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Off. bei der Mnrineschule entbunden. v, Kyrkbuscb 11., Licut. zur See, zur Dienstl. als Insp. Off. bei der Marincschule kommandirt. 15.Abschiedsbewilligungen. Den 18. November. 1). De-
Wih- Scefadet, wegen körperlicher Unbrauchbarkeit aus der Marine entlassen.
Nichtamtltches.
Preußen. Berlin, 1. Dezember. Sc. Majestät der König werden morgen , den 2ten d. M., Nachmittags 2 Uhr, die gegenwärtig hier anwesenden Mttgliedcr dcr chinesischen Gesandtschaft in feierlicher Audienz empfangen , welche in dem Rittersaale des hiesigen Köntßltchetxéchxoffes, im Beisein der Königlichen Prinzen und er hier anwesendcn Generale“, General-Ma'ors, so wie der Minister und Wirklichen Ge- heimen Näf e , stattfinden nnrd.
- Ueber die von Sr. Majestät dem Köni e abge- haltenen diesjährigen Hofjagdcn beiK'o'nigs-Wuskcr aufen, am 29. und 30. v. M., sind uns nachstehende MittheilUngen zugegangen: _
Se. Majestät der König waren mit den Höchsten Herr- chaften und der übrigen agdgescüschast am 29. U. M. per
xtrazug von Berlin Über önigs-Wustcrhanscn bis dahin ge- gefahrcn, wo in der Nähe des Dorfcs eesen die Eksenbahn . die Königs-Wustcrhausen-Vvcho.lzer Chan ee Hurchfchneidef. Mit Sr.Majestät dcm Könige kamen Ihre Königlichen Hoheiten der
Kronprinz und Prinz Georg von Sachsen , rinz Karl und Prinz Friedrich Karl von Preußen, Pr nz August von Württemberg _, Herzog Wilhelm von Mecklenburg, Fürst Pleß , die Minister von Schleiniß, von Noon und
raf zu Eulenburg, der rusfische Milttärbevollmächtigte General Graf Koutusow , Oberst Graf Finkenstein,- Gc- neral-Lieutenant Graf von der Goth, die PrinTen Kraft zu Hohenlohe und Friedrich Wilhelm zu Hohen ohe, der Ober-Präfident der Provinz Schlesien Ober-Iägermciftcr Graf Stolberg, Hof-Marschall von Meyerinck, Graf Mal abn-Mie- lißsch, Gcneral-Majyr Graf Brandenburß, Hof- allmeister von Rauch,Hof-Iagd1unker Baron von He uke und der Leibarzt Dt". von Lauer.
Nachdem Se. Majestät die Bahn verlassen, begaben sich Allerhöchstdieselben mit der Hohen agdgeseüfchaft und dem Gefolge mittelst der bereitstehenden agen nach dem Rendo - vous bei dem Forsthause Sauberg in der Dubrow, woselb gegen 9 Uhr die Jagd begann. Die Jäger waren dort bereits um 8 Uhr aufgestellt. , Die Treibwehr war 300 Mann |ark. Es wurden fünf freie Treiben auf Roth-, Damm- und "Schwarz- will; in den Forstbeläufen Dubrow und Prierosbrück gemacht. Jxßhen dem zweiten und dritten Treiben war Dejeuner im
a c.
Es wurden erlegt 26 Stück Dammwild, 45 Stück Schwarz- wild und 4 Hafen, in Summa 75 Stück; darunter von Sr. Majestät'11 Stück, _und zwar 8 Stück Schwarzwild, 2 Stück Damnxwtld und 1 Hase.
Dte Rückkehr von der Jagd nach, dem Schlosse Königs- Wusterhausen erfolgte gegen 6 Uhr. Dte Stadt war glänzend tllmyimrt und nut Fahnen geschmüokt. Beim „Eintreffen in Kömgs-Wusterhausm empfingenSe.Ma1estät eine telegraphische Depesche von Sr. Königlichen Hoheit dem Kronprinzen, Welche erft am Vormittage 11 Uhr von Alexandrien abgegan- gen war.
Um 7 Uhr war Diner im Schlosse.
Am 30. November beförderte ein Extrazug Se. Ma- jestät und die für diesen Tag geladene ' Iagdgesellschaft bxs Halbe. Das Eintreffen auf dem Bahnhofe Halbe erfolgte ge en 9 Uhr. Daxeibst warteten _der Wagen Sr. Majestät des K“ nxgs und 30 an ere Wagen, nnttelst welcher Se.Majestät mit den )öchsten „?errschaftenf und der Iagdgcseüschaft um 9; Uhr auf dem Ren ezvous zwischen dem Jagen 110 und 116 des ?orftrevjcrs Hammer eintrafen, woselbst sich die Iägerei und 00 Treiber herctts zun 8'; Uhr versammelt hatten. Es war- den fünf freie Treiben auf Notb-, Schwarz- und Damm- wild 2c. gemacht. Nach dem zweiten Treiben war Dejeuner im Walde. Das Resultat der Jagd war: 41 Stück Dammwild, 11 Stück Schwarzwild, 1 Stück Rehwild, 4 Füchse, 5 Hansen, ZDächse, in Summa 67 Stück; davon hattenSe. Ma- jestät 9 Stück, und zwar 7 Schausterkund 2 Dachse erlegt.
Nach der Jagd begaben Se. Majestät der König 11:10 die Jagdgcsellschaft fich zu Wagen zum Diner nach dem Schoss Königs-Wusterhausen„FurUÉ, vox; wonach dcm Diner die Rück- kehr nach Berlin mitte st Extrazuaes erfolgte. Auch an. demzwei- ten Abend war der OrtKönigI-Wusterhauscn festlich illuminirt.
- Im Verlaufe der gestrigen Sißung des Hauses der Abgeordneten wurde die Vorberathunx des Etats des Ministxrnnns für geistliche, Unterrichts: und Mcdizinal-Angc- lcgcnherten fortgcfcßt. Bci Nr. 7 des Tit. 9, Revisoren und
Revisionsgchülfm bei.dem hannoverschen Konsisiorium, bean. trggtc Aba, 1)» Tecbowx :Die Staats-chicrung- aus uforder bc1_,dcm Etat pxo 1870 eine Nachweisung über die ZTeVifionZ“, Ziebuhren und die Verwendung derselben vorzunehmen.: Der ntrag wurd? nach kurzer Debatte angenommkn. Zu TTW Konfixtorcu-m m Marburg, wurde auf Antrag des Abg. Von, Hen-nxg der gqforderte neue_ Zuschuß von 4800 Thlr. ab eseht Zu Tn. 12, GeYliche und Kirchen Vesoldungcn und Zus Uff,)“ beantragte der b?" 1)1'.V1rchow: ie Summe von 2055 Thlr, zur Unterhaltung er SÖloßkirche Tzu annover abzusetzrn, ' An der Debatte bxerüber bctbciltgte-n sich die Ab g. ])1' Schlacger (Hannover), Dt'._Wi11dthorst (Meppen), Vt". irchow' MBF“ WFUZsterchr gklxsÖlkl'ch'cZ TLC Anghclegenhciten 1)» von' u er uv er 1 manz- 1111 er am mt cn ri en [' . falls 111 die Debatte cm. p s 5] ff ge1ch Bet der Abstimmung wurde die Etats -Pofition nach dem Antra e des Abg. Dr. Virchow abgeseßt. Die Sigung wurde hterau? verta t. „Schluß 37; Uhr. -- Die Zeuttge (31.) Plcnarsißung des Hauses der Ab. ?eordneten wurde von,: Prästdenten von Forckenbcck ge en 01 Uhr xröffnet. Am thftertische befanden sich der Minißer der getstlrchxn, Untermchts- und Medizinal-Angelegenheiten [),-„ „von MquZler und dre Regierungs-Kommiffarien Geh. Ober. Regzer'ungs- ati) [)1'. Knerk und Gch. Regierungs-Rath de la
Crm .
Zen crßen “Gegenstand der TageSordmtng “bildete die Vor. berathungd des Staatshausha'lts-Etats für das Jahr 1870.
, In er Vorlxerathung des Etats dcs Mtnifteriums der getstlichcn, Untcmchts- und Med1zinal-Angelegenheiten wurde fortgefabrcn.
Die Tit. 13 und 14 »Katholischer Kultusa wurden ohne Debatte bewilligt.
Es folgten die Debatten über die Tit. 15-36 »Oeffentlicher UnLerrichtc.
In der Generaxdebatte richtete der Abg. Dr. Techow eine Anfrage an_ dte'Köém'gliche Staatsre icrung,_welche der Minister der get lichen 2c. Angelegenheiten, 1'. von Mähler, dahin be- antwor etc:
Die Staatsregierung hat bis 1th das höhere Schulwesen -in den
Gymnafien und Rxalschulcn als eme innere Ein eit angesehen, und;
hat es rundsähkicb Vermieden, eine Zwiespältig eit in dcr Veauffich- ttgung c ntreten zu (affen. Ich glaube, die Königljche Staatsre ierung thut wohl daran, diese innere Einheit nicht zu zerreißen. aß in den einzelnen Anstalten die eine oder die andere Richtung Vor 11 s- weise' efördert und g-epjlegt wird, ist bedingt durch die Bedürfnisßeßsr Bevöl erung uud_der emzelnen Orte, und diesen Bedürfn-issen entgegen- zukommen, ist du Staatsregierung an allen Oxten 31cm bereit,“ fie Yanbt aber _daran festhalten zu müssen, daß eine- r ßere organische
mheit_ stat'tftnYet, die, man auf den höheren Ste en nicht1erlegm unp mcht m emc,Thctlung der Arbeit eingeben darf, die nicht zum 16?le Weder des emen, _noch des andern Unterrichtszweigcs gereichen v r e.
An der Generqldtskusfion hetheiligten sich die Abgg. Dr. Carsten, T):;- Wehrenpfeymg, Vr.- EU1ffen, 1)» Glaser, [)x'. Kosch, 1)r. Rupxzell, Schmrdt (Stexttn), 131: Virchow, Moth. .
om Abg. Dr. Vtrchow lag folgender Antrag zu Tit. 19 der Attsgaben vor:
Das „Haus der Abgeordneten Wolle beschließen: die Königliche Staatöregterung aufzufoxdern, die Minimalsäse der Gehälter der Uni- versttätslehrer im nächfton Etat zu erhöhen.
Der:A11trag wurde angenommen.
auses:
95 Haus der Abgeordneten wolle beschließen: Von dem Gehalt des Up:,verßtäts-Kurators zu Göttingen 1000 Thlr., sowie die Mieths- entschadtgung von 500 Thlrn., zusammen 1500 Thlr., als »fünftig wegfaücnd- zu bezeichnen.
erner:
ie Rcmunerationen für die Kuratorstclle an denjenigen Univer-
* d s Zu Titel19 'Univerfitätcm beantragten die Kommissarien e
fitäten, wo dieselbe als Nebenamt den Ober-Präfidcnten übertraasw
ist, also in Bres1au 800 Thlr., Köningxrg 800 Thlr. und Kie1800 Thaler, _zusmnmxn 2400 Thlr., als »künftig wcgfaUend-c zu bezeichnen. Dte Anträge wurden angenom'men. erner beantra te Abg. Uloth: as Hau§ der 2 geordneten wolle beschließen: nicht nur die für das neu zu grundende Nebenamt eines Kurators an der Universttät Marburg geforderte Remuneration von 800 Thlrn., sondern auch den dachbst geforderten Betrag von 500 Thlr. für ArbeitShülfc und BUUFZMZM aszuseßetz. A t & ag crner er ntrag der Ab . Elli en und Wind- horst (Meppen) vor: gg ff
Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: Die Königlich *
Staatsreßieru11g aufzufmxdern, spätcßens' im nächstiährigcn Etat die Summe m AuBgabe „zu stellen, welcbe erforderlich ist, um die für die Fördxrung des landxytrthsckmftlichcn Studiums auf der Universität zu (Höt-tmgcn nptbxvendtaen Einrichtungem nämlich: 1) die Einrichtung tmrs, landwnthjcloaftlichcn Instatuts, 2) den Neubau des agrikultur- cbemzsclyen Laboratoriums, 3) die Vcrlcgung dcr landwirthscvastléch Versuchsßatton von chndc nach Göttingen schleunigst in Angriff 3" nchmcn und zur Ausführung zu bringen. “
xc; verschiedenen Molen bat daFHans eineSumme von 10,
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Der. Minißcr der „geistlichen :e.“ Angelegenheiten l)_r, Mädler und der Negxerttngs-Koxynuffar Geb. Ober-Regte- "m s-Rath Lp. Knerk grtffen zu wudcrhoUen Malen m die „“Jussion ein. Der Minister ». Mühler erklärte: Es i| bereits bei_ früheren Verhandlungen in diesem Hause an- nnt worden, daß die Gehälter der Univerfixätsprofessoren an vielen Stellen und in vielen Stellen unzulänglich find mxd daß es der Staatsregierung schr erwünscht und erfreulich sein würde, eine Auf-
hsserung derselben eintreten zu lassen. Es ist Einiges darierZZsYßlzlen, rn.
diesem Zwecke bewilligt, und hat damit-Mancbcs geschehen können-
erka
uer immer noch nicht ausreichend, das erkenne ich gerne an, und ich
erde mich freuen, wenn die Staatsfinanzen in der Lage sein werden, ucb für diesen Zweck ausreichendere Summen zur Verfügung des _. u(„,s-Ministerinmk! zu fterxt. _
Ueber die Antxage m Betrxff ,der UmversiFäts- Kuratorey .ußerte sich der Munstex der getftltchcn, Unterrichts- und Medt- wax.Angelegenhettcn, wxe-zfolgt: .
Es lie t in dieser Beziehung eine Anzahl von Anträgen vor, dte, wenn ich te rccht versieht, inSgesammt ausgehen von einem ungün- ,igcn Vorurtbeil, we1chcs über 'das Institut der Kuratoren an km- Univcrfitäten auf Seiten der "Herren Antragsteller statt- nndet. Ich bedauere, daß die DiSkusfi'on darüber bei Gele cn- heit dcs Etats veranlaßt wird, während bei der Vor akze des Unterrichtsgesekcs, wo des Institutes dex Kuratoren n ausführlicher und motivirter Weist gedacht ist , memer Uebcrzcugung nach der richtige Punkt gewesen wäre, dicse nge und die darüber attfindenden Zweifel um AuZtrage zu bringen. Nachdem aber die Sache hier cm dieser telle angeregt worden ist, so daxf ich doch nicht schweigend darüber hinweggeZen und muß mecsondere -em Vorurtbcile -- denn so um ich es nennen - näher treten, welches nach einzelnen, bereits bei früheren Gele en- heiten gcfallxym Aeußerungxn „in der That, “stattfindet. FHW jlaube nämlich annehmen _zkr dürfen“, daßmch'keve-de? Herren 6
or-Ynekeza- von vier "Vo“:cmSseßUng ausgehen, das_kJustitut der Kura- ßxeé bei-"dm Universitätkn sei! .das Produkt daxcnigenTGese ebtxng, die auf;“ den Wlsbxader Beschlüssen von 181,9 ruht. Diese ormxs- sxßung'ist-eim durchaus unrichxige, wie ich nachzchiscn mx Statzde bm.
Die Einrichtung der Kuratoren bei den Uuivxrsiiaten rst eine solche, Welche fich in den Statuten fast aller Universitäten |an aus dem 16., 17., 18. Jahrhundert findet. Von neueren Univer taten nenne ich speziell Haue, wo die Statutenaus dem Jahre 169 zwei Kuratoren bcßeüen; ich nenne Göttingen, wo von der ersten Gründung der Univcrfität an ein Kurator. bestand, unZ) wo die Wirksamkeit der Kuratoren bei der dortigen Umverfitat in einem ganz besonders dankbaren Andenken lebt. Aber auch dkc älteren Universitäten aus dem 16. IadYundext haben über- all das n-ßitut der Kuratoren, wenn atx metß unter ei.nem anderen amen: in der Regel heißt er bet den, älteren Umver- sttätm *Kanzler- oder, wie bei der Königsber er Untversitä't :(70nser- mor aeaäelniaat. Unter diesen verschiedenen xamcn kommt das In- ßitut vor, die Sache bleibt aber dieselbe: der Kanzler oder der König- licheKonscrvator übt dieselben Funktionen aus, die der Kurator hat. Der Name Kurator und die allgemZine Amtsbeznchnung dcr Kuratoren haben ihre geseßliche Auspragtzng -- abgeeben von den einzelnen Statuten“ - m der Steinschcn Gesesge ung „exhaltcn. Im Jahre 1808, als die Umgestalxng der ganzen taats- verwaltung vor fich ging, wurde in dem Publtkandum vom 16. De- xzember 1808 und demnach in der Verordnung über die Kompetenzen und Einrichtungen der obersten StaatSbchörden vom 26“. Dezember 1808 auSdrückUch erklärt, daß die UntVerfitéZten unter der Di- rektion des Kultus-Minisieriums, oder , wre es „damals war, der Abtheiluüg des Ministeriums dcs Jxmern fur den Hul- ius, stehen sollten, daß aber an den' emzelnxn Univerfitaten Kuratoren sein sollten, dercn Ernemmng Semer'Ma-K-fiät dem Könige vorbehalten warde. So lautet es i-nsondcrhett in der erordnung vom 26, Dezember 1808: ' „ _
Die innere Einrichtung, die ökonounsche Kuratel, mgleichep dle Bc- rxtfun und Anstxüung der Lehrer Hcsorgt das Kuratormm und Wir Lehalten Uns vor, den jedesmaltgen Kurator besonders zu er-
nennen.
Das ,ist die Vafis, auf der die Institution steht., Auf Grtznp dieser geschlichen Basis ist nun auch im Jahre1811, ber der Boxen):- gung von BreLlau und Frankfurt zu emxr Unzverfixät, ausdruckltch an Stelle _des früheren Kanzlers und Umverfitats-Dtrektors, der an beiden U11iverfitätcn war, ein Kurator ernannt worden. Es rst fcrnxr ctxvas später bei der Stiftung der Univerfität zu Bonn auSdrückltch die Anstellung eines Kurators derselben entweder an dem Dr_te selbst oder in der Nähe von Bonn vorbehalten worden und demnachst .dte Ernennung erfolgt. Dcmsclbcn ist auch eine besqndere Jnstruktwn ertheilt worden. Alles dieses ist geschchxn, ehe dre Karlsbader Vc- schlÜffe gefaßt Wurdcü. Erst nachdem die Kaxlsbader Beschlüsse ge- fgßt waren, wurde die Stelle des Kurators m_tt Her dcs außerordent- ltchcn Regierungsbevollmächtigten _ eine Jnfixtutton, welche auf den
_ Karleadcr Beschlüffcn beruht -- vereinigt und ist mit ihr so lange
vereinigt geblieben, als die Karlsbader Beschlüssg in Kraft waren. Nachdem aber die Karlsbader Beschlüsse im Iabrx 1848 durch Bundes- heschluß aufgehoben waren, hat auch das Insutut der außxrordcnt- [ichen Regierungsbevollmächtigten bei uns aufgehört und du Kura- tlcken find wicdcr zurückgetreten in diejenige Stellung, „welcbe fie auf Grund der Stcinschcn (Hcscßgcbnng vom Jahre 1808 emzxzncbmen be- rUfen Waren. Die einzige Ausnahme, die in„d1cscr Bezt'chng sait- findet, ist hier bei der Universität Berlin. Fur Berl") 111 von An- fang an kein Kurator ernannt worden, sondern dre Lettung der (He- schältc, Welche in den Provinzen von den Kuratoren besorgt werden,
ist pon_21nfanq an “von dem Ministerium geschehen. Die Kasse der Umvctntat" wird bet der Gcmralkasse des Ministeriums verwalfet, ebenso Werixm „alle übrigen Geschäfte, für welche jonst der Kura-tzor verantwortlrch tft, unmittelbar von dem Miniserium vcrwaktet.
7 Das ist aber eben nur da 1116 [ich, wo die Universität und das
Ministerium atx, T_emselben Orte nd,“ es ist nicht 1113ng bei den Übrtigcln Umverntaten. Das" find die gesetzlichen und thatsächlichen n er agen.
Ich will tch) bemcrken, daß dieselbe Einrichtunj, wie sie hier bei upsern Uniyerntaten besteht, fast „bei sämmtlichen deutschen Universi- tgtcn fich findet. So haben wxr bei der Universtät zu München exnen Prokanzler,_ m „Erxangen einen Prof-nzler, in Tübian cmen7Kanzlxr, m_ L_etpztg einen Königlichen Regierungöbcv fl- mächxjgten m chxcn emen Kanzler, in Rostock einen Vixe- kanzler, Zn Jena cmcn Kuxator. Alle diese genannten Stellén haben diesclbsn Funktionen, welche bei uns die Kurawwn Ihen. Ich mache .das Hohe Haus auch noch aufmerksam auf die
edeutung, welche dtese Stellung hat. Auf dem Etat unserer Univer-
* fitäten ist eine Summe von über 600,0(“0 Thlr. zur Besoldung der
Lehrer und Beavmten der Unchrfitälen ausgcse t. Es ficht ferner eim S_umme vox) uber 600-000 Thlr. für die U“ terbaltung der akade- m1s cn Inßttutc auf dem Etat, also ein Geldbetrag von 1,200,000 Tha ern. Dazu kommen noch die sehr beträchtlichen Summen, Die aus den Horxorarien und den anderen Efnkünftcn der Universitäxm durch dngntverfitätSkaffen laufen. Alle diese Fonds und Mittel be“- dürfen emer Kuratorialaufstcht. Wollte man den Kurator fori- nthm- so würden wir in die Alternative gelangen, mtw-oder dtese bedeutenden Fonds und Mittel lediglich in der and you SybalternenÉu lassen, oder die Aufsicb: darüber ausschließich in die
ande von elchrten zu legen. ck glaube aber, die Herren Werden ck überzeugen, daß dies mcht w:"mschenswerth ist, Das leßtere aus dem Grunde nicht, um die akademisckzen Lehrkräfte ihren nächßm und eigentlichsten Zwecken nicht zu entziehen, und in der That kann es auch nicht verlan t Werden, daß die Männer, die ihr ganzes Lehm dcr Wissensckpaft gewi met haben, [:ck mit Kassengcschäftm TUM anderm derartigen Dingrxi bis ins Minutiö e bcsckäft1gen sollen, wie es zu der fiebern Kontxoke- einer so bedeutenden Vertvaltuug nothwendig ist. Ich glatxbe daher,“ meine Herren, wenn Sie das Institut dex Kuratox-xy „yon yyy!- herein mit ungünstigen Augen betracvtxn, so beruht das auf" der uk- richt-i en Vorausftkung, als seien die Karleadcr Beschlüsse diejW'u iel dersel en, und wenn Sie tauben, die Kuratorenämter smn r Sinckuren und xleichgüitige teilungen, dann fürchte ich, werdxn Sie, indem Sie das Institut der Kuratoren schädigen , nicht den er knen Personen oder Stellungen Schaden zufügen, sondern den Univet Um „und ihrer edeiblichen Entwicklung. Darum bin: ich Sie,-. 5“ Prüfung diesger Angelegenheit und bei Ihren zu faffenden Beschlxxffm doch recht sorßfältig iin Auge zu haben was das Wohl der Unxyer- fitätcn und er geordnete_ Gang der Öcschäfte an denselben erbe1scht.
Der Abg. 01". Elltssen zog _nach dey zusagenden Erklä- rungén dcs Regierungs-Kommtffars semen Antrag wieder zum .
Der Antrag des Abg. Moth wurde abgelehnt.
Ein Antrag des Abg. V1". Becker: .
Das Haus der Abgeordneten one beschließey, dre Königliche Staatsregierung aufzufordcrn: Bei Titel 19 auf. eme Erhöhung des Etats für die Königliche Paulinisthe Bibliothek m Münster Bedacht zu nehmen, wurde angenommen. . ,
Ferner lagen folgende Anträge vor: Zu Tut. 21. va- naüen und Realschulen: Vom 1):-. Kosch: .
Das Haus der Abgeordneten wolle beschlußen: _1. zu erklären: Der 3 7 des Reglements für die Prüfungen der Kandtdaten deZ bhv!- ren «chulamts vom 12. Dczembrr 1866, jvelcbxr' lautet: ,Ixxdxsche Schulamts-Kandidaten, Welche fich über ibreBefthgung zum hohexen Lehramt das Zeukniß einer wissenschaftlichen PcufunaS-Zommxsnan zu erwerben wünfchen , können unter den vor'schr-tftsmäßtgen Bekla- gungen zur Prüfung zugelassen Werden. Es.1| thnen aber zu eröff- nen, daß sie durch Ablegung der Prüfung emen Anspruch auf Zu- lassung zum Probejahr oder auf Anstellung in? Lehrfqche an den dem christlichen Bkkcnntniffc angehörigen öffentltchey_hél)eren Lehr- anstalten dcr Monarchic nicht erwerben. Die Reit wnßlchre smrd bci jüdischen Examinanden nicht in den Kreis der rüfungsgegm. stände gezogen : steht mit den Bestimmungen der Verfassung und dem eiuscbiagenden Bundesgesetze im Widerspruch. 11. Den Herrn Kul- tus-Minifier aufzufordern: den oben cttirtcn 8. 7. des Reglements Fortan außer Kraft zu setzen.
Vom Abg. v. Puttkamer: . . . .
Das Haus der legeordneten :ck)er bcstblreßen: dte_ Kömglghe StaaLS-Re kerung anfzufordcrn, dic Erbclnxng dcr Pmswn§bertrgge von den ehrern bei der Königlichen Rcalnhule zu Jraustadt em-
zustellen.
Vom Ab . Kmtak: _ _ Das Haasg der& Abgeordneten krone bcschlreßcn: dte König16che
Stmtsre ierun au ufordcrn, bei dem neu zu crrichtcydcn Gymna- fiuxn in JWongérlotricféx die polnische Sprache alk Untrr11chtssprache in den untern Klaffen einzuführen, d'agegen etwaxgxn Bedurfmffen 17er deutschen Bevölkerung Durch Errtaxtung sprachltchcr Paralleltlaffm
(Henüxe leisten zu wollen. „ _ “Öle Gmumldcbatte uber x(Hymnafien und Realschulen-
daucrte noch beim Schluß des Blattes fort.
- Dic außero1'de1F1Ü3e Synode für die Pr0v„inz Pommern ging, nachdem dicselpc1hrcKVerhandlungen ybcr das Proponendum , betreffend dis Revrfion dec Gcmcmdc-
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