1890 / 52 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 26 Feb 1890 18:00:01 GMT) scan diff

"Antrag gerichtet: Dieselbe wolle mitHerslellung folgender

. das Einverständnis; erklären, und

lichen Hoheiten der Erbgroßherzog und die Erbgroß-

7 'Zpriifung vorzulegenden Nachweisen beizufügen sind.

en u wollen erklärt haben, gleichzei' die Ginladu las Berzlimr Konferenz angenommen haben bei dieser Laß? Sache dem ihm Seitens der deutsäzen Regierung gx ßerten, übrigens von anderen Regierungen getheilten Wunsche Rechnunxx getra en und für einmal darauf verzichtet, seiner Initiative eme w tere Folge zu geben.“

- Der General-Lieytenani Freiherr von T ro schke, Abtheilungs-Chef m_i Kriegs-Mmisierium und Retnoann- speckkeur, hat eme Dienstreise angetreten.

__"- S. M. Krenzer-Korpette ,Irene“, Kommandant Kapitan u_r See Prinz einricß von Preußen, König- liche H9 eit, isi am 25. ebruar er. von Malta aus nach Neapel in See gegangen.

_ In der Ersten und Zweiten Beilage zur heuti en Num_mer des „Y_Xceichs- und Staats-Anzeigers“ wird das nßch amtlichen Ermittelungen festyestellte Eraebniß der am Y.? “(Zeit?tuar vollzogenen Wah en zum Reichstage ver-

n 1 .

Saajseu. „DWSUSU- 25- FLerar. (Dr. Iourn.) Se. Königliche Hoheit der Prinz Georg, Herzo zu Sachsen, ist heute Morgen _von Arco wreder hier eingetro en.

_ Die Zweite Kammer erledigte heute die Kapitel 42 bis 52a des Abschnltts 13" des ordentlichen Staats- haushaitß-Etats, Departement des nnern betreffend, und bewrlligte de_m Antrage der inanz- putation & ent- sprechend_ sämmtliche Kapitel "a, der Regierungßvorlage mit wenigen, mit der StaatSregierung vereinbarten Aende- rungen. Eine Petition der Vorstände der Berufs- Jenoisenschaften mrt auf das Königreich Sachsen

eschranktem Gebiet um Zulassung 1 rer Beamten zu der aus Kap. 45 )(111 geförderten Penßons affe für landwirthschaft- liche Beamte und Lehrer wurde zur Erwägung, eine solche der Grundbesitzer der Pegauer Pflege, Regulirung des Wasserla_ufs der Elfter m _dortiger Gegend betreffend, zur Kenntnißnahine der “StaatSregzerung überwiesen.

-- Die Regierung hat an die Ständeversammlung den

Eisenbahnen, und zwar &. e_iner normalspurigen Eisenbahn von Waldheim iiber Geringswalde nach Nochliß, b. einer_ schmalspurigen Eisenbahn von Saupersdorf nach Wilzschhaus, 0. einer schmalspurigen Eisenbahn vgn Herrnhut nach Bernstadt, . einer normal- spurigen Eisenbahn von Schönberg nach Hirschberg, _ _ die_ zur Herstellung der vorstehend genannten Bahnen erforderlichen Summen, und zwar: u a. im Betrage von 2849000 5/76, zu b. im Betrage von 2 61000 „16, zu 0. im Betrage von 989000 „;ck, zu a. im Betrage _von 1 900000 „E, sowie für den Umbau der Station Erlau die Summe von 225000 „M bewilligen und diese sämmtlichen Beträge nachträglich in den außerordentlichen Staatshaushalts-Etat einstellen.

Württemberg. S t u t t g a r t , 25. eFebruar. (Sr-A. f. W.) Se. Königliche Hoheit der Prinz ilhelm ist gestern * Mittag von Potsdam hierher zurückgekehrt. eute begeht ' Höchstderselbe die Feier seines 42. Geburts estes, aus welchem Anlaß zahlreiche Einschreibungen im Wilhelms-Palast ,Z'erfolgten. ' Baden. KarlSruhe, 24. Februar. Ihre König- ?exzogin, Höchstmelche vorgestern zum Besuch bei den Groß- erxoglichen Herrschaften hier eingetroffen waren, kehrten heute chmittag nach Freiburg zurück. ,;;_-,._- Nachdem seit Beginn des Winter:Semesters 1889/90 an “den Universitäten zu Heidelberg und zu Freiburg 'uriftische Seminarien eingerichtet sind, wird im „Staats- nzeiger“ darauf hingewiesen, daß im Interesse der wissen- schaftlichen Ausbildung der Rechtskundidaten auf die fleißige ,“ "Theilnahme an den seminaristischen Uebungen besonderer '- Werth ele t und angeordnet wird, daß die über den Besuch .der-juritis en Seminarien aUSgefteÜten Zeugniss e jeweils ..den-Behufs Zulassung zur ersten juristischen Staats-

- * Die _ Z w eite K am m e r genehmigte in ihrer eutigen --„S_ißung m namentlicher Abstimmung einstimmig dem ntrage der * Budgetkommission gemäß die Vorlage, betreffend die

* ._Fd-rterhebung der Steuern in den Monaten De- ' 1. Ymber, Ianuar un d Februar, sodann nach längerer ebatte den Gesetzentwurf, betreffend die Erbauung

einer Nebenbahn von GernSbach nach Weisenbach.

Hessen. Darmstadt, 25. Februar. (Darmst. Ztg.) Se. Königliche Hoheit der _Großherzog und Ihre GroßherzoJchiche Hoheit die Prinzessin Alix gedenken Malta am 2. ärz zu verlassen, bis zum 5. März in Neapel, bis zum 8. März in Rom zu verweilen und am 10. März in Darmstadt wieder einzutreffen.

Die Zweite Kammer der Stände tritt am Dienstag, den 4. März, zu ihrer 38. Sißung zusammen.

Oefterreich-Ungarn. Wien, 25. Februar. (W. T. B.) DasAbgeordnetenhaus beschloß heute, dieBesteuerung des T_otalisators au_f Nennnläsen von 3 auf 5 Proz. zu erhohen und die Regierung auszufordern, den Totalisator m den _Sattelraum zu verlegen und das Geschäft der Buch- macher m angeme ener Weise zu beÉeuern.

Budapest, 5. Februar. (W. „V.) Das Unterhaus begann gestern die Berathung des Bud etgeseßes, welche voransstchtlich acht Ta e in Anspruch ne men dürfte.

n der heutigen Sißung ver angte die Opposition, der Prä-

dent folie eine gegen den oppositioneüen Redner Abranye wegen unparlamentarischer AusfäUe gegen den Minister- rä- fidenten ausZesprochene Rüge zurücknehmen. Der Präsi ent verweigerte dies, worauf lärmendes, minutenlanges Toben die Verhandlung unterbrach.

Frnukreich. Paris, 25. Februar. D_eputirtenkammer genehmigte in der heutige ung mit__277 gegen 236 Stimmen eine Abänderung der Ge- schnftSprdnung der Kammer, nach welcher es fortan ulaffig ift Deputirte, welche den Anordnungen des Prä-

denten Éehorsam verweigern, während 30 Sißungen aus; l_lschllsßen- Déroulbde hatte gegen diese Abänderung rote-iirt wegen_ _der beständigen Gefahr eines Mißbrauchs urch die Majoritcit. '

(W. T. B. Die n His

Ausschuß der Sozialdemokraten in Berlin ab-

an en:

geg .Sie in Paris zum internationalen KonYrueß behufs Vorbereitung der Kundgebung am 1. Mai für den Acht ndentag versammelten Bürger-Delegirten entsenden den deutschen Sozialisten ibren brüder- licben Gruß und den AUSdruck ihrer Freude uber den be- w und ernSwürdigen Sieg der deutschen Sozialisten. Der Vorsißende: anill ant. ' _

talieu. Rom, 26 Februar. (W. T. B.) Der Pap emyfing gestern anläßlich _des Jahrestages seiner Thronbesteigung die diplomatischen Vertreter, darunter auch den preußikckzen Gesandten von Schlozer, und nahm deren Glückwün che entgegen. _ _ _ _

Die „Agenzia Stefani“ veröffentlicht eme Note, in welcher die Nachricht eines neapolitanischen Blattes, _daß König Me elik eine Protesrnote _geg_en talien an die Mäch e gerichtet habe, für unrichtig er lärt wnd. Die Nachricht sei augenscheinlich dadurch _veranlaßt, daß König Menelik seine Thronbesteikgung den Mächten direkt angezeigt habe, weil er damals einen pffiziellen Vertreter Italiens ur Sei'e gehabt habe. Die italienische Regierung habe unter * erückfichtigung der damaligen Verhältnisse erklärt, daß künftig- hin derartige Mittheilungen gemäß der von König Menelik ein egangenen Verpflichtungen nur durch VermUtlung der im ienischen Regierung erfolgen konnten.

Spanien. Madrid, 25. Februar. (W. T._B.) Der General Chinchilla wurde zum General-Kapitän von Cuba ernannt.

Griechenland. Athen, 25. Februar. (W_. T. _B.) Der Kronprinz von Italien stattete dem Könige seinen Besuch ab und empfing den Gegenbesuch Sr. Majestät- sowie den Besuch des Kronprinzen und des_Prinzen Georg. Se. Königliche Hoheit dinirte im Königlichen Schlose. Der Zördiig verlieh dem Kronprinzen den Groß=Cordon des Erlöser-

r ens.

Amerika. Vereini te Staaten. Washington, 25. Februar. (W. T. B. Der Finanzausschuß des Senats befürworiet die Vorlage, welche den Schaß1ekretär zum Ankauf von Gold- und Silberbarren und zur Angabe von Schaßnoten Vehufs Bezahlung derselben er- tigt.

Harold Sewell ist zum (Heneral-Konsul in Apia ernannt worden.

Parlamentarische Nachrichtem

In der heutigen (17.) Sißung des auses der Ab- eordneten, welcher der Minister des nnern Herrfurth eiwohnte, stand auf der TageSordnung an erster Stelle die

Fortseßung der zweiten Berathung des Entwurfs des Staatshaushalts-Etats für 1890/91 und zwar des Etats „Ministerium des Innern“.

Von den dauernden Ausxaaben wurden Kap. 83 Tit. 2-12, sowie die Kap. 84-89 ohne Debatte bewilligt.

Bei Kap. 90 „Landräthiiche Behörden“ und zwar bei Tit. 8 „Dienstauswands = Entschädigungen für die Land- räthe“ brachte Abg. von Meyer (Arnswalde) Bedenken gegen die Pauschalirung der PortoaUSgaben der Landräthe vor.

Der Regierungskommiffar, Geheime Ober-RegierungS-Rath Haas e erklärte es für voliständig gerechtfertigt, den Land- räthen, _wie für sonstige Dienstaufwendungen, auch fiir die Portokosten ein Pauschquantum zu gewähren.

Das Kap. 90 wurde bewilligt.

Bei Kap. 91 „Polizeiverwaltung“ und zwar bei Tit, 1 „PolizeiWräfidium in Berlin“ beschwerte sich der Abg. Goldschmidt darüber, daß fiir_das Gesuch bezw. die Er- Zeilung der Genehmigun des Geiuches zur Anbringung oder

eränderung von Firmen chtidern u. s. m. eine Stempelgebühr von 1,50 «il: erhoben werde.

_ Der Minister des Innern, Herrfurth, erklärte, daß diese Gebühr auf einem Reglement von 1867 beruhte, seit August 1889 aber abgeschafft sei.

Abg. Meßner bat um Erhöhung des Wohnungszzeld- zuschuffes fiir die Schu leute.

Der Minister des nnern, Herrfurth, hofft, daß diese Yufbefferung schon in dem Nachtrags-Etat werde erfolgen nnen. Tit. 1. wurde bewiÜigt, ebenso ohne Debatte der Rest des Kap. 91, die Kap. 92 und 93, Bei Kap. 94 „Landgendnrmerie“ empfahl der Abg. von Meyer (Arnswalde) eine Vermehrung der Gendarmen und eine erhebliche Gehaltsaufbefferuna fiir dieselben. Die Sicher: heit des Landes erfordere dies. Es fingen auch bereits die Be- werber fiir die vorhandenen Stellen zu fehlen an. Der Minister des_Innern, Herrfurth, gab u, daß die Gendarmerie zu wem zahlreich und zu schlecht esoldet sei. Das franzosische ?stem _ __größerer Konzentration der Gendarmerie würde ich vie eicht em fehlen, damit die Gendarmen erforderlichen Yaüs in erh_e licherer Zahl Ver- wendung finden könnten. uch die Einführung von Doppel- patrouillen wäre wünschenswert . Aba. Meisner beklagte, die Gendarmen von der militärischen Behdrde,_ der sie _unterstellt seien, unwürdig be- handelt, namentlich vielfach mit Arresisirafen belegt würden, Der Minister des Innern, errfurxh, bemerkte, daß von einer unwürdigenBehandlung im Allgemeinen keine Rede sein könne; gegen verein elte Mißgriffe würde auf Beschwerde Ab- hülfe geschaffen wer en. Die Avgg. _Dr. Langerhans und von Oerßcn (Jüter- bog) sprachen sich fiir die Aufbesserung der Gehälter der Gendarmen aus. Leßterer namentlich fiir die der Ober- Wachtmeister. Der Mini er des Innern, Herrfnrth, meinte, daß die Gehälter der ber-Wachtmeisier schon in dem Nachtrags=Etat erhöht werden würden. _

Das Kap. 94 wurde bewilligt, ebenso ohne Debatte

K

. 95. ap Kei Kap. 966 ,StrafaÉLtaZZs-VemsaltuanÉ_bath der Abg. Dr. ropat pe um ung er ' tge äter d Strafanstalts- 5 “31:5 von 2103 (“3 auf 2500 „n. er Das Kap. 5 wurde Lenehmigt, _ebenso ohne Debatte der Rest der laufenden Ausga en und die einmali en AUSgaben. Es folgte die Berathung des Antrages der bgg. Berger

, Das nachstehende Telegramm in französischer Spra e ist, _ .* 'der„Köln.Ztg.“zufolge, gestern an den parlamentarFchen

nisses auf Kosten der weniger Einzelkenntniffe und me Können ist die Losung.

stimmt. Im Religionöunterricbt Pflege des sittlichen

Der Antrag lautet: Das Hausdtr Abxordneten wolle besibließen: x_ie Kömglicbe taalöregierung aufmford baldigß auf die Beseitigung der fiskalischen Brückmzöiie, nötbigen alls im Wege der Geseßgebung, Bedacht zu nehmen.

Der Y_bg. Olzem befürwortete als Mitautr eller den Antrag mit dem Fiume“, daß es seiner Zeit der Ju fertigung der Chan eegelder nur ein Versehen des Abgeord- netenZauses gewesen _sei, nicht auch die Vrückenzöile zu erwähnen. Die türken lle _iseien eine lästige Steuer und träfen vielfach gerade die rbeiiker. Der Antrag könnte in der Budget- kommisfion vor eprüft werden.

Regierungs onimiffar Geheimer Ober-Finanz-Ratb L e hn er t behielt sich die weitere Erörterung des Antrags für die Budget- kommisfion vor. _

Ab ._Stößel mies darauf hin, daß die Brückenzölle hauptsä [iZ von den Arbeitern getragen würden.

Abg. ohs_ hielt die allgemeine Aufhebung der Brücken- ZH"; für bedenklich, fie wiirde die Anlage neuer Brücken ver-

m ern.

L_lbg. Bödiker ob hervor, daß die Aufhebung aller“ fiskalischen Brückenzö e auch die Aufhebung der von den KZYmunalverbänden erhobenen Brückenzölle zur Folge haben. m e.

_ _Der Antrag -wurde hierauf der Budgetkommission über- wie en.

Es folgte die Berathung des Antrages der Abgg. von Eynern und Olzem, betreffend die Uebernahme städtischer und sonstiger Kriegsschulden auf Staatsfonds.

Der Antrag lautet:

Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen:

Die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, die Uebernahme der aus dem Jahre 3180? bertübrenden Kriegs- restschuld der Stadt Königsberg, sowie der übrigen aus dem fran- zösischen Kriege berrübrenden KriegSrestscbulden, namentlich der

Niederlaufiß, Neumark und Kurmark, auf Staatsfonds in Erwägung zu nehmen,

Abg. Olzem machte fiir den Antrag geltend, daß die Stadt Köni sberg 1807 besonders hart mitgenommen worden sei und da der Staat die Schulden, welche die Provinz in quge des Krieges_ aufgenommen habe, übernommen habe.

dnigsberg habe dieOpfer nicht für fich, sondern im Interesse des Landes gebracht. ,

_ Abg. Dr. Krause suchte den Einwand, als ob es sich bei der Stadt Königsberg um Requisitionen, deren Nacht eile ]eder_E1nzelne selbst zu tragen habe, und nicht um on- tributionen handele zu widerlegen.

_ Abg._ von _eyer (Arnswalde) empfahl den Antra m_it Rücksicht auf die Neumark, Abg. Sack mit Rücksicht au die Nieder-Laufiß.

Abg. Graf zu Limbur :Stirum machte gegen den Antrag geltend, daß durch_den elben Diejenigen benachtheili 1 werden würden, welche seiner Zeit die Kontribution bezah t haben, statt Schulden zu machen. _

Nach einem Schlußworte des Mitantragstellers Abg. vdn Eynern wurde der Antrag der Budgetkommisston iiber- wresen. (Schluß des Blattes.)

(Der Schlußbericbt über die gestrige Sißunß des Hauses der Abgeordneteri3 blefind)et fich in er Dritten ei age.

- Bei der im 5. Gumbinner Wahlbezirk (Loeßen) stalt- efundenen Ersaßwahl für den zum Verwaltungsserichts- irektor m Gumbinnen ernannten Landrath Freiherrn von

Lynker ist der Gutsbesißer Drey er in Waldhof (konservativ) mit_181_Stimmen gegen den Gutsbesitzer Wegmann zu Reußen (freifinmg), welcher 69 Stimmen erhielt, zum Mitglied des Hauses der Abgeordneten gewählt worden.

Zeitungöstimmeu.

Die „Wiesbadener Presse“ bringt olgenden Artikel Zber „ix_niser Wilhelm 11. und die rziehung der ugen : „Gleichzeitig mit dem Erlaß unseres Kaisers über die Behandlung der Soldaten tst ein anderer iiber den Unterricht in dem Kadetten-Corps veröffentlicht worden. Kaiser Wilhelm kennt aus ei ener Erfahrung den Unterricht auf unseren Gymnasien, er ivar ein Iaßr lang mit [einem erl_aucbten Bruder Heinrich Schüler des Gymnasiums in Kassel. Se 11 um- fanender, für das Wohl des Volks nach allen Seiten hin besorgter Geist hat längst erkannt, wie wicbxig, weil grundlegend, die Ausbildung der heranwachsenden Jugend für unser ganzes ö entlicbes und staatliches Leben ist, und welche Bedeutung den gro en Reformbestrebungen innewohnt, die gegenwärtig im Kampfe des Neuen gegen das her- aebracdte Asie, der Pädagogen gegen die Philologen, aue mit der Schule in Verbindung stehende Kreise beWegen. Große Fortschritte, namentlich im Elementarscbulwesen, find schon gemacht worden, in andtTren rtagxxi, besonders der höheren Schulbildung, schwebt noch e ger rei. Der Lehrplan für die Kadettenanstalien, in denen ein großer Theil des Offizier-Corvs des Heeres berangebildet wird. entspricht den Anforderungen, welgbe fur _Realgymnasien maßgebend sind. Schon nach den von Kaiser Wilhelm ]. eingeführten Reformen, nahmen die Kadettenbauser unter den Erziehungöanstalten eine hervorragende Stelle ein, indem in ihnen dem Hauptzweck jeder guten Jugendbildung, der Vereini ung von Cbarakterzucbt, Geistesübung, Wiffen und Körperp ege,. nachgestrebt wurde. Diese Aufgabe wird durch die Kabinetöordre vom 13. Februar noch weiter vertieft. Obwohl letztere zunächst nur für die Pflanz- iiäiten eines bestimmten Lebensberufes bestimmt ist, die in mancher Beziehung von den allgemeinen für keinen bestimmten Beruf vor- bildenden, die Familienerziebung in der Regel nicht erseßenden höheren Schulen wesentlich verschieden sind, so ist doch die Grundlage, aus welcher die Cinzelbeftimmungen des Erlasses hervorgehen, von einem so hohen Maße padagogischer Weisheit erfüllt, daß sie als maßgebend und vorbildlich für eine gute Iugenderziebung schlechthin bezeichnet werden darf. Der Kaiser verlangt vor Aliem gleichmäßiges Zusammen- wirken der körperlichen wiffenichaftlicben und religiös-sittlicben Sebulon , d. b, er will die Sebüler vor allem zu kräftigen, einsichtigen un (barakterfesien Männern herangebildet haben. Um das Ziel zu er- reichen, soll von der Lebraufgéibe jede entbehrlicbe Einzelheit aus- geschieden und der Memorirsto , die Gedächtnißübungen, gründlich gesichert werden. .Was der Unterricht hierdurch an Ausvebnung ver- liert, wird er an Gründlichkeit ewinnen'. In diesem muster iilti en Saße wird jede einseitiÉe S ulung des Verstandes und edä t- ildun des ganzen Menschen verworfen; ß: Bildung, weniger Wissen und mehr

Hiernach“ ist die Handhabung der einzelnen LebraeantärZse be- ewu :

Witten und Genossen, bEtreffend die B es eit i un d ZiSkalZschen Brückenzölle. g 9 er

Geschiebtö- und Erdkundenunte

Anhalten zur Strenge gegenrksicb und zur Duldun ge en andere„lki!rsti cbt Pflege desSinnes ?ür b storischesröße

. Schattenseiten

“,.-7“ und idenibum. fkr WBUerland.Würdigung der eimatb und Verständ- nis x.dao Ausland, im Sprachunterricht: vor A em Bebenstbuna der Muttersprache und Anleivmg zum praktischen Gebrauche neuerer Fremd racben, weniaer Grammatik und Formelwesen als Kenntniß des nei en _ i der Kulturvölker - das ist das Rüstzeug. das der Kaiser von Oden ögiingen verlangt, damit sie im Leben mit Pflichttreue und in E ren ihren Mann zu sieben lernen.

Preußen ist i'm Gebiete der quendbilduug von jeher voranae-

en und erfreut sich einer Unterrichtsverwaltuna. welche mit allen WW umfiibiizßvbesttebt ist, in den großen Schulrefocmfragen an der Spitze der lturstaaten zu bleiben. Mit Dankbarkeit blickt die Nation zum Throne unseres Kaisers auf, wo in bocbberziger Er- kenntniß die Fürsorge waltet, daß das junge Geschlecht zu Gottes- fur?t,_ wahrer Bildung und praktischer Lebenstüibtigkeit erzogen wer e.

Die „Ma deburgische Zeitung“ weist auf den großen uwachs_ der ozialdemokratischen Stimmen hin und ührt weiter aus:

„Es ist wobl sicher anzunehmen, daß nur ein kleiner Bruibibeil dieser Wabler (welche für sozialdemokratische Kandidaten gestimmt haben) Sozialdemokraten im radikalsten Sinne des Wortes find. Wöbék kommt es aber, daß außer Letzteren so ungeheuer viele, auch anständige und zum Theil beffer situirte Arbeiter und Handwerker ibre Stimmen dem sozialistischen Kandidaten geben? _ L_)iese Thatsache laßt sie!) nur aus dem Umstande_ _ erklaren. daß diese Leute zum weit größten Theile politisch nicht reif sind. Ihnen mangelt das Verständniß für die großen Aufgaben des Vaterlandes. Ihr Blick reicht in politischer Bezixbuns "icht über die materieÜen Interessen des bürgerlichen und staatlichen Lebens hinaus. Deshalb schenken sie vor Allem den Stimmen Beachtung, die ihnen in dieser Hinsicht die gr tmöglicbe Verbesserung ihrer Lage vor- reden. In Folge dessen erhalten e sämmtliche politische Belehrung VM soziaidemokxaiistben Agitatoren, die ihnen ihre wabren Ziele i_tnd Be- strebungen 1ebr selten oder in einer Weise darlegen, die sie nicht ver- stehen. Zwar wird ihnen hier und da und vor allem auch vor der Wahl Gelegenheit gegeben, auch andere Ansichten zu lesen und zu Hören; doch genügen ein paar Wablreden, die _ noch dazu von gebässiaen Ausfällen gegen andere Parteien selten völlig frei sind . keineSwegs, um dem „Arbeiter _ und Hand- werker ein Verständnis; für das große Ganze, fur das wirkliche Wohl des Vaterlandes und damit aller Volksklaffen zu verschaffen. Dazu bedarf es jahrelanger Belehrung" und _jahrelanger §1_lrbeit„ _Es ist nun die heilige Pflicht des Deutschen Burgertbume, diese Arbeir mit aller Kraft und Energie aufzunehmen.. Die Kluft zwischen den OrdnungSparteien und den radikalen Sozialdemokraten ist allerdings unüberbrückbar; zwischen dem Burgertbum und dem verftändigen Arbeiter jedoch muß ein __Weg gefqnden werden, der geeignet ist, die vorbandencn Gegensaße auSzuglexxben. Mögen sich deshalb vor Allem an den großen Industrteplatzen nationalgesinnte Männer obne Unterschied der _Parteisteliung zusammen- tbun und das Werk frisch und tbatkräfttg in Angriff nehmen Sollte auch der Anfang skaer und wohl auch vielfgck) mit persönlichen Unbequemlicbkeiten verbunden sein, sz) moge man sich dadurch nicht zurücksibrecken laffen. Ist erst ein kleiner An: fang gemacht, sind erst kleine Erfolge erzielt, so werden bald Taiz- sende von verständigen Arbeitern die Fahne der Sozialdemokrane verlassen. Unser trefflicber Kaiser sucht durch die Arbe1_terschuvgesxß- gebung die Gesundheit und Kraft des Arbeiters zu starken. Mone das deutsche Bürgertbum dem erhabenen Beispiel folgen dadurch, daß es dem Arbeiter eine höhere geistige Bildung und vor Allem _em besseres Versiändniß für die politischen Aufgaben des Vaterlandes uberinittelt. Wird beides, Arbeiterschußgeseßgebung und Förderung _des p_olitiscben Versiändniffes der Arbeiter durcb Arbeiterbildungßvereme, m rechter Weise zur Ausführung gebracht, so dürfte bis zu ,den nachsten Wahlen der Sozialdemokratie ein großer Theil des Bodens entzogen sem.“

Anläßlich des Wahlresultats schreibt die „Deutsche volkswirthschaftliche Correspondenz“:

.Was denjenigen Theil der Wähler anbelangt, d_er, obne zur bartgesottenen Opposition zu gehören, nur einem aligemeinen Gefühle des Mißbebaßens folgte und seine Stimme gegen die_ nationalen Yarteien abga , so möchten wir gerade diesem Theil die folgenden

rwä ungcn empfehlen. _ _ as deutxche Volk - daran werden unsere Malkontenten nichts ändern - dar stolz sein auf die politische und wirtbs_chaft- liche Stellung, zu welcher uns die Weisheit seiner Kaiser und der Arm seines Kanzlers vcrboifen haben. Was will denn_ nun unsere Olposiiion? Dock) nichts Anderes, als von nun an die machttgen _und be [samen Pläne , welche auf eine größere Macht, auf emen höheren Aufschwung des Reichs binaUslaufen, lahm legen. _Der Kriegéruf: „Nieder mit dem Katte__ll' bedeutet doch nichts Anderes als den Entschluß, eine Majoritat zu zerstören, .die brsber den politischen, mehr noch den wirtbschaftli_cben Ausbau des Reiches gefördert hat; er bedeutet den Kampf bis aufs Blut gegen alle jene Pläne und Handlungen, die bisber_ zum Nutzen des esammten Wohles aus eschlagen, und das in_ einer Zeit, wo aile andelSnationen eifersü tig zu uns berüberblicken, urn uns zuvor- zukommen, wo jeder Tag, jede Stunde wichiig, jaentscbetdend geworden sind. Man bekämpft mi: alien Mitteln eine Regierung, __die, wie keine ziveite, Voll und redlich bestrebt gcrvesen, alle jene Schaden und die sozialen Folgen zu heilen, die _Anaesicbts des gewaltigen und rapiden Aufschwungs der Verhältnisse in Deutschland geradezu unber- meidlicb genannt werden müffen. Und die Mittel, mit denen diese große Opposition arbeitet? Nun, sie sind einfcxcber Natur. In keinem Lande der Welt haben es die regierungsfeindlicben Parteien so sehr verstanden, wie in Deutschland, selbst die kleinsten aufzusuchen, ja Licbtsenen in Schattenseiten zu „verkehren, um AÜes, was die RegicrunF plani und tbut, zu verdunkeln, um ane zur Beurtheilun? großer ragen mkompetenten Brucbtbeile der Nation in eine feind iche Stitzimung zu _versxven gegen eben die nämliche Regierung, welche unablasfig und mit einem Wohlwollen und einer Fürsorge sondergleicben bestrebt ist, jedweden Stand im Reich zu schützen und zu pfiegcn, ibn vor der Erdruckung durcb übermacbtige Elemente zu bewahren.

Das neue Deutsche Reich ist in unglaublich kurzer Zeit an die Spiye der Nationen gelangt; uns graut vor dem Gedanken, daß sich unsere Feinde zusammenanen, um mit Ausdauer und Emsigkeit an der Zerstörung unserer röße zu arbeiten, sobald sie vermutben, daß dem eigenen Volk die Unterscheidungßgabe, wem es folgen some, ab- banden gekommen ist.“

Das „Deutsche Tagebiatt“ |ellt die Urtheile einiger ausländis r Zeitungen iiber die deutschen Wahlen zusammen; wir entne men daraus Fol endes: _ _

„Von den englischen lättern „bemerken die „Times : Es ist zu bedauern, daß gerade die Nationzillrberalen,welche Vaterlands- mit Reformiiebe vereinen, mehr als alle ubrigen Parteien gelitten baden. Uebrigens kann die Regierung den Reichstag genugsam kontroliren, daß er nicht zu einem Redeklub ausarte.

Der . Standard“ meint, das Centrum sei unversehrt geblieben und könne zwischen den Zarieien den Ausschlag ae_ben beziehentltcb Bedingungen stellen. ebenfalls“ werde PiSmarcis Aufgabe. den Reichstag zu kontroliren, schwieriger als bisher sem. Gefahr fur Staat und Geselisckpaft sei aber nicht vorhanden, weil die Reichstags- absiimmungen o ne Genehmigung der Re ierung werthlos seien und weil das Haus obenonern festen a abe. __

Die „Morning Post“ spr cbt ebenfalls uber_den Zuwachs der Sozialisten, seht jedoch hinzu, daß derselbe mehr in den gro en Städten wie in den eigentlichen Arbeitirdistrikten vorgekommen ei. In Essen und Dortmund sei die Sozialdemokratie sogar geschlagen worden.

Der .Globe“ meint: man solle nicht vergessen, daß Deutsch- land wobl parlamentarische Institutionen angenommen bat, daß aber daselbü nicht wie in England Parteipolitik getrieben wird. Die Nr-

gieruu habe sich nicht allein ibr Veto vorbebalten. sondem aucb wiederßolt "*gezW, daß sie dasselbe einzulegen verstehe.

In den iener Organen koazmen sebr verschiedene An- schauungen zum Ausdruck. Nur darin stimmen alle Blätter iiberein, daß das Resoltat kein erfreuliibes sei. _Die Arbeiterblätter feiern die Wablerfol : der deutscben Sozialisten m schwungvollen Artikeln und blicken it ! boffnunasfreudig in die Zukunft. Das ultrazantane „Vaterland“ meint, daß, wenn nicht energisch soziqlreformatorncb vdr- gegangen wird nach und nacb selbst __ die katholischen Arbeiter ms sozialdemokcatiscbe Lager übergeben wurden.

Die italienischen Blätter weisen niit Er*:iaunen auf das koloffale Anwachsen des Sozialiömus bin. Die vatik.anischeY_1'effe ist von den Erfolgen des Centrums geradezu begeistert. Der „5 oniteur de Rome“ erklart, das Centrum, welches seine aite glorreiche Position zurückerobert, stebe beute ?länzender und mächtiger da als je und sei zum ausschlaggebenden Fa tor des arlaments _geworden. _

In die russischen Blätter it eine richtige Zeicrtagéstimmunß.

wie : sonst um diese Zeit einzutreten pflegte, in olge der deutschen Rei stagéwablen nicbt eingezogen, Fast in jedem '_ latte befinden sich mehr oder weniger ausführliche Betrachtungen uber die „außer- ordentlich wichtige Bedeutun ' dieser Wablen_, welcbe ihnen die „Now. Mr.“ und die . owosti“ zus_chreiben. Diese Wahlen seien ein Ereigniß, dessen Folgen nicbt allem für das Haus Hobkn“ zollern, sondern auch für ganz Europa von entscheidendem Cinfluse sein werden. In Deutschland beginnt gewissermaßen - so schreibt die „Now. Wr.“ - ein Zweikampf zwischen der Staatsgewalt und dem revolutionären Soxialißmus, und wie sich auch die Stimmen unter den Vertretern der früheren Parlaments- parteicn vertbeilen mögen, bauptsächlicb_ wird es doch nur darauf ankommen, wie weit die Anbauger Kaisers Wilöxlm 11. ibren Widersachern überlegen sein_werr_en oder nicht. Die Konservativm und Nationalliberaiem die Freisinnigen und das katholische Centrum. die Polen, Dänen und Elsaß-Lotbringer werden sich in der Frage, wen die Regierung in dem Kampfe der Arbeit mit dem Kapital, der sich in den leßten Jahren so_ außerordentlich zugespiyt bat, unterstüXen foll,_ notbgedrungen in zwei entgegengeießte Gruppen Theilen" en. Die ,Nowosti“ sagen: _Alie Umstande berechtigen zu der Annahme, daß Deuschland und mit Deutschland ganz Europa gegenwärtig einen histori|chen Moment durchmacht.*

Ueber die egenwärtige Haltnng der franzoiischen Press e zu dem rojekt einer Arberterschuß-Konferenz schreibt die „Kölnische eitung“: _ _ _

.Das Unheil der französischen Presse uber die _deutscbe Em- ladung zu einer Arbeiterschuv-Konferenz beginnt allmahlich, sich etwas abzuklären, und nach ruhiger Ueberlrguug_ sagt man sich, ch? _es denn doch nicht wohl angänglici) sei, mit einem i_(broffen . ein“ z antworten. Durch eine solche Poiitik wurde man die ersinzelung Frankreichs in unerfreulicher Weise offenbar machen, man würde sicb des Einflusses auf die Beratbungen der Kon- ferenz entscblagen und endlich der einheimischen _Arberterbevölkerung gegenüber den Schein annehmen, als ob man em_er sie im _böchsten Grade berührenden Frage tbeiinabmlos egenuberstande. Mit vielen .Wenn und Aber“, mit Klagen und Vor ebalten, vorAllem aber in dr Uebetzeunung, daß aus den Beratbungen der _Konferenz doch nichts Greifbares hervorgehen würde, neist man 1eßt_ der Ansicht zu, daß Frankreich seine grundsaßlicbe Geneigtbeit audiprecben und seine Haltung im Uebrigen mit äußerster Vorsicht nach de_r der andern miteingeladenen Staaten richten solle. Man hat aber nichts weniger als Freude an der Sache und ein tiefgeWUrzeites Mißtrauen. Man vermutbet hinter der Einladung irgendwelche sebr bedenkliche An- schläge, über deren Natur man sich zwar keine Rechenschaft ablegen kann, die aber gerade deshalb um io stärker wirken.“

Statistik und Volkswirthslbast.

Kongreß deutscher Landwirtbe.

Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sivung trat die Versamm- lung, nachdem die turnusmäßig ausscheidenden 16 Ausschnßmrtglixder auf Antrag des Herrn von Sydow-Beerfelde durcb uruf wiedergewablt worden waren, in die Beratbung des zweiten unktes der Tages- ordnung: .das Genossenschaftögeseß vom 1. Mai_1889', über das die Herren Freigutsbefiyer Or. Plaßnxann-Saida und Rittmeister C. Freiherr von'Magn us-Berlin referirten. Ihre Aus- führungen gipfelten in folgendem Antrag: .Der Kongreß deutscher Landwirtbe wolle beschließen : 1) Der Kongreß de_utscber Landwirtbe erkennt in dem GenossensckvastSgeseß vom _1. Mar 1889 ein hervorragendes Mittel, das genoffenscbaftliche Prinzip m der landwirtbichaftlicben Produktion mehr als bisher mögli_ch zum Ausbau und zur Anwendung zu bringen" er steht weiter darin einen neuen staatlichen Schuß namentlich iür den mittleren und kleinen Land- wirtb, welcbe beute nur mit Hülfe der Vereinigung sicb _wirtbschaft- lich und politisch kräftig zu erhalten vermögen; er wird bestrebt sein, gerade den schwächeren Theil der Berufßgenoffen zur Yenußung der durch das in Rede siedende (Gesetz gebotenen Hulfsmittel nach Kräften zu unterstüßen. 2) In der Zulassigkett der Theil- baft bei landwirtbsckpaftlicben UnternemeMen erblickt der Kongreß deutscher Landwirthe ein sehr geeignetes ittel, auf den größeren leistungsfähigen Grundbefiß, welcher zu geschäftlichen Zwecken des ge- noffenschaftlicben Zusammenschluffes weniger bedarf, _troßdem fur die Interessen des in erster Linie auf die gcnofienscbaftlicbe Organisation angewiesenen Theiles der Berufßgenoffen mehr als bisher zu_gewmnen und hofft, daß in diesem Sinne das neue Gesetz in landwntbschaft- lieben Kreisen nicht nur voile Beachtung, sondem auch eine Anwen- dung finden möge, welche auf die Lösung der sozialen Frage gerichtet ist und zu dem wecke die Ergänzung und Stärkung der genossen- scbaftlicbm Selb tbüife durcb Staatshülse nicbt ix_iebr zurückweisi. 3) Der Kongreß Deutscher Landwirtbe begrüßt es mit Freuden, daß sich zur praktischen Einführung eines solchen Genoffenschaftswesens bereits in der „Deutschen Central-Genossenschaft' zu Berlin ein organisatoriscber Mittelpunkt gebildet bat.“ _

Nach kurzer Debatte, an der sich betbeiligten die Herren Bols- Cbarlottenburg, der gegen die Resolution sprach, weil jede Ver- genoffensibaftung in solchem Umfange schließlich nur zur Paralyse der betreffenden Kreise führen müsse, da jede freie Bewegung des Ein- zelnen aufböre, und Dr. Cunow-Frankenstein wie Direktor Schönfeldt, die die Resolution entschieden vertraten, wurde der Antrag, fur den noch der erste Vorsitzende Freiherr von Manteuffcl-Krossen und Hr. von Ploey vom Deuts en auernbund sprachen, angenommen; _

_ Den Schlu der eratbungen bildete die Verhandlung uber eine rem wissenschaft jede Frage, die ,Stickstoff-Aufnabme der Pflanzen .

Dann wurde die Versammlung, wie sie begonnen, mit einem HNL) auf Se. Majestät den Kaiser und ire verbundeten Regie- rungen geschlossen.

Vereinigung der Steuer- und Wirthscbafts-Reformer.

Die Vereinigung der Steuer- und Wirthsckoaftß-Reformer trat beute Vormittag 10 Uhr im Architektenbause zu seiner Zs. General- versImme zusammen. Graf von Mirbacb-Sorquitten begrußte die Versammlung und führte in seiner Ansprache etwa Folgendes aus: Die Lage der Landwirtbscbaft m den öst- lichen Provinzen gebe zu den ernstesten Besorgniffen _Anlabß. Zu den überaus niedrigen Preisen von 1887/88 trat die se r ige Ernte __?inzu, und der verfioffene Sommer brachte dort eine Mi, ernte, wie e wobl selten dagenusen ist. Es gelte also, in erster Ltme, auf jene Provinzen das Augenmerk zu richten. Auf dem Gebiet der Geseßgebung sei leider das Petitum des Yrogramtns der Vereinigung ".Das Recht apier eld aubzugebennebubrt allem den gesetzgebenden Faktoren des ebe. Hie Banknoxenprtvilegien sind zu beseiti en“ sei nicht in Erfüllung egangen. Erfreulich dagegen und prin-

zipiell edeutsam sei die Vorlage ü er die allgemein gesevlicbe Einführung .

- fende kräftige Maßnahmen

der Plär-c des"

von RW gütern. Redner lenkte zum Schluß die Gedanken auf die Kaiserliche Ansprache an den Staatsrat!) bei dessen Eröffnung, die mit erbabener Klarheit es zum AuSdruck brin e,

das Wohl _ des Arbeiters untrennbar sei von dem edeiben der Prodyktron. der Arbeitgeber. die ibm die Arbeitßgelexenbeit, die . Arbeitsstqtte gewabren. „Möchten die Männer im preußis en Staat!- ratb es nicht vergessen, daß ohne eine Berücksichtigung der besonderen Natur des Grundbesitzed, des ersten und bedeutsamsten Gewerbes _in“ Deutschland, der Laudwirtbscbaft, eine befriedigende und nachaltige Lösung der auf das Wohl der Arbeiter gerichteten darql'enSwertben Bestrebungen unmöglich ist und ferner, das; nur ein prästationsfäbiger, gesetzlich gegen Ueberscbuidung geschützter Grundbesitz es vermag, seiner Pflicht gegen seine Arbeiter ganz und doll zu genügen. Unser Programm ist ein soziales Programm ersten Ranges; es verlangt allerdings tiefeingrei- _ _ So Weil wir es vermögen, wollen wir an seiner Verwirklichung fortarbeiten zum Wohle unseres Vaterlandes. Was uns nachst dem Vertraucn in Gottes Fürsorge in erster Reibe Kiaft verleiht und erhebt. das ist das Gefübl der Liebe und Treue zu unserem erhabenen Katserbause Lassen Sie uns einstimmen in den - Ruf: Gott_1chüße, Gott segne unseren Kaiser! Se. Majestät Kaiser Wilhelm 11. lebe bock)!“ Dreimal stimmte die Versamm- lung begeistert in den Ruf ein.

Der erste Punkt der Tagesordnung lautet: Die landwirtb - schaftlichen Arbeiter, unter besonderer Berücksichti- gung des Rentenanteß.“ _

Der Referent, RegierungsxRaib Evert-Berlin wies dara'uf hin, daß die lqndlicbe Bevölkerung in- vielen Gegenden Dsutschlands, namentlich im Osten, durch Auswanderung, den Zug nach den Städten und durch die fehlerhafte Armengefeßgsbang in dauerndxr Abnahme begriffen sei. Der Konrrakibruch sei allgem-«in, der Sinn für Ver- ' jxagßireue wenig eniwxckelt. An Quantität und Qualijät gebe die landltcbe Bevölkerung don Jahr zu Iabr zurück. Das sei für den Stani sebr gefabiltcb, weil die großen Städte ecfabrunasmäßig nur außerst wenig brauchbare Rekruten lieferten. Die rortAusaebobenen seien meist Zugezogene o_us der Provinz. Hiernack) erscheine die Webrkraft des Staats, wenn die Wige Entwickelung andauerc, vieÜeicbt schon _in einem Menschenaiter_ ernstlich gcfäbrdci Um diese Schäden da_uernd zu beiemgen, musse der Vcrsuch gemacht werden, die Ar- beiter mehr als_ bisber m1t__ibren Interessen und Neigungen an den Boden der Heimat!“) zu feneln, inzbiondace ihnen den Erwerb eines kleinen Grundeigentbums zu erleichtern. Dieses Ziel verfolge der von der Staatsregierung Vorgelegte Renten- guis : _Gese entwurf, der beiden Theilen mancherlei Vor- jbeile biete. er _RenienMiQtige könne ohne erhebliche Anzahlung es ohne Belastung tt_nt kundbarem Kapital zu Grundbcfiß gelangen und der Rentenberechiigte _Vcrmöge fick) eine Anzahl ieizbafier Arbeiter zu _ ficbern,_dte ihn nicht in jedem NotbfaÜ im Stirb lassen, Der Staat müsse die Bestrebungen zur Sckiaffung von chtengütern tbanlicbft sör- dern, vor Allem durch Erleichterung der criocdcrlichsn RechtSakle und iurcb Be ünstigung oder _vöüigan Nachlaß bei _ richts- und temvelkosten. Wies in Allem 1ei das Institut **:" “' der Rentenaüter des Versuchs wobl. we:tb. Ziyar könne es weder “- dringenden Notbständen in den Ländlichen Arbeitsrxerbäliniffen sofort * . abbelsen, noch die gegenwärtige nnstäte Muffe der ländlichen Arbeiter in wenigen Jahren seßbaft maÖcn, aber wenn von den Millionen ländlicher Arbeiter und jüngerer Vauernsöbne alljäbrlicb n_ar wenige . Tausend der Besten unter ihnen durch Vermittelung des Instituts der Nentengüier wieder mit dem brimatblicden Boden verwachsen, dann Werde, wenn richt die gegenwärtige. doch die näckste Generation der Grundbefißer und das ;:anze Vajerland reicbe Fcü_chte von der neuen Einrichtung ernten. Ridner empfahl dam! nachticbende Resolution zur Annahme:

.Die F?r;Gkneralversammlnng der Vereinigung der Steuer- und Wirtbscbaitsrsformer woue beschließen: 1) Der Yückgang der ländlichen Arbcitrrberölkerung nach ihrer Zabl, Seßbafttgkeit, ***-_, Tüchtigkeit und Vertragkireue in vielen (Gegenden Deutsch“" “_;- lands ist eine der gefährlichsten Seiten unierer geaen- '" wärtigen wirtbschaftlich-sozialeti Entwickelung __ umfassend und nachhaltig cnigegenzutreten, nt ebenso Lebensintereffe des oanzen Staats und Volks wie der zunachst betbei!*“-i“

ligten Kreise. L)DieSchaffung kleiner Reniennüicr nach dem gegeii- wärtig von der Königlich preußischen Stagtsreqierung vou, gelegten Gesetzentwurf ist naturgemäß nicht em Ausweg, ' um dringenden Notbständen in den _ _ _ _ Lofort zu begonnen. Dagegen kann dieselbe allmahlich zu einem ebr Wertbvoilen und nachhaltigen Hülismntel dafur Werden. Es ist deshalb den Landwirtben nach Annahme des Gesetzentwurfs“ empfehlen, einzeln oder in Vereinen und Genossenschaften die Emo führung von Rentengütern zu versuchen. E5 find dabei die bei den Anfiedelungen in Posen und Westpreußen gemachten Erfahrungen in den daselbst eingeführten Normal - Rentengutsvertrag, tns-'_ besondere die Bestimmungen unter §§

zu legen. Auch ist auf vertragsmäßige Sicherung des l_etzteren egenM _ Schädigung durcb .Sacbsengängerei" des chtenpfiicbta en _u. . w.?“ß Bedacht zu nehmen. 3) Die weitere Entwtckxlzmg des ' strtuis der Renteng-üier, insbesondere die etwaige Beibeiltgung des Staats bei

initiative auf diciem Gebiete abhängen.“

Freiherr don Manteuffel beantragte, Nummer 3 der Reso- lution folgende Faffunq zu geben: „Zur Jbrderqnß der weiteren _Ent- wickelung des Instituts der Nenxengüter, i_nsbei_o_ndere zu_r Erletcixte- rung der PrivatirZsthZixyn aus diesem Gebiete, tit tbatkraftige Hulfe des Staats unent e ri .' _ _

Dieser Antrag wurde ebenso wie die Reiolutton Evert in den Punkten 1 und 2 fast einstimmig angenommen.

Sanitäts-, Veterinär- und Quarantäumeseu.

Stockholm, “24. Februar. (W._ _T. B.) Auf dem Gute Vreten im Län Skaraborß hat vor einigen Tagen ein neuer Aus- bruch der Schweinepest stattgefunden.

Handel und GWerl-e.

Die Berlin - Anbaltiscbe Maschinenbau - Aktien- gesellscbait beruft eine außerordentliche Generalver- s ammlung auf Donnerstag, den 10. 5L_wril er., nach dem Sißungs- saal der Handelögeseustbafi zwxcks_Revtsion des Statuts. Da eine Vescbiußfaffung nur durch drer„Vtertc_l d_es G,:sammt-Artienkapitals erfolgen kann, so _werden die Akitonare im ei enen Interesse gebeten, ihre Aktien zu devqmren; __ auch at sich die Berliner Handelögcsellschaft bereit erklart, diejenigen Aktio- näre zu vertreten, welche am Erscheinen in der General- versammlung verhindert sind. Nach_ uns zugegangenen Mit- theilungen bat die Gesellschaft allem in der ersten Hälfte des Geschäfjsjabres 1889/90 ihren Umsatz um 500000 ,x, also um etwa 50 0/9 gegen, UZ gleiche GestbäftSperiode des Vorjahres erhöht und ist dieselbe weit uber _das zweite Halbjahr hinaus mit umfangreichen und lobnenden Auftragen beseht.

LeipziZ, 25. Februar. (W. T B.) Kammzug-Termjn- handel. (: Plata. _Grundmuster 13. pc, Februar _ „zz, px, März 4.95 .“, vr. April 4.924 ckck, pr. Mai 4,92x .“, pr. Juni 4,92é ““- vr. Juli 4,92k .jé, vk- AUR"? 4,921! «46, vr. September 4,925 W, vr. Oktober 4,921 “M. vr. ovember 4,924 .“, pr. De- zember 4,92j .“ Umsaß 85000 kg. Ruhig.

Hamburg, 25. Februar. _(W. T. B.) Der Aufsichtsrat!) der Norddeutschen Zuckerraffinerie Frellstedt be (bio , wie die . amburgtscbe Borsenballe' meldet,. nacb boden Ab cbrei ungen eine ividende von 10 o.," für 1889 vorzus'wlaoen, gegen 181"/0im Jahre 1888 und 10 9/o un Jahre 1887.

London, 25. Februar. (W. T. B.) An der Küste 1 Weizen- «&, ladung angeboten. „.___;

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Demselben möglichstHzxz-Z. ** ' . ein

ländlichen ArbciterverbaÜanZZ

5ff. über_die Rentenöj“; * ablösung, den Ausschluß der Tbeilbarkeit und Veraußerung dcÖ , Rentengutes obne Zustimmung dcs Rentenbereckttgten zu Grunde“*-“«"'* -

Gründung derselben wird von den Ergebnissen der freien Private. ?": “T '