1890 / 48 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 21 Feb 1890 18:00:01 GMT) scan diff

on drei überwiesenen Arbeitern müssen die Fabrikanten :irnen bebalien) und §. 5 (das ArbeitS-Nacbweisehurxau sendet nur solchen abrikanten Arbeiter, bei welchen ein MinimalZobn von 5.50 .“ ür Roller, für Wickelmacher von 2.75 „44 bei gerippter und 3 .“ bei nicht gerippter Einlage gezahlt wird) yerlapaen; die Arbeiter, die das Nachweisebureau nicbtbenu en, durften 111 keiner Weise bebelligt wirden. Außerdem wird verlangt, die Athener dxr Firma Misch Nachfl. die Arbeit wieder aufnehmen. Wen_n die Bedingungen nicht eingegangen werden, solle die Kundigupg fuz: den 18. Februar besteben bleiben. Nachträglich wurde noch mitgetheili, daß die Kundi- gung für den 15 Februar aufrecht erhalten werde, an welchem Tqae denn auch 173 Arbeiter und Arbeiterinnen (außex mehreren bereits abgereisten) der Fabtiken von Lindau u. Winterfeld, Gottlob Natbufius, Grosse 11. Hesse, Müblradt 11. Stelle und Wilke, u. Lindemann eßtlaffen worden find. In der vorgestrtgxn Versammlung wurde ausgeführt, daß der Fabrikantenbund nur ,die Absicht hege, die dureh das ')iachweisebureau geschaffene Orgqnisatwn der Arbeiter zu sprengen. Es wurde ferner nochmals_konstaitrt, daß die Arbeiter den Kampf nicht gewollt baberz. Schließlich gelangte folgende Resolution zur Annahme: .Die Vexsammluxig er- klärt, bci ihren früheren Beschlüssen staben zu" bleiben, weist aber eine Annäherung mit den Fabrikanten nicht zuruck“. - Sollte ein wiederholter Einigungsversuch keinen Crfklg baben. so_sol! ein_e Volks- versammlung einberufen werden, in welcher die Verhaltnisse offentlicb nochmals klargelegt werden., .

Jn Flensburg ist, einer Meldung des „Frankf. Jogrn. zu- folge, auf dem bedeutenden Eisenwerk Anton und Sohne ein partieller S t r ike ausgebrochen.

Aus Zwickau berichtet das .Cbemn. Tgbl.“: AufEinladung des Obermeisikrs der Schubmacherinnung batten sich am 17. d. M. über 200 selbständige Schuhmacher aus Zwickau und Um- gegend zu einer Versammlung zusatzimenaefunden. In dieser Versammlung wurde beschlosien, dai: emex bevorstehenhey Lohn- bewegung der Schuhmachergesellen durcb eme enße Vereinigung der Arbeitgeber, sowie eine freiwillige Lohner'bolxuna vorgebeugt, demgemäß aber auch eine Erhöhung der Preise fur Schuhmacher- ariikel eintreten solle. _ , _

Hier, in Berlin kamen am Mittwoch d1e_ sirikenden M1- liiärscbneider zusammen. Es wurde, wle'wn' der .Stsbg. xg.“ entnehmen, in der Diskussion betont, daß bx: der ganzen eigent um: lichen und nicht leicht von jedem Harin Ungeubtex) 311 fertigenden" Art der Militärscbnciderei die fich weigerqden Geschafte 9a; bald w,urden nackzgeben müssen. Berge von zu8e1chnttienemZeug bauiten sich 111 den Werkstätten. Da sich rie Fabrikanten bei hoher Konventwnalstxafe verpflichtet Haben, keine Arbeit auszugeben, dies _ach doeh yon einer Firma geschehen sein so!], wurde bYÖioffen, 010 Firmen Lippmann und Winter von dieser Handlungswene 111 Kenntnis; zu feßen. .

Wie der .Maqdeb. Ztg.“ aus Paris unter dem 19. geschrieben wird. ist der Ausstand der Koblengrubexi-Arbexter in und um Saint-Etienne noch im Wachsen beartffen. Die VertretZr der Ausständischen begaben fich am 18." d. M. nach der Pra- fektur und wurden von dem Gcneral-Sekrctar Boupagnet'empfangen, welcher ihre Beschwerden ankörte, ihnen aber den „Bescheid ertbeilte, die Behörden könnten sich nicht in ihre Streitigkeiten mit der GLsLUsÖäst mischen, Als die Abgeordneten ihren Kameraden diese Antwort nach der Arbeitsböxse bxacbten, be'festtgte xnan fich noa) in dem Beschluß, zu iiriken. „uud einige Aibeiter, die zum Nachgeben rietben, wurden iiberschrtee11. Jm Laufe des Abends tbaten dic Ausständischsn noch emen Schritt bet dem Direktor der Grubenwcrke, Hrn. ViÜiers, von [“.-'in sie verlangten, daß er ibxe am Montag entlaffencn Kameraden wieder aufnebmcn sollte. 21116111 er KFF fich dazu nicht bewegen, und dre Arbeiter zogxn fich drohend uru . z Die Londoner „Allg. Corr." meldet: Die Angestelltex dexGreat Northern of Ireland Eisenbahn werdenam6.Marzemen Auß- siand beginnen,fa11§il)re Forderung auf eine L o b n L r !) öl) u n g von Ab. die Woche, Sonderzahlung für Sonntagsarbeit und fur mehr als 60 Stunden Wockxc-narbkit nicbt bewilligt Werden. - Der Ausstand der Pferde- babnbedienstetcn in Cardiff bat Rubcstötungen veranlaßt, als die Verwaltung den Fahrdienst wieder aufnahm, nachdem_fie sich- aus anderen Städten 50 Kutscher und Conducteure 'verschrteben batix. Sebußleute zu Fuß und zu Pferde begleiteten 1eden Wagen. Dre Strikenken griffen indeß einen unbewaxbt gelassenen Wagen an, schlugen akle Fenstsr desselben ein und m1ßbande11en denLondycteur und Kutscher. In diesem kritischen Augenblick erschienen 1edwch berittcne Polizisten, welche die Ruhestörer zerstreuten und mehrere Verhaftungen vornabmen.

Zur wirthschaftlicben Lage. Aus Trier wird gemeldki: Auf dem Gebiete von Handel und

Gewerbe herrschte im leisten Quartal fortaeseßt eiiie außxrordent11ch xegeTbäiigkeit. Die industriellen Anlagen waren fastsammtlichso 121111-

1icb mit Aufträgen versehen, das; der Nackyfrage kaum genügt werden-

konnie. Die industriellen Arbeiter batten rxichlichc Beschäftigung bei gutem Verdienst. Die im Lgufe dis Vorigen Sommers eingetretene Erhöhung der Lohne bat überakl Stand gehalten. Aus dem gesteigerten Crivcibe der Arbeiterklaffen fließsn denn auch dem Kleingewxrbe, some ?em Handwerkerstande Vortheile zu, welche auf die Lage , der- 1elben von mcrkbarem Einfluffe find. Demzufolge ist auch bei den Sparkassen eine Zunahme dkk Einlagen bemerkbar. ,

61371119 ist, wie aus Aachen gemeldet wird, die allgemeine'Lage des Handels und der Industrie fortgcieyt als eine durchaus zufrtednen- 66117111er bezeichnen. Einen günsiigen Einfluß auf alle Geschafte Hat auch die durch den guten Ernteausfall und die [when Viehprceise gehobene Kauffähigkeit der Landbevölkerung ausgeübt. . Fleißige ;Urbdeiiir haben überall lohnende Beschaftigung ge-

un en.

Fernxr wird aus Stade gemeldet: Die Lage der arbeitenden Bevölkerung war im letzten Quartal zufriehenstellend. Bei dem warmen, frostfrcien Wetter im Oktober, November und zeitweise'auck) im O_ezémber konnten landwirtbschaftliche Arbeiten und Meltorattonen QUÖJUÜbkt, auch die Bauarbeiten fortgeseßt werden, urzd bot sich danaci; für die betreffenden Arbeiter reichliche Gelegenheit zu [o_h- erzdcm Arbeitsverdienft. Arbeitseinsteüungen haben im 8179- iklklgcn Bezirk nicht stattgefunden.

_ Zur Laaeder Eiseniudustrie

wnd ays Aachen Neschrieben: Die erre.ite Stimmung im Ciscngeschäfie, Welche ficb im dritt'en Quartals als eine Folge der sprung weise steigenden Koblenpretse kUnkßegeben hatte, hat bis in den Monat Dczember bin fort- gedquert und_ dürfte sicb ersi jeßt allmählich verlieren und rnbkgeren AWÖÜUUUKLU Play machen, nachdem die schwanken- den _ iini) upgleicbartig aebandbabten Koblenpryise eine gewisse Kynwlldtrxxng erfahren haben. Im AÜgemeinen war as Ctsxnßksckoast im abgelaufenen Quartal außerordentlich lebhaft, tn ailsn Bramben konnten namhafte Abschlüsse bei steigenden Preisen verseicbnet _werden_,_ sodaß die Eisenwerke des Bezirks nicht nur durch- wxß voÜauF bescbaitigt waren, sondern auch noch auf mebrere Monate bixiaus M11 Authägen reichlich verseben sind. Die Schwierigkeit, mri _welcher die hiesigen Eisenwerke in den leßten Monaten zu kajnvfcn batten, lag nicht. wie in den früheren Zeiten, in der Crlgngung von Aufträgen, sondern vielmehr in der Deciung mit den n'ötbigen Rohmaterialien. Ganz abgesehen von deUPkPsen, _nuzßten die Walzwerke darauf bedacht sein, sich recht- zema Yle benotbtgten Quantitäten von Roheisen und Rohstahl durcb Absibluffe zu sichern, da_ Gefahr vorhanden schien, daß die gesammte Produktion dieser Maimalten auf Monate binaus vergriffen stin würde. In 13er Tbat' find die rbeinisch-westfälisäien, sowie auch die luxem- _13Uk911ch'lotbrtnaschkn Hvck0fenwerke und ebenso die Stablbütten, bis . ,,in den Sommer dieses Jahres hinein voUständig ausveikaust, und den *, „Walzwerken, welche heute noch nicht ihren Bedarf für das erste und

]“

weite Quartal 1890 in Robeisen und Stahl gedeckt liaben, dürfte es Schwerlich elingen, diese Materialien, überhaupt noch zu bekommext. Wenn auZ „anzunehmen ist. daß die meisten, Walzwerk xorsickxtig zu Werke gegangen sein werden, so ist andererseits nicht zu bezweifeln, daß verschiedene .alzwerke nicbt daSjenige Quantum an Roheisen und Stablmaterial zuertbeilt erbalten_ baben, welches sie nach ihrem Bedarf verlangen müßten, so daß ibatsatblicb derBedczrf an genannten Fabrikaten größer ist oder wenigstens größer erscheint, als die Produktion derselben. Aus diesem Umstande ist nicht nur die bedeutende Preissteigerung vou Robeisen und Stab!; sondern auch die große Festi keit des Eisenmarktes überhaupt zu, erklaren. , '

Da in fat allen Branchen der Eiseninduftrte der tbatsaxbltxbe Ausfall im Export durch den vermehrten Absaß ixn Jnlande _kttch[1ch aussxeglicben worden ist, so macht fick) die verrmgexte Auskubr nzr Zeit im Eisepgeschäfie nicht besonders iüblbar. Nur dteDrabt;nd11sirte at mit diesem Umstande zu rechnen und leidet andauernd unter dem Mangel an auSländischen Bestellungen. ' .

Die Preissteigerung, welche sich auf dem Gebiete der Eisen- industrie im Laufe des vorigen Jahres voüzogen bat„ ergiebt sieh aus folgender Zusammenstellung für die im hiesiger) Bezirke vorzugsweise erzeugten, beziehungsweise gebrauchten Materialien.

Es kostete: ' im Januar 1889 1111 Dezember 1889 6.4-7,4 ..“ 13,5-14,5 .“ Qualitäts-Robeisen 84

1 t

1 t . . 1 1: Luxemburger . . . . Fr. 85 Fr. 1 1 Stab- und Fayoneisen . „46 187 „M 1 r . 1 t. 1 r

Förder-Flammkoble

Träger . . . . . . 110 . 160 Bleche (Grob 11. Mittel-) 150 - 170 210 - 220 , Eisen- 11. Stahlwalzdraht 100 160

Italienische Unfallversicherung.

Die italienische Reßierung hat, wie bereits ieie rapbisck) gemeldet, der Kammer eine Vorlage über Unfallverst erung gemacht. Der „2109. Ztg.“ Wird darüber geschrieben: Der Entwurf legt den Arbeitgebern die Pflicht der Arbeiterversicberung auf. Um der neuen Einrichtung nicht sofort eine allzu große Ausdehnung zu geben iind ihr Zeit zu lassen, fich zu bewähren mid emzuleben, wird fie für jeßt auf die Großbetriebe und diejem en Unternehmuzigen beschränkt, welche eine beirächilichere Anza [" Von Arbeitern beschäftigen und einerseits größere und baufigere Unfalls- gefabren darbieten, anderseits die ihnen auferlegte Last leichter tragen können. Der erste Artikel verpflichtet demnack) zur Versicherung der Arbeiter in.a11en Bergwerken, Steinbrüchen, Bauzmternebmungxn und Fabriken entzündlicher Stoffe. Der zweite schreibt vor, daß die Arbeiter in den Schiffswerften und Arsenalen, m den Mxtaüwerx- stätten und den mechaniscben und Textil-Etabliffements, sotht sie mit Maschinenkraft betrieben werden, zu versichern sind, fails ihre Zahl mehr als zehn beträgt. Unter derselben Vorausseßung find auch die vom Staate, den Provinzen , Gemeinden und Unternehmer;- qeseüschafien bei Straßen-, Brücken-,_ „Damm-, Kanal - Boni- fizirungsarbciim und „ähnlichem beschaftrgtennJYersonßn zu ver- fichern. Kalk- und Zregelbrennereien smdjauffalltgerweise von der zwangsweiscn Versicherung ausgenommen. note auch von den Verkehrs- anstaltkn zur See und zu Lande, also Eisenbahnangestellten und See- leuten, im Geséßentwurf nicht die Redje isi. Pte Versicherung hat nicht nur die ständigcn, sondern auch die zeitwenen Arbeiter zu ,um- fassen. Der Beitrag, den die Arbeiter zur Verfichexung zu letstxn haben, beträgt ein Zebntbeil, während neun Zebntbeile dem Arbeit: geber zur Last fallen.

Kunst und Wiffenfthaft.

In der Sitzung des Vereins für Geschich1te der_ Mark Brandenburg, am 12. Februar, besprach Hr. Obersi-Lieuteriaxit Schnackenburg die Sitte des Barixragenl im" Heere Konig Friekiicb Wilbelm's 1. und Verlas eine Reihe der bteruber erlaffenezi ziabincis-Oidres. Jm AUgemeincn blieb es dem Ermcffen_ker Regi- ments-Cbefs anb-ximgestellt, ob sie das Tragen yon Barien ihren Mannickwften gestatten wollten oder nicht; VoUbarte wurdefn uber: Haupt nickt xugelaffen. - Hr. Priyatdozent 131“. Naudé zeigte eine 117116 große Publikation an, die ür rie brandsnburgtsche Geschtcbie _des 17. Jabrbunderis von hervorragender Bedeutung „zu werden verheißt: die Veröffentlichung der Protokolle iznd Relationen des brazidcn- buraiscben Geheimen Raths, die von _der preußischcn Archivverwaliung in Angriff genommen ist. Der erst.? vor Kurzem erschienene Bapd , O_on Archivar 131". Met- narkus bearbeitet, enthält die Anfanae der Regierung des Großen Kurfürsten. In der Einleitung erörtert dcr Herausgxber auch ausxiibrlicb die brandenburgische Politik nach dem Pzgger Frixdcn' m den Jabrkn 1635-1640 und gelangt bier zu Ergebmijen,'dte in vieler Hinsicht von den bisher herrschenden Arischaum'gcn abrvercbcn: _Graf Schwarzcnberg ist nicht als ein Pgrteiganger des Hauses Habsburg anzusehen, er hat dem brandenburgiscben Staat in der auswaxttqcn Politik treue Dienste geleistet und das Interesse, des Kursursicn durchaus gewahrt. Für den Beitriit zum Pragex Frieder. haben Zieben Schwarzenkerg auch alle anderen Rätbe des Kurfursten „sick; entsckpxden. Der Widerspruch im Geheimen Raid beginnt erst mit der,Kr_|egs- erklärung an Schweden, die das eigensie Werk Georg WilHZlmsbtlbei; dcr Zwiespalt ift nicht so sehr ein Gcgensqß Yer (_Gehenyxn Raths aegcn Schwarzenberg gewesen, als vieimehr em Kopfkkt zwzi'cben dem Gebeimcn Rath und dem Kurfürsten selbst." Weit unguniitgcr dcnn übir Schw. als Politiker muß das Uribetl uber ibn azasfaüen, wenn man seine Thätigkeit bei der inneren LandeSverwaltung ms 21er faßt, seine Tbäjigkeit als Statthalter in der Mark. Den Widersacher Saw, Konrad von Burngorf. vertbeidigt der Herausgeber gegen die Verleumdungen, die von Schw ausgegangen 71111). Fur den Großen Kurfürsten bringt M. den Nachweis, daß er n(x xen ersten Jahren nickIt das Ziel verfolgte, die Fesseln des Prager izriedens zu„spr_engen, daß cr vielmehr seinen Bundespflichten gegen den Kaiser aufriebng und mit Ucberzeugung nachgekommen ist. - Herr Archivar_ 131“. Meinardus fügte noch einige VeyerkunYeri uber das Verbaltmß Sckdwarzenbcrg's zum jungen Kursursten riekrich Wilhelm, zum Kanzler von Größen und zu Konrad von Burgsdorf hinzu und bekämpfte die alte Annahme . Schwarzenberg babe vczr- sucht, seiner katholischen Kirche , in der Mark Vortheile auf Kosten des Landesbekenntmffes zu yerscbaffcn. " - Hr. Dr. Breys ig sprach über die brandenburgische Domanen. verwaltung unter dem Großen Kurfiirsten und, Frixdrtcb 111. Das kurfürstliche Kammergut, deffen Extra e 1640'die großere, 1688 noch die kleinere Hälfte des gesammten taaisetnkommens"ausmachten, war wie aller ländliche Grundbesiß durch die Verwustungen des dreißigjährigen Krieges überaus bart mitgenomrpen. Der desolate Zustand, in dem sich die Domänenwirtbscbaß beim Be um der Re- gierung Friekrick) Wilhelm's befand, war indessen M r noch dexn unrationcllen, reinen Administrationssystem zuzuschreiben, das in Brandenburg, wie damals noch allerwärts, in Deutschland, das herrschende war. Die Reformen der Waldeckfckyen _Yerwaltung bgben diese Mißstände nicht, wie man bebauktet bai, besemat; die Anlaufe, die noch 1650 unternommen wurden, bl eben _v1elmebr fast wirkungslos, da sie weder sachlich durchaus zweckma ig waren, noch gucb überall durchgeführt wurden, Sie wurden ebr bald bis auf geringe AuSnabmen aufgegeben, und unter den beiden dgrauf folgenden Administrationen von Kanstein und Gladebeck perblteb es ledißlicb dabei., Eine erbebliche Be erung des finanziellen Crirages and unter xenem ebenso weni stat . wie die reaktionäre Umkebr zum Ver- waltungssystem unter die em: die eine von diesen bisver vertretenen Annahmen beruht auf falschen Recbnmxgen, die andere auf der Ver- kennun? des schon vor Gladebeck's Eintritt herrschenden Zustandes. Wande bat bier, wie in allen Angelegenheiten der Kammervexwaltung, der geniale Freiherr von Knvaausen geschaffen, dessen abigkeiten noch des Großen Kurfürsten aifer Blick erkanxit batte un _der dann in der ersten Periode der : kerung Friedrichs 111. die_uber die Maßen glänzenden finanziellen rfolge dieser „Jahre bekbeikUthe. Er führte das von den Mängeln der Waldeckscben Versuche befreite

acbtsvstem ein, das die klafsiscbe eriode der prev säen Staats- Yirtbschafß die Zeit Friedrich ilbelm's 1. f t ebalten bat, und legte durch die ,zwar schon zuvor einael eten. mitte ibm aber erst in großartigem Maßstabe durchgefübrten Wiederein- lösungen verpfändeter Domänen das Fundament zu dem reichen Grund- besitz, dessen feste Einnahmen es nicht am Leßtm ermöglicht haben, daß die Feldzüse Friedrich's des Großen obne Anleihen und obne Steuererhöhungen geführt werden konnten. - Anknüpfend an diesen Vortrag rie Hr, Professor Dr. Scömoller weiter aus„wie sicb diejenigen taaten, welche an Stelle der Naturab die Geldwirtbschaft durchgeführt haben, in einem erheblichen Vorsprunge vor den enigen befinden, bei denen diese Entwickelungsstufe noch nicht erreicht i .

- Im Garten der Villa Erlenmeier in Bendorf wurden, wie die „Elbers. Ztg.“ mittbeilt, rözniscbe Bauten enideckt. Man sand Legionensteine mit der Inschrift: 11130. U11. 90 und 8 o 11.1. PM80104.

Land- imd Forftwirthsthaft. Die „Deutsche landwirtbscbaftliche Genossenschafts-

pres s e ', Fachzeitschrift für das landwirtbschaftlicbe Genoffmscbafts-'

wesen, berauögegeben von Kreis-Ratl) Haas in Offenbaxb. hat in der Nr. 3 des 8711. Jahr angs folgenden Inhalt: Vereiniquxig der deutschen landwirtbscbaftli en Genossenschaften, betreffend Mit- tbeilungen der Anwaltschaft. - Genossensckoaftßrecht: Die Gerichte und das Genoffenschaftsgeseß, - Register-Gerickoisentscbeidungen. - Steuerwesen: Zum Branntweinsteuergeseß., -_ Verfichernngswesen: Feuerversicberuiig. - Vom Saatmarkt: Mittheilung des reußiscben

“Ministers für Yandwirtbschaft u. s. w. - Die pfälzischen rübjabrs-

märkte. - Dungermarkt. - Aus den Verbänden urid Vereinen: Westfalen. - Schleswig-Holstein. - Oldenburg. - Kleine Genossen-

schastspreffe.

Sanitäts-, Veterinär: und Quarantänewesen.

Frankreich. . Durch Verordnung des französischen AckerbauzMznisiers vom 6. Februar d. J. isi die Ein- und Durchfuhr von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schiveinen aus der Schweiz nach Frankreich bis auf Weiteres verboten worden.

Nachrichten , über Verbreitung von Tbierkrankbeiten tm Auslande.

Oesterreich.

Laut der am 31. Dezember 1889 vorliegenden Meldungen. L d' abl der infizirten an ' rte: Höfe: Maul: und Klauenseuche. Nieder-Oesterreich . . . . . 45 64 Ober-Oesterreich . . . . . 1 1 Tirol-Vorarlberg . . . . . 2 2 Böhmen . . . . . . . . 501 1480 Mähren . . . . . . . . 37 123 Schlesien . . . . . . . . 12 34 Galizien . . . . . . . . 223 1486 Bukowina. . . . . . . . 11 76 Lungenseuckpe. Nieder-Oesierreich . . . . . 8 Ober-Oesterreich . . . , . . 1 1 Böhmen . . . . . . 44 49 Mähren . . . . . . . . 11 12 Schlesien . . . . . . . . 5 5 . Galizien . . . . . . . . 1 1 Laut der am 7. Januar 1890 vorliegenden Meldungen. Maul- und Klauenseuche. Nieder-Oesterreicb . . . . . 40 57 Ober-Oesterreich . . . . . 2 Steiermark . . . . . . . 1 Tirol-Vorarlberg . . . . . 3 Böhmen . . . . . . . . 474 Mähren . . . . . . . . 31 Schlesien . . . . . . . . 14 Galizien . . . . . . . . 198 Bukowina . . . . . . . 11 Lungenseucbe. Nieder-Oesterreich . . . . . 7 Ober-Oestcrreick) . . . . . 1 Böhmen . . . . . . . . 46 Mähren . . . . . . . . 10 Schlesien . . . . . . . . () Galizien . . . . . . . . 1 1 Laut der am 14. Januar 1890 vorliegenden Meldungen. Maul- und Klauenseziche. Nieder-Oesterreick) . . . 37 55 Ober-Oesterreich . . . . . 3 Steiermark . . . . . . . 1 Tirol-Vorarlberg . . . . . 2 Böhmen . . . . . . . . 486 Mähren . . . . . . . . 24 Schlesien . . . . . . . . 13 (Galizien . . . . . . . . 166 Bukowina . . . . . . . 11 Lungenseuche. Nieder-Oesierxeich . . . . . Ober-Oesierretcb . . . . . 1 Böhmen . . . . . . . . 46 Mähren . . . . . . . . 11 Schlesien . . . . . . . . () Galizien . . . . . . . . 1 1 Laut der am 21. Januar 1890 vorlie enden Meldungen. Maul- und Klauen eucbe. Nieder-Oesterrxicb . . . . . 32 47 Ober-Oesterreich . . . . . 3 3 Steiermark . . . . . . . 1 Tirol-Vorarlberg . . . . . 2 Böhmen . . . . . . . . 393 Mähren . . . . . . . . 26 Schlesien . . . . . . . . 13 Galizien . . . . . . . . 146 Bukowina . . . . . . . 14 Lungenseuche. Nieder-Ocsterreich . . . . . Böhmen . . . . . . . . 46 Mähren . . . . . . . . 11 Schlefien . . . . . . . . 6 Galizien . . . . . . . . 1 1 Laut der am 31. Januar 1890 vorliegenden Meldungen Maul- und Klauenseuche. Nieder-Qesterreick; . . . . 24 Ober-Oeiterreich . . . . . 3 Steiermark . . . . . . . 1 Tirol-Vorarlberg . . . . . 3 Böhmen . . . . . . . . 188 Mähren . . . . . . . . 22 Schlesien . . . . . . . . 15 Galizien . . . . . . . . 127 Bukowina . . . . . . . 28 _ Lungenseuche. Nieder-Oesterreicb . . . . . . 8 Böbmen........47 Mäbren.......,. 12 Schlesien . . '. . .. . 5 , Milband. Galizien . . . . . . . .

Ungarn. Vom 17. bis 24. Dezember 1889. Milzbrand . . . . . in 11 Komitaten, 19 Gemeinden. Lungenseucbe 12 50 ,

Maul- und Klauenseuche . 58 1055. ,

Vom 24. bis 31. Dezember 1889.

Milzbrand . . in „7 Komitaten, 8 Gemeinden. Lungenseucbe . . . . . 10 , 43 Maul- und Klauenseuche . 57 . 979

Vom 31. Dezember 1889 bis 7. Januar 1890.

Milzbrand . . . in 7 Komitaten, 10 Gemeinden. Lungenseuche 48

. c a c . 1 ! Maul- und Klauenseuche . 55 . 996 , sowie

Vom 7. bis 14. Januar 1890. in 8 Komitaten, 49) Gemeinden.

in 7 Städten;

Milzbrand . Lungenseuche . . . . . , . Maul- und Klauenseuche . 56 , 953 . sowie

in 7 Städten. Vom 14. 6:6 21. Januar 1890, m 12 Komitaten, 16 Gemeinden, sowie in 3 Städte:). 49 Gemeinden, sowie in 1 Stadt. 892 Gemeinden._sowie in 7 Stadien.

Graubünden

Aargau . . . Thurgau. . . 10

Graubünden . „19 Aargau...„9 . 16

Neuenburg . . 1 Gemeinde 2

Milzbrand . Lungenseuche . . . . . 12 Maul- und Klauenseuche . 55 SÖWeiz. ' Vom 16. bis 31. Dezember 1889. Maul- und Klauenseuche. Kaniyne: ' Zürich . . . in 3 Gemeinden 4 StäUe mit 11 Ritzdern - und 3 Sebryemen. Bern . . . . 2 2 . mit 9R1ndern. Lusern . . . . 1 Gemeinke 1 Stall . 6 Rinbern und 2 Schweinen. Schwyz . . , 1 1 . mit 2Rindexn, 2 Ziegen und 1 Schwein. Glarus . . . 1 1 Stall mit 6 Rindern und 5 ,iegen. Basel-Stadt , Basel 5 Ställe mit 25 5 rudern und 83 Schweinen. Appenzell (1.915. 8 Gemeinden 19 Stäüe mit 134R111dern, 15 Schweinen und 2 Ziegen. Appenzeü i. R1). 4 . 11 Ställe mit 186 Rindern. St. Gallen. . 33 . 61 , mit 462 Rindern, 21 Schweinen, 8 Ziegen und 29 Schafen. 36 Ställe mit 290 Rindern, 21 Ziegen, 33 Schafen und 5 ScbWeinen. 4 Ställe mit 17 Rindern. 12 Ställe mit 48 Rindern, 1 Ziege, 1 Schivein und 108 Schafen. Waadt . in 2 Gemeinden 3 Stäüe mit 25 Rindem. Genf . . . 1 Gemeinde 1 Stall , 8 Vom 1. bis 15. Januar 1890. Zürich . . . in 7 Gemeinden 8 Ställe mit 43 Rindern, 33 Schweinen und 1 Ziege. Bern . . . . .. 2 . 2 Ställe mit 5 Rindern. Luzern . . . . . 1 Gemeinde 4 36 Rindern und 17 Schweinen. Schwyz . . . 1 1 Stall mit 10 Rindern. Glarus . . . . 1 2 Ställe mit 9 Rindern, 8 Ziegen und 2 Schweinen. Basel-Stadt , Basel 5 Ställe mit 25 Rindern und 1 Schwein. Appenzeu 6.915. . 7 Gemeinden 12 85 Rindern, ' 59 Schiveinen und 9 “Schafen. Yppenzeli !. Ri). 3 , 8 Ställe mit 119 Rindern. St. Gallen . . 21 39 336 Rindern, 42 Schw61nem 10 Ziegen und 45 Schafen, 28 StäÜe mit 234 Rindern, 20 Ziegen und 1Schaf. mit 71 Rindern und 3 Schiveinen. mit 6 Rindern und 3 Schwänen.

Belgien. _ Im Dezember 1889. Lungcnjeuchei m 7 Provinzen,. 23 Gemeinden 29 Ställe mit 42 Rindern.

Handel und Gewerbe.

JnFinnland ist der EingangSzoll fiir sog.Saccharin oder Natriumsalz von benzoesaurem Sulfinid auf 150 2 . M. und für Signalraketen der finnischen Dampfer auf 25 Jenni pro Kilogramm festgesetzt worden.

Für Chiliialpeter ist der EingangL-zoll von 20 Penni pro 1013"ka auch fiir das Jahr 1890 bis auf Weiteres bestehen ge 16 en.

- Der Aiiffickoiskatb der Vereinigten BguiZner Papier- fabriken hat dem Anfrage des Vorstandes gemaß eschloffen, von dem für das Geschäftsjahr 1889 sich ergebenden (Gewinne 170 368 „46 _abzuscbreiben und eine Dividende von 7 0/0, gegenüber 460/41 im Vor. xabre, zur Vertheilung zu-bringen. _

- Dem Geschäftsbericht der Oldenbuxßer Versicherungs- Gesellscbaft zu dem Rechnungsabschluß fur das Jahr 1889 ent. nebmen wir Folgendes: Die Verfickoerungssumme fur Feuer und Glas bat betragen: 553411358 „14, an Versicherung§gebühren für Feuer und Glas sind vereinnabmt: 909 946 „46, die Zinseneinnabmc betrug : 67 186 „76, MF Feuer- und Glasschäden entfallen für eigene Rechnung 342 779.74, Ruckyerficberungsgebübren find bezahlt 202209 „75, "an Geschäfts- unkojten smd verauSgabt 216 546 «14, die Versicherungßgebubren-Rücklage betryg 804 619.76 Nach den mitgetheilten Zahlen betrugen: die Gebüh- renemnahme 909 946 „M, die an die Rückversicherer gezahlten Gebühren 202209 .“, verbleibM Gebühren für eigene Rechnung 707 737 ckck; die Gebühren-Rücklage betrug 804 619 „74 Es sind demnack) 96 781 „76 mehr in die Gabübren-Rücklage kingesteilt, als in dem Jahre an Ge- bühren für eigene Rechnung emgcnommen worden sind. Dieser Mehr- bejraa rührt daher, daß die Rücklage auch diejenigen Gebühren mit enthalten muß, welcbe scbon _ frübex für mehrjährige Verstehe- rungen mit VorauSzablung fur spatere Jahre erhoben wurden. Die Rücklage für schwebende Schäden betrug 38 571 .“ Der Reingewinn beträgt 145 459 .“ Von der Geyeralvermmmlung ist genehmigt: der Rücklage für unvorhergesehene Falle zu überweisen 15 458 „M; die Aktionäre erhalten 90000 „Zé, das ist 15 0/g des baar eingezahlten Grundvermögens oder 45 „46 fur jede Aktie.

Frankfurt a. M . 20. Februar. (Getreidemarktbericbt von Joseph Strauß.) Die Situation des Weizengescbäftes erscbeiizt nur wenig verändert; Tendenz träge; ab Umgeaxnd 205/10 .“ frei bier 21 .“, norddeutscher und kurbessischer 206 10 „M, rusfis : Sorten 21-22 „46 - ür Roggen zeigt fich zune mendes An ebot„_Kvelches feinen Preisstan beeinträchtigt; hiesiger 18 „44, rUsÜs er 115/10 „ck - Gerste begegnete nur ganz vereinzelt geriyger Frage und zeigt fick) demzufolge matt; Brauemaare 20z-22FY,ana-Mablgetste 14.46, Abvuygerste 11-12 .“ - H afer ist fortwabrend s cbwach zugefubxt und geht zu gut behaupteten vollen reisen an den Konsunz ab,dieRottz 161 -17 .,“- bleibt.- 11 Mais mixoä) bebe:r]chte_dtZPiavspexulation das errain und ga der Coursbewegung eine ruck _anmge Richtung; per März-April 119/10-7 /10 „FC. Tendenz: Ver aufer. - Kar- toffel_n bei reichlichen O exten ebe flau, 2k-3 .“ -_- Raps zeigt keinerlei Veränderung, Offerten se r erwünscht. - Chilisalpeter:

Verkehr anhaltend schwerfällig: Käu er treffen bier einen guten Markt. -- Roggenkleie 9-1 .“, We zenkleie 8-t .“, im. Al_lae- meinen keine Befferun des Geschäftsganges. - S v e lz s p r e u mcht uber Bedarf angeboten, 2, .,!é- M e [) lm a r k t: DieReserve derSpekulation hat noch einm schärferen Anodruck angenommen; Roggenmehl unihätig. Course bleiben: biefiges Weizenmehl Nr. 0 33 bis 34 .“, Nr. 1 31k-32F .“, Nr. 2 274-281- „16, r. 3 252-271- „46, Nr. 4 221-231 .“, Nr. 5 18-19 asi MÜ" brot- und Brotmebl im Verbande 58-61 .“, norddeutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 281-29? .“, Ro genmebl loco bier Nr.0 29-30 „44, Nr. 0/1 28 .“, Nr. 1 26.1 „46 ( bige Preise ver- stehen sich per 100 kg ab hier, häufig auch loco auswärtiger Stationen.)

Leipzig, 20. Februar. (W. T. B.) Kammzug-Termin- bandel. La Plata. Grundmuster 13. pr. Februar 4,87k „Fit, pr. März 4,87-1 .“ pr. April 4,871 „44, pc. Mai 4,874 .“, pr. Juni 4,877 „44, pr. Iku114„87z .“, pr. August 4,871 „45, pt. September 4,876 „76, vr. Oktober 4,874 „sé, pr. November 4,8711 „46, pr. De- zember 4,87; „“ Umfaß 35000 kg. Schwach.

Wien, 20. Februar. (W. T. T.) Von der österreichischen Lokal-Eisenbahn-Gesellscbaxt Waren im Ianuar1890 theils im Staaisbetriebe. theils im Betrie e der anschließenden Hauptbahnen 298 11111, welche eine Brutto-Cinnabme von 140 556 Fl. erzielten. - Die im Jaguar 1889 im Betriebe gewesenen 234 kw batten dem gegenüber eme Einnahme von 106 870 F1. Hierbei sind die Ein- nabxxterktdes laufenden Jahres provisorisch, jene des Vorjahres definitiv erm: e .

London, 20. Februar. (W. T. B.) Wollauktion. Preise unverändert.

Bradfory, 20. Februar. (W. T. B.) Wolle ziemlicher JMFH unverandert, Exportgarne ruhig, Stoffe ziemlicher

ege r.

Januar-Rnndschan iiber den Getreidehaudel.

Der Mona? Janu'ar bat die Hoffnungen nicht erfüllt, Welche man Betreffs einer weiteren günstigen Entwickelung des Getreide- bandels gehegt hatte. Der Weltmarkt zeigte im Gegentbeil einen zu_neb_menden Mangel an Unternehmungslusi und eine gleichmäßig reichliche Vexforgung der K_onsumländer, was Anlaß gab, daß die Notrrungen iiberall um Kleinigkeiten abbröckelten. Die Ernten der Produktionslander entsprechen eben im Ganzen den Ansprüchen der Konsumgexxetzdeq, selbst'wenn Rußland über kurz oder lang in seiner Ausfuhrihatigxeit erheblich nachlassen würde. Leytere ist naturgemäY m dcn Wmiermonaten nicht bedeutend. und es läßt fi imniér noch nicht erkennZn, daß die für das Ausland dis- pqmblen russischen _Vorratbe ihrer Erschöpfung entgegengeben. Hierzu kommen nun die als neueFaktoren im Laufe der letzten Monate xrschtenenxn Ernten Australiens und Argentiniens. Erstere ist unzweifelhaft gut und von schöner Qualität, welcbe ihr einen will- kpmmepen Empfang fichert, der nicht ganz ohne Einfluß auf die Be- liebtheit _manckier anderen, bisher in England bevorzugten Weizenarten bletbénankd. Nqchfolgende„Aufstel1u1_1g, Welche auf den neuesten Miitbei- luxigen bafirt, zeig), daß die diesmalige Ernte die vorjäbrigen, allerdings M1 ratbenxn Erxxage ganzive1entlich übersteigt. AustraliensWeizenernte ste t sick) m Sud-Australten auf 18 500 000 Busbels. in Victoria auß 11500000 Bush., in Neuseeland auf 6 250 000 Bush., in Neu- Sudwalxs auf 2 000 000 Bush. und in Queensland, West-Ausiraulien und Tasinamen auf 600 000 Bush. Demnach betrug die Gesammternte 38 850000 Bush. gegen 1888/89 24 650 000, 1887/88 38 400000Busk). Hiernach unterscheiket sich die Ernte Australiens wenig von der in 1887, in welchem Jahre Süd-Australien, Victoria und Neuseeland 2 445 000 Quarters Weixxn exportirten, von welchen die Kolonialmärkte etwa 800000 Quarters in Anspruch nahmen und 1 645 000 Quarters aui Eurßpa entfieien. - Was die Exnte Argentiniens betrifft, so. soll dteseibe wieder reiche Ueberscbüße für den Export lassen; es wird auch'mcht 3." bezwnfeln sein, „daß die Ernte diesmal gut ge- wesen, einiges Mtßtxauen dcxgegen Wird man der angekündigten gro en Ausfuhr entgegenbringen mussen. Selbst nach der bis dahin reich ten 1887er Erni? “e)at dex Export eine Million Quarters nicht überschritten, (Hufe Nachrichten liegen auch aus Chili vor. von woher man ebenfakls eme nicht unerbebltche Ausfuhr erbofft. Es ist zweifellos, daß diese bereinzelt uiibxdcutenden, m ihrer Gesammibeit doch recht ansehn- ltchen„Uebex1chuffe nicht ganz ohne Einfluß auf den Weltmarkt blieben und die Wiixung der leyten Berichte aus Indien abfchwächten. Aus den „erste'n offiziellen Berichten über die im März schnittreife Ernie Ositndtens tft namentlich bemerkensiverjb, daß in der für den Weizexibau bedeutungsvollsten Provinz Punjab ein nicht un- xrbeblrch geringeres Areal mit Weizen bepflanzt ist, als 1111 voriger) Jahre, urid daß speziell in dieser Provinz seit dem Sep- tember ken; Regen piedergegangen, während aus anderen Distrikten mehrfach uber zuvrel' Ntederschiäge berichtet wird. Was im ver- flossenen_Monat am tnteraatronalen Weizenmarkt die Hal- tung beioniiers matt gestaltete, das war der forcirte Meblexport _der Vereiiiigten Staaten. Dersslbc War zu so großem Theil tn Konfignatton - das heißt unverkauft zum bestmöglichen Verkauf aux Orte der, Ankunft - gxfandt, daß hierdurch die Geschäftslage ge- druckt imd bre Nachfxaae fiir Weizen vermindert wurde.

, .Die Letsiungsfäbigkeit der amexikanischen Ernte erWeisi sich noch immer als groß, dq 'die fast ausettige _Sehäßung eines Exportüber- schusses von 15 Mr_lltonen Quarters Wetzen m der ersten Hälfte der Campagne nur init Za. 66 Millionen Quarters in Anspruch ge- nommen iporden ist, wiihrend die_größere Hälfte noch für den Rest d_es Erntejabres verbleibt. Wie immer im Winter haben die Ab- lieferuygen ai) dyn Hauptstapelpläßen fich geringer gestellt, überwiegen ab_er die vorjahrtgen nqch immer erheblich. An die 7 Hauptstapel- plavx des Westens Chicago, Toledo. Detroit, Cleveland, St. Louis, Peoria und Dulutb kamen in den Wochen, endend am Weizen 1890 1889 1890 Quarters Quarters Quarters 1. Februar . . . 128150 101 250 435166 ZZ. anuar 137 500 86 250 400 166 11

Mais 1889 Quarters 300 416 . . . 224 583 . . . . 165 625 71 250 429 333 268 333 . „. . . . 178 750 103 750 536 660 306250 Die Ausfuhr betrug in der Zeit vom 28. Dezember bis 1. Fe- bruar : 1890 1889

Weizen: Quarters Quarters Aus pen 9ilantischen Häfen nach Groß- britannien. . . . . . . . . . . 104500 19500 Aus'den atlantischen Häfen nach dem Kon- tinent,. ., . . . . . . . . . . 80000 13000 Aus Californien und Oregon nacb Groß- britannien., . . . . . . . . . . 374000 393000 Aus quiformen und Oregon nacb deni Kontinent. . . . . . . . 55 000 52 000 zusammen . . 613500 477500 Weizenmxbl _ Sack Sack Aus den altlantiscben Hafen nach Großbritannien 1042000 535500 . ., ., . . dem Kontinent 129000 6090 - Die kontrolirten Vorratbe haben sich während des Januar fur Weizen um 21 Millionen Busbels vermindert und zwar von ZZZ Millionen auf 314 Millionen Busbels; für Mais stieg der Vorrsatb um 2 Millionen, von 9900000 auf 11900000 Busbkls- Alus Indien la en diesmal, abgesehen von obigen Ernte-

meldun en, nur wenig ntereffante Nachrichten vor. Der Export betrug 11 den fünf Wochen, endend am 1. Februar:

Weizen 1890 1889

Quarters Quarter! nach England . 142 000 209 000 139 000

nach dem Fefilanße : 195000 zusammen 3 000 34 000

an sicb ziebe

hoch gegriffen.

1. Januar bis 31. Dezembex.

Weizen aus Rußland . . . Deutschland Frankreich Türkei Rumänien . Egypten. . . . . . . . Vereinigte Staaten atlant. Häsen....... te Staaten pacifisci). Britisch Indien . Australien . . . . Brit. Nord-Amerika Verschiedenen .

Zusammen . . . Weizenmehl aus Deutschland . . . . Yankreicb . . . ' esterreich-Ungarn Vereinigte Staaten . Brit. Nord-Amerika Verschiedenen .

Zusammen

vorausgesetzt wurde.

weise iogar zur

russischen Ostseebäfen, und

rusfischen

Die Preise stellten si New-York loco Weizen London Weizen per Januar Liverpool Weizen ver Januar Paris Weizen per Januar 12 Markenmebl per Januar Amsterdam Weizen per März Roggen per März Wien Weizen per Frübéabr Ro gen per Fri"; abr Berlin eisen per Zrü jaßr Roggen per rübja r

585 353 197 787

20 537 419

9 967 107 2 206 272 . 8 509 095

1 347 151

3 964 784 . 1 322 237 . 55 784 685

588 876

. 1 390 605 . 14 873 443 958 873 147 128 . . . 18 056 545 In Belgien haben sick) durch kie reichlicbm Ankünfte während des 'Dezeniber uiid ber exitexi Häiiie Januar die Lagerbestände von Weizen wreder ziemlich reichlich gkitaltet, ohne daß fiel) für dieselben noch der enisprechende 21be gefunden hätte. Die Preise ließen in Folge desen" etwas, nach, wodmck) wiederum der doriiqe Wertbstand neue Ab1chluffe „nut den Exxortländern erschwerte. Die Nieder- [qnde bgben zettnzeise rexbx 11.111211 Markt gehabt, nachdem durch die milde Witterung'dte Schiffahrt offen geworden und der Bedarf im Jnnexn d11rch die schmmniknren Zufubren reichlich befriedigt war. Oesterreich - Ungarn _bltkb nach wie vor insoweit isolirt, daß es nennenSwertben Export nicbt _;U entwickeln vermochte. Jn„Deu„tschla'nd iii O_er Binnenberkebr zu Wasser gleichfalls dars; die milde Witterung srxi geworken und find die größeren Mengen von Roggen. kalcbe aui ker Elbe eingefroren waren oder in Hamburg lagextcn, 1610. 1eit dem 1. Januar daselbst eingetroffen waren, „bereits 111 die verxcbiekenen Bedarfskanäle vertbeilf, wobei die Eibsiationxn den Löwenantbsil an fich nahmen und nur verhältniß- maßt'g Zertpge Posten dem Berliner Markt zufloffen. Die Zufubren von inlandtfcbem Gctrside, bewnders aber von Roggen, waren auch im Ianuqr noch recht winzig, was indes; auf den Preisstand nur bin und wieder befxsttgend einwirkte. Wxibrend im Ailgxmeincn das Meblgescbäft der Mahlen wenig 311 181111167211 ließ, trafen gegen Ende des Monats Vielfache Klagen cin, kg die Konsumenten in Folge der zeitweise matten Haltung der Böriexi zurückhaltender im Einkauf wurden, und 91171) die Bestände in Den Händen der_selben. welcbe fie sicb besonders im Dezember zugelegt batten, nicht 1,0 rasch aufgebraucht waren, als

'Wie biexaus hervorgeht, sind es in diesem Jahre mehr die fest- ländiscben Hafen als Großbritannien, welche den indischen Weizen _ n und_ zwar e'rbebt„ YieSmal besonders Italien nicht unerhebliche Änsvrucbe. Die Etnrubr Italiens vom 1. Januar bis Y.,ÖNyäemkérZZbeteru'g f1§k89 3S6ch26000 gegen 2902000 Quarters get zei g . ie ru ere ä , d ' 4 Millionen Quarters Weizen brauYung Italien dieSmal gegen

en würde, ,ist demnach kaum zu

Verbältnißmäßig fest verlief der Handel in rankrei , wenn“ auch yon irgend welchxr Lebhaftigkeit nirgends Ke Rede wcér. Die Landwutbe versorgen die Markte nur scbivacb und halten auf hohe ZordTruWen.' Yz§be7chwarcbdi8'(sßinf81brdit5 laufender Campagne in

ran ret ztem ! wa , ie es an .at ' d- ' wieZ-xr dktwÉs fmbehri IUTXWL Für sch 1e ock) tn levter Zeit wo ie inurnnä er eiii wiedertws b " .

Englan_d stand bauptsäckolicb unter deme IZ1 be en durfte nischen'MebUendungen, welcbe hen englischen Mühlen eine außer- ordentlich schwere Konkurrenz bereiten. Die Einfuhr Großbritanniens Yrqunxt JanZier ca. 4P§Ilior§cinc§8w

r. etzenme , was ein ie i der verhältni ' reichlichen Ablieferungen de_r englischen Farmer unßgefäßxg FxnchLiaYKF bedarf de_ckte. _Sebx lehrreich fur den Geschäftsxang ides abgelaufenen Jahres ist die Etniubrtabelle Großbritanniens und Irlands vom

1887 1888 . 1889 Cir. Ctk- Ctr. . . . 5 522 773 .“ . “71551736

fremden Weizen bewiesen, sodaß

ruck der amerika-

Weizen und ca. 11Mi11ionen

21 368 793 3 264 815 70 980 20 235 1 989 182 441 1 419 079 729 781

6 224 040

8 423 155 1 485 710 8188 698 2 315 700 1 089 080 2 513 407

57224 931

1 109 179 97 620 101 864 1 964 038 12 557 096 785 163 413 433 16 912 773

21 321 628 2 538 629 126 440 667 372

2 862 487 325 150

5 044 960

11 971 290 572 953

9 217 332 1 406 060 1 168 320 1 379 650

58 602271

1 155 189 90 613

1 838 115 10 067 827 1 168 892 378 565

14 699 201

Am Berliner Markt hat fich für Wxizen Seitens zweier rößerer Firmen pin mcht unerhebliches HaUUe-Cngagement für den Pril-Mal-Tkk_n1in gebildet, wobei die Absicht vorliegt, die späteren

Kündigungen 10511715 aufzunehmen; Weizen an 15115 Für 11ch nur klein ist und im Laufe des Januar außer der Babnzusuhr yon 1857 8 noch 943 t pom Bodenlager absorbirt find, und zxvar mei!tz_11m Versa_nd nach Sach1en, Hierdurch aber der Vor- raib bis aus8477czuiammenge1chmolzenift, so steÜt sich die Laße für das Deckunßébxdürmiß keineswe .es als unbedcnklicb dar. Die

Preise 17151611 größere Zufu,ren nicbt hexankommen, dem allerdings durch eine entsprkcizendc Steigerung vielleicht abgeholfen werden kann. Jmmerbiq lag es in der Natur der Dinge, das; der April-Mai-Preis cinen 211171617119 gcgcn folgende Termine Von 15-2 .“ erreichte.

RVJFFU blieb in mländiicber Waare im Januar nicht minder

schwach zugeiübxt als vorher und der Bedarf der hiesigen Mühlen, wie auch Sackyiens hat sich dem Bodenlaaer zuwenden müssen. Leß- teres bat s1ch im Laufe des Januar um 77241 verringert und betrug am 1. Februar nur noch 18 654 8 gegen 42 857 1; am 1. Februar 1889 und 48 884 am 1. Februar 1888. „Diese Differenz egen die Vorjahre erhöht s1ch_nych dadurch„ daß_d1e unkontrolirten 23

der Müblen gegeiiwqritg wesentlich gertyger find als in den Jahren zuvor, und dax; dieselben auch weiter auf fortlaufende Ve- ansprucbunz der Bodenrvaare und 8er bisher nur spärlich eintreffen- den Kahnladungen angewiesxn bleiben., Vom kamen vorübergehend aus Ltbau Termm-Abgaben zum Vorschein, Welche dargus bafixten, daß dort zun) Weihnacthfest eingetroffene größere Zusubren langere Zett undispomri geblieben waren und theil- ' Verauktionirung durch die treibe hoch Ökvok'sÖUßx- geführt büßten." „Im klebrigen beklagte man fich außcrordentlich uber die (Hertztgfugtgkeit der Zufubren an den . ' uber den Umstand, Inland daselbst theilweise selbst sie RrsdF Exportl zi11ch feröangsen ?Fen. d di s die nie ungen g e a's päri _un e tarke Stei erun der „_ Mluta trug nicht dazu hel, die SÖwiuigkeitengneue? Ab- schlune zu vermindern. Was an sudrussi! em Roggen für den Ver- liner _Markt gekauft wiirde, kam" allermeit aus zweiter and. Jm Termmbandel bgt fixb insyfem" fur Roggen ein gewaltiger mscbwung vollzogen,_als dle _fruber emmutbige Hau espekulation mehrere ihrer bedeiztendsten Anhangxr verloren bat, wel emit scharfen Realisationen vorgmgen, wodurch zeitwei e der Markt verstaut wurde. Anfang Januar

871 Sts

Da das Berliner Lager von

isberigen

orrätbe

Norden Rußlands

Bahnen, welche das Ge-

daß das höhere _reise bezahle , als Vom nden Rußlands waren

Ende Januar 86z Eis. 34 811. 9 a. 7 811. 2 (1. 24.10 r. 52.10 , 202 Fl. 143 . 8.90 , 8.42 201.75 .“ 172.75 .

35 ck 1 'a. 7 811. 4 (1. 23.60 r.

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