1890 / 26 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 27 Jan 1890 18:00:01 GMT) scan diff

Bei der e statt ehabten Ersaßwahl F| _in Lorient der republixceiltlitische ?kandidat mit 10533Sx1mmen gegen 6080Stimmen des reaktionären Kandidaten gewtht wurde:). In Valognes wurdäurbenfalls der Republikaner mit 7742 Stimmen gewä __

Die „Fédération ouvriére“ beschloß, auf ihre Kosten die jüngste Rede Joffrin's in der Kammer, durch welche die bekannten Skandalszenen heworgerusen wurden, offent-

die Grundsteuer im In nannten Nil einen

wozu noch

eme bei blihröihejr8e88üni_r_i___Folge dks in dem ge-

t en rx «|ckth Zn WM Pfund ergeben hätte die Kosten für eine miltlättsxhe kamen. Der Rewrvefonds hat emen

oski " ' d. . ' . 225000 erhalten und betragt jest ca. 1 MM fun der eYi?ec-linz-rluen Gestalten sind zumeist klar und wahr- WMW“

' libiwirb, dda Beibr- Summe W“ W "ck kkas'zaft, UedYOberßft'Wseiyn eruwttet unter

Wasserßandes des SÖW

uwachs von

lich anzuschlagen.

talieu. Rom, 26.3anuar. (WT. B.) Der Koxng, die KJönigin und der Kronprinz haben heute Vornnttag 1012; Uhr von Turin die Rückreüe nach Rom _ angetreten. Am Vahnhofe in Turin und auf dem Wege dahin _hatte |ck eine große Menschenmenge eingefundetx, MUZ? die hohen Herrschaften ehrfurchtSvoll schweigend mit entbloßtem Haupte b te. _ eg ?Zer „Capitano Fracaffa“ will minen, daß_General Otero, welcher gestern nur 30 km vo_n Adug entfernt stand, heute, am Jahreötage der Schlacht bél Dogan. auf dem ge- nannten Plaße die italienische FWW? mlwflanzen werde. Der „Tribuna“ zufolge marschiren die Truppen des Geyerals Otero gegen Adna, nicht um n_eues abessy_n1sc_be_s Gebiet zu besetzen, da die Regierung_ den m1t Konig Yienelik gxschloysxenen Vertrag _achtxrx Loonfls, wndern um den

" er es eus uunertus. __ _

zuhr- 27. Jaiizuar.z . T, B.) Der Konigx die Königin und der Kronprinz KUV [)SUTS Nacht von LUUU fich hier wieder eingetroffen. B) __

Portugal. Lissabon, :.K._Ja11Uak- (Y" T, - L-Lm wiedergeseben wérden.

' ' '" Be Sbl zu (' angen, n1c_b_t nach Taxent, fi? _ YWZHF ?ZakothZjexi? lyOZF-slbef ist ___g__g Liner Mimon an dakielke Skglkbkßkk zu verwertbrn. der Westküste von Afrika beauftragt worden. sch_____

Rumänien. Bukarest, 26. Januar._ (233. T B.)_Der aus dem konservative Klub wählte einstimmig 12mm bisherigen AUSschuß, dLffen große Majorität xégtergngsfreundlich ist- wieder. Auch drei Minister bénnden 11ch unter d:“n Ge- wählten. _

Unter den Landwirthen und Exporthxren herr1cht eine große AUfr ung Über die Maßregél rankreichs bezüglich des YiaiUolles, welc_1_;c_m drm ' ugenblicke er: fol te, WO Frankreich STÜMÖ Numamen§_ o_h_ne 1ede _Gegen: lei ung die Behandlung al?»_mex1t hsgunmgke Nann zu: gestanden wurde. Die rumäni1che Regisrung hatte _von dem französischen Vertreter die Vernchcrung erhaltexZQchß ]:»der Zoll auf Mais geringe Ausficht hätte, von der xranzomchxn Kammer gegenwärtig angenommen zu merdcn._ Tie Bukareiier Y_latter verlangen eine Zollerhöhung aux alle auslandm_chen durch keine Konvention _ gebunLejxsn Artikel, namentlich auf alle Parfümerien unk» ;:cxdenwaaren.

Serbien. Belgrad, "26, Januar. (W. _T. _B.) _Es bestätigt fich. daß die Regierung dsr SleWchUna eme NachtraZS-Kreditforderung FUT Amcbanuxg von (He- schüyen und Munition _vorlsgen werde. Ter zy _ver- langende Kredit dürfte 2 MtlliOU-Zn Dinar? ubérstetgen.

Amerika. Brasilien. Rio dp. Janeiro, 26.3011Zar. (W. T. B.) Die Sie ieruna bai sin _Defrxt erlanxn, durch welches die ärgerliche Ehc1ch11eßung em: ; geführt wird. _

A ika. C' ten. Kairo, "26. Januar. (W. T B.) Die engptifchetgthaaweinnahmennnvsrfloffénngahre ; betragen 9719000 und die gesammten-AuSgabej) 9023000 egypn'sche Pfund. Es stellt fich dsmxmck) cm Einnahme: _ Ueberschuß von 196WOPft1ndhéraus. Ter Ueberschuß;

_________________________.___-_---____-

Direktors Devrient, auf.

als Kläkcben kaum eine richtige

beit in der Art, sich zu geben.

ibrem SÖMM bingiebt,

Tas Klärcben will visl

Es war eiue

empor. _ VMM:

Sckrriber

kekunket bat.

zum ersten Male

Standpunkt der Kritik aus nzknig

vOUe Charakteristik.

Geskllichast von Offizierrn,

will den Mantel ciner

(

' = ' 1 Taglioni.

Wetterbericht vom 27. Januar, l:“? Prosper Ménxnée. Tanz von Pau » ' i' - * ' ent: Kapellmeister Kabl. Anfana ? [_lbr. _ Morgens 8 Uhr. 1 TYFauivielhaus. 20.Vor1*tellung._ Neu ernstthrt: * .' ? Graf Effex. Trauerspiel in .*)_Ausxugen von Herr_mcb ', Lxufce. Jn Scenegesest vom Dtrekt.1)r.OttoDeyr!ent. I(Craf Effex: Hr. Dr. Baffermann, vom Hot- imd

National-Tbeatec in Mannheim, als Gast, Grafin ÜRUtbland: Fri. Kuhlmann, vom GroßbrrzoxbÖen ; Tkxaxcr in Oldenburg, als Gast._), Anfang ( Ubr. . Mittwoch: Opernhaus. 20.Vor_ ellun . Al_enuchen ':von Tharau. Lyrische Oper in 3 ufzugc-n von 7 Heinrich Hofmann. Text _von Roderich Je_l§. ' * '*cbauipielbaus. 21. Vorstellnn . D_ie meow s; Vaterländiscbes Drama in 4 ufzugen von Erni. ron Wildenbrucb. Anfang 7 Uhr.

Deutsches Theater. Dienstag: Zwischen den ' l _ De Tartüff. SYKZFFY : Das rKäthchen von Heilbronn. Drnnerstag: Krieg im Frieden.

Berliner Theater. Diebstag: Hamlet. Miitwvcb: Der Peiltheufreffer. Donnerstag: König Lear.

TLM " THW. Dienstag: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann.

Mittwqcht DZ? EEHL;

* ta : e . _

ÄZUFLÜYJ findet eine Aufführung von Ludwig Anzenaruber's Bauern-Luftsptel „Die Kreuze!- ichreiber“ Katt.

Wallner-Cheater. Dienftag: Zum 4. Male: Sie wird eküskt! Schwank in 4 Akten von Natalie v. Eßchstkutb und Hermann v. Andertkn.

Ani ? Ubr. __ YZFwocb und Donnerstag: Sie wird gefaßt!

Bictoria-Theattr. Dienstag: Stanley in

- 4" *)c .

“Stationen. Wind. : Weiter.

Temperatur in " (MMM

Var. auf0 (Gr.

11. d. Meeressv. red. in Millim.

ck“*“

??wolüg 4Zbedock1 1,2bedeckt Äwolkiq 2,Nebe1 Obedockt 3 Schnee 1 bedeckt

:I LY

Mnllagbmore ; 757 Aberdeen . . :46 Cbrisiiansunk - "26 Kopenhagen . 741 Stockholm . 734 randa . 740

t. Petersbrg. 744 Mokkau. . . 1 552

CoerueenL- town . . . 761 Cherbourg . 761 : 751 744 urg . . ck 747 Nafab ***"er TTL. rwaner - Memel . . . ? 74Z_ Paris . . . . - 764 Münster. . . 753 Karléruke. . 7-33 Wickbadm . * 760 Cbemniy . . ; 103 Berlin. . . . . 749 Wien . . . . * 762 Breélau . . . Z 755 Zl! d'Akx . . * 772 Triest . . . . * 769 UederiiÖt der Witterung; UuTer drm (Finfiuffe eines _tiefen Miymum5_an der mittleren norwegischen Küne ivebeu m Deutxck)“ Fd vééch stürmische südx:stl1§_ und MJK; ind: ei warmer ( eri!“ : ckWo; _ Temperatur liegt k-aiel ft 3 bis 8 Grad_uber dcr Afrika. Zeitgemäße in 10 Bildern von _Wer. normalm Cmuniß hatte gestern Gautier. In ' ki und Nabend Won. "M von Nord- nnd Wl-Emopa bal_cken MFM ___. Uh C. Oeverim. fang ' ' * r. YIJMc-ge statt.,efvndeu. Utrech m _ “Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Deutsche Seewarre

ZW - Wilhelmßädtjmxes Theater,

. Diensiag: Mit neuer Ausstattung: Zum Theater-Anzetgen.

3 Mal: Der me Jonathon. O_perette in

Z Akten evon Hugo Wittmann "",-72 Julmß Bauer.

Lönsü-he 3chanspieu. Dienstag: Overp- _ Musik vou_ (_Zarl Mtllocker. In Scene 871th von Haus. 19. VorsteUUng. Emn- Oper méJulms Frch__c_be_, _ “___" 4 Akten von Georgrs Biker Text von edermamt. 11 anz ( ,

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Dirigent: Hr. Kapellmeister W Z . Meilbac vnd Mori: Haléw, nach since We- Mittwoeb: Der arme Jonathan.

Theater und Musik.

"ni li esScbauspielbaus. _ _ _ _ GoetJeF YYY???“ ZÜYFMÜÉYIYYZMÜÜYÄZZÉ ZXY; allein die bürgerliche Geseltlscbaft als ein YégiergiuigY-Tffge'ffor vertrat, WTKÖÜYÉWÉMFZ-Zt YUM East tt_at vom Großherzoglichen TbeaZFerr__it;_u?Yx_k_*xrx_,__nx_e_e rech! sympathische JZtLéesiitxchb YZiSivnieckndieZenlééYYä gesehen_ kat, dürfje sich jedoch von ihrem scbauipielxriscbkn Können nach ihrem

diese Roi]: zu wenig ergiebig. Ganz entivtacb Frl. Kuhlmann auch zu keineéwegs dem Ideal cines Klarzbmx, Wärme; da, wo Gefühl herrschen wUTe, _ _ _ _ legung, etwas Unfrcies in den Bewegungen_. 1a,_eme gen::ffe Nycbtern: Tie Liebesxcenx _zwtfcbexz the_urd Egmont ließ kalt, in ker ergreifenden Scene,_ wo Klarchen die Burger vergeblich um Hülfe angeflebt un_k_*-: _von ihnen or e wirklich aus dem Herzkn kommrtzde

voett1cher, _ _ _ _ _ Frl. Kuhlmann i:! entschieden em iuäkthks wird in ankyren Rollen noch Gelegenheit haben, Von aUcn andere_n Leistungen res Abends ragte eigéntlicb tmr die des „_LxrnkFra use uber den Durch- onz e

Gemälde eines niekerländiickcn Mciücrs entnommen ;cknrn, 10 trefflxxb gespielt, so ausgexeichnct in Maske und Haltung, kme man es m gleich vollendeter Weiß von Hrn. K dürfte. Vcrfeblt ertcbten dagrgen der_ _ _ __ _ scenirung war eine gésckxickte und_zcr§tz wreder_d:k Sorgxali UNd de_n Orser-ack, Welche Tirekjrr Devmnt WM 1361 anderst Gelegenheit

tanie früher kaum gxseben baden

Wallner-Zkeater.

Vorgestern Abend ging dcr Schwank ron Natalie von Escbitrntb und Hermann von Anßerten in Scens und fand bsi dem gut gestimmten uinabmk, gegen weläxc auÖ vom einzuwenrrn iki, _ ist nicht ohne Mängel res !ceniscben Aufbau?- und die Handlung erlaubt auch Einwendungen in der in drr gestbilrerten vorr_ebmm Gex? __ _ _“ _ auch ganz unwahrsÖeinlicv find, aber ru es 1_1ch_ um emey ._SÖZraxik Handelt vnd dis Verfzffer fichiiéch nicht n-1m1cben, daß die bocbnen

izckublikum eme sxbr freundliche A

[]!"cbaft wenig wabrscheirlicb oder

Am," rÜÉ-r an ihre Arbeit gksteüt werdep. darf_ _ _ _ Wirpkung des Stückes um so- mcbr zurrrsdxn _!sm. als- es die beiden Haupterforretniffe (incx- Lustirisiß besitzt: frobltcbe Laune und gkmutb-

Rn einem rornebmen Restaurant der Hauvxstakt_1ebcn wir eme umer welcbén der junge Lieutenant, Graf 5 Arlsbcra, fick) kurcb seine L7ichtlxbigfeit _und durch den Uebermutb seiner Reken hervortbut, irZOfröblichir Taxcirunde fitzcn,

mm in Restaurants Tragen: dem Mantel xmißlls u:".yeriebens em Taschezniuch; Ü Graf Arisberg bebt es auf xmd_ _m jugeökltcbem Uebermutl: gtkbt er ck ken Kameraden groß““pretberbch 1?!" Wort.): wcrkx die Dame._ ker dieser Mantel gehört, in einher be1t_:_1_;1_mten Fr!!! von wrmzcn Taßm kuffen.

'" meistnunaerxt. _ _ * YYZreéasonkem die Frau 'Zeinek RegimenLF-Commandeurs. _Nach mancx'erlei Verwickslungen löst_ sich der Knvtch dadurch, daß_ker x_unge Lieuténant sub in_ seines Owner. Tccht€r rerlxcbt und von ihr wieder

stellung zumeist

Leifiung in dieier Partie von tl. Kuhlmann. chülerin des Hrn.

ihr Organ klingt angenehm.

ersten Auftreten Frl. Vorstellung machen, dafür

geben es feblte ihr die nötbige bemerkte man kühle Ueber-

im Stich gelaffen, man Duklamation statt leidenschaftlicbe Ausbrucbe. rührendkr a::fgefaßt und

Gestern gab rerselbe

Figur. die die dem

schi. cine Gestalk,

Alk.») des H'n. G rub e. Die In"

Keblfertigkeit im .Sie wird geküßt' Das neue Stück Publikums. RiÉtung, daß manche Vorgänge Außdtucksweise,

man mit der schönen _ nabme erxreuten.

handelte Civilpubl

mit sebr wirksamen!

*" VWYYY“ WLMMMMKÜJUU ck w e g

. YieiiärisZe-x Wesens, wurde durch die weise M"

verftand es auch an dieser S _ cen; er hätte nur mit etwas kräftigerer ironischet_Betonung bewor- bebm sollen, daß neben dem Militär Yotb auch em k_leints Pläßcben für die Civilisten in der GeselJscbaft ubrig bleiben musse.

Man kann im Uebrigen dte Leistungen aller Darsteller als recht jücbti : bezeichnen; in erster Linie aber haben wir vorz dm Damen

Zebmann. welcbe einen in semer Geschmaekjncbvmg etwas ist übn angelegten Backfisch, die Tochter des Regiments-Commauduas,

S ramm gespielt wurke, als hervorragend zu nennen. _ _ _ Herzren gab Hr. Alexander Yen „Grafen Arléberg' mit militakiscber Strammbeit, mit welcher er jugenrlubes nehmen -zu verbinden wußte. _ burschen mit gewobntem, drastisxben Humor. und Regiments-Commandeur mit gemutbvoller Gemxffexibeit. _ Publikum schien. von dem Dargebotexim rccbt beiuedtgx m sein un_d der Beifall, der dem Schwank nach jedem Akticbluß re1chl_ich zu Theil ward. war kaum auf einen Moment uxtterbrocben._ Pte Dari? mußten wiederholt vor der Gardine __erscbemen und mit ihnen Hr. von Anderten, der eine der beiden Verinner.

bisher!:iüdetftn ""de-m"" ea.

umlan- deu (ach mali! dem Zweig n W

Sitte argut'xtm) Kuß giebt. Reken dicser Hagytbandxung

' ' unt einer ck edition na LiebeeJa-m zu annum, em Namaste: iHv?“-

s "anger . der du elwcts |W“ itim Mor mit der aufblübeadm Stieftochter

' : entlich ill das von den gezeichnet nam MFK Vdc; or an der I)ar- auSgegl'cbeu. und der fast

telle, |ck wirksam zur Geltung zu brm-

von Fr.

[ben, die verse Von den

e, und die Mutter

euer und vorneme _Be- Hr, Mei ner gab einm Offiziers- Hr. Kurz Z::

eller

Sing-Akademie. _ _ _ die Gesangsküniilerin Frau Erna Ltßner, dre bier

brefrteits in einiÉen Mufikauffübrungen mit Erfola mitgewirkt hat, tbr ( es eigenes oncert. _ _ des Hrn, Prof. Ferd. Sieber gemacht bat._ besißt _eme "& wobl- klingende und umfangreiche Sovranstnnme, die nur m den höchsten Tönen der zweigeftricbenen Oktaye etwas scharf klingt Musterbafte Reinheit ker Intonation, keujlicbe Aussprache. vollkommene Aus- gleichung der Töne bei vieltaktisen gebundenen T_ougruppen, ohne _den Athemansaß hören zu lassen, besonders aber ihre außerordentlube

Die Sängerin, die ihre Studien unter Leitung

Ausführen schwieriger Koloraturen und Triller zeugen

von gründlicbsten Studien. Diese leßtgenannten Vorzügr bracht; Frau L. in der Arie „Le] raggjo“ avs „Semiramis' von Rosfim, sowtx m_ dem Lied von Taubert: ,Ich muß nun einmal singen" und in Variationen von Rokr ganz besonders zur Geltung und erwarb sich dadurch leb- hafte, oft stürmiscke Beifallébezeugungen des _z_ab_lretcb erstbtenenen Jm Vortrag zweier ebenso betfalltg aujgenomznener Lieder von Schubert bewies fi: zuglcich eine zarte und femscbatnzende

Unterstützt wurde das Concert durch die Violin:

virtuofin Frl. (G. Morgan und den Pianisten Hrn, L Borwick, die in Gemeinschaft die Sonaxe (])-moll) chu Brahms korrekt und schwungvoll ausführten und außerdem noch nut nmgen [ebrgelungenen Solovorträgen berrortraien, die sich gleubfalls der gunfttgften Auf-

Ein Kellner

ciner. anstoßeyken Raum des

der Aufenthalt aus, und der

wie rr vcrmutbet, eine junge

gebeffert.

Kefidmz-Cheattr. Direktion: Sigmund Lauten- burg. Diknstag: Die arme Löwin. (1-68 110111188 panrres.) Schausviel in 5 Akten von Emil Y_uxner, für Lie deutsche Bühne bearbeitet von Paul meau. Jn Scene geisxxt von Sigmund Laufenburg. Anfang U 111)

r' t [ ' Mittwoch u. irlgdc. Tage: Die arme Löwm.

BtUe-ZUiance-Thralrr. Dienstag: 23. Gast- sviel ker .Münckener“ unter Leitqng kes Köntgl. bayer. Hof:."äxauivislrrs Hin Max Ho'vaur. Der Herr- gottschuiqer vou_ Ammergau. _Oberbayeuschrs Volkéstüek mit Gesang und Tanz m 5 Akten von Ludwig Gangbofcr urid Hans Neuert. Musik von F. M. Prestele. Amang ?ck Uhr.

Mittwoch: 's anlerl.

Central-Theater. Direktion: Eutil Thomas. Disnstag: Mit voUsiändig neuer _Ausfiattung an Koitümc-p, Dekorationcix unk? Requrfitxn, zum 33. M.: Berolina. Pone mitGesang m4Akten von Jean Kren. MUsTk von G, Steffens. Ju Scene MLR! vom Direktor Emil Thomas. Anf. 7x Ubr. „. itiwochx Berolina.

„Adolph Ernu-Theater. Dresdenerfitaßt 72.

Dienstag: Zum 154. Male: Flotte Weiber. Geiangßpoffe m 4 Aktxn von Leon Treptow. Couplets _von Guß. Görtz, Mußt von Franz Roth. Anfang 7x Uhr _

Mittwoch: Die1e15e Vorüelluna,

In Vorkereitung: Der Soldfncbk.

Urania, Invalidenstraße 57/62, geöffnet von 12-11nbr. _ Dienstag: Von 1-3 n.5k_8& Uhr: Der neue Phonograph. Um 71 Uhr: Die Ge- schichte der Unvelt.

Circus Renz, Kartsxraße. Dienstag, Abends 7? Uhr: Zum 6. Male: Deutsche Turner. Große National-Ori inal-Pamomime vom Hofbaüetmetsier A. Siems, inJcenirt vom Direktor ?. Reni. Mvfik von Cabnblry. Dekorationen, Kostume, Reqmsiten, F“?" «. wi...... MMIMW

or er: u r en eSg - . Reiten und Voriübren 'der best. dress. Schub und Freiöeitépferde.

Mittwoch: Dxutstbe Turner.

Concert =- Anzeigen. Iing-„Akademie. Dienftaa, 28.Jan.: 11. Quar-

tett-Abeud (11. Cyclus : Joachim, de Adna, Wirts, Haußmann. Akfang k Uhr.

einer Erkältung in Meran zugezogen

Nach Schluß der Redaktion eingegangene

Depeschen.

Karlörukx, LZ Januar. (W. T. V.) Das Befinden rer Königli en oheit _ _ _ (J"?hchweden isi, zuverlässigen Nachrichten zufolge, befriedigend;

der Kronprinzessin von

in Nervi übt eine sehr wohithät' e Wirkung Katarrh, den fick) die Kronprmzej n in Folge hatte. ist wesentlich

(Foriseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Concrrt-Yaus, Leipzigerstr. 48 (früher Bilse).

Karl Mevder-Concert. Dienstag, 28. Jan.:_Onvert.

,Preciosa" v. Weber. ,Die Felsenmuble' v.

Reissiger. „1-28 krejuäss“, v. Liszt. ,Die SQUA-

fcbubläufer', Walzer v Waldteufel. Musik.

Täuschung, Potpourri v. Schreiner. Grqnd-Fantafie

f. Piston v. Richter, vorgetr. v. Hrn. Richter.

Famtlteu-Naeimthten.

Verlobt: Frl. Maria v. Weübovm mit Hrn. Schulratb Dr. Arnold Sachse (Berlin). _ [. Toni Kusenberg mit Hrn. Lteutxnunt Popp (H? ck- bZidMch-“dFYeJY-a «)mit Hany eye:

em et _ e e t. ..

B(erebelicbt: Hr. Oskar Hülcker mit [. Vogel ( Berlin). _ Hr. Albert Schwarz mit [. Hedw. Kravn (Berlin), _ Hr. Regierungs- ufulxrer Gust. Holland mit Frl_. Marg. Hoepk_e (Berlin). _ Hr. Königlicher Regierungs-Baumetßer Albert Nixdorff mit Frl. Emma Schneidet (Dillenburax

Geboren: Zwei Söhne: Htmherm. Voets (Mailand). _ Eta Sohn: Hrn. C. O. Langen jun. (M.-Gladbach)._ _ Hrn. H. Nab- Z'WZ (F'ZTY'ZMJ ZELL; TWx-w'“: M'

o v er ru . _ . M?xinr.) Vogt (Breslau). _ Hrn. . Mischke ur .

E(eftorbeß: Hr. Anton von _Kaeden (Köln). _ Staat-Janwalt Paul Friedrich von Rabenau (Oppeln). _ Hr. Ober-Awtmmm Wittina (Stbwin). _ Hr Dr. mea. Job. R burg (Bernkastel a. d. Mosel), _ . . Hnscbke (Berlin). _ Hr. Prediaer Leopold Siieglis (Berlin). _ Frau Bertha ZignoU, eb. Busse (Zehlendorf). _ Frau Kreisgxmbts- atb Therese Krech- geb. Zipien_ (Greifenberg in Pomm.) _ Frau Wilh. Fmdnch,_ geb. Graß- mann (Berlin) _ Hr. Major Fuß Gamadt (WiUbaden). _ .Fr. aüons-Ratb a. D. Gußav von der Stbulen urg ( einern). _ Hr. Stabs- arzt l_)r. Edöardééws Breslc_r_t_1).d "?HaFreiTrc-Zx Kloti de von mv a, ge „von e en nno . _ Frau Professor Alma Jülicher. geb. Engels (Marburg).

Mactan: Dr. H. Klee.

Berlin: Verlag der Expedition (Scholz).

Nord Buchdruckerei und Verlag- DMM MYR. Bilbel-oüuße Nr. 32.

,

Beilagen (Euscbließlicb Bötsen-Beilage), (1599

en der be"

und die Lifte der

.

Wasch 8 : äaieu - L! l Preußischen Sitz:“? n

M 26.

Parlamentarische Nachrichten.

Schlußbericbt der vorgesirigen (52) Sißung des Reichs- tages. Dritte Lesung dcs Sozialistengeseßes.

Senator Kluegmann (Lübeck): Ich habe die Anari e des Hrn. Dies in der weiten Lesung auch gehört, mir scheiTt es aber, als wenn es mehr um persönliche Angriffe gegen den Senator Hachmann,_ als um sachliche Angriffe handle. Auf Grund von Erku tHungen ift mir mitgetheilt worden, d(xß das_ Verbot der ürgerzextung“ und der „Gerichts-

g“ m Haxnburg mit vollem Grunde erfolgt ist; die Bx chwerdekommisjwn hat anerkannt, daß das Verbot schon viel früher hätte erfolgeté sollen.

Abg. Liebknecht: Jm Elberfelder Prozeß ist nichts

weiter fxfigestellt, als _daß die Arbeiter das gethan haben ohne Genehmigung der Polizet, was se mit Genehmigung der Polizei nicht thun konxite_n. Der Londoner „Sozialdemokrat“ ist eine “'“ lge_ dxs Sozralrstxngeseßes, er wird verschwinden, wenn die Frier nch wieder frei bewegen kann. Daß die Sprache einer unterdrückten Partei eine schärfere ift, ift selbstverständlicb. Anarchrstxn sind wir nicht, die Anarchisten fi_nd Sie. Daß das geistige Moment bei der Sozialdemokratie sehlt, ist nicht wahr. Ich verweise Sie an das Mitglied der hohen Aristo- kratie_, welches vorhin geiprochen und anerkannt hat, daß ein_ ideales Moment in der Sozialdemokratie vorhanden ist, Wir habe:] uns stets gegen die Strikes erklärt. Es ist von einem Rerchstagßmitgliede, einem Bergwerksbefißer, erklärt worden, daß die Verhütung des Strikes nur den Sozialdemo- kraten zu danken_ war. Wenn meine Angaben bestritten werden sollten, so werde ich demjenigen, welcher ne bestreitet, den Namen des Betreffenden nennen, der augenblicklich krank ist. In dem heutigen Volksblatt ist ausdrücklich ein_e Warnung enthalten an_ die Bergarbeiter; fie werden daran! aufmerksam gemacht, daß eit) _S_trike jeßt nur dahin führen könnte, das; die Flinte )xhtetzt und der Säbxl haut. Der AusweisungéPara- grgpk) ist niemal_s ein durch1chlagendes Mittel gewesen; er hat fait nur zur Chikamrung_und Coujonirung einzelner Personen geführt. Eine gemeingejährliche Bestrebung ist die Brot- vertheuerung, und bei der Auslegungsfähigkeit des Paragraphen kann (1th diese einmal unter das Gefeß fallen. Bei der ersten Lesung 1prach Hr. Herrfurth ganz ruhig und ziemlich objékiio; als e_r vorgestern sprach, wandte e_r fich an die Bourgeoisie urzd1ührte ihr das rothe Gespenst vor. Wir sollen unsere Ziele verhüllen. Aber was onen Sie denn? Das Volk rechtlos machen! Das sagen Sie aber nicht. Wir machen aber gar kein Hehl daraus, daß wir eine Aenderung der Eigen- thumL-verhältniffe herbeiführen woüen, In Paris fand eine internationale Versammlung der Arbeiter statt. Die Fanatiker wurd_en vor die Thür gesetzt, und in der maßvoasten Weije wurden die letzten Ziele ausgesprochen. Ist denn da von Mord und Todtschlag die Rede gewesen? Wer das ge- than hätte,_ den hätte man als verrückt betrachtet. Ick habe die anarchistische Partei nirgends finden können, weil ich nicht Has Bedürfnis; habe, mir Gespenster vorzumachen. Ick) bn) bxdroht wordfn , als ich nach Amerika gehen onte; 1ch bm hinüber gegangen, xmd es hat mir Niemand ein Haar gekrümmt. Die Furcht in der schlechteste Rathgeber in der Politik. Um Gewaltthätigkeiten zu verhindern, braucht man doch kein Sozialisiengeseß. Sie find nicht allein Staat und Gesellschaft, dazu gehören wir auch, und ich behaupte, daß die Sozialdemokraten mindestens eben so nüßlicho, wenn zxicht nüßlichere Mitglieder Yer GeseUschaft find als Sie. Es Ut zu spät, auf die theoreti1chen Einzelheiten einzugehen, die Wähler werden am 20. Februar schon ihre Antwort geben.

Abg. Prinz zu Carolath-Schönaich erklärt, nur in Z e _inem Namen, nicht in dem seiner Partei, gejprochen zu

a en.

Abg. Kulemann: Die große Gäérung in unserem sozialen Leben, welche sich im leßten Thei unseres Jahrhun- derts vollzieht, sokl nicht unterdrückt werden; wir wollen nur dafür sorgen, daß das Staatßgefäß durch diese (Hährung nicht gewaltsam außeinandergesprengt wird.

_Abg. von Helldorff: Zur zweiten Lesung hatien wir ver1chiedene Anträge gestellt und glauben_ dad_urch unseren Standpunkt so klar dargelegt zu haben, daß er durch nockx malige Einbringung derselben die Verhandlungen nicht auf- halten woÜen.

Abg. Rickert: Ich möchte nochmals erklärexi, _daß ich meine früheren Ausführungen bezüglich der Mxßgriffe bei Handhabung des Sozialistengeseßes in Badaxn vokiständtg auf- recht erhalte. Ich höre soeben, daß das Genes i_mt Hülse der Kynservativen abgelehnt werden wird. Nun, bei den_ Wahlen wrrd eine solche Entscheidung aetroffen Herden, wre sie der Würde und Ehre des deutschen Volkes entwri t.

Bundesbevollmächtigter Freiherr von Mar ch_all (Baden):

Der err Vorredner hat behauptet, er könne aufrecht erhaltzn, WTS er rüber gesagt habe. Dem gegenüber konstatire ub, daß er früher von einer .Viißwirtbschaft' in Baden ge- sprochen bat, d. 1). Loch von einer systematischen illoyalen Handhabung des Gesexes unter den Augen, unter der Kxn- vcnienz der Regierung Und beute xirbt er fick; darauf zuruck, zu sagen, daß einzelne Mißgriffe in größerem oder geringerem Umfang vorgekommen seien. Ich habe weiter nichts zu konstatirexi, als daß von der Mißwirtbscbait bis zu den einzelnen Mißariffen em _bimmel- weiter Weg ist. Diesen Weg hat der Hr. Akg. Rickert zuruckgeleßt, m_!d darum sage ich: Er bat in dieser Frage den Rückxug angetretezi; nicbt er hat aufrecht erhalten, was er gesagt hat, wohl aber kann ich aYes das aufrecht erbalien, was ja; auf Grund des Aftenmaterials bier vorgetragen babe.

_Die einzelnen Artikel werden in der Fassung der zweiten_ Lesung angenommen.

Die Gesammtabstimmung über das Geseß ist eme namentliche.

Es stimmen 169 Abgeordnete gegen, 98 für das Gesetz, dasselbe ist demnach ab elehnt. _ _

Dafür stimm“ en gchhloffen dre NUchSpartU, mit Aux- nahyre des Abg. Freiherrn von Unruhe -Bomft, und dt? Nattonalliberalen mit AUSnahme des Abg. Sehlmayr, da- ege_n Deutschko ewative, Centrum, Polen, Freisinmse Md mldemokraten.

Erste Beilage

Berlin, Montag, den 27. Januar

Präfident von Leveßow ertheilt hieran dem Staats- sekretär 1)r. vo_n Boetticher das Wort, welcher dem Hause von einer Kaijxrlichen Botschaft Kenniniß giebt, wonach der Kaiser beabsichtigt, den Reichstag zu schließen und die Ab- geordnetxn auffordert, zu diesem Zwecke heute Abend 6 Uhr im Weißen Saale des Königlichen Schlosses zusammenzuireten.

Präsident von _Leveßow giebt alsdann die übliche Ueber- sicht über die geschäftliche Thätigkeit des Reichstages in der abgelaufenen Session, und. nachdem der Abg. Graf von Moltke, als ältestes Mitglied drs Hauses, den Dank des- selben dem Präsidenten außgesprochen, schließt Präsident von Leveßow die Sisung mit wlgenden Worten:

„Meine Herren! Wir mögen kommen oder ßeken, unser erster und leßter Blixk richtet sich am unsern Kaiserlichen Herrn, in desen starke und treuxorgenke Hand die Geschicke des deutscben Vatkrlankes gelegt find._ Am Schluste ker Legislaturvcrioxe und bevor wir den Saal verlanen, wolien wir r-ccb einmal Uns vereinigen in dem Rufe: worjruri te sajutazn, unser Kaiser Wigbelm 11. lebe boch!“

Das Haus nimmt dreimal bsgeijtert in den Ruf ein.

_ Die qm__Sonnabend im Neickzsxage gchaltene Rede des Staats-anters Herrfurth hatte folgenden Wortlaut:

Meine Herren! Troy dcr rz)! crückten Zeit halte mich doch verpflichtet, gegenüber den AFM": rungen drs Hrn." Abg. Bebel, namentlich brzüglicb des Elberfelder Sozialistenvrvzemés, welckxen er in ein ganz saljcbes Liebt gerückt hat, noch einige Worte zu sagén. Zunächst möchte ich darauf hinweijen, raf; seine Behauptung, Kas Sozialistengcsey habe die Gebeimbündelei gerüchtet. ebenso falsch ist. wie die andere Bebauptung,_kas Sozialistengeseß habe den Anarckixmus und die Anarchisten gezüchte_t.

Meine Herren! Beide Bebguptnngen sind ebenso falsck), als wenn Sie sagen wollten, das Strafgeieybuck; züchte Vergeben und Verbrechen, un_d es würde sich das Privatkigcntbum einer viel größeren Sicherbeit crfreurn, wenn die Vorschriften, xrelcbe wegen Bestrafung von Diebstahl und Raub gefiel]! find, ix! Wegsaü 2ebracht_würken.

Meine Herren, es i1t wiederholt darauf kingewiesen worden, daß das Gesetz romJabre1Z7-3 sich nicht ge.;en die Sozialdzmckcxtie als solche, sondern gegkn die gemeingefäbrlicben Bsytrekungen kersxlkren_ richtet. Nicht nur die sozialkemokratiscbe _Gefinnung ist straflos, xondern auch dir éncntliäxe Yetbätigunz dieter Gesinnung in Wort und Schrift, so lange 1ie sie!) innerhalb der gesetzlichen Schranken _kält. Wir seben ja, wie tagtäglich eine Reihe von Z e itu n_g en er1cheint,welche fick; zur sozialkrmokratisÖcn Lebte bekennen und Tiere Lehre zu verbreiten sicb bemühen. Tagtägliä) werken sozialdemokratixche Versammlungen abgehalten, und die Partei hat namentlich in ihren Vereinen für die sogenannten „volkstlxümlizben Wahlen“ ja auch eine Vncinßorganifation, _die Zweifellos einen ioztaldemokratiscben Charakter trägt und Joziqldemokratiscbe Ziele verfolst. So lange wie in der_Verfolgung diexer Ziele die Sozialdemokratie sic!) in Wort und Schrift, in Versammlungen und Vereinen innerhalb dcr geseß- lichen Schranken hält, so lange wird gegen sie nicht eingeschritten und kann gegen sie nicht_ eingeschritten werden. Sobald fie aber sich zu den gemeingesäbrlicben Beitrebungcn rcrsteigt, iobald sie auf den Umsturz gerichtete Bestrebungen zeigt und dieselben in einer den Öffentlichen Frieden und die Eintracht dcr Bevölkerungxklaffen störenden Weise zur (Geltung bringt, dann muß gegen sie ein- geschrixtcn Werden, und wenn Sie behaupten, dadurch feicn Sie genöibigt, Gebeimbünde zu errichten, ja, meine Herren, dann geben Sie _zu, daß in dem Wesen der Sozial- demokratie die1e_ friedenstörende Richtung, diese auf den Umsturz_der bejtebenden Staats-_ und GeseUsÖastsordnung ge- richteten Beitrebungen als notwendige Bestandtheile mit enthalten nien, und wenn Sie Ihrerseits _ kgs war ja eine Aeußerung des Herrn_ Abg. Bebel _ behaupten, es helfen alie solche geseylichcn Mittel gegenuber der _Sozialdemokratie nichts, sie sei wie eine lernäische Schlange; der wioxt wieder zwei neue Häupter wachsen, wenn das eine abzeicblagerx 1_vird,__ ja, meine Herren,_ will er etwa mit diesem Vergleich darauf [:tnwenen, in welcher Weiie Herkules der lernäischen Schlange doch Herr geworden ist? jgnis saust!

Was nun aber den Sozialistenvrozeß in_Elberfeld an- laygt, so hat aUerdings der Hr. Abg. Bebel demielben sehr nahe Monden, denn er gehört ja zu den in diesem Prozeß freigesproäoenen gqeklagten. Ick; habe nun die Ueberzeugung, er hat etwas zu nabe gestanden, u_t_n den richtigen GefiÖtSwinkel für die Beurtheilung dieses Prozenes gewinnxn zu können. Ich möchte mich bei der Be- urtheilung diefes Prozeiies ebensy Wenig, wie lediglixb auf die An- klageschrift des Staatßanwalts, 10 auch lediglich aux die Beurthei- lurzg der Angeklagten ftüßcn, kondery ich würde ror2ieben, mich aus die Stellung des Richters zu nellen, welcher nach der An- hörung der Anklage _des StaatSanwalts und ker Yertbeirigung des Angeklagten nacb 1einem pflichtmäßigen Ermenen das Urtbeil gesprochen hat. Meine Herrin! Ick) will gleich rorauöschicken, das Urtbeil ist _zur Zeit noch nicbt einmal in 1einem ganzen vollen Umfange mit schriftlichen Gründen veröffentlicht. Gegen dies Urtbeil ist sowvbl von den Angeklagten, als von _der StaatSanwaltscbaft das Rechtémit_tel angemélret, und wir stehen al1o bier einem rechtskräftigen Erkenntnis noch nicht gegenüber; aber ich glaube, es ist__ doch immer fur die Beurtkeilung die1es Prozesses zur Zeit kein benerer Anhalt gegeben,_ als die Grünxe, welche der Richter bei der Verkündyng des Urtbeilsnyrucks als für die Entscheidung des Gerichtshofs maß- gebcnde m öffentlicher Sißung verkündet hat, und da möchte ich nun aus diesen Gründen doch zur Widerlegung der Anfübrungen kes Hrn. Abg. Bebel auf eine Reihe von einzelnen Punkten aufmerk- sam machen.

Der Hr. ng. Bebel hat gesagt: ein Theil 'der Angeklagten _ e_s tft ungefahr die Hälfte _ ist glänzend freigesprochen, das sind Diexeziigen, gegen die die Anklage erhoben wurde, daß eine aUgemeine Verbindung der gesammten Partei unter der Führung der parlamen- tanschen Vertreter _der Sozialdemokratie zu diesem geseswidrigen Zweck bestanden l_zabx; bret ist die Unschuld glänzend gerechtfertigt; der andere Tbnl 1st allerdings verurtbeilt, aber lediglich auf die Aussagen von unbekgmiten GewäbrSmännern, deren Namen von den betreffenden unglaubwurdtgen Polizeikommiffarien nicht genannt werden konnten, und er Yat_bter gegen die betreffenden Polizeikomm'tffarien und deren Glaubwyrdtgkeit noch eine Reihe von Auflagen erhoben. .

_ _ Meme Herren, Sie gestatten mir, daß ich da".“- gegenüber etmoe Stel_len aus dieser Begründung des Gerichtshofs verlese. Zunächst beißt es da. was die Verurtheilten betrifft:

„Bt_i der Würdigung des umfangreichen BeweiSmaterials hat der Gerichtshof die von Polizeibeamten, namentlich den Polizei- koykmxffareq Wilfing und Kammboff, gemachten Bekundungen, weil diese nicht auf eigener Wahrnehmung, sondern auf Mittheilungen unbekannter, von den Polizeibehörden als zuverlässig" erachtetu Per- sonen beruhen, nicht als ein (beres Beweißmittel er- achtet_, weil dem Gerichtshof jede Kenntniß fehlt, wer diese GmabrSmanner sind und damit die Möglichkeit der rüfung, ob dieselben Glaube)! verdienen; das Urtbeil der Polize beamten über die Glaubwürdigkeit der Zeugen kann das richterliche Urtbeil

uicbters Obwvl d R ltatd B “Sa anerkanntwrfoérdm muß,!)dajémitsieUaHlizMicbeenstjBerich ve_täe_:_chuf_;135__u_t;

1-

zum Deutschen Reichs-Anzeig'er und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

1890.

richtig berauSaesteUt bahen und alle Seitens kot Angeklagten ver- 1uchisn_ Angmffe gcgen_dte Glaubwürdigkeit unk,“- Ebnnkafiigkeit der Poltzetbeaazten vollstandig in nichts zcriaUen fink, so hat der Gerichtskos dennoch diesen Vekunrungrn nur soweit für die Bil“ durg [einer Ueberzcugung Wer'b beigelegt, (115 Re Turck) andere Beweüe ausreichend unterstüyt find.“ .

Tiefe erweiterten Beweise sind nun durch ein; gam: Reibe yon Zeugenaussagen gefunden worden. Darauibin smd rie'An'geklgzxxn ver- urtbeilt, und zur Cbarakterisirung ker Angeklaxtsn spricht nun rer ErrickstÉbe noch Folsendes aus: '

.Bei Abmenung ker Strafrn war 'Die Gcmeinqkäkrlickfeit des Treibens der Angeklagten zu berückficbtigen, (!.-* war ck erwägen, das;, wie aus den verlesknen Sthsn UH „Sozialkxmckraten' Ter- vorgeht, die Bestrebungcn dcr ivziäldemokratifckyen Äzixzxéyn Darauf gikÜÖTkk sind, durcb Cnt-steüung von Tbatsacben U71!“ i31ickz Vor- spiegslungen die Grundlagen de_ß Staats. ker Gcchkchxxx und der Rekigicn zu untergrab'cns 'kaß'gerake in diesem P::zcé s::h beraus- geskellt bat, wie der Sinn für Wahrheit, ja ssw": xis Scheu vor der Heilxgxeit dcs (Eides g(fliffcmliä) gefrbt: wird."

Meine .Herren, die.“; in Bszug auf dic DerUrrkcilx: szsklagten. Nun komme ich auf kia freigcsvrocbencx. HLZMSnd ge- rechtfertigten Unschuldigrn Da Ösißt LZ": *

.DÜZLJM _bax der ericht§107_nicht Tie :*.“Ü: Ucöxrzeugung gewvnnen, kurz in Deuticbland eme :ngxxxxxr-x Verbindung einer Mehrzahl von Personen mit kér Fkäkkikfé ::? Reichstages, Und zwar in dcm Sinne der §§ 1225" und 12'3 T.;? Strafgesetz- bUÖ-Z bestabt. Der Gerichtshof hat niÉt rerkxnrx, TZÖ aus dm Inhalt der verlesenen Artikel TCI „Sozialkcmxerm“, “namentlich dcs Leixarjikcls in Nr. 39 von 18250, ckck :.“: L'IcKÖlüffen der Koygxcfie zu Wyden und Kopenhagcn, «)x-5 T."! xx:xx, Einrichtung kes Kaffenfonks, kcffcn Bestand fich auoh :.x- rem Ueberschuss? verbotener Druckschriften und W „SozialreMFrxxop.“ sowie aus Sammlungen örtlicher Verbände zusammench, "?ck: *"Ökrére Verychtx- 111011121112 für das Bestckxen einer solchen VcrNxcxxxsrzebm, bkerfüt arrch rie obenzerachte GriUenberaer'sÖe K::rIkast. zu sprechen scheint. Allein diese Argumente erschienen ';.“i (' cöcxxer Erwägung nicht zwingend gekmg, um mit Sicherheix :::? .*:Z Terkandensein einer dérarrigan Verbindung zu schließen; fie 13774". “?ck auch als Be- ichäftigung eincr Parteicrganisation crklärsx xx: konnte daher bsi vorhandcnen Zwéifeln an dem VW:» i-ziy einer allge- meinen, von Der Reichstaßsfraktion geleiterer. Ti ixrung im Sinne der §§ 128 und1'29 rcH Strafgeseybuckxrs erx'c xiét erfolgen,“ Mein? Hrrren, diese Art von Freisprechun; srimsrt mich etwas an

jxnen wohlwollenden Richter, der zu einkm kö; T:;Zk'xabl-Z Angeklagten, aber wrgcn mangelndér Beweiés FreizcirrÜMU sagte: Wir nehmen an, Du hast nicht„ gestobléx, :'rrr stiebl nicht wiedsr.

Meine Herren, der SoxialistenvrMß i.". Flkericw ist, das gebe ich zu, nach verschiedenen Richtungen bin [:krchF), lebrreicb auch für die vsrbündeten Regierungen und [Lkrrsié :uck) für dieses habe .Was und namentlich für Ticicnigen in Ts:::'“cl§cn, welche den ver- bündeten Regierungen die Mittel_ weigrrx'. 751.77, welche dieselben zu *c'inkr Repression der gemeinsrräbrliÖrxx L*";ürskMgM der Sozial- demokratie nothwendig erachten.

Lekrreicb ist dieser Prozcß zunäékt "'1: ki." mit der Ueber- wachung jener aemeingcfäbtlicben Bestrewxzxx «*:Uftragten Bebörden. Er zcizt *.*-on Nemm wieder, wie Trixxer: 75 erforderlich ist. die höchste Vorsicht walten zu [affen bsi ker Benußung der Aussagen solcher Mitglieder der sozialdemokratiicber; Pmei, rrclcbe fick) bereit finden laffcn und sich selbst" dazu anbieten, kieEiécimnißcibrer Parteigenoffen kreiszugeben, sobald fie fich davon rsrBrLiÖ: Vortheile versprechen können. Meine Herrsn, daß derartizr Ycr'knkn, welcbe sebr geneigt sind, weniger, und leider auch oft msbr ;: ":zen, als sie wissen, nicht als Vertraucnsmänner bezrickynex '.rexren können, ist zweifellos, denn Vertrauen verdienen fie sebr WS_NÜZ. Jede ihrer Aussagen und Angaben bedarf einer ganz genauen K::lrrlirung und Verifizirung, bevor man irgend darauf etwa baUsr: fax:, _Und x_war um _so mehr, weil die betreffendcn Personen sebr xcxciz: imd, tbr Gescbaft nach beiden Seiten hin nutzbarzu1n3ckch:_ _ _ _ _

Aber, meine Herren, so lange im Ockkxxnen mit L_efeßwzdrigen Mittxln gescßwirrige Zwecke verfvlzt werken, 10 lange nd dre Be- hörden Verpflichtet, dem naÖzazeksK, und _dabei könnxn fie derartige Personen leid er nicbt ...-.'._bren _ rgb sage: lei_de_r, denn das gebe ich zu. derartig.“ Y.“sr_*_c:18n_und ihre_GlaubwurkZm' keit sind in der Mehrzahl dsr FM nicht remllcb und nicht zwrifelsobne. _ _ __

Aber, maine Herren, der E1Z€:'é[kék Sozialistenprozeß giebt _docb auch noch eine ganze Reibe a::k;x::_Lebr_en und vog denen mochte ich chi noch besoyders bervorbx.;:. 0x zsrgtöizns zunachst, dqß,_wenn hier in diesem Hause die parlauwnxawxben Hybrer der Sozialdeuxo- kratie immer betonen, daß fie nur mr: gcrxngen_Waffen den _Sieg für die Sozialdemokratie zu crrmgen bemubx Und. daß _es tbnen fern läge, irgendwie auf den M.“; rar Revolution, der unm_tttelba_ren Gewalt bimuwirken, daß dura“; rie MUM des Gedankxns die Sozial- demokratie fiegen werde, - Fun. 12121an Herren. wrr sebe_n leWex- daß die Masse da draußen UH „111 kte]e_ Lebren nichx halt;_ die findet nicht die Richtschnur ibrc-F- rankexns ") den mit „etnem wtffen- schaftlichen Anstrich versehener. unk außxrltcb aemaßtgten Deduk- tionen der Führer in der T_IrQMLlJsaklsÖkn Fraktiyn, sie sieht ibc Evangelium und die Riéyrnux threS_ andelns m dem_Lon- done: .Sozialdemokrat“, TMM Em cbmuggelung und“=»-Ver-

ei net Werden kann. . .-

3 ck Meine Herren, was dickes Y_[QÜ anbelangt, sy bedarf es wohl eigentlich einer weiteren Cbaryktcxxmkunß deSselben m_cbt. Jeb glaube, Jedem in diesem boken Hawe m_der Charakter dieses Blattes be- kannt und ich brauche nicht etwa crnzelne Stellen au_s demjelbxn »? vorzulesen. Ick unterlaffe rag um so mehr, als :ck) auch 1a son auch wohl der Verbreitung kes .Sozialdemokrat' gewissermaßen (buldi ma te. _ _

s ' Aßer iH habe in rcm xnseren Knife der Komm1sfion_derartige Mittheilungen gemacht, uni; ck kann nur das Eine konstanten, fast in jeder Nummer kieyes Blattes find Straftbaten enthalten, welche unter das gemeine RWF fallen. Es finden sich fast in jeder Nummer Vergeben, welÖc die §§. 130 und 131 des Straf- geseßbuches mit Strafe bérroben, nämlich Aufforderung zu Gewalt- tbatigkeitcn in Frieden störenxer Weise, Verbreitung erdicbteter und entstellter Thatsachen, welcbe YreAnordnungen de_r Obrigkeit verächtlich zu machen bestimmtfind; und fernerhinMajeftatsbeleidigungen, welche von diesem Blat! neuerdings geradezu zu einer Art Spezialität aussebildex 1md._ In jeder Nummer desselben aber find _ das ist zwezfellos _ Bestrebungen vorhanden der in dem §. 1 des Soztalistmgeseßes bezeichneten Art. Be- strebungen, welche auf dcn Umsturz der bestebenden Staats- und Gesell- scbaftSorrnung gerichtet sMd, und welcbe den Klassenkampf. den Klaffenbaß, die Störung _des edens und der Bevölkerung ztzm wecke haben und zu e_rr_etchen sebrge_eignet sind. Denn, m_eme erren, dieses Blatt in uberaus Eeschtckt redigirt, ist in seiner Wirkung auf die großen Massen se r wobl berechnet und daß es seine Wirkung gethan hat, haben wir in diesem Proze e gesehen. Der Samen. den der Londoner .Sozialdemokrat' auSgestreut bat, _ist

Früchte getragen.

auf einen woblvorbereiteten Boden gefallen und bat_seme Ich erinnere daran, was betreffs der drei An-

'

breitung geradezu als der Srvrt der Sozialdemokratie be- ,_