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,Sgchseu. Dresden, 15. November._ (W. T. B.) Ihre Maxeftaierx der König, und die Königin haben | mit Sr._ Kdm „lichen Hoheit dem Prinzen Georg un der Prinzes tn Mathilde heute Mittag zu mehrtägigem Aufenthalt nach Sybillenort, begeben.,
' __(Dxesd. Journ.) Die Zw_e1te Kammer ver-
wus in ihrer gestrigen StßunÉ m allgemeiner Vor- bxrai?ung ohne Debatte den eseßentwurf, die pro- visort che Zorterhebung der Steuern und Abgaben im Jahre 18 betreffend, zur Schlußberathung, den Personal- und Besoldungs : Etat der Landes : Brandverficherungs: anstalt auf die Jahre 1890 und 1891. Der Gefes- entwurf, betreffend die Umwandelung der 4prozentigen StaatSanleihen von 1852/68, 1867 uiid 1869 in eine 31/2prozentige Staatsschuld, bez. die Tilgung der ersteren und die Aufnahme emexr Zprozentigen Nenten=2lnleihe be- treffend, nebst dem damit zusammenhängenden Gesesentwurf, betreffend die Begehung der durch die Geseße vom 15. August und 7. September 1878 Zeschaffenen Zprozentigen Rente und die dafiir vereinnahmten eträge, wurde an die erste Finanz: deputation überwiesen. “,x;- „4. *;
Unter dsn weiteren dem Landtage zu egangenen Vorlagen befindet sich der foeßentwurf. detre end den Wegfall der Peznsionsbeiträge der Civilstaatsdiener, sowie
der Geistlichen und Lehrer.
_ Die Gesammtiumme der Ueberscbüsse ist im Staats- baukbalts-Ctat, wie bereits gestern erwähnt, für jedes der Jahre 1890 und 1891 auf 92 620 414 „M, 9 262100 „46. mehr als in den
beiden Vorjahren, Veransciclagt worden. An dieser Summe parti- zipiren in hervorragender Weise die Staatseisendabnen mit 30470335 „M, die Zölle und Verbrauchssteuern mit 24818029 „jk, die direkten Steuern mit 23059440 „FC, die Forsten mit 7 345100 „44 Wir bemerken hierzu Folgendes: Der, ordentliche Etat der Staatsbahnen ergiebt 81 129 850 „44 Einnahmen, denen 50 659 515 „is: Auéßaben gegenüberstehen. Dabei ist die Einnahme aus dcm Personinderfehr auf 24 490000 akk (+ 1 872 000 ckck), die aus dem Güterverkek'r auf 52 641000 „M (+ 6700 500 „FC) veranscbiagt. Tie *.*?usxxaben sind, meist in Folge von SteUenvermebruxg, um 6525 230 „;(-. höher an. geseßt. Drr Antbeil Sachsens_ an den reich§ge1chlichsn Zöllen und Verbrauchssteuern betragt nach dem Reichsbausk'alis-Ctat 20127760 „46, die Schlackristeuer ist mit 4369 700 „56, die Urbergangsabgabe iür rkreinsländiscbes Fleiscbwcrk mit 103 700 „46, beide Steuern nach einem dreijährigen Durchschnitt mit 403 400 „x mehr, angejrßt. Tie, Jabreöbeträge der direkten Steuern find veranschlagt: Einkommensteuer 19262 930 „FL (+ 2044900 M), Gruydstruer 3160000 .“ (+ 135500 .“), Urkundensiemdel und Erbxchastssteuer 2111000 «11: (+ 100000 «“ck, Steuer vom Gewerbebetrieb im Umbxrzieben 263 000 „FC (+ 4000 .“). Hinsichtlich der Einkommensteuer ist zu bemerken, das; wie in den früheren Jahren, so auch in den beiden [eßien Jakrcn die Einkünfte aus Gehalt und Löhnen den wesentlichsten Anxheii an den Voranschlag übersteigenden Einnahmen gehabt haben. Nächst die:"en haben dazu die Einkünfte aus Handel und Gewerbe, und in dritter Linie diejenigen aus Renten beigetragen, welcbe [eßteren troß dcs weitkren Rückgangs des Zinsfußes in dem Jahre 1889 eine größere Steigerung gezeiqt haben, als in den zuleßt voraus.]egangenen Jahren. AUÖ die Einkünfte aus dem Grundbesiß haben sich wieer etwas höher xiesieÜt, doch fäÜt diese Erhöhung zum weitaus größten Tkeil auf die Sjädte. Nach diesen Erfahrungen und mit Rück- sicht auf die Ziznabme der Zahl der SteuerpfiiÖtigcn ist es unbedenkltck) erichienen, die Einnahmen höher als in der ; leyten Etatöperiode zu veransÖlagen. Die 3251 der Grundsteukr- einkeiten ist von 75 799 327 .“ am 2. Termin 1888 auf 77 461 155.“ am gleichen Termin 1889 gestiegen und dürfte dem entsprechend bis zum 2. Termin 1890 um eine weitere Million steigen, Die Ein- stel1ung des Urkundenstempel- und Erbfchafisteuer-Ertrages ist unter dem Durchschnitt der Jahre 1886 bis 1888 (d. i, 2236 579 „ja) erfolgt, da ein wesentlicher Rückgang erwartet wird. Die Aus- gaben der Verwaltung der direkten Steuern sind gegen das Vor- jahr um 175000 «ck böber angeseßt, naguntlicb in Folge Ver- mehrung des Beamtenpersonals und tbeilWeiier Erhöhung der Besol- dungen. Die Forstverwaltu n 9 erscheint mit einer Mindrreinnabme von 98 940 „46 gkgen das Vorjahr, namentlich in Folge der Herab- seßung des Durchschnitteerlöies für den Festmeter Derbbolz von 13,80 ck auf 13,60 „ji, und einer Mebraußgabe von 55 060 „FC, bei der 11.21. eine Neureaylirung der Dienstaufwandsvergütungen der Oberförster vorgesehex iii.
Der außer_orde_nt[iche StaatßbaußbalfS-Etat hat nur Auf- wendungen fur Eisenbabnzwecke zum Gegenstand und umiaßt einen Betrag von 22556150 „js, welcher aber nicht durch kiki? An- leihe, sondern aus_ den rechnungßmäßigen Ueberschüffen und so::stiaen verfugbaren Bestanden des mobilen Staatßvnmöqens gedeckt Werden soll. Unter den einzelnen osten befinden sich 7 314 600 .“ für Um- bauten und Erweiterungs aujen von Bahnhöfen, 134000 .“ für weitere Ausdehnung der Gasbeleucbtung in den Personenwagen, 5987 000 .“ für Vermehrung der Betriebömittel und 9300 000 .“ für den Bau neuer Eisenbahnen.
Mecklenburg-Srhwerin. Sternberg, 14. November. Meckl. Viachx. Dex Landtag wurde gestern hier in der irche feierli erönnet. Als Schwerinfche Kommiffarien waren anwesend der Staats-Minister von Bülow und der Staatsrath Buchka, aus Streli der Kammerdirektor von Engel. Als Kontributidn ist fiir chwerin 8/10, für Streliß 7/10,Edikt, fiir die Justiz die Prolongation des bis: herigen Etat s bis 1895 vorgeschlagen. In der heutigen Sitzung wurden die eingegangenen Etats der Schwerin er Justiz: verwaltung und der Rezepturkasse und der Strelißer C entralst'euerkcis s e an die betreffenden Kommitten, be- iehungsweise_an die Stargarder Stände überwiesen. Sodann Landen Komnnttenwahlen statt. Zum Vorfisenden der Kommitte für Verstaatlichung der Privatbahnen ist der Landratl) von Plüskow erwählt worden.
Schwarzburg - Sonderöbausen. Sondershausen, 14. November. (Neg.: u. Nachr.:Bl.) Der Landtag?!- ausschuß für die Prüfung der Staatshaushalts- Rechnungen tritt am 18. d. M. hier zusammen.
Oesierxeich-Ungarm Pola, 14.Nc-vember. (W.T.B.) Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen ist e_m Bord der Kreuzerkorvette „ rene“ heute cZier einge- tro en. Nach dem Flaggensalut egien sämmtli 6 Schiffe gro e Flaggengala. mit der deutschen Flagge am Großtopp an. Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten die Erz- herzo e Leopold und Karl Stefan begaben fich zur Begrü urig an Bord der „Irene“, wo auch der Hafen:Admiral Barqn Pitner an Still? des erkrankten Admirals von Sterneck erschienen war. Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich landete darauf am Franz-Ipsephs-Korso, wo eine Ehrencompagnie mit dem Marme=MuFrkcorps aufgestelltdvar und wo Se. König- liche oh_e1t dix Vorstellung der Admirale, der StabSoffiziere, der artnegeijtliäzkeit, der Beamten, des Bezirkshauptmanns
Prinz den Erzherzögen Leopold und Karl Sxexbay einer) Yquab und WhmldaMend an einem Famütendmer bei z 9-va '-
„TU? , 14- November. (W. T. B.) Zu Ehren der Offizwxe des deutschen Geschwaders hatte Vize-Admiral vo_n Wiplinger heute ein Diner veranstaltet, an welchem die Kommandanten der Schiffe des deutschen Ge- schwaders, der deutsche General-Konsul, der _deutsche Vize-Konsul sowie die Spißen der hiesigen Militär: und Civilbehörden tßeilna men. Der Speisesaal war mit _den Bildern Ihrer Maje äten er Kaiser Wilhelm und Franz Joyeph sowie Milt“ deutschen und österreichischen Fahnen ge- schmückt.,V1e-Admiral von Wiplinger hieß im Namen des Marmx ommandanten die Stäbe und Mannschaften der deutschen Kriegsschiffe in herzlicher Rede willkommen und schloß mit einem mit brausenden Rufen aufgenommenén Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin und das gesammte deutsche Kaiserhaus. Auf den Toast des Vize- Admirals von Wiplinger antwortete der deutsche Kapitän zur See von Reiche. Derselbe dankte Namens seiner Kameraden und der deutschen Schiffe für die wahrhaft freundschaftliche Bemillkommnung, wies auf das heute slattgehabte Zusammentreffen der beiderseitigen hobe_n Herrscherin Innsbruck hin und _schloß mit den Worten: „Wir verehren in dem Kaiser von Oesterreich nicht nur den hohen BundeSgenoffen und reund unseres Kaisers, sondern auch den hohen ürsten, we cher unentwegt und unberührt von äußeren Ein üffen uns als ein strahlender Stern auf déxn Wege der_ Pflicht weithin voranleuchtet. In diessm Sinne bringe ich. ein dreifaches Hoch auf den Kaiser von Oesterreich, dre Kaiserin von Oesterreich und auf das ganze Kaiserliche Haus aus,“ _ In das Hoch stimmten die An- wesenden dreimal begeistert ein.
Der Vertreter des Statthaltereileiters, Hofrath Neya, sowie der Präsident der Seebedörde, Baron Alber, und der Bürgermeister Bazzoni erwiderten heute den Besuch des Kommandanten des deutschen Geschwaders, Kapitäns zur See von Reiche.
Prag, 14, November. (W. T. B. Der Böhmische Landtag erklärte h_eute, in olge Auf orderung des Oberst- Landmarsthalls Fürsten Lob owiß, einstimmig diejenigen Abgeordneten, welche seit dem 10. November ohne Urlaub den Sitzungen des Landtages fernbliebcn und ihre Abwesen- heix nicht rechtferttgten, als ausgetreten. Durch diesen Beichluß erscheinen die deutschen Abgeordneten, welche Exxxhaltung von der Theilnahme an den LandtagL-Sißungen be1chloffen hatten, ihrer Mandate verlustig.
Budapest, 14. November. (W. T. B.) Der „Nemzet“ erblickt in der Inpsbrucker Entrevue einen neuen Beweis für die Jnnigkeit der deutsch-ösierreichischen Allianz, von den Völkern der Monarchie, inSbefondere auch von Ungarn werde die Begeßnung der beiden Kaiser in Innsbruck mit der freudigsten und herzlichsten Theil- nahme begleitet.
Großbritannien und ?rland. London, 14. November. (W. T. B.) Bei dem getern in Bristok veranstalteten Baxikett d§r_ Kpnservativen hielt der Präsident des Handrls : thjiermmß Hicks=Veach eine Ansprache, in „welcher er der Hoffnung Ausdruck gab, die Fusion der Konservativen und Unionisten vor den Wahlen unter dem Namen der Unionistisckzen Partei fich voUziehkn zu sehen. Im Kabinet befinde sich kein Mitglied, welches- nicht bereit wäre, jedes Opfer zu bringen, um die Regierung durch den Eintritt unionistifcher Führer in das Kabinet zu stärken.
Frgnkreixh. Paris, 14. November. (W. T. B.) In der heutigen Sißung beichästigte sich die Deputirten kammer nut Wird lpriifyngen. Gegen 7 Uhr Abends theilte der p)."OUUOUickZ-L Prästdsnt Floquet mit, daß etwa 360 Wahlen für güliig xrilärt worden seien, und daß nunmehr die Bil- du_ng des deximtiyen Bureaus erfolgen könne. Die Kammer be1ch1oß, die Wahl des definitiven Bureaus am nächsten Sonnabend vorzunehmen und setzte den Brginn der_ morgenden Sißung aui Nachmittags 4 Uhr fest.
Italien. Rom, 14. November. (W. T. B.) Der bis: derige Gejandte in Madrid, Graf T ornielli, welcher als Botschaiter nach London versth ist, wird sich unver üg- 1ich auf seinen neuen Posten begeben, da der Botschafts: ath Catglgrii, ipelchsr die Geschäfte der Londoner Botschaft interiimstisch fiihrte, zum Vertreter Italiens auf dem A11t1:Sklaverei-Kon reß in Brüssel ernannt worden ist. _ Turin, 14. Novem er. (W. T. B.) Der Prinz und die PrinZesUn von Wales „find heute wieder abgereist. Der Herzog und die Herzogin von Aosta gaben ihnen bis zum Bahnhofs das Geleit.
Schweiz.' Ver_n, 13. November. Der BundeSrath hat bU dsn e1dgenö1fischen Rüthen beantragt, in Ergänzung des „_ngiaßungsdeschlusses vom 4. Juli 1815, das eid- geizqswiche Siegel und Wappen betreffend, zu b:- ]chließen: “LArt. ]. Das Wappen der Eidgeiioffenséhaft ist im rothen “.)-elde eiii aufrechtes, freistehendes weißks Kreuz, desen unter 1tch gleiche Arme je einen Sechstheil länger als
breit find.“ Das Traktanden-Verzeichniß
_ 13. November. fiir die a1x1_'25. November beginnende Wintersession der eid enömisckzrn Räthe weist folgende Gegenstände auf: Wa [ des Präsidenten und VizexPräsidenten des Bundeswths für das Jahr 1890; Geseß betreffend die Fabrik- und Handels- marken; Handelsvertrag mit Belgien; Geseß betreffend die Nationalrathswablen; ErrichtunYeines schweizerischen Landes- Museums; .Botschafi betreffend eröffentlichung der Verband- lungendereidgenösfiichenRäthe;SubventionfürdieGrimjelstraße; Neubewaffan der BundeSarmee; ferner das Bundesbudget für 1890, das udaet der Alkoholverwaltung für 1890, die Kranken- und Unfallverficherung, den Rekurs des Stadtrathes von Luzern und der dortigen Altkatbolikkn gegen den Bundes- rcithsbeixlzlyß vom 25. März, betreffend die Benutzung der Manakniskrrche iri-Luzern, eine Petition des Grütli-Vereins betreffend Unxeriagung der Exerzitien der Heilöarmee auf schweizerischem Gehiet 2c., im Ganzen 32 Vorlagen.
Das Defizit des vom BundeSrath aufgestellten Budgets für 1890 beträgt 13006000 M oder nach Abzug der außerordentlichen_ Ausgaben 4271 Fr. Mit dem Budaet für 1889 verglichen, find die Einnahmen des nächstjährigen 31.670007 r. größer und zwar bei den Liegenschaften und Kapi- taiten 32 Fr., beim Departement des Auswärti en 58000 r., beim Militärdepartcment (Puiververwaltung) 569000 7
und Eisenbahn artement 1456000 Jr. Vom Gesamm- betrag gehen ab 000 Fr. bei Verschiedenem. Die Au aben übersteigen die diedjährigen um 7 554000 Fr., die |F aus folgenden Posten zusammenseßen: Amortisation und Verzinsung der Anleihen 878 000 r., allgemeine Verwaltung 2000 Fr.,Depap- tenent des Innern 1 13000 Fr., Ju5|5ix und Polizeidepartemem 7000 Fr., Militärdepartement 3 000 Fr., Finan. und Zolldepartement 310000Fr., Jnduftrix und Landwirth-Öafts- departemsnt 183000 Fr., Post: und Eisenbahndepartement 1 603000 Fr. Dagegen fallen beim Departement des Auswär- tigen 262000Fr. (Ansatz für dieWeltausfteslung in Paris) weg Die bezügliche Botschaft des BundeSratxs bes t am Schluß: Es werde bei der nothwendig werdenden iDerhérsteUung deß finanziellen Gleichgewichts die Aufsuchung neuer Einnahmequellen die Hauptarbeit bilden, wälx rend , die Einschränkung der AUSgaben nur einen ver,- bältmßmäßig geringen Beitrag dax;- werde leisten können Zunächst werde die angebahnte edision des Zoll- tarifs auf dem Boden der gegenwärtigen Bestimmungen der Bundesverfassung „berufen und befähigt sein, der Staats: verwaltuxig neye Emnahnzequeüen zu eröffnen, wobei es selbsk verständlick) nicht aUSgejchloffen sei, zu erwägen, inwiefern auch nach anderer Richtung hin Deckungsmittel zu suchen seien.
. Türkei. Konstgntinopel, 15. November. (W. T. V.) Die Regierung erlirß folgende Bekanntmachung:
_,Die Untertbanen des Sultans ohne Unterschied der Stanke gaben durck) ihrx außerordentlich sympatbisckxe Haltung gegen. ub-r Ihren Ma_jeitatcn dem Kaiser Wilhelm und der Kaisertn_Augu1ta Victoria während Höchstderm Aufenthalts in dcr Haupiitadt cinen neuerlichen Beweis ihrer Tren? und Ergebsnbejt für ken Snlfxn. welckoc-r von der loyalen Ha1tupg der gesammten Bevölkrrung Höchst befxicdigt isi.“ * Der deutsche. Botschafter, von Radowiß, richtete" nach: stehendes Schreiben an den Großvezier:
„Anläßlich des Besuches Jbrer Majestäten des deuiscbm Kaiser- pgares kaben (1112 _Civii-. Milijär- und M*unizipal-Bebötdm gkw«tt- eisert, Ihren Maßnäten den Aufenthalt in Konstantinopel so angenehm (114 möglich zu gestalten. Auch die Bevölkerung der Stadt ohne Unter. schied ch Kultus oder Raff: gab durch ihre resrcktvolle sympathische Haimüxx cincrx neuerliÖen Berveis der Ergebenbeit für ihren Sou- veran, mdrm 112 t:_o_x3 d:;r ungkdearsn Mensckxenansammlungen jedeSmal, so_oft J.“:chMajeitakcn sich öffentliab zeigten, vollkommen Ordnung ayirecbt Wielt, Ich srackyte es demnach für meine Pflicht, durch die Vermnteiung Ew. Hobéit alley Kaiserlichen Behörden sowie den Vewcimern der Stadt, welche in 10 ausaadebntem Maße beigetragen bakßn,__ ken Gianz dcr denkwürdigen Tage d-:s Besuches Ihrer Maxeitaten zu crböben, die Gisüble der Dankbarkeit für das otto- anmli'cbe Reich auSzudrücken, welche die gesammte dcuticbe Nation
e1ee igen.“
Griechenland. Athen, 14. November. (W. TV.) Die Deputirtenkammer beendete heute die Berathung der Interpellation über die Lage Kretas und nahm mit 72 gegen 54 Stimmen eine Tagesordnung an, in welcher der Regierung ein Vertrauensvotum ertheilt wird.
Rumänien. Vukarest,14. November. (W. T. B.) Seit der Rückkehr des_ Königs fanden wiederholte Sißungkn des Ministerraths statt, welche sich mit der Frage betreffs Aufiisung der Kammer und Umbildun des Kabinets beschäftigten. Ein diesbezüglicher Besehlu? ist je- doch noch nicht gefaßt.
„Serbien. Belgrad, 14. November. (W. T. B,) Der König Alexander machte gestern seiner Mutter, der Königin Natalie, einen Besuch.
Der, bisherige Berliner Gesandte Christie hat dem Ministerium mittelst Schreiben angezeigt, daß er durch Krank- heit gehindert sei, sein Abberufungsschreiben zu überreichen.
Schweden und Nortvegen. Stockholm, 12. No: vember. (XI.) Der König, der Kronprinz und Prinz Eugen 1191“de morgen Abend mit Sonderzug nacb Gothen: burg abreisxn und von da am Morgen des folgenden Tages mit dem Tanwser„„JS_k)ryxa1-en“ sich nach Marstrand begeben, um'die dort ]eßt stattfindende Großheringsfischerei in Augen- schein zu nehmen. Die Rückkehr .nach der Hauptstadt wird am Sonnabend erfolgen.
Amerika. Washington, 13. November. (A.C.) Die Wahl der Staatsbeamten in Iowa fiel mit Aus: nahme des Gouverneurs zu Gunsten der republikanischen Kandidaten aus.
Afrika. Zanzibar, 14. November. (W. T. B.) Der engixsche General=§konsul Portal ist an Bord des englischkn Kanonenboots „Pigeon“ heute von hier abgereist-
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Parlamentarische Nachrichten.
In ,der heuti en (16.) Sißung des Reichstages, welcher die Staatsse ritäre 1)r.von Boetticher und Freiherr von Malßahn imm; andere Bevollmächtigte zum Bundes: rath nebst, Kommtffarien bewohnten, stand auf der Tag»- oxdnung die Fortjeßung der zweiten Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Feststellung des Reichs- haushalU-Etats für das Etatsjahr 1890/91, und
b"g„ chmidt (Elberfeld) wünschte eine Ausdehnung der That: ke_tt der Fadrikinspektoren, namentlich auch auf die HauSniduirie. Dazu sei eine Vermehrung der Inspektoren und d1e_ Bildung kleinerer Inspektionsbezirke nothwendig. Die Revision lege gegxmvärtig zu viel Gewicht auf die for- nialen Dinge, z., B. die Prüfung der Arbeitebücher u.dergh; die Reptfio'xi scheme fich in dem Rahmen, in dem fie Seitens der Polizeibehorde aUSgeführt werde, zu bewegen; dieselbe sollte aber vielmehr den Hauptwerth auf die Dinge legen, die M Leben_un_d Gesundheit der Arbeiter wichtig seien. Ferner sel darqus hmzunnrken, daß alle vier mit der Revision der Fabrik- betriebe boguftragten Faktoren, die Ortsyolizei, der "Krise!- remsqr, _die Beauftragten der Berungenoffen und dix bnkmipektoren , zusammen arbeiten und fich 1321 ihren Anordnungen nicht mit einander in- Wider- spruch fxßen. Wünschenswerth wäre eine MiltheilungSeitens der Regierung über das Untersuchungöresultat der Kommisfiokx- dux zur Uxitersuchung des Bergarbeiterftrikes eingefth 1“ Die Kommission verdiene und genieße volles Vertrauen; gegen- ü_ber dxtx Versuchen der Gegner der Arbeiter die Kommission, zu diskreditiren, „würde eme solcheAuskunft aßer in weiten ertse" beruhigend i_virken. Iii Bezug auf den Schuß der weibliche!1 und ]ugsndlichen Arbeiter sollten die vsrbündeten Regierungen
und das Bürgermeisters entgegennahm. Später stattete der
r., beim Finanz- und ZoÜdepartement 1086000 Fr., beim Post-
endlich ihre Zurückhaltung. aufgeben und zu pofitiven Mai? nahmen übersehen. Die Industrie könne eine V-
JWUTYUUÜYÜ der Spezial-Etat: ReichSamt des Innern. -
"nkun dieser Arbeitskräfte in dem Umfange, wie ckck (yerg Reichsrag fordere, wohl im en. Redner
“polemifirte dann gegen die gestrigen Aus ührungen der
Abg Dr. von Frege und Freiherr von Stumm und schloß mit sKer Bemerkung, daß die ganze Verantwortlichkeit für die ortdauer der gegenwärtigen Zustände aux dem Gebiete Fer Frauen- und Kinderarbeit auf die ver ündeten Regie- rungen fallen werde, wenn fie die wiederholten Wünsche des Reichsrages in dieser Beziehung auch ferner unberücksichtigt en. ließ Bei Schluß des Blattes sprach derFächfische Bundes- bevoilmächtigte Graf von Hohenthal und Bergen.
S lu beri 1 über die gestrige Sitzung des Reichstages (Der ck ßbefiéidet sich in der Ersten Beilage.)
-- Die Kommission für die Novelle zum Bankgeseß hat in ihrer gestrigen "Sitzung die von de_m Abg. Grafen St_olberg. yor- gescblagene Resolution auf Kündigung d'erAntbeiissÖeine und Verstaatlichung der Reich§bankmit10gegen 3S1immen abgelehnt. Die Spezialberatbung findet heute Abend statt.
- Die Kommission zur Vorberaibung des„_Sozialisten: gesetzes hat in ihrer gestrigen zweiten Sißung zunachst beschlossen, das bestehende Gesey der Beratbung zu Grunde_ zu legen. Die §§. 2 bis 8 wurden fast ohne Debatte, und zwar mit 16 egen 11 Stim- men in der von der Regierung vorgeschlagenen Fq ung, §. 9 nach kurzer Debatte mit 16 gegen 10 Stimmen in der bisherigen Faffung angenommen.
- Die Kommission für die GesÖäfiSordnung bgt den Antrag
eitelli: Der Reichstag wolle beschließen: „zii erklaren, daß das
andat des Abg. Dr. Bürklin durch seine Ernennung, zum Intendanten des Hoftheaters in Karlßrube nicbt erloschen sei“.
-Die Uebersicbten über die Geschäftstbätigkeir des asses der Abgeordneten in der leßtcn “Session sind Leben ausgegeben worden. Sie sind in der bisherigen sorgfältigen Art von dem Bureau-Direkwr res Hauses, Geheimer) Rechnungs- Rajb Kleinschmidt, angefertigt und zerfallen in die Redner- liste, die Uebersicht über den Staa'tsbausdalts-Etat und die Hauptübersicht. Die Rednerltste ergiebt den Taz, an Welchem, sowie den Gegenstand, über Welchen jrdsr einzelne Rxdner gesprochen hat, unter Hinweis auf die betreffenden Seiten der (xeno- ravhisckorn Berichte. Die Etatsübersicbt' macht die,]:ezugiickyen nfragen, Anträ e und Verhandlungen ersichtlich und wnit bei den verschiedenen erwaltungm sämmtliche EtaiSkitel u_1it ihren Beträgen speziel] nach. Die alpbabetiiä) geordnete Hauptuberstckot umfaßt, abgesehen von dem Staatshaushalts-Etat, alle zur Erörterung elanaten Gegenstände, unter Darlegung dcs Verlayfes dex Beratbung. ie Regierungsvorlagen sowie die Anträge zu demelben 1md darin in ihrem Wortlaut übernommen und die Verhandlungen überxin und denselben Gegenstand, auch wenn dieselben zu verschiedeixen Zeiten und bei verschiedenen Gele enbeiten stattgefunden haben, ans einer Stelle verzeichnet. Zu der Hauptübersicht gehört ein besonderes Inhalts- verzexcbnißtwelcbem eine Gesammtübersicht der VeratbungSJegenstände beige ügt ii“ .
Zeitungsftimmen.
Die Rückkehr Ihrer Kaiferlickzen_und Königli en Majestäten in die Heimalh begrüßt die „Norddeut che Allgemeine Zeitung“ m1tfolgenden Worten:
„Unser erlaucbtes Kaiferpaar kehrt heute von der_in das Aus- land unternommenen längeren Reiie in die Heimatb zuruck, wo Aller- ?Zéstdemselben die Herzen in ganz besonders warmer Wein entgegen-
agen.
Wiederum war Kaiser Wilhelm ausgezogen, von deni Streben beseelt, den Kreis seiner Anschauungen zu erweitern und mit eigenen Augen die reichen Geistesscbäye zu sehen und zu_ durchforichen, ivelÖe uns in den Ländern, die als die Wiegestätten men1chlicher Geisxesbildxmg und Kultur gelten, von längst vergangenen Geschlechtern uberliexert worden find.
Daneben Hat der tbatkräftige, so rastlos Seinem hoben Beruf bingegebene Herrscher aucb, wie hinlänglich bekannt, die freund- lichen und guten Beziehungen gefestigt und erweitert; Welche uns mit [dxndStaaten und Völkern im Süden und im Osten Europas ver-
m en.
Das deutsche Volk hat mit Stolz und Freude dexi Widerhall der jubelnden Zurufe Vernommen, welcbe seinem Kaiier in jenen Ländern entgegentönten, sowie er den Boden derselben betreten. Gallen diese Jubelrufe doch in erster Linie der Person des Monarchen, der in der kurzen Svayne seiner bisherigen Regierung das Wort König Friedricb's, der erste Diener des Staats zu sein, in so bin- gebungövoller Weise betbätigt. Sie galten aber nicht minder dem Friedensfürsten, der unablässig bemüht ist, die Bürgscbaftenvdes Ver- trauens und der Eintracht, die zwischen Deutschland und seinen Ver- bündeten und den anderen Nationen bestehen, mit dem ganzen Voll- gewicht Seiner erson zu vertreten, und mit dem Ansehen und der Würde Seines ohen Amtes Zu bekräftigen. . . . . _
Durchdrungen von dank ar freudigen Empfindungen über diese Erfolge, rufen wir beute, inniger denn je, dem hohen zurückkehrenden Paare ein herzliches „Willkommen in der Heimatb!“ zu."
bl Aus gleichem Anlaß schreibt das „Deutsche Tage- att“:
„Als unser Kaiser am Vorabend des 18. Oktpber den beimgtb- lieben Boden verlie , um auf dem Wege über Mynza sub zunachst nach Alben einzus iffen und dann nach der Tdeilnabme an_den
emlicbkoten und Festen zur VermählunßH seiner dritten cbwesier mit dem Kronprinzen von riechenland dem Sultan in Konstantinopel einm Besuch abzustatten, da ryurde diexHoffuuna ausgesprochen, daß die auf die Befestigung der inter- natidnalen Beziehungen und des europäischen Friedan Zerichtcte qlrtik, des Deutschen Kaisers und des Deutschen Retchs wre seiner tt_t die erste nordische, so jest die südöstliche Meerfabrt „Kaiser iibelm's 11. als Leitsiern begleiten werde. „
Daß diese Hoffnung eine begründete gewesen set, darf heute als unbedtpgt fieber angenommen Werden. Gleichwob1 bleibt es wahr, dgß em eigentlich politischer Zweck der O:ientreise des Kaisers ntcht zu Grunde lag. Aber vielleicht gerade desbcilb i_var die Fabrt_um io gewinnbrin nder für den Kaixer wre fur se_m Reich und für ganz Europa. : mehr die Politik den Besuchen in Athen uxld Konstantinopel fernblieb, um so aufrichtiger und ledbafter konnten die warme Begeisterung des Kaisers für das klasnscbe Land der bildenden Kunst und seine rückbaltlose Bewunderung des unvergleich- luben Morgenlandes in ihre Rechte neten ....... Noch uberqil, wo, un_ser jugendktäftiger Kaiser und König bis jest' erichienen Ut, gleichviel, ob im In- oder im Auslande, bat sein „ritterltches Auf- treten und sein großer Ernst wie seine geradfinmge, vo_n Herz?" kommende Freundlichkeit die Gemüjher der Bevölkerung ra1ch und tn bobem Ma e gefangen genommen."
Eine Betrachtun über die riedenskundgebimgen de_r leIten Zeit schließt er „Düssel orfer Anzeiger“ mit fOlgenden Worten: _
".Wenn die FriedenSausficbten gerade jeyt eine so greifbare Gestalt annehmen, so darf Deutschland die höchste Genugtbizung dJkÜkZer em finden, daß unserem Kaiser das Hauptverdiezist bierfur gebü rt. Mit Gefühlen des Danks und der Freude wxrd kk [Zei seiner Rückkehr begrüßt, und xs wird zugleich von Wie:] als XJTÖt empfunden werden, die mit 1o sichtbarem Erfoige gektcnien
riedensbemübungen unseres Kaisers, ein Jeder an seinem Theile,
kräftig zu unterüüßen und Alles, was zur weiteren Sicherung des riedens für erforderlich erachtet wird, mit Vertrauen dem Aller: öchsten Kriegsherrn zur Verfügung zu stellen.“
11 dem neuen Antrag der freifinnigen Pgrtet betreffs der rauen- und Kinderarbeit, welcher Titern auch im Reichstage zur Erörterung kam, bemerkt die „ tr aßburg er Post“:
„Während jede RegierungSvorlage, die auf das_Wobl der ar- beitenden Klassen und auf den Schuß vgn Landwirtbicbaft, Industrie und Gewerbe sicb richtet, bei den Deuticbfreifinntgen des.?)ieichstages von vornherein jeder Gegenliebe entbehrt, 1? gewöbrilich aufden bestigsten Widerstand stößt, geberden sicb _dteSmal die polchben Freunde des Hrn Richter so, als tube allem auf ihren Schultern das Wohl des Deutschen Reiches und als wären sie die einzige Partei im Reichstage, welche üder den Ausbau des Reiches und über die Erweiterung der Schuß- und_ Wohl- fahrtßeinricbtunaen zu Wachen den Beruf füb,lten.' ck1qu- cbss Zins 111168 _ kein Tag, obne daß ein -deut1chfreifinmger Antrag einge- bracht wird, merkwürdiger Weise aber_ sind die Anträge meißt derart, daß sie weniger praktische Ziele als gunstrgngitationsszcke zu ver- folgen scbeincn. Während nun der Deutscbfretsinn der Einrichtung der Fabrikinspekwren, die lediglich zum_SchuZe der Arbeiter MS erk gesetzt wurde, nie bold war, haben die Herren jeßt einen Antrag em- gebracht, die Regierung möge dem Reichstage7derx Entwurf eines Ge- !eßes über die weitere Aukdebnuna der _Arbezterieéxungeie gebung qui Frauen und Kinder vorlegen. Es ware em Ziel, de en baldige Erreichung aufs Jnnigste zu wünichen wäre, wenn die Fabrikarbeit der Frauen und Kinder ganz beseiiiat werden könnte. Dazu aber ist nach Lage der Dinge leider für lange hinazxs noch keinc_Aus- s1cht vorhandsn und man wird sicb daran genugep 1affen,myffen, die bestehenden Bestimmungen über Frauen- und Kinderarbeit streng aufrecht zu erkalten. Denn wenn die Jndustrieen, in welchen Frauen und Kinder beschäftigt werden, konkurrenzfähig auf dem Wcltmqut erhalten werden soüxn, dürfen die HersteUunngosten ixxdenielben mcbt Wesentlich erböbt Werken, und wenn auf der anderen Seite di: wirth- icbaftlicbe Lage drr in Betracht kommenden Arbeiterfamilien nicht noch mehr unter die Grenze des Notbdürstigsten hinunterßedrückt werden soll, darf das Einkommen dieser Arbeiterfamilien nicht noch mei)! beschränkt Werden. Das find die beidxn Klippsn, an denen bisher jeder Versuch einer gründlichen Abbülse gescheitert ist. Wir stehen hier eben leider unter e_iner Jiotblaqe, gegen__derrn Härte Pcb durch einfache GesetzeSvorscbrimn nicht ankommen laßt.“
Statistik und Volkswirthsthaft.
JU der Zweitea Beilane veröffentlichen wir ein: Nack;- Weisung der Ardeiterlöbne im Steinkohlenbergbau Von Mitte 1888 bis dahin 1889.
Koblcniörderung.
Die Gesammtiördsrung *.*-.uf dxn itaatlicben Gruben im_ Saar- gebiet bat, irie wir börex“, im Juli 541304, im Auguii 550 403 und im September 504 843, in Summa 1596550 r betragen. Im Vergleich zu dem cntiprechxnden Zeitraum des Vorjahres, in welchem dis Fördermxg nur 1581602 r betrua, wird diese sonach um 14 948 t übertroffén. Nur wenige Gruben haben bei der verkürzten Arkeitßzsit dieselbe Förderung wieder erreicht, wie vor dem Arisstande, Ju Fvige ker gesteigerten Nachfragr _ Eisenbabn-Verwaliungen, GaZansialten, Hüttsmverke und andere Fabriken haben ansebn1iche Vorrätde aufgrsveickyert _ und des Anwachsens der Selbstkosten diirch Erhöhung der Löhne und Vertbeurrung der Materialien bei gleichzeitiger erkürzung der Arbeitsscbichtdauer und Vcruxinderung der Arbeitsleistung sind die Koblenpreise eikxbiiÖ gcsxisßen, Tie Preissrböbungen sind mit durchschnittlich 1 „% für dir Tormr 131! dem 1. Juli für Vertrags- lieferungen und TageÖkeilrÜLMZU, und Silick abermaligxn Steigerung um durchschr.i'.tiich 80 „(für die Tonne seit der:: 1. September für laufende Aufträge in Krait Zexrcten.
Zur Arieiierbeiregung.
Wie die „21119, Corr." aur London meldet, haben am 13. d. etwa 550 Bäckermeister, darunter einige der größten Firmen, die vor! den (Gebülfen geforderie Herzkießung der ArbeitSzeit auf 10 Stunden im Tage dcwiijigt, sodaß nunmehr Aussicht auf Ver- hinderung einer ArdeiiEeinfteUun-g vorhanden ists JeHn Burns sandte Telegramme nach Deutschland, um die Einwanderu_ng deutscher Bäcker- Yiellen in London zu Verbindern, faiis drr Au-Zitand der Londoner
äckergeie0en notbwendis werdeii sollte, __
Der Ausstand Unter den Werftarbeitarn und Schiffs- stauern dsr (General Steam Navigation Company in St. Karba- rine's Werft hat ein rasches Ende gefunden, indem die Direktorrn der Gesellsckkaft die böbere Lohnforderung der Arbeiter bewiüigten. Die Direktion erklärt j:do-:H, daß sie in Anbetracht der höheren Betriebskosten ihren Wirkungskreis einschränken müffe, was natürlickp zur Enilaffung einer großen Anzabl von Arbeitern führen wird.
Handel und GeWerbe.
Nach einer Bekanntmachung der Madrider Stadt- verwaltung werden der Ziysschein Nr. 55 der Ca etas von Nr. 184 an und ff. der 1861er Anleihe und der ins- schein Nr, 20 der Carpetan Nr. 2517-2552 der 186881? An- leihe etzt eingelöst.
Verkehrs - Anstalten.
Ueker den im Reich§bauéb2lts-Ciat vorgesehenen Neubau eines Postgebäudks in Frankfarr a. M. wird uns aescbrieberi: _
Kein neuer Kaiserpalast. Unter der Ueberschrift: „Cm neuer Kaiserpalast" bat die „Freisinnige Zeitung“ übxr den tm Reichsbausbaits-Ctak vorgesedensxi Neubau eines Poitgebäudes in Frankfu-t a. M. Angxien vorgebracht, welcbe Feeignet find, die Öffentlich.- Meinung irre zi: führen. Diese ngaben Lipfcln in_dcr Bekauptang, daß !ür den Frankfurter Neu- au der PM- und Telegrapipendienst nur Nebenzweck sei, und _daß es fick) in der Hauptsache darum handeln soil, einen stattlrchen Kaiserpalast in Frankfurt zu errichten. Daß die Räume, in denen sich der Post- und Telegrapdendienst in dem 1867 mit dem Taxis'scben Posiw:sen übernommenen Haupt- postgebäude an dn Zeil in Frankfurt a. M. abwickelt, schlecht- hin unzureiÖend, für das Publikum wie für die Beamten geradezu unmöglich find, das weiß Jeder, der auch nur einen Blick_ in die drangvo11 fürchterliche Enge der Räume gctban bat, die für den mächtiq anwachsenden Vcrkebr der Mainstadt dienen müssen. Es darf 1112er darauf gerechnet werden, daß in der bevor- fiebenden Beratdung drs Post-Etats im Plenum des Reichstages der Nachweis. daß der Bar: eines neuen Poit- und Telegravbengebäudes in Frauksmt a. M. zur Sichersteli ung des Post- _und Telegrapden- dienstes absolut nothwendig und daß dieser Neubau obne'Ge- fqbrdung der wichtigsten Verkebrsintereffen durchaus unaufscbteb- ltch ist, von zuständiger Seite in bündigsjer Weise erbracht werden wird. .. .
Wie steht es nun mit dem neuen Kaiserpalast der „Freiiixmtgxn Zeitung“? Sie hat den Aniaß zudieser Gründung, die ein richtiges Luitscbloß ist, aus der Bemerkung in dem „Etats- entwurfe entnommen, worin es beißt: .Es liegt in der Absicht, in dem Neubau, ebenso wie im alten (Ye- bäude. ein Absieigcquartier für Se. Majestät ken Kaner und König einzurichten“. Dies Akstcigcquarticr soll nun, wie die
„Treifinnige Zeitung" nach Einfichtnabme der Baupläne_ der- si ert, das gesammte Mittelgescboß des ganzen Eedaudes,
außerdem vom Untergeschoß den gesammten mittleren Theil in' Ansvruch nehmen, so daß für den ost- und Telegrapbendienst noch nicbt zwei Drittel des Unter eschoffes ü rig bleiben, während das Obergeschoß zu Dimstwobnungen ür Beamte hergerichtet wird. Dabei wird aber mit Stillschweigen übergangen, daß das, was die „Xreismni eZeituna“ das ganze Gebäude nennt, lediglich der an der Straßenfront elegene Vordertbeil des Gebäudes ist, daß außer diesem Vordertbeil in der gesammten Tiefe und Breite des Grundstücks umfangreiche Seiten- unk Quergedäude geplant sind uv_d daß von dem Raum, der in dem ganzen Gebäude vorhanden iii, der bei weitem größte Theil für Zwecke des Post- und Telegravdendienftes bestimmt ist. Statt der 28 größeren und klkineren Zimmer, die na-F) der Vsrfiyxerizng der .Frcii'innigen Zeitung“ al1ein im Mittelbau für _das Kaiierltcbe Absteigequartier in AuLfiÖt genommen (ein soUen,„ rveiit der Baupian für dasselbe nur 15 Zimmer auf, gerade so viel wie das im alten Postgebäude yorhandene Absteigeqiiartier, ivenn auch in kleineren Abmeffungen, enthält. Und i_o wsmg bisher irgend Jimand an? den Gedanken gekommen itt, das “Frank- furter Postbxus wsgen des seit 1867 darin drfind (Yen. Von dem Hochseiigen Kaiier Wilhelm _ ösers benußten Karier- licben AbsteigequartierH für einen Kaiserpalast zu _balten, grade so wenig ist man berechtigt, den lediglick) aus Grunden der wichtigsten Verkehrsinieressen nothwendig gewordmen Neubau deshalb. weil in ihm, wie in dem altrn Hause, ein Aixteige- qaartier für Se. Majestät den Kaiser und König vorgesehen ist, für einen neuen Kaisxrvalast au§2ugsden. _ Handgreiflich un- richtig ist 25 endlich, wenn die .Freismnige Zeitung“, um die Errichtung des Absteigiquartiers alÖ vöüig überflüifig binxu- sjellen, avfübrt, 'das alte Gebäuxe _ioUe neben dem Neubau bestehen bieibsn. Grade um den Ersatz die!:s zum Tkeil (1119 dem 17. Jahr- bunkert stammenden, baufällgzn alten (Heiäudeß kUkÖ einen den Bedürfnissen des grgeuertigsn Vkrkedrs von Frankfurt a. M. cnt- ipteckoenden Neudau handelt Lr": ?,":ci) LU d-r Vcrlggs, drrcn Zwrck von der „Freisinnigen Zeitung“ in ärgster Wrise e.".titeUt worden 111. London, 14. Novémbrr. (W. T B.) Der Union-Damvier ,Anglian' ist heute auf der Hrimreiie in Southampton an- gckommen.
_ 15. November. (W T. B) Der Castle_-Damvfer „(Harth Castle" ist am Doanerstag auf der AUÖkkiié in Cape- own angekommen.
Theater und Musik.
Deutsches Theater.
Am nächsten MittwoÖ, der". 20, d. M. wird „Hornist: neu ein- studirt wieder auf.;enommen. Ferner findet In 'der nacbkteri Woche xvirder eine inammensteilung ron Fa_uit 1. “THcii und FMM? Tod _1tatt, und zwar am Freixag, 22., Fami 1. Theil und am Smntag,
24., Faust's Tod. „ Berliner Theater.
Gestern Akend gelangte das drriaktige_ Sckoauipisl ._Tbvra' von Heinrich Stobißer ;ur ersten Aufführung und fand de_im Publikum eine recht freundliche Aminabme. In der Tdat5311t das Schauspiel mancherlei Voxzüge, denen aker aucb _re_chx erkebli e Mängel der Komposition gegenüöerstcben. Der Versaiyer bat den Sicff seine; Schauspiels der Gechwart entlehnt; den Schau- viaß der Handlung, we1ch;e in u_n§ etwas fremdartigen Verhältnissen politischer Natur _gipieli, biixet _ ?_ngland. Ein polnischer Flüchtlir'g, Oberst Sieminskr, 1churt_ die Uwzuiriedenbeit des Volkes und agitirt_ mit allen Miikeln gegrn das mächtige Czarenreicb, Um dé" Tod (eines geliebten Weibes, weiches während Tes [cßten Polcnauiiiandcs umgekommen, und dxn Untergang srineö Vateriandes zu rächen. Sein dlinkerxHaß geht 19 Weit, daß er nicht d::vor zurückschreckt, mit dem Glück seiner abnnngs- loien Tochter Tbvra ein leichifertigrs Spiel „zu treiben. (_Er verl_obt sie mit einem rusfi7chen Kammerkcrrn, um alsdann durch ihre Hulfe wichtige Dokumente in die Hände zu dekommen. _Jede e_d_lere Regung wird nack) und nach Von der wainwißigen Rachiucht ermckt; der Vater ist bereit, sein einzigss Kind zu vrrleumden und zu cpiem, um seine nickt§würdigen Tholen zu derdecken. _Crst als Tdvra's großmüibiges Fleken ibm Freikeit und Lébkn wieder- qeben, legt rr ein schriftliches Bekennxniß Heines Vcrratbs ab, ent- lastet den Verlob!en der Tochtrr ron drm schweren Verdaqcbte eines Vaterlanksverrätbers und rettet damit der Tochter LebensFiuck. Der Vater will nun die Fluxbt crzrkiien, wirdsader daran ver rnderf_und sübni seine Schuld mit dom Tcde, _ Die Person des Verscbworers kann unsere Sympatdie ;“,icht erwecksn, da dem Charakter wabrß sixt- licbe Größe mangelt, seit“. Zcxickial ersckéeint uns nicht„mr!le1d2wurdr_ , Weil srine Handlung :*.iclét Siri Und rsin ist. Wirkungsvoiler tt die Titelbeldin, die wahrheiislicbexidr, quixicbtige Tbvra_ge5eichnet; befremden a'rer muß die schneilr, im Gsichaitston. abgewrckeite Ver- lobung der rmpfindungsvoilen iUngen _T“_ame mit xmem von tbr zwar geschäßten, aber ungeliebten Manne; water cnthck'elt sich der („Eba- rakter folgerickytiger; daI Erwachcn wirklicher Liebe zu dem Er- wäblten, das Sckowanfen zwischen der Liebe zum Vajer und zum Verlobten hat der DiÖter gesckickt und wahr zum Außdruck ge- bracht. Dcr zweite Akt läßt echt dramgtiiche Bewegzmg _er- kennen, die im crsten rrrmißt wurde. Freilich smd di: Etieite Tast nur äußerlicher Natur, aber doch im Moment von _1_tarker thkung; das zeigte sicb auch im leisten Akt. Im Ganzen Ut das Stuck em Jniriguensviel ch Verstandes, dcm iie beledende Seele, daß warme Herzblut der Empämdnng frhlt, Der Diaiog zrigionet 11ch nrcht gera're durcb Jeinfüdligkcit cker Originalixat IUZ“; em einziaes Mal, wo wirkliche poetische, Stimmung wach- gerufen wird, ist ein polnissber Dichter der_ Urheber. Frl. Buße, welche die Titelrolle gab, sprach die Ver1e sebr gui; überhaupt war ikke Leistung die vorzüglichjte_de§ Abends _und riß durcb heldenhaft? Leidenschaft und Kraft die Zu1chauer zu rauiäyendem Beifall bin. Hr.Drach verlieh dem vfiichttreuen, aber etwas 1cb_wer- müibigen Kammerherrn Vornebmheit in den Bewegxmgen und Warme der Empfindung. Die RoUc des intrigmrenden O_bersten gab Hr. Kraußneck düster und benimmt. Von den ubrzxzen _Dar- itellern 1eien noch die Hrrn. Mollet, Eckert und Baitl iowte Frl. Baumeister und Frl. Elisabeth _H'agedorn, welcbe Leßtere als Dedutantin einen recht gefallt en Ein- druck machte, mit Anerkennung erwähnt._ _'Tex:1 chaujprel .Tbyra' ging ein dramatisckes Gektckt in einem Auszug: .Der Wanderer“ von Franqoiß Coyxße worauf. Das dialogiscbe (Gedicbtift voll eÖt cich1eri1chex Stimmung uiid fein- fübliger Empfinduxrg, ciel und zart in der Svrache; „inhaltlich dieter es kin ("(On-[les Erlebnis; einer rornebuien Florentiner Courttsane. Ein armer jugendli ?er Wanderir erweckt in dem Herzen Sylvia's das er;“!e wahrhaftc Gefühl der Liebe,_ welche wiederum da§__ gesammte EmpßndungF-leben versdeit, so dax; sie den FeltebtenIanglmg zu seinem eigenen Hcile für immer aus i_rer_Nabe_.verbannt. Frl. Odilon Wrack) dic Partir des Jungltzxgs mich imd natürlich; Frl. Tondeur drückte tiefe schwarmeMche'Empfindung wirfungSvoU aus, ließ aber den ngeniaZ von zarter L_iebe'und dem Erwachen des Widerwillens vor der etgencn Lebensweije nicht scharf genug hervortreten. Der von dämmerndem Mond1icht üherfiutbete flormtinische Garten hot einen snmmungßvollen scenifchenHmtergrund für die poetischen Gc1präche. _
Sing-Akademie.
Ein junaer Vajsist, Hr. Plunkei Greene aus England, dem fchon ein sehr günstiger Rui rorauxgmg, erschien gestern im Saal drr Sing-Afademie zum ersten Mal vor dem biefigen Publikum. Mit einer sehr wohlklingenden, vdslen und umfangreichen, in allen Lagen leicht und ungezwungen qnipreÖenden Stimme verbindet der Künstler zugleich eile cdle, tie! empfindende AusdrucISweise. Die fiÉere Behandlung des Technischen, die deutliche Aussprache aucb deutscher Textcßworie und die reine Intonation zeugsn von sehr grimdlicben Studien, dic er in dem Royal-Coüege zu London unter
Hrn. Blume's (eines deuticlxen Lehrers) Leitung gemacht hat. Die
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