Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht die Ernennung des '
General-Konßzls in Gglas und Delegirten bei der europätschen Donau-Kommtsfion, R11t_er von Boleslawski, zum diploma- tischen Vertrexer Oestxrretchs in Tanger, ferner des General- Konsqls Gsetller m MoSkau zum General-Konsul und Deleg1rten bet der europätschen Donau-Kommisfion in Galas.
By'dalpest, „19. Februar. Se. Majestät der Kais er und Kontg gab m emem Handschreiben an die Gräfin Andras s y dßr Trauer um den eliebten eimgeganaenen Ausdruck. MU fernem hohen Geite sei derÉelbe eine Reihe von Jahren euzex der besten Berather gewesen; seinen großen Wahrhaft palNOtlschsn UUd staatSmännischen Verdiensten sei die dauexnde Anerkennung der „ganzen Monarchie gesichert. Der Grqfiy Andras!) smd, mte aus Volosca gemeldet wtrd, Vetletds-Telegramme der Königjn-Negentjn von Spanien und des Re1chskanzlers Fürsten von „Bismarck “zugegangen. , „ “
In betden Hausern des ungarischen Reichs- tag es fanden „[JW? KUngebUUgen für den hingefchiedenen Graßxßen“ JUN!!!Z Andrassy statt. Im Obxrhause hob der rändent Fre1herr Vay von„Va'a die unsterblichen Ver- dienste des Verbltcheneq um den Berlmer ertrag und den AbschlUß des deutschen, Bün'dmffes, wodurch der europäische Friede ge- fichert und dre Trtpel-Allmnz geschaffen worden sei, hervor. Das Unterhaus heschloß „ auf den Antrag des Minister- Vräsidenten 0011 T1sza,„dte Vertagung der Si 1111 en bis Montag und eine, korpoxattve Bethxiligung an der Lei enfeier. Der Mini?! er-P10s1dent re1chte dam] emen Gesetzentwurf, betreffend die Errichtung emecZ Denkmals, em und bemerkte, er 1001111 über die Verdienste Anyrassy's „kemenWorte verlieren,diefelben würden in der Geschichte W M die spatestenIahrhunderte glänzen. Zn dkm Schmérz über den Ver111st set die ganze Nation einig, welche ihre treuen, außgezetchneten Söhne stets mit Pietät umgebe- „Graf Apponyr hqb hervor, den Schmerz der Nation lmdere has Bewußtsem, daß die ganze cjyjlisirte Welt daran thetlnehme; andererseits sei aber die Größe des Verlustes um so fühlbarer. Die Anträge des Minister- Präsidenten wurden vom ganzen Hause einstimmig ange- nommen. .
Die Le1che des Grafen Andxaffy wird, wie gemeldet, morgen im _Vestibüle der A'kademw aufgebahrt. Freitag er- folgt die Etxtssgnung, 1001111 Has Parlament die Minister sowie die Sptßen der Beydrden 111 aorxzorg erscheinen werden.
Großbritannien und Irland. London, 19. Februar. (A. C.) Das Unterhaus seßte gestern die Dsbatte über das Amendement Pa'rnell s znr Adresse auf die Thronrede fort. In dresem wird erklärt, daß das Wachs- thum der friedlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Irland und Großbritannien „durch die ungerechte, erbitterte und thörichte Handhabung n1cht allein der Ausnahmegeseßs 0011 1887, sondern auch des ordentlichen Strafgeseßes Seitkns der Regierung“ gehemmt werde; daß ungeachtet der langanhal- tenden Ruhe beträchtlichen leejl0n des irischen Volkes die Freiheit gekürzt werde, große Massen mscher Pächter der Verbindungs- und Versammlungsrechte beraubt sowie Massenaustreibungen im Interesse. von Grundbefißerverbindungen ausNesth seien, und schlteßlich Bedauern darüber aUSgedrückt, daß dte Throrzrede keine Vorschläge zur AbsteÜung dsr berechtigten Unzufriedenheit des irtschen Volkes in dieser Hinficht enthalte. Campbell-Bannerman (der in Gladstone's Verwaltung eine Zeit lang Oberdekretär für _Jrland gewesen) unterstützte das Amendement. Dann ergriff Mr. Balfour, der Ober- sekretär für Irland, das-Wort zu einer langen Widerlegung der Argumente der Opposmmx. Er behaurptete, daß die allerseitß ZUJegsbene Besserung der Zustände 3111111 09 der kräftigen Hand- ha ung des VerbxechenverhütungI-Geseßes zuzuschreiben sei, desen Wirkungey 111 der Hemmung von Unordnung und Ver: hümng 11n11öth1gen Elends in Irland die fanguinischsten Erwartu11gen_der Regierung übertroffen hätten. Die ruhigeren Zustände aus der Smaragd:I11sel hätten bereits eine Ein- 1chrä11kung des Wirkgngsbereichs des Geseßes gestattet; hoffentlich werde es 111cht nothwendig sein, den AuMahme: zustand 111 den davon befreiten Kreisen zu erneuern, nöthigen- falls aber“ würde die Regisrung 11icht zögern, dies zu thun. Wettcere 2 oder 3 Jahre stetiger und gerechter Hand- habung des (Heseßes würden viel dazu beitragen, jene Grun0lage11 eines geordneten Staates wiederherzusteüen, die zu erychßktern der besondere Zweck der irischen Partei sei. . Möge, 10 f_chl0ß der Redner, das Haus fernerhin eine Regie- mng unterstüßen, die bereits so viel zu Gunsten Irlands gexhan habe. Nachdem noch mehrere Parnelliten im Smne 009 Antragss und S11 Henry James zu Gun- sten der Regierung gesprochen, schloß John Morley die Debatte mit einxr kräftigen Rede, im Verlaufe welcher er die irische Politik der Regierung als gänzlich verfehlt bezeichtxete und leßtere vor deren Folgen warnte. Man spreche, fuhr er fort, 0011 den Brandartikeln des „11111160 Ireland“, aber nichts, was dieses Blatt jemgls ge- s kleben, [affe sich an Abscheulichkeit vergleichen nut 0611 , nklagen, welche der BundeSgenoffe der ministeriellen Pariet m der Presse (die „Times“ gegen ihre eigenen Koklegen er- hobe_n habe. (Stürmischer eifall der Opposition und Rufe: „Rem, nem!“ auf den mi11ifterie11en Bänken.) Kuxz vor Mttternaxht wurde zur Abo1im1nungges ritten, welche (1016 s_chon telegraph11ch gemeldet) die Verwer ung des Parnell'7chen Amendements mit 307 gegen 240 Stimmen ergab.
Dex Marquis 0011 Salisbury hatsich nachLytchett, der_ Bes1ßung von Lord Eustace Cecil, unweit Poole, bSSEbM- Sem Befinden blexbt befriedigend, aber die Aertherachteten nach semem ]üngsten heftigen Juskuenza-Anfalle emen Luft- wechsel für räthlich.
Vorgestern ist die Anleitung zum Gebrauch des yßuen Magazmgewehrs an die Garnisonen des Verermgten K0n1g101chs versandt worden. .
Wte der „Leeds Mercury“ mittheilt , beabfichttgen Parnel'l und dessen parlamentarische Kollegen, von der Re_g1e_ru11g Erstattung der Unkosten zu fordern, WSU)? 06 111 Folge des Erscheinens vor der Untersuchung?- Kommtsston hatten. Sie stüßen ihre Forderung auf 010 Aeußerung des Ministers Smith, die der elbe während der Berathu'nxx der WU zur Einseßung der Kommisfion Fethan. Der Mtnnter, habe damals erklärt, daß die irischen A g_e0rd- neten, 'fqlls ste fich 0011 dxn gegen fie erhobenen Nnjchuldxgun- Y," kslmgkslx- zur Erstattung ihrer Unkosten berechtrgt wgren.
:e ParneÜztey behaupten jest, daß fie in allen wesentl1chen Punkten fre1ge1pr0chen worden seien,
Der am 17. _. M. in San Francisco eingetroffetxe Postdampf'er bkmgl höchst trauri 0 Nachrichten über dte m Auftralten herrschendeArbeitskosigkeit. JnSydney
Neu-Südwales) brächten Tausende von beschäftigungslosen ännern und ':uuéü, da ihney das Geld auch für 0116 be- fcheidenfte qu-xx 0mmen fehlte, dte Nacht im Freien, metsteys in den öffentlichen ParkS, zu. Große Strecken Landes" m Queensland seien durch Ueberschwemmungen verwustet worden und 20 Leute hätten dabet ihr Leben eingebüßt, ' _ 19. Februgr. (W. T. B.) Der parnelltttfche Abgeordnete Btggar tft heute gestorben.
Frankreich. Paris, 19. Februar. (W. T. B.) Der „Temps“ bringt einen Artrkel über die Konferxnz, m welchem außgeführt xvird, Frankreich könne sich der Emladung gegenüber weder is0l1ren, noch übereifrig zeigen. Das Untxr- nehmen des Deutschen Kaisers müsse der Etn- müthigkeit der Mächte begegnen, von denen England den Vorrang babe. _Nehme England die Einladung an, so wäre zwar das Geltngen der Konferenz nicht gesichert, aber dieselbe würde möglich und namentlich gefahrlos; wenn Eng- land ablehne, werde_ alles unmöglich, aber gleichzeitig würde aUe Welt degagirt sem.
_ 20. Februar. (W. T.,B.) Verschiedene Mor en- blätter kündigen die für morgen m Aussicht genommene or- legung des Budgets an 11110 hemerken dazu: die darin ge- plante Anleihe von 700 M1Ü10nyn _Francs bezwecke unter Anderem die Einlösung der sechsjähmgen Bonds im Betrage von 403 MiÜionen Francs.
Italien. Rom, 19. Februar. „(W. T. B.) Wie der „Moniteur de Rome“ meldet, hab0n dxe Mitglieder der preußischen historikjchen Statton ck Rom, größtentheils Protestanten, eine Er lärung_ unterze1chnet, in welcher fie gegen die angebliche Anklage Einspruch erheben, welche der verstorbene Professor von Doellmger gegen die Art und Weise erhoben, in welcher der Vatican seine Archive zur Verfügung des Publikuxns steÜq.
Die „Riforma“ 101010 010 meisten anderen Zeitungen erklären das an den Börsen 0011 Italien und Frankreich um- laufende Gerücht, wonach die italienische Äegierung auf einen diesbezüglichen Amrag des Abg. Luzzatti eine Er: höhung 0er Einkommon steuer, auf die italienische Rente bis 20 Proz. beabsichtige, für völltg unbegründet.
Portugal. Lissabon, 16, Februar. „(P. C.) Die Köniain' und die Königin-Mutter prästdirten gestern einer Versammlung hiesiger Damen, in welcher Provinzial- Comités zu Sammlungen für 010 Nationalvertheidi- gung organisirt wurden. Die Aufregung, welche durch die republikanischen Kundgebungen 00111 11. d. M. hervor- gerufen worden war, ist wieder völLig geschwunden.
Amerika. W a sh in gt 011, 18. Februar. (N. B.) Der Senat ratifizirte heute den neuen Auslieferungs = vertrag zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten mit einigen unerheblichen Abänderungen.
Parlamentarische Nachrichten.
Der Graf von Bocholß-Alme, Mithed des Herren: hauses, ist am 18. d. M. in Düsseldorr gestorben.
_ Dem Hause der Abgeordneten ist der Entwurf eines Geseßes, betreffend das zulässige Ladungs- gewicht und die Beleuchtung der Fuhrmerkß im Verkehr auf den Haupt- und Nebenlandstraßen sowie auf den wichtigeren Nebenwegen dLrProvinz Schleswig-Holstein, mit AuSnahme des Kreises Herzogthum Lauenburg, zugegangen.
Vorbereitungen für die Wahlen.
Dis Bevölkerung 1101 Stadt eraßburg ist, wie Hie „Straßburger Pos “ 111111116111, am Dtenstag durch in Parts au1_gegebene Vri_efe Überschwsmmt worden, welche in denmcher 11110 französtschex Sprache abg-faßte Aufrufe gegen 010 Kand1datur Petrt enthalten. „Wählt Jeden _ nur n1cht Petri!“ heißtes da. Das genannte Blatt bemerkt hierzu:
.Wir freuen uns, offen gcstanden, von Herzen über dicse (Ein- mischung in unsere reich91ändische11 Wahlangckxgknbeitcn. Durch fie wird Klarheit geschaffen. Wem jeßt die Augen nicht aufgeben, dem können fie überhaupt nicht aufgeben! Was Haben die Absender diescr Briefe mit unseren Angklegenbeißn zu fcbaffcn? Nickts! Sie leben im Ausjande und halten an unseren Freuden, 11112 an unserer; Leiden keiyey le-tbeil. Wenn sie eine aafrich11161111d [1115111110 Sympathie für Elmß-Lothringen und die Elsaß-Lotbrinuér emvfändsn, s0 müßten sic sick) darübcr freuen, daß das Land und ](111? BLWQÖUCY a11scke€nend im Begriffe find, zur Rune zu kommen Sw müßten dann selbst rathen: „Wählt Petri, denn seine Kandidatur werbürgt die Aussöhnung“. Aber das paßt natüriick) nicht in ihre Pläne! Jhr Weizen blüht nur da1111,_1ve11n bicr im Lande Unruhe 11110 Beküwmemiß, Aufre-gung 111-111 Verwarung herrschen. Deshalb 1615611 sm: Wählt jedem, nur nicht Petri _ mit anderen Worten krählt Bebel. Wasspätkr kommt, das kümmerlt die Herxen ngtürlicb nicht'.“
Em unzwe100uttges Zeyg111ß 0011 der _antitmtionalen Ge- sm-nu'ng der Soztaldemokratte hat der hesjische Sozialist Jöst bet ezner Wahlversammlung in Bingen abgelsgt, in welcher er 016 th1 des Soztgldemokraten Dörr für den Reichstag xm fathl, mdem er, nne „W. T. B.“ meldet, unter anderem an er e:
,Die Rückgake der beiden Frankreich geraubten rovin ;11 [“a und Lothringen sei eine Notbwendigkeit. Die CHarakYr-Eigzenfckoéf11e1f1; der Franzosey seie11 ungleich beffere, als die der Deutschen ' * Der Redncr erxdlgte mit den Worten: „Die franzöfifcbcn Arbeiter find unsere "Bruder„“ und der deutsche Bourgeoiß ist unser Feind.“
Daß dxese vatexlandsl_0se Gesmnung in der Sozial- demokxatte mcht veremzelt 1s_t, haben ähnliche Aeußerungen von Ltebknecht, Bebel 2c. bewresen.
Zeitungsftimmeu.
Die „Schlesische Zeitung“ bringt einen Artikel Über die Allerhochfte Kabmets- rdxe, betreffend die Organisation des Kadetten-Corps, dem w1r Folgendes entnehmen:
„Kaiser Wilhelm bat i11 dex Kabincts-Otdre bezüglich der für die Erziehung und den Unterrtcbt 111 01111 Kadetten-Corps maßngenden Besttmxnungen so scharf gekennzcgchnexe und aügemein gültige Grundsaße außgesprochxn, daß “116 1,11 dcn Mitesten Kreiscn Beachtung unh hoffentltch auch_uber d1e engeren (Grenzen hinaus für welche sie 111 erster Bethe bxsttmmt find, Berücksichtigung findet] werden. Wenn _aucb dte speztellen, den Lehrplan beircffénden An- ordnungex dem nachsten weck der Kadettenanstalten gemäß, Pßanz- schulen fur das Offizter- orps des Heeres zu sein, bemeffen smd, so
erscheinen doch die Grundzüge, welche die Aufgaben für Erziehung und Untexricbt vorzeicbnen, als so allgemein r1chtige und vortreffliche und sind von so durchweg giltiger Wahrheit, daß man ihre An- wendung in allen Lehranstalten, nicht nur in dem Kadetten-Corps, zum Segen unserex bxranwacbsenden Jugend wünschen muß.
_ Der Köntgltäpe Erlaß giebt zu solchem Wunsch selbst die un- m,1ttelbare Anregung, wenn derselbe im ersten Punkt als Zweck und Ztel aller Etziehuyg die Bildung des Charakters bezeichnet, welche auf dym gleichmaßtgen Zusammenwirken der körperlichen, wissen- schaftltchen und religiös-fittlxcben Schulung und Zucht beruht. Ip dem Kadetten-Cotps ist dies von jeher das bewußte, mxt Ernst erstrebte Ziel gewesen, und wer nur immer Gelegen- bett gehabt. hat, von dem Gäste, in Welchem dort die ge- sgmmte Erzrehurza gehandhabt und der Unterricht betrieben wird, enzgebend Kenntntß'zu yebmen, wird jenen Pfiegestätten jugendlicher" Btldunq Has Zeugntß mehl, versagen können, daß sie unter den öffent- ltchen sztebungöanstalten_ tm Deutschen Reich eine ganz hervorragende Steüe'emnebmen. Ju thnen gebt ernste Zucht und gute Sitte, körperltÖe *Pflcge und geistige Ausbildung mit umfassendem, streng gegltedertem Untßrrtcbt in nahezu mustergiltiger Weise Hand 1n Hand. D1e Forderungen auf diesem Gebiete find angemessen begrenzt und fest bestimmt, werden aber nicht nur verlangt, s_0ndern auch erfüllt und bieten für wider- strcbende und trage Elemente, welcbe ihnen nicht genügen wollen, keinen Raum. Dementsprechend find auch die Erfolge. Wir denken hierbei nicht 111 erster Reibe an unsere Armee, für welcbe von jeher hervorragende Offiziere und Hecrfüh1er in großer Anzahl aus dem Kadetjen-Corps hervorgegangen find“, sondern betrachten leßteres ledig- lich unter d_em Gxficbtsvunkte Einer jugendlichen Bildungsstätte, TLM? als„1olche eme von Jahr zu Jahr wachsende Anerkennung
11 ,c .
Ihrer weiteren Entwickelung kczxm die neueste Kabinets-Ordre nur dienen, welche em Zvabres Merstexstück pädagogischer Weisheit und didakt_11cher Ctnficht 1st. Bekanntltch ist seit 1877 der Lehr- plan in jämmtluhen Klgffen sowohl der Vorcorps wie der Haupt- Kadettenanstalt, m1t e1nztger Ausktabmc ,der für militärwiffenschaft- lichen Unterricht besttmmten Selekta„1m__Wsesent[ichen den Real- gymnafien angepaßt 11110 entsprtcht etnscbltkßlrch des Latein allcn Forderungen derselbsn. An'dtesc Organisation knüpft der Kaiser- liche Erlaß an, indem er 111 dan_kbarem„Andenken an des unvergeß- lieben Kaiser Wilhelm's 1. n1e_rastende Fursorge und an die von ibm bestimmte chraufaabe 21112 11101tere Außgestaltung und Vertiefung ins- Auge faßt. Der Weg dazu wir,!) in der. „Ausscheiduna jeder enjbebr- lichen Einzelheit" und „5101101115111 S1chtung des Mcmorirstoffes“ gewiesen und mit der 111011 genug zu bkberzigenden Wahrheit be- gründet: „Was der Unterricht hierdurch an Ausdehnung verliert, wird er an Gründlichkeit gewinnen.“ . . . .
Im weiteren Verlaufe [0111 der KönigliÖe Erlaß das Haupt- gewicht auf die als „geistiges Rüstzeug“ unen1bebr11che ethische Seite des Rcligionxunterrickzts, damit die Jugend „in Gotteßfnrcbt und Glaubensfrcudigkeit, zur Strenge gegen fich selbst, zur Duld- samfut aegen andere" erzogen wkrde. Hiermit ist die höchste fi1111che Auxgahe (11110 Jugenderziehung bkzeickmct. Man mag zu- geben, 'daß_d1cses Ztel sehr viel leichter angestrebt werden kann, wenn 011: ges'ammte Erziehung in der _Hand der Schule, ihrer Lehrer 11110 821161: [Mt. Aber auch ohne die1e Vorausseßung muß und kann 0111 „Schule 15111 dtenen, Wenn neben dcm bezeichneten ZWOcke des Reltgtonsuntertchts an fich der ganze (Heist, dér fie durchwebt, die Selbstzucbt, dre Wahrheit, das Ehrgefühl, mit einem Worte das sittliche Sslbstbewußtlein pflegt. . . . .
Was der Königlickoe Erlaß von dem Unterricht in der Geschichte und Erdkunkxe 1agt, kmrfieblt fich fo unwiderleglich, daß es keines Worte; Wetter bsdarf, e_benso wenig wie in Betreff der Auf- gabe, „welche denz .Deut1cben“, dem Mittelpunkt des gesammten Unterr1ch19, zugewwserz wird. Der freie Gebrauch der Muttersprache rst das 3161," und d1e_ ergiebige Y_usnuyung der klasfiscben Literatur der 21309. Fur „Vortrage und Aufsäßé ist der Inhalt neben dem klasszxchen Alterthum, seiner Sagen- und Kulturwelt auch den ger- man11chen Sagen, ]0w1e den Vaterländischen Stoffen und Schrift- werken gewiesen. .....
91111 Schluß Verkennt' der Kaiserlickxe Erlaß nicht, daß die weitere AuEgeytaltung und Vernefung der Lehraufgaben den zur Erziehung und1_1nterweisung dersKadeiten berufenen Organen neue Aufgaben 1111013111, welche an 15re Einficbt 11110 Thätigkeit erhöhte An- forderungen stellen; _zugleich aber giebt derselbe der Ueber- zeugung AuSdruck, daß 19 ihrsr bewähxtsn Hingebung und Pflicht- tre1ze gelingen wird, die Aufgaben_ in Seinem Sinne und zu Semer vollen quriedenheét zu 101011. Und die Leiter, Erzieher und Lehrer dss Kadettcn-Corps Werden fie lösen, wie ihrer bin- 11ebenden" Treue bisher der woblbegxündeke Ruf zu danken ist, desen 1165 unsere Kadettenanstalten im ganzen Vaterlande er- freuen. Das lestere aber wird in der Kabinets-Otdre vom 13. Februar ,nur ein neues Zeugnis; der hochberzigen That- kraft sehen, 111 der unser erlauchtcr Herrscher für das Wohl des Landes nach allen Seitxn hin 0010191 ist, und wenn es in den sxcbexltch aus cigenstex Jnittatiye bkrvorgegangsnen Anregungen auf dem Gebxete dex Jugeqdbtldung' 016 Erfahrung erkennt, für welche einst dsr ]ugendltcbe thnz in ferner bis zur Absolvirung des Abiturienten- cxa1z1ens durchlaufenen Gymnafialzeü den Grund gelegt bat, so wird LG 111 kan'kbarem Andenken an des Hochseligen Kaisers wohldurcb- 0111112 (8111121111119 11110 11111 [0 1111111 1111 Namen der heranwachsenden Fugéd Udem K'ömgl1c5en Padagogcn auf dem Throne von Heuen
111 30 en.“
Ueber dt_e Katserltchen Erlasse und den Staats- rath lesen 101r m der „Staatsbürger-Zeitung“:
.Aklübexall, wohin die “erlyabeyen Worte des Deutschen Kaisers aedrmxgcn, smd, hat man d1e Kaixcrlichen Erlasse in dem freudigen Bexvußtsem entgegengenommen, daß fortan den berechtigten An- spr11chen her Arbetter Recbnzmg gstragen und geordnete Verhältnis: szcben dtesxn und den Yrbettgebern bergesteüt werden soUen. Rasch 111 de; Ausfuhrung des etnmal als richtig anerkannten (Gedankens snd dxe d1plomatischen Verhandlungen eingeleitet und gleichzeitig ist der Staatsraxb embexufen worden,! 11171 1310 Vorarbeiten zu erledigen, die dcm kür1ft1gen Reichstagx auf 0100111 Gebiet unterbreitet werden sollen.
W1r hoffxn, daß d1e Zusamnzcnseyvng des letzteren den Anforde- rungcn dernZett xnt;pr1chx, um 0112 wichtigen Aufgaben auf dem Ge- biete der burgerltchen Ge16ß1105011g und insbesondere der Arbeiterschk- Geseßqebßng zu emem aluchl1che11 Ende zu führen, Gerade aber 11 Betxeff dtescs letzten Punktßs wtrd es fick) sehr bald herausstellen, ob Diexemgen, ,welche stcb be1 den heutigen Wahlen als Fübrer der Arbeiter. Jemen,. das Vextraqen derselben verdienen, oder durch ihre Oppositwn um jeden Prets dteSache der Arbeiter der revolutionären Bewegun unterordnen, an der 010 Arbeiter als solche auch nicht das geringste ntereffe haben
Was zum dte vouz Staatsratlx zu erboffende Thätigkeit betrifft, so wird „dieselbe „erst tn tbren Rexultaten an die Oeffentlichkeit ge- langen, dte dann 111 ihren Oxganxn, und zwar zunächst im Reichstage vollauf Gelegenbett finden wtrd, '1hr Urtheil abzugeben. Das nstitut des Staaxsrgths selber hat, 111 d„e111_ Geschichtsforscher einricb von Trettjchx e insofern etnen wurdtgen Vertreter «Hunden, als derselbe die Verdtenste des Staatsrgtbs um die preußische esevgebung, in gebührender Weise „hervorgxboben bat. „Mit das Beste an der Gexeßgebung Frteyrtcb Wilhelm's 111.', so führt derselbe aus, „ist den Arberten des StaatSratbs zu danken, in welchem „cine Vereinigung von Talxnt, Sachkenntnis; und unerfchrockenem Freimuth" vertreten war„ wte fie damals nur noch in England Keb finden ließ. Die Rede, m11 welcher Hardenberg am 30. März 1817 die Sißungen des StaatSraths eröffnete, közmte auch beute noch als Programm desselben gelten. .Der pxeußtscbe Staat“, so schließt Treitscbke, „muß der Welt beweisen „ daß wabre Freiheit und geseyliche Ordnuyg , daß Gleichbett vor dem Gesche und persönliche Sicherbut, daß Wyblstand dés „Einzelnen sowie des (Hansen . . . . am Besten und S1ckersten gedethen unter einem ge- rechten Monarchen.“ Es soll, heißt es an anderer Stelle, ,das Be-
flandene in die gegenwärtigen Verbältniffe des Staats , in die Bildung des Volks und in die Forderungen der Zeit verständig ein- gefügt werden*.
Daß Kaiscr Wilhelm 11. die hohe Bedeutung des Staat?;ratbs ricbti erkannt hat, davon giebt die Eröffnungßrede deSjelben Kunde, die i rerseils wiederum eine Gewähr dafür bietet, daß die Angelegen- heit nicht mehr ruhen wird, bis eine gründliche Lösung der Arbeiter- frage erfolgt ist.“
Statistik und Volköwirthschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Zwei deutsche Arbeite'rvers'animlungen in London faßten„wie der -Post* „telegr'apbnt Mrd, Vorgestern Zustimmungs- resoluttoncn zu den Ka1ferl1chen Erlassen, der Cijykluh aller- din 6 erst, nachdem dre Anatchitten, die Tumult machen onten, aus- ges [offen waren. _
Aus dem_ ntederrheinisch-weßfälischen.Kohlenrevier wird_ der .Frks. Ztg.“ unter dem 13. d. M. geschrieben: Dem auf- merkmmen Beobachter kann es nicht entgehen, daß die Bewegung unter den ergleuten immer lebhafter wird. Vorläufig ist es_a11er- dings die Re1ch§taßswabh die das Hauptinteresse in Anspruch r11mm1. Möge fie aber 111 den verschiedenen Kreisen ausfaUen, wie fie w1[l, dte KSM in mehrere Pölikische Parteien z-nfailenen Bergleute wxrden nach-
er a! em Anschein nach anf dem Boden ihrer matcxieüen Yk-forpe- rungen sich wieder einigen und geschlossen vorgehen. Bts dabm bleibt die Gestaltung der Lage abzuwarten. ,
Der Waldenburger Knappenverein beschloß, 101e der „Voss Ztg.“ berichtet wird, eine Petition um Verstaatlichung der Bergwerke abzufenden, Falls weitere Maßkegelung'en von Berg- leuten erfolgen und bcrecbtigte Forderungen unxrfullt bletben.
In Weißenfcls fand am Dienstag ctne von etwq 400 Per- sonen besuchte Schubmacherversammlu119 stth. Em Redner bemerkte, daß die Arbeiter zum Strike gezqugen 101an dgdurck), daß die Fab ikantkn die wohlberechtigte zehnsnmdtge Arbe1tözett und dte geringe Lohnerhöhung nicht annehmen wollten. Redner ermahnte, wie das Weißenfelser „Kreisblatt' hervorheb't, aUe 1111 Ausstand bxfind- lichen Schuhmacher, fich in dteser Zett als _ geb1ldete Männer zu betragen, sodaß Has Weißenfelser _Burgerthum und die Aufsichtsbehörden an 1brem Betraqxn e1rzen Anstoß nicht finden möchten. Nach, 10 Uhr ersch1e11" dre Lohn- kommis sion und der Schiedßrrchter SieWer aus Ruxnberg, welche den Beschluß dcs FabrikantenVeteins uberbracbten. H1ernach 11100011 fich die Fabrikanten bezüglich der Annahme 0011 Arbr1tern v0lle Fret- heit bewahren und den 10stündigen Arbeitstag 111cht annehmen; dagegen bewiüigen fie eine Mittagspause von 13,- Stundén und dte Verlängerung der Fxübstücks- ,und szperpausen von '15 auf 20 Minuten. Nachdem Hr. Stewer erklart, daß 05 15m ntcht möglich gewesen sei, weitere Zugeständnisse zu erlangen, spraO .“ den Wunsch aus, die Anüchten einzelner Arbeiter auß allen Fabrtfen zu hören. Es traten daher nun aus allen Fabriken em rksp. 31021 Rehncr auf, welche erklärten, unter diksen Bepingungen' nicht zu arbettxn. Ja, es wurde sogar beschlossen, FMS 111cht noch 111 dteser Woche eme Einigung erfolge, vom Montag ab stattl10 %. LobnßrhöhunZ, wozu man sich verstanden hatte, wieder Ye ux1prüngltche Forderung 0011 15 0/0 aufzunehmen. Zum «0211113 wurde dre „Reso- lation gefaßt, überall da zu 1115611111, wo der zebnstundzge Arbeitstag und 10 0/0 Lohnerhöhung bew1Üigt find'und 110 s011st ketn_e Maßregelungen vorkommen, in allen (xndcren Jahnke" aber" d1e Arbett ruben zu lassen, Nack) Ansicht des ,Kr.-Bl.“ [regt 0er Schuhmacher- strike für die Arbeiter nicbt besonkers gßystig,_ da em The1l er ver- lassenen SteÜen schon wieder anderwetng 5110151 und zu beftzrcbten ist, daß bei längerem Ausstande eine größere Anzahl Strtkender Arbeit hier überhaupt nicht wieder finden kann.
Eine öffentliche Maurerverfammlung, Welche am Montgg in Leipzig stattfand, beschloß. wie das .Cbemn. Tgbl.“ melyet, fur die bevorstehendeVaufaison an demschor1fruherau1gesteütenMtntmal- stundenlohn von 48 Pfenniqen und einer Arbeitszen 000,10 Stunden festzuhalten. Wenn die Meister auf dies? Forderungen ntcht erngebcn, soll der Lohn erhöht an* eine 9stündtge ArbertSzUt gefordert werden.
21115 Augsburg schreibt man dem „Schwäb. Merk “: Die_ be- vorstehende Frühjahrsbauzeit wirft hiLfichtltcb der Lohnve'rhalt- nisse der Bauhandwerker ihre Schatten voraus. S01stun1er dcn hiesigen Zimmerleuten bereits eine L_o_hnbe1vegung 1111 Gange. Dieselben hielten am_ Vergangenxn Sonnahend eme von etwa 150 Tßeilnebmern be1uchte Verxammlun'g, _m melchxr beschlossen Wurde, um einigermaßen eine berecbttgtc (8161010010111; m1t anderen BauhandWerkern, namentlich den Maurern zu erztelen, emen vom 1. Mai 1). I. ab eintretenden Slunden10bnsaß 0011 45 „1 _zu fordern und im Nichtbewilligungsfalle die Arbett niederzulegen. Dte Ztmmer- meister und Baug1schäfxe find v0n dixscr Forderung purch Rund- schreiben unter11chtet worden. Die Gejathzabl der 111 Augsburg ansässigen Zimmerleute wird auf 200 geschayt, _wozu noch ejwa 80 aus den umliegenden Oräscbaften kommen, d1e 111 Augsburg Arbett zu suche11 und zu finden 0 egen. .
Das „Petit Journal“ veröffeqtlickpt eme Depesche aus St. Etienne vom 17. Februar," d_er wn nach der ,Mgdb. Ztg.“. Fol- gendes entnehmen: „Die gerau1chlose Aus1egung, 0011 der man 1a der leßten Zeit im Koblenbccken 0011 't. Et1en_ne verschtedene Anzeichen bemerkt hatte, ist heute , fruk) 111 000 Gejellschaften von Monthieur, St. Etienne und thlebeouf thektlwerse zum Durch- bruch gelangt. Die Bewegung batte 151011 Ursprung 111 dem Schachte Jabin der Kohlengruben von St. Ettenne. Cin Arbeiter war von dem ' Aufseher 'entlaffeq worden und alle seine Kameraden machten m1t 15111 geznemschasxltche Sache, indem fie erklärten, fie würden 0192115011 1113 1,11 setyer W1eder- aufnahme einsteUen. ast gleichzeittg wetgerten s1ch d1e (Gruben- arbeiter des Schach1s arseiUeux dersslben Gösellschaft, dte von dxn Vorgängen im Schacht Iabin in Kenntnis; gesetzt wordxn xvaren, 111 die Gruben zu fahren, und schlossen s1ch "0211 ersten Yusstandtschen an. Die Arbeit ist heute früh auch in dem Schachte Stern der Gesell- schaft von Montbieur eingestellt worden Eine Unterrexung m1t dem Direktor Simon führte nicht ' r sofortigen erstandtgung 11110 der Strike wi1d anhalten. Im “ ufe des Vormttxags fand eme Versammlung auf der Arbeitsbörse statt, in welcher funf Abgeordnete ernannt wurden, die fich mit dem "Direktor der Koblengruben von Saint-Ctienne, Hrn. Villiers, ins Einvernehmen fevep sollten. Dieser erklärte, die über die vorgcwmfenen Tbatsachcn emaclxitete Untersuchung einerseits und der drohende Charakter, den fie tbrer
orderung ähm, andererseits, _ gestatteten ihm nicht, den
trikenden enugthuung zu gewabren. Diese Antwort, welche Von den Abgesandten ihren_ Auftraggebern überbracht wurde, führte zu dem Beschluß der F0rt1e?ung des Strikes. Ferner bxißt es, daß Nau, Direktor der Geerschat von'Villeboeuf, einen Bnef des Grubenarbeiter-Svndikats erhalten hat, 111 welchem unter Androhung eines allgemeinen Ausstandes gleichfalls die'Enxlaffgng von Beamten gefordert wird. Die Aufregung herrscht 312111110) uberall„ und man muß befürchten, daß wir demnächst einen ungeheuren Strike m unserem Kohlenbecken haben Werden '
Die Hauptversammlung
des Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Jndustriellen wird am 1. März 0. J. in Berlin stattfindxn ynd fich mit mkbreren wichtigen Fragen beschästi en, die zunächst 111 emer den Berathungen vorangehenden Vorstandsqzunq zur Erörterung gelangen. Unter diesen Fragen nennen nur 1) ArbeiterscbuY_gesetzgebung: 2) die wiederum vorgeschlagene deutsche Jndustrte-AusxtelluY 111 Berlin; 3) PrüfungßWr'ckoriften des GermanLchen Lloyd fur S 1116- baumaterial (Berichterf-atter Kommerzien-5 atb Lueg-Oberbaufxn); 4) die für 1889 auSzugebenden Fra ebogen über Zahl der Athener, Löhne und Bilanzen der Aktiengeseußchaften.
Landwirtbscbaft und Fruchtzölle.
Die „Kölnische Zeitung“ schreibt:
„In dem neuerdings wieder mit mehr Eifer als Gxündlichkcit unterhaltenen Streit über den Antbeil, welchen die Getrctdezölle an der Brothertbeuerung haben, ist gemeinhin als selbstverständlich an- genommen worden, daß die Landwirjbscbaft vorab ihren Anthetl an den Getreidezöklen bekommen habe. Mit wie großer Bescbranknng 1705 aber tbatsächlicb zutrifft. geht aus folgender Zusammenftellqu hervor, für deren Gewiffenbaftigkeit wir einstehm. Sie enthal't dre Ziffern, über die Kosten und Erträge eines den rbeknischenLandw1rcben wohlbekannten Gutes, welches seit langer Zeit vom Besitzer selbst__ und zwar in anerkannt vorzüglicher Weise _ bewirtbscbaftct wnd, und umfaßt die drei Jahrzehnte 1860-1889 30 Juni einschließlich, während welcher das System des Betriebs garnisht geändert ist. Die Körnererträg: sind für den Morgen nach Centnern berechnet, die Preise mit Würdigung der Speicherverlustc. Die Tabelle spricht im Uebrigen für fich selbst.
Durch- schnitt des Jabr- Morg ] Preis
zebnts _Ctr. „14 Str.] 46 1860 8,58 ]10,49 10,68 ] 6,89
1870 7,41 '11,52 9,62 8,38 1880 7,69] 9,77 , 7,34, 8,19
Weizen Hafer BucbWeizen
Morg] Preis Morg ] Preis
Durch- Erbsen Brutto-
]??Ztt _“________ e1trag im finde, Tage-
Jabr- Morg.] Preis "291019. PFS- DMMÖMU lohn, Accord zehn“ Etc.] .,“ Gtr., „zs „“ „FC
1860 9,20 ] 8,79 8,27 ] 16,47 29 539,01 12016,19 1870 9,31 ] 11,11 6,34 ' 17,40 37 588,73 17187,69 1880 4,88 ] 8,55 8, 80 12,40 29 724,50 19 955,21
Der Ernteausfaa war in der Gegend, wo das erwähnte Gut belegen ist, im Jahrzehnt 1860 im Durchschnitt gut, 1870 mittel, 1880 gering.- Die Landwirtbscbaft mußte in den letztern Jahrzehnten im allgemeinen in ihren lederträgen nothwendig cityas zurückgehen, ehen wkgen der gestiegenen Löhne und wcgen der nöthig gewordenen Beschaffung von Maschinen und Düngmittel, was ja auch die Pacht- und die Güterpreise deutlich zeigen. Kommen einmal wieder 111652 Ernten, so können und werden die Preise der in Deutschland er- zeugten VodenfrüMe „:,Weifellos noch etwas finken, 1110in denn die Gelderjräße der Landwirtbscbaft wieder ein wenig steigen dürften. Daß abcr Weder Von ciner ungebührlichen Bereichsrung 110111 überhaupt von einer Bereicherung der Landwirthschaftd111ch die Zölle géprocben werden kann, 11013 augzenblicklick) _ wer weiß für wie l1nge! _ gestiegener Getreidepreüe zeigt unsere Tabklle schlagend.“
Dcr österreichisch-ur1garische Handelswerkebr mit Thieren während des Jahres 1888.
Im „Aügemeinen macht fich nach den „Nachrichten über Industr1e, Handel und Verkehr aus dem statistischen Departement im K. K.. österreichischen Handels- Ministerium“ ,für das Jahr 1888 ein Weiterer Rückgang in dym österreichisch-ungar1schcn HandelSVerkeHr mit Thieren und thierischen Produkten „bemerkbar. Namentlich ist es der Verkehr mit Schlacht- und Zucht01eb, welcher von Jahr zu Jahr eine Verminderung erfährt; die wichtigste (Gruppe desselben, das Rindvieh, weist im Jahre 1888 nachstehende Verkehrsdaten auf:
Einfuhr Ausfuhr Ochsen . 29 609 Stück 44 234 Stück Stiere . . 251 „ 1245 , Kühe . . . 7497 . 24331 „ Jungvieh . 828 „ 13418 , Kälber . . 9604 , 11458 , Summe . 47 789 Stück 94 686 Stück.
JmIabre 1887 betrug die Gesammteinfubr an Rindern 63 279 Stück, 012 Ausfuhr 101322 Stück; die betreffenden Verkehrömengen für 18.86 Waren 66 899 Stück bezw. 128 664 Stück. Das biexaus erfichtl1xbe'Zurücxgeben des gesammten HandelSverkcHrs mit Rindviek) i'st vorzugl1ch darm begründet, daß die meisten Staaten zum Schuße threr Landwirjbschaft und Viebzucht die Einfuhrzöüe erhöht haben, uqd „muß auch der Umstand hervorgehoben werden, daß dem öster- rezchtjch-ungarischen Viehhandel eine bedeutende Konkurrenz in den wrchttgsten Absaßgebiejen durch den direkten Import 0011 lebenden Tbtererx und Fleisch aus Amerika und Australien gemacht wird, gegen welche 111 Folge dex dort herrschendxn günstigeren Produktions- und Frachtvethältniffe 1chwer ayzukämpfen ist. Außerdem darf nicht ubxrfeben werden, daß dte Landwirthe in Folge der über- seetschen Konkurrenz bei den gesunkenen Getreidepreisen der Vieh- haltung eine größere Beachtung widmen mußtc'n, und es macht fich der Einfluß der in den meisten Staaten Mittel- Europas gesteigerten Viehzucht bereits fühlbar, indem ein großer Theil des Bedarfs durch die eigene Viebproduktion gedeckt werden konnte. Troß des tm AÜqemeinen gesunkenen Verkehrs hat Oesterrsich-Ungarn um 46 897 Stück, Rinder mehr aus- als eingeführt. In frischem Fleisch hat 1888 eme Vermehrung der Ausfubrmcnge von ungefähr 4000 (] (mejxtscber Centner) stattgefunden; dieselbe genügt abkr nicht, um den Ausruf] in der Ausfuhr an lebenden Rindern aufzuwicgen. Dix Handelswertbe von Rindvieb "haben im Allgemeixen eine Einbuße erlttten, und selbst zu diesen reduzirten Wertben konnte eine Hebung des Gesammtverkebrs nicht erreicht werden. _ Auch der Verkehr_ in anderen Thicrgattungen, spezielL in Schafen unkd Schwe111en, hat bedeutend abgenommen. Das rapide Smken der ofterreichtscb-ungariscben Schafausfubr beweist folgende Zusammensteüung: d1e Ausfuhr betrug im Jabre1883: 857 257 Stück, 1884: 582 497 Stück, 1885: 379 997 Stück, 1886: 321920 Stück, 1887: 176131 Stück und 1888: nur mehr 109 346 Stück, und es blctbt eive wettere Abnahme auch für die Zukunftzu ernoarten. Während der Yusfybrwertb tm Jahre 1883 noch 12001598 Fl. betragen bat, reprasenttrt die Ausfuhr im Jahre 1888 nur noch einen Werth von 879 416 l. Die "landwirtbscbaftlickpen Verhältnisse Oesterreichn' garns_l)a en d1e_fruber so hervorragende Schafzucht immer mehr ein- geschrankt, da d1e erzielbaren Freise nicht mehr lohnend find und der Bedarf Frankreichs und roßbritanniens zum großen Theil yon Rußlgnd und Australien gedeckt wird, welche Länder tm „Verhaltniß zu Oesterreich - Ungarn viel geringere M0- dukttonskosten baben. - Der gesammte Handelsverkehr mtt Scwainen bat um 64 097 Stück abgenommen und muß nament- lich dte 49 855 Stück betragende Abnahme bei der Ausfuhr hervor- gehoben werden. Im Allgemeinen war die Einfuhr immer größer als_ die Aus u_hr, was durch den gro en inländischen Verbrauch ve- rundet ers *emt. Die Urjachen, wel e eine Schmökerung der Aus- ubr berbeifubrten. waren namentlich in der Konkurrenz Amertkas gelegen und ist auch ein großer Theil des österreichisch-ungarifcbenLUbsaß- gebietes durch den direkten Verxebr anderer Sxaaten mit Herbicn verlor_en gegan en. _ Nur béi Pferden ist eine Verkebxsstetgerung gegenuber 188 zu verzeichnen, weil eben der Verkehr in „dtesem Jahre 111 Folge der vorgekommenen Pferde-Ausfubrverbote em 9910 ab- normer. Der Gesammtverkebr betrug 27104 Stück. Wird von dem "anjaße im Jahr 1887 ab eseben, so ergiebt fich, 999?" den funfjabngen Durchstbnitt der Jaßre 1882-1886 dennoch eme Ab- nahme in der Einfuhr von 636 Stück und in der Ausfuhr von 7082 Stück. Immerhin verdient der Umstand hervorgehoben zu werden, daß von dem Gesammtverkebr mit Pferden nur ungefähr
200/11 auf d1e_Einf1151_: eqtfallen. Durch die Unterstützung des Staates und durch dl? er'vrteßltckpen Bestrebungkn der landwirtbscbaftlicben Vereine hat dre Pferdezucht Oextkrreich-Unaarns eine hohe Entwicke- [UF xqungt, sodaß selbst der Bedarf an Zucbtmateaial im Jnlande fast vo stand1g gedeckt werden kann u1*-d die Ausfuhr von Hengsten und 1??ka IS"; Zucht 111€; Sckxxigen bfegkxiffen ist. Während nur 61 Hengste ,n ' 11 en zur 11 ein- e 11 rt wurken, 11 ' “ ztffern 206 bezw. 283 Stück, J M gen dre Ausfuhr
hl 1 J Dte dänische Handelsflotte
z§ 'te 11111 . anuar d. J. 3243 Schiffe 0011 281014 Tons Tra - fab1gke1t gegen 3179 Schiffe 0011 262 463 Tons zur aleiéokn Zeit dier Vorjabrxs. 'Von den„Schiffen waren 2088 Segelschiffe 0011 34 593 Tons 11111 emer Tragfabtgkeit 0011 4-50 Tons und 850 Segelschiffe 0011 142,84 Tons 11111 einsr Tragfähigksit 0011 111111 50 Tons, von den Dampfsckyffen geborten 96 0011 1663 T0115 zur ersteren und 209 von 101 914 Tons zur leßterkn Eajtung. Dic An1abl Der Skgelscbiffß d1e sich 111 12111 Jabrzebnt1879/1888 um 10901 verringert hatte, 6a3b37 1111 voxgenDJabxeschpÉnfiWtSchiffs 11011 10550 T0119 oder um , 0 zu, te 1111111 1 5 012 1011112 11:1(5 ur ** '
ca. 8000 Tons vermehrt. “ n 15 Ochlffe von
Kunst und Wissenschaft.
In der Mauchart'sÖM Ba111nschulo auf dem ,H0bb-ele“ bei Laxngenau find “00.111 -.SÖWÜb-Msrk.“ znfolge 0011 Oberförster Barack allemanntscbe R_Lik)cn,]käk€r entdkckt jvorken. Bei det1 Aqu'abungen kamen 11111101 K110ch6=111stchn 11*0[ck[erk11lt-:11e irdene TrtnkgescMrre und Vas-„n, Rest? 0011 1101111 SÖWa'rt, ein schönes 5100501118FranevarmbanD 111109111111 10123 Höchst sierkichen bunt- farbtgen Halstnd-ZZ 111111 2301510111, (“"I Wein? sich] 11111 eiée aus- qedebqte Begrabmßtätte 511 5111110111. TieAUsgrabungen wcrden noch fortgekeßt.
Sanitäts-, Veterinär- und QuarantäneWesen.
Portugal.
„ Durch elne imanrio d0 G0021110 Nr. 31 110111 8, Fsbruar 1890 vcroßxntkcbtx Ver1uq111111 068 3101111111611 001169110107111 Ministeriums Fes «MFM €éstbder .?01111 11111 Parxi 1611 00111 7. Januar für „rein“ om ae en 11" er er 6111 111016111. Ber [. „3601081111 0! 01“ Nr. 275 vom 18.November 1889.) g 3 *]
Handel und Gewerbe.
Ein Konforlium, 1271151111“ 110.6 dyn 1011 8101615110" 111 H„äuscrn, dsr Schwcöixchén Reichsbank, dem 211111011119. S.] Ble'ick)ch- rover, ker D1r€ktwr1 dcr Yis-konw-(HerlscHast 111 Berlin, den Herrkn L. Bebrkns 11110 Z0011c 111 Hamburg 11110 601 Dänischen Landm-anIÖQ-nk 111 KOPJUÖIZM, [1.11 001 der 510111111111) schwedi- schen ?chterung 11:11 KZ-xrrozsntigc Staatsanleihe 1111 Betrage 0011 40 M101011c11 9011155111111“ 0011110011000, die zur Rück- 1651111111 hszw, K011vcr1111111g Nr 48111036111113611'311111100 vom Jahre 1875 bssttxnmt 111. _
_ Dte „Zeit]Ör, [. Spir.-Jnd,' 150111 1011101001 B1richt über dext chndel 1111: «31.1110 111111) Mittheilung?“ 011 Vertrauens- manner _111 der 3111 11.1111 12. 115 18, F*bk-Uk 1890 mit: Im Laufe der “verfloffenen B611016w0ch6 find folgkude 9110111111711 111 Kartoffel“ fabrtkaten bekann! 1161110511. 0610111011". 0311111111 1111 Kartoffel- 111 ehl: 500 Sack 111 15,7."- „18 ab Stati011 1111 011 Bahnstrecke Neu- stadäa. D;-M108115111_.1; 300 Sack Prima zu 16 «ck ab Station an der Babnttrccke Salz10ch011_U1-l51-11, 5311111111111 April-Mai, 1 0/0 Pro- vision; ferner 1111106111111 Kartoffklstärks: 100 Sack tertia zu 12,65 „16 eir11ch1icßlich Provision frci Bord- Stettin; endlich an feuchter Karwrfeixtärke: 5 2811960118 prima 5,11 7,7046 ab Skation an der Bahnsxrech 111811111101 a.D._*)Fé'cyenb11rg.
_ Die 111115112 Börxcn-Versammlung zu Essen findet am 24. Februar 1890 im „Berliner Hof“ statt.
,. _ Der VkrwaltunngatÖ „der Hamburg-Süd-Amerika- 111115011 Dumpfer=©e1e111chaft hat beschlossen, der General- verfammlung 118 2111151110119 Liner Dividende 0011 149/11 vorzuschlaaen.
__ .Der 510111111113“, Organ dsr KnappsÖafts-Berungenoffen-
schast für das DLUUÖL Reick), welches unter veran1wortlicher Redaktion des VerwaltungS-DirekWrS Simons in Berlin erscheint, hat in der vorliegendkn Nr. 4 des ?. JabrgangI folgenden Inhalt: Außzug aus dem Verbamkxlangzbsricbt Über die _zwanzigstc Si ung des Ge- noffensckxafts-Vorxtankss 01-1 KnappschafTs-Berufsgenof enscbaft vom 28. Januar 1890.__Au?3 den Sektionen: Auszug aus dem Protokoll der Sixxung dcs 2301111111009 der Sektion 11. (Bochum) vom 15. Januar 1890. _ 250105610? 11110 Beschlüsse dcs Reich§-Verficherungs-Amts 5.711.213, _ Rcch11vrcchung des Reickys-Verficherungs-Amts Nr.674_ 683. _ Pccsonal-Nackorickyten. _ , Leipzig, 19. Februar. (W. T. B.) Kammzug-Termin- 51111011. La Plata. Gkundmuster 13. pt. Fcbruar 4,873“ .“, pr, März 4,873 „FC:, pr, April 4,87& «16, yr. Mai 4,874 «js, pr. Juni 4.871,46, pr. Juli 4,90 „16, pr. August 4,90 „xz, pr. September 4,90 .Fr-, pr. Okwlur 4,90 „xs, pr. November 4,90 „54, pc. Dezember 4,90 „46 [111111113 90 000 kg. Behauptkt.
London, 19. Fcbeaar. (W. T. B.) Wollauktion. Tendenz und Preise unverandert.
_ 20. Februar. (W. T. B. Dix Bank von England hat [111110 dcn DiIkont auf 59/0 .ekabngk-
Verkehrs - Anstalten.
Hamburg, 20. Februar. (W. T. B.). Der Yostdamyser .Bobemia“ derHaszburg-Amer1kantschen acketfabrt- Aktiengesellscha1t_1|t, von Hamburg kommend, gestern 6 Uhr Abends in New-York emgetroffen.
London, 19.Fch1:uar._ (M.TB.) Der Castle-Dampfer ,DunbarCastle' xjt gestern auf der AUSreise in Capetown angekommsn; der Ciastle-qupfer .Hawarden-Castle. hat heute auf der Ausketse Madetra pasfirt; der Castlc-Dampfer „V.)éctbven-Castlc' 1stbeute auf der A_uSreise von London, der Castle-Dampfer „Tavmoutb Castle“ gestern auf der Heimreise 0011 Capetown abgegangen. '
_. 20. Februar. „(W. T. B.) Dte Uniondampfer ,Tartar“ und .Angltan“ find gestern von Capetown auf der Heimreise abgegangen.
Theater 111111 Musik.
Berliner Theater.
Gestern Abend fand die erste Aufführung zweier Tra öd'en aus
der klasfischen Zeit der_Griechen statt; die Direktion desg Berliner
Theaters bekundet damtt aufs Neue ihre auf das Ideale Yricbteten ten. '
Bemühungen und erwirbt den Dank aller Gebilde side zur Nufsübrung gelangten Dramxn „Dez: gefesselte Prometheus" des Acsbelos und .Kßntg Oedtpuö' von Sophokles führen uns ihrem Inhalte nach 111 d1e Fraue Mythenzeit der Griechen zurück; aber aus 13111: dramatischen Ar eit leuchtet uns der Abglanz jenes goldenen Zettalters der_ (Hrixcben entgegen, welches durch die politischen und kultureÜen Ergebmsse emen, Merkktein in der gesammten Entwick- lutzg des Menschqnqcschlecbtö bildet; Als die bildenden Künste ihren waelpunkt "erretchten, gewann d1e dramatische Kunst ihre siegreiche Bedeutung fur das Eric_chenxolk. Von dem Reichtbum an Gestal- t_ungskra„ft, welche den grtech1xcherx Tragödiendichtern eigen war, von tbrer letdenf aftSvolLen ursprungnchen Empfindung geben nur wenige
Res'te Zeugni ; diese Ucberbleibfel werden von dcn (Gele rten or . fält1g studirt, auch wohl von gebildeten Laien ftéißik? gelcxsn:J ;
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