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Bayern. München, 17. Dezember. (Allg. Ztg.) Se. Königliche Hoheit der Prinz-Negent läßt nicht allein über das Befinden des erkrankten Staats-Ministers ])r. Frei- herrn von Lutz, sondem auch über das des ebenfalls erkrankten Geheim-Raths und Universitäts:Profeffors Dr. von Giese- brecht alitäglich mehrmals Erkundigungen einziehen. _ Se. Königliche Hoheit der Prinz Alfons kommt mit seiner Schwester, Prinzessin Elvira, bereits Mitte dieser Woche aus talien zurück. er Entwurf eines biir etlichen Geseßbuches fiir das Dsutsche Reich bes äftigte 'üngst eine Kom- misfion des General-Comités des Laiidwirths1chaftlichen Vereins in Bayern. Es entstanden meist auf Grund des Referats des Justiz:?)iatHZ Bachmaier in Neumarkt a. R. eine Rei 6 von Bei lüffen, die nunmehr redigirt, Mitte Januar das lenum des eneral:Con1ités beschäftigen werden. Dann erhält sowohl das Staats=Ministerium des Innern als auch der Deutsche "' t -_ ' „'ÜMÜÜÜZ-„d-JUÉ' diirftsn bei deffbn nacb Schluß des Reichstagks stattfindenden Plenarsißungen diese Beschlüsse als werthvolies Material dienen. Die Kammer der Abgeordneten nahm heute das Ausfiihrungsgessß zum Alters: und Invaliditäts- VersicherungSgeseß an. Der Abg. Orterer bstonte, wie der „Köln. Ztg.“ gemeldet wird, in der Verhandlung bieiiiber dieNotbwendigksit des Ausbau-Zs dirArbeiterschußgeseßgebung Uiid bedauerte die foriwäbr€iide ablehnende Haltung des Bundssratbs, wünschte Aufschluß, wann und wie das Géseß in Bayernk Mido singefiibrt werden, und tadeltc, daß die bayerische Regierung im Reichstage nicht in lthsr Lesung der Fassung des §. 80 entgegengetreten sei; bei etwaiger späterer RSVifiOil bes GeseHes solle darauf zurückgekommen wsrden. Die Abgg. von Schauß und Frhr. von Stauffenberg bktonten dem Abg. Trierer gegeniiber, daß bezüglich der Ar- lveiiersckzußgeseßxgsbung aÜeParieien €inig_1eien. Der Minister Freiherr von zeilißsch erklärte, das Geieß werde nach den Mittbsilungen der bayériscbsn Regierung am 1. Januar 1891, spätestens am 1. April 1891 eingcxfiibrt wsrden. Die Re- gierung gedenks fiir jeden der acht Regierungsbezirke eine An: stalt zu errichten; fiir Atisisilung der Beamten, bauliche Ein- richtungen, Adaptursn und Entschädigungsn der Schiedsrichter WLW? déMUächst Line Nachtragsforderung gestellt werden. Die bayerischRi-gierung babsAÜes geil!];an, um bis Zuständigkeit der LÜUDLÖ:VLTfiChékUUJSämTLk zu Wien, wie ÜL iiberhaUpt ge- wiß in Byzug auf die ganzs Gssialtung dss Geseßes die baye- risck)en_31usreff:n nachdrücklich ve1treten habe. Der “Z. 80 sei vom Rsichstage géändert worden; bei etwaiger (Heseßrevision werde dies Régierung darauf zuriickkommén. Betreffs der Arbsitsrfiirsorgs siehe “dis Negiérung hinter keinem dér Ab: ZSOTDUSTSU zuriick. Ueber die Einzslbeiien aber sLiSU ver- schi€dens Meinungen berechtigt; die bayerische ngisrung werde auch nsnsrdings im _BundLSraxb nach Eingebendsr Erwägung dsr Verhältniss Stsliimg 114313111911; näher könne er sich bsnts iiber ibis Siebung zu einzelnen_„Punkt€n iiicht aus: lasen. Ter Abg. von Gagern erkannte d€n Widerstand der Regierung gegen die centralisiiscbe Gestaltung des Geseßes als berechtigt an. Hierauf wurde das Gesetz, betreffend Uebertragbarkeit der Gemeinderecbte, in erster Lesung mit einer Abänderung der Abgg. Luß und Genossen angenommen. Bei der Vorberatbung des Geseßeni- wurfs, betréffsndAbiinderung einiger Bestimmungen desCastell'stbenPartikularrechisfragtederAbg.Burkart nach den Stand des deutschen bürgsrlichen (Heseßbuchs. Der Justiz-Minister Frhr. v. Leonrod erwiderte, das Gutachten
höherer Gerichte sei dieser Tage eingelaufen. Das Gutachten ,
des, landwirthschafilichen Generalcomités verde verlangt werden. Jedenfalls gehöre die bayerische zu jenext Regie- rungen, vel_che es sich am meisten angelegen sein ließen, daß der Entwurf Annahme finde, und zwar vorsichtig _Utid nicht Übereilt, aber möglichst bald. Der Entwurf wurde wdann an einen besonderen Vierzshnsr-Ausicbuß verwiesen.
MecklenburgÉchtverim Stsrnberg, 17. Tszsmbsr. (Meckl. Nachr.) Der Landtag vc-rbatidelte beute iiber die Vorlage, betreffend die sÜDlick)? Wasserstraßs. Die Vorfchläge der Regierung wurden meist durchweg angenommen.
Sachsen-Coburg-Gotxxa. Coburg, 16. Dezember. (Cob. Ztg.) „Se. HOHEN der Herzog in aus Springe gestern hier wieder eingetroffen.
(Ger. Ztg.)
Reuß j. L. Gera, 17._Dezember. Der Landtag nahm heute in erster und zwsiter Beratbung den Geseßentwurf, betreffend Abänderung des §. 4 des Geseßes vom 28. Dezember 1883, über Abänderung und Ergänzung einiger Bestimmungen des Statuts für dieallgemeine Beamten- wittwen:PensiOUSanstalt, an. Durch diesen Entwurf wird §. 4 in nachstehender Weise abgeändert:
.Wenn für die Hinterbliebenen eines auf gemeinschaftliche Rech- nung mehrerer Staaten besoldeten Beamten, welcher bieriands bei der Allgemcincn BeamtenwittWLn-Pensionsanstalt odér bei dék Wiitn'cn - PenfionSanstalt der Unterbeamien betbeiiigt ist auf Kosten der Gemeinschaft anderweite Fürsorge getroffc-n wird, so scheidei derselbe aus der betreffenden Pensionsimsialt aus, obne eine Rückzahlung der von ihm entrichteten Vei- träge beanspruchen zu können. Soliien jedoch bei seinem dereinsiigcn Ableben die Hinterbliebenen aus gemeinschaftliiben Mitteln eine geringere Pension bikommen, als ihnen zugestanden hätte, Wem: der Beamte vor seinem Ausscheiden aus der PenfionSanstalt verstorben wäre, so ist ihnen aus dék Lesieren der zur Ergänzung erforderliche Betrag zu gewähren.“
Die Berathung des Staatshaushalts-Etats wurde hierauf fortgeseßt und von dem Außgabe-Etat Kap. 7, Finanz- verwaltung, mit wenigen Abänderungen enehmigt. Bei der Beratbung des Einnahme-Etats pfii tete man im Wige- meinen der in dem Bericht des L'andtag-Zausfchuffes vom 13._Nov€mber 1888 niedergelegten Anichauung bei und hielt es iiir geboten, die Einnahmen in einer dem in Wirklichkeit zu erwartenden Ergebnis; mehx entsprechenden Weise einzustellen und bis Steuerkraft nur imoweit, als es dringend noth- wendig erscheint, anzuspannen. Jm Kap. 2, „Jndirékte Steusrn“- wgrde auf Antrag des Aus chuffes die Position 1 „Ueber weisungen vom Mebrertrage er Zölle und der Tabacksteuer“ um 30000 .“. auf 350000 „FH, und die Position 2 „Antheil an der Brannimeinverbrauchöabgabe“ um 20000 „,s auf 250000 916 erhöht. Bei Kap. 5 „Chaussee: und Brücken- gelder“becin1ragt der Ausschuß eine Ermäßigung der Höhe des zur Zeit erhobenen Betrages und Einstellung einer Ein: nahme bon nur 20000 «. Die Beralhung dieser Position wurde bis zum Abschluffe des Etats aUSgeseßt und hierauf Kap. 6, 7, 8 und 9 ohne erhebliche Debaxie genehmigt.
[ckckzur- -
Oesterreich-Ungarn. Wien„ 17. Dezember. (Prag. AbdblH Ihre Majestät die Kaiserin uiid Königitz, sowie hre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten Erzherzo _m Valerie und der Erzherzog Franz Salvator werden ich nach den bisherigen DiSpositionen am 22. d. M. früh mittels Separat-Hofzuges der Südbahn nach Mirqmar begeben, während Se. Majestät der Kais er und König ain Somitag Abesids mit dem Courierzuge der Südbahn dahin abreisen mir .
_ Der Ausschusz des Abgeordnetenhauses zur Verathung des Antrages, betreffend die Erxichtung von Arbeiterkammern, hielt am 14. d. M. eine Sißung ab. ngenstand der Verhandlung war nach der „Prager Ztg.“ der Antrag des Abg. Vernerftorfer, welcher dahin geht, das Ergebniß der in diesem _ Frühjahre statt: gehabten Enquete dem Subcomité zur weiteren Behandlung
zu übsrantworten. er Ab ._ L),“ JaxWes „(teilte. _a. den». * rüYJKrir er Mini
anMTndM'Negie sterial:R7kky aron Weigeispera, die Anfrage, ob er Namens der Regierung in dieser Angele enheit irgend welche Aufschlüsse zu'geben in der Lage sei. Freiherr von Weigelsperg gab hierauf Daten Über die Zah der Krankenkassen und ihrer Mitglieder, weil die Kassen die Grundlage für die Arbeiterkammern bilden folien. Danack) bestehen gegenwärtig: 549 Bezirkskrankenkaffen mit 432 718 Mitgliedern, 1323 Betriebskrankenkassen mit 307 029 Mitgliedern, 599 Genossenschafts-Krankenkaffen mit 180675 Mitgliedern. Die Daten bezüglich der Bruderladen, der Vereinskrankenkaffen und der Beiriebskrankenkaffen der Eisenbahnen und Privatunternehmuanxn sind noch nicht vol]: ständig erhoben. Es entwickelte ick) nun eine längere Debatte dariiber, ob auch Erhebungen iiber die Berufskategorien gepflogen werden soÜsn. Sodann wurde der Antrag des Abg. Psrnerstorfsr einstimmig angenommen, deSgleichen dsr Antrag des Abg. Mauthner, die Regierung zur Vorlage, weiterer Daten aufzufordern. Endlich wurden der Antrag des Abg. Schuklje, betreffend die Beibringung von Daten der BerufSkategorien Seitens dsr Regierung, sowis der Antrag des Abg. Dr. Luegsr, das Schomiié aufzufordern, baldigst Bericht zu erstatten, einbsliig angenommen.
_ 18. Dbzember. (W. T. B.) Alis Morgenbliitter, darunter auch die bervorragendsten Organe dsr oppositioneüen Richtung erklären, sich von dem das VermsszmgSrecht betreffenden Tbsil dor Rede des Minister-Präiidenien Grafsxi Taaffe (siehe die nach Sch1uß der Redaktion Lingeiroffene Depesche in der gestrigen Nummc-r)b ef t i e_d i gt. Das „Fr 8 m d € n= b lait“ b9m-„rkt, die Antwort sei so ausgesaben, wie sie ein Kaiser-
» lieber, ein österreichischer Minister babe geben miiffen; abe
wahrsn Freunde der Verfassung könntkn in der unum- wmidenen Zusicherung des Kabinetch€fs Beruhigung finden. Die „Presse“ msini, die Regierung habe durch Hinweg- räumung jeden Anlassss zu weiteren Beunruhigungen eine klare Situation geschaffen. Die Antwort bedürfe keines Kommentars, sis bedeute die ernne Zusicherung der Integrität der Verfassung. Die „Neue [reis Presse“ sieht nunmehr die Vsrfaffung außer Frage (Zertclit, nachdem Graf Taaffe die Verfassung als die alieini e rundlage fiir eine fortschreitend? ruhige Entwickeluxig bezei )net habe.
Großbritannien und Jxlaud. Lo n d o n , 17. Dezember. (A. C.) Der Herzog und die Herzogin von Edinburg reisen nächsten Donnerstag nach C ob u r g , kehren aber im Februar Mt ihxen Kindern nach England zurück.
, Zn dei-„Ü eétsrn abgehaltenen Ministerrath bildete das Vorgehen Portugals in Afrika den Hauptgegenstand der Erörterung. Nach der Verathung begab sich Lord Salis: burt) nach Wiridior, um dsr Königin Bcricht iiber die Beschlüsse des Kabitzets zu erstatten. Der portugiesische Gesandte am Hoie _von St. James bkgleitete den Premier: Minister nacb Wind1or, um der Königin Aufschlüffe iiber die Angelegenleit vom portugiesischen Standpunkte aus zu gében. Dem ernebnien_nach hat das englische Kabinet keine sndgiiltigen Beschlüsse gefaßt, sondern wii] erst die im Aus: wärtigen Amt baldigst erwarteten deiaiilirten Mittheilungen aus britischen amtlichen Quellen abwarten.
Jm südlichen anisn sind die Getreidepreise in Folge der schlechten Eriitéausstchtsn gestiegen. In vielen Gegenden herrscht große Dürre, und das Getreide ist auf einem beträchtlicbsn Fic'ichsnraum verweikt. Zn mc-breren Ort: schaftexi im Bezirk Trichinopoly haben Kornkrawalie stattgefunden. '
_ 18. Dezembsr. Die amtliche „Gazette“macht bekannt, daß der ?usammentritt desParlaments am 11. Februar n. I, er olgt.
Frankreich. Paris, 17. Dezember. (W. T, B.) Im Senat richtete beute Beaumanoir eine Interpellation an die Regierung über die EinfteUung der GebaltSzablung an den Priester Saint Vrieuc. Der Justiz-Minster T hevenet nabmfiir die Regierung das Recht in Anspruch, Gehälter einzu- behalten, und bemerkte weiter, die Regierung wokle Niemanden ver- folgen, sie wolle aber den Bürger- und Laiensiaat geachtet wissen. Nach einer Entgegnung Che-Znelong's wurde 61118 Tages- ordnung, durch welche die Seitens der Regierung abgegebenen Erklärimgen gebikiigt werden, mit 196 gegen 70 Stimmen an enommen. _ Die Beratbung iiber die gehsimen Fonds so am nächsten Donnerstag tattfinden.
_ Die Deputirtenkammer se-Ée dieWahlprüfungen fort. DerAbg.Laur tratfiir feine ahlein. Hubbard sprach dagsgen und rief durch seine Auslasxungen lebhafte Entgegnungen der boulangistischen Deputirten ervor. Mehrere De utirte wurden zur_ Ordnung gerufen. Schließlich wurde die ahl Laur's Mit 304 gegsn 198 Stimmen für ungülti erklärt. Granger begriindeie_seinen Antrag auf Amnetie fiir alie_ vom obersten Gerichtshof Verurtheilte und iorderte di? Dringlickzkeit. Justiz=Minister Thevenei erwidxrte,_die Regierung könne für die vom obersten Gerichts- hbfe ichuldig befundenen Unruhestifter, welche das Land auf: wie elten, Amnestie nicht MWÜhkéU. Die Regierung werde M' de walten lassen, sobald es fick) nicht um An riffe auf Personen und Eigenthum handle. Leveille unter tiißte den Antrag auf Dringlichkeit und erklärte, feine Wähler hätten i(Zn mit dc'm Auft:age,_ gsgen den Urtheilsfpruch des obersten
erichlshofs zu proteytirxn, gewählt. Hierauf wurde die Dringlichkeit mit 338 gegen 61Siimmen abgelehnt. _ Ein weiterer Antrag Moreau's auf Dringlichkeits- erklärung des Antrages, betreffend Amnefttrung von Strikever ehen aÜein, wurde ebenfails nach Bekämpfung durch den Zustiz-Minifter Thevenet mit 190 gegen 155 Stimmen verworien.
Italien. Rom, 17. Dezember. (W. T. B.) Der Minister-Präfident Crispi legtc heute der Kammer diplomatische Schriftstücke vor, betreffend Bulgarien, Kreta, Aethiopien, sowie den Sklavenhandel im Rothen Meere und an der Küste von Zanzibar, ferner im Ein: vernehmen mit dem Kriegs-Minister solche, welche die B e s e Hu ng Herens und Aßmaras betreffen. DerPräsidentderKammer verlas ein Schreiben dss kürzlich in Pavia zum Deputirten gewählten Professors Sbarbaro, in welchsm dieser für die GültigkeitSerklärung seiner Wahl dankt und die Erwartung ausspricht, daß der Präsident seine Frxilassung veranla en werde, damit er den Eid leisten und jein Mandat (LUSÜ en könne. Ein Antrag CrisPi's, die Bureaus soliten fich morgen mit der Frage beschäftigen, ob Sbarbaro in Freiheit zu seßen sei, wurde mit großdr Mehrheit angenommen.
Portugal. Lis saboiz, 14. Dezembsr. (P. C.) Ein Königb'dches Dekret berust-die- psrtugissi-ßben Cortes auf- den 28. d. M. ein. An diessm Tage wird König Karl den Eid auf die Verfassung ablegen und die Feier seiner Thron: besteigung begehen.
Schweiz. Bern, (W. T. B.) Der
17. Dezember.
"Nationalratb hat den FusionSverirag zwischen der
Jura:Berrx-Luzern-Bahn_ und den Schweizer West: bahnen einstimmig genehmigt.
Griechenland. Athen, 18. Dezember. (W. T. B.) Die Regierung hat eine Antwort auf bis Interpellation von Dslyannis iiber die kretensiiche Atiqelegenhsit abgelehnt. Wie verlautet, beabsichtth dis Opposition, die kretensiscbs Fragd in einer neuen Form in der Kammer zur Sprache zu bringen.
Serbien. Belgrad, 17. Dszember. (W. T. B.) Die Skupschtina verwarf hsute den Antrag der Libe- ralen, betreffend die A_ufl;ebung_ des Tabackmonopo ls, an Ersaß desselben durch Einfiihrung ciner Taback:
LULU
Bulgarien. Sofia, 18. Dezsmber. (W. T. B.) Die Mutter dss Prinzen Fexdinand, die Prinzsssin Clem entine von Coburg, isi gésisrn Abend mit dem Orisnt-Expreßzuge von Wien bier eingetroffen. Der Prinz Fsrdinand war ihr bis Czaiidrod Mtgegen gefahren.
Schroeden und NoriUegen. (k.) Stockholm, 14. De».- zember. Das Siaatscompioir bat dsm FinaquFiinisterium di? gewöhnliche Uebsrsicht iiber die mutbmaßlich€n Staats- einnabmen im Jahrs 1891 iiberfandt, welch? dem Etats: Entwurf fiir das genannte Jahr zu Grunde zu [Men sind. Danach sind die ordentlichen Einnahmen zu 20 320000 Kronen gégen 19 985000 Kronen fiir das Jahr 1890 veranschlagt; höher sind 11. (1. berechnet: dib Erträge der Staatsforsten um 200000 Kronen (im Ganzsn 2200000 Kxonen), des Telegrapbenwyssns um 90000 KWULU (im Ganzsn 1 350000 Kroncn), dsr Leuchtfeuér: und Baksnabgaben um 100000 Kronen (im Ganzen 1 300000 KWUSU), wiihrend die Erträge dsr DOMÜUM um 100000 KWIWU (auf 2600000 Kronen) [)erabgessßt wordbn sind. Die so: genannten Bewiliigungen sind zu 67 380000 Kroxxen gegen 65900000 Kronen fiir das Jahr 1890 berechnet. Davon entFailen auf di:: Zöüe 38000000 Kronen (1000000 Kronen mehr), Postwesen 7380000 Kronen (480000 Kronen mehr), Branntwsinfteuer 13 700000 Kronen, Stsmpslsieuer 3 700000 Kronen, Grund: und Einkommensteuer 3700000 Kronen, Rübenzuckersteusr 350000 Kronen u. s. m. Im (33.311an wurden demnach dis Einnahmen zu 87 700000 Kronen gsgen 85 885000 Kronen im Jahre 1890 veranschlagt. Das Staats- comptoir bat fékUék dsm Finanz-Ministerium geme'ldc-t, daß die Staatsbinnahmsn im Jahre 1888 einen Uéberscbuß von 9693 605 KWUSU erbebsn habM, wovon fiir eiixen kiinftigsn Bildgewbranickilag 5 750 276 Kronen disponibel sEiEjl.
__Kbnig OScar wird, mis „Aftonbladéi“ bbricbtei, dsr Erbnmmg dess noxwegiscbsn Storrbings Mikis Februar nicbt beiwohnsn; an seiner Siebe wird der Kromzrinz nach Norwegen rkissn. König OScar “und dis? Königin werden dagegen etwas später, im März oder im April, Linc-n Besuch in NOWLJLU machen.
Dis Regierum-é. hat 9114? Konnnission niedergéseßt, welche sich iiber diE Zwsckmäßigxeit dsr Vereinigung des Post- und Telegrapbenwe1ens unier Eine Centralverwaltung gutacbtlick) äußern soil. _ Bsi Gelegenheit des Erlasses Lines neusn Eissnbahniarifes, dsr mit dem 1. Januar 11. J. in Geltung tritt, erklärt die Regierung, die Bildung eines Eisen bahnraihes in naher Zukunft in Erwägung nshmen zu wollen.
Amerika. Washington, 17. Dezember. (W. T. V.) Präsident Harrison sandte an dsn Kongreß eine Note, in welcher eine Verlängerung des internationalen Kongresses der See-Ufer-Staaten um 2 Monate vom 1. Januar 1890 ab vorgeschlaßen wird.
_ De_r Staatssskretär B aine sandte, der „A, C.“ zu- folge, auf Weisung dss Präsidenten Harrison ein Telegramm an Mr. Stanley, worin er ihn zu dem er- folgreichn Ergebnis; seiner Expsdition beglückwünscbt.
Der Finanzausschuß (Committee of Ways and Means) dis Repräsentantenhauses hat Vorkehrun en getroffen, um rasch die vorläufigen Arbeiten zu beginnen ür bie neueTarifvorlage, und zwar durch Vernehmung einer Anzahl Personen, deren J::tereffen durch die Veränderungen, welche die Vorlage vernrsachen wird, berührt mcrderi dürften.
„Brasilien. Dis „Times“ erhielt aus Lissabon, vom 15, d. folgx-nde Nachrichten:
Zwei ZUiirgliedcr d;?) letzten brafiiiinischen Kabineis sind bier angkkommen, der icäbere Premisr-Miaisisr Vicomte de Ouro Preto __und der frühere Justiz-Ministec Senhor CandiboOliveira. Dcr (Erbere bkabsiäjtißt, in Bälde einen Bericht über die Er- signiffe in Brasilien zu :eröffentlicben, Welcbsr sehr leicht die Form eines balbamtlickzen Manifestes an die Impkcialisien annehmen könnte. Es scheint" keinem Zweifel zu unteriiegen, daß di: brasilianisckie Marine nicbt ganz io a:;ti-kaiiérliib war, wie die Armee. Eine xiemlichs Anzahl von Matrosen Wurde erschossen oder Ver- baitet, treii sie ("ik alten Flagge treu blsiben wollten und Vivas für dea Kaiser erscbaiién likßén, Einem Privatbiiefe zufolge wurdsn 150 “Seeleute erschosien, was jedoch taum Glauben bsrdieüt; wenn aber auch nur 15 geopfert wurden, so wird dies die Film! zwiscben Armee und Marine erweitern. D.?m „Comercio de PZlW“ gemäß fonzentrirt die provisorische Regierung eine Abtbeilung Kriegsschiffe in Bahia, da die Stimmung der Provinz Bcsokgnii; einflöße. Die Provinz Sao Paulo hat sich gewtixert, den von der Reaierung in Vorschlaxi gebrachten Gou- berneur umzuncbmen. Der Vicomte de Ouro Preto sa t, daß er zu.n_Tods vsrurtbeilt worden und daß die Soldaten ßcbon aus- ?enxablt geweien ieien, ihr] in der Nacht vom 16. November zu er- „cbießen, „rails der Staatskireich auf Widerstand gestoßen wäre.
Afrika. .Egypten. , Kairo, 15. Dezember. Der Khedive eröffnete heute 111 Person die aus dem geseß- gebenden Rath und de_n Notabeln zusammengeseßte Versammlunß welche nm; bei außerordentlicben Gelegenheiten berufen wir . 68 Mit lieder hatten sick) eingefunden.
n der Thronrede hob er Kbedive, wie der „Times“ be- richtet wird, die Bedeuiung des neuen Geseßes fiir das Wohl der ärmeren Klassen hervor: dix völlige Aufhebung der Frohnden sei stets das Ziel seiner Hoffnungen gewesen. Die
ede fand eine begeisterte Aufnahme. Nachdem der Khedive den Saal verlassen hatte, erörterte Riaz Vas cha das Projekt ausführlich. Das Dekret hat die Wassersteuer in Ober-Egypten abgeschafft, deren Erlös sich auf 25 000 Pfd. Sterl. bsiief. Ebenso ist der Loskauf von den Frohndisnsten, welcher 112000 Pfd. Sterl. einbrachte, aufgehoben worden. An Stelle dessen soll eine Steuer eingeführt werden von
. durchschnittlich 3 Piastern auf den Morgc-n Landes, wovon
man sich für Ober=Egypten eine Einnahms von 42 000 Pfd. Sterl. und fiir Unter:Egypten eine solche von 108000 Pfd. Sterl. verspricht. Im weiteren Verlauf seiner Rede äußerte fich Riaz Pascha iiber den Plan, die 5prozentigen Zinsen der privilegirtenScbulda_uf4prozentige herabzuseßen,wo- durch 160 000Pfd. Sterl. erspart wiirden. Könne dies durchgeführt werden, so würde die Regierung von der vorgeschlagenen Steuer absehén und die Frohnden ohne die Leßtere aufheben. Der Plan bedürfe jedoch der Zustimmung Europas. Hoffent- li wsrde Frankreich es möglich finden, seinen Widerstand au zugsben. Hierauf vertagte sich der Rath 111 der Hoffnung, daß bis morgen eine Antwort von der französischexi Regierung eingehen werde. Die hiesige französische Kolonie und der „Vosphore Egyptien“ befürworteten die Zustimmung Frank- reichs dringend. _
_ 17.Dezember. (WTB) Die Gciieralveriamm- [ung hat die RegierungSvoriags iiber die Aufhebung der Jrohnarbeit Und die Erhebung eines PZiticlMags zu::
rundfteusr bis zum Betrage von 41/2 iaster pro Acker angenommen,
Zeitungsftimmeu.
“ u der Gefangennahme Uiid Erschioßung Bus iri's bmnerkt die „National:Zeitung“: _
.Sie Hinrichtung des Axabcr-Häbbiiings rccbifcriigt sub voli- kommcn durch die zahlreiäyen Grausamkeiti-n, w:!cbe er begangen; es sei nur daran erinnert, das; er ngern, Welck): „Bu dcn Dcvticben gehalten, ki? Hände abhacken ließ und fie so Zii Wissmann schickte, daß er bei dem Ucberfal] von Mbwabwa den gkiangen genomme'nc'n Nielssn abicblacbtetc, mebrerc Missionarx ermordén ließ Ic. Die Hinrichtung ch von den Negern sb iiciiirÖiktkn Axabkrs wixd 1111761“ diesen, wie unter seinen arabiscb-en Stammesgenonen jviitbm 6111811 tiefen Eindruck machen. Man darf boffkn, daß es nUnmebr mich Mit den [kisten Zuckungen des Aufstandbs zu Ende sein wird.“
Die „Norddeutsche AUgcmeine Zeitung,“ führt zum Lichen dessen, daß vorauSzuseben war„ Buschiri wxrde als ebell behandelt weiden, aus dem Bertchi des _Maxors Wissmann an den Reichskanzler vom 1. Mai dJ. iolgende Stelle an: '
„Herr Admiral Deinbard batte bis zu meinxr Ankmzfi unt Buschiri einen Waffenstiilstand geschlosskn, und hatte Buscknrt Be- dingungcn gesteüt, unter denen cr Frieden schließerx wollte. Ich babm, da ick) noch nicbt schlagfcriig war, den WaffcnstiÜiiand an, ließ jedoch Buscbiri zugleich sagen, daß ich nur mit ihm als Reb eilen berkebren würde und seine Fricdensbedingungen zuriickweisc. Die chirzgungen warin derartig, daß man sie nur mit dim Namen .lacbxer' be- legen kann. Abgesehen davon, Were ich mic?) gegen weitere Vor- schläge vonBuichiri schroff stellen, da icb mir von eineniserwlgreÉen Schlage gegen denselben mebr beisprecbe, alsxvon c1r_1_em__no§b so günstigen Frieden. Buscbiri hat denn aucb bald den_ Wansnitillitand gebrochen, indem er einen meiner Leute im Vortsrram abgesangcn hat und mit denselben mit abgebauewen Händen Und Salaams zuruck- gesandt bat.“
Weiter fiiY das genannte Watt hinzu:
„Nachdem * uschiri's Lager in dsr Näbe von quqmow gm 8. Mai genommen worden war, zog er sicb ins Innere Yirtka's zuruck. Greueltbaten kennzeichneten seinen Weg. Ends Juni uberficl er die Station Mpwapwa und tödiete dort cigenbändig den_Beamt2n der deutsch-ostafrikanischen GescUschast, Herrn Nislsxn. WabArc'nd KMax'or' Wissmann seinen Zug nach Mbwabwa ausfübrte, zog UTZ) BUfsÖlrl gegen die Küste zurück. Freiherr von Grabenreuib s(bildert 'in seinem Béricbt vom 1. November die fuicbtbaren Greueltbatcn, die Buscbiri und die mit_ ibm, „Verbitndeixn Mafiti verübten. Am 15. und 16. Oktober fiel Buscbtri's Lager in die Hände der Scbußtrupvc, Buscbiri entfloh und wußte sicb 11:93 der Niederlagen, die ibm und seinen Banden am 10. und 11. Noveniber durch die Hirn. Zelewski und Dr. Schmidt beigebracht wiirden, einer Gefangennahme zu entziehen. Der Leytgenannte der beiden .Herren soll es nach der gestrigen Meidung geWesc-n scin,'dem es gblgng, Buscbiri gefangen zu nehmen. Nun es gelungen ,ist, danAtistlfter und die Seele des Aufstandes in Deutscb-Ost-Afrika unschadlicb zu machen und der gerechten Strafe zuzuführen, wird es hoffentlich bald gelingen, din Frieden sicher zu stellen."
Ueber den Fortschriit des Schulwesens m' den Zolniscben Landestheilen schreibt die „Schlesische
eitung“:
„Seitdem die geseßgebenden Faktoren sich entschlossen haben, der stark um sich greiienden Repolonifirung in den ehemals polnischen Landtstbeiien Preußens durcb AuSnabmegcsese nachdrücklicber, als dies zum Schaden der deutschen Kultur bis in die 702r Jahre geschehen 1st,'entgegc7:zutreten, erfreut sich das Volks- und Fortbildunaqsscbul- Wesen in Posen und Westpreußen einer so wirksamen ?ursorge Seitens der Regierung, das; die Erfolge dcsselben n den lebten rei bis vier Jahren größer gewesen sind, als früher in einem doppelt so langen Zeiträume. Dre Notb- wendigkeit, den aus der Schule entlassenen polnischen Knaben. das erworbene Wissen und Können zu erhalten und nach der praktischen Seite bin zu erweitern, führie vor zwei Jahren zur Einrichtung der obligatorischen Foribildungbicbule in Posen und Wesivrcußeri, deren beute nur noch die Stadt iJ)osen entbehrt. Soweit die „vorliegenden Berichte einen Schluß zulasen, entwickelt fich „das Fortbildungsscbul- Wesen in erfreulicher Weise. . .. . Dielankge Reihe der besonderen Maß- nahmen der Regierung zur Hebung des Vol sschiilw-Isens in den polnischen Lgndestbetlen begann mit der ausnahmslosen Aufhebung des pol- nischen Svmchunterrichts. In den Vorschulen böberer Lebragstalten der Provinz Posen kam der bis dahin iakuitaiive polni|che Sprach- unterricht mit Neujahr 1888 in Wegfall, und in den unteren Klassqn der katholischen Gymnasien wurde, ebenfalls zu Anfang 1838, die deutsche Sprache beim Religionsunterrichte eingefiihrt ..... Es folgte dann später auf Grund der Gutachten der Kreis-Schulinspek- toren'die Gliederung der Volksschulen in „normale“ und .anormaic“ uiid eine wesmtliche Beschränkung der Untcrrichtspenscn zu Guniiqn elner eingehenderen Durcharbcituna und Vertiefung drs Stoffes. Die neuen Stoffpläne für die anormalen Schulen sind am 1. Oktober 1888 in Kraft etreten. Mit diesen geseylichen Maßnahmen "l)ieltjjbas Bestreben der (Zchulbehörden: neue Schulen zu griin'den, ubcrfullte
chulen besser zu organifiren, zweckentsprechende Schulhäuser zu
schaff_en, durch schnelle und strenge Ahndung der Schulversäumniffe
_ dieselben unterliegen nach der Regierungs - Polizeiverordnung
vom 26. Abri! 1887 einer Strafe von 10 4 bis zu 30 „ja _
einen regelmaßigeren Schulbesuch zu erzwingen, agitatorisä)
auftretende polnische Lehrer nach den Westprovinzen zu verfeßen
und den Provinzen Posen und Westpreußen deutscbe- katholiscbe
Lebrkräfte von dort zuiufübren, gleichen Schritt. Durch die Her-
annehung deutscher katholischer und aucb evangelischer Seminariften
und_Le[)xer aus dem Westen, deren Zahl wobl schon einige Hundert
betragt, ist es der Schulbehörde gelungen, dem Lebrermangel einiger-
maßen abzuhelfen, Uebrigens sucht die ReLierung durch die Unter-
haltung von'Nebenkbrfen in den größeren *Heminarien beider Pro-
vinzen, sowie durch die Anstellung von Lehrerinnen an öffentlichen
Volksschu'len den Lebrermangel'immer webt zu beseitigen. Wenn
iroßdem m den östlichen Pryvmzen noch Lebrermangei herrscht, so ist dieser Umstand der Hauptiacbe nach der Zurückhaltung polnischer junger Leute vom Lehrerberufe und der vorerwäbnien Vermehrung der Schulen und Schulklassen zuznschreiben. Welchen bedeutenden Aufschwunxi- der--aÜg-emcinenVolkaildung - in den -ebemals Ooann“ Landestbeilen dicse umfaffende Fürsorge der leyten Jahre zuwkge ge- bracht bat, erweisen am untrüglicbsten die Prozentzahlen der ohne Schulbildung aus Posen, Westpreußen, Ojtpreußen und Scblesien ein- gesteliten Rekruten. Während diese Zahlen im Ersaßjabre 1885/86 nocb betrugen: in Posen 7,64, in Westpreußen 6,71, in Ostpreußen 5,38 und in Schlefien1,28, find dieielben im Eriaßjabre 1888/89 auf 2,82 in Posen, 3,87 in Wesibrknßen, 3,71 in Ostpreußen und 0,82 0/0 in Schlesien zurückgegangkn.“
Das Drängen der Freisinnigen und Sozial- demokraten auf Erhöhung dsr Beamtengebiilter veranlaßt das „Posener Tageblatt“ zu folgender Bemerkung:
„Den Hrrn. Richter,. Baumbach, Singer 2c. ist es ebensowohl als jedem anderen Parlamentarier bekannt, daß dem Staat nichts mehr am Herzen lisgen kann, als Cine auskömmliche Besoldung der Beamten, weil dadurch dem eigensien Jntsrcffe des Staats an der Vewabrung und Pflcge eines unter aÜen Gesichtspunkten tüchtigen und leistungsfäbizikn Beamtenstandes wirksam gedient wird. Wenn deffenungeackptet die Opposition immer wieder mit Jiiitiativanirägen in dieser Richtung vorgibt, so ist es klar, daß sie dabei noch andere als rein sachliche ZWecke föxdern wiki, Wer, wie die Parteien dcrLinken, im W[gomeinen mit dem Staat und dm Organen dessslbcn auf ge- spannteu: Fuße lebt, bald über „Beamtenwiükiir“ klagt, bald darnaä) iracbiei, dic Bcamten mit ihrem Loose unzufrieden zu machen, kann jedenfaiis nicht für einen uneigennüßigen Anwalt der Jntkreffen dieser Letzieren gelten, am Ailchnigsten, WEnn er, wie unsere Opposition LZ ihut, dem Staat nach Möglichkeit die Mitt?! vorenibält oder bxfcbneidet, deren die Regierung dyrcbaus bedarf, Mm: fie eine durchgreifende allgemeine Aufbksieriwg der chntengebäiter berbeifübren soll. Die Jnkonssquenz, Welche in dem Verbaltsn dk! Opposition zu Tage trat, als fie zwar in dis gebotene Verstärkung der nationalen Webrkraft willigte, aber der Beschaffung der dazu bs- nötbigten finanzieÜsn Mittel ibre Zustimmung vorentbielt, txiit auch in ibrbr SteÜungnabme zu der Frage einer allgemeiner] Aufbeffcrung dcr Beamtengebälicr zu Tage. Dem Staat zur Ersüiiung dieser Aufgabe Lkbkblick)? Mcbraubgabbn zamutben, crscheint der Oppositic-n 271117 in dc-r Ordnung; die Sorge für Flüsfigmacbung der erforderlicbsn Géldjnikikl abar überläßt die Opposition anderen Leuten. Das ist eine ebenso biliige wie vcrwerfiicbe Popularitätsbafcherei, WOMit den Be- amten nicht gedient wird.“
Eisenbahn - Verordnungs - Blatt. Herausgegeben im Königlichen Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Nr.30. _ Inhalt: Erlasse des Ministcrs der öffentlichen Arbeiten: vom 4. Dezember 1889, betr. Ausführung von außergewöhnlicben Unterbaliungßarbciten und Ergäxizungsbauten zu Lasten der Titel 13 und 17a des Etats; vom 4. Dezember 1889, beir. Abänderung einiger Bestimmungen der Organisatiozi der Staatseisenbabnberwaltung und der auf Grund der- selben erlasxcnsn (Geicbäftsbrdnungen. _ Nachrichten.
Statistik und Volkswirthschaft.
Zur Arbeiter-Bewegung.
Die wichtigste Meldung aus dem Saar-Kohlenrebier ist dor folx-iende Erlaß, w:lchen dcr Bergbaupimann Brassert an die Berginspektionen 1 bis 10 gerichtet bat: '
„Im Anschluß an meine Anrveisung vom 14. d. M. und im erfolg dec Eröffnungen, Mlcbe ich an die Von dem Herrn Ober- Präsidenten am 13. d. M. empfangene Deputation gerichtet habe, ist Nachstehendes zur Kenntniß der Belegschaft zu bringen:“ _ _ '
1) Nachdem seit Mai d. I. eine Herabseßung ,der Schichtzeit stattgefunden hat, so daß für die unter que bescbäittgien Bergleute auf keiner Grube gegenwärtig die Schichtzeit vom Beginn der Ein- fahrt bis zum Beginn der Ausfahrt länger als neun Stunden datiert, auf Verschiedenen Gruben sogar noch kürzer ist, wird die Verkürzte Schichtdauer in die Arbeitsordnung aufgenommen werden, und zwar in der Weise, daß die Schicht in der Grube ausschließlich der fiir Einfahrt und Ausfahrt der Gesatiimtbclegschaft erforderlichen Zeit nicht länger als 8 Stunden dauern sou. _ '
2) Die gegenwättig verdienten Löhne sind nach dem eigenen'Axi- erkenntnis; der Bergleute im Aligemeinen außretchend. Soweit in einzelnen Fällin dis erfolgte chingesteliung „einen auSkönimitcben Arbeitsverdiensi nick)? ermöglichn solide, wrrd emexntsprecbende Auf- besserung erfolgen. Dagegen ist eme bollstandigc Gleich,- Ltellung der Löhne der einzelnen Arbeiter obne Rucksicht auf die
eistungen derselben selbstverständltch unausfßbrbar, wxe dies bereits der Deputation am 13. d. M. auSdrucklick) eröffnet worden ist. _ , '
Ick) spreche bieiback) die bestimmte Erwartung aus, das; diejenigen Bergleute, Welche die Arbcit nicbt niedergelegt haben, und welche auch gegenwärtig die weit überwixgende Mebrbxit bilden, fick) auch ferner zu einem solchen Schritte nixbt werden bm- reißen lassen. An die ausstehenden Bergleute richie ich dagegen in ihrem ei ensien Interesse die ernste Mabnuiig und Aufforderung, obne Verzug die lrbeit wieder aufzunehmen. Zuglcick) weise ich auf die von dbu Polizeibehörden veröffentlichte Bekanntmachuna hin, nach w_eicher die öffentliche Aufforderung zur Niederlegung der Arbeit obne Einhaltung der geskßlichen Kündigungsfrist nach „H. 110 des Strafgesetzbucbs mit (Gcldstrafe bis zu 600 „is oder mit Gefangmß bis zu zwei Jahren geahndet wird.“ , _
Die le te aus Saarbrücken eingygangene telegra dische Mei- dung des 5 olff'schen Bureaus stellt denUmfang des' us1ta_ndes am gesirigxn Tage folgendermaßen dax: Auf den Gruben Kohlwald, Lampenncst, Heiniß, Dechcn, Friedrichsthal uxtd (Ensdorf sind heute alle Arbeiter angefahren, in der Zeche von der eydt striken 283, iin Burbachstolien 174 Mann. In derWGrube aybacb ,ist nur die Hälfte angefahren, in Kreuzgräben strikt von der unicrirdtsrben Beieg- schaft etwas mehr als die älfte, in Sulzbach sinken drei Funitel, in Altenwald fünf Sechstc der Belegschaft.
Wie dem ,Hamburgiscbcn Cbrrcspondenten' aus Berlin geschrieben wird, haben die Sozialdemokraten in den_ letzten Tagen, nachdem in Berlin nunmehr fast sammtlicbe waerkixbaiten den 1. Mai 1890 als Feiertag crklärt haben, begonnen, die Agitation auch in die Provinzen zu tragen. In Potsdam. haben zwei Versammlun en den 1. Mai als Feiertag proklamirt, aiich in Breslau at sich eine große Vexsammlung für den 1. Mai 1890 als Feiertag ausgesprochen; der Referent war freilich aus Berlin ge- kommen, es War der bekannte Schuhmachermeister Me tier, der namentlich in der Gewerkschaf18versammlung eine große,?)ilolle ptelt. Ja Königsberg faßte eine von allenGewetksäpafteu beicbickteVexsmnm- lung cbcnfalis eincn Beschluß zu Gunsten des 1'. Mai als Feiextags. Namentlich nach den Reichstagswahlen wv im die svzialdetxiokratifchen
Führer die Agitation für den 1. Mai in diesem Sinne mit allen Kräften brtreiben. In der ausgegebenerz Parole heißt es: „Dem zu erwartenden glänzenden Siege dir Arbeiterpartei bei dxn kommenden Reichstagswahlen wird ein solcher am 1. Mai 1390 folgen. Da werden die Bauten ruben, da wird kein Schornstein rauchen, keine Maschine kreischen, öde und still wird es im, Arbeitssaale sein, denn _ Wenn der Arbeiter will, stehen 611: Räder siikl. Es wird ein Ruhetag, ein Feiertag, ein Siegeßtag sein!“
Ueber den Strike der Gasheizer ia London ließen bemerkenSWertbe neuere Meldungen nicht vor. Dsr Ertrag der Sammlung, Welche zu Gunsten der Striker am Sonntag Veranstaltet wurde, ist der „Allg. Corr.“ zufolge recht unbedeutend ausgefallen und die Londoner Gewerkvereine zeigen wenig Lust, die Sache dc'r Gasbßizer znr ibrigcn zu machen. Die größte Schwierig- keit der South Metropolitan Gaßqeseüscbaft besteht jedoch nicht_ in der Erlangung von Arbeitskräften, wndern in der Zufuhr von Kohlen. Sechs Schiffsladungen Kohlen befinden sich unterwegs. Aber die Kobienträger, und, wie es beißt. aucb
i' devß'hérverkvsrein der Seeleute und Schiffsbewer, werden AULÉ auf- '
bieten, damit die Kohlen nicbt ixi die Gasansialien gelangen.
Der Ausstarzd der GaHarbeiter in Manchester hat mit deren bedingungsloien Uebergabe geendet. Auf Anratben ibrer Führer bitten sie wieder um Ansteüung zu den alten Lobnsäyen.
Dis Koblengrubsn-Arbeiier von Ayrsbire Haben fich lcßibm „an eins Anzahl hervorragender Parieifübrcr gkwandt mit der Bitte, ihr?. Steliung zum acbtstündigen geseßlicben Arbeitstag mitzutbeilen. Von GladstonZ und Lord R. Churchilb gingcn Antworten ein. Gladstone sagt, er sei zu alt, um, noch die Initiative in einem so v.“:wickelien Problem zu er- greifen. Sqlite die_ Sache jedoch im Parlament vorkommen, so werdx cr 1e1ne beribnlicbe Anficbi nicbi bbrentbalien. VbÜig zu Gunsten des Plaxis iet Lord Randolpb Cburkbiü: .So viel ich bis jetz! ssbe, würde miei) nichts abbaiién, dafür zu stimm-In, vorausgescßi, daß die intebigenien Arbsiier selbit dafür fixd. . .. Die Gcfabxen, Miche maxi Von der ausländischen Konkurrenz befiircbtét, balls ich fiir illu- ioriicb, da jede Ilrbeiierbervegung ir: England ein? soichc im übrigen EUropa und in Amerika nach sich ziebt.“
Kunst und Wissenschaft.
DL)." “1 roféffor dcr Geschiebic (Geheime Raik) W. Von Giese- brecbt ist, wie „W. T. B.“ meldet, im der MWT dom 17. zum 18. Dezembcr in München gestorbeii. GicskbreckÜ War cincr der ausgezeicbxictsten Historiker, der M) um die deutsche Ge- schichtsfcbreibung bedeutendé Vsrdienste erworben bai. Am 5. März 1814 zu Bexlin geboren, wurde er ais Student besondkrs kon Lsovold bon Rar-fe für das Studium der Geschichie gewonnen mid wirkte ;Unächst zwanéig Fabre laixg als Lehrer am Joachimstbalschen Gymnasium Nachdmn er sodann durch einige Historisch Abhandlungen die Aufmerksamkeit des MinistersEichb0k11_etregt batte, Wardcn ibm die Mittel ZU einer wiffeiiscbafilicben Reiie nach Italien in dm Jabron1843-«45 gkwäbrt,ch1[s deren Frucbt die .Geschichie der Deutschen Kaiserzeit“ zu beiraÉzton ist. Unter anderen Zeichen dsr Anbrkennmxg wurde ibm auch der von König Friedrikb Wilbclu117. ÜUSJLsUZtL groß? Preis für ausgezeichnste instun- gen auf dem (*Hébiei dkk dkuiscbcn Geschicht? VM ier Berliner Akademie terkannt. Nacbdsm Giescbrecbt 1857 die Prbfcffur dkr Geschichie zu Königsberg übernommen, folgte ?! 1862 sinciji Ruf naeh MÜUÖM als Pro- feffor der Geichiche und Direktor dss bisioriieben Seminars, wo er nach Heinrick) von Sybei's Abgang die (Geschäfte der bistoriiÖen Kom- mission übkrtraaen erhielt. Skit 1873 war er auch Sekrstär der bistoriscbsn Klasse der Königlichcn Akademie der Wissenschaften und übernahm 1874 die Redaktion der großen bon Heeren und Ukcrt be- sonnenen Sammlung der europäischen Staatenge1chichte. 1862 wurde er in den Adelstand erhoben und 1872 zum Königlichn Geheimen Rath Ernann .
Handel und Gewerbe.
Die vorgestrigc Gcncraiversammlimg der Mälzerei-Aktien geselisibaft, vormals Albert Wrede, genehmigte die Bilanz für das abgswafene Gescbäfisjabr, xribeiite dem Vorstands Decbarge nnd sLZtL die Dividende ans" 70/0 isst. Die au§schcidendsn Bluffichtsraibstnitglichr Wurden iViEdeILiVählf.
London, 17. Dezember. (A. C.) Die Bank von Exiglamd gicbt bekannt, daß auf (Grund des neuen Münzgeseßes von 1859 alle britiscben Goldstücke uns der Zeit vor dem ngiermigsantritt der Königin Victoria zum Umtausch gegen 119152 bis zum 13, F.bruar 1890 bei der Bank eingereicht Werden müisen. _Vcni 11u1tausch zum NeUWeiibc smd nur solche Goldstücke ausgoi (bibi 1 en, welche augenscheinlich beschnitten worden smd. _
St. Petersburg, 18. Dkzcmber. (WT. B.) Der „Regisrungs- Anzeiger“ mucht bekannt, daß die durcb dcn Kaixeriickxn Ukas vom 13./25. Oktober d. J. angeordnete definitibc Abrccbnun- mit der Reichsbank wegen der in den Jabren_1877 und 1878_iemporär smittirien .Kreditbillets nunmehr bewerkiteüigt worden ici.
Submissionen im AuZlande.
Niederlande. 1) "23 Dezember: 1889. Uoiiauäsabs 7281'811 Spoorng-Uaai- Zobappy in Amsterdam im Ssuira1-Qämiuisirabia-(Jstvs: Loos Nr. 449: Lieferung “einer Platteneiiernesi Drsbbrücke an Stelle der bisherigen Krahnbriicke über die Dekfshavcner Schie mit zugehörigen Arbeiten; in zwei Abtheilungen,
Bedingungen käuflich für 2 Fl. im Bureau WSJ 611 Warksn
dis génannten Ssboum
2) 30. Dezember 1889, Nacbm. 2 Uhr. Uaathaypz- „sooruic-
Zang 18 0118 Irrsyen“ zu Axel (Provinz Zeeland) im Hause des „Herrn C- L. van Romvu: Lieferuna von etwa 200 000 kg Supcrpbospbat nnd einer Partie Chili-Salpcter.
Auskunft ertbeilt Landbausr J. van Hoeve zu Axel.
3) 6. Januar 1890. Ujvjstoris san1ch010niéu(Technisch Bureau)
tm . aag:
P Loos FWU: Lieferung der Eisenarbsiien für dcn“ Bau von vier Landungsbrücken nebst den zugehörigen Wafferpfäblen in der Brandewynsbaai (Sumntras Westküste). "
Bedingungen käufliii) fiir 2 Fl. beim Buchbandler Martinus
Nyboff im Haag. ' _ ,
Einschreibung muß durch in den Niederlandcn wobnbaste Per-
son?" erfolgen. , 4) 7. Januar 1890 im Timmerbms zu Rotierdam: Lieferung (in 2 Abtheilungen) von gußcisernen Röhren und Hiilfsstücken im Gesammtgewicbt von 1534 968 kx,- Vedingungbn käuflich für 2,30 Fl. bci Wed. P. ban Waesbcrge & Zbon, Bikebdruckerei in Rotierdam.
Verkehrs - Anstalten.
Die mittelst dcs Reichs-Posidampfers .Hobcgzollern' beförderte Post aus Australien, (Abgang von Sydney gin 11. November) ist in Brindisi eingetroffen und gelangt fur Berlin voraussichtlich am 20. 17. VT, Vormittags, zur Ausgabe.
au1burg„17.Dezrmber. (W. T. B) Der Poitda_n1bfer „Ru sia“ der Hamburg“Umerikaniscben Packetsabrt- Aktiengcsallsckxaft ist. von Hambnrg kommend, beute Vor- mittag in New-York eingetroffen. _
London,17.Dezembcr._(W T._B.) Der Castle-Datnpfer .Durobin Castle“ ist geitcrn aus der ?tmretse m Londoq urid der Castle-Dampfcr „V.)ieibven Ca ile“ aiif der Ausreisbm Durban (Natal) angekommen. 'Der U-nton - Dampfer ,thbenian“ isi beute auf der Ausreise von Lissabon abgeg-miien.
_ 13. Dezember. (W. T. B.) Der Unton-Dampfer
„. Nu b i an “ ist gestern auf“ der Heimreise in S ou t b a m pton angekommen.