1890 / 50 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 24 Feb 1890 18:00:01 GMT) scan diff

meien wiribscbaftlitben Lebens zur Folge gehabt haben. Die ffnunß, da es gelingen werde, die im Zusammenhange mit den großen ozia en Fragen der Gegenwart erneut hervortretenden Be- weguygen untxr _der Arbeiterkevölkerung unseres Industriegebietes p_t xtnem befnektgenken Abscbluffe zu bringen. wird belebt durcb du m nevefter_Zejt ergangenen Allerbötbftm Kundgebungen, welche im Inlande wte_ tm Auklczude allseijig als erfolgverbeißende Aus- gangspunkte fur die wirksame Lösung je::er Fragen begrüßt WWII?" Ib B fck! ff

_ te rer : u (! _ung zu unterbreitenden Vorlagen be- trtfft. so yixmnt der Entxvurßf nnts Statuts über die Erweiterung der Westfalxsckyen_Pryvtnzml-HülFSkc-ffe zu einer Landesbank der Provinz Westfalen eme wt_cht_tge Stelle em. _ Bewährte Emrtchtungen der Nachbatprovinzen haben bei der Ab- saüung dcs _Entuxurfs zum Anhalt gedient. Von der geplanten Neu- schopsvng wtrd eme Hebßng des Grundbedits erhofft, wie fie bei den eng gxzqgeneg Grenzen, in denen der Gesebäftsbetrieb der bisherigen Provtnztal-Hylfékaffe ficb _zu bewegen batte, aUSgescbloffen war.

Dux Erleichtertxn Bedinguxtgm Her Darlehnßgen'äbrunq werden uaynniltch dem _klewercy. wenig benniteltm Bauernsiande zum Vor- tbetle gerctchen, tn gewissem aße aber auch denjenigen Familien zu Gute kommen,_welche neben der BewirtbfÖaftuna eines kleinen Gmndbefißes au_s das Handwerk, die Fabxik= oder Bergarbeit als Hauptetwerbßzrzvetg angewtesen find.

Ferner _wrr? der Entwurf neuxr Bestimmungen für den Pader- borner_Meltorattons_fonds Ihrer Prufung unterliegen, welcher einer- seits dre Zuständigkeit der verwaltenden Organe gemäß der jsyigen FrÖytinzialorxan 3111 _Zegelrz, Bürxererseits dem Provinzialausscbux; bei

c e's-Una er Us er ung * ? mgungen eine reiere Würdi un der erbältniffe dcs Einzelfaües_zu_fichern harzryeckt.f A g

Die von dem 30, Prxvmzxal-Landtage bereits genehmigten Ent- würfe neuer Reglements fur_ dre vou Vincke'scbe Provinzial-Vlinden- Anstalt und für die_Prov:nx_ial-Tagbstummen-Anftalten werden, da die Herren Reffoxt-Mtnifter eme Abanderung der auf die Ans1el1ung der Akstalts-Voryteber und Lebrer bezüglichen Vorschriften für nöthjg erachtet haben. von Neuem Jbrcr BLsÖlußfaffung unterbreitet werder»

Bei der Arbeitégnstalt_zu_Venn_mgbausm ist das Bedürfniß ciner VerschärfUng des Au7ficht§kien1xes, tn9besondere bei der Außenarbeit hervorgetreten. Bei den Provtnzml-Jrrmanftalten ist eine verbesserte Speiseorknung zugleich mit einer Erhöhung der Minimal-Pflegesäye in Aussicht genommen. Auch is_t eme Aenderung in der Beköstigung der Lardarmen empfoblén. Dte Entkoürfe dem entsprechender Be- stimmungen werden Sie zu prüfen haben.

In besonderem Maße w1rd Ihre Thätigkeit durch die Fest. ßellung des HausbaltI-Ctatxz _i_n Ampru-b genommen werdén, deffen Erxtwurf gemaß Jbrexn rcrrgxa_bngen_ Beschluffe einen ztvcijäbrigen Zettraum, vom 1. April 1890 1:16 Yabm _1892, umfaßt, Sie werden

ich bei Prürung diexc-r _umfangretcben Vorlage überxeugen, daß der Provinzial - Aus7chu und der Herr Landes- hauptmann mit Erfolg_ bemü t gewesen find, unter An- wendung vorfichjiger Spa:]amkeit das Gleichgewicht dcr Einnahmen und Außgaben amkeckot zu ethlth, ybne die für gemeinnüyiae Zwecke und_ zur Fötdxruna Von W111en1ckast und Kunst in den Vorjahren bewrlligéen Zu1chüffe zu kürzen, _und obne daß eine Erhöhung der Frovinzial-Umlage, welcbe zur Zcxt MM 3% der direkten Staats-

euern beträgt, nötbig geworden wäre. Dabei ist auch das Bedürfnis; einer Aufbefferung _der_GebälLer dec Provinzialbeamten in dem von __?thttérorinzialausychuß für angemcffen erachteten Umfange berück- 1 tg.

Von der Provinzialanlxibe, zu deren Aufnahme für außerordcnt- liche Außgabezwecke bis am Höhe von 5 Miüionen Mark der Pro- vinzialau§1chuß vom 30. Provinzial-Landtage ermächtigt worden war, i_ft zunächst nur eine Summe von 2x Millionen in Amprucb genommen_ und zur _ Ausfertigung auf den Inhaber lautender AnleibUcÖeine für diejen Betrag ein Allerhöckostes Privilegium erwirkt worden.

Der von deux Provinzial - Ausschuß erstattete Bericht über die Ergebnine rer Prvv_inzialverwaltung im Etats- jabr; 1888/89 entrol_1t ein an1chaulicbes Bild der stetig fortschreitenden_ und gejunken Entwickelung, deren die Provinzial- Anftalten ebemo wie alle übrigen Zweige der provinzialen Selbst- verwaltung untsr ker fürsorg1ichen Leitung Ihrer Organe sich zu er- freuen hatten.

In sein_em leyten Abscbnitt biet'at dieser Bericht Ihnen, meine Hexrep, ein 1chörchs Gkkenkblatt an den 24.August 1889, jenen für die Gc)chtchte unsererHeimatksrrovinz kxdeutungßvolien Tag, an welcbemJbre Katserltcben und Königljchen Majegären di?_ Provinzialbauptstadt be- sucht und das aus dme Anlave veranstaltete Provinzialfest ent- gegenzunekmen_gcrubx Haben.

Ter glanzknxe Verlauf jener Festlichkeit, die bald- vquen, ker Provinz zu besonkerer Ehre qereichenden Worte, um welchen Ihre Majestäten AÜcrböckIstibrer Befriedigung A_u§drrck gaken, _ ker begzisterte Emrfang. welchen die Be- vclknung dem geliebten Kai1erpaare in Münster ebenso wie dem-

nächst Sr. Majestät in Minden bki akermaliger Anwesenheit in dcr.

?rovin5_wä_brend der_ _Manövertage darkracbte _ alle diese Vorgänge klden fur jeden Wejtmlen den Gegenstand Wertbvollster Erinnerung. Indem ich VékskaUL, daß Ihre Bexaikungen aucb diestual dcr Yrßvjnz zum Segen gereicben rrkrren, erkläre ich auf Allerböcbsten "YU! den 31. Provinzial-Lanktag dcr Provinz Westfalen für eto ne .

Das älteste Mitglied der Versammlung, Ehrenamtmann Brümng aus Enniger, brachte nach entsprechenden Worten der Erwxderung ein dre1fache§ Hoch auf Se. Majestät den Ka11_er und König aus, in welches die Versammlung freudtg einftimmte.

_ thern. München, 22. Februar. Wie die „Allg. Ztg.“ hort, wrrd dem gegenwärtigen L andta ge noch eine Vorlage zu: gehembetreffend die Versorgung derjsnigenMilitär-Reltk- ten,_ welche nicht unter das betreffende ReichSgeseß fallen. Wemgstens hat fich demnächft eine Kommission von höheren (_Gene- raxen x_mter dem Vorfiß des Generals der Infanterie von Maillmger mit dteser Frage zu befassen. E43 find in dieser Kommission u. A. die beiden kommandiandc'n Generale Prinz Leopold und__vo1_1 Orff, dann die Divinonäre von Parseval und von Sanerlmg vertreten.

In der Altka_tholikenfrage verlautet demselben Blaxt ufylge von gut inwrmirter Seite, das;, wenn die Jnthrom- thmnen res h_iefigen Erzbischof?- und die des Bischofs von

affau stattgefunden haben, alsbald die bayerischen Bischöfe zusammentreten werden, um die Angelegenheit zu berathen.

Sachsen. Dresden, 22. Februar. Dresd. Journ.) Die Zweite Kanxmer bewilligte in ihrer ge rigen Sisung auf ntrag der Fmanszutation 8 ok: unter Titel 5, 8 und 25 des an erordentlichen StaatshaushaltS-Etats gefor_derter_1 Summen von 146 (W.“: :.u Eisenbahnbauten und erle_d1gt_e tt_t der heutigen Sisung den Etat des ustiz- MMljterxunxs, welcher auf Antrag der Finanz = eputa- twn_4. nut emtgen von der Staaxsregierung beanxrax l_en Erhohungen mehrerer Außgabéposten für Bauten bewi igt wurde. Mehrere Petitionen von Beamten um Ge- ZalLSaUFbesserur-lg wurden der StaatSregierung zur enntnrß nahm? _über_wiesen, endlich wurde die beim vorigen Landtag dem JUMz-Mmisterium ertheilte Ermächtigung aus Kap- 4„1, unter gewxffen Voraussesungen an unschuldig *.---' rthetlte Entf ädigun zu leisten, aufrecht ' . . 3" Kap- , Justiz: “nisterium, wurde durch * - lan ere, von) Staats:Minifter Dr. von Abeken ver- -' ebatte festgefieUt, daß der Abg. Bebel für die

von i m bei der zweiten Lesung des Sozialift _eseßes im Leichstage aufgestellte Behayptuyg,_ die Amkagung der Friedenseiche im Rosenthal bet Lupztg a_m_Sedax1ta e 1887 sei von einer Person v_era_nl_aßt words:) d1_e un Dten _e der Polizei gestanden habe, ]unsusche Bewmfe mcht habe bet- bringen, sondern fich nur auf eme Ruhe korzkludenter Hand- lungen habe berufen können,_ welche nach semer_ L_lnficbt den Verdacht, daß der Anstifter tm Dienste der Poltzet gestanden , re terti ten. _ , , habe DeFLfZÜrYermeister Löhr in Vaußen, Dtrektonalmttglted

der Ersten Kammer, ist gestorben.

Württemberg. S tut ! gart, 22. Februar. (Sk-A. f. W.) Se. Königliche Hoheit der Prinz thhelm hat fich__ges_1ern nach Potsdam begeben, um dort1elb_ft der 751ahngen Jubiläumsfeier des LeibgarWHusaren-Regtments, bet welchem Höchstderselbe bekanntlich mehrere Jahre gestand_en hat, anzu- wohnen. Der Prinz wird voraUSfichtltch m zwe1 Tagen h1er- her zurückkehren.

Oefterreitb-Ungaru. T_erebes, 224 ebrugr. (W. TV.) Die Leiche des Grafen Iultusz Ypdra sy L|. heute früh hier eingetroffen und in Aywewnhxn der Fatxnhe und stnßs zahlreick) versammelten Publtkums m der Famxlxengrust bet-

geseßt-

Großbritannien und Irland._ London, 22. Februar. (21. C.) Der Prinz von Wales htelx gestßrntm St.Iames- Palast den ersten Herre_nempfang m d1eser Satso_n ab, der sehr zahlreiche Betheiltgung hatte; unter den Anwewnden befand fich auch der deut1che_Bot_schafter Graf" Haßfelyt, Am 19. März wird Se. Komgltche Hohen ubex Calms, Brüssel; und Köln zum Vemck) des deutjchen Kmsers nach Berlin reisen und daselbst 5 Ta e verwetlen.

Die Königliche Kommis ion zur Uptersuchung der Armee: und Marinevermaltung_ hatthrenBerichr voUendst, und dieser befindet fich bereits 111 den Häxzden der Regierung. Die Kommission empfiehlt _vor AÜem, dle Chefs der Departements mehr als bishex für 1hr_e Untergebene!) ver- antwortlich zu machen. Der Ber1cht_ schlägt ferner, mte es heißt, vor, die „Horse Guards“ gbzmchaffen.

Die irische Polizei hat 111 den [exten Tagen 53 _aus- aewiesene Pächt er verhaftet, welche aus dxn Clongorey'ychen Gütern Hütten errichtetetx. Zu den Vßrhaxteten gehört auch der Priester Kinsella, welcher betm Hüttenbaxx selbst tapfer mit Hand anlegtx. Da der Letztere dre yon 1hm ge- forderte Bürasckmft für ferneres Wohxverhalten tm Betrage von 200 Pfd. Stekl. zu steUen fich wexgerte, so wurde er_ zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt und trat seine Strafe sofort gestern in Kilkenny an.

Frankreich. Paris, 23. (_Februar. (W. T. B.) Der Minister-Präfident Tirard konerirte heute Vormittag mit dem Präsidenten der Republik und später mit dem Minister des Innern. _

In der gestrigen Sißung der Deputtrtenkammer brachte der Finanx-Minifter Rourzier vgs Buhget füx 1891 sowie einen besonderen Geseßentwun. betreffend dte Enns 11o_ 11 von Renten, ein. Auf eine Amrqge des Abg. Pontox§ erklärte der Minister des Außwärngen Spuller, es_1c_n aslerdings richtig, daß das tunesiséche Budget 1e1t fünf Jahren nicht vertheilt wordsn 121. KYnftighiq werde man es ausgeben, obgleich der Stqnd der tunenschen Fmanzen aus dem Amtsblatt für Tunis erfichtlich sei. Mehrere _Vor- lagen Über Tunis würden der Kammer zugehen _und bél der Gelegenheit sei die Regierung bercrt,_ alle wümchensmerthen Aufklärungen zu geben. Beim Schluß der Sißung beantragte der Abg. Bansin (Sozialist), nächsten Montag zurZBerathung seines Antrages, betreffend die Amne1tie_ Yer rn Folge der Striks verurtheilten Arbeiter, sestzuseßen. Der Antrag wurde mit 221 gegen 182 Stimmen angenommen.

Wie es heißt, wurde der Antrag Baudin's durch das in Deputirtenkreisen verbreitete Gerücht veranlaßt, daß in der heutigen Sißung des Ministerratbs _die Begnadigung _des Zerzogs von Orleans beschlo1s_enwurde. Die Arbeiter:

eputirten sind entschlossen, die Amnestie der Strikenden durch- von Orleans begnadigt werden

ol1te. Jnfolgedeffen so , mte ferner verlautet, die endgültige Entschsidung über die Begnadigung des Herzogs von Orleans der nächsten Sißung des Ministerxaths vorbkhalten werden. Die Regierung wird sich morgen in _der Sitzung der Deputirten- kammer ge en den an der Spiße der TageSordnung stehenden

Zusesen, im FaUe der “erzo

Antrag audin aussprechen und hervorheben, daß aÜe wegen Arbeitßeinstellung verurtheilte _PLUOUSU_ begnadigt worden seien und keine s91che zur Zezt in Haft gehalten würden. In den Centralgetängniffen bésändxn sich nur Per: sonen, welche wegen gememer, bei Gelegenheit von Arbeits- einsiellungen begangener _Vcrbrechen verurthxilt sind.

Der gestrige Mininerrath hat auf den Antrag des Kriegs-Ministers de Freycinet beschlossen, den General Hubert Castex, welcher fich in Rouen vor dem 8. Dragoner- Regiment in ungehöriger Weise_ Über den Kriegs-Minister geäußert hatte, vor die Unter)uchunZSkommission zu citnen.

Der Großfürst Georg Michailowitsch hat si e'tern Abend von hier nach Canne: begeben. ck 9 '

Jtalieu_. Rom, 22. Febxuar. (W. T. B.) In der heutigen Sxßung der Deput1rt_enkamm er erklärte in Beantworxun der Jnterpellatron Imbriani's, be- treffend _dte uflösung_de§ Coxnjtés Triest=Trento, der Mimster-Präfident CrtsPt: es 181 Pflicht der Regierung, Verbrechen vorzubeugen, und _zu verhmdern, daß die guten Beziehungen_ mtt de_n au_§_wä_rngen Nationen gestört werden; sonderbar set, L_?aß dle Jmtmtwe zur beständigen Provozirung einer auswärtvxemMacht von der äußersten Linken ausgshe, welche das Prmzrp dEr Abrüstung proklamire. Für die Aufrechterhaltun _ der Ordnung stehe er mit eigener Person und mit allen tteln em.

Portugal. _Lissgbon, 23. Februar. (W. TB.) Der König ?at anläßl1ch semes RegterungSantritts eine Amnestie erlassen ür Vexsonen, welche wegexx politischer Vergehen und weßen Widerstandes gegen die Staathewalt verurtheilt worden nd

Schweiz. Bern, ,23' Februax. Dem „Vund“ wird von zustäanr amtltcher Settq mttgethetlt: „Aue Nachrjchten über die in chL_n der ArbelterschUH:K9nferenzen Mischen der S w etz utzd Deutsch 1a nd obychwebenden Verhand- lungen "d verfrüht. Man befindet fich noch im Stadium der

Unterhandlungen, und die Situation ift in Folge dessen noch n_uht abgeklärt._ Die Presse wird, sobald etwas Poütives_ vor- lte dayon m Kenntniß geseßt werden.“ - '"Nachnchten zu 0 e, dte demselben Blatt aus Berlin zug_chm_ und die es als zuverlässig "chnen zu dürfen glaubt, _1o1rd dte Schweiz yorausfichtltch au die Priorität, dte Arbetterschuß-Konfexenz m Bern zu_ versammeln, verzichten und deren Etn- b_erufung bis auf Weiteres verschieben; dage en soll d1e vot_n Deutschen Kais er angeregte Konferenz s on im März u_1 Berltn zusammentreten und auf der1elben auch die Schwetz vertreten sein.

_Bxlgieu. Bt_üssel, 21. Februar. (Wes.- tg.) Die martttme Kommxssion der Antistlaverei- onferenz hat beschlossen, _daß alle einheimischen Fahrzeuge von unter 500 Tops den m Zanzibar und am Rothen Meere zu erri - tenden_1nternationalen Bureaus die Beschreibung der Schi e und dj_e Angaben üher _die Schiffsbesaßungen, die Zahl der Paffqgtere u. s. w. emreuhen, ihre Nummer auf den Segeln deutlxch vermerken un_d am Schiffshintertheile den Tonnen ehalt verzxxtchnen sollen. Dte Durchsuchung findet erst nach sorgFamer Prüfung der Schtfföpaptere statt und erst, wenn aus ihnen die “Führung emer falschen Flagge folgt. Die als Sklavenschiffe Zestgehqltenen Fahrzeuge_ werden nach dem nächsten Hafen führt, m welchem s1_ch eme konsylarische Autorität der Macht, deren Flagg"e usurptxt wordey 1st_, beßndet. Gegen die fest- gexohmmenen Negerhandler 1v1rd eme emgehende Untersuchung ge ü rt.

Türkei. Konstantinopel, 22. Februar. (WTB) Der Sultan empfing heute den_ montenegrinischen Minister des Aeußern, Vuxovtcs. _ Die Kaiserliche Kanzlei übermittelte der Pfor_te em Dekxet des Sultans, durch welches die inländijchey sowre die Transit- und Ausfuhrzölle abgeschafft werde_1_t. _ TasZradé, betreffend die Regelung der Rechnung zw11chen dem Staats: schatz und der Ottomanbank gemäß der _vom Ministerralh genehmigten Konvention ist der Pforte _Vehuss Unt_erzeichnung zugestellt worden. _ Ju wohlm-termchteten Kreirsn ist das Gerücht verbreitet, daß der Sultan Murad, der Vorgänger des jeßigen Sultans, im Sierben liege; es scheint eine rasch ortschreitende Gehirnerweichung zu Tage getreten zu sein.

Griechenland. Athen, 23. Februar. (W. T. B.) Der Kronprinz von Italien ist, nach einem kurzen Auf- enthalt bei der Insel Corfu, in Pyrgos angekommen und besuchte heute Olympia. Se. Königliche_ Hoheit reist in ßrengstem Incognito und wohnt demgemäß auch nicht im Palais, sondern an Bord der „Savoya“. Offiziekler Empfang ffindet nicht statt.

Amerika. Washington, 21. Februar. (A. C.) Prä- sident Harrison ist von Allegham) in Pennsylvanien, m_o er gestern die von dem Vittsburger Millionär Andrew Carnegte der Stadt geschenkte Volksbibliothek eröffnet hat, hierher

zurückgekehrt. _

New: York, 22. Februar. HW. T. B.) Der Präszdent der „Ritter der Arbeit“ Powder :) erklärte gestern 111 e1_nem Vortrage in Wilkesbarre (Pennsylvanien): der Laser Wilhelm habe durch seine Erlas se den Kohlenkön:gen

Pennsylvaniens ein Beispiel zur Befolgung gegeben.

Afrika. Egypten. Kairo, 21. Februar. (21. C. Flüchtlinge, die aus dem Sudan ankommen, besagen, da unter den Stämmen in dieser Provinz großer Nothstand herrsche. Andere behaupten, daß die Derwische nach Norden vordringen.

Parlamentarische Nachrichten.

In der heutigen (15) Sißung des Hauses der Abgeordneten, welchér der Minister der öffentlichen Arbeiten von Maybach bsiwohnte, machte der Fräfident zunächst Mit- theilung von dem Ableben des Abg. iemeyer, Vertreters des 6. hannoverschen Wahlkreises. Das Haus ehrte das Andenken des Dahingeschiedsnen durch Er_heben von den Sisen-

In einem Schreiben des Justiz-Miniyters wurde_Kenntniß davon gegeben, _daß das gegen den Abg. Stößel 1chwebende Strafverfahren für die Dauer der Sesfion emgestellt worden ist.

Auf der Tagesvrdnung stand _an erster Stelle die erste Berathung des Geseßentwurss, betreffend die Er- weiterung und Vervollständigung des Staats- Etsenbahnneßes. _

Abg. Dr. Sattler xragte, ob die Interessenten den Grund und Boden für die Bahnen unentgeltlich hergeben müßten, ob fie dazu einen StaatSzuschuß erhielten und ob sie noch einen haaren Zuschuß zu gewälzren hätten. Ebensowenig wie dies 1ei aus der Vorlage zu ersehen, wie die Fisci unter einander abrechnelen. Die in der Vorlage vorgeschlagenen Bauten ver- diemten Empfehlung. Zu würxschen wäre für annover eine Linie, welche das Dreieck ztmschen Bremen, unstorf und Löhne aufschlösse.

Ahg. Wüsten wandte sich da egen, daß zu vielAuSgaben für Eijenbahnzwecke guf dre_ An eihe übernommen würden. Der Vorlage 1elbst fe: zuzusttmmen. Bezüglich der den ?nter- effenten zuzumuthenden Aufwendungen sollte man vor tchtig. sein; ge enwärtig verlange _man nicht nur den Grund und Boden, ondern_auch den Kies zur Aufschüttung der Bahn- strecke unentgeltltch. Es empthle fick) die Ueberweisung der Vorlage an die Budgetkoxnmisnon.

Abg. mealxe mes darauf hin, daß die Sekundär- babnen fich_etma mtt 3 Proz. verzinsten, und meinte deshalb, daß man mcht besondere Letstungen von den Interessenten bei Herstellung solcher Bahnen fordern sollte. Dem Antrage auf _orberathung des Geseßentmurfs in der Budgetkommisfion 1chloß fich derselbe an.

Ab . Halberstaht_ empfahl die Bewilligung der für Schlesien geforderten Lnnen.

Der Minister der_ öffentlichen Arbeiten von Maybach bemerkte gegenüber wytteren Wüns en nach Sekundärba nen, daß seit der VerstZatltchung der Ei enbaYnen über 7 kw Eisenbahnen auf StaatSrechnung außge ührt worden seien; die Eisenbahnverwaltung müsse abxr auf die jedeSmalige Lage der Finanzen Rücksicht nehmen. D1_e Einnahme der Eisenbahn- verwaltung werde a_uf Grund geseßltcher Bestimmun zum Theil zur Deckung allgememer StaatScYUSgaben benuvt, 11an es werde nicht elingen, dieses Verhältmß zy beseitigen. Den außer: ordent ichen Mitteln für die St_acztSeLsenbahnen seit dem Jahre _1880 in der Höhe von 995 Mtllwnen Mark ständen Aktivtitel m der Höhe von 990 Milltynen Mark qe enüber; ziehe man daneben die aus laufenden Mttteln bewerkste igten Melwrationen

in Betracht, so verschoinde die Di erenz zwischen der Ver- mehrung der Anleihe und den vtiteln ganz. Ob die Mittel aus der Anleihe genommen würden od_er unter den Einmaligen Au4gaben des Etats ständen, set vollständig gleich" ltig; denn die Eisenbahnverwaltun werde un_ter allen Um den belastet und ihre Kapital chuld entjprechend vermehrt. Alle neuen _Babnforderungen würden ein ehend geprüft werden. Die emzelnen Provxnzen wüxden ni t un- gleichmäßig behandelt, wenxt es auch_mcht mögltch sei, fie alle 111 jedem Jahre in gletcher Wetse zu bedenken. Die Interessenten seien zur Hergabe des Grund und

dens veranlaßt worden, aber immer habe eine Prüfung Tattgefunden, ob ste leistun sfähig seten und welche Ausfichten die Bahn haben würde. 0 das erforderlich gewesen, sei von Staatswegetz ein Zuschuß zu dN! Grunderwerbskosten gewährt worden. Die Vorlage möge m1t Wohlwoäen beurtheilt und vom Hume angenommen werden.

Die Abgg.Lot1chius,_ Schnatsmeier und Lucia; (Erfurt) wünschten den wexteren Ausbau des Eisenbahnneßes in den Kreisen, welche fie vertreten.

Abg. Broemel_ betonte, daß in dieser Frage die Ver- antwortung gllein die Regierung treffe, da ein Nachweis über die wirthschastlichen und lokalen Vsrhältniffe der Gegenden, in derzen neue Bahnen gebaut werden sollen, zur Prüfung und Be- urtheelung dem Hause nicht vorgelegt werde.

bg. Sombart wünschte eine Verbindung von Stral-

sund nach Mecklenburg zur Aufschließung Neuvorpommerns,

ngéf vton Christen sine solche zwischen Eschwege und re ur.

Ab . Bachem bezeichnete als Aufgabe der Enezrbghnen die Her eifübrung einer Decentralisation der Fabmkstmten. Unsere soziale Noth rübre lediglich von dem L_lnxvacbsép der großen Städte und dér Koncentration der Jndustrwmpemexben her. Die Ablenkung der Jädusirie nach _dem Lankxo hm wurYe in pekuniäxer, sittlicher und gesundhextltcher Beztekxung große Vortheile für die Arbeiter bringen. Auch dj_e ruxnoye Kon: kurrenz zwischen Landwirthschaft und Jndustrte wurde dann aufhören. Die Eisenbahnverwaltung sollte durch Yermehrung der Eisenbahnen in der angebun der großen Stadte es hen Arbeitern ermöglichen, aus dem a_nde zu wphnen. _Speztxll die Verhältnisse in Köln auf dem_ lmken Rheinufer l1eßen 111 dieser Beziehung zu wünschen übrtg. _ _

Der Minister der öffentlichen Arbetten von ngbach erklärte fich mit der Tendenzdieser Bemerkungen einverjtankxen. Er habe nach Möglichkeit dafür gewrgt, daß die Arberter möglichst jeden Tag zu ihrer Familie zurückkehren könnten._ _Es seien Arbeiterzüge eingerichtet, und es werde noch mehr_ in dtejer Richtung thhan werden. Kökn sei Festung und die Etfenhahn- verwaltung desyalb in Bezug auf die Ausführung von Vahnlmien in der Nähe von Köln nicht ganz unabhängig. Man werde wohl dazu kommen, dort Dampfstraßeubahnen anzulegen, welche der Privatinduftrie überlassen nzerden könnten. _ __

Abg. Spangenberg befürwortete die Lime Lage- Hameln.

Abg. Rickert erklärte, auch als Gkgner der Verstaat- lichung der Eisenbahnen anerkennen zu müssen, daß _ der Minister geleistet habe, was ein Mensch überhaupt_ zu [elften im Stande sei. Er biÜige die Grundsäye des Mmtsters u_nd werde ihn bei der Durchführung derselben unterftüßen. Bezüg= lich der Linie Hagenow-Oldesloe sei zu bedauern, daß ste über Raßeburg statt über Mölln gehen solle.

Abg. von Nathusius “sprach seine Verwunderung darüber aus, daß die Linie Jnowrazlaw-Rogasen nicht nach Zirke oder Schwerin a. W. verlängert werde; namentlich m Schwerin habe die gepla_nte Verbindung nach Ptaßig (Kxeuz) schmerzlich berührt; hoffentltch werde Schwerm ald emen Bahnanschluß erhalten. (Schluß des Blattes.)

Vorläufige Wahlergebuiffe.

Wir habext heute noch fylgendx, von „W. T. B.“ ge- meldete vorläunge Wahlergebmffe mttzutheilen:

Potsdam. Wablhez. 2. Os7-Prigniß Koch (dfrs.)_ gewählt.

Potsvam. Wablbez. 3. Ruppin-Templin (Gras Saldern- Ablimb (fans,) mit 9918 St. gewählt; Bohm (dfrs.) erhielt 7500, Schifferkandidat Kunow 1325 St, Apelt (Soz.) 433 St.

Potsdam. Wablbez. 5. Oberbarnim. von Bethmann-Hollweg

(Reicbßp) gewählt. Wablbez. 10. Kalau-Luckau. von Manteufcl

Frankfurt a. O. (kons) gewählt.

Danzig._ Wablbez. 4. Neustadt- Cartbaus. Berent eStargard (Pole) gewahlt. _

Danzig. Wadlßez. 5. Pr. Stargard-Dtrscbau. vcn Koffowski- Gajewo (Pole) gewahlt. _ __

Danzig Landkreis Danzig. Stxcbwabl szcken v. Gramaßki (kons.) und Mey (Cent:). _

Marienwerder. Waklbez 1. Stubm, Maneywerder. Be- richtigung. S ticbwabl zwischen Müücr (Reicbspartet) mit 7535 St. und von Donimierski (Pole) mi: 7146 St., Jochem (Soz.) erhielt 237 St., Spahn (Centr.) 132 St.

Marienwerder. Wablbez. 2. Rosenberg-Löbau. "Stichwahl zwischen v. Oldenbur -Janusck:au (kons.) und ])r. Rzepnikowkki (Pole).

Marienwerder. ablbez. 5. Schwey. Rittergutsbesißer Holy (Reichsp.)_ g ew äblt.

Martenwerder. Wablbez. 7. Schlocbau-Flatow. Ober-Regierungs- Rath Vr. _Sckxeffer (kons.) gewählt.

Ttktttm. Wablbez. 1. Demmin-Anklam. v. Malyabn (kons.) gewa .

Stettßn. Wablbez. 2. Ueckermünde2c. v.Henk(fons.) gewählt.

Sbtkttém. Wahlde). 5. Pvriß-Satzig. von Schöning (kons.) gewa

Stettin; Wablbez. 6. Naugard-Regenwalde. von Flügge-Speck (konsZ gewal) lt.

öslin. Wablbcz. 1. Stolp-Lauenburg. StaaW-Mjnjstex a. D. von Puttkamer (kons.) gewahlt.

Köslin. Wablbez. 2. Bütow, Schlawe, Rummelsburg. von Maffow (kons) gewählt. _ _

Köslin. Wahlbez. 4. Y_elgard, «Ötevelbem, Dramburg. Graf Kleist-Schmenzin (tom.) gewahlt. _

Köslin. Wablbez. 5. Neu-Stettm. v. Buffs (kons.) gewählt.

Posen. Wablbez. 2. Samter, Birnbaum, Obermk. Graf Hector Kwilecki (Pole) gewählt. _

Posen. Wablbez. 3. Meserjß-Bomst. v. Unrube-Bomst (Reichp) gewählt. _

Posen. Wablbez. 4. Buk-Kosten. Punz Ladislaus Czartoryski (Pole) gewählt. _

Poyen. Wablbez. 7. Schroda-Sckntmm.

(Pole gewählt. _ romberg. Wablbez. 2. Wirfitz - Schubm. Poll (null.) g_e-

wählt. Bromberg. Wahlbez. 4. Jnowrazlaw, Mogilno, Strelno. von Jazkzewski (Pole)

Baron von Graeve

von Kokcielski (Pole) (; ew ä [) l t, Bromberg. Wahlbez. 9. Krotoschin. g e w ä [; l t. .

Breslau. Wablbez. 1. Gubrau. Steinau, Woblau. Stich- wahl zwischen Graf Carmer (Rüthen) und Leder (dfts.).

Breslau. Wablbez. 3. Wartenberg, Oels. von Kardorff (Reichsp) g e w ä blt. _

Breslau. Wablbex. 5. Oblau-Nimth-Streblm. Stirb- wabl zwischen Goldschmidt-Berlin (dfrs.) mit 7903 St. und von Goldfus (Reichkp) mit 6823 St.; Schüv (Soz.) erhielt 855, von Schalscha 669 St.

Liegniy. Wablbez. 6. Liegniß, Stadt und Land. Haynau, Goldberg. Stichwahl zwischen Goldschmidt-Berlin (dfry) und Frank-Breslau (Reichp. _ Kartell).

Lieaniß. Wablbez. 8. Schönau-Hirschberg. Vt. B::rkb (Urs,)

gewählt. Magdeburg. Wablbez. 2. Osterburg:Stenda!. v. Jagow Wablbez. 4. Tondern :e.

(kons.) gewählt.

Schleswia-Holüein. S t i ch w a bl zwischen Franke (natl) und Seelig (dfrs).

SÖleSwig-Holsieix. Wablbez. 5. Norderditbmarscben. Stick) - wahl mischen Tbotxnen (Mrs.) und Kablke (nail).

Schle-wig-Holjtein. Wahlkreis 6. Pinneberg. Stichwahl zwischen Molkenbubr (Soz.) und Recht6anwalx Peters-Kiel (nail).

Schleswig-Holstetn._ Wahlbez. 7. Kiel. _ Stichwahl zwischen Förster (Soz.) mit 14 421 St. und Hänel (dns. mit 11873 St.

Hannover. WZblkreis 6_. Verden. Sti wahl zwischen von Arnßwald-Hardenbottél (Welse) und Heye (natl.)

_ Hannover. Wablbez. 9. Yküpden. Eldagsen 2c. Stichwahl

zwisc'ren ron Reden (natl.) und Backer (Soz ).

Hilkesbeim. Wablbez. 11. Einbeck xc. Stichwahl zwischen

131“. Ecke1§ snail.) und Graf v. d. Schulenburg (Wélse).

Frichicks (nat!) und von Wangenbeim (Wslfe).

Otade. Wahlkreis 19. Geestxmünde :c. Stichwahl zwischen __ Arnsxorg Wablbcz, 1. Wittgenstein-Siegen.

zwrxcbsn *Stöcker-Berlin (WM.) und Träger (dfrs.)

Wablbez. 1._ Rinteln. Stichwahl zwischen Kersting

(nass.) und Warner (Anti1emit).

(Antisem) und Lauer (Demokrat).

Düffeldorf. Wablbez. 9 Kempen. Frißén (Centr) m

(Mtl.) 1249 St., ])1'. Virchow 182 St.

Düsseldorf. Wahlbez. 8 Cleve-Geldern. Dr. Perger (Conn.) Oberbayern.

gewählt.

_ Wahlbez. 4. Ingolstadt. Aichbichlcr (Crntr) gewahlt.

Oberbavcrn. Wablbsz. 6. Weilheim. Webcr(Centr.) gewählt.

Oberbayern.

gewäblt.

Wablbez. 8. Traunstein. Lehemeier (C.“ntr.) gewäblx. Obertrcmken. Wablbez. 3. Forchboim. Stichwahl zwisÖcn _ Unterfranken und Aschaffcnburg. Wablbez. 5. Schweinfurt. Bur- lem (Sento) gewählt Wahlbez. 1. Aschaffenburg.

Haus (Centr) gewählt,

Reichert (Centr) gewählt.

Oberpfalz und Regensburg, Wablbez. 2. Amberg. Hilpert Oberpfalz und Regensburg. Waklbez. 3. Neumarkt. Letzer Oberpfalz und Regensburg.

Wißlßperger (Centr.) aewäbl t.

Oberpfalz und Regensburg. Wablbex. 5. Neustadt a. W. N.

Lehner (Centr.) gewäb [ t.

Stichwahl zwischen von Wxisbera (kons.) und Prof. Hänel (rfrs.). Großbetzogtbum Mecklknburg-Säowerin. W.1b[bez.3. Parchim. Gxoßberzogtbum Mecklenburg-Schwerin. Wablbez. 4. Malchinn.

(Graf Schlieffen (kons.) gewäb [ t.

Stichwahl zwischen Graf Schlieffen-Schlieffenberg (kons.) und

Peters (Soz ).

Fabrikbesxyer Schönau (natl.) und Knörcke-Bsrlin (dfrs„). Elsaß-Lvtbringm. Wablbez. 13. Bolcben-Diedenbofcn. Pfarrer

Lüneburg. Wablbcz. 16. Bleckexe 2c. Stichwahl zwischen Gebhard knall) und Bruhns (SN,).

Stichwahl

Kusel.

Kassex. Wablbez 5. Marburg. Stickywabl zwischen Böckel 9188 St. gewählt, Sckvamacher (Soz.) erhielt 1509 St., Needxc; gewählt.

Wablbez. 3. Aichach. Frhr. v. Pfeifen (C'ntx)

Oberbayern.

Wahlbez. 7. Roscnbeim. Wagner (Cmtr)

Oberbayern.

Yezold (Centr) und Limmer (Mrs.).

Unterfrankén und Aschaffenburg.

Unterfranken und Aschaffknburg. Wablbez. 4. Neusfadt ::./S. (Centr) gewäblk.

(Centu) gewählt. Wahlbez. 4. Ncuaburg ))./W.

Großherzogthum Meckleriburg-Scbrrerin. Wahlbez 1. Hagcnow. ])r. Pachnicke-Berlin (dfrs.) mit 7147 St. gewählt.

Großherzogtbum Mecklenburg-Scbrrerin. Wablbez. 6. Güstrow :c.

Fürstentbum Schwarzbucg - Rudolstadt. Stichwahl zwéfchcn Neumann-aninßen gewä hlt.

Nach den bis jetzt vorliegenden Wahlergebniffen find im Gayzen 223 als definitiv gewählt zu betrachten und 137 St1chwahlen zu voÜziehen.

Von den Géwählten find: 84 Centrumöangehörige, 19_Sozialdemokratcn, welche überdies an 54 Stichwahlen be- thetltgt find, 45_ anservative; 14 Nationalliberale, 16 Reichs: partet, 17 Freinnmge, 11 Elyaffer, 13 Polen, 2 Demokraten, 1 Wilder, 1 Däne.

Zeitungsftimmeu.

Dre Blätter setzen die Erörterungen über den Ausfall der Wahlen fort, mdem ste zugleich auf die Bedeutung der npthwendtg gewordenen Stichwahlen hinweisen. So schreibt dte „Nattonal- eitung“:

._Nur dem oder ächlicbsten Beurtheiler wird es paradox erscheinen, daß dte Majorität von 1887 in erster Reihe an ihren Verdiensten um das Reich zu Grunde grgangen sei; in der Hauptsache ist es so, und weder bei uns, noch in anderen Ländern istdies eine beispiellose Erschei- nu_ng. En England ist es_ eine ganzgewöbnlicbe Erfahrung, daß eine Mehr- heit, nacbdery fie dieAusZabe gelöst hat, zu welcher fie gewählt worden, von den Waklern verlanen wird _ bis zum nächsten Mal, His die neue Majorität das nämliche Sßxicksal erfährt. Nicht leerer Wankel- mqtb ist_ die Ursache davon, 1ondern der Umstand, daß, wic 21]? Dinge dieser Welt. auch die politischen Maßregeln ihre zwei Scite_n haben, daß, was nothwendig und heilsam ist, dennoch auch die Krink berau6fordert und unter Umständen belästigende Fol en hat.

In den Wahlen von 1887 hatte das deutsche olk dem dgmals RwabltenReicbZtc-g den Auftrag ertbeilt, das Reich militäri1ch zu fiebertx; kem Wablcr aber war so naiv. zu glauben, daß rics obne finanztelle O_pfer geschehen könnte. Der Reichstag von 1887 bat gethan, was tbm aufgetraqen worden; und die in den vergangenen dre: Jahren _erfolgten großen Geldbewiüiqungen für militärische Zwecke sind zwar_ nrclxt von den Sozialdemokraten. wohl aber von den Dcutschfre1finntsen und dem Centrum mit votirt wordkn. Das antrunz hat sogar das Branntweinsteuergeseß, welches die Gel?- m1ttellrefxxte,_ mit allen seinen Mängeln mit beschloffen. _und Die Deutscbfremnmgen haben wenigstens früher anerkannt, daß eme_ Ek' öbun d__er Branntweinsteuer das beste Mittel zur Deckang „fi'JÜMWÜ“ Mebr cdurfmsse sei. Aber die Denunziation der erhöhten mtl!tans_ch?§1 und finanziellen Lasten die Beschuldigyng, daß die .Kartexl-PMUW viele_bundcr1e von MiUionen neuer Anleihen bewilligt batten __ dxe tbatjach1ich_ fast außnabmölos vom Centrum und den_ DEUUMM“ finntgen mtr beschlossen worden _ hat auf viele Wah!“ IMM- welche 1887 das gewollt batten, was inzwischen geschehen ist- - ; - __ In dem Reichstage, welcher wegen der Septennatsfrage aumklo't

_ wurde, zählten die Nationalliberalen 50 Stimmen; in km Wahlen

von 1887 scbyellten fie auf 100 empor; jest werden sie wieder unal_nch schwacher werden Man darf diesen wiederholten Wechsel so erkl_a_ren, daß das deutsch)_e Volk, wenn der RadikaliSmus und seine Allnrzen dxn quen grundlicb verfahren haben, wenn es noxbwendig erscbemt, rte gefabrdeten nationalen Jütereffen zu wahren. den ge- mäßigtxn Liberaliömys aus den Posten ruft, dak; dagegen, wenn er und die Konservaen Has Reick) wZeder für eine Zeit lang gesichert h_aben, d1e_ Natron es ungcfäbrlicb findet, die Gegner wieder etn_mal eme _ Probe ihres Könnens liefern zu lassen. (Es ist _ebrxnvoll für din gemäßigten LkuraliSmu-Z, daß seine maßgebende Mrtwukung notöwendig gefunden wird in d2r Gefahr und entbehrlich. wenn eine _scbeinbar unschädliche Probe aufunmöglitbe Exempel emacb_t_ werden wll, z. B. auf das Nr Aufrechterhaltung unserer ebrbarttgkeit unter Abschaffung aüec indirekten Einnahmen: alle diese Einnahmen sind in einem illustritt-x-n fortschri'tlécbsn Flugl blatte dem Hasse der Wähler empfohlen worden. Jnkskz auch im neuen ReiÖÖtag kann sehr viel darauf ankommen, da!“; der ,]?mäßigte und allezeit zur Ucbernabme kkr Verantwortlicbkeét fü.- das UQTiOUIlleitistb Notbwendige entscbloffsne Libetaliémus kciüé aUzu schwach: Poütion habe, mag die Lebensdauer dieses Reichstagks [an.] oder" kurz nin. Und darum richten wir rocbuxals ar". dé? AnöäUger dieses LibcraliSmus die Mahnung, nicht ?ins Politik kes“ Péfimismus zu treiben, sonxxrn NULL aufzubieten. kamit aus den Sxiékwalylen noch eine möglichst große Z.".bl von Nativnallibsxalen bsrvorxebe. Gcgsn- über den unnatürliÖZx; Bündniffen, ri? dsr Ts.:tschfrciübn gsscbloffm bar und die cr abzuxeugnen sucht, wci[ er kick; ihrer !":bämt, Und die ' Parteien der bisherigen Me8153i7“311«'rding§ aa-F-WlKÖli-Ö ank die Ochbeiziebung von Wählern angewis'kn, MW? im &!"th Wablgange nicbt erschienen smd und die Psiirik ch A::xikarnUs verworfen. Aber dercn gießt es, wie der VökglkiÖ dsr stmnlizen Waklbctheiligung mit der vorigen zeigt, Zinc skk'r MF:; Il,;;;k[

Und an einer anderen STM bemerkx dassekbe Blatt:

.Die ReiÖFlangvczblen baken 371.5 i.". eimer Zsit tiefsten Friedens voÜzogen, jcds_nf_a11§ i1t die ijekMsktémmung ein ?Urcksckzlagender Zug im europaiWen chen 82-5 ÜNYJUÖÜckJ [mk di: [eichdon Persön- ltchkeiken (![lkk Länökr haben 17:11 xvtcksrbolt Un? 536.3) ücklicb bemüht, Vertrau-cn in die_ Dawer kisseH erkrankÖren ZUÜIUTLI i;! srwecken. Man hätte dknksn Jollen, dgß eins 19131“. Gestaltung, der auzwärtigen Lage in der Wäb_ler!chaxt einc srLUTiJeIlsxsrksx-mun-z finrxn mxxÖkstdin den Wahlen ank dée LMS oder d'r? 377.82“; Wsise ein 211157531? :sr Dank- barkeit für_da§ mit so groésm =§57é3€ck und so un321§xs*.§tcr Mühe gerenete kmtbake (IU! ch Frirkxxé 5,151 Vorscbcm koman fonte. Abe] gerade das Gkgentch i!": ksr 57311 .;?we'Hx'; rcr sxixkxkrige Vsr- [aus der Wahlen hat 1759 am *"ÖZMM .exe" kx.“ Pzrtc'kcmbination gcricbtet. welcbe k“?! Rögisrxxnz ki; Mixtxl bcwéUigtx, 1111 dcnsn diese ißrkr erfolgreichen auxwärtigan Pslxxik erst KUK up.? Nzckzkruck zu verleihen vermoÖt kat.

Dankbarkeit giebt c§111::'7ch:: »“:skamnxli-Ib in T*?! Polixik nicht, und wer diese crwartst, bzt fick) MO km:“ vsrrscbmt. *.*!bcr um:; ist avs Skike unscrcr ©?g112r no-É MLU! gsxangen: mn 17-5.) ken Angriff ge,)en dic_KartsÜmcbrbejt xxx": 15icktxu mackosn, kat man es am hcjten «Funden, es MILL"; :x: [TUZUCW Daß ck:- sims: energi- 1chen _ZU1ammsnpackung kcxxxésr K.“;t't kskurkx batte, um den Gegvern bmÜn-glié; :eryn'rcn un: ?ck Freunde zu gleichem Tbgn amÉ-W ' T.);U gickx ker Augenblick eine sebr panends JW:: ... Ten Einerxck, den der bisherige Verlanf k.“: ?:“écn WQÖWN in Frankreich bxrvorgsrusen bat, ck51..:: Sikk ?.Neidunx, Unssrcr'" YUiser Cor- rexpondenten. .Di? BEZIRK, "O beißr 62? Ta, „feiern in allen Tonartcn :?.“ „.'r:":c Nicksrxaxx .“sr deutschen Regierung und vrxrkszciem ksn Zusamxnenkturz des -Dcntschen Reich:?“ T:? *.*"! 5553! ein [“Ist kinkisch.s Beginnen, denn*'die Sjäxke u:“:k T::er-a'tjzkcir w:- D-éUWÖé-L Reiches hat mit tem Aus:.“xÜ 6471-5- (:x-.;.lxxcxx WablzarxgaxT :;ur sebr ent- fernte Bezikkungen. AZ:: "'-.';r Die Gestaltam Uwserer inter- nat-onalen Verbäll!“.i'"': Z:: T€.: Tl-xückt, w:» rxe anderen NatZOnen VIU seinxri * .". ;"cfestigung kaksn, Doch ein? immerhin bkacbxenswertbe BM - Friedliche Gsünxnyzsn werden bei unsren NaÖbarsx: i:: . “**:: W;!"t leichter Bcken behalten, wenn

x

die (Gefahr, die axé *:...31 ;_crjcdensbruch: erwächst, ihnen recht kräftig wor Augen steht ux. **:: (ck 7155! mit falscbsn Hoffnux'gen auf innere Schwäche des Tex; “.',-. Neicbs schm2icheln. Jede Minderung des Ansebens von Tau, 1137: im Auslank kann nur den Feinden des

europäiscbkn Frisrcx-x- 5.1 Gute kommen."

Der „Schwxdxéckxs Merkur“ schreibt:

.Es ist lciker :Zér-I- EMH, was der 20. Fekruar 1890 gebracht da?. Gegen kon "21 FM» 1887 ist ein Ruckschlaa eingetreten. WNW der .Zu; :::3 jénks“, von dem während erWablvorbereitung 70 viel die Re:. xrxr. witklicb fck geltc-d machte _ und eingetrstsn _, so hat er die Muffen viel Mix.: lach dicker Rickrung fortgeri en, als die k!";öÖkITéf'. die mit dem Schlagworte so sei st- befriedigt srixim Ti.“ Arbeit ker Temrkratie bat sicb als richtige Vorarbeit fÜr kk.“ Zxx-ialkeu-lokratie erwieskx; kie Warnung der Ein- ficbtigen bisrrvr i'": [circr „10:1: bégrünker 3277212". Es wäre aber ein schlechter Trxé, Mn :rir erwa Angc-fikots rer scblimmen Lage des F rei- sinns _ kuk; ';.“i"ric1§w:i"e ra§ Wablcrgebniß in Berlin _ uns über die sozialistikécn Ziege kerukigen wcÜtan. Wenn die bürgerliche Demo- kratie Unéukkalxkam unter den Schlägen rkr radikalen Demokratie, der sozéal:":i"ck€n, rcu1 Ende cntgcgengckt, sc) vers ärfen fich nur die Ge,.(xxsäké an: die Gkbkr emes gewaltxamen usammenstoßes rückt näher. Daray? ée*lkzt nickt, daß die bürgxrlicbe Demokratie in ibrcm kümmerliéxcn Reste mm m erhalten ist, ?ondern fie muß den Stankrunxr 3:54:85, von dem aus es nur noch bergab weiter sekt, éés muß 17:5 cmkcblicßen, mit den übrigen bürgerlichen Parteicxx §u*';mmex15uarbeitc: zur Erhaltunz des Staats. Schon die StiÖwaölcn werrca dazu Gelegenbsit bieten.“

Die „Freizinnjge ZeYyng“ will _von derartigen Mahnungen, das bxr _den Stichwahlen dre bürgerlichen Parteiex:_gegen dre Sozmldemokratte zusammenstehen sonen, nichts MUM: _

.Nur kéén_ fal1che§ Mitleid jetzt mit den KatteUparteien, keine lokale und rcr'önliM Rückficbxnahme. Auch bei den Stichwahlen gilt es", ch Theorie vom kletrzeren Uebel voll und ganz zum Ausdruck zu kringen. Je mehr xxe freifinnigx Partei der Mitte des Rcécbstagck- ;urückt, dexto mebr fallt fie ausjcblaggebend mit in das Gcaiér, Zxrax ist di- Kartellmebrbeit zerstört, aber damit noch nicht eine Mekrkurx für Linx Heitere Lebensmittelvertbeuerung und für eine Verlänzsrax'g ZH S_onaltstengeseßes auZZeschloffen. Beides kann nur (“NÖ wcéters S_Öwachung der rechten Heike des Reichstages bei den Snch:raolen erzielt werden.“

Die ultramontane „_Schles_ische ,VolkSzeitung“ ist dagegsn andexer Anficht, mde_m ne speziell mit Bezug auf die Sttchwahlen m Breslau schretbt:

„EZ tritt nunqxebr die dringende Pflicht an die biefigen Parteien heran, mb gegen dte Sozialdemokratie zu vereini en _ aber ehrlich! Scwyhl_ das_Kartell als der Freéfinn müssen ür ihre Kandidaten gkßcn'klt1g bts ayf dxn legten Mann eintreten. Das Centrum 7er bctde Parteien tm Kampfe gegen die Sozialdemokratie unter- maxm.“

Hierzu bemerkt die „Schlesische eitun “:

_.Wir freuen uns dieser offenen Zusage.ZEs liegts njcht der ge- ringjtx Grund v_or. an _der „Ehrlichkeit' und an dem Ernste dieser Parteien 47 zweifeln, mit welchem fie alle ihre Kräfte in der Stich- kyabl aufbtexen wollen, _um in beidén Wahlkreisen die sozialdcmokxa. tt_scben Kandthaten zu_ sturzen. Von der freifinnjgen Partei liegt eine o_sfizkeUe Erklarung uber i_bre_§alsung in der Stichwahl zwar noch )"" mcbt Wk- doch s'm_d Mk U erzeugt, daß dieselbe, ebenso wenig als daß Karkcll, dix Verantwortung dafür wird tragen woÜen und konnen, das; 111 Breslau zwei Sozialdemokraten gewählt.

das ist 1851 zkrck'"6110§

werden. Der Kampf wird kein leichter sein, denn die Stimmen- zahl der_sozialdemokratischen Kandidaten übersteigt bedeutend die ihrer