1890 / 20 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 21 Jan 1890 18:00:01 GMT) scan diff

sei Dein Lauf. wie die Himmel“: cbtimmg, deren Namen Du tragen sollst zur Ehre der Flagae, zum _eften des Vaterlandes. So_ taufe ich Dich im Namen Sr. Majestat .Meteor“. Fabre glucklicb, .Meteor'! _

Dann wurde die Cbampagnerfxascbe am Bug des Scknffes zer- scbellt, die lesten Hölzer wurden in Eile gelöst, und der Aviso glitt ungemein leicht und elegant in die Weben. In demselben Augenblick erscholl tausendstimmiges Hurra!; und die Kapelle der ersten Matrosen- Division intonirte die Nationalhymne. _

Das neue Schiff ist einer der schnellüen Avisoö vom v_erbeffe_rten Typ „Macht“ und ,Iagd'. nämlich etwas ilenxer als diese beiden Schiffe, jedoch bedeutend schneller. Das Schiff ist, in der Wasser- linie 80 m lang, 9,5 m breit und hat emen Tiefgang von _nur 3.5 m. Es ist armirt mit 4 SchneUfeuer-Kanonen von!8,7 am und etn_er Anzahl Hosschkiß und Revolver-Kanonen. -_ Die Masckxinenkrafx ist für das kleine Fahrzeug eine außerordentlich große. namlich aber 5000 ind. Pferdekräfte, welche, auf zwei Schrauben veribetlt, der_n Schiffe eine Geschwindigkeit von 23-24 _Knoten geben werden. Die Maschinen sind vertikale, dreifache Expar-nons-Masäpmen; der Dampf wird in vier großen Lokomotivkeffeln neuester Konstruktion erzeugt.

Sachsen. DreSdem 20. Januar. Ihre Majeftat dre Königin ist, wie das „Dr. J.“me1det, 1est_wreder fieber- frei; der Schlaf ist ziemlich gut, die katarrhalrschen Erschei- nungen smd im Abne men, jedoch _treten von ?_ert u Zeit immer wieder heftige ustanfälle aui. Dre hohe ran_e fühlt fick: noch sehr angegri en und hat das Bett noch nicht ver-

lassen. Württemberg. Stuttgart, 20. Januar. Wegen Ab-

lebens Sr. Königlichen Hoheit de? Prinzen Amadeu? von Italien, Herzo s von Aostq, ift, wre der „St.:A. f. W. bekannt macht, eine a ttägige Hostrauer angeordnet worden.

Se. Majestät der König hnt durch Allerhöchste Ordre vom 14. d. M. den General-Ma10r & 1a 513"? _der Armee, Herzog Philipp von Württemberg, KomglrcheHohe1t, zum General-Lieutenant befördert und 5 ]a Iuris des Ulanen-Negiments König Karl, Nr. 19 gestellt._ Durch Ordre vom 18. d. M. ist der Premrer-Lieutenant im Ulanen-Regiment König Karl, N17 „19, Herzqg Albrecht von Württemberg, Königliche Hoheit, zum Hauptmann von der Jmanterre berordert, unter Stellung ]a 511118 des Grenadier-RegimentH Komgm Olga, Nr. 119 zur Dienstleistung bei diesem Regiment _kommandrrt, forme als Rittmeister 5 19. 811116 des Ulanen-Regrments Konig Karl,

Nr. 19 gefreut worden. In

Baden. KarlSruhe, 20. Januar. (W. T. _B.) _ der weiten Kammer beantwortete heute der Ministerial- Dire tor Eisenlohr die Interpexlatwn m_egen der Handhabun des Sozia111tenge1eßes. _AUs die an- gegriffenen F" e eingehend, wres er nach, da_ß m der großen Mehrzahl derselben fick) die Beamten rm melang m1r de_m Geseß befunden haben. Wenn in vereinzelten Falien Unrrchtög- keiten vorgekommen wären, so _hätten dre Beamten 130113 6 _9 gehandelt. Die Regierung sei stets bestrebt, den Gesehen dre richtige Handhabung zu geben.

Mecklenbur - Schwerin, Schwerin, 20. Januczr. (Meckl. Nachr.) Ihre Königliche Hoheit dre Großherzogin Marie hat lch in Folge des Todes ihres Bruders, des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, nach Rudolstadt begeben.

*...-j!»

Schwarzburg-Rudolftadt. Rndolstadt, 20. Januar. Die Gesetz = Sammlrmg für _das Furstenthum Schwarzburg- Rudolstadt veröffentlicht nachstehenden Erlaß des regie- renden Fürsten: ___

Wir, Günther, von Gottes Gnaden. ÜUkst zu Schwarzburg, Graf zu Hohnstein, Herr zu Arnstadt, Sondershausen, Leuten- berg, Blankenburg :e. _ _

fügen hiermit kund und zu wissen, daß es Gott dem AÜmaÖiigen in seinem unerforscblicben Ratbscblusse gefallen hat, den Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Georg, Fürsten zu S_cbwarzbura U., nach kurzem Krankenlager am gestrigen Tage, Nackxmrttags 5 Uhr, durch einen plößlichen Tod aus dieser Welt absubcrnsen. _ _

Tiefgebcugt durch diesen schweren Verla" find Wir uhrrzeugt, daß das ganze Land an Unserem gerechtxn Schmerze den mmgsten Antheil nimmt und das Andenken des 1oiruhdahtngegangenen Landes- herrn in treuer Verehrung bewghrt._ _

Nach dem in Unserem FUk"'1llchrn Harne“ bestehenden Erbfqlge- recht ist die Regierung des JÜrstenthurnH Schnarzburg-Rudolriadt auf Uns übergegangen. Wir treten drc1elbe M1 Vertrauen auf Gottes Hülfe und Beistand hiermit g:) und Werden dieselbe treu und gewissenhaft führen und die _Be11_rmm_ungen des Landes-Grund- geseßes vom 21. März 1854, das Wir hrermrt ausdrücklich anerkennen, aufrecht"erbalten und beschüßen. _ _ _ _ _ _ _ _

Alle Beamten und Diener bestatigen Wir hiernnt m rbren Aemrern und erwarten, daß dieselben Uns _rflichtmäßtge Treue be- wahren und in ihrem amtlichen Wirken gcsehllcv beharren Werden.

; u, aÜen Unseren getreuen Unterthanen aber versehen Wir Uns, “daß re ihre Verehrung für den entschlafenen Landesherrn dadurch be- -thatigen werden, daß sie Uns, dem Regterungßnach7olgen treue Er-

* gebenbeit und wiUigen Gehorsam leisicn.

So geschehen Rudolstadt, den 20. Januar 1890. ' Günther, (H. 8.) Fürst zu Schwarzburg. von Starck. A. von Hoüeben. Hautbal. ' Nach einer Bekanntma ung des Fürstlichen Ministeriums ist bis auf etteres eme aUgemeine L a n d e st r a u e r angeordnet worden.

Qesterreirh-ngarn. Wien,_20. Januar. (W. T. V.) Für den Herzog von Y_osta rst eme am Mittwoch be- ginnende zwölftägige Hortrauer nngeordnet. __ _

' _“ Die „Wiener Zeitung““ veröffentlicht em _Kamerlrches JPa-„tent, wonach der böhmische L_andtag fur den _23. cr. ' “x,.Wiederaufnahme seiner Thätigkeit einberufen wird. :;F'Hiefige Blätter, unter denen auch „Daß Vaterland“, er- daß der Feldvixar Gruscha zum Furst-Erzbrschof "zB:.Wren ernannt ser.

Großbritannien und Irland. Londqn, 20. Januar. Das Programm für das Leichenbegängmß des verstdr- benen Feldmarschaus Lord Napier of_Magdala hat eme Aenderung erfahren. Da der Dahingeschredene Connetable des Tower war, wurde es für zweckmäßig ergchtet,_daß das Be- gräbniß von dort aus stattfinde. Dre Lerche wird daher nun- mehr"a'in Dienstag in aÜer Frühe vom _Trauerhause nach dem Tower übergeführt und einstweilen _m der dortr en Kapeüebeigeseßt rnerden. Um 11 Uhr mird s1_ch dann er Leichenzug mit militärischem Gepränge durch dre Ert? nach der St. Pauls-Kathedrale bewegen. _ Wre „W. . B.“ meldet, wird der Prinz von Wales der Be-

räbnißfeier in der großen MarschaUs-Umforn), der Prinz "FLOW? von Wales in Marine-Uniform beiwohnen. Der Her og von Cambridge wird als besonderer Vertreter

der önjgin zugegen sein. Der diesseitige deutsche Bot-

after Graf von Ha feldt-Wilbenbur wird den Haifa Wilhelm, die räfin Perponcher dcie Karserrn Friedrich vertreten. _ _ _ Bei einem neulichen Bankett rm Mansion House hrel_t, der „A. C.“ zufolge, der GeneralzPostmeifier Cecil Raikes, Mitglied des Kabinets, m Beantwortung des Toastes auf beide Häuser des Parlaments eme_ Rede, worm er u. A. das Gerücht, daß das Parlament im Laufe der nächsten Session aufgelöst werden solle, als durchaus un- begründet bezeichnete. _In der hevorstehenden Session würde die Re ierung nicht _nur eine große Vorlage zur Verwirkli ung ihrer Herlpolrtrk rn _Jrland em- brin en, sondem es würden _auch andere Drnge_ geschehen, wel e „die kommende Session denkwürdrg in der Ge: schichte dieses und vielLeicht eines jeden vorhergehenden Parla- ments machen dürften.“

Frankreich. Paris, 21. Januar. (W. T. B.) nder gestrigen Sißun des Senats dankte der Präsident Le o_yer in einer Anspra e dem Senat für das ihm wrederholi gezeigte Vertrauen durch seine zum neunten Male erfolgte Wiederwahl um Präfidenten. Frankreich habe durch dre lehren Wahlen Bestätigt, daß es gewiÜt_ sei, m der Republik dre zur Entwickelung seiner Gesckncke nothwendige Ruhe zu finden. Er wende fich an die Vertreter ernster Arbeit zur Ver- wirklichung des Programms der Refqrmen und der That; der Senat werde mit ihm von den gleichen Wünschen beseelt sein und werde Feigen, weléhe Segnungendas Vaterland von der Republik un der Freiheit erwarten konne. _

Die Deputirtenkammer berreth _m der gestrigen Sißung den Antrag Méline betreffend die Handhabung derZölle von Reis und Mnrs. DerAbg.Mélme ersuchte um erweisung an eine Kommission von 55 M1tglredern,_w_elche mit der Prüfung aller Zollfra en begufrragt werde. Der Minister- Präsident Tirard wies _araus hm, daß es zwerknzaßrger wäre, vor der Ernennung einer so_ großen Foükommisston die Ergebnisse der im Gange befindlichen gro en Enquete abzu- warten; er sei wohl für . ulaffung der vorgeschla e_nen Kommission, jedoch mit der Be chränkunki, daß dieselbe emen auf die Handelsverträge bezüglrchen Besch fasse. Die Kammer nahm den Antrag Méline mit 415 gegen 38 Stimmen an. Der Abg. Flourens richtete alsdann eme Anfrage an dre Re- gierung in Betreff der Schwierigkeiten, welche den fran: zöfischen Fischern an der Küste von Neufundland h_e- reitet würden. Der Minister des Aeußeren, S p_ul [ er , erklärte, die Schwierigkeiten hätten ihre Ursache in dem Widerstande, welchem das lokale Parlament von Neujundland fortgeseßt dem eng- lisch-franzöfifchen Handelsüberemkommen entgegenseße. Der Zwischenfall war damit geschlossen. Der De_putrrte L acha m_br brachte jedoch nochmals dieselbe Frage in der Form einer

.Znterpeüation ein, über welche die Kammer nach einer Dar-

legung des Marine-Ministers Barber) zur einfachen Tages- ordnung überging. Der Abg. Lachére _mterpelkrte ryegen der Annullirung der von dem Vnriser Munizipal- rath zu Gunsten der Strikenden 1m_Nho11edeparte- ment bewilligten Kredite. _ Der_Mrmster des Innern, Constans, erwiderte, die Kredite seren annuÜrrt worden, weil der Pariser Munizipalrath [eme Befugnisse überichrrtten habe. Der Abg. Joffrin bestieg sodann _unter heftigen Protesten der Rechten und der Boulangrsten dre TU- büne. Die Abgg. Cuneo d'Ornano und Dugué de la Fauconnerie wurden zur Ordnung gerufen und gegen De_é: rouléde die Censur verhängt. Die Kammer beschloß die eitweilige Ausschließung gegen_ Déroulede. Der räsident ersuchte in Folge dessen Déroulede, den_ Srßungcssaal zu verlassen, Dérouléde rührte _ fich_ ]edoch nicht. Die Sißung wurde deshalb zeitweilig aufgehoben. Während der Unterbrechung der Kammersrßung wurde Das- roulc'zde durch einen Oberst in Begleitung eines Piquers Soldaten ohne Waffen aus dem Saale entfernt. Dre Sitzung wurde sodann um 6 _Uhr 50 Mmuten rvieder arif- genommen. Als der Saal sich wrederfirllte, befand fich Ioffrrn auf der Tribüne. Die Rechte und die Boulangrsten_serzten i_hre Proteste fort und der Boulangist Mrllevoye rnterpeürrte lebhaft den Präsidenten Casimrr__Perrer. Der Prasident be- fragte die Kammer wegen Verhangung de_r Censur gegen Millevoye. Millevor e verlangte und erhielt das Worr; der- selbe beschuldigte die ajorrtät, sich gegen das Prinzrp der Volkssouveränetät aufgelehnt zu haben, indem fie d1e__Wa_hl IIÉwffrins bestätigt habe, welcher durch dre Mmorrtat in ontmartre gewählt sei. Dre Kannner beschloß, Millerxoye das Wort zu entziehen._ _Der Prasrdent schlug vor,__ uber Millevoye die zeitwerlrgeYnsschlreßung zu verhangen. Millevoye erklärte, er halte 1eme Worte aufrecht, es 1er dre Kammer,welche fich gegen das Volk anflehne. Die Kamm_er beschloß die zeitweilige Ausschließunq Mrllevoye s, welcher sich jedoch weigerte, den Egal zu verlassen. Dre Sißung wurde deshalb um 7 Uhr 10 Minuten au_f 1/4 Stunde ver- tagt. Nach der Wiederaufnahme der Stßunq nm 7 Uhr 20 Minuten erklärte Laguerre, er werde Joffrm mcht zu Worte kommen lassen. L_luch uber Haguerre wurde die zeitweilige Ausschlreßung verhangt, und wurde, als derselbe sich weigerte den Saql zu verlassen, die Sitzung um 7 Uhr 40 Minuten nochmals auf 1/4 Stunde verta t. _ Nach der Wiederaufnahme der Si ung um 7 Uhr Minuten verließen mehrere bou- langisti che Deputirte den Saal und war es Joffrrn _nun- mehr möglich zu sprechen. _Derselbe tadel_te_ die Anmrllrrung der durch den Pariser Muneralr-ath bewilligten Kredite und schloß mit Angriffen gegen onlanaer. _Dre Kammer beschloß mit 292 gegen 52 Stimmen ber 344 Ahstmnnenden den Ueher- gang zur einfachen Tageéordnung. Dre Srßung wurde hier- auf definitiv aufgehoben. _ _ _ _

Der Unter-Staatssekretär fiir die Kolornen, _Etrenne, welcher von einem Mitarbeiter der „Eßafertel“ interviewt wurde, bestäti te den Angriff auf dre franzosrsche Karawane bei bock, doch sei derselbe rasch niedergeschlagen worden. Die Bewegung in HaraZr gehe der Beruhigung entgegen.

Italien. Rom, 20. Januar. (W. T. B.)_ Im Senat sowie in der Ka mm er widmeten heute dre Prafidenten nnd der Siegelbewahrer im Namen der Regierung dem herm- gegangenen Herzog von Aosta warme Nachrufe. Jm Senat wurde beschlossen, einen Monat lang den_P1aß des Präsidiums schwarz verhängen zu lassen und demK'onr g eme BeileidSadrei s e zu überreichen. Ebenso _wurde m der Kammer beschlossen, den Play _des Präfidmm§ 45 Tage schwarz zu verhüllen und dem König, der Prin esstn =Wittwe sowie dem ältesten Sohne des Prinzen Ama_eus Beileids- adressen zu überreichen. Ferner werden die Sißunnen zum Zeichen der Trauer auf 15 Tage unterbrochen. _ Jm

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A age des diplomatischen Corps begeben sich die MMtär-Attachés zur Theilnahme an den Lei en- eierli “keiten nach TU_xin. _ Der Prinz Napo_eon i heute chmrttag dort emgetroffm _ Das 2. Hessische usaren-Regiment Nr. 14, _dessen_ Chef der Prinz madeus war, hat an die Herzogrn-Wrttwe Lätitia ein Beileids-Tele ramm gesandt.

Das Miniéterium des Auswärti en übersandte einen Kranz für den_ Sarg des verstorbenen ranzösischen Botschafters Mariam. _ _

Der „Osservatore Romqno“ dementrrt die Nach- richt, daß die bayerische Regrerung_ dem Vatikan ein. Exposé übermittelt habe, in welchem 121,1? Haltung in der bayerischen Kirchenfrage gerechtfertigt wer e, und welches im Vatikan mit Befriedigung aufgenommen worden wäre. Die Anschauungen des Vatikans in dieser Beziehung seien in der Encyclica an die bayerischen Bischöfe und in dem vorjährigen Schreiben an_ den verstorbenen Erzbis ch of von München Freysing i_ormulirt. _ Der „Osservatore No- mano“ veröffenllicht *erner ein Kollektiv - Hirten- schreiben von 236 italienischen Bischöfen, in welchexn. erklärt wird: das _Geseß über die frommen Stix- tungen sei eine Beleidigung für die Religion, die Gerech- tigkeit und die Freiheit der Gläubigen. _ _

Turin, 21. Januar. (W. T. B.) Die König 111 und- der Kronprinz trafen gestern Abend um 11 Uhr 1.5 Minuten hier ein, kurz vorher der Prinz Victor Napoleon. _ Die Beiseßungs eier findet am Mittwoch Vormittag 1Q1hr statt.

Spanien. Madrid, 20. Januar. (W. T“. B. Nach dem le ten Bulletin schreitet die Genesung des önrgs weiter ori. _ _

Das neue Kabinet ist wie folgt konstrturrthagasta, Präsidium; Armijo,2luswärtiges; Puigcerver, Justiz; General Bermudez Reina, Krieg; Admiral Romezo, Marine; Becerra, öffentliche Arbeiten; (Guillon, Kolonien; Capdepon, Inneres und Eguilioz, Finanzen. _ _

_ 20. Januar, Nachts. (W. T. V.) Gurllon weigert sich,_das Ministerium für die Kolonien anzunehmen.

““*“-Portugal. Lisfabon, 20. Jannar. (W. T. B.) Die Cortes sind aufgelöst worden. Dre neuen Kammern werden am 19. April zusammentreten.

Schwedeu und Nortvegen. (19.) Stockbqlm, 20. Ja- nuar. Nach dem dem Reichstage vorgelegten Frnanz-Ctat für das Jahr 1891 find die Einnahmen ww folgt bx rechnet: Ueberschüffe aus dem Jahre 1888 _und vorhergehenden Fahren 5750000 Kronen; ordentliche Einnahmen: Grund- teuer 3724000 Kronen, Kirchenzehnien 250000 Kronen, Vakanzabaaben 905 000 Kronen, Domänenpacht 2600000 Kronen, Personalsteuer 665000 Kronen, Sirafgelder 240000 Kronen, Kontrolesiempelgebübren 25000 Kronen, Leucht- feuer und Vakenabgaben 1200000 Kronen, Telegraphen- wesen 1 350000 Kronen, StaatSersenbahnen6500000Kronen, Staatsforsten 2500000 Kronen, außerordentliche Abgaben 100000 Kronen; Bewilligungen: Zölle 38000000 Kronen, Postwesen 7 380000 Kronen, besondere Abgaben 350000 Kronen, Stempelgefälle 3 700000 Kronen, Branntweinsteuer 13 700000 Kronen, Rübenzuckersteuer 550 000 Kronen, 09,01; schlagssteuer von Grundbefih und Einkommen 3700 Kronen“ vom Gewinn der Reichsbank im (_JZhre 1889 1 300000 Kronen, oder zusammen 94 489 Kronen. Von den in gleicher Höhe veranschlagten Au6gaben_entfallen auf das Königliche Haus 1 320000 Kronen, das usirzdepqrre- ment 4002500 Kronen, Departement des uSwartigen 618300 Kronen , Kriegsdepartement 23 079 800 Kronen, Marinedepartemcnt 8 912 300 Kronen, Departement des Innern 6927000 Kronen, Post- und Telegraphenwesen, Zollwesen u. s. w. 17029200 Kronen, Kultusdepartement 1“ 524400 Kronen, Pensionswefen 4339000 Kronen, außerordentliche Anschaffun en für die Staats-Eisenhahnen 3300000 Kronen, AUSgaben es Reichs-Schuldencomtoirs 11436200 Kronen.

Afrika. Egypten. Wie „Reuter's Bureau“_ erfährt, haben die Verhandlungen zwrschen der franzosrschen und der egypti chen Regierung _m Betreff der Konver- sion der egyptischen rroritätsscbuid eme günstige Wendung genommen. er l_eßte MetnungSumerschred von irgendwelcher Bedeutung ser veranlaßt_ worden durch die französische Forderung, betreffend . die Ernennung eines Comités unter dem Vorfiß des franzöfif en Ingenieurs Barrois, Behufs Ueberwachung der yon dem e- partement der öffentlichen Arbeiten unter Moncrreff gebauten BewässerungS-Anlagen. Nachdem Egypten und _England ent- schieden ablehnend geantwortet, habe Frankreich dre_J-orderung fallen lassen. Dem baldigen Abschluß eines Ab- kommens zwischen Frankreich und Egypten werde entgegen-

gesehen.

Parlamentarische Nachrichten.

Die heutige (48) Sitzung des_ Reichstages, welcher die Staatssekretäre Dr. von Boetncher, 131". von _ Stephan, Graf von Biswarck, Freiherr von Malßahn, sqwre_ andere Bevollmächtigte zum Bundeßrath nebst Kommissarien ber- wohnten, eröffnete der Präsident von Leveßow um 21/2 Uhr mit folgenden Worten: _ _

Meine Herren, ein deutscher Bundesfurst, Furst Georg v_on Schwarzburg ist am 19. d. M. _ gestorben. Der Furst bat stets treu zu Kaiser und Reich gebalien und _lxat in dem Kri-ge von 1870/71 sich persönlich betberlrgr und mitten im Kugelregen gestanden; er hat an seiner Seite es erlebt, das; ein Adjutant sehwer verwundet oder gar er- schossen wurde. Auch später ist der Fürst ein treuer Bundeßgenoffe des Kaisers gewesen und ein Freund des Denischen Reiches; (Dre Mitglieder batten fich während dieser Rede von ihren Pla en_ er- boben) Ich nehme an, daß Sie, indem Sie sich von Ihren [aßen erhoben haben, das Andenken des Verstorbenen ehren. _

Der Entwurf eines Geseßes, betre en_d eme Post- dampfschiffs-Verbindung mit Osi-A rrka wurde auf Grund der in zweiter Berathung von dem Rerchstage unver- ändert angenommenen Kommisfionsheschlüffe nach unerhebl1cher Debatte in dritter Berathung definitiv angenommen-

Es folgte die erste Berathun der Ergnnzung des dem Reichstage vorliegenden Entwur s desRerchshaushalts- Etats für das EtatNahr 1890/91. _ ,

Derselbe wurde auf Antrag des Abg. Dr. Wrndthorst der

Budgetkommisfion überwiesen. (Schluß des Blattes.)

Der S lußbericht über die gestrige Sißun des Reichs- ( chtages befindet fich in der Ersten BeJlage)

von Aktensiücken, betreffend die deuts en Schweine- Einfuhrverbote vo_m 29. November 1 7 und 14, Juli 1882und die westlichen Viehsperren gegenDeutsch- lan ; . '

ferner der Bericht der Rechnungs-Kommission, be- treffend die allgemeine Rechnung über den Reichshau shalts- Etat für das Etatsxahr 1885/86,

die Ergänzung des dem Reichstage vorliegenden Entwurfs des Reichs aushalts- Et'ats für das Etatsjahr 1890/91, mr_e olche _vom Vundesrathe beschlossen worden, sowie

der Dritte Bericht der Kommisfion für die Petitionen zugegangen.

- In der heutigen (Z.) Sißnng des Hauses der Ab- eordneten , welcher der Minister der geistlichen 2c. ngelegenherten, Dr._von Goßler, der Finanz-Minister Dr. von _Schqlz, der Minister des Innern, Herrfurrh, und der Ju strz-Mrmster ])1'_. von Schelling beiwohnten, theilte der Präsident von Kdl_ler mit, daß das Präsidium von Sr. Majestät dem Kaiser und König empfangen worden und er be- aufiraxzt sei, dem_ Hause iür das beim Hinscheiden Ihrer Maiestat der Kaiserin und Königin Augusta ausxzedrückte Beileid den Allerhöchsten Dank auszusprechen.

_ Eingegangen ist der Vertrag wegen Fortdauer des Thüringischen Zoll- und Handelsvereins.

Auf der Tagesordnung stand die erste Beratbung des Gefeßentwurfs, betreffend die Feststellung des StaatWauShaltI-EtatS für das Jahr vom 1. April 1890/91. -

Abg. Freiherr von Huene hob mit Anerkennung hervor, dgß, txoßdem Preußen nus der Defizitwirthschaft heraus und in die Reiervorrrvrrthsckraft ]eßt hineingrkommen sei, sodaß Mittel zur außerordentlichen Schuldentilgung vorhanden seien, bei der Aufstellung des Etnts mit großer Vorsicht verfahren und yon den hrsherigen Grundsäßen, nach denen dre Einnahmen eingestellt würden, nicht abgewichen ier._ Dre Vorsicht werde insbesondere auch dadurch gerecht- fertigt, daß Preußen für die Kosten der Alterß- und Invaliden- verficherung und andere Mehrbedürfniffe des Reichs in Zukunft durch Erhöhung _der Mairikularbeiträae werde ein: treten mussen, _denn nur eine erhebliche Mehreinnahme aus den Zollen rm Reich rechne wohl Niemand. An eine Aufhebung _der Getreidezöüe oder eine Herabseßung derselben könne_allerdmgs ebemowenig gedacht werden; fie würde vom vaterlqndtscheantereffe aus ein Verbrechen sein und würde den Todesrtorz für dre Landwirthschast bedeuten, die, namentlich sowei: dre kleinen Grundbesitzer in Betracht kämen, ohnehin in Folge der schlechten Ernte des leßten Jahres schwer litten. Was dre 16: 13116118 anbetreffe, so sei die UnvoÜkommenheit dieses Ueberwezsungsmodus offenbar, und die Zeit würde mit Freude zu begrüßen fem, wo dauernde Ueberweimngen in organischer Art erfolgen könnten._ Die Mängel der 197. ÜUSUS hätten ihn (Redner) veranlaßt, im vorigen Jahre seinen Antrag auf Uebermersrzng der Gru_nd- und Gebäudesteuer einzubringen; der he_zugltche Passus m der Thronrede bestimme ihn aber, m die em Jahre von der Wiedereinbringung desselben Abstand zu nehmen. Int Auge zu behalten sei, daß die Grund- und Gebaudesteuer dre allerungerechteste Steuer sei, die ein preußi- scher Staatsbürger _zahle. Die Finanzla e sei für eine Steuerreform günstig ;_ eine soiche lasse ich nur machen, wenn man Geld habe, 1qnst werde ste _leicht zu einer Steuer- vermehrung. _Zunächsi ser allerdings dre Verwendung des Re- servotrs für eme Er öhung von Beamten ehältern in Aussicht gennrnmen, zu wel er das Centrum fich ympathisch verhalte. Ex: 1er aber zu wünschen, daß, nachdem der Beamten gedacht ser, a_uch der Steuerzahler _gedacht werde und die Regierung moglichst bald dre Steuerreform dem Hause unterbreite.

Der Abg. Freiherr von Zedliß und Neukirch wies ebenfaÜs auf die günstrge Finanzlage hin, meinte aber auch, daß man über der glänzenden Gegenwart die Zukunft nicht vergessen dürfe. _ Von einer Aufhebung der Getreidezölle k_onne absolut _mcht die Rede sein. Man dürfe nament- [1 den_ kleineren und mittleren Grundbefißern im O ten, dre nehen der schlechten Ernte noch darunter litten, daß ihnen die Arbeitskräfte von den besten L_andestherlen entzogen würden, den S durch die Zölle nicht yersagen. Auch darin sei dem Abg. Freiherrn von Huene uznsttmmen, daß man fich darauf einrichten müffe, daß das

er an Preußen demnä si größere Ansprüche stellen werde. Jn__ ezug auf dre AUSga evermehrung müsse man deshalb dre außerie Schranke ziehen. Aus demselben Grunde sei auch eine aÜgemerne Herabseßung der Tarife durchaus abzuweisen, die auch um deswrllen abzulehnen sei, weil fie eine künstliche Steigerung des ohnehin schon allzu lebendigen Verkehrs zur Folge haben wiirde. _ Der Ueherwersung der Grund: und Gebäudesteuer sei beizupftrchten; eme organische_Ueberwei1ung derselben aber mcht durchzuführen, o ne eme organische Gliederung der Tra er _der Kommunal aften. Dazu gehörten eben weitere Vor erertungen, und wenn diese Reform mit der Einkommen- fteuerreform verbunden werden sollte, so könnte man auf die [estere no_ch lange warten. Diese Verbindung sei jedoch nicht nothwendig. Man könnte das Einkommensreuergeseß sehr wohl einbringen und darin _die Ueberweisung der Grund: und Gebäudesieuer im Prinzip aussprechen, die Einordnung der Träger der Kommunallasien aber einem besonderen Geseß überlassen; in einer Seffion beide Auf- gaben zu erledigen, sei ohnehin nicht möglich. Es sei zu wünschen, daß thunlichst in dieser Session das Einkommen- steuexgesey vorgelegt werde. Eine Theuerung bestehe gegen- w_artrg nicht; aber die NuSgaben für die Lebenshaltung hatten _fich im A1] emeinen sehr erhöht. Es liege des- halb tm Intere e der Beamten wie des Staates, erstere in ihren Einnahmen nicht zurückblieben und_ es ser eine 'Ehrenpflicht,_ auch für die Beamten die KLM uenzen der allgemeinen wrrthschaftltchen Lage zu ziehen. Dre ehaltsaufbefferung für die unteren und mittleren Beamten sei sobald als möglich einzuführen. Leitender Grandsax bei der Prüfung des Etats müsse aber immer die alxpkeußtsche Tradition der Sparsamkeit fein. Sparsam heute sei gut Für morgen. . WortBel Schluß des Blattes ergriff der Abg. Rickert das

.; Dem Reichstage ist die FortseßuY der Sammlung

Zeitungsstimmeu.

ZU den bevorstehenden Reichstagswahlen äußert die „Wermarische Zeitung“:

P -,Wik pixinen. daß wenn die konservative und die nationallibxxgle

arte: "“NRW für die Wahl ihrer Kandidaten eintreten, der Steg

ihnen nicht_ fehlen wird. Sie werden darin nicht nur von denPart-i- genossen wirksam unterstüvt werden, sondern von allen denen, die auch, obne_dem einen oder anderen Parteiverbande anzugehören, erkennen, daß in _ernsien eiten, wie die unserigen, die nachdrückliche Erfüllung der_polrtrscben _flnhten zmabweislicb geboten ist. Es ist eines jeden Wahlers Schuldigkeit, ferne Stimme abzugeben und die Schuldigkeit eines Izden, der es gut meint mit dem Vaterlande und der Festigung des Fnedens nach Außen und nach Innen, seine Stimme dem Kandrdarencsu geben, der ihm verbürgt, daß er als Abgeordneter an den politik en Angelegenheiten mitwirken werde im Sinne der monarcbiscben und nationalen Verfassung, _ der gesunden Ent- wickelung unserer wrrtbscbaftlicben Zustände, deren Gedeihen unter dem Emfiuß der vor 10 Jahren begrnnenen WirtbschaftSpolitik fich m crfreulrcbster Werse bekundet, _ der Ausführung der s ozialvolitiscben Reformen auf Grund der kaiserlichen Botschaft vom 17. November 1881, die bestimmt sind, den berechtigten Klagen der Ar- berter_ Abhilfe zu schaffen, _ der Sicherung der bestehenden staatlichen_ und gesellscbnftlicben Ordnung durch eine Gesetz- gebung, die Schranken errichtet gegen eine nur auf den Umsturz ge- richtete. in ihren Zielen wre in ihren Mitteln gemeinschädlicbe Agitqlwn, _ drr Sicherung unseres nationalen Staatéwesens gegen Angriffe der Gegner im Osten und im Westen, die dem Vaterlande nur erspart bleiben, so _lange dasselbe durch eine starke Webrkraft Furch_t zu erwecken rm_ Stande isi, _ der Sicherung und Erwnterung_ unserer Tbatigkxit im Weltverkebr durch Theil- na_bme an uberseerscben kplomalen Unternehmungen. In diesem S_mne hat die Mehrheit im Reichstage, im Einverständnis; rnit der Retch6regrerung zum Besten des Vaterlandes ae- wrrkt und beu_te da_n_1r zu sorgen, daß aus den neuen Wahlen die alerckpe Mehrheit acjtarkt und vermehrt hervorgeht, ist unser 2111er Pf11ch1, m noch höherem Maße als damals, denn die diesinaligen Wahlen gelten auf dre_ Dauer von fünf, nicht von drei Jahren. Wer vermeiden_wr[1, daß die gedeihliche Entwickelung des Vaterlandes ge- be_mm_t wrrd_und_ unfrrrchtl'are politische Aufregung an die Stelle der friedlichen wrrtb'chaftlrchen Arbeit trilt _ und Welcher gute Bürger wollte daß_ nicht?- _ wird gern jeine Stimme dem Mann geben, von dem er mtt Zuverficht erwarten kann, daß er in solchem Geist sein Mandat zum Reichstage auSzuübrn entschloücn ist.“

_Dre_ „Harnburgische BörsenZHalle“ schließt einen Artikel Über die Retchßpoft-Dampferltnie nach Ost-Afrika mit folgenden Worten:

.Wenn irgend Einer Realpolitikrr sein muß, so ist es doch der Kgufmann, nnd nach den veränderten Verhältnissen wird sich auch sem Urtbcil andern. Ueber das Prinrip der Suddentionirung ift vor Jahren enjschieden worden. darüber wäre es also heute mäßig, noch- maiH in Diskusion zu treten. Uebrigens hat ein Mann von der un- zweifelhaft freisinnigsten Parteifarbe bei der ersten Berarhung der Vorlage die ostafrikanischc Linie durehaus gebilligt, da er von_ den Aussichten, die unser Handel mit dort hat, durryaus nichr so gering denkt, wir seine Fraktionßgenoffen. erchow wrl-L dre Sache von der mrrkaniilen Seite betrachtet wiffen und da kommt_ er zu dem Ergebniß, daß es gar nicht unmöglich sei, den Handel mit Ost-Asrika in dern Grade an uns zu ziehen, daß er e:ne T_Oamvferlmie l_okxnt; deshalb 1ei er nicht dagegen, daß der Reichs- tag diese Linie Lewiüige, wenn Deutschland entschloffen ist, Ost-Arrika zu _bebalten. Dazu_rst es abrr in dcr That in vollstem Umfange entxchlryffen. Da dies der Fail, ist diese Linie, wie wir wiederholt ausgefuhrt haben, nicht nur vom kommerziellen, sondern auch vom vvlitiscben und militärischen Geficbtswmkt wün- schexiswertb. Mr_m _muß eben _Alles, was mit einer solchen Frage zusammenhang1,*auch im Zuiammenbang betrachten. und wenn dre Summe aller einzelnen Erwägungen die Ausführung wünschens- wertb macht, muß man zugreifen und über die kleineren entgegen- si_ebe_nden Bedenken hrnwegzukommen suchen. Es läßt, sicb heute ja nicht behaupten: in zehn “Jahren wird unser Verkehr mit Ost-Afrika zehnrnal so groß sern, wre jest; wohl aber sind alle zuständigen Be- nrxberler der Ueberzeugung, daß er fich mit Hülfe der direkten regel- maßtgen Verbindung bedeutend heben wird. Frisch gewagt, ist in solchem Fa[_le halb_gewonnen; wollen wir durchaus klüger sein als andere Nationen, dre ganz genau ihren Weg in Afrika sehen?“

Handel und Gewerbe.

Berlin, 13_._ Janugr. (Wellbericbt d. Ctrbl. f. d. Textil- Ind.) Das Geschatt bot in der vergangenen Woche wenig Bemerkens- w_erthes dar, Einzelne Fabrtkanten, welche bei Gelegenheit der Auktion [ner anwesend wgren,_ kauften für ihren dringenden Bedarf etwas Stoffrxollen zu bisherigen Prersen; das umgeseyte Quantum dürfte die Hohe ven 400 Centnern kaum überstei en. Im Kontraktgescbäft in ungewaschenen_WoÜen Hebt es sehr le haft zu und sind bereits größere Quantitaten abge cblossen worden. Die Preike stellen fich gegen das _Vor]abr_ganz bedeutend höher.

_ __ Dre ._Rhetn-Westf. th.“ berichtet vorn rheinisch-west- fal_t1_ck)en Eisen- und Stablmarkt: Die Geschäftölage des rberni1ch-Zvestfaltscben Etsenmarktes ist in der abgelaufenen Woche mit sehr wenigen Y_USnahmen _eine unverändert günstige geblieben. Die Nachfrage _bat_ m ihrem seitherigen Umfange angehalten, die Preise be- hielten meist rbre_fiei_gende R_ichtung und behaupteten fick) fest auf ihren Saver]. In einbermuchen Ersenerzen hat sich die frühere Lage des Geschafts ziemlich unverändert erhalten. Der Absaßistvielleicht im Sie- gerlande nicht ganz mehr so lebhaft wie früher, doch find di ePreise noch an- dauernd fest. Auch rm Luxemburgucben find Nachfrage und Absay tm Ganzen und Großen dieselben geblieben. Roheisen ist an- baitend !ebbaft gefragt und behält seine feste und steigende Tendenz. Die Preise werden sehr fest hebauptet und sind vereinzelt weiter in die_ Hohe gegangen. So nzrrd vom Siegerlande für den regel- maßigen Bedarf aute Nachfrage in Spiegeleisen bei steigenden Freisen gemeldet. In_ Puddelroheisen herrscht gleichfalls tarier _Bedarf bei fietsen Preisen. In Gießereirobeisen scbernt d_te Nachfrage_ keine so dringende gewesen zu sein wie früher. Augenblicklick) ebt dj_ese Marke jedoch wieder flott ab. Bessemer- xisen und T omaSetsen find unverändert. Die Walzwerke sind tm Ganzen und Großen in sebr lebhafter Thätigkeit. Stabeisen findet_anbalt_end flotten Absa und der Betrieb der Straßen ist dazu aus langere S_Ut gesichert. _ urch die letzthin erfolgte Preißerhöbung ist auch, _da die Roheisenpreise seitMitte Dezember nur sehr langsam fortgeschritten sm_d, dqs Mißverhältniß zwischen diesen und den Preisen der_ Fertigfabrikate einigermaßen gehoben. Die inländische V_kachfrage itt andauernd _lebhaft; die ausländische weniger, doch haben einzelne Werke anch brertn günstigere Ergebnisse zu verzeichnen. Aehnlrcbeß gilt fur F_ormeisen. Sehr gut ist, wie in der leßten Zeri uberhaupt, dre Geschäftsla e der Bandeisenwerke ge- Wescn. Die Preise sm_d sowohl im nlande wie im Auslande an- balt_end steigend. Dre Gxobblechwaleerke sind zu festen Preisen anhaltend ut beschaftigt. Ein (Gleiches gilt von Fein- blechen. Ueber de Ges_chaftölage der Walzdrabtwerke sowie der Drabt-_ und Drabifttftfabriken ist nichts wesentlich Neues zu melden. Eme_Befferung ist kaum bemerkbar. Die reise bleiben axdruckt und niedri_g,_ weil viele größere Werke noch bscblüffe anf langere Zeit m billigem Roheisen einerzeit gemacht haben. Die Babnwagenfabriken find anhaltend ut beschäfti t.

_ In der_ gestrigen Aufsichtöratbs tsung der La m b u r _g e r _Waarenkreditanstalt wurde die Dividende für das Geschafts- jahr 1889 auf „1110/11 (gegen 10 % im Jahre 1888) festgeseßt.

_ BreSlau, 20. Jannar. _(W. T. B.) Die Eisengkoß- bandler haben die Preise fur Eisen und Bleche um 10 „FC pro TonnÄerbth.

ü_n en, 21. Januar. (W. T. B) Die städtischen Kollegren bescblpffen, eine ZÉprozentige städtische Anleihe im Betrage von 15 Millionen aufzunehmen, wovon zunächst die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 4 Millionen a] pati übernimmt.

“London, 20. Januar. (W. TB.) An der Küste 1 Weizen- ladung angeboten.

Glaßgow, 20- Iamzar. (W. T. B.) Die Verschiffungen yon Roheisen betrugen uz der vorigen Woche 6831 gegen 7854 Tons in derselben Woche des vorigen Jahres. .

Bradford, 20. Januar. (W. T. B.) Woll e ruhig, willi er, BIZZIywolle und Mobatrwolle geschäftslos, Garne ruhig, StOLfe ru ! r.

Lausanne, 20. Januar. (W. T. B.) Die Einna men der schineizerrscben Westbahn en beliefen sich im Monat Diezember v I, auf 886 000 Fr. und tm Jahre 1889 auf 13 670579 Fr. gegen 12 909 297 Fr. tm Jahre 1888. Seit dem 1. Januar wird für die schweizertschen_ Westbabnen Mit den Jura-Bembabnen gemeinsame Rechnung gefuhrt.

Washington, 20. Januar. (W. T. B.) Infolge der bedeu- tenden Ankaufe von Staathblrgationen durch das Sebas- amt während der leptxn Woche Ut der disponible Ueberscbuß auf ungefahr 20 Millionen Dollar gesunken. Der Schuhsekretär Windom hat in Folge deffen bestimmt, den Ankauf von 4 % Obligationen bis auf Weiteres einzustellen. Der Ankauf wird jedoch_bald wieder brginnen, da man annimmt, daß am 1. April der Ueber1chuß sich auf 40 Millionen Doki. belaufen wird. Der Schatz- 1ckretär hat dem Repräsentantenbaus eine Bill vorgelegt, welche eine Ausgabe von Schaßanweriungen gegen Silberbarren autorifirr. gemäß dem Plane, welchen er rn seinem Berichte an den Kongreß vorge- xcblanen bat,

Ne_w-York, 20. Januar. (W. T. B.) Visible Supply an Weizen 32 541000 Busbels, do. an Mais 11 216 000 Bushe15.

„Verkehrs - Anstalten.

Londdn, 20. Januar. (W. T. V.) Der Union-Dampfer . Dane“ ist gestern auf der Heimreise von Capetown abgegangen. _ Der Cgsilc-Damvfer „Roslin Castle“ har kcute auf der Außrerse Lrsyabon Pasfirt. '

Theater und Musik.

_ _ _ Deutsches Theater.

_ Fur nachsten Sonnrag war eine_21nifübrung ron „Krieg im Frieden" bestimmt gewe'en: indeffeniit einc Abäxk'crnrg dahin ge- troffen worden, daß die Aufführung von „Krieg im Frieden" am Montag, dem Geburtstage Sr. Majestät dex; Kaifxxs, mit einem vorauigebenden Prolog startändct. Am Srmntzz, den 26., wird sia1r dessen .Der Pfarrer von Kircbfeld“ gkgebsn. *

Lcssing-Theatcr.

_In der morgen stattfindenden Premiére des Lr:=':=rie[§ ,Die Gcrgenfre'_ von Hans Olden und Paul von SWR.». find die Hauptrollen in den Händen der Damen Jenny CMH. Zin Petri, Ida Staegemann und der Herren Oskar Blcnckc, Oskar Höcker, Franz Schonfeld und Eugen Stargemann. Die Resi: [citerDirektor Anton Anno.

_ __ Sina-Akademie. _ Der Pianist Hr. Io1ef Weiß gab rorgrsrern Limon Klavierabend, 111 welchem er (518 Spieler und Komponist herkrrnxr Was den Vortrag der_ großen (J-äur-Sonars, 01). 53, ren Bcrrkr-xcn betrifft, sr) kzZnnen wrr nur die technische Ferti-;.feir und S*“?!keik anerkennen; die jebr manierirte, mit kleinen capriciösen Derxélsckxcn versebene AuLdrchsweiie beeinträchtigte jedoch die Wirkung rss Werks. Die Uehertretbung _des „pjauo“ bei zu L*äufißrr »IT-Miran.) der Ver- schiebung wirerxpricht3 dem großen Stil dieser Sonate, Ein gleiches gilt von der Phantasie (];-111011) von Chorin, in rc.- fegar die vor- geschriebenen dynamiickyen Bezeichnungen mehrnialé :*erändert wurden. Der zx-äar-Walzer von Chorin sowie die (Havotte von Bach - Si_ Saéns und ein kleines schr Michas Menuett wt_1_Dreyjchrck gelangen drm Künstler besser. Zcine eigenen Kom- voirttonen, Präludium, Nocturne, Inrermczze Und Schottische Rhaps9d1e_boten Wenig Erfreuliches. Im Prälurinm, das viel zu lang fur_se1ne _Tiielangabe _erscheint, sowie in 'der Rhapsodie vermißt m_an zu 1ehr die innere Zummmengehörigkeit rer riclcn nebeneinander bmgesteüten (Gedanken, während die beiden kürzer gehaltenen Stücke: Nocturne und Intermezzo einen viel vortheilhafteren Eindruck machten. Den Schluß des Concerts bildeten zwei mit sehr lebhaften: Beifall aufgenommene Klavierstücke von Liszt. Das _Pnblikum war recht zablretxb erschienen und nahm auch die übrigen Leistungen des Abends sehr gunstig auf. __ _ _ bildarmonie.

_Der_ Konrglich preußi che Kammrrsänger Hr. Emil Größe, den wir in diesem Winter schon einmal zu hören Gelegenheit hatten, gab gestern sem zweites Concert in Gemeinschaft mir seinem treuen Kunst- genoffen, dem Pianisten und Komponisten Hrn. Prof. I. Seiß, und dem unter Leitung des Hrn. Kog el thätigen Philharmonischen Orchester. __ Unter den zahlreichen Nummern dcs Programms, denen der unermudlicbe Sänger noch mehrere hinzufügte, bezeichnen wir als dte hervorragenrsten: Mozart's Arie aus „('on kan tarts“: „Wie sch_ön rst die Liebe“, Wagner's „Erzählung“ aus der Oper „Loben- ;mn“ sowie vier Lieder am Klavier, rrn denen das schwung- voÜe _.Rbeinlied' Von Kleffrl wirderum zündend wirkte und -. noch die volle Kraft der schönen Stimme deJVortragenden bewunshcm ließ. Stürmifchcr Beifal] und Hervorrrn folgten den künstlerichen :s,-

Leisiungen des gefeierten Sängers, dessen Unreranderte Anziehungsk: '“; . .

kraft man wiederum an der ungemein zahlreich erschienenen Zubörex- - schaft erkennen konnie. Hr. Seiß erfreute durch den Vortrag ** - ÜgkänkCoths W" WKÖ", das er mit_u_nfeblbarer technis *“ “';-"* Sicherheit und feinfinnigster Ausdruckswriée ipielte.

Solostücke von Weber, Chopin und Beethoven vor, unter denen die..“-

von ihm selbst für Klavier trefflich eingerichteten „Deutsckjen Tänze.“.4x**'“_"s*

von Beethoven von ganz besonders reizroiler Wirkung waren Und ' gleich den übrigen Leistungen des Spielers mlt enthusiastiscbem Beikkaik

-

aufgenommen wurden. Das Orchester, welcbe-Z einen feierlichen Ma ck,; -“

betitelt „Dem Kaiser“ von Seiß und rie_.Tannhäuser-Ouvertuuxs“.ck vortrug_, bewährte hierbei wie in der BJ.;lerxung des Concerts «* der Arten wieder seine stets anerkannte 2uchttgkert.

&

Concerthaus. _

Für den morgen stattfindenden Komponisten-Abend ist da"";sJ-x-„kkxj ' T7"_

Programm aus Werken in Berlin wohnenderKomponisten zusammen-“i

gestellt und enthält Stücke von W. Taubert. Wulf, A. Mohr,. „f '.-*-x_

Schlottmann, Eilenberg, Klein, Dorn, Holländer und Hauer.

Prenszisthe Klassenlotterie. _ _ _ (Ohne Gewähr.) _ __

Bei der gestern ortgesthen 181. Königlich preuiz der Nachmittagsziehung: ,_

1 Gewinn von 15000 „ckck aur Nr. 106 521.

2 Gewinne von 10000 «jk. an Nr. 75333. 81522,

2 Gewinne von 5000 .11: auf Nr. 38429. 50557.

35 Gewinne von 3000 sik. auf Nr. 1124. 6288. 7469. 9926. 11417. 11741. 18 261. 22655. 24 787. 30 956. 33104. 38844. 50509. 60941. 62171. 75015. 75 350. 81095. 103912. 104 462. 119226. 119 745. 122 668. 133 286. 139 023. 140 535. 145 995. 168 050. 169 395. 170 544. 172 832. 175 759. 182 068. 188 935. 189 997.

45 Gewinne von 1500 «sé auf Nr. 4264. 753. 9437. 14 372. 21029. 23 370. 24 313. 33746. 35359. 35 388. 35 443. 36 432. 38 238. 43 _966. 47 468. 56910. 59 846. 64509. 66 048. 71221, 71512. 83 907. 84 699. 86374. 87 563. 88 613. 89 234, 92 083. 92575. 108 611. 114 637. 123 744. 128 241. 128 822. 134 467. 134 953. 139 356. 139 804. 152 476. 165106. 165 305. 166 519. 171 631. 181368. 183146.

39 Gewinne von 500 „M auf Nr. 1293. 1842. 7037. 7535. 11 453.13162. 16 779. 22777. 30444. 32 975. 34 201.

Außer diesem";§'_„§'x- 7. mit Orchesterbegleitung ausgeführten Werke trug derselbe nock einige *

i.?hung der 4. Klsffe' _ ischer Kla 1enlotterie fielen»in*_-.z_ _.)“ _'.-5_„_,_..