1890 / 17 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 17 Jan 1890 18:00:01 GMT) scan diff

Parlamentarische Nathri-hteu.

Schlußbericht der gesirigcxt (44) Sißung des Reichs- rages. Fortseßuna der zweiten Berathung des Etats der ReichSpost- und Telegraphenverwaltung. Gehalts- erhöhung der Postunterbeamten.

Staatssekretär Dr. von Boetticher:

Meine Herren! Es ist ja erklärlicb und eigentlich selbstveriiänd- lich, daß in dieser Zeit in dem hoben Hause die Frage der Erbokrmg der Gekälter der Beamten erörtert und zwar lebhaft erortcrt wird, Ich könnje mich nun heute auf den Stanipunkt stillen, den mem Kollege, der Herr Siaaissekrctär des Reicbs-SÖXJWTS- UNd zwar durchaus im Einklang mit der' verfaffungsrecbtlrcben S_telluvg der Vertreter des Bundesratbs, eingencmmcn kat mr_d formte mich darauf beschränken. zu sagen: der BundeSratb bat r:ber_dtese Frage sicb noch nicht schlüssig gemacht. ich bin deßhälb nicbt m der Lage. mich über seine Aksicbtm zu äußern. Allein„ MLM? HTLF“!- lxb empfinde um deswillen das Bcdürfmß, cm _qut uber die Frage zu sagen, weil der Hrrr Vorrrrngr ausdrucklick) BMJ ge- nommen hat auf die in drr gestern Von mir erlescnen Croffnungs- rede für den PkLUßisckn-n Landingcntbaltcncn_(8rklaru_ngen, und sodann, weil ich auch nach Außen hin kcincn chrfcbrarubcr [affen mochte, daß die Rrichévcrwaltuna als iclcbe nacb wre v_or _das Progrgmm verfolgt, auf eine Erhöhung derjentgcn Gebalkkssßk lm Ntlébkdlknst, welche als unzulänglich erkannt werden, urch Mgßgabx der vorhan- denen Yiittel und des vorbaudrncn Bedürfqlsics hinzuwirken. _

Wenn ancn bisher auf diefcm Gebirt positwe-Borfcklagc in dem erwarteten Umfange noch uicht gcmacbt 71,117?- so [Wk das _eben daran, daß eine Erhöhung drr (Gehälicr im Reick) qar-z nothwendtger- weise _ und das, glaube ich, bai auch der Hrrr Vorredner aycrkanyt _ xari passu acben muß mit ii'r Yuibcsicrung dcr Erbalkleala in Preußen. Die Königlich preußiickie Rrgierunq hat fich_nun, wie Sie abs der gestern verlesenen Eröffnungsrrde _ersckcn, dahin schluxfi0 L_?“ macht, das; mit dem Lanrtage (irie Auibcsixrung ker GebaltSsase fur die uriercn und mittleren Stoßen dcs Dieysirs zu vereinbaren sei. Sie hat dabei nochmals den aligemeiricn Grundsaß aufgciielii, das; für alia Gehälter, soweit sie dcm Bedürfnlß mcht cnisPrUch, eme Erböbung anzusircben sei. Ick) fiir meme Yersonbaste es fur durcb- avs ausgeichlossen, das;, Wenn in Prcnßrn uber die Aufbesserung der Gehälter cin Beschluß gefaßt iir, im Reich mcbt die Konsequrnz dieses Beschlusses für die Reikbzbcamim grzogrnwerdwr sollte. Das heißt also, ich balte dafür, daß cniPWÉLiid de)) in Preußen vorgenommenen Anfbcffkrungen auch im ?Kcici) die ViuibriicrUn-g der_Gehalrer erfolgen wird. Die verbündctcn chicramicn babi'n nach dieser R1chtl1ng blk?- wie ich schon Vorbirr brmcrkic, keixich chchluß _gefaßt;_ und man könnte mir ja einweridcn, dai; diefe HMr-ung, die ich ausiprecbc, von keiner Bedrirtung ist, so [Qlige nicht die dcrbrmdrirrr Rrgrrrungcn be- schloffen Haben- Allein, mrinc Hrrrcn,_cs licgt kein Arrius? zu drr Annahme vor, daf; die rcriiiridrrn RkiiiUiMJNl traci) _dcm Vorgange Preußrns sich den Konscqrrcxizcn disscs _Vbrgqngrs €n131Z1)én_xvclk§?n._

Wie die Sache in *Zr'rcußcn Vérlank11_ wird, _d;s_ laßt 11:1) 1a in diesern Moment nicbt mit r*.lic-r Y_xeiirmmtbeit ubrrxeben. Der Königlich preußisck;e Finanz-Miiristrr 116111 fich arif den _Stanipuriit, und ich glaube, diescr Skandx,ri:.kr__wird boxi ailcn Seiten ais rm bcrccl)?i,:t:r anerkannt rvcrdrn miiiicn, d;]; dauernde Gebolts- aufbrffcrungen nur darm brwiiiigr ncrdrn köxxnrn, wcnn_airch dauernd die Dcckuncxémiltcl fiir iir Zibiiirg kcr_rr'c,bbtcn Gehalte: zyr Ver- füiung ftebkn. (Fs wird 0119 dcr Priisrmg zr: i_irtrrziebrg 1rm, iir Welchem Maße dauernde Triiitrquiixci für die Aiifbciirruii dir Gebälicr borixandrn find, mid nacb Liiarzinbx dsr Grenze, die Fi SUI diescr Priifupg ergirbt, wird di: Tiriibcmerurig d_cr_ Gcbalfrr in Preußrn vorzunehmen icin. Ob dr mm einc giaickYmaßig-x prozxntuaie Aufbesserung stattfinden werde, rrrr ob man birr bis an rrxie bc- stimmte (Grenze der Staatsricniriaicgoriccn in der Aziibrsierung gebcn wird, das weiß ici) nicbt. Das muß _abcr der _Errragung *.*/„*r- bebaltcn bleiben, es wird abcrqnoimgxmdm auf d_iri_er_n We.;c_so lange forigcscbritten werden iriiimrn, (xis cin Bedmimß rbrlrrgr und als die Mittel, die;? Arribriicrung zur Turcbfuixyrg zu bringen, vorbanden find, Ji1 m PWUWI. drr (Hache klargesteüt, so wird fie birr l,".i rms 1111 Rexck) arri) __m Angriff genommen werden müsirn, urid ici) btn_ außer Zweirel, daß, wenn in dieser Landtagsieiiion ein Beschluß m_Prcußrn uber die Aufbéffcrung der Gebäitcr zu Siande komznt fur das Etats- jabr 1890/91, das Reich ebenfaiis scbbn iür diejes CtaisMhr folgen wird. Ich basta demnach dcn Beicblwß, daß die Verbündeten R?" girrungen ersucbt Werder". mögen, für dieses Etuisjabr kme Aur- beffrruna in Aussicht zu nehmen, nchb dicirr meiner Erklärung für überflüssig; woiien Sie aber so bc1ckliii2cn, so wird dgargen nichis zu erinnern sein. Man wird daraus die Misikbt dcs Reichstages ent- nebmcn können, daf; er den verbündricii chicruygcn auf dem Wege einer allgemeinen Aufbesserung drr (Hebäiicr zu iolgcn bereit ist.

Nun, meine Herren, lassrn Sie mich nocb ein Wort sagc'n übrr die einmaligen Zuschüsse. Der_Hr. Abg. Dr, Baumbach bat _den Antrag, der Von seiner Fraktion sriibcr cirißcbrdchi war, bcute nicht wieder anfgenommrn, er hat fick) die Wicdrrauina12me für die dritte Lesung vorbebalicn. Diesem Vorbibali gezietiübrr möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die einmglizcri Zirickxüsse in der That crbcblicbe Bedenkcn gegen fick) Haben. “(Sie rvcrdcn_in diesem Mo- ment begründrtdurck) die Tbeueruna drr Lrbar:§bcdiirsxiisse._ Nun wird aber über diese Tbeuerung der chendbrdürinisie sebr gestritten; es giebt ja auch Personen in diesem bobenHZuir, welcbe Zumal eine all- gemeine Verjbeucrung der Lebensbedürsnaiie fiir den Augenblick durch- aus in Abrede steiien. Hr. von Kardorfrbat 11115 das beispielsweise neulich auseinandcrgrscxt. de wenn_ keine ailgcmcinc Vertbcuerung der Lek'ei-xsmiitel anzrincbmcn ist, 50 Wild «Ucb darani kein allgemeiner Zusck'nß zr: dcn Dicnsteinnabmen begrundxt rrcricri können. A:.ßcrdcm aber iit das Bedenlcri drci) berechtigt, dan ern_ci_mnaliger Zuschuß dcn Beamtin nicbt viclbiif'c, zumal wenn das _YTCLZ dcr Tbcaerung zu Grunde gciegi wird und dieses Maß vcrschichn geickxäxzt wird. Der Eine iinrrt, das: seine Einnahmen mcht auskeiricn, Um die angebliche Theuerunß zu Überwinden, während der_Aridrre 1111111111 seinen Ykittcw einstbränkt und auch da noch seine Exiikk113„ä_ls skixchcrt ansieht Ich -bin der Mcinung, eine richtige Polrtrhmusir kahm iich", daß nicht mit eimraligkn Zuschüssen aearbeiiet wird, iondern daß eine allge- meine Aufbefferung da statifinkrt, wo sie 11ch (xls nothwendig erweist.

Und diese ailgemeine Aufbefferqng vorzuzirbrncn, ist, wie gesagt, die preußiici'e ?)icgierun-„i innerhalb ck!ka Gkicbaikskreiscs nacb Maß- gabe“dcr vorbandcncn Mittel berrit, und _tcb irixicrboie es: meine persönlicbe Urberzeugung gibt dahin, daß dt? bcxbimdckcn Rrgicrungeu ' : sicb dem nicbt wcrirn enizicben können. auf _dtcicrn (chicje zu folgen.

Jeb sprcche die Hoffnung an?, daß dies bcrctis fur das nächste (Etats- jabr möglich srin möge. ““

Abg. Kalle spricht für Annahme is_ircr Resolution.

,Nacb drr Erklärmig des Staatssckretars ier mit Sicherheit _„eine Gehaltsaufbcffcrung der Postbeamten zu erwarten. , * “Abg. Sinner ist im Prinzip für dw Annahine seines *"H1“_Öie Kommission verwiesenen Antrath, welchrr auf eine '-„13est11nrrrt normirie Gehaltssrbö-hung fiir perichiedene Katego- “„,riéxr von Postbeamten abzielte; er 31€hk„1“d0ch mit Riicksicht crm dch_*11 Antrag KaUe seinen Antrag zuruck in der Hoffnung, daß _die Regierung im rächsten Jahre eme Gehaltserhöhung vornehmen wird. _

Abg. Dr. Windthorst hält eine Aufbesxerung der Be- amxengehälter 1111." nothwendig. Der Antrag _der Kommission entwreche den verfassungßrechtlichen Vqrichriften, denn der Volkskaertreiung stehe das Recht der Initiative in Bezug auf die Finanzen nicht zu. Dor Anika Kaus gefakle ihm nicht rccht; denn er verlange cinen Na trags:Et91 bis z_ur letzten Lesung. Wie soÜe drnn die Regierung sick) in 10 kurzer Frist entscheideir können? So sehr es auch wün- schenswcrih 121, den Beamten in ihrer Nothiage

!

zu helfen und schnell Azu helfen, so könne * er doch einen solch bedenklichen ntrag nicht anne_ men. Die Er- klärung des rn. von Boetticher habe 1 11 sehr erfreyt, denn eine Auf efferung der Beamten ehälter sei nothwendig, wenn man nicht ein Veamtenproletar at_sc_haffen wolle. Den Antrag Kane möchte er_der Budgetkommission zur schleunigen Berichterstattung überweisen. _ _

Abg. vonHelldorff theilt die finanirechtlirhen Bedenken des Vorredners. „„Er und seine Freunde hi.tt_en die Absicht gx- babt, für den Antrag der Kommission zu stimmezi. Aber die Auslosung der ronrede, mit welcher der preußtfche_Landtag eröffnet worden ij, kann_ wohl zu anderen Entschiießrin en fiihren, deshalb wolle er sich einer nochmaligen kommissaris en Berathung nicht widersetzen. _ _ _ _

Abg. Richter: Die Berertwisligkeit alier Parteien, den Beamten eine Aufbesserung zu gewähren, ist hier festgesixllt worden. Das ist eine Anerkennung der Thxyerungsverhält- nisse, die lediglich durch die WirthschastSpolrtik des Fürsten BiSmarck hervorgerufen worden ist. (Lebhafter Widerspruck) rechts.) Ihr Widerspruch ändert nichts daran, daß Sie (13a_ch rechts deutend) die Verantwortung tragen Lür die_se Pylrtrk. Es wäre besser gewesen, wenn die Regierung es Reich;): ihrer- ieits die Initiative ergriffen hätte. In den_Kommis1rons_ver- handlungen schien man von Seiten der Regierung auf pichrs eingerichtet zu sein. Die preußische Regierung hat, wre dre heutige Etatsrede des Finanz - Ministxrs von Scholz „im preußischen Abgeordnetenhause ergiebt, eme Summe vyn 18 Miliionen Mark für diese Zwecke zurückgestellt. _Es isi be- dauerlich, daß wir ]“th dem preußischen Beispiele folgen müssen. Ich halte auch eine kommissarische Bergihuxig fiir nothwendig, um ein ähnliches Verfahren im Reich in die Wege zu leiten. _

Abg. von Kardorff: Nach dem Vorgange m_ Preußen wird dir Reichchegierung ein ähnliches Verfahren einschlagen müssen. Hr. Richter hat wieder die Legende von der urige- heueren Theuerung vorgcbracbt, die Schuld daran_ dem Reichs- kanzler zugescbobrn. Die Theuerung der Kohlen irt nicht durch den Reichskanzler veranlaßt. Mit solchen Geschichten haben die Freisinnigen bisher wrnig Glück gehabt.

Der Antrag Kalle und die andern zu dieser Frage xre- sielitcn Anträge werden an die Budgetkommission zuriick- vcrwicsen» Die betreffenden Titel des Etats der Postverwal- tung, zu welchen sie gestellt waren, werden grnehmigt.

Unter den eiiimaligen Aus aben der Postverwaltung werden verkangt 535500 «14 zur ergrößerung des Post- grundstückes und zur Herstellung cines neuenDienst- gebäudes in Frankfurt a. M. als dritte Rate (erste Baurate).

_ _Die'Vudgeikommission beantragt, nur 235.500 «16. zu br- ertgen und die Worte „erste Baurate“ zu streichen.

Staatssekreiär Dr. von Stephan:

Meine Herren! In der Budgetkommisfion wurden namentlich ans krri Gründen Bedrnken erhoben gegen den vorgelegten Bauplan. Dem einen Theil erschien der Bau überhaupt zu weit und groß an- acicsi rind dadurch zu kostspielig; der andere Theil der aegensiimmen- den Miigliedrr - das waren ja eigentlich aÜe, der Beschluß ist ein- stimmig gefaßt krordcn - ging nantcntiicky davon aus, daß der Bau nicbt so dringrnd sei, als daß cr nicht noch ein Jahr hinausgeschoben werden könnte; urid dritic'us wurde geltend gemacht, daß mit einer Summa von 200 000 „16 fiir einen Nrubau dock) nicbt viel auszurichten wäre, daß _fie zu unbedriiirnd ici, um damit den Uebelstäridcn Abhülfe zu verscbassen.

Was drn [rßtercn Punkt anbetrifft - Wrnn ich auf den gleich ringebrn darf -_-, so habe ich «Urn Anlaß. nach genauer Festsieüung dcr Verbältnißr armunebmen, daß mit einer Summe von 200 000 „M in dcr Tbai, rvcnn sie zum ], Aprilzur V::fügung gesieiit werden soiite, den dringendsten Urbclsiänden in Frankfurt und yamentlicb solchen, die gefabrd robend bereits geworden find, Abbülse geschafft werden iann. Denn für ein», solch Somme bon, sagen wir 150-200 000 „16, können, urbeschadet dcs Bauvianes im Großen, immerbin Hintrr- gebäude beracricbtct rrerdrn, die dauernd_ brizubcbaltcn srin würden und in mache zunächst die ailerbedrobieiten Räume _ das ist die Tclegrapbie und das Packetwexin _- hineingelrgi ivc-rden können. Drnn die Zustände smd, wir auch aus den von dem Hrrrn Referenten

vorgetragencn Cir'gaben drs Maaistrais und der Handelskammer, also„

der beruicnsten Vertreter des Vékkcbls in Frankfurt, bervorgebt, derart, daf; wir unter keinrn Umständin in din nächsten Winter mit dem jetzigen Lokal bineingcbrn können.

Es würden also in Frankfurt, wrnn nicht eine solche kleine Summe für den Bau von Hintergcbäudrn cht noch zur Verfügung estellt irerden soilte -- Sie können sich ders jr noch _kis zur dritten Lesung überlegen -, die Uebelstände so groß werden, dax; wir beispiels- weise ganze Zireige des Verkehrs nacb dem Bahnhof hinaus verlegen müßtrn, was für _eine so große und so getbaitigkn Verkehr trcibcnde Stadt wie Frcxnkrurt _:_nit den bcdenklichsten Schwieririkciien, Ver- säumniffen. Bejcbwerninen des Geschästöverkebrs verbundrn scin wiirde. - Sovicl, was dieser; Punkt betrifft.

Was dann die Bedenken. die gegen _die ganze Anlage des Baues von rinrm Theil der verehrten Mitglieder der Budgetkommiision erhoben wurdcn, betrifft, so haben Se. Majestät Yilcrböcbstibre (Entschließung dahin gefaßt, auf die Herstellung eiiies Kaiserlichen Ab- steigcquartiers in dem neuen Rrickos-Posigebaude in Frankfurt am Main Überhaupt verzichten zu wolien. Dadurch, meine Herren, wird ja die ganze Sachlage nun wesentlich vereinfacht. Es muß ein anderer und selbstvirständiich rereinfacbter, alw_ aucb winder kost- spieliger Plan aufgestellt werden, mit Kostenanstblagen und Zeichnungen. Daß das bis zur dritten Lesung und bis zum_Tagen der jetzigen bohen Versammlung nicht mehr möglich sein Mr_d, liegt auf der Hand. Wohl kann aber dieser Bauplan bis zum nachsten Reichs1age fertig gemacht und demselben zur Genehmigung unterbreitet werden. Es verhindert das aber nicht, daß unbeschadet der späteren Prüfung des neuen vereinfachten Bauplanes jexzt guck) noch von diesem Reichstaie eine Summe bewiliigt wird, Wie ich sie rorhin ungefähr nannte, zwiscben 150- und 200 000 „46, zur Erbauung von Hintergebäuden und zur Einebnung des Baupla es - alles unbeschadet der späteren Prü- fung und Feststellung _des ' aublanes und Koitenanscblages und auch der Hauptstimme durch die Volksbrrtretung.

Wie dringend nun die Bethtgung eines solckprn Provisoriums isi -- will ich es mal nennen, obschon nachher die Hintergebäude definitiv stehen bleiben sollen, es ist nicht die Abfiät sie wieder niederzulegen -- das will ich mir nun im Anschluß an das, was der Herr Referent aus der Eingabe der Handelskammer und des Magistrats vorgetragen hat, hier etwas näher zu erläutern erlauben. _

Erstens die Baufälligkeit des ganzzn Häuierkomploxis betreffend. Diese Gebäude reichen zum Theil zuruck in ihrer Entitebuna in das Jahr 1631, und aus mehreren solchen mrt der eit zusammen- gekauften Gebäuden ist der jeßige Befiß erztstanden. asVorderbaus itebt auf einem einzigen Tonnengewölbe mit, dezn bautechnischen Gut- achten nach, zu schwachen Widerlagern; die Wande sind durchweg zu schwach' die sämmtlichen Hofflugel besteben nur aus Fachwerk; dec linksfeitiae Flügel bat srch von der Nachbarmauer bereits über 20 em abgelöst, und es ist e n klaffender Spalt da“ Holzschwamm biffndet sich in vericbiedenen Gebäudetbeiltn. Nun aben in diesen alten Häusern noch viele Urxibauten statifinden müssen. Zuerst schon ein größerer Umbau im vorigen Jahrhundert, 1764, dann ein zweiter Umbau im Jahre 1868, bei Uebernahme der Thurn und Taxisscben Ycsiverwaltuyg in de_n preußischen Staat beztebupgsweise auf das

eutsche Reich; endlich rm Jahre 1876 bei Hineinverlcgung der

Telesrapbie in das Pofigebäuie. _Durtb diese vielen _Umbauim bat nzjürlicb der Stabilitatözußand dcr Gebaude nicbt verbeffett, seine konstruktiven Theile find erbeblrcb aescbwächt worden und die Baufälligkeit bat zugenommen. Es mußte beispielsweise der Umbau der Schalterballe, die vielleicbt viele“ von den Herren bei ihrer Anmsenbeit in _Frankfurt gesehen haben werden und die unter allen Umständen zu klein und eng rst, ausgegeben werden, weil, wie es in dem betreffenden Baubericbt beißt, auch die Mutbigsten der Frankfurter Bauunternehmer es nicht wagen wollten, noch Hand an einen Reparaturbau zu legen. Was den GZsundbeits- zustand betrifft, so befinden sich unter mebreren Dienstraumen des Erdgeschosses alte, rugeschüitete Abtrittsgruben. Kanale und Senk- gruben mit üblen Ausdünstungen; es pt vielfach Licht- und Luft- mangel vorhanden. Was die Feuergefäbrlicbkeit angeht, so sind Brandmauern nirgends vorhanden, wie solches nach den damaligen Bau-Polizeiverordnungen möglich war. Es befinden sich nur hölzerne Treppen in diesen Gebäuden bei einem Personal von 1000 Köpfen, diese Trerpen sind noch kam schmal und dunkel. Das ganze Gebäude der Tclegraphie, vier Geschosse boch. hat nur eine einzige, durch die virr Geschosse fich bindurcbzicbende hölzerne Treppe, und es sind zuweilen mehrere Hundert Beamte in diefemTelegrapben- ebäude anwesend. Nun vergegenwärtigen Sie fich, daß Tag- und

achidiensi herrscht, daß zahlreiche Flammen brennen, und daß vielleicht die Entstehung einer Feuersgefabr, die die scbrcckkicbsien Folgezi haben könnte, bevorsteht; Hülfe zu schaffen durch mehrere AuSgange eben nicht möglich ist. Es ist das einer der Gründe, warum _es dringend nötbia ist, schon am 1. April mit dem Bau eiiies Hintergebäudes anzufangen, um dort einen Tele- grapbenfaal hinemlegen zu können.

Ferner befindet sich dort das Fernfprecksamt. Jn Frankfr'rt be- trägt die Anzahl der Abonnenten 1143, welche täglich über 14 000 Gejpräche _fübrtn. Es sind dort über 1000 Drähte eingeführt mittelst eines Gerüsis auf dem an fick) schon nicbt mehr sebr _siabilen Gebäude. Gegen diese _Dräbte wirkt ein gewaltiger Winddruck, und wer da weiß, welche un saub- licbe Kraft der Wind ausübt, wenn er gegen eine Anza [ in der Luft straff auSgespannter Drähte seine Wirkung äußert, der kann nur mit den ernstesten Vesorgniffen daran denken, was gescbcben wird, Wenn mcbr Tbeilnebmer sicb meiden und die Anzahl der Drähte vxr- mehrt Werden muß; es lirgt aus der Hand, daß das Haus das nicht mehr aushalten kann.

Die Räume sind so dunkil, daß wir um 12 Ubr Miitags in dem Hägbes-Saal, in welchem fick)_ die leistungsjäbigsten Apparate befinden, die den Dienst au_f dcn großen Linien ver1eben, nach Berlin, Wien, Paris, London u. s. w., in diesem Saal, wo der wichtigste Verkehr abgewickelt wird, an etwas minderbeilen Tagen Gaslicbt brennen müssen. Der Vertrauensarzt der Ober-Postdirektion in Frankfurt hat eine acbtsiündige Arbeii, welche das Pensum ist, das wir von unseren Beamten verlangen, aus hygienischen Riickficbten in diesem Raum für nicbt wvhl ausführbar erklärt. Es ist ferner fesigestelit worden, daß auf jeden Beamten weniger Luft kommt an Quadratmetern, als die Vorschriften für die Arbeiter in Fabriken vorsehen.

Meine Herren, das sind doch Zustände, die unmöglich noch ein Jahr länger aufrecht erhalten Werden können! Der Fernsprecbsaal besteht aus einem 25 m langen und nur 5 m breiten Raum, ge- wissermaßen einem Kbrridor, darmariig. Darin haben die Fern- sprecbscbränke für die 1200 Abonnenten alle in einer Reihe aufgestellt werden müssen, längs der langen Wand. Das erschwert den Dienst außerordentlich durch das Hin- und Herlaufcn, durcb gegcnseitiges Zurufen. Es ist ein vontändiges Tobuwabobu von Stimmen in den Hauptverkcbrsstunden und man muß es bewundern, daß es dem Geschick und Eifer der Beamten bisher noch möglich gewesen ist, den Dienst aufrecht zu erhalten.

Die Ober-Posikaffr, die sich felbsiverständlicb parterre befindet, bat keine unterkellerten Räume,. und es sind da fast Temperatur- unterschiede, wie sie in dcn verschiedenen Zonen des Erdbaüs vor- kommin. Die dortigen Beamten baren dem von mir zur Untersuchung entsandten Kommissar versichert _ cs sind alte, zuverläifige, treue, brave Beamte -, daß fie mttunier an den Ficrbßen eine Temprraiur von nur 7 Grad baben, während ihr Kopf si in der Temperatur von 18 Grad befindet. _

Die Packetausgabe iii außeryrdcntlick) eng, sodaß die Abfertigung 'Les Publikums im böchsien Maße bebindrrt ist. Wenn man sich in diese Stelle begicbi, so findet man auf den Bänken verschiedene Per- sonen fixen, die ihr Friibstück verzehren; nach näherer; (Erkundigung wurde uns mitgeiheilt, daß dieHausknechte von den grogen Geschaffen in der Regel vor ck bis Stunde wegen des Raummangels nicbt abgefertigt wirden, und dicie Zeit, um sie nicht unbenutzt zu lassen, zu ihrem Frühstück verwenden. Das sind die Zusiande kurz geschildert, die vori obiraitkn.

In dem Brieiträgcriaal find 100 Personen anWesend, und der ganze Saal umfaßt nur 200 (]m

Die Steigerung dcs Verkehrs bat_anen schon der berebrte Herr Referent geschildert; ick) will mich de11en enthalten. Ich bitte Sie nur, in Erwämng zu nebmsn die große Vcrautwortlicbkcit einer Ver- waltung für die Pünktliäoe Abwickelnng drs Verkcbrs, für die Erleich- terung des Dienstes, für die Gesundheit der Beamten, und sich die Sache vicÜeicht bis zur dritten chung zu überlegen, ob Sie Angesichts der nun so wesentlick) durch die Allerhöchste Entsckyließnng vrreinfachten und anders vorbereiteten Sachlage urid im Interesse des bedeutenden Verk-hrs bon Frankfurt am Main die Verwaltung nicht in den Siaxid seßcn iroilen, den wirklich bier vorliegenden, nicht nur änßerst dringlichen, sondern wahrhaft gefabxdrohenden Vrrbältniffen ein Ende zu machen, und uns zu ermacbtwcn, ror- brbaltlicb dcr Fesisirliung dcs endgültigen Bauplans zur Erbauung ven Hintergcbäudcn Und zur Einebnung des Bauplans eine Summe von riwa 150 _000 bis 207000 „% aufzuwenden. _

Abg. Richter:_§.)iachdcm durch den Verzicht auf das Ab- sieigrquariier des KQUYZÖ in dem Postgebäude de_r Hauptgrund, weshalb _wir diese Pontwn beanstandet haben, in Wegfall ge- kommen ist, smd_1v2rgerzr bereit, der Postverwaltung in Bezug auf die beschleumgieHerriellung eines m_uen Postgebäudes e_rit- gegenzukommen._ Wenn rs auch bei der zweiten Leiung schwer mog- lich ist, alsbald emeForiimlirung zu finden, um neben dem Erwerb des Grundsiiickes _aucl) 1chon eine besiimmte Vaysumme zu nor- miren, so wrrd sich doch vielleicht bis zur dritten Berathung eine Formulirung fmderr lasset), daß nur schon in diesem Jahre eine Summe flüssig machen_ zur Eiphegung des Bair- plaßxs und zur Herneliung dcr Hrntergebäude, vorbehaltlich der ipäteren Genehmigung der Pläne.

Abg. von Wedell:Malchow: Wir l)abe_n uns gesqat, daß in e_mem Eiar, welcher so große Mehrbelaiiung enihäit, 1_n_an Rist Vemilligung von anderrn AusZaben vorsichtig 16111 1111 e.

Direktor im Reicbs-Yosiamt Fischer: Es ist gesnagt worden, wenn das Vedür niß so_drmgend wäre, dann hatte die Pysiverwaltung schon früher mit Anträgen kommen müssen. .Die Postverwaltung wäre auch friiher gekommen, wenn nicht wegen des Ankauis des Nachbargrundstückes fich die Ver- handlungen fehr verzögert hätten. _ __ _

Der Antrag der Budgetkommrsnon wrrd darauf an- genommen. _ _

Es folgt der Etat des Reichs-Jnvalidenfonds.

Abg. S_cipio begrüßt es mit Freude, daß in der Vudgetkommission in Aussicht _gestent ist, daß_ die un_teren Chargen der Miliiärpersonen_ m_ Bezug auf d1e_Pensronen be __;rbgest_r_l_1t werden sollen, wre dies bei den Offizieren schon ge e en 1 . _ _ _

Der Etat wrrd bewilligt. " _

Yum Etat des Rerchs-Scbaßamts liegt folgender An- trag es Abg. Broemel vor: Die verbündeten Regierungen zu

* ' ) ersuchen, in “Zukunft alle Abänderungen „des amtlichen Waaren- verzeichni es zum Zoxuaxif xnindestens vier Wochen vor nkraft- treten de elben voll_fiandig im „Centralblatt für das eutsche Rei zu veröffentlrchen._ _ _

Abg. Broernel werft darauf hm, daß die Beschwerden über die zu spate_ Vexöffentlrchmz der Aenderung des amt- lichen Waarenverze1chmses zahirei vorgelegen hätten, vom ReichStage auch durch Ueberweisung von Petitionen an die Regierung anerkanxit seien. Aber dux Antwort der Regierung sieht noch aus._ Mit Rücxficht _auf die Geschäftslage verzichtet Redner, auf di? Ernleheiten einzugehen. Der Handelsftand sei berechtigt,_ eme _rist von 4 Wochen wenigstens zu ver- langen,_ dermit er ich auf Aenderungen des Waarenverzeich- nisses einrichten kann. _

Staatssekretär reiherr von Malßahn:

Meine Herrera! _ „ck bin darin mit den Ausfübrunaen des Herrn Vorrcdnxrs voll_siandtg _cinverstanden, daß es an und für fich wünschens- wertb ist, die _Ybanderungen des _amtlicben Waarenverzeich- ntffes _so frubietttg_,_ als es irgend möglich ist, zur Kenntnis der Beiberligixn zu bringen. Aus diesem Grunde iii auch die Publtkgtwn des [Wien abgeänderten Waaren- verzeichnisses, leches ich hier in der Hand halte, am 1. Juni 1888 erfolgt, wahrend es am 1. Juli in Kraft getreten ist. Der Zeitraum, welcher hier zwischen der Publikation und dem Inkraft- treten des _amtlichen_Waarenverzeicbniffcs lag, war ein weiterer, als er in fruheren FaUen mitunter gewesen ist. Der Herr Ab- geordneie hat nun in Bezug auf diesen Fall darau_f aufmerfiam gemacht. es sei ihm auffallend, daß der Bxschiuß des Bundesratbs aus den letzten Tagen des März datire, wahrend die Publikation durch das .Ceniralblatt“ erst am 1_. Juni erfolgt sei. Die Verzögerung dieser Publikation liegt einfach tn den Schwierig- keiten der Drucklegung und der bei der Bedeutung dieses Werkes nothwendigen sorgfältigen und mehrfachen Revtfion_des_ Druckes. Ich glaube, wcnn die Herren das amtliche Waarcnverzercbmß in die Hand nehmen, so werden Sie sagen, daß eine Verwendung von 4 Wochen auf diese Arbeit wahrlich nur dann ausreichen konnte, wenn die betreffenden Behörden und Beamten auf das Aeußersie ihre Sorgfalt und ihren Fleiß anstrengten. T_er Termm, an dem damals die Publikation rrfolgt ist, ist ja aucb em [olchey das; auch, nacb dem Antrag Broemel, ein früherer Termin nicht hatie_ge_wablt zu werden brauchen, denn zwischen dem 1.Juni und dem 1. Juli ltegrn mcbr als 4 Wochen. Nun wil! der Hr. Abg. Broemel aber _aiierdings das ganze amtliche WaarenVerzeichniß im (Zentralblatt publcztrerr -- (Zuruf: die Ab- änderungen!) -- die Ybanderungen dcs amtlichen__Wagrenberzeicbniiies im Centralblait publiziren. Dieses Verfahren Ut bisher berbacbtct worden und wird voraussichtlich a_ucb in der Zukunft beobachtet ircr- den, wcnn es sicb um einzelne Abandérungerr handelt. Wenn aber - und das rvar vor 2 Jahren der Fal], _das ist auch früher ein oder xrveiMal der Fall gew_es_en_-* die Abanderungen fick) so angesammelt batten, daß eine vollstandig neue Redaktion dcs ganzen Buches fich nothwendig machte, dann hat man biIHer den Weg gewählt, daß nicht dieses _ ganze Buck), welches in den Händen des Publikums doch in Okiavform am _brquemsten erscheint, nocki iu extenso in das in unbrquemer Quartiorm erschkinende „Ccntralblatt fiir das Deutsche Reich" aufgenommen ward, und ich glaube wirklicb, dieses Vrrfabren empfiehlt fich aus chckmäßigkeitsgründen. Ich will zugeben, daß Link_Nummrr des .Crpxralblatieiö", die mit einer Anlage von der Stärk: dieses Buchs erschein?" würde, dem Publikum mehr ausfallen wird, als cine einfache Notiz, daß das neue Waaren- verzeichnis; rrschienen und da und dort zu baben sei; aber für den praktiscben Zweck_, glaube ia“), rerébt das leistete in der That aus.

Was mm die Frist von 4 Wochen betrifft, so babe ich nach wie vor gegen die Berneiiung einer bestimmten Frist gewisse Bedenkrn. Es kann der FW so liegen, daß irgend eine Abänderung

“des amilicben Waarrnverzeiwniffes nothwendig wird, für deren

Inkrafttreten selbst eine vierwöckzcntiicbe Frist zu lang sein würde.

Ick) würde also aus diesem Grunde es für wünschenkwertb halten, daß dcr Reichstag dcm Antraae nicbt zustimmi und sich damit begnügt, daß von meiner Seite bier erklärt wird, daß wir in Zukunft wie biébcr bestrebt sein werdcn, so früh als ikÜéiid mögltcb im Jnt-reffe der bejheiligtcn Kreise Abändcrungen des Waarrnverzeickmisscs zn: Kxnntniß drr Betbciligten zu bringen Will der Reichstag indessen dem Antraazusiimn1en,so babe naiiiriicb dicjrnigen erbcblicbrn Bedenken, welcbe ich im vorigen Jahre dcm Gescizeniwurfe entgegen- zusrtzen batte, dieser _Rcsolutibn nicht entargenzusech.

Abg. Hulßsch empfxrhlt den Antrag anzunrhmen; das amtlich? Waarenverzeicbniß wird vielfach fiir gleichwrrtbrg ae- ballen mit dem Zolitarif, obgleich das nicht der Fall ist. Es sind manche berechtigtcn Beicbwerden vorgekommen; so wurde z. B. auf Bitreiben der Serierinnung Kokosgarn fiir zol]- pflichtig erklärt; die Verferriger von Kokosmatten erfuhren aber von dieier Zoapflichtigkeit erst, als von ihnen der Zoll verlangt wurde.

Abg. Witte wrist darauf hin, daß verschiedene Artikel, die friiher zollfrei waren, als zoilpflichrig erklärt sind, daß anders im ZoU erhöht worden sind, ohne daß die betheiligien Kreise davon etwas wußten, so Fußbodenholz, gebogene Reifen.: stäbe, Fuseiöl, Kokosxiarn rc. Die Vorkommnisse bewiesen, wie nothwendig eine Aenderung des jetzigen Verfahrens ist.

Staatssekretär Freiherr von Malßabn:

_ Zufällig liegen mir augenblicklich zwriAktr-mtücke bor, welcbe fich ans diejsnigcn Positionen des amrlichcn _Waarenve'rzeiQniffes beziehen, von denen der Herr Vorredner soeben geiyrocben bat und Welche beide in der Zwischcnzeit vom 22. Oktober. dem ron ibmgenannten Anfanas- trrmin und dem Heutigen Tage, bei mir eingegangen sind. Jeb erwähne diese Thatsache_ nur als einen schlagenden Beweis dafiir, da!; wir nicht _gescblafen haben und die Sache nicht einfach baben _lieaen lauen, sondern bin und ber verhandelt haben, denn die Verhandlungen find bis beuie noch nicht zum Abschluß ge- diehen. Das wibl ich allerdings dem Herrn Vorredner nicbt verbebien, daß in Bezug_auf den von ibm am sperieuiten behandrlien Gegen- iiand, das Fuicibl, die uns bei diesem Verhandlungen aus dem Kreise dcr Juiereffcnlen zugekommenen Acußerungcn sicb kcinrswegs mit den ZLUÖÉHFMJM decken, welche ich eben von dem Herrn Vorredner ge-

ört a e.

Olk Herr_Vorrednerbai das ganze (Hebabren des Bundeskatbs in Bizug aus das amtlrrbe Waarenverzeickmiß angegriffen. Wenn ick) mich zurückverseyr in die Zeit, ais ich selber die Ehre batte, auf jenen Bänken im Reichstaae zu sitzen, und mir vergegenwärtige, wie frcmd mir damals kiefer Gegenstand war, so glaube ich, ist es nicbt nuyics für einen großen Merl der Reicbktags-Abgcordneten, wenn ich Sur Klarst-Uung dcn betrcffmden Paragraphen dcs Reichs-Zollgescßes birr einn al wieder verlese. Es in dcr §. _12, welcher lautet:

Zur richtigen Anwendung des Vereinskolltarlfs dient das amt- liche Waarenverzeichniß, welches die einzelnen Wgarenartikel nacb ibren im Handel und sonst üblichen Benennungen in alphabetischer Ordnung aufzäblt und die auf jeden dcrseiben anzuwendende Tarif- nummcr bezeichnet. Beschwerden über dte Anwendmgg des Tanks im einzclncn Fall Werden im Vcrwaltungxwx e_entschieden. _

Der Bundestatb hat das amtliche Waarenverzet )mß auf Grund dieser geseßlichen Bestimmung. aufzustellen, er bat es auch anzuwenden, Beschwerden Wegen unrichtiger Verxoliung bczbcn sich aber nicht zu richten gegen falsche Anwendung nner Bestimmung des Waaren- verzeichnifses, sondern gegen eine falsche Arxwezidung des gesetzlich fest- gestellten Tarifs. Nun ist das wobl unbciiretlbar, rind _tcb alarrbe, auch die Herren, die das amtliche Waarcnverzetchniß_m sein_cr jxßrgen Form kririfircn, werden mir zugeben, daß nian uber die richtige Subsumirung einer ganzen Reihe von Waarrn unter die einzelnen Positionen des Zolltar-fs ju casu oonotsto schr verschiedener Ansich iein kann, daß man ferner bei einzelnen. Positionen auf eme unbedingt kichtige, nach dir Meinung des Bundesratbs oder der betreffendcn

Reichsbebörde zutreffende Einreibung ein geringeres Gewitbt legen darf, so lange die betreffenden Warum nur zu _ganz verschwindenden Mengen gehandelt werden. daß aber die rtchttge Klassifikation einer Waare dann an Wichtigkeit gewinnt, wenn sie eine erhebliche Bedeu- tung im Waarenverkebr erreicht. Der jetzt_e Fall_ ist z.V- bei Fuselös eingeireten. Fuselöl hat früher lange nicht die Bedeutung gehabt, wie seit einigen Jahren. Man hat darauf_eine andere Klasfifikakion des Fuselöls nach bestem Wissen und Gewissen vorgenommen. Von anderer Seite ist diese dann als unriibtig xritisirt worden. „Es giebt eben verxchiedme Meinunaen darüber, wohin Fuselol, wobm andere Waaren im Zolltarif gehören. _

Nun ist es mir sehr intereffant gewesen,_ m den Anfubrungen nicbt bloß der beiden Herren von der linken Serie, Fondern auch des Herrn. welcher von der rechten Seite des “H9" es sprgcb, eme Bestätigung dafür zu finden, das; eine öffentliche Kritik der Perfuaung des Bundeskaibs nur dann einjritt, wenn dieselbe irgend em_en Tarifsaß bcraufgeseßt hat, aber niemals, wenn sie einen an_und_fuc fich _on- rflicbtigen Artikel durch eine falsche Klassifikation rm amtlixben Waarenverzeicbniß frei gelassen bat. Aber auch _das letztere_ wurde gegen die Pflichten des Bundesratbs verstoßen. Wir sind dafur auch verantwortlich. daß der gesetzlich festgestellte Tarif auch zu Gunsten der_Reichskaffe, der Steuerzahler des Reichs, richtig gehandhabt wer e.

Ich babe nun bereits erwähnt, daß man ja darüber, bb die getroffene “Entscheidung im einzelnen Falle richtig 111 oder nicbt, verschiedener Meinung sein kann; das aber will ich ausdrücklich erklären, daß mir keine Entscheidung bekannt ist, von der das Wort gesagt_ werden könnte, welcbrs der letzte Herr Vorredner, ich glaube, nicht im vollen Bewußtsein seiner Trag- weite gebraucht hat. Er hat gesagt, es sei eine Reihe von Entschei- dungen getroffen, welche „mit dem klaren analt des (Hefe es nicht in Einklang zu bringen seien“. Diese Aeußrrung muß i selbst- verständlich zurückweisen.

Schließlich möchte ich noch erwäbnen, daß, rvenn der Herr Ab- aeordncte agie,_man habe zum Studium des jeßigen amtlichen Waarenverzeicbnines nach Publikation desselben nur 8 bis 10 Tage Zeit gehabt, doch nach u:.eincr Meinung zwijchen dem 1. Juni und dem 1. Juli 30 Tage liegen. _

Abg. Struckmann empfiehlt die Annahme des Antrages und bittet um Auskunft dariiber, ob der BundeSratl) iiber den Beschluß des_Reichstages wcgen Schczffung eines Reichs-Tarifs: amis noch keine Entschxidung getrofrenbabe.

Abg. Goldi ch1n_1dt brdauert die ablehnende Haltung der verbündeten Regierungen und _ ge t namentlich auf die Zobbxhqndluzig der Faßbodenthrile em, urch welche ein großer Industriezweig, die Faßböttcherei, erheblich geschädigt sei.

Staatssekretär Freiherr von Malßahn: '

Jebxxnbfinde eine gewisse Befriedigung darüber, daf; so ziemliÖ alie _Pr|1ttonen dcs VrrzeiÉniffes schwebender Fragen auf diesem (Uebtexe. Welches ich mir zusammengestellt hatte, doch im Laufe der Diskusion noch aufgetaucht find. Ich kann den Herrn versichern, das; diese sämmtlichen Fragen eben tbaijäcbliä) noch nicht zu einer solchen Klarbrit durch die Verhandlungen gediehen find, das; wir bereits mit einer Aenderung des amtlickren Waarenverzeicbniffes an die Orffentiich- keit treten oder von einer solchen Aevdcrung endgültig Abstand nehmen könntcn. Die Dinge liegen nicbt voll so einfach, wie die Herren das hier im Reichstag sagen. So hat der vorige Hrrr Redner aus- gesprochen, es sgi ganz zWeifellos leicht festzustellen durch einen oder zwei Sachverstaridige, ob eine Faßdaube oder ein Faßbodentbeil mit der Axt gespalten oder in der Längsricbtung gesägt sei. Es kommen aber im Verkehr nicbt iiur diese zwri Dinge vor, sondern auch Hölzer, welcbe in der Längsrichtung gespalten oder geschnitten sind dnrch ein Wurfes Schmideinstrument, durch ein Messer oder der- gleichen nach Durchtränkung des Holzes mit Dampf. Unter Welche dieier beiden Kategorien gehört dies? Ist das eine Säge oder eine Art? Ich will diese Frage nicht entscheiden und will nur an diesem Beispiel zeigen, daß in der Praxis tbatsächlicb eine Reihe Von Fragen auftauchen, die nicbt auf den ersten Blick zweifellos zu entscheiden find. Wenn dann solche Fragen auftreten, so kann nicht ctwa der Herr Reichskanzler odcr scin Vertreter, der Staatssekretär des Reickzs- Schaßamts, sagen: „Ick balie diese Enisckxeidung für richtig, also muß sie aucb gelten“, sondern er 1st vrrpflrcbtrt, sicb mit drn obersten Zou- bebördcn der einzelnen Staaten_darüber in Vernehmen zu seßen, namentlich mit dem Cbrf der“ weitaus umfangreichstcn Zollverwaltung Deutschlands, der preußtschen,_ und ihn fragen: Sind Dir im Bereich Deiner Zoilbrrwaltung diere Dinge schon vorgekommen? in wricbem Umfangs, in welcher Weise kommen diese Sachen zur Ersckyeinung? in welcher Richturg bist Du der Meinung, daß man die Entscheidnng ircffen sollte, und welche Konsequenzen wird dies auf den Handel haben? Wies das sind Fragen. die nicht von heute auf morgen zu enticheiden sind, und es ist nicht zu verWUndern, wenn Monate darüber vergeben, bis in_ dem Maße eine Uebereinstimmung der Meinungen gefunden wird, dax; man wirklichzur Entscheidung des Gegenstandes kommen kann.

Wenn_ einer der Herrren Vorredner mich gefragt bat, ob in Bezug aur den Beschluß des Reichstages wegen Schaffung einrs Rcichö-Tarifamts seit der gedruckicn Miitbeilung der Bundesratbs- befcblüffe vom vorigen Herbit eme Aenderung vorgekommen wäre, so babe ich darauf zu erwidern, daß der Bundesratk) Ende November vorigcn Jabres beschlossen bat, auch_der leßtxn Resolution des Reichs- tages, übereinstimmend mit srmer fruberen “Stellung zu dicser Frage, eine Folge nicbt zu geben. _ _ _

Der Antrag Vroemel wrrd mri großer Mehrheit an- genommen. _

_Der Etat des Rercbs-Schaßamts gelangt nack) uner- beblrchrr Debatte _zur Annahme. Ohne Debatte wird der Etat d_er Reichs _chuld angenommen.

Beim allgemeinen Pensionsfonds weist Abg. Struck- mann dgrauf hm, daß die Militär-Pensionäre eine Aenderung des Verrsrpnßgeseßes wünschen, da[)m gel)end,_daß ihrren nicht ihre Perisiori gekürzt werdeii möge, wenn sie ein 10 hohes Gehait in einer späteren Anjteliung beziehen, daß Gehalt und Penswn_zusammen das friihere_ Diensteinkommen übersteigen. Das xrßige Verfahren führe dah_1n, _daß man solche Pensionäre gar_n1cht fest a-nsteklt oder mit einem niedrigeren Gehalte, da_nnt ste ri_1cht_ das Anrechi auf ihre Pension verlieren. Diesxs Verhaltnis; mu_ß beseitigt werden._ Redner bittet, dem nack_)1t_e_n Reichstage eme darauf beziigliche Vorlage zugehen zu a en.

Staatssekretär Freiherr von Malßahn:

Ick mr_Zcbxc doch die andere Seite des Gegenstandes auch hervor- heben. Bei dieser Geseßesvorlage, rrelcbe auSgearbeitet war und auf welche der Herr Vorredner Bezug aenommen bat, handelt es sich um S_ummcn, welcbe se_br hoch in die Millionen hineingeben, und es sind die finqnziellen Erwazrmgen ewesen, welche es bisber verhindert haben, daß diesem Bedürfmß entkprocben werden konnte. Meine Herren, _ _ _ dauernder Natur, die wir zuruckiteaen müssen wei dringendere Anforderungen vorliegen. Sie haben selber heute die Frage der Erhöhungen _rer Gehälter der Beamten in den unteren Stellungen, w_elche ßch noch_rm Dienste befinden, warm befürwortet. Wenn von dtesen_ beiden Dingen, Erhöhung der Gehälter der Beamten, welche noch im Dienste smd, und Erhöhung der Pensionen der verabschie- dexen Bearnten nur eines wiirde durchgeführt werden können, welchem wurden Ste den Vorzug geben?

Staats-Minister von Verdy du Vernois:

Meine Herren! Wir werden mit Freuden den Tag begrüßen,. wo die Finanzlage des Reichs es gestatten wird Ihnen die längst ausgearbeitete Vorlage zu bringen und hier im boden Hause zu ver- treten. Wie Ihnen mein Herr Kolle e bereits anführte, ist die Summe keine unbeträchtlicbe. Se würde, soweit mir

wir haben eine ganze Reihe von Anforderunken

die Zahl im_ _Gedächtnif; ist, den laufenden Etat um nahe (_:_n 10 _Milltonexr erhöhen. Der weitaus größte Theil fallt da])“ auf die Unteroffiziere und Mannschaften. Unserer- seits wird die Vorlage nicht aus den Augen verloren werden; wir werden stets denen eingedenk sein, daß wir die flieht haben, zu sorgen fur" die Kameraden. die_ aus unserer Mitte scheiden, und Härten 71:3? ___i'_r)__gar Ungerechtigkeiten, wie sie augenblicilicb bestehen, bei Seite zu

_Der Etat des allgemeinen Pensionsfonds wird beYungibschl ßd E

er u es tats kann noch nicht erfolgen ehe nicht die Budgetkommission über einzelne noc! aus e “ende Titel BeschlUß gefaßt hat. ) sth

Schluß 5 Uhr.

_ In der gestrigen (L.) Sißun des erren an es welcher der Minister für Landwirthschafiz, DonHänen un?) oZsteti ])1'. Freiherr Luciusvon BaÜhausen und der Justiz: inister Dr. von Schelling briwohnten, qelangtezunächst ein Telegramm drs Ober-Biirgermeisters ])r. Miquel zur Verlesung, worin dieser erkläri, daß er die Wahl *um zweiten VizexPräfidenten gern und mit beste_m_ Dank anne me.

Von dem Minister desZnnern _ist eine Uébérsicht über die, seit dem Schlusse der vorigen Sestion im Personalbestande des Herrenhausrs emgetretenen Veriinderungen eingegangen.

Gestorben find: _am2. Mai 1889 Graf Könichmarck, am 5. Mai Herr Schwerdtfeger in Hambirrq, am 14. Mai Stadtraih Hans'mann (Brandenburg), am 11. Juli Gra von Alvensleben:Erxleben, am 10. ArigUst Landratlx a. D. von Hel_l_ermann=Kari§in, am 21. August Kammer- herr von Kroirgk-Popliß, am 1. Srpirmbrr Herr von Sperber-Gerskellen, am 8. Dezrmbcr S11101§:Minister Graf zur Lippe, am 4. chnuar 1890 Staaisxdkjnister von Patow und Professor Name (Bonn), der rrsr im Sommer 1889 berufen worden war, am 8. Januar Hrrr von Reibniß (Oberland- Mohrungen) Und Lber-Präsideni a. D. von Bardeleben.

Das Haus ehrt das Andenken an die Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. _

Der Ober=Bürgerme1ster Breßlau (Erfurt) bat sein sti'idt_iis_ck)es Amt ausgegeben; damit ist seins Mitg iedschaft ero en.

Neuberufen sind: Der Justiz-Ministsr ])1'„ von Sch elling, der Legations-Ratl) cr. D.__Graf_ vori ?)iedern, der Fürst Leopoid zu _Salm-RerrferWeid-Tyck, der Pro essor B i er lin g (Greifswald), der Professor ??_a is 0 (Bonn), gestorben am 4. Januar, Herr von_Gersdorii (Mesrriix), Herr von Schröter(Samland), Freiherr vonWilnwwski, dor Land- rath von Gerlach (Caisuben).

Der Fürst Leopold zu Salrn:Rsiifrrscheid-Dyck wird in der herkömmlichen Weise auf dieVrrfaisrm vereidigt.

Auf Antrag drs Herrri vori Winterfeldt wir? für den verstorbenen Grafen zur Lippe in dir Matrikel-Kommisfion Herr von Oehifchiiiger gewählt.

Die Geschäfte der Quiisiur wrrden auck) fiir diese Session von “den Herren von Oeh11chläg€r und Boie wahrgenom- men werden.

Da das Haus am Geburtstage Sr. Majestät des Konigs wahrscheinlich nicht veriammrlt skin wird, so erbittet und erhiilt der Präsident vom Hause fiir das Präsidium die Ermächtigung, Sr. Majestät zu diriem Tage die unter- thänixisien Giiickwiinsche des Hauses auszusprechen.

Der Gesetzentwurf, betreffsiiddieAusdehnung des Geseßes vom 3.Mai1858 iibrr den erleichterten Abverkauf kleinsr Grundstücks anf die unentgelt- licheAbtretung einzelnerGutsthsileoderZubehör- stiicke zu öffentlichen Zwecken wird der Justiz-Kommisfion; die Hauberg-Ordnung fiir denKreis Altenkirchen und der Gesetzentwurf, bLtTSffMd die Abänderun des §. 19 Absatz 1 des Pensionsxxesoßes vom 27. ärz 1872, einmaliger Schlußberathung, die Geseßentwürfe, betreffend die Unterhaltung dir nicht chiffbaren Flüsse in der Provinz Schleiien und betreffend das 5 echtsinstitui der Reniengiitsr, _ werden besonderen Kommissionen von 15 Mitgliedrrn iibrrtviesen.

Zur nächsten Sitzung wird bcsonders eingeladen werden.

Schluß 2 Uhr.

_ - Dem Reicbstagc ist eine iilULSÜMMxUUJ von Aktensiücken, Oit-Afrika betreffend, zugegangcxi._ _Slö enthalt einen Bericht des Kaiserlichen Kommissars fiir Ost-Ilirika vom 11. November 1889 über (Gefechte bei Saadani und Pan,;am und Vorgeben gegen Usegubba; ferner einen Bericht desselben boni 20.Nobc1_nber uber Einnahme und Befestigung vchkwadja, BistrasUng rongtpumbwe und Entsendung des Freiberrn von Gravrnrrutb zur _Otcherung der Straße von Mpwapwa nacb Bagamoyo; wriic'r _cinen Bericht desselben vom 28. Nobember, wonach Simbokja und rtclr andere äuptlmge Verband- lungen anknüpfen und um Frieden bitten. Vom _0. November datirt der seiner Zeit im „Reicbs- und_Siaai§-Anzetger" _veröffentlichte telegrapbische Bericht iibcr dis _ Ankunft Emm _Pascha's und Stanlry's in Myrvapwa, werter wird ein Bericht des Kommiffars vom 27. Novrmbrr iibcr dix Meldungen_aus Mwwapwa über die Ankunft Emin Pascba's U:;Y Stanley s, sVWle ern SckYeiben Emin's an den Kaiserlichen Krmnnxiar Veröffentlicht. Den Schluß ; bilden zivei telegrapbische Bericht; vom 16. Dezember, Betreffs-der Bestrafung Buschiri's, und Vom 9.“ Januar_1890, uber Angriffe auf eine befestigte Position Baria-Herts_und Emnabme derselben sywie kint telegrapbischer “Nachtrag. Tl??? drei telegrapbtscben Bcrtcbte au en:

„Zanzibar, den 16. Dezembcr 1889. Buscbiri gestern_ stand- rechtlich mit dem Tode bestraft. Uribetl sofort vollzogen. Wißmann.“

„Zanzibar, den 5. Januar 1800. Ein Tbeil_memes Expeditions- Corps griff am 25. Dezember v. J. Bana-Hert an, Wurde jedoch zurückgeschlagen, wobei der Sergrant Ludwig und "acht Mann getödtet und sechs verwundet wurden. Am 5. Januar siurxnte ich die stark befestigte und mit ungefähr 1500 Mann besevie Position Bana-Heri's mit 500 Mann von meiner Truppe, Welche_sich mit großer Bravour schlugen. Unsere Verluste in _dcm _dreistundigen_ Kampf betrakzen ZWölf Verwundete, worunter Mx WUße- Hierrrnt ist vermutb ich die [este Stüße des Aufstandes im Norden vernichtet. Wissmann.“

„Zanzibar, den 15. Janu_a_r 1892- Beanadigte Rebellen kehren in gro en Massen zurück. Wliimcmn-

-- Die Abt eilungcn des Herrenhauses haben fich konstituirt. Zu orsißendxn bezw. Stellvxrtretern der Vor- sißenden wurden gewählt: in der 1. Abtheilung; Graf Brühl und Herr von Winterfeldt-Menkm; in der 2. Abtbeilung: Staats-Minister vou Puttkamer-Carzin und Für t Ha = feld-Trachenberg; in_der3.Abt ilun :Herr vonWede ( und Fürst Radolin; m der 4. bthelung: Herr Camp- Zausen Berlin) und Prtnz FriedrinWilhelm zu

ohenlo e-In elfingen; in _der 5. therlung: Herr von Rochow an Herr von Schöning.