im Uebrigen haben wir in Obigem keineswegs dartbun wollen, daS der Zoll die Preise nicht erhöhen könne und dürfe, sondem m_xr, da er sie nicht erhöhen müffe. Aber selbst dann, wenn die Preise nicht steigen, ist der einheimische roduxent Kraft des Zolls günstiger gefteUi, als sein auSl ndiscber Konkurrent. Cr_ ist nämlich freier geworden von der internationalen Spekulation; er hat die Vorband bekommen, während früher der Handle_r die Vorband batte, und es ist ibm eber ermöglicht, unter den fur ibn zmckmäßigsten Umständen zu produziren und zu „verkaufen. Iedenfaiis ist er jeßt bei gleichen Preisen dem ausländischen Konkurrenten gegen- über im Vortbeil, während er früher selbst in diesem Falie eber absichtlich zurückgxsept wurde. Das kann aber eine Sache von großem Werthe sein und !pielt namentlich bei den Produzenten des Land- baues eine bedeutende Rolle. Auch dieses gegnerische Argument ist also hinfällig."
Entscheidungen des Reithsgerichts.
Wird eine zurückgenommene Klage von Neuem an- gestellt, so kann nach §§. 243 Abs. 4 und 247 Nr. 5 der_Civil- rozeßordnung der Beklagte die Einlassung verweigern, bis W Er- tattung der Kosten des früheren Verfahrens erfolgt ist; «511 Be- zug auf diese Bestimmung hat das Reicbsciericht, 117; thls-- dUkÖ Urtbeil vom 1. November 1889 ausgesprochen, daß dieselbe aucb An- wiljidutnß'tfindet“ wenn Kläger arm ist und ihm das Armenrecht bc- w ig 11 .
_ Ei" in _einer Strafsache vernommener Zeuge darf nach einem Urtbeil des Reichsgerichts, 1. Strafsenats, vorn 9. _Dezembcr 1889, eigene Nottzen zur Unterstüvung seines Gedacbtmffes bet der_Ver- nehmung bMUBSU; am!) ist es zulässig, daß der vernebmendc Richter diefe Notizen vorliest und der Zeuge den verlesenen Inhalt zu sszner eid1ichen Aussage macht. Es darf demnach auch ein als _Zeuge uber ein von ihm prtztokollirtes Geständniß vernommener Polizeibeamte zur Unterstüßung seines Gedächtnisses das bezl. Protokoll benußen.
Theater und Musik.
Wallner-Tbeater.
Am nächsten Sonntag geht von Moser's bewährtes Lustspiel .Der Hypochonder“ mit den Damen Lehmann, Scbxamm, Sex- mann und den Herren Alexander, Gimnig, Gutbery, Meißner_2c. m Scene. Die nächste Novitat des Wanner-Theaters, deren Premtércacn Sonnabend 22. Februar stattfindet, ist eine .Rtgoberi betitelte Poffe von Grenet-Dancourt und Buronne aus dem ranzo- 1schen von aus Ritter, dem Ueberießer und Bearbeiter dcr uingen
osie ,Die acbbarinnen.“ Sing-Akademie.
Eine junge Sängerin, Frl. Melitta Berghof, unter Leitung des hiesigen Gesangslehrers Hrn. Rolfe ausciebildet, lernten wir gestern in einem Concert kennen, welches fie in Gemetnscbaix mit dem als Lehrer des Scharwenka'fßben Konservatoriums bereits wobl- bekannten Pianisten Hrn. Sidney Vantyn veranstaltet batte. Die Sängerin ist im Befive einer sehr starken und umfangreichen Sopransiimme, die jedscb in der Höhe an zu scbarfxr Klangfarbe leidet. Sie läßt eine weit vorgeschrittene zxebliertigkeit erkennen_m der Ausführung von Koloraturen und Trillern. Ihre Vortrggswcise ist" vol] dramatischer Lebendigkeit, die in zwei Opern-Arten von Donizetti und Verdi sehr zur Geltung kam; auch in Liedern von Mendelssohn, Dorn, Ries und Anderen traf_ die Knnstlertn meist den richtigm Ausdruck. Reicher Beifall wurde ihren Leistungen
zu Tbeil. *- Der Pianist .irug die zweiunddreißig Variationen von Beethoven, den Karneval von Schumann und_einige kleinere Stücke von Scbarwenka. Mosszski, Cbopin und Rubinstein vor und erntete durch seine tadellose Technik, wie durch seine musikalisch gebildete AusdruckSweise leicbfalls lebhafte Beifallsbezeugungen von Seiten des zahlreich ers ienenen Publikums. Die_Klavierbegle1tuna der Ge- sänge befand sicb wieder in den sicheren Handen des Hrn. O. Bake.
Maunigfaltißes.
Jbre Majestät die_ Kaiserin und Königin bat, laut Mittheilung der „N. A Ztg.“, das Protektorat uber _ das Diakonissen-Mutterbaus Pgul Gerbardt_- Stift uber- nommen. Das genannte Stift, MuUerstraße 56. sert einem Jahre neu erbaut. bat schon mehrmals die hohe AuSzeicbnung erfahren, von Ihrer Majestät besucht zu werden.
Der frühere Stadtverordneten-Vorsteber yon _Beriin, Cbren- bürger Kochbann, ist, wie die .,Nat.-Ztg.' tmttheilt, m der Nacht vom 10. zum 11. Februar gestorben,
Danzig. (D. A. Ztg.) Die Nogai liegt so voliStopfeis, daß man an mehreren Steben noch schwere Lasten uber dasselbe schafft. Unterhalb des Stopfeises herrscht Joßer Waffermangel bis zu den Mündungen bei Zeychvorder- und iederkarypen. Troßdem die Eisbersiovfung noch fortbestebt, hat doch die Wanne der Sonne so stark auf die EisschoUen eirÉewirkt, daß dieselben murbe aewyrden sind und mehr Wasser in die inlage abfubren, als aus der Weichsel in die Nogat strömt. Es ist daher seit mehreren Tagen em zwar langsames, doch anhaltendes Sinken des Wafferftandes eingetreten.
Paderborn, 10. Februar. _ (Dtsch. Tagebl.) Eine _fcltene Festlichkeit sieht dem 1. Wesifalischen Husaren-Regtmxnt Nr. 8, welches schon seit vielen Jahren in Paderborn m Garnison liegi, im nächsten Monat bcvor. Am 7. Marz sind namiicb 75 Jahre verstossen, seitdrm das Regiment errichtet wurde, denn König Friedrich Wilhelm 11]. gab im Jahre 1815 den Befehl zur Errichtung des Regiments. _Se. _Maiestqt der Kaiser hat gestattet, daß das Regiment sem 75jahrenes Stiftungs- fest durch eine größere Festlichkeit begeht. Asie alte Hirsgren, welche früher im Regiment gedient haben, find zu diesem Inbtlaumsfest ein- geladen. Am Vorabcnd findet großer Festkornmersnm „Preußischen Hofe“ statt und am 7. März Vormittags wird bei Rauhaus große Parade and offizieUe Feixr des Regiments abgehalten Werden.
Hamburg, 11. Februar. (W. T. B) _Dex Kostnosdatnpfer . S akkarab' ist laut Mittheilung der Direktion bet Acaxutia ((Central-Amerika) gestrandet. Die Besatzung ist woblbebalten m Acajutla gelandet. Schiff und Ladung werden wahrscheinlich als ver- loren zu betrachten sein.
London, 11. Februar. (A. C.) Von den 179 Opfern des Grubenunglücks in der Llanercb-Zeche in Wales waren 69 verheiratbet. Dieselben hinterlassen 260 Wittwen und Kin der. 110 von den Todten waren Knaben und unverbetrcztbete junge Männer. Am Samstag wurden 1000 I unter die Hinter- bliebenen veribeilt. Die Hülfsgesellschaften von Wales werden im Ganzen etwa 30 000 X in Tbeilzahlungen, welcbe fick) ube_r_mebrere Iabre er-strecken, an die ihres Ernährers beraubten Familien aus- zahlen. Beim Lord Mayor von London Heben die Gaben gleichfalls reichlich ein. Gestern wurden 60-70 eicben in Abersycban und Poniypool unter der lebhaften Betbe117gung_der Minenbevölferung der Gegend bestattet. In al1en Kirchen der beiden Ortschaften fanden Trauergotiesdienste statt.
Zürich, 10. Februar. (M. .A. Ztg.“) In der zweiten inie'rnationalen Versammlung gegen den Mißbrauch eisiiger Getränke (Zürich 1887) wurde beschlossen, die nächste Dersammlnng im Jahre 1889 abzuhalten, und es wurde die Wahl des Ortes dem permanenten Comité (Präsident tofesior 1)r. Forer in Zürich) überlassen. Zugleich wurde die internal onale Organisation durch die Bildung einer aus mindestens einem Mitglied in jedem Lande bestehenden infernaiionalen Kommission befestigt, deren Aufgabe es ist, dem Organisations-Comits und dem_ permanenten Comité die internationale Arbeit durch direkte Einwirkung in jedem Lande zu erleichtern. Das permanente Somits fand nun, es sei zweckmäßig. in demjenigen Lande zunachst Belehrung zu suchen, das bis jetzt die größten Erfolge in der Bekampfung des AlkoholiSmus auféuweisen bat, nämlich in Norwegen. Hervorragende Männer in Chritiania (an der Spike 1)r. Dahl, Direktor des civilen Medizinalwesens in Norwegen) bildeten ein Organisations- Comité, und es soll der Kongreß vom 3. bis 5. September d. I=. in (Christiania abgehalten werden. Der Kongreß mußte nämlich in Folge der Pariser Ausstellung um ein Jahr verschobxn werden. Die omiiés baben ficb geeinigt, diesem dritten internationalen Alkqbol- Kongreß folgende Tbemala zur sveziellen Diskussion zu unterbreiten: 1) die Mittel, welcbe sicb in Norwegen zur Herabsetzung des Al- koholismus als die wirksamsten bewahrt haben; 2) die Resultate des Gotbenburgschen Systems: 3) die Alkobolfrage in Beziehung zur Iugenderziebung; 4) die Entartung der Naturvölkex dureh den Schnapsbandel; 5) praktische schmackhafte und biblige, nicht oder nur schwach- alkoboliscbe Geträn e als Mittel im K_amvs gegen den Alkoholismus. Es ist in Aussicht genommen,_ mit dem Kongreffe eine möglichst umfassende Ausstellung von Zeichnungen, Bucher", Tabellen, Getränkproben u. s w. zu verbinden. Der Hauptzweck des Kongreffes ist über die Eifolge Aufschluß zu ertbeilen, welche die verschiedenen Länder durch die verschiedenen Maßregeln egen den Alkoholismus frreicbt haben. Die Diskussion soll deutsch, ranzösiscb und englisch geführt werden.
New- York. (A. C. In Manitoba,_ Dakota _und Minnesota wütben stare Schneestürme, Wie sie in gleicher Ffiigkeit seit Iabren nicbt vorgekommen sind. Von New-York bis * anitoba ist das ganze Land mit Schnee bedeckt.
New-York, 10. Februar. (Voss. Ztg.) Die in den ameri- kanischen Häfen ankommenden Dampfer berichten über Eisberge, an denen fie vorüberfubren. Die von Hamburg 111 Philadelphia eingetroffene .Mineola“ passirte_ einen 700 Fuß hohen und eine englische Meile langen Eisberg, Die .,Normandie“ von der Linie Havre-New-York und die Bremer „F ulda' assirten gleichfalls FFH??? Eisberge und ganze, sich bis auf Se weite ausdehnende
s e er.
M'exiko, 10. Februar. (R, B.) Die Inf_luenza wütbet hier und in den Provinzialstädten auf entsehlicbe Weise. Ani Sonn- abend starben in der Stadt Mexiko 143 Personen an der Grippe.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.
P ar is , 12. Februar. (W. T. B.) Wié verlautet, wurde der Herzog von Orléans he_ute von dem Zucht- polizeigericht zu zw ei Jah ren G efä n gm ß str afe verurthetlt.
(Fortsesung des Niihiamtlichen in der Ersten Beilage.)
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Wetterbericht vom 12. Februar,“
M o r g e n s 8 U b r. Otto Devrient.
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Anfang 7 Uhr.
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Chemnitz . . 771 wolkenlos Berlin. . . . 773 . beiter
Wien . . . . 771 N wolkenlos Breslau . . . 773 OSO wolkenlos
Ile d'Aix. . 761 O wolkenlos Nizza , . . . 761 NO bedeckt Triest . . . . 765 ONO 7 bedeckt
Uebersicht der Witterung.
Ein Minimum ist vorm Kanal erschienen„ in Irland und auf den Scillys steife bis stürmxscbs sudöstlicbe Winde verursachend, während das baro- metriscbe Maximum nacb den russischen Ostseepkv' vinzen sicb verlegt bat. In Central-Eurova ist bei maßtger östlicher Luftströmung das Wetter vor- wiegend beiter. trocken und meist kälter. Die Krost- ?renze ist im Westen bis zur Linie SkudeSnäs- ocbe- ort, im Süden bis nacb Ober-Italien fortgedrungen.
Deutstbe Seewarte
_ Theater - Anzeigen.
Kontglithe Ithauspielr. Donnerstag: Opern- haus. 35. Vorstellung. Die Walküre in 3 Akten von Richard Wagner. Dirigent: Kapellmeister Sucher. Anfang 7 Ubr.
.Zck",Schauspielbaus. 36. Vorstellung. Das Stif-
tungsfest. Schwank in 3 Aufzügen von G.v. Moser. nian? 7 Ubr.
_,"retag: Opernhaus. Keine Vorstellung.
iebeyTerKinfonie-Abend der Königlichen Kapelle .
“' ng r.
.-_--auspielbaus. 37. Vorstellung. Neu einstudirt: Freitag: D
ig Lear. Trauerspiel in 5 Aufzügen von _
Berliner T
fresser. Freitag: 22
Sonnabend :
Xesßns " T
Richard “ affs.
Sonnabend : von Hermann
Schwank mit Musik von A. Freitag und
Lustspiel in 4
von Alex. Musik von C.
Shakespeare. In Scene gefaßt vom Beseßung. Lear, König von Britannien, Hr. Grube.
Direktor Dr.
Donnersta : 29 Male:
Friedrich - Wilhelmjiädtisrhes Theater. Mit neuer Ausstattung: er arme Jonathan. Operette in
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Zum Jing - „Akademie. Donnerstag,
13. Febr. :
von Burgund, Cordelia's Hr. Herrmann. Der Graf von Gloster, Hr. Sauer. Sobn, Hr. Matkowsky. Edmund, fein Bastardsobn, Hr. Ludwig. Curan. ein Ritter Lear's, Hr. Ober-
Haushofmeister, Hr. Winter. _ Grafen Gloster, Herr Will. Ein Arzt in Cor- delia's Gefolge.
Herzogs von Cornwall, Hr. Hartmann. zweiter Hauptmann Edmund's, Hr. Berthold, Hr.
Albanien, Hr. v. Hachenburger. Schwing, Ein Bote, Hr. Bornemann.
Yeitag: Nordische Heersahrt.
des Si uorelli.
Anfana “' abr
(Goneril, Regan. Cordelia, seine Töchter, Fr. Siobberg, Frl. Poppe, Frl. Burska. Der O_erzog von Albanien, Goneril's Gemahl, Zr. Mulier. Der Herzog von Cornwall, Regan's
emabl, Hr. rankreicb, der Herzog reier. Hr. Purscbian, Der Graf von Kent, Hr.Nespe_r. Edgar, sem
König von
Narr, Hr. Kahle. OsWald. (Goneril's Ein Pächter des
r. laschke. Ein Diener des P Erster, Ein an tmann des Herzogs von H v Cin Herold, Hr.
Deutsrhes Theater. Donnerstag: DerPfarrer
.
um 1. Male: Der Unter auts-
wokkmlos “ekretär. Lustspiel in 4 Aufzügen von Adof Wil-
heater. Donnerstag: Der Veilcheu=
. Abonnements - Vorstellung. Der
Kaufmann von Venedig.
Gräfin Lea.
heater. Donnerstag: Das Bild Schauspiel in 4 Akten von
Freitag: Der Fall Clémenceau. Schauspiel in 5 Akten von A. Dumas und A. d'Art
ois. - Die Ehre. Stbauspiel in 4 Akten
Sudermann. Sonntag: Das Bild des Siguorelli.
Wallner-Theater. Donnerstag: Zum ?.Male: Die spanische Wand. Schwank in 3 Akten von 131“. Koppel - Enfeld.
Vorher: „Zahn chme eu. Gesang in 1 Akt von mil ohl. Conradi. Anfang 7 Uhr.
Sonnabend: Die spanische Wand.
- a u mer eu. SZoniitasg? Nei! einstudirt: Der vaothonder.
Akten von G. von Moser.
victoria-Cheater. Donnerstag: Zum 179. M.:
Stanke in Afrika. „ MoSzkowski
Zeitgemälde in 10 Bildern und Richard Natbcmson. Ballet von C. Severini.
ieselbe Vorstellung.
A. Raida.
3 Akten von Hugo Wittmann und Iulius Bauer. Musik von Carl- Millöcker. In Scene gesetztbon Iulius Frißscbe. Dirigent: Hr. Kapellmeister Jedermann. Anfang 7 Uhr.
Freitag: Der arme Jonathan.
Keßdmz-Theater. Direktion: Siegmund Lauten- burg, Donnerstag: Zum 6. Male: Marquise. Lustspiel in 3 Akten von Victorien Sardou. Deutsch von Robert Buchbolz._ In Scene geseßt von Sieg- mund Lautenburg. Die neuen Dekorationen find aus dem Atelier der Herren Hartwig, Hinze und Harder. Anfang 7.) Uhr.
Freitag u. folgde. Tage: Marquise.
BtUe-IUiance-Theater. Donnerstag: 39.Gast- spiel der „Münchener' unter Leitung des Königl. bayer.
ofscbauspielers Hrn. Max Hoivaur. Zum 4. Male:
er Protzeubauer von Tegernsee. Gebirgs- voffe in 4 Akten mit Gesang und Tanz von _._H_ar_t_l_._ Mitius. Musik von H. Müller. Anfang
r. Freitag: Der Proßeubauer.
Central-Theater. Direktion: Emil Thomas.
Donnerstag: Benefiz fürOscar Löber. Zum vorletzten Male: Berolina. Poffe mit Gesang in 4 Akten von Jean Kren, Musik von G. Steffens. In Scene geseßt vom Direktor Emil Thomas. Anf. 7k Uhr.
Freitag: Zum leßten Male: Berolina.
Voranzeige. Sonnabend: Zum 1. Male: Ein gemachter Manu. Posse mit Gesang in 3 Auf- zügen von Eduard Jacobson.
Adolph Ernji-Theater. Drebdenerstraße 72.
Donnerstag: Zum 6. Male: Der Goldfurhs. Gesangspoffe in 4 Akten von Eduard Iacobson und Leopold Ely. Couplets theilweise von Gustav Görß. Musik von Franz Roth. Novität! Mit vollständig neuen Kostümen und neuen Dekorationen von Lütke- mever; Anfang 71 Ubr.
Freitag: Dieselbe Vorstellung.
Urania, Invalidenstraße 57/62 , geöffnet von
12-11 Uhr. » Donnerstag um 711 Uhr: Die Ge- schichte der Unvelt.
Circus Kenz, Karlstraße. Donnerstag, Abends
“ii Ubr: Yun _24.Male: Deutsche Turner. Gro e na_tionale rigmal-Pantomime. - Schulquadri e mrt 8Schulpferden, geritten von 8 erren. - Auf- treten der Schulreiterin Frl. Clotlde Hager. -- 5Y_uftreten der borzügl. Reitkünstlerinnen und Reit- kunstler. - D_1e beiden Fuchshengste Horaz und Mercur, vqrgefubrt von Hrn. Franz Renz. -- Mr. Meßgrb mit seinem dressirten Esel. Freitag: Deutsche Turner.
Sonntag: 2 Vorstellungen.
111. Concert von Teresa Carreüo unter Mitwirkung .
von Fkt. Amy Sherwin, sowie des Pbilbarmon. Orcheters. Anfang 7x Ubr.
Concert-Baus, Leipzigerstc. 48 (früber.Bilse). Donnerstag, 13, Febr.: Karl Mevder-Concert.
Dienstag, 18 Febr. (Fastnacht): Lester Sub- skrivtions-Bali.
Biüets s. 3 „M im Bureau des „Hauses.
Familien-Nachrichteu.
Vcrlobt: rl. Liddv Richter mit rn. Paul Ruttloff ( aundorf-Dresden). _ rl. Anna Engel mit Hrn. Anselm Schneider ( erlin). - Frl. Hedwig Martini mit Hrn. Krell (Leipzig). -
rl. Iosevbine Hildebrandt mit Hrn. Iulius
astrow (Gr. Wanzleben-Magdeburg). -- Frl.
osalie Knauf mit Hrn. Bernhard Blanck (Duis- burg). - Frl. Charlotte Traube mit Hrn. Kauf- mann Mori Schulvater (Berlin). - rl_. Elise Quack mit rn. Gustav (Heß (Jülich, herum.- Heilbronn a. R.) _ _ _
Verebelicbt: Hr. Rittergutspatbter Heinrich Klar mit Frl. Helene Obst (Ob.-Mittel Peilau). - Hr. Theodor Buder mit _ Frl. Johanna Yrefcher (Charlottenburg). - Hr. Toni Axer init Frl. Elise Kübbacher (Lindenthal-Karpen)._ -_ Hr. Avotbeker Rudolf Braun mit Frl Loui : Busgen (Köln). _.Hr. Zimmermeister Max- Br;.mkow mit Frl. Minna Zimmermann (Magdeburg).
Geboren: Ein Sohn: rn. Bernb. Hahne (Reudnitz). - Hrn. (Fux. ottboff (Kreuznach). _ Hrn. Pfarrer Thomas kj(Miswalde), - Hrn. M. Bongs (Berlin. - rn. Theodor Steinbach (Leipzig). - Hrn. ouis rafft (Berlin). - rn. Kastor Fritz Oels farrbaus Würgsdorf). - rn.
obert robst ( agdebura-Alt-Neustadt. - Eine ochter: Hrn. Oberförster S öttle (Neuenstadt) - Hrn. 1)r. Golx (Steudniy). - Hrn. Chr. Becker (Mülheim a. R.) - Hrn. Karl Dollin er (Breslau). - Hrn. Hermann Brandt (Grün erg, Schl.). _ - '
Gestorben: Hr. Regierungs- und-Ober-Bauraib Rudolf Vogt (Dessau). _ Hr. Rentier Eduard Iulius Liedtke (Pr.-Holland). - Hr. Iu iizratb August Kropff (Nordhausen). »- r. entier Rudolf Seifert (Berlin). - Hr. ebrer Franz Schmidt (Berlin). -- Frau Henriette Gefickt, geb. Domnik (Berlin). - rl. Emilie Gutzeit (Königs- berg. -- Hr. Postse retär Emil Krafft (Ziesar). - rn. Reg.-Baumeister Schleicher Tochter Lony (Düsseldorf).
Nedacteur: Dr. H. Klee.
Verlag der Expedition (S ck oli).
Druck der Norddeutschen medruckerei und Verlags- Anstalt. Berlin IM, Wilbelmftraße Nr. 32.
Fünf “Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).
Berlin:
M 40.
Königreich Preußen.
P r 1 v i l e g i u m we en AuSgabe von 1200000.“ viereinhalb rozenii er Außeihescheine der Broeltbaler Eisenbxhn-AktiIn- Gesellschaft. -
Wir W i l h e l m , von Gottes Gnaden König von Preußen :c.
Nachdem von. der Broelibaler Eisenbabn-Aktien- Gesellscba_ft darauf anaxtra en 1st, ihr zur tbeilweisen Deckung der bei der Ausfuhrung der Eisen ahnen von Hennef nacb Asbach und nach Beuel enistebenden Ausgaben, sowie zur Tilgung einer schwebenden Schuld die Aufnahme einer viereinhalbprozentigen Anleihe im Be- irage von_ 1 200000 «16 durch Ansaabe auf den anaber lautender Anleibescbeme zu gestatten. wollen Wir in Gemäßbeit des §. 2 des Gescßes vom 17; Juni 1833 (Geseß-Sammlung Seite 75) durch gegenwartiges Prtvtleaiuni Unsere landesherrlicbe Genehmigung zur Ausgabe jener Anleihefckoeme unter den folgenden Bedingungen ertbeilen.
§. 1. Die bis zur Hö_b_e von 1200 000 ..“ auszugebenden Anleibescbeine werden nach dcm beiliegenden Muster 4 unter der Bezeichnung: .Vierembalbprozentige Anleibescbeine der Broelibaler Eisen- _ __ babn-Aktien-Gesellschafi, Ausgabe von 1890" in Stückxn zu 500 „M unter fortlaufenden Nummern von 1 bis 2400 ausgefertigt. Auf der Rückseite der Anleibescbeine wird dieses Privi- legtum abgedruckt. Dieselben werden mit der eigenhändigen oder facfimilirten Unterschrift des Vorsißenden des Aufsichtsratbs und des Vorstandes der Broelibaler Eisenbabn-Gesellscbaft versehen und von einem Beawten der letzteren eigenhändig unterzeichnet.
Dre fur diese_ Anleihescheine_ nach dem ferner anliegenden Muster 13 auszufextigenden Zinsscbeme, sowie die Anweisungen zur Abbebung neuer _Ztnsscheine_nach Muster 0 werden in gleicher Weise m_:sgeferxtgt. Die erste Reihe der Zins (beine für vier Jahre nebst ZinssÖexn-Anweisung wird den Anleibes einen beigegeben.
_ Beim Ablaufe des ersten und jedes folgenden vierjährigen Zeitramns wxrden nach vorgängigcr _öffentlicber Bekanntmachung für anderwcxtte vter_Iabre nene Zinsscbeme und Zinsschein-Anweifungen ausgereicht. Die Ausreicbung erfolgt an den Vorzeiger der Zinsscbein- AnWetsung, durch_ deren Rückgabe zugleich der Empfang der neuen Zinsschetne besch-migt wird, sofern nicht vorber dagegen von dem stnbéiber des Anleibescknines unter Vorlage desselben bei dem Vor-
an e Im Faile eines solchen Widerspruchs erfolgt die Ausreichung der neuen Zinsscbeine an den Inhaber des Anleibeicbeines.
Werden Zinsscbein-Anweiiungen nicht innerhalb Jahresfrist vom Tage ibrer Falligkeit ab zur Erhebung der neuen Zinsfcheine benu t, so erfolgt die Ausgabe der neuen Zinsscbeine und der Zinsscbein- n- weisung nur an die Inhaber der Anleihescheine. '-
§. 2.
Der NennWer_ib der Anleibescbeinewird mit jährlich viereinbalb vom Hundert verzinst. Die Zinsen werden halbjährlich vom 1. April imd 1. Okiober jedes Jahres ab ausbezahlt. Zinsen, deren Erhebung mnerbalb vier Jahren von den in den beire enden Zinsscbeinen be- stimmten Zahlungstagen an nicht geschehen ist, verfallen der Gesell- schaftskaffe.
§. 3.
_Die Inhaber der Ynleibescbeine sind auf Höhe der darin ver- schriebenen _Kapitalbetrage und der dafür nach §. 2 zu zahlenden Zinsen Glaubiger der Broelihaler Eisenbabn-Geseüschast. Vor weiteren Anleihen, welcbe die Gesellscbast eiwa später aufnehmen sollte, bleibt den Inhabern der auf Grund dieses Privilegs aus- gegebe_nen_ Anleibescbetne das Vorzugsrecht für Kapital und Zinsen ausdruckltcb vorbehalten.
§. 4.
Die Anleibescbeine unterliegen vom Jahre 1895 ab der Tilgung. Zur Tilgung derselben werden jährlich verwendet:
a. der Ueberschß, welcher vom Ertrage der egenwäciig im Be- triebe befindlichen Stammbabn sowie der Sire en Hennef-Asback) und Hennef-Beuel _nachDeckung der laufenden Verwaltungs-, Unter- haltungs- und Betriebskosten, der Beiträge zu den Reserbc- und Er- neuerungsfonds, sowie der Zinfen für die auf Grund dieses Privilegs ausgegebenen Anleihefcbetne übrig bleibt, bis zur Höhe von einem halben Prozent des Nennwertbs der Anleihe und
b._die ersparten Zinsen der getilgien Anleihefcbeine,
Fur die Jahre, worm ein solcher Ueberschuß nicht vorhanden ist, werden zur Tilgung nur "die etwa ersparten Zinsen (zu 5.) verwendet.
Die Tilgung wird durch Ausloosung bewirkt.
_Der Eeseüschaft bleibt das Recht vorbehalten, vom Jahre 1897 ab_ eme großere, als die im Emgange diefes aragrapben bezeichnete Tilgung vorzunebmen und dieselbe dadurch zu escbleunigen, wie auch nach dem Iab_re 1897 zu jeder Zeit sämmtliche Anleibescheine durcb offentliche Blatter Mit sechsmonatlicher Frist zu kündigen. In beiden Fallen _bedarf es der Genebmigung der Staatsregierung.
Dre Einlösung sowohl der ausgeloosten als auch der gekündigten Anleihescheme erfolgt zum Nennwerthe.
_ Die Ausloqsung findet zuerst im Jahr 1895 und sodann alijäbr- sicb statt, und die Einlösung der bie_rnach zur Rückzahlung gelangenden Anleibescheinc erfolgt vom 1. April des nächstfolgenden Jahres ab, zuerst also im Jahre 1896. Ueber die Ausführung der Tilgung wird dem Eisenbahn-Kommxffatiate aüjäbrlicb Nachweis geführt.
§. 5.
__ Die Ausloosung der alliäbriicb zu tilgenden Anleibescbeine erfolgt alijabrlick) in den Monaten Juli bis September, am Siße des Vor- andesder Gefelifcbaft in Gegenwart desselben und eines Notars.
te Nett der bezugltchen Verhandlung, zu welcher den Inhabern der Anleibescheine der Zutritt freisteht, ist 14 Tage vorher durch ein- malige_Bekanntmachung in den im §, 11 erwähnten Blättern zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.
§. 6.
Die Nummern der ausgeloosten_Anleibcscbeine Werden binnen 14 Tagen nach der Auslooiung öffentlich bekannt nemacht. Die Ein- lösung derselben erfolgt von dem im §. 4 bezeichneten Tage ab bei der GesellschaftskaÜe in Hennef an die Vorzeiger der betreffenden An- leibescheine ge en uslieferung derselben und der dazu gehörigen, noch nicht fälligen Zinssckpeine. Werden die noch nicht fäUigen Zinsscbeine nicht mit abgeliefert, so wird der Betrag der fehlenden an dem Kapital- betrage gekürzt und zur Einlöéung der Zinsscheine verwendet, sobald dieselben zur Zahlung vorgeze gt werden. _
Im Uebrigen erlischt die Verbindlichkeit der_Gesellscbaft zur Verzinsung jedes Anleibescbeines mit dem 31. Marz des auf die Ausloosung und die bezüÜlicbe Bekanntmachung folgenden Jahres.
Die in Folge der usloosung eingelösten Anleibescheine werden unter Beackotung der oben wegen der Auswofung vorgef riebenen Form verbrannt, woge en die Gesellschaft die in Fol e e ner all-
emeinen Kündi ung i rerseits oder in olge 'der iickfordxrung eitens der G1 ubigcr (vgl. H. 9) eingelöten Anleibescbeine wieder ausgeben darf. *-
der Gesellschaft schriftlich Widerspruch erhoben worden ist.“
Erste “Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger uud Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
1890.
Berlin, Mittwoch, den 12. Februar
§. 7.
_ Die Nummern der zur Rückzahlung fälligen, zur Einlösung nicht rechtzeitig vorgelegten_Anleibescheine werden während der nächsten zebn Jahre nach dem Fauigkeitstermine jährlich einmal von dem Yorsiande der Gesellschaft Vebufs Empfangnabme der Zahlung öffent- lich aufgxxufen. Geben sie dessenunqeacbtet nicht spätestens binnen Iabresfrn_t nacb _ dem leßten öffentlichen Aufrufe zur Rück- zahlung em, so erlischt jeder Anspruch aus denselben an das Gesell- schait6vermögen„_ was _ unter Angabe der Nummern der werthlos ge- wordenen Anletbesckxme von_ dem Gesellschafts-Vorstande einmal öffentlich bekannt gemacht wird. Obgleich hiernach aus dergleichen Anleibeicbeinen keinerlei Verpflichtungen für die Gesellschaft in späterer Zeit abgeleitet Werden_können. so steht doch der Generalversammlung der Grseilscbnftjret, dte ganzlicbe oder theilweise Einlösung derselben aus BilligketLSruckfichten zu beschließen.
§. 8.
_ Die KraftloSerklärung angeblich verlorener oder vernichteter An- leibeicheine erfolgt im Wege des Aufgebots nach den für das Auf- gxbot von Yrthturkunden geltenden geseßlichen Bestimmunqen. Für dte demaemaß fur kraftlos erklärten sowie auch für zerrissene oder sonst unbrauchbar gewordene, an die Geseklscbaft zurückgelieferie und zu vernichtende _Anletbescbeine werden auf Kosten des Empfängers neue Anlsibeschemx ausgefertigt. Dagegen können angeblich verlorene oder vernichtete_31nsschcme und Zinsschein-Anwrisungrn weder auf- geboten, noch fur kraftlos e_rklärt werden. Es soll jedoch Demjrnigen, we_lcher den erluft von Zinsscbeinen vor Ablauf der Verjährungs- frist (§. 2) bei dem Vorstande anmeldet und den statigebabten Besitz glaubhaft dartbut, nach Ablauf der Verjährungsfrist der Beira der angemeldeten und bis dahin _mcbt zum Vorschein gekommenen ins- scbeine gegen Empfangsbescbetnigung ausgezahlt werden.
§. 9.
Die Inhaber der Anleihxscbeine sind nicht befugt. die Rückzahlung der darm verschriebenen Betrage anders als nach Maßgabe der im §. 4 enthaltenen Bestimmungen zu fordern, es sei denn:
_ 3. daß fa11_tge Zinsickmne, ungeachtet solche zur Einlösung vorge- zeigt worden, langer gls drei Monate unberiebtigt bleiben;
__ b. das; der Betrieb der Bahn durch Schuld der Gesellschaft langer als scchs_Monate ganz aufhört. _ o, daß die im §. 4 festgesetzte Tilgung der Anleibescheine nicbt inne gebalten wird.
In den Fallen zu a und 1) kann das Kapital an demselben Tage, an welchem emer__d1eser Falle eintritt, zurückgefordert werden* in dem Falle zu c:. Ut dagegen eine dreimonatiiche Kündigungsfrisi zu beobachten.
Das Recht der Zürückforder_ung dauert in dem Falle zu a bis zur_ Einlösung der betreffxnden Zinsscbeine, in dem FnUe zu 1) bis zur Wrederberstellung des Unterbro enen Betriebes, das Rechi der Kün- digung in dem Faiie zu 0_ dret Mgnate von dem Tage ab, an welchem die Zablnng der T_elgunaskunime batte erfolgen folien. Die Kündigung vxrlierx indessen ihre rechtliche Wirkung, wenn die Gesellschaft die nicht emgehaltene Tilgung nachbslt und zu dem Ende binnen längstens dreier Yionate nnch erfolgter Kündigung die Einlösung der zurück- zuzahlenden Anleihescbeme nachträglich bewirkt.
§. 10.
Zur Sicherung der Verzinsung und Tilgung der Schuld wird fesige etzt _und verordnet:
&. dre vorgeschriebene Vrrzinsung und Tilgung der Anleihefcheine (_zcehbtft der Zahlung von Dividenden an die Aktionäre der Geseli-
a vor; -
1). bis zvr Tilgung der Anleibescbein: darf die Gesellschaft keine zur Eiseanbn und zu den Bahnhöfen erforderlichen Grundstücke ver- kaufen. Dies be__ziebt sicb _jedocb nicht_ auf die außerhalb der Bahn und der Babnbofe befindlichen Grundstücke, auch nicht auf solche, Welche innerhaib der Bahnhöfe etwa an das Reich, oder den Staat oder an Gemeinden zur Errichtung von Post-, Telegrapben-, Polizei- oder steuerlichen Einrichtungen, oder welche zu Packhöfen oder Waaren- medxrlagen abgetreten_ werden möchten. Für den Fall, daß Unsere Gerichte emen Nachweis darüber erfordern sollten, ob ein Grundstück zu__r Eisenbahn oder zu „den Bahnhöfen erforderlich sei oder nicht, ge- nugt eine Bescheinigung des Eisenbabn-Kommiffariats.
Die borstebend unter b erlassene Bestimmung soll sich jedoch auf:_diejent_gen ?inlethescbexne nicbt bezieben, die, zur Rückzahlung fällig erklart, nicht innerhalb 1echs Monaten nach Verfall zur Einlösung vorgelegt werden.
§. 11.
Alle in diesem Privilegium vorgeschriebenen öffentlichen Bekannt- machungen mussen im „De_utschen Reichs- und Preußischen Staats- Anzeiqer' und in der „Kölnischen Zeitung“ abgedruckt werden.
311 Urkund_de_ffen haben Wir das gegenwärtige Privilegium AUerbocbstetgenbandia vollzogen und unter Unserem Königlichen In- siegxl ansfertigen _lassen, ohne jedoch dadurch den Inhabern der Anleihe- scbetne tbre Befriedigung von Seiten des Staats zu gewährleisten oder Rechten Drtxter vorzugreifen.
_Das gegenwartige Privilegium ist durch das Amtsblatt der Regierung zu K_öln_bekannt zu machen und eine Anzeige dabon, daß dies geschehen, m die Geseß-Sammlung aufzunkbmen. “
Gegeben im Schloß zu Berlin, den 20. Januar 1890. (1.,8.) Wilhelm R. von Maybach. von Scho lz.
Muster „4.
Viereinhalbprozentiger Anleibescbein
der Broeltbaler Eisenbabn-Aktien-Gesellschaft, Ausgabe von 1890, Nr. . . über ' 500 aki
Inhaber dieses Anleibescbeines hat auf Höhe von fünf Hundert Mark Antbeil an der in Gemäßbeit des umstehend abgedruckten Aller- böcbsten rivilegiums aufgenommenen Anleihe von 1 200 000 ..“ der Broeltba er Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft.
Hennef den ten Der Auisicbtsratb.
Unterschrift (eigenbändi oder facsimil rt). “
Der Vorstand. Unterschrift
(eigenhändig oder facsimilirt).
Ausaefertigt:
(Unterschrift eigenhändig.)
Diesem Anleibesabeine sind 8 Zinsscbeine 1. Reihe für die
4 Jabre vom .......... 18 . . bis ............ mit
Zinsscbein-Anweisuna beigegeben.
)
Trockener tempel.)
Muster 13, ..... asi . . H Zinsscbein 1. Reihe
zu em viereinbalbprozentiaen Anleibescbeine der Broelthaler Eisenbahn-Aktien-Gescilscbafi, Aus§§ibe von 1890, c ......
Inhaber dieses bat vom 1. April (1. Oktober) 18 . , ab die balbxabriichen Zinsen für die Zeit vom ...... bis ...... auf den oben genannten Anletbescbein über 500 bei unserer Gesellschaftskaffe, zu erheben mit . . . . «sé . . H.
Hennef. den ten 1890. Die Vroelibaler Eisenbabn-Aktien-GcsrUscbaft. Der Aufsichtsrats). Dkk Vorstand.
_ Unterschrift (Trockener Unierschrift (eigenbandig oder Stempel) (sigknbändia oder facsimtllrt). facfimilirt). _Ansgkixrtint: (Unterschrisx exgenhändig.) -
„im......
Virjäbrt am .
Muster 0. Anweisung zur Abbebung neuer Zinsskbrine
ur den viereinhalbprozeniigen Anleibcschxin der Broeltbaler Eisenbahn = Aktikn - Gsicilscbaft, Ausgabe von 1890, Nr ...... über 500 .“.
Inbaber empfängt gegen Rückgabe dieser AnMisun-g bei unserer Gesellschaftskaffe die_ folgende Reihe von 8 Skück Zinsscheinen zum vorbezeichnetxn Anletbescbeme der Broeitbaler Eiisnbabn-Aktien-Ge- feilschqft, sosern_nich)t von dem Inhaber dss Anleibescbeinrs aegen diese AUSreicbung Widerspruch erhoben isi. Im Fakir Lines solchen Wider- spruches oder wxnn die Anweisung überhaupt nicht beigebracht werden kann,_ erfolgt die Ausreicbung der Zinsscheinr an dkn Inhaber des Anleibescbetnes.
Hennef, den ten 1890.
Die Broeltbaler Eisenbahn-Aktien-GcsclisÖaft.
Der Aufsichtsrats). Dcr Vorstand.
_ Untexs christ (Trockemr Unterschrift
(eigenbandzg oder Stempel.) (sigsnbändig oder
. facsimtitrt). _ facsimilirt). Zins,;sskrtigt: (Unierxcbriit kigcnbändig.)
Königliches Kunstgewerbe-Museum.
_ Die im Lichthof dcs Kunstgewerbk-Musrums vom 2. November
vorigen Jahres ab veranstalteten Ausstellungen von Gekvebe und Stickereien nähern sich ihrem Ende. Berkits sechs Gruppen sind _den Beschauern VOkZefühkt, von déncn die le te, die (binesische und japanische, am 3. Februar gcscyloffcn wnrde. n ihre Stelle ist soeben die vorleßle Gruppe getreten, wslcheLeinensiickereien vom Mittelalter bis zur Neuzeit und eine Uebersicht der_Spitzen enthält. Das KunstgewerbexMuseum befißt eine ungewöhnlich reiche Samm- lung von Leinensttckereien, von denen bicr Proben gegeben werden. Schon das zur Herstellung verwandte Material läßt diese Gruppe weniger prachtvoll erscheinen als diefrübcrcn, drnn es fehlt den Weiß- sttckereten die Farbe; dennoch ist in ihnen ein lciß und ein Ge- schmack erkennbar, welcher erst bei genauer Batra tung der einzelnen Stiickx zur äußerlichen Geltung kommt. Gewiffermaßen eine Geichtcbte der Leinensiickerei wird dem Besucher ier in einer Reibe von zeitfolgegemäß angcordneten Kollektionen dargeboten. Kelcbtücber und Altardecken auf Leinewand, zumeist mit kontu- rirter Zeichnung in waschbaren Garnen aus Deutschland vom 14. bis 16. Jahrhundert zeigen die allmähliche Entwickelung der Muster und die zunehmende Feinheit des Stoffs. Die Ornamente bestehen aus großgezeichnetem, phantastisch Ranfenwerk, mit Menschen= und Tbierfiguren durchseßt; wie naheliegi, find die bier verwandten MoliVe vorwiegend religiöser Natur nnd beschäftigen sich meist mit dem Leben des Erlösers oder der Heiligen. Von der Gediegenbeii des Haushalts in früheren Iabrbunderten_ legen die Yroben Zeugniß ab, Welche hier in TiiÖern, die fiir den _bauslicben Ge rauch bestimmt Lind, geboten werden. Die Leinensttcksrsx ipielte von jeher eine große Rolle ei den deutschen Hausfrauen, und selbst beute noch, wo fast dur gängig Fabrikarbeit an Stelle der fruheren Hand- und Webestublar eit ge- treten ist. macht de_r Lcinenickaay _dcn Stolz dxr Hausfrau aus. Was man Hier sieht, ist Leinensticiucr nber abgezablte Fäden, in welcher Manier die Ornamente für die Tiscb- und L_eibwascbe bergesteilt wurden. Auf dem Leinengrund kann, obne Rucksicht auf die Textur, ebenso wie auf W011? odcr Seide, m allen Techniken geflickt Werden. Die Besonderheit entiiebt ertt, wcnn d_er grobe Leinengrund mit seinen abzäblbaren Fäden als N_et5 ÖLnUZt_W1kd, wobei man einfache und Kreuzstiche anwendet. Dre quadrattsxhe Textur führt zu eckigen, ge- knickten Linien, wclche_ nur geometrische oder streng stilisirte Muster gestatten. Um die Wasthbakkett zu Wahren, wird nur mit den wenigen wascbechten Farben, meist blau und roth. gestickt; so erklärt sich die Eintönigkeit, wcicbe die langen Reihen, der hier ausgestellten Webereien auftvetscn. _Bunter als die deutschen Arbeiten stellen fich die aus _ thlien und den 1griechischen Inseln stam- menden Lcinensirckeretcn aus dern 6. bis 17. Jahrhundert dar, ebenso 112 _aus slaViscben Landern, Rußland, Rumänien, Serbien, Bulgaklerz u. s. w. Eine Sammlung von Muster- tüchern für Leinensttckerei in Deutschland wie sie mit Wahrung der Muster _des 16. Jahrhunderts in DeutsÖland bis in das 19. Jabr- . hundert üblich waren, ebenso Mustertücber aus Spanien, die dem | 17. und 18. Jahrhundert entstammen, und marokkanische aus dem 18. bis _19. Jahrhundert vervolistandigen die reiche Sammlung. Nicht minder intereffant„sind_die Spißenarbeiten, welche eine ortentwtckelnng der Lemenfttckerei insofern sind, als man bei
tickereien m1t_ weißem Garn veranlaßt Wurde, den Grund zu durch- brecben, un) eme malerische Wirkung zu erzielen. Prächtig sind die Spiyenarbetten, welche hier, ausgestellt sind. Da sind zunächst die kunstvollen Erzeugni e der Filetarbeit. In geknüpftem Neßgrund, aus festem (Garn er efiellt, werden im Rabmen durcb üllstiche ver1chiedener Art __ Uster eingearbeitet welche si dem quadratischen Geiuge unterordnen mii en. Da sind ferner die Klöppelsptßen, die dadurch entstehen, daß die an le_tcht beWeglicben Holzstiften, Klöppeln, befindlichen Fäden durcheinander geschlagen werden indem Nadeln, welche an den Linien h_er Mustervorzeichnung auf Kisien aufgesteckt sind. die Leitpunkte sii dre Bewegung ab eben. Da sind endlich die Nadelspi en, _ Pergament- oder apierunterla e aus Leinen- und Seiden äden “ (“stellt. welcbe niit der Made in den mannigfaltigsten Sti ., Mas enarten gefu rt _werden. In einer kleinen Vitrine i, Jolle Xizonchllberßiebx ei; ttalZenJ er Klöxckel-d "Fd Spi e_naölx “
e . aruner augee,we eur ire er diirlbübscbe Erfindung der Muster gefallen. h '