'e Bestrrbungen nichr zu hindern, sondern zu fördern und zu stärken geeignet in,. und _es fr: darum doppelt verwerflicko!
Endlrck wird behauptet, dieses Gesetz sei ein hartes, ungerecktes Grieß; es diene einem großen Theil? der Bevölkerung zur _schweren Bedrückung, es werde in seiner Ausführung geradezu zu eurem. grausamen und es sei deshalb dreifach verwerflicbix
Meme Herrrn, nach der Urberzeugung der verbündeten Regierungen und meiner eigenen Urberzrugung sind alle diese drei (Gruppen von Emwerdun-Jcn in der Hauptsache und im Wesentlichen un- drgrundrt, wiewohl ich für mrine Person nicht in Abrede steÜen w:!j, daß qilerdmgs in jeder derselben ein Körnchen Wahrheit voroanden tit, jenes'Körncben Wahrheit, welches es allein erklärlick macht, dgß der Widerspruch gegen dieses Grieß sich auch in den Kreisen dieses hoben Hauses geitend machi, welche die staatSerbaltendkn Jdern zu begexx u_nd zu pflegen gewiüt und brre'ct sind.
Was zunachst die Einwendung anlangt, dieses Gesetz sei ein Außnadmegejeß in aiien seinen Bestimmungrn, in seiner formalen Kopftrukiwn, wie in scinem materieüen Inhalt, so ist dieie Behauptung memrs CTÜÖÉMS. in der Hauptsaxhe unbegründet. Dir wesentlickst7n Bxsttmmyngenkdmes Gesrßes, jowohl _die präventiven als die re- prasentatwen, rewxgerx_fich durchaus aur dem Boden des gemeinen Rechts. Alle Vor!ckr17ten, welcbe gegen die gemeingefährlichen Bc- strebungen der Sozialdemokratie 'zur Anwendrmg kommen, das Vrrbot von Vereinen, Versammlungen und Druckschriften, die Auflösung von
“Versammlungen, das Verbängen von Geld- oder Gefängnißstrafen;
ja selbst die Beschränkung der Freizügigkeit, bewegen sick an sich aus dem Boden des gemeinen Rechts. Es wird auch das Gesrß krines- wegs zu _einem Ausiiahmrgcsetz dadurck, daß in ihm Straf- vorschkir_ten und Polizeidorschriften kombinirt sind. Der- artige Konstruktionen finden sich auch bei anderen Geseßen, dercn ge- wtthtreckytiiche lQFalitätIiZn keiner Weise irgsndwie bleitten wird. Es
r 1 ge" er rise “e etwam „ei, en - u_nd oci't- Yok'zÉDÉnun n.'"Wie “UYU d'e'n" [éßlé'chn' "'diäeixäiig'rn Fstras- rechtlichen und pokizeilicken Bestimmungen, wrlcbe zum Schuße der Feld: und Forstwirtbschaft gegen die die- selbe bedrohenden Gefahren erforderlich sind, verbunden worden, so sind hier in diesem Gesetze Jie polizeilichen und Strafvoricbriften, welche zum Sckuße von Staat urid Gesellschaft gegen die den- selben aus den_ gemeingefäbrlicben Bexiredungen der Sozialdemokratie drohenden. Gefahren erforderlick? find, kombinirt. Das (Gesetz wird auch kein AanabmrgeietZ dadurch, daß es fich led-Zglich gegen eine brstimmte Kla1se ven Staatsangehörigen ricbtrt; ebenso wenig wrrz B. das Reicksbramtengeseß von 1873, welches ja auch eine Reihe von Strafrorsckrifteri enthält, etwa dadurch zu einem Aus- nahmegesrß wird, weil es sich eben nur auf eine bestimmte Klasse dsr Staatsangehörigen bezieht, ebenso wenig ist das an sich mit dem Soxialistengrieiz der Fal]. Es wird dadurch, wie es der Hr. Abg.don Cuny ganz richtig charakterifirt hat, zu einem Spezial- geseß, nicht aber ohne Weitkres zu einrmAuSnahmegeseß, aller- dings das will ich zugeben, zU einem Sprzialgeyry, wrlcdes auck eine Reihr L_)on Außnahmebestimnmngcn enthält. Auf diese werde ick) demnachst zurückkommen. Ick bemerke schon jetzt. das; die ver- bündeten Régirrungcn fich_ und wie ick) glau're, mit Erfolg bsmüdt Fashy? dieie Ausnabmebriiimmungen aus dem Gesrße thunlichst zu *: er igen.
Es wird dann gefragt, warum man drn Weg dsr Spezial- gesetzgedung brschritten, warum m.,".n nicht drn Versack) «macht habe, 10 wie (I der Hr. Abg. Reichrnsprrger verlanst, das Grieß auf den _Weg des gemeinen Rechts überzufübren. Msine Hrrren, diese Vorficht ist nicht unterlassen worden Es hat fich eine ganze Reik)? ern Märmcrn, außgerüstst mit der brsirri Sach- und Rechtsksxntniß, darüber den Kopf zerbrocbrn, wir es wohl ntöglich_wä_re, dirGefabren, mit denen die Sozialdemokratie Staat und Geicüickwft bc?rok)t, durcb Bestimmungen zu bescikigcn, in denen das Wort ,Sozialdcmokratie' nicht vorkommt. Abrr, meine Herren, es iix 17ickt gclrmgrn in dieser Weise zu einem brfrirdigenden Er- geb.“.iß zu gelangrn; es war immer das Resultat, das; man entweder daI Zier nickt crrrickt oder übrr das Ziel binausiäyießt, daß man entwedrr nicht die nötHigen Machtmiitel in die Hand be- kowrnt, welche zur Sicheruxig von Staat und (HesiUscbait grgen die Soztakdrmokraiée nothwendig find, odrr daß man denselben eine Faiiunx. been muß, rrelche auch die bersMigM Bestrrbrrngcn anderer ertcicn miiireffen wiirde.
_ Ich will keireswegs b.bauptkn, dar"; die Lösung dieser Aufgabe aus kemBoden des gemeinen Rechts abiolut und für immer un- möglich kei. Jm Grgrntheil, meine Hrrrrn, ich muß diese Frage ausdrücklich als eine offene bezeichnen und ich muß den verbündeten Regierungen vorbedcilten, auf diesen ng zurückzugeben, namentlich kann, Wenn erst eine Jrößerr Beruhigung der Grmüthrr eimzetreien sein wird, wrr-n insbeiondere die sozialrrformatorischrn Geießc erst ihre volle Wirkung gkzrigt baden werdrn. Uebrigens, meine .Herren, wenn Sie glauben, da_ß disse Aufgabe wirklich jeßt zu lösen 1ei, _ ein irdrs Mitglied dieies hoben Hauses ist ja in der LEFT, die Friick1e seiner beserrn Erkrrmtniß in Jnitiativanträgen
()
dic rm rn Hauie Und den Vrrbündrten Regierungen vor- zulegen. Ick sage nur," i _1_1 d i e s e m Augenblicke, unter den j e yt obwaltenden Verbältninen Hat diese Aufgabe eine der-
zweifelteAebnlicdkeit mit der Quadratur des Zirkels. Man kann wohl forma] die Bestimmungen, welcher man gegen die Sozialdemokratie bedarf, durcb, NoveUen zur Strafprozeßordnung, zum Strafgeseß- buche, zum Reichs-Preßgesetz, zum Freizügigkeitsgeseß, zur ReicdS-Ge- oerbeordnung, durch den Erlaß eines Reicks-Versammlungs- und Vereinsgeseßes kodifiziren, abcr, mein_e Herren, Sie würden weder mit der Form noch mit drin Inhalt einer solchen Kodifikation einver- standen sein; und wenn schon die verbündeten Regierungen Zweifel darüber gehabt haben, wie der vorliegende Gesetzentwurf aufgenommen werden wird, darüber haben sie keinen Zweifel, ,das; eine derartige Vorlage den Beifali des hohen Hauses nun und nimmermehr finden würde. ,
Meine Herren, es ist ferner unrichtig, was die zweite jener Be- hauptungen anlangt, daß das Geseß ein unzweckmäßiges, zweck- widriges Geseß sei. Ick glaube, der Hr. Abg. Dr. Hartmann hat vollständig Recht gehabt, wenn er darauf hinwies: wäre das richtig, dann würde dies Geseß nicbt diesem entschiedenen Widersprucke der Sozialdemokraten, diesem wüthenden Eifer zur Beseitigung des Geseßes begegnet sein. Nein, meine Herren, das, was durch das Geseß hat erreicht werden solLen, ist im Wesentlichen erreicht worden, und es ist eine wunderbare Lo ik wenn Sie sagen: weil die Sozial- demokratie troß des Gese es ?icß weiter verbreitet hat, weil sogar die gemeingefährlicben Betrebungen der Sozialdemokratie nach dem
Berlin, Donnerstag, den 7. November
«_ XUEUÜWÜ _STYeÉdurch WMF
1ZZ9.
eigenen Urtheil der verbündeten Regierungen noch immer fortdauern deszen muß das_GeseKß beseiti t werden.
ach der neueiten riminaltatistik bat eine Zunahme des Ver- brechens deH Bexrugs stattgefunden. Meine Herren, genau mit der- selben Logik könnten Sie sagen: Das ist die SchUld des StraigU eßbirxhs, weiches drn Beirug unter Strafe stellt. Gehen wir die Voricbrt-“Ten auf, wrirdr den Betrug bestrafen, dann wird der Betrag ars _dcr Weir verschwinden. Nein, meine Herren, im Ganzen Ui,“) Likogrn b.;t sick dieses (Grieß bewährt, obwohl -- und das WlÜ ici) auch btrr wieder zugestehen - einzeiansstimmungen sich darin befindet), wslcke nicht als zweckmäßig anzuerkennen smd; das gilt namrntlrch und vorzugchiée von der Fristbestimmung, und ch_wegen glaudrn dre. verbündeten Regierungen, den besonderen Werth aus die Beseit_tgurig diescr Bestimmung [rgen zu soUen. „ „Endlich Ut m_jener AUgrmeinhett auch die Behauptung nicbt _rickt_tcz, daß daß ©31th em hartes, ein ungerechtcs sei, daß es in m ietner Ausmhrung 'zu einem grausamen würde. Meine Herren, das Grieß, bewegt sich in der großen Mehrzahl seiner Bestimmungen dUrckaus tnnerbalY der Grenzen, derrn Junebaltung auch auf anderen Gebieten “durcb Strafxorscbriiien und durch polizeiliche Anordnungen un offfrntlrÖcn Interone erzwungen wird Und erzwangen werdsn muß. Allrrdmgs --_ das M11 ich auch bier zugeren _ ist das Gesetz ein fckar_ier; chevs, das ließt ja an der Heiligkeit des Uebels. das man zu „bekampf'en bat, ar. derjelhrn ermißt sich auch die Wirksamkeit der MrtteiU die wan gegen d'ieies Uebel in AnMndung bringen muß. Aber ich will auch Htrr zugeden: es giebt einzelne sehr scharfe Besitwmungen, welche unter der Vorausseßung, daß das Gesetz Lln'sriitlosls wrrde, aUerdings nach der Ansicht der Verbün- deten Regierrmg'ewbcsxitiqt werden können. Denn ails dicse Mil- derungen, mis_dteick1oeben kommen werde, beruhen nicht, wie der Zr Adg. Rerchenspsrger annahm, _auf der Annahme, daß eine * erminderunquer gxemeinßefährlichen Bestrebungen oder der Genieinzzesahrltckeit der Bestrebungen der Sozialdemokratie eingrtreten sex, wndern fie beruhen _ und das möcht? ich aucb dem [then Herrn qurednrr entgegnen _ anf der Erwägung, daß dUrlb eine daurrride BLXUÜLJUUJ de:? GeieZes die Bedeutung, die Wirksamkeit rind die Wuchi drs Gexeßes in der Weise Verstärkt werden, daß dj_ejeriigen '.).skgéoimritel, welche in demirldrn noch enthalten sind, voli- i'xandtg ausreichen, um _der Siaatsregierung in dem Kampf gegen die Soztaldemvqurie die erforderlichen Waffen zu birtrn.
Was die1e im Einzrlnen etwas scharfen und vielleicht hartrn Brsttmmuznzen aglangi, w smd das zunächst diejenißen, irelche gegen die geschast§rrxaßigen Agitatoren in den §§. 22 bis 25) des Grsrses wou 1848 enthalten smd. Es iii hirr einr VrrsÖärfung
._ oriiernen, dur ' efckräiikux1g *des echis zum ertrie dow ruck- 1ckrrften und dergleichen vorßejeden. Meine Herren, die verbündeten Rrgrerungsn glauken, uiiter der Vorausseßung, dai; Sie das (Grieß daurryd bewilligerx, (Ms diese Mittel Verzicht leiitrzi ZU können. Es irt dagegen gritrrn drr Einwand erhoben wordrn, 75 bereut: diese Konzeifion richts, weit ja diese- Paragraphen drs Geseßes uberhaupt mch oder dock xmr in 1ebr seltenen FäÜ-"n zur An- wendun'g gedra-Hr worden )eien. Meine Herren, das ist nicht ganz r1cktig; dieje Paragrapbrn find znr Anwendung gekommen, wenn auch r1ichtin HUndecten, so doch in Dutzenden von Fällen, und daß sie auch in Zukunft_ nock in Anwendung gedrackyt werden k?nnen, das werden die Herren wziaxdxmokratiscbrn Abgsordneien doch nicht leugnen können; denn Sie müßten sonst len,:71-3::, ?.t'; es unter den_ Sozialdemokrztrm Personerx giebt, welch? sich de so:.ial- demokrati1cke Agitatirn rack der Richtung sozialdxmokratischcr Umsturzbeitrcbungen Hi.". zum GesOäft machen, und das können Sie TOO wohl nickt in Abrrde stellen! Es ist fsrner als Sine ,iehr harte und sÖQLfS“ Vorsckrift im Geiss die des §. 11 Abs. 2 bezrirhnexworrerx. wonach bei einer prriodisckexx Oruckschrifi Sofort beim rriirm Vsrbot auck das fcrnere Ersciyeinen dersrlben verboten werden kxinne. Dir verdürxdrtrr'. Regirrunßen find [*rrrit, auch auf diese Be1ti_mmnug Verzicht zu leisten.
Da ist nun auck: wiedrr ge|agt wordrn: .Eixie 1512772 Bestimmung bat jg gar keinen Werib!" Ja, meinr Hrrrrn, zu der Zeit, als der Hr. Abg., Winkihorit genau dieselbr Bestimmung als Antrag bracht? Und Bexcnk-“U Ssir-rrs drr rerbündct-In Ne,;ierunzen dagegen criwden wUr'Drn, da wUrd-e fir ais cine „g::n'; kesondrrs werrblee“ bez_eicknet; jexzt, wo die verbündrten Regierungen sie bringrn, ioÜ sie aus e_iniiial ibrrn garzera Wrrib Vrrirrsn baden!
"Mein? Hsrrcn, da ich gerade bei dieirm Verbot von Druck- schrtsixn bm, möchxe ick mir 61112 klrinr Zwiizjocnbemerfung gestatten: Der“ «Pr. Abg. Frone_i)at geitcrn Hier bebaupiet, in Betreff des Verbots Vor. Druck1christen würde mit zwrierlei Maß gemeffrn; rr kömxe dj_rs bowrisen durck ein arxtiscmitiswer Flusblatt, er hat rinzclnr “_Uanderuzigm aus demirlken rerleicn, in dem fick) di.» „aller- underscqutejten, srivolsten und gemeimten“ Aufrrizungen brfinden.
Mein; Hscrer), was die von ih_tn__ver[esenen jForderungen anlangt, io tbetle ich im Ganzsn icin: Aunanung, wenn ich auch nicht gerade ssine Worte gedrauckyen möchte. Aber ii.) möchte Sie doch hier nun einmal ausmerkmm machen, wie der Hr. I'ldg. Frohme citirt. Ich habe mir nämiick) dieses Flugblatt_ kommen lasién, und da stellt sich nun Heraus, daß die von ihm verleienen Forderungen nicht etwa die Forderuxigen "deuxscher Anti1rmitrn smd, sondrrn die Forde- rungen französiiwer Sozialdemokraten, -- derselben fran- zöfiscken Sozialdcmokraten, mit derten dir Hrn. Absg. Frohme und Liebknecht erst kürzlich ein Verbrüdrrungsfest gefeiert haben.
Mcine Herrrn, es wird ledigliä) hier über diese Forderungen zu dem Nachweis reserirt, daZ die Stellung der französiscken Sozial- demokratie zu dem Judexvt um eine ganz andere sei, als die Stellung der deutschen Sozialdemokratie. Meine .Herren, es liegt mir durchaus fern, mir irgknd etwas ron drn Ausführungen dieses Flugblattes an- zurigxten, aber ich möchte denn doch glaubxn, ich wäre vrrpflichtet geweien, einmal zur Rechtfertigung des Umstandes, daß dieses Flug- blatt nicht mit Beschlag belegt worden ist und dann zur Steuer der Wahrheit darzulegen, wie denn der Hr. Abg. Frohmr zu citiren pfiegt.
Meine Herren, die schärfste Bestimmung in dem Sozialistengesetz ist in dem §. 28, in den Vorschriften über drn sogenannten kleinen Belagerungszustand entbaltrn. Es bestehen diese Maßnaßmen aus vier verschiedenen Kategorien: aus der Befugniß, öffentliche Versammlrmgen an die Genehmigung der Polizeibehörden zu knüpfen, aus der Befugniß des Vrrbots des Straßenverkaufs von Flugschriften, des Verbojs des Befißes, der Einfuhr und des Verkaufs von Waffen, und endlich in der Ausweisungsbefugniß. Meine Herren, die Verbündeten Regierungen glauben unter der Vorausseßung, da dieses (Gesetz gleichfalls als ein dauerndes Grieß bewiüigt werde, an? die drei erstgenannten Befugnisse verzickten zu können, fie sind aber nach eingehender Erwägung zu der Ueberzeugung gelangt, das; re auf die schärfste und, wie ich zygeben muß, allerdings Harte Ma - nahme der Ausweisung nicht haben verzichten können.
Meine Herren, ich erkerzne unumwunden an, die Maßnahme der Auswrisung ist eine sehr 1charfe, „ist eine harte, denn sie ge- fährdet immer, und _sie vernichtet oft die ganze wirth- schaftliche Existenz nicht xiur des AuSgewiesenen, sondern seiner ganzen Familie. Aber, meine Herren, die Ausweisung ift eben auch nur die Arima raiio, von der nur mit äußerster Vorsicht Ge- brauch gemacht wird, die nur dann eintritt, wenn die Gefährdung
der öffentlichen Sicherheit auxxl keine andere Weise als durch die Ausweisung des gefahrlicken gitators beseitigt werden kann. Die
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