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Zeiroffen war. Sodann sprachen Se. Majestät den Oberst- ieutenant von Gottberg, Commandeur des Leib-Garde- Husaren-Regiments, und empfingen um 3 Uhr Nachmittags den Obersten und Flügel:Adjutanten von Pleffen, Commandeur des 1. Garde-Regiments z. . Am Sonntag nahmen e. Majestät um 11/4 Uhr Mittags die Meldung des General:Lieutenants und General-Adjutanten von Versen anläßlich seiner Ernennung zum Commandeur der Garde=Kaval1erie-Divifion entgegen. Heute Vormittag arbeiteten Se. Majestät zunächst aUein. Um 10 U r fand eine Jagd auf Fasanen und Hafen in der nächsten mgebung des Neuen Palais statt, von der Se. Majestät aegen 11/4 Uhr zurückkshrten. Nach der Mittagstafel sollte die Uebkrsiédelung des Kaiser- Lib?" Hoflagers nach Berlin mit Sonderzug um 31/4 Uhr 0 gen.
bei Ihrer Majestät dsr Kaiserin und Kbniain der Königliche Kammerherr von Buch auf Schloß Stolp-x a..-.O.
_ Jhrs Majestät die Kaiserin und Königin Augusta wohnte gestern dem Gottesdienst in _der Kapslle des Augusta-Öospitals bei und empfing den Veduch Sr. Groß- herzoglichen Hohsit des Prinzen Wilhelm von Baden.
Heute findet bei Ihrer Majestät, wie anährlich, im König: lichen Palais ein Diner statt, zu dem die hier akkreditirten Botschafter und deren Gemahlinnen gkladen worden find.
_ Der GenerabLieutenant von Verien, Gensral- Adjutant Sr. Majestät deZ “Kaisers und Königs, bisher Com- mandeur der KavaÜerie-Divifion des F7. Armee-Corps, welcher kürzlich in gleicher Eigenschaft zur KavaUerie-Division des Garde-Corps verseßt worden, ist zum Antritt die1er SteÜung hier eingetroffen.
_ Der Jnspecteur der Feld=ArtiUerie, General=Lieutenant JZZOU, ist nach Beendigung srines Urlaubs hisrher zuriick- ge 8 rt.
_ Der RegierungH-Affeffor Dr. jur. Brockhoff zu Breslau ist an die Königliche Regierung zu Arnsbérg vyrseßt und der RegierungE-Affeffor Schulße der Königlichen Regis: rung zu Breslau überwiesen worden. _ Die RegierungS- Z““; “» Dr. V..“. ' ..-n (:*-»I Hannover, 131. Kriege aus 9". „)rii-Zk, 1)r. *xxz aus Koblenz, Neumann aus
?irst':;.g und Gronxmri: an?. Gumbinnen haben am 21. d M. di? zwsite SiaatSpriiixng für den höhEren Ver- waltun zdbienst bsstandrxi.
- »- S M. Kr“::zsr:“Fre,x'.*-7 ,Leipzig“ (Flaggschiff des
“ Kren ze.“ LTi- fchaoabersx Komnéancm ..t: Kapitän zur SLL Plü d ds :
mcm» mit dem GEZÉWOE ..Zhef, CoPrs-Jldmiral Dein-
ha?); (711 Bord, ist am '„3, Tezembcr in Port Said ein- JLU'RZM.
Bayern. München, 28. Dezember. Wie die „AUg. Ztg.“ mittheilt, ist der Sraats:MiUister dcs Innern, Freiherr 13511 Feilißsch, seit gesterii erkrankt; die Heilung des unge- Zährlichen Leidens werde zwei bis Ö-rei Wochen dauern. Nach dem heute ausizegebenkn VuUetin war das A(laemsinbefindkn befriedigxznd und der Parient fie'*-*-frei. Die Vertretung des MinisterH at gestern im AÜeri, »sten Auftrage der Staats- Ratb i, o._ . Dr. von Neuma:- r Übernmnmcn.
Jm Bsfinden des, I)iinister:*-1».(xsidknten [)r. Frhrn. von Luß ist Ein? erfreuliche Wendung mm Besseren Eingetreten.
Im Grieß- und Verordnungsbxatt Nr. 51 wird héute das 1.011 Sr, Königkichen Hohsit dem Prinz-Negenten u. d. 22. Dezember d. J. voUzogsne Gesxß, Abänderung einiger Bestimmungen des Geseßss über das Gebührsnwefen be- trsé'xend, publizirt. Dasselbe 11111 mit dem 1. Januar 1890 in Kraik
VFL“; *i'Ux-Zx-krg. €:;tut1gk;“'i «JLU? **».1'10 * ' 21513321.
Baden. KarlSruhe, 29. Dezember. Ter Groß- herzog hat, wie die „KarlSr. Ztg.“ meldet, den dem Mi- nisterium des Innern zur Dienstleistung beigegebenen Ge- heimen Regierungs-Rath Karl Heinrich Baader in Karls- ruhe und den Ober-Amtmann Karl Heil in Waldshut zu Ministerial-Riithen bei dem Ministerium des Innern er: nannr
Sachsen-Meiuingen. Meiningen, 28. Dezember. Das „Regierungsblait für das Hsrzthum Sachsen:?!)ieiningen“ veröffentlicht eme Ministerial- ekanntmachung vom 25. d. M., betreffend den Nachtrangertra vom 30. März 1889 zum StaatSvertrage vom 11. Novsmkgxer1878, die Zusammenlegixng der Bezirke mehrerer Land- Lerichte zu gemeinsamen Schwurgerichtsbezirken etreffend.
_ Sachsxu - Coburg - Gotha. Co burg , 27. Dezember. Die „(Hememschaftliche GeseßSammlang fiir die Herzogthümer Coburg und Gotha“ enthält eine Be r o r d n u n g , die M i t - theilung von Strafnachrichten an auswärtige Re- Zl e r u n g e n betreffend, vom 30, November 1889, und eine O
_ N.Dezember. (WTB) ck16 Fxbxiigin 1,1 an der Influenza leicht
Zinisterial-Bekanntmachung, die Aufhebung der
rdnung für _das Lehramt an höheren Schulen in den sachsen:ernestmischm Staaten vom 21. Oktober 1887 und die an deren SteÜe erlassene neue PrüRxngSordnung vom 1. November 1889 betreffend, vom 30. ovember 1889.
Reus; ä. L. Greiz, 27. Dezember. (Leipz. Zt .) Se. Durchlaucht der Fürst hat fich heute Morgen nach achod m_Böhmen begeben zum Besuch Sr.Durchlaucht des Prinzen Wilhelm u Schaumburg-Lippe und zur Theilnahme an den dort elbst ?tattfindenden größeren Jagden.
Deutsche Kolonien. Den neuesten Meldungen des
„R. B.“ aus Bagamoyo über anzibar, vom 29. d. M.,
ZufFlge,t hat fich das Befinden min Pascha's wieder ge- e er.
Oefterreich-Ungarn. Wien,30. Dezember. (WTV) Se; Majefiät der Kaiser und König hat dem Ackerbau- Mmister Grafen Falkenhayn das Großkreu des Leopold-Ordens verlieben, den Minister für andes-
1)r. Gauts in den reiherrnftand erhoben unddemMinifter der Justiz raifen S önborn sowie dem Minister ohne ortefeuille, Riser von Zaleski, den Orden der Eisernen rone erster Klaffe verliehen. _ DieKonferenzen der deutschenundderczechitchen Vertrauensmänner beginnen am 4. Januar im Palais des Ministerraths-Präsrdiums unter dem Vorfiß des Minister- Yräfidenten Grafen von Taaffe. Fürst Alexander chdönburg ist ebenfalls zu den Konferenzen eingeladen wor en.
Zwischen der österreichischen und der preußischen Regierung ist vor zwei Jahren ein Uebereinkommen 111 Betreff der Vermessung und Kartirung der öfterretchisch- reu- ßiscben Landeßgrenze zwischen Oesixrrei isch?- Schlesien, Mähren und Galizien einerseits und dem preußischen Regierungsbezirke Oppeln anererseits, Ynd zwgr iM? Strecxeryn Weißwasser in Schlesien bis zur ruffi'jchen G z be? Slupna in Galizien zu Stande gekomme . Vorerst wurde diese Vermessung und Kartirung in der Strecke von Weiswaffer bis zur Einmündung der Biala in die Weichsel bei Dziedziß vorgenommen. Nach deren Durchführung wird, der „Pol. Corr.“ zufolge, nunmehr zur Vermessung und Vermarkung des weiteren, zwischen dem preußi_schen Reg:.“ökmt s- bezirk Oppeln und Galizien bis ur russnchen Grenze ei Slupna fich hinziehenden Grenxthei es gefchritten werden.
Prag, 28. Dezember. (W. T. B.) Ueber die gestrige Sißung des Exekutiv-Comités der den tsch:b öhmischen Abgeordnetsn ist von der deutschen Parteileitung folgendes Communiqué aUSgegeben worden:
_.Die Regierung hat neuerdings Vorschläge zur Abhaltung einer Konferenz über die deutsch-böbmischen Angelegenheiten gemachf. Das Exekutiv-Comité der deutsch-böbmischen Landtaas-Abgeordneten _bat gestern dic_Beschckickung einer solchen Konferenz beschlossen und fünf Verirrtrr für dieselbe nominirt."
Großbritannien mxd Irland. London, 29. Dezember. (W. T_. B.) Das „Reuter'jche Bureau“ erklärt das Gerücht, das engl_1sche_Mittelmeer-Geschwader habe Befehl Erhalten, fich im Hinblick auf die Difxerenzen Mit Portugal in Gibraltar zu versammeln ür unbegründet; ebenso unbegründet sei das_ erücht vori einem Einver- nehmen Englands mit den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika zum Zweck der Ausübung eines Druckes auf Portugal durch eine g_eme_insame Flottendemon- stration. _ De_r portugiesi1che_Gefandte Martins d'Zlnta-H überreichte dem Marquxs _vo_n Salisbury gestern die An_twort Portugals aux die jüngste Note Enélands. Wie es heißt, hätte Portugabemen Aufschub ver angt, _um Erklärungen von_ Serpa Pinto einzuholen, und sei dieser Aufschub bewilligt worden.
Wie verlautet, begiebt fich das englische Kanonen- boot „Swallow“ nach Rio de Janeiro ziim Schutze der rngljfchßn Interessen. Zwei 1ve_itere _Schisfe werden voraussichtlich demnächst von Montevideo dahin abgehen.
In Bombay ist am 25. Dezember der 6. Kongreß der indischen Eingeborenen eröffnet worden. Das „Reuter'iche Bureau“ berichtet darüber:
Die Versämmlung war von 2000 Delegirten, darunter auch einigen Tamm, besucht. Als Gäste wohnten derselben 11.21. die Parlaments- Abgeordneten Bradlaugb und Henniker Henton bei. Zum Vorsitzenden wurde eibstimmig Sir William Wedderbuxn erwählt, Welcher in seiner Eröffnung der -F",.'walt" (; “Lord "Nipows warmes Lob zoÜte. Dix briü1che HerO-“Üft [ ekéeßt akgemein vom, indischen Volk als nationale aberkar-Uns W no'ch fehle, wäre die parlamentarische Kontrole iiber inWÖe Angelegenheiten. Die Akte von 1858 habe j2n_e Kontrole verringert und die Gelegenheit genommen, Von Zeit zu Zeit Beschwerden rorzubringen. Die engiische:4 Konservativen 1011th __gleicbxalls dafür eintreten, daß eine unpartsiiscbc. parla- mentar11chr Koxitrole ds_r indischen Verwaltung in England aus- geübt werde. Dkk indiicbe Handel mit Großbritannien sei gering Wegcn de_r Armutb der indi'Öen Bauern. Die Ausfuhr von England nach Australien betrage 18 „€ per Kopf, die nach Indien nur 18 (1 per Kopf der Bevölkerung. Der englische Kauimannsstand könnte viel für die Wohlfahrt des indischen Volkes thun; dann würde auch der ande[ mit Indien reißend zunehmen. Zum Schluffe befürwortete Str W. Wédderburn die Umbildung dcs ixdiscbcn Ratbes.
Jr: dcr Sißung vvm 26. d. M. wurdcn nach erschörfender Er- örierung mebrkre Vcschlüffe gefaßt zu Gunsten der Bildung eines Myerordkntlicben Elektorats von 12 Personen für je eine Miuion Seelen dsr Bevölkcrung, wclche Vertreter in den Rcicbßratb und den Pxoyinzialraxh wählen sollen, und zwar soll mit verhältniß- maßiger Vrrtretung der Minderheiten einer auf je 5 MiUionen Einwohner kbmmen. Die gewählten Mitglieder würden eine Halfte der Gxxzmwtzabl der Mitglieder gcnannter Rätbe bilden. Die ander." Halfte 1011 theils aus Mitgliedern 8: officio, theils aus ergannten Mitgliedern bestehen. Mc. Bradlaugb wurde ersucht, aus den angedeuteten Grundlagen eine Vorlage für das Reichs- P arlament auszuarbeiten.
In einer am 27. in Bombay abgehaltenen Versammlung von_-“.1b*obammedanern unter dem Vorfiß des Kazi oder Haupt- priexiers der mobammedaniscben Gemeinde wurde ein Beschluß gefaßt, welcher erklärt, daß die Mobammedaner (xls ein Grmemwesen den indischen nationalen Kongreß beanstanden.
_ Frankreich. Paris, 29. Dezember. (W. T. B.) Der Minirter des Innern, Constans, ist in Toulouse zum Senator gewählt.
_ Italien. Rom, 28. Dezember. (W. T. B.) Nach _einer Meldung der „Agenzia Stefani“ wird der Kronprinz m _der ersten Hälfte des Januar eine dreieinhalbmonatliche Reise nach Griechenland und der Türkei antreten und von da aus de_n weiteren Orient besuchen.
Die von der „Jtalie“ gebrachte Nachri t, das Regle- m_ent über die Aufhebung der Dif erentialzölle sei _noch _mcht fertig,_ und es würden deshalb die bestehenden Instruktioneri noch einige Zeit aufrecht erhalten werden, wird für gänzlich unbegründet erklärt, mit dem Bemerken, dqß die ne_uen Instruktionen _im Gegentheil bereits erlassen seien und die Aufhebung der Differentialzökle am 1. Januar in Kraft trete.
qutn a_l. Lissabon, 28;Dezember. (W.T.B.) Heute fand die eierliche AUSru1ung des neuen Königs Don Carlos_1tc1_tt. Der König und die Königin begaben fich dazu in feierlichem Zuge, welchen der Herzog von Oporto eröffnete, nach dem_ Sihungßgebäude der Cortes. Hier beßiegen Jhre_ Majestätew den Thron, worauf König Don Carlos, indem er die Hand auf das Evangelien- buch l_egte, den _Schwur leistete, die Reli ion und die Integrität des Königreichs aufrecht erhalten, er Verfassung und den_ Gesetzen treu bleiben und für das allgemeine Wohl der Nation s_orgen zu wollen. Der Präsident der Cortes proklamirtß hierauf Don Carlos [. als König von Porta al, während die Anwesenden in ubelrufe ausbrachen, auf me the
vertheidigung Grafen Welsersheimb in das Herren- haus berufen, den Minister für Kultus und Unterricht
bxgab fich darauf in die Kirche San Domingo. Bei seinem Eintritt in das reich geschmückte Gotteshaus wurde der König vom Patriarchen empkangen. ka Tedenm wohntxn das gesammte diplomatische Corps, die Minister und die o _Tiellen Persönlichkeiten bei. Nach der Feier ahm fich der önig und die Kön“ 'n zum Stadthause, wo der Prä dent dez: Munizipalraths Sr. ajeftät die Schlüssel der Stadt über- re1chte._ Der König hielt eine Ansprache, m welcher er den Portugiesen für die ihm kundgegebene Königstreue dankte. Der Präsident des Munizipalraths verkündete der versammelten VolkSmenge darauf, daß Don Carlos 1. als König von Portugal ausgerufen worden sei. Die Bevölkerung begrüßte die Mittheilung mit lang anhaltenden Ybelmfen. Danach be,- wegte fich der Zug wieder nach dem alais von Belem zurück _ Morgen findet eine _Revue über die Truppen der Garnison statt.
"M*Zr o nung in Portu al, welcher fich in der leßten Zeit voll- zo en habe. „Die za [reich und geschäftig, denn, daß eine große politische La_nd ergösse. Bis vor Kurzem saßen fie auf dem hohen Pierde wegen des angeblichen republikanischen Sieges 11) Brasilien. Ihre Führer wurden ordentlich stolz durch die Telegramme, welche ihnen direkt von Dr. Barbosa und Senhor Constant zugingen. Asler Jubel hörte aber plößlich auf, als die Militärdiktatur in Brasilien auf ein Jahr VET": [iin ert wurde. So prahlerisch die portugiesischen Republikaner bisFer warsn, so niedergeschlagen _sind fie jest. Es hat sich sogar in ihren Reihen eine ent1chiedene Reaktion zu Gunsten der Monarchie vollzogen.“
_ Wie_ „W. T. B.“ meldet, ist die bisherige Kaiserin von Brasilien am 28. d. M. Nachmittags in Oporto gestorbxti. Eine Herzkrankheit soll die Ursache des Todes gewesen sein. Dru vorliegenden telegraphischen Nachrichten zufolge befand fich der Kaiser Tom Pedro gerade im Museum der schönrti Künste in Oporto, als der brasilianische Konsul herbeieilte und ihm den bedenklichen Zustand der Kaiserin mexdeie. Als der Kaiser in das Hotel zurückke rte, war die Kaiserin jedoch bereits verschiedsn. Der eichnam der KÜUSUL wird in der Kirche da Lapa au-destellt und dann nach L111abon gebracht werden, wo dis Beisetzung in dem Pantheon St. Vincent, *der Vegräbnißstätte der Vraganza, erfolgen wird. _(Die Kaiserin Therese, Prinzessin von Bourbon und beider Sizilien, war am 14. März 1822 ge- boren und wurde am 4. September 1843 mit dem Kaiser Pedro 11. vermählt.)
_Eine offizieUe Depesche der brasilianischen Gesandtschaft in Paris de_mentirt die Nachricht, daß _die Güter der bra- s1l_ia_ni1§he_n Kaiserfamilie konsiszirt seién. Es sei [9131 lich die m das Budget eingestellte Dotation gestrichen wor en.
Serbien. Belgrad, 30. Dezember. (W. T. B.) Bei de_g Gemeinderathswahlen hier am Orte erzielte die L_nre der Radikalen 782, die der vereinigten Oppo- sition _83 Stimmen;_ da von der Mehrheit das erforder- liche Drittel aller einge1chriebenen Wähler nicht ekreicht ist, so sind hier Neuwahlen erforderlich. In Pozarevac, dem bisherigen Siß der Opposition, sind die Radikalen durchgedrungen.
Bulgarien. Sofia, 29. Dezember. (W. T. B.) In der Sobranje erklärte der Minister des Ae_ußern ])1'. Stranski gegrnüber dem Mitglieds ddr Opposition Tschat- scheff, die Regierung thue in Bezug auf die Frage der Anerkennung des Prinzen aÜes Nothwendige, er halte es indefferx für inopportun, bezügliche Details mitzutheilen. In Bezug ans das rumänische Projekt, betreffend den Bau piner Don a u b r 11 ck € bemerkte der MinisterWräfidc-nt S t am bu low, diese Frage sei voUständig eine innere Angelegenheit Rumäniens. Tyr Krie_gs-Minifter Mizikurow hob gleichfaüs gegenüber T1chatschess hervor, es 121 unwahr, daß fick) die Militär- koxnmisston gegen das Achtmillimeter:Manlichergewehr aus: geyprochen hätte.
Die Sißungen der Sobranje wurden heute Vormittag durch __den Prinzen Ferdinand mit einer Rede e- 1chloj1en, in welcher er konstatirte, daß die abgelau ene Sesfibn Dank dem Eifer und der Thätigkeit der Deputirten eme xruchtbare gewesen sei.
Amerika. Vereinigte Staaten. New = York 28. Dezember. (W. T. B.) _Aus Barnwell (Südearolina) eingegangenen Nachrichten zufolge drang in der vergangenen Nacht eine große Anzahl von Weißen, die fich durch Masken unkenntlich gemacht hatten , nach Ueber- wältigun der Gefängnißwärter in das dortige Ge- fängni ein, wo 8 wegen Mordes verhaftete Neger gefangen gehalten wurden, führte die Neger eine kurze Strecke vor die Stadt und schoß sie daselbst nieder. Aus der Stadt und deren Umgegend hatten sich in Folge dessen die Neger in groß_er Anzahl zusammengerottet; der Gouverneur war, da Ruhestörungen befürchtet wurden, um die Absendung von Truppen ersucht worden.
Meldungen aus San Salvador besagen, daß im Be- partement CuScatlan unter der Führung des Generals Rivas, welchem eine beträchtliche Truppenzahl zu Gebote sieZe, em Aufstand aus;;ebrochen sei. Die Regierung hatte
_ dYTann Militär zur Unterdrückung des Aufstandes ab- ge an .
Afrika. Dem bereits telegraphisch ?rwähnten Brief des Dr. Peters vom_ 8. Oktober d. J. an seinen in Nürnberg lebenden Bruder ist nach dem „Nürnberger General-Anzeiger folgende Stelle zu entnehmen:
,Ich hatte nach“ einem anstrengenden Steppenmarsckw zunächst einen Freundschaftsvettrag mit dem leßten Gallasuitanat am oberen ana gemacht _(den alten fabelhaften Kokarra). Leider haben Differenzen zu einem Kampfe geführt, der am 6. Oktober in der Nacht stattfand und in welchem der (Gallasultan jödtlicb verwundet ward. Ick babe xmch nun'mebr hier zum errn des Landes gemacht. Die Gaüas sind sammtlick; vertrieben, ane örfer, die ganze Ernte des Jahres, elf Boyle u. s. w. in meinen Besiß übergegangen. Wenn ich von metyer Expedition zurückkehre, werde ich mir hier ein Rubeplätzcben einrichten. Gegen unser Unternehmen tbürmen fi_ch immer neue Schwierigkeiten auf. Gestern erfahre ich, daß von Oiten die Somalis stromaufwarts kommen, gegen die i(b Schanzen aufwerfen laffe. Ich gebe Ende diese_r Woche an den Kenia ab, nach Kitui, wo ich für das „Herz“ von Mtitel-Afrika eine Expedition mit Eseln organifire.“
aber nicbt gefährlich, es sei Woge fich über das
meldet, vorgestern auch an das Berliner Emin ascha-
die Hochrufe der vor dem ißungSgebäude der Cortes ver- sammelten zahlreichen Menschenmenge antworteten. Der Zug
Außer diesem Briefe ist, wie die „National-Titung“
C v mit 6 ein Schreiben von Dr. Peters eingetroffen, wel s eben- falls _vom 8. Oktober datirt ist. Die „National-Zeitung“ bemerkt
. Konversion
Der Berichtet alter er T' es“ in_ if bon ko gti MMFMkaiü'e “71178871" 9 " U x:
ent1ichen e:. '
epublikaner“, schreibt er, JßUd zwar '
daß auch diese Briefe noch kein Beweis gegen den Tod
K::- . ers seien, da die Nachrichten über den Untergang i des Dr. ers aus der Zeit nach dem 10. Oktober stammen. Egypten. Kairo, 29. Dezember. (R. V.) Die Antwort der franzosischen Regierung in Betreff der der egyptischen Schuld fordert die Ver- wendung des Ueberschuffes _ aus dem Ertrage der Konversion nacb B_c ahlung der für die Abschaffung der Frohnarbeit er- Krderl en Summen zur Vermehrung der egyptischen rmee und zurn Schuhe der BewäfferungS-Anlagen unter
der Kontrole einer besonderen Kommission.
Zanzibar, 29. Dezember. Ein Telegramm des „Reu- ter'schen BureaUS“ zne_1det: In der Angelegenheit der Stan- ley'schen _C'xpedition gegen T_ippo T_ip fand gestern vor dem hiesigen Konsylar-Gerichtshose die Verneh- murcrhg ?p'eiel eugen, nämlich Stanley? und Bonny's, statt. Dur ie Vertrage mit der Expxdiiion, nach welchem Leßtere alle LebenSmittel und Munition erhalten sollte, nicht nachgskommen war. Außerdem erklärten die Zeugen, daß der Neffe Tippo Tip's, Salim _Mohamed, befohlen habe, die Eingeborenen, welche LebenSmitiel für _die edition bringen würden, niederzumachen, auch die ?Zanzibariten verhindert habe, mit Denjeni en zusammenzu ommen, welche ihnen Lebens: mittel bra ten, und so eine große Sterblichkeit bei der Expedition hervorgerufen habe. Die Expedition verlangt deshalb 10000 Psd. Ster1., und dem Agenten Tippo Tip's in Zanzibar ist daraufhin verboten worden, diese Suznme, welche gegenwärtig für Tippo Tip in seinen Händen ist, an Leßteren außzuzahlen. _ Stanley gedenkt morgen an Bord eines englischen Kreuzers nach Mombas s a zu fathU, von wo er die Reise nach Egypten Mittel?: Postdampsers fort- seßen will.
Zeitungsftimmen.
Jm „Düsseldorfer Anzeiger“ le1en wir:
.Es verdient als ein: immerhin recht bemrrkenéwertbe Erscheinung hervorgehoben zu werden, daß fick) durch eine Reibe ron Weihnaéqts- betracbtungen der Blätter dießmal der Wunsch nach eine: Heritelluztg des inneren Friedens im Deutschen Reich als leitender Gedanke bm- durcbzieht. Das Verlangen nach einem einträ-Jbtigeren Zusammen- wirken aller Derek, die von dem grmiixisamen Wunsche der _Er- haltung und Fördcrung unseres reich§d€ut1chen Besitzes beseelt sind, im Dienste patriotiicbcn SÖaffenb und _nacb dem 21111115an des Parikigezänks kommt in einer ganzen Rerbe__von AU_§[_ch11111!-ig€n_ zur Geltung. Zwar wird- dieHrffnung auf die ErfuÜung dic'ks Wun1ches als eine ziemlich schwache erachtet, dock) glaubt man, daß das _Fort- dauern des H1ders so lange nicht ernstlichen SÖadkn verurjgcben könne als die Oprrfition durch ein festes Zuiammensteben dec reichs- freundlicbkn Gruppen nicdergebalten werde. Handle es sich obnebm doch nur um eine Uebergangszeit. Am Be]timmteft_2n_srrechen_dte .Hamb. Nachrichten“ diesen Gedanken aus,_ indem sie in 1brer_F-2Ub_etrachtung schreiben: .Es sind rreniger die fortdauernden Partsikambfe, Welch? der innelen Situation den friédlicben Charakter 112hmen, Ueber _erstece ließe sich, troß aller Ngcbtbeile, welche_s1e in der gsgenwgrirgen heftigen Entwicklungsphaje des noch so [UUJLU deutjchcn politischer Lebens mit sich bringen, in dem Bewußtsein bmwegkrmmch daßgvzr uns in einem Uebergangsstadium befinden,__ dem _eme benere Zeit bald folgen wird. Das Treiben der Opbomtrcn m_ Yarlameni' und
reffe mag beunruhigsnd, pkinlich und oft genug be!chck(1mend_rvirken; 73 lange aber die staatserbaltenderz, yational denkenden _un: rublendkn _ Elemente sieb zielbewußt um Kaijcr urid Kanzler icbaar'c-n, c_nt= schlossen, die wichtigsten idealen mid materiellen Jn:_er_effen__der Nation nicht pceiSzugeb-n, laufsn wir mehr Gefahr, ck_njtltcb Sckyadrn zu leiden, weder nach außen noch nach inner.“ Wett _ x_nebr ckEZeWrgmß als die riedlofigkeit auf dem Gebiet der qutetpolitti Veruryacht den meisten lättern der unaufhörlicbe Lobnfampf der Arbexier, der in den letzten Tagen im SÜÜkgibiLT die bedrohlicbste FFM (MULÖMM zu onen schien und nur mit Mühe durch das um11cht!gc_Wa[ten der leitenden Bergbebörden aebannt wcrden konnic. Der Regierung_wobl- onend gesinnte Blättkr boffen ron ds_r _Wtrkurxg der sozialrewrma- torischen Politik, daß fie allmählich die Stimmen der Vsrfubrang _er- stummen machen werde, ein Gefichtßpunxt, den der ._Hann. Cour. _m folgendem Saß behandelt: „Und wenn aus drexrm Gebiet _auä) _nqck) Vle_[, sehr viel zu schaffen und zu voUbringxn 1e:_n wird, 10 durfen wir doch auch bier getroffen Mathes in die Zukxzntt blicken imd uns der Erwartung hingeben, daß die Zeit mch! txtcbr aÜziziern 1_st,_n*o MÜ! bloß in den Tagen des Weibnaäptsfestes _dre himmlijcbe ÖoUchafx alle Lusen erfüllt und wo das „Friede aur Crdené auch die HamlunZ erer leitet, die jest den rechten Weg nchh iiicht gefunden_baben. Es ist übrigens charakteristisch, daß eine O_eij1m1ktl1che Auxfa11un.1_ der Zeit selbst nicht einmal aufSeiien der Blatter der Linken hervortritt.
um Kapitel des Arbeiters__chußes 1chr21bt die Mün ener „Aligemeine Zertrzng :_ _ _ _ „Die geseßlicben Bestimmungcn _ubex dtc_K_mderarbctt, die gx- ringe Anzahl der ' abrikinspekwren, die ubermaßig lange_Arbeiiszeit der Erwachsenen ilden beworzugie Gegenstande der sozialdemokra- tischen und sonst arbeiterfreundlichen Klagen_1m Reichstage. _Cs tst nun lehrreich, unsere Verbäliniffe an Schilderungen englischer Arbeiterzusiändc zu meffen, zu denen in_der letzten Nummer der sozialdemokratischen Berliner _._Volkstrtbune ein Londoner Artikel einen guten Beitrag liefert. Dcr Artikel schildert den Inhalt des gültigen kaetory a__11c1 1570111511011 301 vom Jahre 1878. Die Bestimmqngexi uber die Kinderarbeit lauien: Kinder unter 10 Jahren dürren m ketnemindusxrtellcn Be- trieb beschäftigt werden; bis zum 13. Jahre smd rie Kinder Halb- zeitler, d. b. sie dürfen halb so lange arbeiten ais Frauen Und jqnge Personen, deren MaximalarbeitSzeit Fro _Wocbe m den T_exttlfabrthn auf 561 Stunden, in anderen abriken auf _60 Stunden, in Werkstätten auf 65CchS_t_?n_den __ ngexYxt istÉ "edo die vierte “ 11 ne ur _ze , _ _ rxolleck Zcit arbeiten. In Deut_1chland durfen Kinder unter 12 Jahren in Fabriken uberhaupt _mcbt, K_mder zwissben 12 und 14 Jahren höchstens 6 Stu_nden taglich beschaf_t1gt werden. Exgland hat gegenwäriig 50_Fa_br1kxnspektqren und einen Cbtf-Inspektor. Sie beklagen sich standig uber die mangelhafte Durchführung des Factorv-Acts, _der fich nur auf Frauen und junge Personen bezieht, und über Arbeitßuberlastung. De_utscbland hat 48 Auf- sichtsbezirke ; ständigen Klagen über Verstöße gegxn dte geseßlicben Bestim- mungen über die jugendliche Arbeit begegnet man in den Berichten der deut- schen Beamten nicht, wohl aber verlangen auch sie na_ch mebr Beamten, zu- mal ihre Zuständigkeit größer und neuerdings m Folge der Unfall- vetsicherung :c. gewachsen ist. Eine geseßltche Arbertßzett fur Er- wachsene besteht weder in England noch in_ Deutscblqnd. Aber vo_n deutscher Seite wird häufig auf die ibatsachlicb geringere Arbeitßzext
der Erwachsenen in England verwiesen. '
haben sie dürfen sie
TschlAUZdegs ngbenA ßxZßse Arb “ , wie die Maschinenbauer, i er, aurer,_eme r : zeit ebFWigÉtundm. Der erwähnte Lyndoner Artikel fuhrt aber aus, daß keine einzige Trade Union ihre Mitglieder dazu verpflichtet habe. nicht mehr als 9 Stunden täglich zu arbeiten. Im Gegenxhetl btlde Ueber: zeitarbeit in allen Unions der 511111941(gelernten)Arbe1ter dre Regel. izr das „System der Abrackerung', das in England weiter verbreitet ex, gls gemeinhin vermutbet werde, beruft fick) der Korxesvondent auf_dte tm leßten Parlamentöreport enthaltenen Angaben uber dte Beschaftigung der Eifmbabnarbeitet Hienaib seien wahrend eines Monats 252 209
““ wurde Öargethamädaß TW MP 1917197“ "“berb'ieten, weder vor deren Beginn umb“
27066 17 und 25 525 18 Stunden_1md mebr beschäftigt_worden. ' Auf der Great Northern Railway seien 14:15 Stunden die durch- schnittliche Arbeitszeit. Ayf den deuxscben Stadtsbabnen wird man äbnlikbe Verhältnisse jedenfall: vergeblich suchen.
deutschen Viehzüchter und die aa der ausiraliiÖen Fahrt betbeiligten
' i t obne atereffe. _ _ _ Rbede-ch? tklxicéh gedachteJn Vorschriften wird zunachit fur die Dauer von
2 Jahren die Einfuhr folgender Tbiekarten und Gegenstände aus den dabei benannten Ländern verboten:
Rechtsgrundsätze über die Auflösung von Versammlungen.
einer die Auflösung einer Versammlung betreffenden Ver- waltungsstreitiache hat das Königltzbe Ober-Verwaltungs- gericht kürzlich folgende RechthrundsaHe ausgesprochen: _ Das Grundrecht dcr Staatsbürger, sicb in geschloffenen R_aur_nen zu versammeln, kann _ abgesehen von den] Erforderxi vorgangzger Erlaubnis; _ zwar duré) das GMI, aber auch4nur durch dieses bxschrarikt werden. Aus anderen alk? dextin_ dßn (ZXY? vorgesebYewGrurkden ist ' ieibe'örde ni t ere i , ie ung einer er amm ungzu dtePol z__ _1) ck 9 )FF-Üer'insdjeleméMx“ eiretene Vkrsammlun arfzulöfen. I a dem _errinsge eser ? ere -g_ abgesehenvon drm Mangel der Anzeige, _dem Eintritte von waa neten und unter Umständen von Frauen und Kindern" :- nur zulaxfig, weiin die Versammelten durck) die Erörterungen zu *Straftbaten _ange_retzt werdem, nichr. aber _ wir aus der Streich_ung des yrsrxrunglickyen Zuiayes, daß .die Verbandluug Verbrechen in sich schlreßt_ und aus dem Kommissirnkbcriebte von 1850 klar _erbcllt _ aucb s(.on_ dann, wenn nur einer der Thrilnebénery MJA dies der Redner oder ein An- derer "ein, elbsi ein? Straft at ege t. _ _ _ Jiacb sdet: Vcrfaffung (Artikel 29_und 21me 2 des_ §. 30) wird aber das Versammlungsrecht nicht bioß durch das _eremsNseYZ „son- dem in röÜia gleicher Weise diirch ]edks _andcrc »eietz _de_s «taarß beschränkt Denn in den Verbandlux1gen _ist stets und vollig unzwei- deutig ausgeiprochen, da?: der Staatsbyrger,_ auch wenxi er_ eine Vkrsammlung beruft, leiter oder_ an einer wichen Theil nimmt, allen Straf- und so::stigen Gexeßen unterworfen _bleibt. _ U_nd daraus folgt, daß die Polizribebörde (1112 ihr geießlich zustehenden Bciugniffe Und Oblicgeribeitkn wahrzu/gebmen be- rkchtigt und verpflichtet iii, einerlet, ob dte_Person oder Sache, welche das Objkft ibkés Einschreiiens bildet, gerade tbrVersammlungNesz aus- übt, oder zu deffen Ausäbbng bewußt wird. Nur wenn und nur tnwweit
nicbt gsstüßt wsrden kann, finder ibr Einichreiten gigen die Versammlung und die einzeln?" zu dieser vsrsinten Personen in den Yesiimmbngen drs Vereinsgkschs sein? Schranken. Demrntlprechcnd txt _m fruheren Entscheidungen dss Ober-Verwaltungszéricbts das aus die U11- zulänglichksit des Lokals gestützte erbot dsr Versammlung dqhm giprüft, rb d.:biclbe aus §. 10 Tit. 17 Tb. 11. dk? AÜgememen Laxdrccbts Mgen Gsfabr für Leben und_ Gesundheit oder (11125 §. 6 zu b. drs Polizeigesetzes "vom 11. Marz_ 1850 wegen Beem- träÉtigung des Straßenverkehrs zn recht_ferttgen war, und nur ÖFÖÖalb, Weil die?- bernkint Wurde, ayigebobcn worden; _dem- entspreibknd iii andererseits die WLZLU (T_UÖWLMUJ des p_oltzerliiben Ueberwackyungsrkcbtb erfolgte Auflösmtg_ einer _rolnzsch Verhandelndrn Verfxmmlung für ungerecbéfertigt erklart, weil kem Gesetz _den pri" ratin Gebrauch fremder Sprachen verbietet, das YxretnSJejelz aber die Erschwerung der Ueberwa-bung nichr als Auflomngsgrund hm- gestcllt bat. __ _ _ In dem vorliegenden Fal] (Abfloxung Liner Versammlung tm Anichluß an eine Red? dés Pastbrs _Tbumexiel) hat das Ober- rerWaltungsgcrichi anerkannt, daf; dtcxemge Aeußeruzig des Redners, wächst die Auflösung der Ver1ammluxxg_ _unmxttelbac fZlgte, eine, seibst das äußerste Maß er1.1_nchr Kritik durch ihre Form (§. 193 des StrafgeseßbUW) übxritctginde Be_le1dtgung des Erz- bischofs und der Aachener Geistlichkeit, somit et_ne durch _ die §§. 185 ff. dis Strafgesexzbucbs vcrpbxit-e Handlung 111 sich schließt, welcbe, rbirobl sie nur auf Antrag gerichtlich _verfolgt waren kann, dennoch sofr-rt ein VLTJLÖLU isi und !*.inT er1_t nacbtragltcb _durch STZUUng DLZ Antraßs zu einem iolchxn Mrd, wre zum Uebexfiuß aus dem Schlußs1tz des §. 127 der Strasyrozkßordnung klar erhellt. Da diese Handxung indes; keinen die Ver_1amn_11ung_ _zu Strsftbatixw an- rcizenden Vorschlag OOLr Anirag enthalt. [o Kasi sicb dre Auxlysung der Versammlung nicht aus dem ,I. 5 des eretnsgeixtzes_begrunden und demzufolge hat auch der Beklagte sie untér Hinweis aufden §. 10 Tiiel 17 Theil ][ deb Allgemeinkti La_n_drechts zu_ rcchtf2rttqen ßesucht, lediglich aus der allgemeixien Bsrugmß er Pol_rzet zur Ver- hütung vonbVergchen und zur Ausrscbtbaltung dil“ offentitcben Ordnung und Si er *eit. _ _ De? diesbezügli-iéen Ausführungen ist auch uribsdenklmb dahin beizutreten, daß die _ nach Annahme der Parteien _ Von dem Pfarrer Tbümmsl öffentlich vor einer zahlreichen und ?_rregtsp Vblks- mengr ausgesprrcbenen schwersn Beieid1_ungen der boch1_ten_kirchltchen Würrcnträgsr der andern Rcligi-Insrariei, vérbundxw :mt “ka offeri- baren Verhöhnung der von z-xblcciäxcn Aq42bortgew die!e_r _fur ebrwürdig gebaltsnen Gsbräucbe, al?» eine wett szr die persbnltche Réchtsverlesuxg dec Beleidigicn ZÜZÜUZZLHÉWC Otocung der offent- li 811 Sickxerrit und Ordnung si cnnzei nen _ ck War hiernach die Polizei gemäß §. 1_0 Titel17 Theil 11 des All- gemeinen Landrscbts berecbtigt, einer Forrwßiing solcher Storung vor- zubsugen, io mußte ibr Einschreiten dock) innerhalb der__durch das bestehende Rscht gezogenen Schranken sicb halten _und_m dj_eser Hinsicht laßt bereits der §. 10_indem er dic Polizci m_:r crmacbttgi,d1ezur Erreichng der dort bezeichneten Ziele .nötbigen“ Aniiaitxn xu tt_sffen __unzweideintg erkennen, daß nicht weiter, als es zur (_Erretcbxmg 1ener_Ziele unbedingt nothrvendig ist, in die persönliche Freiheit des strafbar Handelnden oder gar dritter Personen eingegriffen werden darf. Nun Zebort aber zu den rerfa'ffungsmäßigen Rechtkn der p_ersönlicben Freibetx auch das Recht aller Staatrbürger, so lange in geichloffeßen Raumen ver- sammelt zu bleiben, als nicht einer der _tm Vercmßgeseé als Auf- lösungsgründs speziell bezeichneten Mißbrauch; d_es Ver amgilungs- rechts stattgefunden hat, und zu diesen Mißbraucben gehort _die Strafthat eines Theilnebmers an der Vcrsgmmlung ritcht. Daher faßt der Beklagte die durch den §. 10 T_ttel17 Theil ][ des Allgemeinen Landrechts umschri-xbenen Besngitffe der Polizei zu Wei auf, indem er annimmt, die Auflösung emer Versammiung sei _ zwar nicht auf Grund des Vercinßgxseßes, wohl aber kraft dtesxr anderw-xiten Rechtsnorm _ immer darm etnx gesetzlich zulassige Max;- regcl, wenn sie nur ein wirksames Mittel bilde, um einer) der Ver- sammelten an der Fortseßung strafbarer Handlungen zu verhindern. Zu diesem Zwecke kann jene Maßregel vielmehr nur dann ais geseßlicb zulässig erscheinen, wenn sie zugleich das hierzu rzotbwendtgx Mittel, .die nötbige Anstalt“ ist. Einesolche Notbwendrgkertiii aber 1edenf_alls so lange nicht anzuerkennen, als die Fortseyyng der StraFthaten emes Tbeilnehmers an der Versammlung dadurch mit Erfqlg verhindert werden kann, daß die Polizei ihre Maßnahmen gegen die Perjon des Exce- denten richtet, Wobei es selbst nicht außge1chloffen sein mag, das; sie von denjenigen Befugniffen Gebrauch macht, welche ihr der §. 6 des Geseyes zum Schutze der persönlichen Freiheitdoni 12. ebruar1850 eingeräumt hat. Denn so lange der Eingriff in die per önlicbe Fret- beit des die öffentliche Sicherheit und Ordnung Störenden zu deren
Aufrechterhaltung allein auSreicbt, ist die Polizei gesetzlich nicht be-
fugt, zu diesem Zwecke in.di2 Rechte Dritter, ier in die der__ gegen- wärtigen, ihr verfaffungSmäßiges Versammlungörecht auSubenden Menge einzugreifen.
Handel und Gaverbe.
Die Re ierung von Neu-Süd-Wales hat unier dem 22. Mai v. Ig, unter Aufhebung aller früheren _bezüglicbcn Bestim- mungen eine Reihe von Vorschriften uber die Einfuhr von Zucht- und anderem Vieh erlaffen. Da nach den Vorliegenden Narbrtcbten
als das Einschreiten der Polizei auf anderweite geseyliche Bestimmungen “
Verbot
der ' d Ländern: Einfuhr Aus nachiteben en
von :
Rindvieh, Scbaien und Hunden.
Aus allen fremden Ländern und Kolonien, aus- genommen aus Großbritanniexi und Irland, und aus,]enommen sxlébe Thiere, die v o r de r B _e r - sendung vierzehn Tage in Großbritannien und Irland zugebracht _baben. _
Aus allen fremden Kolonien und Landern.
Aus allen fremden Kolonien _und _Eegeydsn, aus- genommen wenn diéselben lediglich iur wtffenscbaft-
Schweinen. Ziegen und Wild.
Quarantänsborscbristen cinqefübrt werden;
Futier und Aus allen fremden_Kolomen und Landern und Streu oon aÜen fremden SÖLffM. _ SoWeit hiernach dix Einfubr von Vieh auZ _?eutsckyxand _ubec
einen Zroßbritanniscben Hasan überbarbt geftzttét 1!?,_ mM d::séibe
von einem Zeugnis; über seinen Gesundhkitsxmtand wahrend der vor- hergehenden 6 Monate begleiixt sein. (Art. 9.) In_ dem_ Ver- ichiffung§hafen wird das Vieh vor der Abfgbrt ron bewnders dam
ernannten Thierärztkn auf ? einen GesundbeitSzmtandansrsuckyi (Art. 10).
Während der Reise hat fich der Kapitän des 'Ich1ff_e_s xede Woxbe
über den Gesundheitszustand dsr Thiere zu v_e_raewmern, etwaige
Seuckoenfälle sind in ein zu diesem Zwecke zu xubrenkes Buck) em-
zbtragen. (Art. 12.) _ __ _
Bei der Ankunit in Sydn-y _ dre Zulamun_g an emém anderen
Punkte dsr Kolonie ist mcht gestattet (Art. 16) __ findet vor der
Landung wiederum eine tbieräritlicbe Untersuchung !tatt. (Art. 14.)
Die hierbei krank befundenen Thiere werden griödtrr (Ati_18.) Wird
dagegen die Landung gsitatter, so wird das Vieh zunach1x noch tn
Quarantäne gebracsot. (Art. 23.) Die Dauer verzeihen brtkagt fur Rindvieb aus Großbritannien und Irland . 120 Tage Schafe ebendaber . . . . . . . . . 90 Tage und Hund? ebendaber . . _. __ . . _. . . 6 Monats.
Zu wiffenscbaftlichen Zweckén emgembrtc Ziegen, 2111111913811 und
Wild sind einer Quarantäne bon 90 Tagen Urzrcr:ro:s_en. Pferd?,
derén Einfuhr überhaupt Unbssckpränkt iii, untcrltean einchuarqa-
täne nicbt. (Art. 20.) Nach Ablauf dxr Quarantanxzrit Undet_e1ne nochmalige tbierärzikicb? Unteriycbung 1tatt.__(Art. 26.) Zuwider- bandlungcn gegen die in Rede itcbcnden Beiiimmyngen werden unt
Geldbuße bis zu 20 Pfd. Steri. geahndrt. (Art. 09)
Glaögow, 30. Dezembrr. (W. TB.) Die Verichirsungsn
von Roheisen betrugcn in der vorigen W011)? 5800 gégen 8300 Tons
in derselben Woche drs vorigen Jahres.
Verkehrs - Anstalten.
Königsberg i. Pr., 30. Dezember. (W. T. B.) Der OquZ für die Dampfsckyiffabrt siebt wegkn singetretenen ?tarken 73Mi- wetters unmittelbar bevor. _ _ _ _ Hamburg, 28. Dexember. (W. T. “E!) .Der Po!1da_mpsec .Cyclop' dcr Hamburq-Amerikantmbkn Packetrabrx- Äkxiengrsellscbaft bai, vo" New-York kommend, beute Mittag Lizard Paifirt, und der Poitdambser „Colbnicz“ dcryeibsn Geskilschaft ist, von Wéstindisn kommend, heutc m Havre an-
gekommen. _
Triest, 28. Dezember. (W. T. B) Der L_[ovddZmbier .Thalia' ist bsute Nachmittaz aus Konstantinopel bier em- getroffen. _
_ 30. Deszber. (W. T. B.) Mr Zloyddamvier .Esvero' ist, von Konsianiinopei kommend, gestern Abend bier eingetroffsn. _ _
London, 30. Dezember. (W.T.B_) _DSLUnton-Dampser „Tartar' isi brate aus der Heimreiie m Southampton an- gekommen.
Theater und Musik.
Berliner Theater. _
Zwischen 131. Hans von Hopfen und Dtrekixr Ludwig Barnav wurde vor einigen Tagen der Vkrtrag qb_geichlonen, durcb welchen dem Berliner Theater das aÜeinige AusWbrungSrechi von „In der Mark", Schauspiel in 5 Akten bon Hans von Hopfen, gesichert wurde.
Residcnz-Tbea_ter. & _ _ _
In der übermorgen stattfindenden Premidre dss Schauwtels ,Die
arme Löwin“ (188 110111163 pzunes) von Emi1eAugter, deutsch v_on Paul Lindau. in Scene giseizt ron Direktor Lautenbizrg, befinden 1_1ch die HauptroUen in den Händin der Damen Marx; Fr-Yxendorser, Luise von Pöllni , Helene Schüle und Kathi F1]cher, 19m1e der Herren Emanuel ' eicher, Theodor Brandt und Hubert Reuxcb.
Kroll's Theater. __
.Der Königsgardist', die neurste OpcrstiL des englixcben Komponisten O. Sullivan, Vl)_n Hrn. Dirrfwr O_Öcrenberg__cin- studirt, bat sicb einer recht beisäüigen Aufnabm2_ tm KryÜ1cben Theater zu erfreuen. Es ist ein graziöses Werk, reich a_n emzelrien woblgelungencn Nummern, daß in Musik und Text gleich Jesch1ckt gearbeitet ist Die deutschen Bearbeiter 3211 und GMS? haben _die ursprünglich in England spielende roqiantUcbe Handlixng nach _Deunch- land verlegt und lassen fie, statt im Tower, aus der sacbfiscbm Festun Königstein stattfinden, wodurch sie unyerem (He- schma vielleicht näher geführt sem, wobl aber auch 13121 des Originc-Üen eingebüßt haben mag. Cs band_e_lr fick) um_dxe Befreiung eines des Hochveriatbs angeklagte)! volnnchen Obersten, welcher durch einen Sergeanten gerettet wird; indem dcr Koxximandant der Festung, der sich von seiner Unschuld uberzeugt bat, 1elbst ziir Befreiung dcs Grfangenen beiträßt. An abcnteuer_ltchcr und uxiwabr- scheirlicher Entwicklung lassen die Vorgange mcht5__zp_1vu_r]schen übrig, fie eignen sich daher durchatzs_ zur Operette. ?Zkel_11ch Ut der ursprünglich knarpe Rahmen übermaßtg crwetteri durch Emlagxn und zulang auégesponnene Dialoge, eine criergt!ch_e Kurzyng namexitlnb drs ziveiten Akts wäre durchaus geboten. Die Muiik ist leicht urid halt fi'Zb in jener tändelnden Manier wie der ._Mtkado", an der) zuweilerYAyklapge vorkommen. Am besten gelungsn L_ind de_m Komponisten das Spinnlied, das Narrenlied, das Finale mit bor im ersten Akt; 1odann ist von allerliebster Wirkung ein Terzett, welches der Kommandant, der Ge- fangene und der Sergeant im raschesten Tempo bortragen und zu ergö licher Wirkung bringen. Woblgelungene Figuren, denen auch dankYare Musikstücke in den Mund gelegt worden, find ferner die Gauklerin Elfie und der (Haufler _Lazzo. Der Kerker- meifter Scbiddebold ist zu_ sehr karrt_k1rt und wiirde auch von Hrn. Wirth in übertrieben _ komischer Dramk _darge- stellt. Hr. Szika als Kommandant um durch fem fioltes Jemnglicb tüchtiges Spiel außerordentlich zu _gefa en. Hr. Joseph: tft em echter Operettenbeld, singt und spielt qervandt,_ kbnnte den Grafen Wolsky aber doch etwas markiger gebxn. Tuchg auf dem Play sind die Damen Genß und Augustin; die Herren Tachauer und Schmidt verdienen gleichfaüs anerkennend genannt zu werden. Sullivan's „Königs.;ardist" dürfte zahlreiche Wiederholungen erleben.
Belle-Alliance-Tbeater.
Eine Anzengruber'scbe Novität und das diesjährige Gastspiel der Münchener, das ist es, was das BeÜe-AUiance-Tbeaier, welches vom 1. Januar an wieder unter der bewährten Direktion Sternheim- Bruckboff steht, dem Publikum als Neujahrßgesckoenk bringt. .Der Fleck auf der Ehr",_ Volksstück mit Gesang in _3 Akten von Ludwig Anzengruber“ iit der Titel der Novität, mit welcher die Münchener, da ein früherer Beginn mit Rücksicht auf ihre Leipziger
Arbeiter täglick; 13 Stunden, 160123 14, 110190 15, 57 835 16,
in Zukunft auf Befolgung jener Yoricbriftew mit &rößerer Smnge als bisher gesehen werden soll, so ist deren nahere
enntniß für die
Verpflichtungen nicht möglich „gewesen, nunmehr am 1. Januar ibe
liebe wackz Unzer. Beobachtung,. ..dxr„e(Ja)lAn§F!__,„, ,. ..