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Wenn davon die Rede ist, daß der Staatskrcdit gefährdet wcrdc_n könne, nun, meine Herren, so glaube ich, Ihnen gerade duxch die Beschränkung meines Vorschlagcs, die 1a nun auch Wiederum'der Kritik unterworfen worden ist, gcradc durch die Vcschränkung mUcnzcs Vorschlages Ihnen den Beweis geliefert zu haben, wie sorgfglttgc Riicksicht ich darauf zu nehmen bemüht bin, daß der Staatskrcdit ge- schdnt wurde. Wenn Sie mir aber eine [*,ciläufige Bemerkung „gc- siattcn wollen, so ist für unseren Staatskrcdii eine große Gefahr 1th iiberhaupt nicht zu bcfürchten, er ist so fest gegründet, daß er htcvund da einen Schlag vertragen kann,“ aber was ihm einen crnßlrcßen Schlag, wenn er nicht so außerordentlich fest gegründet ware, verseßcn könnte, das wärcn meiner Anficht nach die wiederholtxn Dx- battcn, wo d.:s ganze Staatswesen in Frage gestellt und zuwczlcn die Finanzlagk noch mit bei Wciicm düsteren Farben «schildert wird, als sie dcr Wirklichfcit cntsprcchcn. Es ist dann _ so finde 1ch1Mt€r iiicincn Notizen _ gcsicrn von mir cim bcsiiunutcErklärinig verlangt jvdrdcn: In wie Mit ich die Verantwortiichcit fiir den [Jorgclcgtx'n Etat iibcrnchmc. Ick habe cine Erklärimg iii dixxer Beziehung fiir Überfliisfig gclmltcn, weil ich sie als selbßvcrständlick) [sqtracyéo Die StaatSrcgicrung hat sich nicht Vemiilaßt gcfundcn und 1ft„cmch„wohl nicht in der Möglichkeit gewesen, den vorgelegten Etat znruxkzuzzehezi, folglick) Versicixt fich ganz von selbst, daß ich die Verantworiitchkeit fur den vorgelegten Etat mit übernehmen muß,“ db_ er ganz m derselben Weise aufgestellt worden wäre, Wenn ich mich m der Lage befunden hätte, Monate lang vdrhcr ihn vorbcrcitcn zu helfen, das will ich dahingcsteüt sein lassen, aber daß ick) so, wie er heute liegt," die Verantwortlichcit dafür zu iibcrnchmcn habe und mit Freuden uber- nchmc, das will ich laut und nnverhohlen aussprechen. Jm Uebrigen, meine Herren, Wenn Sie einen Jinanz-Ministcr erwartet haben, der in dcm ersten Augenblick gleich über jede Frage Ihnen sofort Rede und Antwort stehen kann, iiber jeden Punkt schon einen festen Rc- fdtmplan in der Tasche hat, so haben Sie in mir diesen Finanz- Minister nicht crhgltcn ' , -
Die allgemeine Besprechung wurde hieran geschldster).
Die DiSkuffion Über dM Antrag des Abg. 1)1'. Virchow wegen dcr allgemeinen Abrüstung wurde eröffnet. l))". Virchow befürwortete seinen Antrag. (Schluß des Blattes.)
_ Nach dem beim Ober-Kdmnmndo der Marine eingegan- genen Nachrichten ist S. M. S. »Herthaa am 3. d. Mts.
von Jaffa nach Beiruth in See gsgangen und S. M. Yacht Pera ,in Port-Said an-
d. Pils. von
»Grillca am 4. gekommen.
Danzig, 4. November. (Wesiertg) Auf höheren Befehl soll der Rsparaturbau Sr. Majestät Fregatte *Thetisa be- schleunigt werden und wird dieselbe chhalb am Sonnabend in das Klawittcrsche Trockendock gehen. Sobaldfdie »Thetis-s geddckt ist, soll die Corvette «Augustaec dieselbe im Dock ab-
lösen. Hannover, 3. Noyember. Nachdem heute von 11 bis
124 Uhr Mittags fiir die Mitglixder der erstezi haiinover- schen Landessynode in der hiesigen Schldßkirche fcm S_ffetzt- licher Gottesdienst statigefunden, versammelten sich die Mitglie- dcr der Synode im Sißungssaale dcr voxziialtgcn Ersten Kam- mcr. Um 1 Uhr erschien der Ober-Prasident Graf Otto 31: Stolberg-Wertiidedx und verlas, vdzn Playcxdes Präsidenten aus, nach itthetlung dcs Mimftertqi - Reskripts, welches die Königliche Ernennung zum Bevollmachtigten bei der Synode enthält, folgende Eröffnungsrede:
In dem Augenblicke, in welchem die erste haniioVersche Landes- Synode hier zusammcwgctrctcn ist, um unter, dem Beistand Gottes Und dem Schilke Sr. Majestät des Königs die Angelegenheiten der Kirche gemeinsam zu berathxn, will ich Sie vor Allem an daSjenige erinnern; was Se. Majestät, in Erwiderung auf die Eingabe des Landcs-Kdnfiftoriums vom 9. Oktober 1866 am 8. Dezember desselben Jahres_ ausgesprochen, und damit eine sichere Grundlage des Ver- trauens und der Gemeinschaft zwischen Sich und den neuen Unter- thanen gegeben hat.
Der König spricht es aus, daß Er das mit der Krone Verbundene Amt des obersten Kirchenregimcnts in der Evangelischen Kirche auch fiir die Evangelisch-Lutberische Kirche anndvcrs so zu fiihren gewillt sei, daß es nicht zur Beunruhigung er Gewissen oder zur Störung gitter kirchlicher Ordnungen, sondern zur Förderung und zum Bau des Reiches Gottes diene. Se.MajestätwiU die als die (Frucht schwerer Kämpfe erst vor wenigen Jahren neu aufgerichteten kirchlichen Ord- angen anerkannt und geehrt wissen und für ihre Durchfiihrung orgen. Und der Königliche Erlaß schließt mit den Worten: _
»Ich spreche dieses um so offener und um so lieber aus, je »tiefer ich von der Uebcrzcugung durchdrungen bin, daß das Ver- »langen nach wachsender Einigung aller Theile und Glieder der »Evangeliscyen Kirche, welches Ick, wic Meine in Gott ruhenden »Vorfahrcn, umvandelbar im Herzen trage, sch um'so freudiger »entfalten und die rechten Wege und Formen zu finden wissen viverde, je freier Und unbeirrtcr die Herzen sein werden, das Ge- »meinsame in Liebe zu suchen und zu pflegen.« ' ' .
Das Landes-Konfiftorium hat im Vollgefühl dieser Königlichen Worte unter dem 17. Dezember 1866 dem Danke dafür Qlusdruck ge- gxdey; der Inhalt wird auch jeht zur Richtschnur dienen. Das aiif- rtchtigc Festhalten daran im rechten Geiste des Vertrauens wrrd reichen Segen„zur Folge haben und uns dem großen, gemeinsamen Ziele sicher naher bringen.
DasQKi-„chcnregiment hat seitdem, unter gesegneter Mitwirkung der bcr*-:*;.*n Organe, die neu gewonnenen Rechte und Pflichten ge- handhabx. Die SZnodal-Ordmmg ist bis in ihre oberste Stufe dura). geführt, die verbci ene Regelung des theologischen Prüfungswcscns ist erfolgt, die dura) die veränderte Gestaltung des ccrtvescns öedingte Reor anisatidn dcr Militärgemeinden in einer eise erfolgt, Welche den icchten der Landeskirche, wie der (Hrwiffcnsfreibeit dcr Einzelnen die vollste Würdigung zii Theil wcrden läßt. Neue Vorlagen für den Weiteren Außbau der KircheUVcrfassung Werden an die gegenwäktige
Synode gelangen. ' Das Kirchcnrcg1mentwikd mit Gottes Beisiand unbeirrt von
den Parteispaltungcn auf dem betretenen Wege fortschreiten nnd fest im Glauben gegen den (Heist ankämpfen, wclchcr aUcnthalben gcschäftig ifi, Zwietracht zu säen und das Reich Gottes aufzuhalten. Es Weiß und vertraut, daß es hierin von Allen, Welche die Wahrheit Wdllen, von einem chen an seinem Theile und an seiner Steile untcrftüyt iderdcii wird. _
Im Namen Sr.Majcs1ät des Königs erkläre ich die erste ordent- liche Landcs-Synodc dcr cvaiigelisch-luthcrischcn Kirche in der Provinz Hannover für eröffnet.
Nach der Rede erfolgte die Vereidigimg der Mitglieder.
Sodann wurde unter Leitung des Königlichen Bevolbnäch- tigten die Wahl dreier Kandidaten für das Präsidenten - Amt vorgenommen. Sie fiel auf die Herren Kldstcr-Kammcr-Dirck- tor a. D. don Wangcnheim, Geheime chicrmigs-Rath a. D, Brüel und Landschafts - Rath v. d. Beck, und zwar mit 58, 52 und 44 Stimmen.
Dem an erster Stelle Gewähiten wurde von dem Ober- Pxöisildtciiten Namsns dcs Kirchenregiments die Bestätigung er 61 ,.
Der Aufforderung des Königlichen Veddklmächtigten fol- gend, nahm derselbe darauf den Präfidentenftuhl cin , um zur Wahl der beiden Vizc-Präsidcntcn zu schreiten. Diese Wurde indes; auf den unter Zustimmung Bieler gemachten Vor- schlag des HerrU Brüel bis morgen vertagt und nach Ankün- digung mehrerer Schreiben und Feststellung der 11ächsten Tages-
ordnung die Siyung geschlossen.
Wkecklenbnrg. Schwerin, 4. November. Ihre Königl. _
Hoheit die Großherzogiu Alexandring ist gestern Abend 6 Uhr, von Sanswuci kommend, in Ludiv1gslust eingetroffen.
_ Der Großherzd liche Hof wird am Sonnabend, den 6. d. M., wiedev nach chwerin Übersiedeln.
Sachsen. Dcmden, 3. November. Der König und die Königin haben heute friih Schldß Weescnstein, die Königin Marie ihre Villa bci Wachwixz verlassen, und Erstere das hiesige Königliche Residenzschloß, Leiztcre das Königliche Palais an der Augustusftraße bezogen.
_ 4. November. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurde der Antrag des Abg. Wigard auf Ein- berufung eines Landtages nach dem Wahlgesey von 1848 mit alLen egen 5Stimmen, der Antrag Biedermann's und Riedel's
auf drlcgung eines neuen Wahlgeseßes nach den Grundsäßen - dcs -Eink'ammer- und Nepräscntativsystems mit 40 gegen “
37 Stimmen abgelehnt.
Bavérn. Miinchen, 2. November. Der König, der am 31. v. M. von Linderhof hierher zurückgekehrt war, hat sich gestern Abend nach Schloß Berg und von dort in die Hinter- riß begeben. _ Die Königin-Mutter wird am 6, November von Hohenschwaugau hier eintreffen.
Oesterreich-Ungarn. Wien,4.Ndvcmber. Der nieder- ößcrrcichische Landtag berieth gestern in einer Morgen: und einer Abendsißung das Schulgeseß. Dasselbe wurde, nachdem mehrere Abänderungen beschlossen waren, dem Ausschuß wieder
überwiesen. _ Der Minister Graf Potocki ist nach Wien
gekehrt.
- (W. T.. B.) ,Dxr Handels-Minifter von Plcner he- findet fich gegenwärtig m Konftantiyopel, um wegen der tür- kischen Eisenbahnen zu_ verhandeln.
_ Der Landtag in Linz ist gestern geschlossen worden.
„Pesth, 4. November. Auf eme Anfrage im Unterhans erklarte der Finanz-Minister Lonyaysich bcreit, die industrielle Unternehmungen mit 4 Miüionen Gulden aus Staatsmittcln zu untcrstüßen. _ ,
Triest , 4. November. Die Ankunft des Lloyddainpfer Jus [LYWWWM mit der Ueberlandpost ist für heute Nack)
gnai rt.
Lemberg, 3. November. Im Landtage referirte bk" Zyblikiewicz im Namen des Verfaffungsausschuffes und bean txagte die Erneuerung der vorjährigen staatsrechtlichen Resol" Wii und die Annahme des Adreßentwurfes. Die General-D batte hieriiber wurde eröffnet. , ,
_ 4. November. Der Landtag hat nach mehrtäglg Debatte den Antrag des Ausschusses auf Erneuerung der vo jährigen Resolution angenommen.
Cattaro , 4. November. Gestern wurde die von d
zurück-
Znsurßenten beseyte feste Stellung von Sisix. , von den aiser ichen Truppen nach mehrstündigem harte: “'s-„Kampfe, ohne bxdeutendq Verluste, erstürmt. Der Kampf wnrde von den Brigaden Fischer und Dormus bestanden. Die Insurgen- ten haben neue„Unterwerfungsanträge gestellt. Die Montenegri- ner verhaiten stch neutral.
_ Em Telegramm der »Abendposta aus dem Haupt- quartier _von Sutidra vom 3. d. M. bestätigt die Einnahme der Position" V011Slstc durch die Brigaden Fischer und Dormus nach vzcrftundigeixi hartnacktgen Kampfe. Die Ortschaften Boxkodich und thjem haben ihxe Unterwerfung angeboten.
Die »N. Fr. Pr.“ enthalt folgendes Telegramm aus Cattaro, 3. November: Gestern fand ein Gefecht in der Zupa statt, wobxi die Truppen einen Todten und zwei Verwundete verlyren; ftir beuie stehen größere Gefechte in Attssicht. Oberst Schönfxld fahr; nut dcm Kriegsdampfer »Hofera nach Budua und nimmt uberall Truppen auf. Der Bürgermeister von Risano wurdc verhaftet und hier eingebracht. Die bisherigen Viklusie_ der_ Truppen beiragen 37 Todte und 95 Verwundete. Dic Artillerie hgt eme Kirche bei Castaro, worin fich Insurgen- ten verborgen hielten, zusammengefchoffcn.
„_ GWi-“zbritaunien und Irland. London,Z.Ndvember. FUr dcn Peine!) Ihrer Majestät der Königin in der Citi) behufs Erdffnung der Biackfriaxsbriicke und des Viadukis von ZeZÉHOLfren, wcrden gegenwärtig die umfaffcndsten Vorbereitungen
n.
_ Dex duxch Ayrtdns Ernennung zum Bauten-Mini- ster UZ'ld Siansfelds Beförderung zum parlamentarischen Sekretar dcs Schaxzamtes 'erledigte Posten eines dritten Lords des 'SchaYakmtes, soll mcht wieder besexzt werden, und die Zchierimg ist wredcr zu dem friiher bestehenden Amte eines zungeren Lords des Schaßanitcs zurückgekehrt. “"udiefem Posten [| W. H. Gladstone bqriifen worden, wclckycr eincm Vater seit Ueberncihme der Premierschaft als unbesoldeter Privatsekretär zur Seite stand mid biLher noch kein Amt bekleidet hatte.
_, Von den beiden'durch den Tod des Lords D erby [Md dcs Marqms vfdn Westminster erledigten Hosenbcmd-Orden wird thhxschemlich ezuen der dritte Sohn Ihrer Majestät der Kö- xitgin, der Prinz Arthur, erhalten, während der andere dem jungen Hexzog von Norfolk als erblichen Marshal Verliehen wcrden wxrd.
FMnktJeich. Paris,-4. November. Die Wiedereröff- xzng der Siiziingey dcs Kasmiionshdfes fand gestern mit der ublichen Feierlichkeit statt. Den Vorsitz hatte der erste Präsi- dent, Devtenne, die Rede hielt der General-Advokat Cdnelly.
Rouen, 4. Nodember. (W. T. V.) Der Staatsrat!) Ozexxne, welcher heute eme Deputation von Industriellen empfing, erklarte de_rselb'en, daß dxr geseygebende Körper sofort nach Zu- saxnmentrit't die qllgememen Tariffragcn in Berathung nehmen wurde. Die Rc 1er'ung werde sich natiirlich der Entscheidnng der Kammer an chlteßen; sollte die leYtere einc Auskündigung des Handelsvertragcs beantragen, so könne diese am 4. Fe- bruar 1870 erfolgen.
„ szmien. Madrid, 4. November. Wie der »dear- cuil“ erfahri, besteht Admiraleopctc in Folge einer heute Vor- mittggs niit den iibrigen Ministern gehabten Unterredung de- finitiv imf „seine Entlassmig. Dem Vernehmen nach wiirde PZM! die Leitung des Marme-Ministeriums interimiftisch über- ne men.
Italien., Florenz, 3. November. (W. T.. V.) Die »Gazzeita itffiziaiea meldet: Der König hatte sich cine starke, yon Fieber begleitete Erkältung zu czogen,“ heute ist das Be- fmden des Kömgs bereits wieder be er.
_ 4. November. Nach den leßten Berichten hat sich der Gesundheitszustand des Königs bedeutend verbessert. _ Die Nachricht, daß der'Kronprinz Humbert in Florenz erwartet Wird, gilt für unrichtig.
Griecheniand. Athen, 3. November. Der Kaiser d 011 Oßsterreicl) ist heute hier eingetroffen und vom Könige im Zöiräus, von der Königin in der Residenz empfangen wor en.
Rußland und Polen. St. Petersburg,:Z. November. Am 1. d. M. hat der französische Gesandte, Baron v, Talley- rand-Périgord dem Kaiser in besonderer Audienz-seine Ab-
berufungsschreiben überreicht. _ Der türkische Geschäftéträger Konemenos-Bei) ist
hier wieder eingetroffen.
Amerika. Aus wa-York vom 4. November wird pr. atl. Kabel gemeldet: Die Repuhlikaner in Wcst-Virginien erhielten bei den Wahlen zur Legislatur die Majorität.
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Aus Oelz“ WUO'1 „„,.- -§--
"Wiep , Freitag, 5. November. Die »Wiener Zeitung« veroffentlrcbt tm, amtlichen Theile folgendes Telegramm aus den) Hauptquartier von Sutvara vom gestrigen Ta e: Die Brigaden Dormus imd Fischer halten heute WaffenrulZe. Die Jnsuxgenien von Sisic iind Verblaje haben ihre Unterwxrfung angekundigt, und isi deiijelbcn aufgegeben worden, ihre Waffen bis heute Abend cinzniiefcrn. Oberst Schönfeld macht heute vdn VZldUél aus _eme Demonstration gegen Bretic. Morgen Wird em; allgemeinechwsgung gcgen Pobori stattfinden. Der Veriyft (in dem gestrigen Kampfe bei der Einnahme von Sisic betragt 2 Todte imd 9 Verwundete, darunter ] Offizier.
T_rrcst, Freiiag, 5. Ndvxmber, Vormittags. Der Lloyd- dampser »Zum)“ ist heilte friih 6 Uhr mit der indischen Post aus Alexandrien hier eingetroffen.
L'ondon, Fr'eitag, 5. November, Morgens. George Pea- body ist gestern hier 1111 Alter von 74 Jahren gestorben.
' “
Zum StaatShaushalts-Etat für das Jahr 1870. 1711,
, 11) Justiz -Ministcrium. DicEinnahmen des u1i -Minitc- L'!U111Ö(KÜP.'Z]„TÜ. 1_5) bestehen aus 11,900,500 "Zhl'uzGerichTs- kosten €Mschltcßllch déi" von den Gerichten zu verrechnenden Stempel und baarenßAuklagen, 300,000 Thlr. mchr als im Etat fiir1869, fcxncr,817,069„ Thlr., welche als EmolUmcntc der Beamten (Exa- mmatwnsgehuhren) zur Verwendung kommcn und wieder in Aus- Xiben erscheinen, _Z28,670 Thlr. Strafen, 158,691 Thlr. dcrschiedenc
,tnnkahznc, Arbeitsvcrdicnst dcr gerichtlichen Gefangenen, Jurisdik- desbcttrag dcs Herzoqs'vdn Arenberg u. dergl., so wie 21,300 Lhalcrn beider Justiz-Offtzzanten-Witiwenkaffc. Die leßtcn bilden fich aus dem Verlage dcs Justiz-Ministcrialblattes, aus dem Vcrkayf kas- firtex Akten iz. dgl. und erscheinen aua) wieder als Ausgabe, Die bestimmten _Emnahmen diescr Kaffe bcstchcn aus 62,683 Thlr. Zinsen don 1,320,755 Thlr. Kapital, wovon 300,907 Thlr. das oiqenthiim- Ziehe Vermögen der Kaffe bilden. An chaxcn zahlt die Kasse 500 Thlr., an nyfidnen 44,207 THW„ an Erziehungsgcidcrn 10,765 ThaleDr, an )flntcrEUZUZ-chn l25,878 Thlr.
ie geammcn inna men des Ministeriums ellen " 13,22É20? ThlrdMZinsWJJ -|(- 311,090 Thlr.). | "ck auf
, re aiicrn_8n u ga en Kap. 60 Tit. 1-47) bcstc cn im Gan- zcn_m 17,188,ZZ;) Thlr. (gegen 1869 + 1,244,555 TUK), darunter 1,654,500 Thlr. Kxnnmaikoften, 969,627 Thlr. haare Audlagcn und andere Aitsgabcn tn Pgrteisachen, 930,435 Thlr. Porto. Unter den Mchrausgabxn find: TW; 21. 8082 Thlr. fiir 3 iiberzählige Beamte in der Provinz Schlcsxvtg-Hdlftcm, Wogchn 6500 Thlr. durch Weg- fgll anderer Stelicn er1part „find; Tit. 27. 22,910 Thlr.Mchrbcsoldung fur 27 neue Stadi- und KrciSrichterüellcn,“ 13,354 Thlr. zur Ver- besserung „der Gehaltcr von Unterbcamtcn,“ desgleichen Tit. 28. 78,450 Thlx.,* Tit. 29. 16,673 Thlr. Mehrausgaben sächlicher Art bei den Gerichten erster Instanz m dcn Landestheilen, in welchen die Verord. vom 2. Janua'r 1869 Gcscßeézkraf'c hat,“ Tit. 33. 2200 Thlr. für die antsgertchtc.tm Deparxemcnt des Appellatidns-Gerichts zu Celle,“ Tit. 36. „6744„Thlr, fur die Kreis- und Amtsgerichte in den Landeskthctlcn, m dcnxn die Verordnungen vom 26. uni 1867 Giscßeskraft [)aLen; T,)t' 38.5001 Thlr. desgl. sächliche slusgaben; Tit. 39. 1900 22.1)lr.,fur das Stadtgericht und die sonstigen Gerichts- behördcn ], JLßanz in Frankfurt a. M.; Tit. 42. 111,500 Thlr. Kri- mmalkofien; „Uk. 43. 57,266 Thlr. an haaren Auöla en und anderen Ausgaben in Parteisachcit; Tit. 44. 930,435 Thlr. 5 orto, in Folge der Qlufhclßung der Portdfrciheit.
_ An einmaligen extracrdinärcn Aitsgaben (Kap. 10 Tit. 1_ 23) smd 513,633 Thlr. ausgcwoxfen, wovon 1edoch13,633§hlr. als extra- oxdmare Einnahme der Finanzverwaltung iu Anrechnung kommen, hier also mxr"500,000 Thlr. bleibe)» Diese Ausgaben dienen sämmt- lich zur Ausfuhrimg von Gcsclmftslokalien und Gefängnißbauten, Die bcdenteqdstx Au§gab9 190,000 Thlr., ist zur Fortführung des Neu- baues cines Gcfangmffes bei Berlin bestimmt.
7111.
' 1,2) Ministerium des Innern. Die Einnahmen des? '- znftc'meS (Kap. 32. Tit. 1_4) belaufen fich auf 910,025 THZZ, 31,772 „x()1r. mehr als fur 1869. Ficrunter smd die Einnahmen aus deKrIVerkiyvaltung der Strgf- und Be erungsanftaltcn auf 687,519Thlr, 46,685sxl)lr. hoher als für 1869 veranschlagt worden.
Dj_e fortdauernden Ausgaben (Kap. 61. Tit. 1_36) steklcn sch auf 8,458,589, Therga-gcn dcn Etat für 1869 + 216,10] Thlr. Bei dem Ministerium (“Ur. 1) find fur einen neu anzusteüendcn zwölften Rath 2600 Thlr. mehr aiif den Etat gebracht.
«. In den AusZgbm fgr dic Landräthlichcn Behörden und Aemter (“Ui, 10-12 1,8“";),092 Thlr.), nnd die Besoldungen (Tit. 10) um 44,713 Thlr.„„crhdht Norden, bei den Landdrostcien in der Provinz Hannover (Tit. 123 dis 124 113,355 Thlr.) dic Besoldungcn (Tit. 125“) um 11,100 ler. Vet den Kosten dcr Polizeivcrwaltung (Tit. 13_19, 1,391,151 Thlr.) find 28,291 Thlr. gegen den Etat für 1869 erspart worden, nqmcntltch Well der Fonds zu allgemeinen polizeilichen Jvcckch (Tit; 17) von 118,486 auf 82,525 Thlr. rcduziri wordcn ist.
gr Dispdfitidnssdnds (Tit. 18) und der Fonds zu geheimanusgaben (Tit. 19) find ziiivcxaxzdert1640,000Thlr. geblieben. Die Land-Gendarmerie (Tit. „20-25 1,„686,209 „&&-hir.) erfordert einen Mehraufwand von 42,296Tl)lr.' Hiervon fallen 21,110 Thlr. (Tit, 20) auf die Anstellung von (“9 berittxncn undWZ0 unberittenen Gendarmen in der Provinz Posen, wo dieselben bisher nur interimiftisch fungiren. 4889 Thlc
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