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Der erste Lehrer Dr. Günther von dem Seminar in Barby ist in gleicher Eigenschaft an das evangelische Schullehrer. Seminar in Creuyburg verscßt worden.
Angekommen: Der Gencral-Major von der Armee und kommandirt Vehufs Uebernahme des Kommandos iiber die Großherzoglich hessische KavaUcric-Brigadc, Frhr. vonSchlot- beim, von Darmstadt.
Berlin, 20. November. Se. Majestät der König haben Allcrgnc'idigst geruht: zur Anlegung. des dem General der Infanterie von Zastrow, kommandircndcn cheral des 91], Armcc-Corps, und dcm Major Zedrlius , Flitgel-Adju- kanten Sr. Königlichen Hoheit dcs Großherzogs von Oldenburg, von des Fürsten zu Schaumburg-pre Durchlaucht verliehenen Ehrenkrcuzcs erster Klasse des Fürstlich Lippeschen Gesammt- hauses,“ sowie zur Anlegung der den nachbenannten Personen von des Königs von Griechenland Majestät verliehenen Insignien des Erlöser-Ordens, und zwar: des Großkreuzes: dcm Gencral-Major von Stoskh, Direktor des Militair-Oekonomic- Departements im Kriegs-Minifterinm ,' des Groß-Comthur- K r euzes: dem Hofmarschall des Kronprinzen Königliche Hohrit, Kammerherrn Grafen zu Eulenburg, und dem Fliigcl-Adju- tantcn, Oberst-Licutenant Grafen von Lehndorff,“ des Komthur-Krruzcs: dcm General-Arzt 1)1'. Wegner, Regi- mcnts-Arzt dcs Garde-Kiirassier-Regiments,“ dcs Offizier- Kreuzcs: den persönlichen Adjutanten des KronprinzenKözng- licHe Hoheit, Hauptmann von Jasmund und Rittmeister Freiherrn von Schleiniß , dieser Zi ]:r §njt€ des 2. Schlesischen Dragoner-chiments Nr. 8,“ und des Ritterkreuzes: dem Kanzici-Sckretair des Kronprinzen Königliche Hoheit, Neuge- bauer , - Allerhöchstihre Genehmigung zu erthcilen.
Nichtamtliches.
Preußen. Berlin, 20. November. Ihre Majestät die Königin reist am 29, d. M. von Coblenz nach Wriim ur und von da am 1. Dezember nach Berlin.
- Im Verlaufe der gestrigen Siizung des Herrenhauses folgte der Bericht der Justiz = Kommission Über den Gesrxzent- Wurf, betreffend die Genehmigung zu Schenkrmgen und leßt- willigen Zuwendungen, sowie zur Uebertra “ung von Unbeweg- lichen Gegenständen an Korporatiomn un andere juristische Personen. Hierzu nahmen das Wort: der Berichterstatter Vlömer, die Herren Graf Brühl, 1)1'. Dcrnburg, Präsident Göxze, sowie der Regierungs-Kommissarius, Gli). Ober-Rrgir- rungs-Rath von Krhler, woran das Haus drm Gesetze im Ein- zclnen und im Ganzen beitrat.
Es folgte die Schlußberathung iiber den Gesetzentwurf, bc- treffend das Enteignungsverfahrrn im Bezirk des Llpprllatidns- gerichts zu Frankfurt a. M. Der Referent Hr. Wilckcns [*e- antragie dcm Z. 2 Adsaxz 1 folgende Faffumg zu geben: »Wählbar zum Geschworncn fiir das EnteignungHVrrfahren ist jeder Bürger der Stadt oder der Landgcmrinde dcs Stadtkreises von Frankfurt a. M., welcher das Alter von 30 Jahren erreicht hat.- An der Debatte bethciligten sich anßrr dem Referenten der chierungs-Kdnuniffar Geh. Justiz-Rath Horstmann, Graf Rittberg, Herr v. Vcrnuth.
Dann wurde das Grieß in der vom Referenten vorge- schlagenen Fassung angenommen. -- Es folgte der Bericht der Petitions-Kommission iiber die Petition des Vorstandes der Berliner Väckcr-Jnnung, betreffend die Vesritigung der Ge- wcrde-Jnmmg, event. Abänderung der fiir das Bäckerhand- wrrk geltenden Einschäyungsgrundsäye fiir die Veranlagung der ercrbesieucr, -- Die Kommission beantragte Uebergang zur Tagesordnung und das Haus trat dem Autrage ohne Debatte bci. - Der Präsident theilte mit, daß die TageSordmmg und auch ach dem Hause gegenwärtig vorliegende Material erledigt sei, Es werde deShalb zur nächsten «*nur; besonders noch eingeladen werden. Schluß der Sißung Zz Uhr.
_ Im Verlaufe der gestrigen Sixzung dcsHanses der Abgeordneten wurde die Diswsfion Über den Entwurf einer K:cisordnung fiir die sechs östlichen Provinzen fortgesrxzt. Nach- dem noch die Abgg, v. Hennig und Frhr. v. Hovcrdcck iibrr Z. 18 des Entwurfs gesprochen hatten, wurde die DiSkussion geschloffen und Z. 18 mit folgendem, von dem Abg. v. Bockum- Dolffs grsteklten Amendement angenommen:
»Mit Ausnahme der Stadtkreise (Z. 4) und derjenigen Kreise, in Welchen feine Städte vorhanden find, zerfällt jeder Kreis in Stadt- und Amtsbezirke. Die Amtsbezirke, mit Ausnahme derjenigen, Welche nur aus einer Landgemeinde bestehen (§. 42), zerfallen in Gemeinde- bezirke, wobei selbßändige Gutsbezirke, Welche vorhanden find, den Gemeindcbezirfen gleichgeachtct werden. An der Spitze der Verwal- tung des Kreises steht der Landrath , an der Spiße der Verwaltung des Amtsbezirks der Amtshauptmann, an der Spitze der Verwaltung der Gemeinde der Gemeindevorsteher. Für den Bereich eines selbst-
ständigen Gutsbezirks hat der Besißcr des Guts die den Gemein, vorstebern obliegenden Amtsgeschäfte zu besorgen... ?-
9, welcher von der Begrenzung der Gemeinde- Und _
Gutsdezirke handelt, wurde nach kurzer Debatte mit 162 gegen 143 Stimmen abgelehnt. _ Es wurde hierauf Vertagung „„ schloffen. Schluß ZZ Uhr.
- Die heutige (24.)Plenarfißu_ng des Hauses der Ab-
?eordncten wurde vom Präsidenten von Forckendeck gegen 0“? Uhr eröffnet.
Am Ministertischc befanden sich der Minister für die land. - wirthschafilicben Angelegenheiten v. Selchow, der Minister des * Innern Graf zu Eulenburg, der Finanz-Minister Camphausen und mehrere Regierungs-Kommiffare.
. Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete der Be- richt der Kommission für Handel und Gewerbe iiber den Geseß.
entwurf , betreffend die Aufhebung der in der Stadt Frankfurt „
a. M. bestehenden Feuerversicherungs-Anstalt.
Der Referent Abg. Jacobi (Liegniy) befürwortete die An- nahme des Gefeßes nach den Abänderungen der Kommission, Das Haus trat diesem Antrags ohne Debatte bet.
Es folgte: 2) Schlußberathung iiber den vom Herrenhaus, ZYZÜJZÉLNMUMM Gesexzentwurf, betreffend das Alter der Groß. ]a rig ei .
Der Referent: Abg. Lent beantragte: ** .
Das Haris der Abgeordneten wolle beschließen: den Entwü ,s Gcseßes über das Alter der Großjährigkeit in der nachstelxend &oin Herrenhause beschlossenen'Fassung unverändert anzunehmén: itiburf eines" Geseßes über das Alter der Großjährigkeit. -Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c., verordnen unter Z'uftim. mung beider Häuser des Landtages Unserer Monarchie fiir den' ganzen Umfang derselben, einschließlich des Iadegebiets, was folgt: (3. 1. Das Alter der Großjährigkeit beginnt im ganzen Bereiche dicses Geseßes mit dem vollendeten einundzwanzigften Lebensjahre. Z. 2. Dieses (Hejeß tritt am 1. Juli 1870 in Kraft. Urkundlich 2c.
_ Auch dieser Gesehentwurf wurde ohne jede Debatte vom Hause angenommen.
Hierauf wurde die Vorberathung des Staatshaushalts-
Etats fiir das *Jahr1870 im ganzen Hause fortgeseht. Die
Debatte wurde über den Etat des Ministeriums für die [und “' wirthschaftlichen An9elegenheite11 eröffnet. '
Einnahme: 65 ,176 Thlr. 24 Sgr. 6 Pf. Dauernde Aus-
gaben: 1,619,447 Thlr. 15 Sgr. 5le. Extraordinäre, nicht 4“
fortdauernde Ausgaben 101,664 Th r.
Der Minister für landwirthschaftliche Angelegenheiten von *
Selch0w erklärte:
Meine .Herren, indem ich Ihnen den Etat des Ministeriums für * die landwirthschaftlichcn Angelegenheiten hiermit vorlege, habe 1ch :
nur ganz kurz zu bemerken, daß derselbe keine wesentlichen Abmeichun- gen gegen den vorjährigen Etat enthält. Bedürfnisse auf diesem Gebiete kundgcgeben.
des Staates versagen müssen, eine Erweiterung der Mittel herbei- zuführen.
Ueber die Einzelnheiicn dcr Pofitionrn erbitte ich das Wort für Geheimer Ober-
den Herrn Kommissarius der Regierung. Hierauf gab der chierungs-Kmmniffar ,
Regierungs-Raih Heyder, folgende einleitende Meine Herren,
Erläuterungen:
darauf beschränke, denjenigen wesentlichen Veränderungen zu folgUen- welche der gcgenwartige Etat gegen den voraufgegangenen Mihalt,
meächft bciden Einnahmen ergiebt fich ein Mehr von 7757 Thlr. * 25 «gr. 3Pf., ivclc'r-cs der Hauptsache nach grbildet wird durch einen -_.
Zugang 11911 7863 Thlr. bei den Kostenciimahmen der Auseinander- seyunzisbehörden. Diese Mehreinnahme 1"th fich zusammen 1) aus
einer Summe von 15,000 Thlr, Welche als Mehr hat in Aussicht gc-
nommen wi'rdrn können für die Koßeneinnahmen bci der General- kommission in Cassel, die in Geschäfte stetig fortschreitet, doch Ihre Aufmerksamkeit verdienender Zugang ist der Betrag von &500 Thlr., welcher aufden Etat gebracht worden ist, als muthmaßliche
inna )me
Summen betragen.zusa111111c11 16,500, bleiben also gegen das im Etat gngescßte Mzhx von 786 Thlr. um 6363 Thlr. zuriick. Diese Vcrmmderung ift rnYc-ndrn dadurch, daß bei einer Zahl der älteren Ausrinandersxßnngsxz-_ehördcn eine neue chulirung der Etats hat stattfinden müssen, in Folge dercn auf Grund einer Fraktionsbcrcch' mzng aus den Einnahmen der leßtcn Jahre bei den einzelnen Be- hörden »- nanuntlich bei der Gcneralkommisfion zu Breslau in Folge des Umstandes, daß die Zehntablösungcn in Schlesier: nach dem (Heslß mzentgcltlich bearbeitet Werden müssen - eine Herabseßung der Kosten- Emnahme eingetreten, die auf jene Mchrcinnahme in Gegenrechnung gebracht worden ist.
,Ich kann mich nunmehr zur Ausgabe Wenden, da die iibrigen Veränderungen bei der Einnahme unwesentlich und in den dem Etat beigegebenen Erläuterungen voUständig erörtert Worden find. Bei den NuSgabcn habe ich zunächst zu erwähnen ein Plus von 600 Thlr.-
Weiches bei dem Revtfionskollegium fiir Landeskultursachen vorkommt- Seitdem dieser Behörde die Urtelsfassung zweiter Instanz in denjenigen .“
Q-
Zwar haben sich mancherlei .“ Ich habe es mir aber, “_ mit Riicksicht auf die allgemeine, Ihnen wohlbekannte Finanzlage “
bei den Erläuterungen, die ich ihnen über die TÜ" Etatsvorlage zu geben habe, kann ich mich kurz fassen, indem ich nuch
ibxer Entwickelung und der Zunahme der Em zweiter, wenn auch geringerer, aber
' namentlich
„ „ an Kosten (_)ei der Regierung in Wiesbaden, welcher die * Ausfuhrung der (Hememhcitstheilungs-Ordnung vom 5. April 1869 “ und des Ablösungsgcscßes von demselben Tage übertragen ist. Beide *
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Prozcßsachcn, Welche bei der Generglkommission in Cassel vorkommen, übertragen worden is, haben fich dic Geschaftederselben in dem Maße vermehrt, daß auch eme Vermehrung der Arbeitskräfte des Kollegiums hat eintreten müssen; Zi; diesem Bchufe ist der Fonds für Hülfs. arbeiter beim Kollegium 1xn vorigen Jahre um 800 Thlr. erhöht und dadurch wieder auf denjenigen Vetrag gebracht worden, den er früher hatte, und der vor einigen Jahren um 800 Thlr. vermindert wurde. 5th isi, da die Summe von 800 Thlrn. nicht ausreichte, eine fernere Verftärkung des Fonds um 600 Thaler ani den Etat gebmcht. Eine fernere Vermehruxiq drr Aiisgaben bet der gedachten Bc- hörde um 250 Thir. ist ,bei dem Burea'ukasscnfonds erforderlich geworden, um für diese „Behörde htcr in Berlin ein anderes Geschäfts- lokal zu mictben, welches obne Erhöhung der Miethsausgabc nicht hat beschafft wcrden_ können ,' diese Mehrausgabc wird aber ausge- "MLU durch eionmderßusgabe von glcichrr Höhe,- wcichc bei :i"-'" anch Tticl, bci denz Titel für „Hülfsschreiber des Revisions - Kolle- giums, hat eintreten könnxn. '
Was die Ausgaben fur die General-Kommissionen und die übri-
en Auöeinanderseßungs-Beyördcn betrifft, so findcnSic auch bei Jiescn cine Mehrausbe bei den Besoldungcn. Diese Mehrausgabc ift jedoch nur eine zu allige rind yorübergehende, indem der General- Kommisfion in Hanzwper einf'fruhcrrr aithannöverschcr Bureau-Be- ap-«ér zur Beschaftigung uberwwsen worden ist, der bei de'- drganisation dcr hannoverschen Behörden nicht hat unter- Fzz'.„„***1_t.“werden können, und der ein Gehalt von 750 Thlr. bezog, wa-xz, den Besoldimgeiz „hinzugetrcten und unter denjenigen ]275;;5x;!x.xbefindlich ist, die m der Kolonne »darunter künftig weg- fallenda_ctusgcworfxn worden. Einr fernere Mehrausgabe von erheb- lichercmx Betrage 1| der dem Titel 12, zu temporären Diäten, Fahrkosten und baarrn Lluslqgen deerpezialkommissarien, Feld- messer und Sachvcrstandtgrn m Partetsachcn zum Ansaß gebracht. Diese Mehrausgabe *betragx, 36,422 Thlr. und verdankr ihren Ursprung denselben Umftatiden , die ich bereits bei den Koßeneinnahmen dcr , Ausrmandcrseßungs - Behörden ausgeführt habe. Es haben 'nämltch bet der Regierung in Cassel 11,337 Thlr. mehr und bei der Regierung in Wiesbaden 6000 Thlr. neu auf den Etat gebracht Werden müssen zur Deckung der in Rede stehenden Ausgaben. Dies snd zusammen 17,337 Thlr. Dcr Mehr- betrag der angescßtcn Summe ist ebenfalls durch die Etatsregulirung einiger der übrigen Ausi-manderscßungs - Behörden auf Grund von Yakiionßbercchnungen herbeigeführt worden. Namentlich bei der
eneral -Kommisfion u Breslau hat aus dem bereits angeführten Grrmde das bißherige cwl] der Ausgaben um 14,31] Thlr. verstärkt werden müssen, um die vorkommenden Ausgaben vollständig bestrei- ten zu können. Durch die angeführten Einzelbeträge wird die (Ge- sammtsumme von 36,422 Thlr. nahezu erreicht.
Eine fernere Mehrausgabe bei dem Fonds z_ur Förderung der Landeskultur, und zwar die einzige von 500 TFT?, finden Sie Ic: Tr:: landwirthFchaftlichen“ Akademien und höheren landwirthschaftlichen Lehranstalten. Unter diesen 500 Thlrn. befinden sich jedoch 100,Thlr. Besoldungszulagen , Welche von dem Etat des Finaiiz-Mtnisteriums, nämlich von derjenigen Gesammtsumuwabgczweigt wordet) fitxd, die Sie [lll vorigen Jahre zu Zuiagen iür Lokaidcamte beertgt yaocn, sie bilden also nur eine scheinbare Mehrausgabe. Der Restbetrag von 400 Thlrn. besteht aus einer Erhöhung des Fonds zur. Unterhaltung der Versuchsstation bei dcr landwirthschaftlichen Akademie in Proskau, wo eine solche Entwickelung eingetreten ,ist, daß der bisherige Zuschuß, von 1500 Thlr. auf 1900 Thlr. hat erhöht werden mussen. Ich hoffe, daß Sie diesem letzteren Vorschlage nicht entgegentreten werden.
Im Ucbrigen habe ich hinsichtlich der fortlaufendeii Ausggbcn Weitere Bemerkungen nicht u machen und nur "?ck hmzuzufugsn, daß gegen das Jahr 1869 eine Mehrausgabr von uberhaupt 36,898 Thlr. 27 Sgr. auf den Etat gebracht wordcxi isi. ,
Was die cxtraordinären Llusgabcn betrifft, so hat fich das [arid- wirthschaftliche Ministerium im vorliegenden Etat [rider sehr beschran- ken müssen Ich, will dabei Ihre Aufmerksamkeit nur auf Einen Punkt hinlcnkcn und das ist der Titel 4 »zur Förderung der Obst- iultur, insbesondere auch zur Einrichtung und Ei'kvcitcrung dcr porno- logischen Institute des Staats«, wo eine Summe von 18,000 Thlr. angescßt ist, während im vorigen Jahre zu demselbeti Zwecke 32,000 Thlr. angeseßt waren, Die StaatSregicrung hat dqbei lebhaft zu be- dauern , daß es nicht ausführbar gewesen ist, „eme höhere Summe zu diesem Bchuf auf den Etat zu brtxigcn , und
dic'enigcn Summen, welch; erforderlich waren,
Wenn das pomokogische Institut zu Geisenheim, für welches Str im vorigen Jahre zum ersten Male die erforderlichen Mittel bewilligt haben, im Jahre 1870 in dem Maße gefördert „Werden sollte, wie es von der Staatsregierung in Aussicht'genomchxé _warxu_nd wic_cs allerdings auch sehr wünschenswerth ift. Di,) Mittel, die Sie im vorigen Jahre mit 20,000 Thlr. bewilligt ha'v."n,' und die Summe yon 6000 Thlr., die unter den jetzt aiigeseßten,18,000 Thlr. enthalten 117, reichen aus zu den Grundstücksankäufen, die m diesemsJahre voll- ogen worden find, ferner zu den Erd- und Pflanzarbe„tten,_zu den nlagen der Wasserleitung und zu den Ausgaben fur die L_lm-
Währungen. Es hätten nun aber im nächftcn Jahre, umdas Institut Zu fördern, die erforderlichen Bauten begonnen und ndch m demselben ahre ausgeführt Werden müssen. Dazu wäre aber eme'Su_n1me,von
mindestens 20,000 Thxrn. erforderlich geivesen und da die Finanziellen Verhältnisse des Staates es nicht gestatteten, auch noch „eme so hohe Summe auf den Etat zu bringen, so hat da? landwirthschaftltche Ministerium darauf Verzicht leisten müssen, in diesem Iahre_schon die Bauten in Geisenheim zu beginnen. Zwar wird chhalb mchdgänz- lxch mit den Arbeiten in Geisenheim eingehalten werden dürfrn, indem die Erd- und Pflanzarbeiten, sowie die Wasserleitungsarbetten auch
noch für das nächste Jahr ausreichende Beschäftigung geben werden, _
aber es hätte dabei no außerdem mit der Bau-Ausführung recht wohl
begonnen werden können. Daß das nun nicht aquührbar ist, liegt lediglich in dem Mangel an Mitteln und ist um so mehr xu be- dauern, gls es sich nicht um eine neue Anlage, sondern umdie Fort- setzung einer schowbegonnenen Anlage handelt. Mit Rücfficht hierauf haben dcnn„ax':ch im Jahre 1870 überhaupt 38,560 Thaler weniger awextra'ordmaren Ausgaben auf den Etat des landwirthschafklichen Ministeriun1sjacbracht werden können, als dies im vorigen Etat der Fall waedm i(ftH. [ n er -encra debatte detbeiligten fich die Abgg. Berger
(Witti'n), Schnndti-stcttm), v. Behr, Witt und v. Benda,
„ Ber der Spezialdedatte wiirden gleichzeitig die betreffci'xém, beim Hause _eiiigercichtrii Petitionen nach den Anträgen der Agrar-Kommisswn erledigt. (Schluß des Blattes.)
» NW dcn Öcim Obcr-Konmmndo der Marine ringe-
gangenen Nachrichten sind S. M. Briggs » Rover- und , Musqmto er am 19. d. M. von Vigo in Oporto angekommen.
*- A_m 18. d. M. ist der Bischof der evangelischen Kirche, [Jr. Daniel Amadeus Neander, im Alter von 94Iahren hterselsYst verstorben. Der Verstorbene wurde am 17. Novem- ber „17/5 zu Lengefeld im sächsischen Erzgebirge geboren , trat 1805616 Pfarrer zu Flemmingen bei Naumburg (1. S. seine kirchliche Laufbahn an , wurde 1823 nach Berlin zum Propst und Pfarrer zu St. ;Petri berufen, gleichzeitig zum Ober-Kon- csier-eriat-Rath und spater zum Bischof der evangelischen Kirche
111.
Hidenbgrg, 18;_November. Nachdem jeßt auch aus den Furstcnthumern Lubeck und Birkenfeld die Resultate der Wahlen bekannt geworden find, stellt sich fiir den Landtag des Großherzogthynrs folgrndes Ergebniß heraus. Der Landtag zahlt 32 Mitglieder und besteht aus 1 Appellationsgcrichts- Rath, 4 Amtsrichtcrn, 1 Anwalt, 1 Bürgermeister, 1 Aktuar, 2 Fabrikanten und 21 Landwirthen. Auf je 10,000 Einwoh- ne'r kdmmt 1ngedrdneter. Der Einberufung des Landtags Wirk? i,“: der Zeit zwrschcn Weihnachten und Neujahr entgegen- ge e en.
_ Die Festun svauten auf dem Langlütjcnsande in der Unterivrscr find wiihrend der leßten fünf Monate bereits ein gut Theil weiter gerückt. „Dic SteUc, wo das Fort sick) erheben soll, befindet fich xine Viertelmeile nordwestlich von Bremer- haven, zroifchen Vrmfamahof auf dem rechten und dem olden- burgischen Dorfe Tettens auf dem linken Weserufer.
NY-é-“klynbxirg. Schwrrin,19.Novemb-xr. DrrGrOß- herzqg wird von der leßlinger Reise am Sonntag Abend über Parchim hierher zurückkehren.
Sachsen. Dresden,19.N0vember. Heute Vormittag
9Uhr ist der vordere der beiden, der Briihl'schen Terraffr argen- überliegenden, Pontonschuppen abgebrannt. Derselbe ciiwxclt Armaturßiicke fiir die Infanterie und Artillerie. Bei den Ret- tungsversuchen sind 2 Militärpersonen erheblich verleßt wordrn. Anhalt. Dessau, 19. November. Das Herzogliche StaatZ-Miniftcrtum bringt zur öffentlichen Kenntniss, daß Höchsten Orts die Einberufung des Landtags fiir das Herzogihum Anhalt zum 30. November d. I. hier in Dessau beschiosjen und der derallsigeHöchfteVefehl an den Landschafts-
Untcrdircktor von Trotha auf Gänsefurth erlaffen worden ist. Bayern. Miinchen, 18.Nov-.*mber. DieEntschließung des Kiiltus-Ministeriums an den Bischof VON Regensburg lautet nach der »Hoffn1.Korr.« wörtlich: »Die von drm hochwürdigen Herrn Bischof 01“. Ignatius von Sencsircy unterm 1. d. Mrs. erstat- tete Anzeige Über seine im Laufe der nächsten Woche beabsich- tigte Reise nach Rom Behufs der Theilnahmc an dem allge- meinen Konzil ist von dem unterzeichneten KöiiigltchcnSta.1(-Z- Minisierium Sr. Majestät dem Könige _ unterbreitet wor- den. In Vollziehung A(lerhöchsien Befehles wird dem hoch- würdigcn Herrn Bischofs eröffnet, daß Seine Königliche ' allergnc'idigft Kenntniß genommen
Majestät von dieser AnzetFJe . Staatsregierung muß hierbei die
haben. Von Seite der
Erwartung ausgedriickt werden, daß über etwaige besondere Vorkehrungen, wclche von dem h0chwürdigen Herrn Bischofe fiir die Dauer seiner Abwesenheit bezüglich der Diözesanverwal- tung getroffen werden, Anzeige erstattet werde, um nach Erfor- dernis; die K. Stellen und Behörden hiernach verständigen zu können. Das bevorstehende Ereignis; einer allgemeinen Kirchenversammlung, welches nach dreihundert Jahren un- serer Zeit wiederkehrt, erregt, wie bekannt, allxr Orten lebhafteste Theilnahme. Auch in Bayern, dr,]en Be- wohner zum größeren Theil zur katholischen Kirche zäh- len, sieht man mit Spannung, zugleich aber auch nicht ohne Vesorgnisse den Beschlüssen des Konzils entgegen. Die Staatsregierung, welche dieser Erscheinung nnt Aufmerksamkeit gefolgt ist, muß lebhaft wünschen, daß der Erfolg alle entstan- denen BesorYiffe als unbegründet erschemen lasse. Sie begegnet hierbei mit efricdigung der von den zu Fulda jüngst versam- melten Bischöfen ausgesprochenetr Ueberzeugung: „nie und nimmermehr werde und könne cm aligemeines Konzil Lehren
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