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a en blieb der u and fieberhaft, vorübergehend trat Schwellung FergLeber ein. A?:i st6. März erfolgte eine vollständige Entfieberung, die sehr gesunkenen Kräfte beginnen sich etwas zu beben, die schmerz- haften Verdauungssiörungen kommen seltener.
Cannes, 8. März 1890. gez.: v:. C. Gerhard. Dr.H. Blanc. 1)r. A. Calm. 1)t.F.Ackeren. Das Befinden J rer Königlicheq Hoheit dex Groß- herzogin-Mutter i andauernd em sehr befriedigendxs und die gute Wirkung der Meraner Luft auf die Gesunpheit ??rer Köni lichen Hoheit nicht zu verkennen; D1e_be1 der reise von Schwerin noch vorhandenen Krankhettser chemungen in der Brust sind wesentlich zurückßegangen, chlaf und Appetit find normal und die Kräfte aben fich bedeutend g_e- hoben. Die ungünilige Witterung de_r ersten Marztage, m denen eisi e Nordwinde winterliche Kalt? brachten,_ _hat das Befinden Fer hohen Frau in keiner Weise ngchthxiltg bestti- flußt. Selbst in jenen Tagen konnte Ihre Kon1a11che Hohe_1t Dank dem regelmäßig wiederkehrexnden warmen_Sonne_nschem fast täglich einige Zeit an geschlitzten Stellen im Freien zu- bringen.
Qefterreich-ngaru.
Ueber die Ursache der gegenwäriigdn Ministerkrisis in Ungarn entnehmen wir dem „Wien. Fremdenblatt“ Fol- endes: _ _ _ _ J Am 11. Dezember 1889 soliie im Reichstageybir d1_e Petition der Raabe: Volkßversammlnng verbandelt werden, Koffuihö Heitzratbs. berechtigung sicher zu stellen. Damals _gab der_Mtnister-anfident von Tisza die Erklärung ab, es werde eine Rcdtfion des Heimaths- gese es staijfinden und Hierbei auch auf den in Rede stehender) Umland, nämlich auf Kossuth. Rücksicht aenommerz wcrden._ nget bemerkte der Minister, er halte Kossutl? noch immer _fur emen ungarischen Staatsbürger. In seiner Neuxabrsrcde__ aber rief er der Oppoéition folgende Worte zu: .Jeye Herr_en kozmtxn wohl auch beden en, ob es mit der Würde der Nation Vereinbarlich isi, daß,_wenn ein Mann Alles, was die Nation geschaffen, und_auch rte __Bereck_)j_tgung der Krone leugnet. diese im Ganzen doch gering gxschaßte_szpU-. schaft ein (Heseß schaffe und daß dieses dann durch die von ibm ver- ]eugnete Krone sanktionirt werde " _ zember ließ fich nun nicht mehr aus der Welt schaffeci. Sie wurde die Quelle der nun die Lage bebarrschenden Verlegenheit.
Großbritannien und Irland. _
London, 9. März. (A.C.) Der e_rzo von Edm- burg begab sich am Sdnnabend nach ind or, um der Königin einen mehrtä igen Besuch abzustatten. Der Herzog kehrt nicht vor Ende die es Monat? nach De_utschland zurück, und zwar wird er sich zuerst m1t dem Prinzen von_ Wales und dessen Sohn, dem Prinzen Georg, nach Berlin und später nach Coburg begeben, woselbst am _ 28. d. dteKon- firmation seines ältesten Sohnes, des Prinzen Arthur, stattfindet. __
Das britische Flottenbudget fur das Verwal- tungs'ahr 1890/91, im Gesammtbetrage 13011 _13 786 600 Pfd. terl., weist ver lichen mit dem vorjahrigen, eine Zunahme von 101200 P d._ Sterl. auf, welch? grdßtentheiis den höheren Kosten des Schiffsbaues zuzuschreiben lst. Für den Bau neuer Schiffe im neuen Verwaltungszahr ist die Summe von 6551031 Pfd. Sterl., ausschlte [ck der Kosten des australischen Geschwadexs, aUSgeworfen. Die Zahl der Mannschaften der Marine mird _um 10000 Mann auf 69000 erhöht, welche Vermehrung _die thl der neu- gebauten und noch zu bauenden Kriegsschiffe bedingt.
- 10. März. (W. T. B.) Das Unterhaus_ hat das Amendement Gladstone's, betreffend d__en ericht der Parnellkommifsion mit 339 Legen 208 Stimmen ab- gelehnt. Hierauf wurde die De atte iiber den Antrag Smith vertagt. __
- Aus Birma ist folgendes Telegramm des „R. V. em e an en:
gKanYun, 9. März. Die hiesige .Timeß“ meldet, daß in Mandalay eine Verschwörung entdeckt wurde, welcbe bezwegkte, die Stadt in Brand zu stecken, von deni Palast Befiß zu ergreifen und einen Präiendenten der Familie Alompra, Namens Moungba, auf den Thron zu setzen. Es wurdcn zahlretckxe Ver- haftungen vorgenommen.
Frankreich. _ __
Paris, 11. März (W. T. B.) Dem „Echo de Paris zufolge haben die Artill_er1_e- und Kavqllerie-Kom- missionen den kleinkglibrigen Repet_trkar_abiner, welcher für sämmtliche berittene Truypen ge_e1gnet tft, aMez nommen. Die Herstellung der_Karabmer beginnt Anfang at in der Waffenfabrik zy St._ Etienne. _ _
U-ber die dieS]"hr1gen_ Txuppenübungen bringt die „Straßb. Post“ folgende Mttihetlungen:_
Das 1. und 11. Armee-Corps (Lille und Amiens) wxrden iznter dem Oberbefehl des Generals Bilchx gegeneinander uzanöonren; die Manöver sollen einschließlich der fur die Zusauimenziebung und Orisunterkunft nöthigen Zeit 20 Tage dauern. Bei dem 17., U., 711., LK, I, Kl., Till„ Ü71„ T71]. und FUUX. Corps werden nur Divisions-Manöder von 151ägiaer Dauer qbgebalten; beim RAU. Corps verlängern fich dieselbexi um ziyet Tage, um die beiden weit auseinander gelegenen Divifionen naher aneinander zu bringen. Die in Lyon garnisonirenden Truppen des F111.Arjziee= Corps (Clermont-Ferrand) werden vor Beginn der_ Corps-Manovec des )(17. Corps besondere Uebungen abhalten. Bei _dem 111., 71, 7111, F1]. und 2117. Corps werden pur Briggde-Manöver stattfinden, Welche, Hin- und Rückmarsch in das Manoverfeld ein- bcgriffsn, nur 13 Tage dauern werden. DJS T7. Armee-Corys hält keine besonderen Herbstmanöver ab, da fur dieses_Uebungen in den Alpen angesetzt sind, welche weitere Manöver uberflusfig m_acben; Die Garnison von Paris wird sich zum größten Theil an kxmerlet Manövern betbeiligen; es erstreckt sich 13th auf die 9. Division, sowie auf die 11. und 12. Infanterie-Vri ade. _Jm _L_a er von Chalons werden die 3. und 5. unabhängige_ avallerie-Divi ori vom 1. bis 12. September unter Oberleitung de_s Divisions-Generais L Hotte üben. Bei der 3. Division wird die 2 KavaÜerie=Brigaie, welche an den Manövern bei einer der Divisionen deb 1T. Armee-Cvtps (Tours) ibeilncbmen soll, durch die Küraffier-thkiade der 1. Dwisiqn erseßt. Die drei reitenden Batterien der 5. Div _sion marschtren mtt dieser, wvgegen die beiden reitenden Batterten_ von Cbalons und die 12. Batterie des 31. Artillerie-Regrmenis _zur . Division übertreten. Alle übrigen Brigaden der unabhangigen Ka-
' vaUerie-Divisionen, rrelche nicht in das Lager von Cbalons abrücken,
werden achttägige Brigade-Uebungen abhalten, während die Vri aden
der CNPSKQVUÜekie, mit AUSnahme derjenigen des 111. und 117. orps You“! Md Marseille), an den Manövern ibrer Corps tbeilnebmep.
le Jnfanterie-Brigade des 111, Armee-Corps wird jedoch nur em §Yeloton Kavallerie für die Manöver erhalten, welcbeci aus den kauften Schwadronen dieses Armee-Corps gesiekit wird. Beim 11. _Armee-Corps (AmienS) wird eine provisorische Kavallerie- *DÜUÜM aufgestellt, welche unter dem Oberbefehl ies Didifions- -S!nerals de la Saile, Inspecteurs der 1. Kavallerie-Jnspeknon zu
,-Cö pidgne, üben wied. u dieser Divifion treten die 2. und 3. szaiierie-Brigade des betZffenden Armee-Coips (CompiiUne, Abbe-
,21
Aber die Zusage vom 11. De- „
viiie-Rouen, Evren , wäbrend die zur 1.Inspektion gehörende Brigade des 1. Corps durchie 4 Dragoner-Brigade (Sidon) erseßt werden wird. Beim !?. Armee-Corvs wird die Kavallerie iiur _ Brigade- Uebungen abhalten. - Für die Infantexie-Compngen ist_ eme Durch- schnittsstärke von 150 Mann vorgeschrieben. wahrend die Kavallerie im Regiment mit 420 Reitpferden in der Front ausrucken soli.
talieu.
Rom, 10 März. ( . T. B.) In der _Dxputirtey- kammer tbeilte der Vize:Präfident di Rydxni _beute Mit, daß der Präsident der Kammer V_19nch1er__1 seme Ent? lassung eingereicht habe. Ddr _Mimßxr-Prastdent CUSpi ersuchte die Kammer, die Demission nicht anzunehmen, was auch einstimmig beschlossen wuxde. In Folge dessen_er_- klärte Biancheri heute Abend dem Vtze-Präsidenten d_i Nudity, welcher ihm das Votum der Kammer mttthxilte, er ziehe die Demission zuriick und werde morgen Wiederum den Vorfiß fiihren.
Türkei. __
Von Creta liegt folgendes aus Canea, 10. Marz, datirte Telegramm des „Reuter'schen Bureaußk vor_: In Folge Interpellation des britische_n Kdnfuls Btitottt wurde das Urtheil gegen die drei Mrtglteder des erwaliungs- ratbs von Rhetymo aufgehobexi, nachdem d1eseibex11bre Diz- mission zurückgezogen hatten. S cha ktx P as ck)a_ hat sich in Biglßi: tung des britischsn Konsuls 1111de170th Pascha s nach dem Distrikt von Kissamo begeben, l_lm eme strenge Untersuchung anzustellen wegen angebiich ungerechter_ Behandlung de_r Christen Seitens der gemischten Komm_iss19n, welche die staatlich gewährten Unterstützungen unter die bei den früheren Unruhen Geschädigter: zu vertheiien hatte
Griechenland. _ _
Athen, 10. März. (W. T. B.) Die _Dxputirten- kammer wählte Angerinos wieder zum_ Pra__f1denten.
In der Nähe von Elassona WUTHL eme Rauberbande von türkischem Militär nach heftigem K_ampfe ganzlich zerstreut. Von den Räubern wurden 6 “getödtet und 2 ge- fangen; die türkischen Truppen hatten emen Verlust von mehr als 20 Todten und Verwundeten.
. Rumänien. __
Bukarest, 10. März. (W. T. B.) Im Senat erklarte heute auf eine Interpellation Flore-Zxo's wegen des in der griechischen Kirche in Sulmq iiblichen berauches, in den Gebeten den Namen des Kö111g§ von Griechenland vor demjenigen des Königs von Rumänien zu nenne_n, dN: Minister des Auswärtigen Lahovary, es beruhe dies aux einem Beschluß des Ministerraihs vom Jahre 1873, welchen der Jnterpellant selbst untsrzetchnei habe. Schl1€ßllch wurde mit 53 gegen 40 Stimmen die emfache_Tagesdrdnung an? genommen. In derD ep u tirte 11 kam in er mterpellirte P a [ad 1 den Ackerbau-Minister PducSSco wegen dsr Ernennung von Beamten. Der Minister ?NVidetE, er müsse darauf_ bsstxhen, daß jeder Tadel wegen dieser Ernennun en ungerecht sei, er uber- nehme allein alle Folgen des VeschluZeS der Kammer gegen- über. Der Ministar:Präsident Mano erklärte,_ ZWS gcxnze Kabinet sei solidarisch mit dem Ackerbau-Mmifter, 1ede __EXnJscheidung, welche einen Minister treffe, treffe Das ganze
a inet. .
Serbien. _ _ Belgrad, 10. März. (W._ T. _B.) Die Wahl des StaatSraths erfolgte wegen eines 111 der Wahilifte vor- gekommenen Jrrthums erst heute. Auf Grund eines Kom- promisses zwischen der Regentschaft und der Regierung wgrden 10 Radikale, 5 „Liberale und _1 nexitraler Ka_nd_1dat gewählt. Unter den Gewählten befinden sich sechs Minister.
Bulgarien.
Sofia, 10. März, (W. T._ _B.) __Jn maßgxbendezi Kreisen glaubt man in Bezug auf die Mysion de_s bulgari- schen Vertreters Vulkowits ck “'n Konstantinopel, die Pforte werde keinerlei Schritte wegen Anerkennung dZs Prinzen Ferdinand bei den Mächt€n thun._ In der Prßise wird jedoch die Rogierung fortgeseßi ansgefordext, ihr Möglichstes zu tbun, um die gegenwärtige Lage zii cindern; die Frage der Konsolidirung Bulgariens hänge_emz1g und aUein von der Proklamirung der vollen Unabhängigieit _ab.
Mehrere Offiziere? wurdcn wegen Unzuverläystgkeit aus den Listen der aktiven Armee gestrichen und zur Reservs
gestellt. Afrika.
TranSUaal. Pretoria, 9. März. (R. B.) Die Regierung von Tranthaal empfing vom Gouverneur von Natal ein Telegramm, in welchem das Verhaltsn der Engländer, die an den jüngsten_ Ruhestörungen in Johan nesburg theilnahmen, scharf getadLLt und Bedauern über die Vernichtung der Trandvaalflagge ausgedrückt wird. Die Regierung der Republik betrachtet, wie es hLißt, die Un: ordnungen nicht als ernst und beabsichtigt nicht aus dieser Veranlassung strenge Maßregeln zu ergreifen.
Parlamentaristhe Nackwickxteu.
Der Bericht der )(. Kommission des Herrenhauses über den Geseßentwurf, bxtrerxnd Rentengüter, ist erschienen. Die Kommission hat 111 §. 1 und 3 einzelne redaktionelle Ab- änderungen vorgenommexi _und zu §. 1 den Zusaß gemacht: „Das Rentengut muß fret von den Hypotheken und Grund- schulden des GrundstückS, von dem _es abgetrennt wird, be- gründet werden.“ -
- In der heutigen (25) S_ißung des Hauses der Ab: eordneten, welch_er der Munster des Innern, Herrfurth, Feiwohnte wurde in dritter Berathung der Ges eßentmurf Behufs Abänderung des Geseßes vom 6. Juni 1888, betreffend die Verbesserung der Oder und der Spree 2c., ohne Debatte angenommen. _
Zu der dritten Verathung des GeießentwurfS, ba- treffend die Abänderung de_s §. 19 Absatz ] dss PensionSgeseßed vom_ 27. Marz 1872,_ beantragte der Abg. Rintelexr, die Bestimmungen des GeießW auch auf die im Privateisenbahndtenst _verbrachtx Zeit aUSzudehn-en.
Der Regierizn s : Komnnffar Regierungs-Rath Seydel bemerkte, daß bei ebernahme solcher Bsamten in "den Staats-
dienst mit denselben bereits ein festes Abkommen etroffen sei.-
Der Abg. H an s e n und der NeYerungOKommi ar Geheime ;inanz-Rath Heller baten, den ntrag abzulehnen, da das Zustandekommen des Gesetzes dadurch gefährdet werde.
Der Antrag Rinteien wurde abgelehnt und der Geseß- entwurf unverändert angenommen.
Der Gesehentwurf, betreffend die_Abänderung des §. 11 des Geseßes über die Pensionirun?_ der Lehrer und Lehrerinnen an den öffent ichen Volksschulen vom 6. Juli 1885, wurde unter Ablehnung eines Abänderungöantrags des Abg. Meßner in dritter Be- rathung unverändert angenommen.
Der Entwurf einer Haubergordnung für den Kreis Altenkirchen gelangte auf Antrag des Abg. .Im- walle 811 bloc: zur Annahme.
Bei der dritten Berathung des Gesetzentuzurfs über die Aufhebung des Königlich bayerischen Gesetzes vom 25. Juli 1850, die Einrichtung des die Kunststraßen im Königreich Bayern befahrenden Fahrwerks betreffend, (Bayer. Geseß-Bl S. 321) nebst der zusäßlichen Bestimmung vom 1. Juli 1856 ZVayer. Ges.-Vl. S. 136) für den Bereich der vormals
ay_erischen Gebietstheile des Regierungsbezixks Kassel, betonte der Abg. von Rauchaupt die Dringlich- keit des Erlasses einer Wegeordnung.
Der Geseßentwurf wurde unverändert angenommen, ebenso o ne Debatte in dritter Berathung der Ge_s eß- entwur , bstreffend Abänderungen der geseßltchen Bestimmungen über die Zuständigkeiten des Ministers der öffentlichen Arbeiten und des Ministers für Handel und Gewerbe, und in zweiter Berathung der Geyeßentwurf über den Ansatz der Zinsen von den aus dem vormaligen Stadlbuch von Altona in das Grundbuch übertragenen Hypotheken im Zwangsvollstreckungsverfahren.
Zu der zweitén BZrathung des Gesetzentwurfs. be- treffend die erleichterte Abveräußerung kletizer Grundstücke sprach der Regierungß-Kommiffar Geheime Ober:Finanz-§)iath Raihjen gegen die von dem Zerrenhause eingefügte Besiimmung, wonach die Unschädli keitSatteste g(bühren: und jtsmp'elsrei sein sollen.
Der Abg. Sombart befürwortete den Beschluß _des Herrenhauses, der Abg.Freiherr von Zedlitz und Neukirch dxaiitragte die Ueberweisung des betreffenden Artikels 11. an dv: Agrarkommisfion, um dort eine Einigung mit der Staats- regierung herbeizuführen. =
Das Hays beschloß dem le teren Antrags gemäß.
Der Geießcntwurf, betre end das zulässige La- dungSgewicht und die Beleuchtung der“ Fahrwerke im Verkehr auf den Haupt: und Nebenlandftraßen sowie aux den wichtigeren Nebenwegen derProymz Schleswig-Holstein, mit AUZnahme des Kreises Herz_ogthum Lauenburg, wurde auf Antrag des Abg- Hanwn, d€r_von dem Abg. Kahlke unterstüßt wurde, an die um 7 Mitglieder zu verstärkende Agrarkommisfion zur Vorberathung überwiesen.
DQ" R9chenschaftsbericht über die Verwendung der flü1stg gemachten Bestände der im . 94 der HinterlegungH-Ordnung vom 14. März1869(G€1€ß- Samml. S. 249) bezeichneten Fonds und der im §. 95 Abs. 3 daselbst erwähnten Gelder für das Jahr 1889 wurde durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt.
Für die Rechnungen der Kasse der Ober-Nech_- nungskammer fiir“ das Jahr vom 1. Aprtl1887/88 wurde Dechgrge ertheilt.
_ Die erste Berathung des Geseßentwurfs, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Staatshaus- halts-Etat für das Jahr vom 1. April 1889/90 wurde ohne Debatte erledigt und eine Kommissionsberathung nicht für nöthig erachtet.
Es folgte die Fortseßung der zweiten Veratbung des Entwurf?- des Staatshaushalts : Etats für 1890/91 , und zwar des Spezial = Etats „An: siedelungskommission für Westpreußen und Dosen“, und in Verbindung damit die Berathung der
enkschrift über die Ausführung des Geseßes vom 26. Ap ril 1886, betreffend die Beförderung deutscher An- siedslungen in dsn Provinzen Westpreußen und Posen, für das Jahr 1889.
Ab . Rickert führte aus, daß die Regierung mit den Polenge eßen dieselbe Erfahrung mache, wie mit den AuMahme- geseizen gegen das Centrum und di? Soziaidemokraten. _Das Er: gebniß sei eine Verstärkung dxs polnischen Elements. Die Wahl: statistik beweise dies deutlich. Der Vorwurf und die Entrüstung, daß die Freisinnigen bei den Wahlen mit den Polen zusammen? gegangen seien, sei unbegründet. Der Abg. von Czarlmski habe das schon gestern dargelegt. Bei friihereii Wahlen hätten übrigens wiederholt *die Konservativen polnischen Kan- didaten ihre Stimme gegeben, ohne die gleiche _Scham i_md Entrüstung zu empfinden. Die Polcn seien gleichberechtigte Staatsbürger und müßten als solche behandeit _werden. Andererseits sei es selbstverständiich, daß die Freisinnigen das Deutsche Reich ebenso intakt halten woiiten wie der Abg._von Puttkamer-Plauth. Deutschland sei groß enug, allen Yemen ?_Staatsbürgern diejenige Freiheit zu gewä ren, deren sie be-
iirften.
Abg. von Körber wünschte, daß die großen Weitläufig- keiten bei der endgiiitigen Austhuung der Ansiediersieilen Seitens der Kommisjion möglichst vermieden würden_ und sprach im Uebrigen seitie Befriedigung iiber die Thätigkeit der Ansiedelungskommission aus. __
Abg. Szmula meinte, daß nach Ablauf der Freuabre die Ansiedler froh sein würden, ihres biiiig erworbenen B9- siyes sich wieder entledigen zu können. Ob die Schwaben, die in ihrer Heimath ihx gutes Aquommen gehabt, nach deri Freijahren es auch in der Ansiedelung haben würden, sei mehr als ungewiß. Die Kommission habe noch ehntau ende vo_n Hektaren in eigener Verwaltun , es fehle alZo an olq: nisten. Wsnn die Regierung den orwurf der Protestant)- simng der polnischen Landestheiie abwälzen wolle, sollte ste die Anträge der Oberschlesier, die sich ansiedeln wollten, mehr berücksichtigen. _ _
Abg. von Tiedemann (Vomst) bemerkte in Bezug_ am die gestrige Rede des Abg. Windthorsi, paß derselbe Wieder einmal nöthig gehabt zu haben scheine, die Alarmtrommel zu rühren, um alle seine Mannen usammenzuhoidn, _und x;_egen den Abg. Rickert, daß ganz zweifel os 4-_-500 freismmge _Wahiixr der StadtGraudenz für den Polen gestimmt h_ätten. Die Kritik des Abg. von Putikamer-Plauth gegen die _Llysiedelungs- kommission sei übertrieben; die letztere habe 111 1eder_Bez1_e- hung das richtige Maß eingehalten. Man müsse 1th m [an samerem Tempo forts reiten und Zeit gewmnen,_ urxi zz: prii ;n, ob die bisher be olgten Grundsätze auch die richti- gen eien. _
Abg. von Jakdzewski wiederholte, daß Seitens der Polen nur Gerechtig eit verlangt werde, und daß man endlich
Ft _der Erkenntniß kommen werde, daß mit diesem Geseß dem neden nicht gedient sei. - _
Abg. Graf zu Limburg-Sttrum führte aus, daß das AysiedlungSgeseß ein Geseß der Abwehr und nicht des An- ßnffs gegenüber der polnischen Bevölkerung sei. Die von
em Abg. Windthorft getadelte_ Politik gegen die olen be- nz _e auf preußischer Tradition. Dcr Abg. indthorst b1_1ge das Eintreten der Dänischen für die Polen bei den Wahlen, _wäbrend der Abg. Rickert dies heute abgeleh_nt_ habe._ Die Verquickung der nationalen Frage mit der _reiigiösen sei zu bedauern. Es sei nicht die Absicht, die Parität zu beeintxächtigen. '
_ Abg. Dr. Windtyorst widersprach dem, daß das, was die Regierung m_Vosen_ und Westpreußen thue, altpreußische T_radttion set. Die Politik habe sehr gewechselt; es sei bald die der Strenge, _bald die der Milde gewesen. Die Regiments- fuhrung bloß mit_ der physischen Kraft und der Macht des Schwertes reiche mcht aus. (Schluß des Blattes.)
(Der Schlußberichi iiber die gestrige Sißung des Hauses de.“ Abgeordneten befindet sich in der ErsienVeilage.)
- Bei der im 4. Aachener Wahlbezirk (Erkelenz) stattgefundenen Ersaßwahl für dsn Landgerichts-Nath a. D. L_ongard, xvelcher sein Mandat niedergele t bat, ist der _Amts- richter Freiherrdon Eynatten in Jüli (Centrum) mit 311 Stimmen gegen den Proxeffor 1)r. Fabri in Bonn (konservativ), welcher 7 Stimmen er islt, zum Mitglieds des Hauses der Abgeordneten gewählt worden.
_ - Nach einer Mittheilung der „Freisinnigen Zsitung“ ist dxr Abg. Eugen Richter aus dem Voxstand der Landtags: fraktion der freiiiimigen Partei au-des ch1eden.
Zeitungsftimmeu.
Das „Deutsche Tageblatt“ schreibt:
„Tie „Frankfurter Zeitung", die .Germania“ und einig? andere Blätter fahren fort, sich für die Entscheidung der Konservativen, eine Steue in dem neuen Reichstags-Präsidium anzunehmen, in? Zeug zu l-aen._ Dieses Iniereffe ist auch begreiflich; denn die aufgkwandten thaien werden Niemanden darüber täu1chen, daß das vorscbwcbende
isl die Eklangung eines Akies Seiiens der Konservativen ist. der in aller Form die Sprengung des Kartells ausspricht, die Wieder- bersieilung des status quo auts 1887 anerkinnt und den jeßt hinter uns liegenden Wahlkampf wir einem sckzönkn Schlußetikeit versieht.
Wenn übrigens unter den ins Feld geführten SÖein-gründen auch der_Him-veis darauf tin? Stelle gkfunden hat, daß wir uns durch ein ReichstagE-Präfidium, Welches einen Centrumsmann, einen Freisinnigen und einen Sozialdemokratsn umfaßt, vor dem Ausland biamiren würden, so möchten wir_doch bsmeikcn, das: wir uys mehr, als durch das Wahlergibniß selbit und den so erbrachten Biwsis, daß für MiÜionen von deutschen Wählern Höhere patriotische Gisicthvunkte nicht vorhanden smd, geschehen, nach keiner Seite bloßsiclien können. Es würde auch ein_ganz vergeblicbes Bemühen sein, die Sprache der Thatsachen xu vermischen und fich einen (Erfolg davon zu versprechen, wenn wir übkr einen kiaffenden Schädeibrucb rosa Löscbpapier pflastern.“
Dasselbe Blatt bxingt folgende Betrachtung über die „Krücken des Deutschfretsmns“:
.Die deutschfreisinnigen Organe werden nicht müde, stolz auf den „überraschendxn Aufschwung“ der freisinnigen Partei hinzuweisen. „Das; ein liberaler Hauch durch das Volk gebe", so meint die „Vossisgbe Zeitung“, „batte maxx gewußt. Aber seine Stärke war unter1chaßt worden. . . Es i_it nicht zu der_kennen, daß die frei- sinnige Partei, sowvbl tm Widernaxide wie im Angriffe eine größere Kraft bewies_en bat, gls die Kartellparteien ..... Die Stichwahlen haben die kubnsterz Poffnyngen dcr freifinnigen Partei übertroffen.“ Wenn man sich diesen „liberalen Hauch“ etwas näher betrachtet, so wird man finden, daß _derfelbe_ an fich gar nicht genügt hätte, auch nur das bisherige O_auflein der Freisinnigen wieder zusamEezizubiasen. _ Obne Hiilfe des Antikartelis und in den Stichwablen iogar des Karteiis wäre von einem kräf- tigeren liberalen_ Hauch gar nichts zu spüren gewesen. Die dem .Freifinn' in Folge der chenseitig kolportirten Phrase dom kleincren Uebel eng befreundetcn Sozialkemokraten stellen denn auch folgende_Weertlich anders anmuthenre Rechnung zusammen, die in den meisten Otücken,_besondek§ aber, soweit fie die Umsturzvartei selbst betrifft, wobl_ stt_mmen rdird. Es_ist dabii zu bemerken, daß es fish bier nur um die Hülfe bet den Stichwahlen handelt; bekannt- lick) aber find auch in den HauptWahlen schon Centrumßwäbler wie Sozialdemokraien, da wo die genannten Parteien keinen eigenen Kandidaten aufgestel1_t, oder, wie in Hagen das Centrum, darauf zu Gunsten des Deutswircssmns verzichtet hatten, für das „Produkt des libcralen HaucbeS' eingetketc'n. Dkk erwäbuts Artikel des sozial- demokratischen Organs lautet: _ _
„„Von wem hat die freiiinnige Partei in den Stieb- wablen Hülfe empfangen? Die Ergebnisse derjenigen Stieb- wablen, bei welchen die freisinnige Parteibctbkiligt ist, liegt;: größien- theils vor. Die Unterstü ung des Centrums erhielt der Freisitm in Homburg-Höchst, _ariS-uhe, Löwsnberg, Oblciu-Nimptscb- Strehlen; nur in dem ersten iir genannten Wablkreise war das Centrum ausschlaggebend. Von der Haltung des Centrums und der Soziaidcmokraten war die Wahl des freisinnigen Kandidaten abhängig in Sagan - Sprottau und Schweidniß - Sirie au. Turck) entschxidende _Untersiützung des Kartells tigte der Freifinn in Berlin im 2. und 3. Wahlkreise in Stettin, Brxslau-West, Rostock, Lennep. Gotha (und Kiel nicßt zu vergeffen); diefe sieben (bezw. acht) Wahlkreise,_m welchen die freismnige Partei am 20. Februar nicht die relative Mehrheit erzielte, wiirden Sozialdemokraten zygefallßn sein, wenn das Kartell nicht dem Freifinn zu Hülfe_ geetlt ware. Yagegcn erhielt der Freisinn sozialdemokrattsche Unterstußung in: Potsdam - Ostbavcliand, Zittau, Sorau, Waldenburg, Wolfenbüttel, inedberg (Hessen), Jerichow, Arnswalde-Friede- berg, Altena-Jserlobn, Danzig-Stadt, Querfurt-MerseburF, Bunzlau- Lüben. Lie niv-Goidberg-Hgynau, Lauenburg, Weimar, Ko urg, Nord- hausen, Yßüblbausen-Langensalza, Eschwege-Schmaikaldxn, Oldenburg, Deliksch-Bitterfeld. In den acht ersten von diesen Sißen_ waren die sozialdemokratischen Stimmen entscheidend _Die genamiten Stve gewann die freisinnige Partei in der Stichwahl; die Wahlkreise, in welchen sie von den Sozialdemokraten lebhaft i_interstü t_ wu_rde,_aber troß_- dem unterlag, smd nicht mit aumezählt. te Liste ist auch sonjt noch nicht voliständig, da noch Stichwablen außsteben_. In mehreren Wahlkreisen sind die sozialdemokratisgpen Stimmen voli- zählig auf den freifinnigen Kandidaten ubergegangen, so z. B. m Waldenburg und Bernburg. (In Waldenbuxg erhielt am 20. Fe- bruar der freisinni e Kandidat 7200, der nationalliberale 7188, der sozialdemokraiiscbe 100 Stimmen; in der Stichwahl wurde der_ frei- sinni e Kandidat mit 14200 Stimmen _gegen den Kartelikandidaten mit ;7580 gewählt; in Bernburg wurden in _der Haupkwabl abgegeben 11 895 najionailibecale, 6643 freismmge und 5667 sozial- demokratische Stimmen; in der Stichwahl _ sind _gezäbli 13 209 nationaliiberale und 1? 389 freisinmge Stimmen- Um Hülfe jbeils von links, lheils vpn rechts zu bekommen, erklärte der Freifinn in dem einen Wahlkreise: .Wir__ wollen mit der Sozialdemokratie eine weite Str_ecke _zusammengeben , und in dem nächstbenachbarten bezeichnete er die Ziele der Sozialdemokratie, oder, was er für diese Ziile auögiebt, als den Untergang “der Kultur. Hier
hielt er am Manchestertbum und det Schein-Sozialreform fest; dort kxeberdete er sich als reund der Arbeiterklaffcn und der volkstbüm- ichen Sozialreform. er Freisinn besiyt im neuen Reichstage über 60 Siße. Dafür aber ist ibm wieder einmal unverkennbar der Stempel einer halilosen Kompromißpartei aufgedrückt."
u den_Unter_suchungen über die eigentlichen _Ursachen des Wah er ebmffes liefert die „Deuts e_voliswirthschaft- liche orrespondenz“ folgenden extrag: ,Das_Wablresultat ist durchaus kein solches, daß es einen Erfol der Agitation gegen die LebcnSmittelvertbeuerung bedeutet, und da? etwa die Nationalliberaien besser daran gewesen wären , wenn sie, wie die _.Nat-Ztg.“ meint, gelegentlich der Getreideiolifeage „zur grundsaßlrcben Opposition abgeschwenkt wären“. Was lebrt denn der Ausfall der Wahlen gerade mit Rücksicht auf die Getreidezöüe? Doch nichis andexes, als daß gerade diejenigen, welche die Vertretung der landwmbscbanlicben Interessen auf ihre Fahne geschrieben haben, sqmmt und _sonderI wiédergewäblt worden sind. Das Centrum und die_Konservaiwcn, welcbe im 1887er Reichstage zusammcn mit 180 Stimme;! vertreten waren, kehren 1890 mit genau dexselbenStimmen- zabl zuruck. uiid cs ve:schlägt Wenig, daß die Konservativen einige Mandczte verioren, dss Centrum dafiir einige gewonnen bat. Was aber dte_Nationalii_beralen anbelangt, so möge doch die „Nat.-Zeit.“ fi_ch _ etnmal_ gutigft die Namen _ derjenigen Mitglieder dieser Partei ansehen, die im ersten Wablakte gewählt wdrden smd; fie wird dann finden, daß unter diesen Gc- nxahitin ganz dorzüglich solche Namen zu findkn sind, die seinerzeit fur die Getreidezoiierböhurig gestimmt und damit die Solidarität aller wirtbschaftncbkn Jntercisen anerkannt haben. Eben weil die nationalliberali' Puttei der Mehrheit nach stets auf dem Qui 7176 stand und sich bereit erklärte, die landwirtbscbaitlicbcn Interessen über Bord zu ivet'isn, bat sie im Wesentlichen den industriellen Interessen gcsckyadst. Die JndusirieÜen mußten sich mit Recht iagen_, daß _ dic Preis*gebung der landwirjbsckxaft- lichen Interesten der Anfang vom Ende wäre, und daß der einseitige Schuß der industriellen Arbeit nicht aufrechx ;,u erhalten sein würde, w_enn m_an _zu der Durcbiöcberung des bciteberiden Schußzoiisystems leichtfertig dl? Hand bieten wollte. Die industriellen Inter- esierz _ wir betonen es zu wiederholten Malen _ werden, wie die Verhaltnisse nun einmal liegen, am sichersten _durch strenges Jestbalien an der Vertretung der landw1rtbschafiiichen ntereisen gefördert, und zweifellos wird das ganze Schus- zoÜsystem über den Haufen girannt _werden, Wenn es gelingt, durcb Aufhebung des Schußes dcr landwirtbschafilickpen Arbeit Bresche in das System zu legen."
Statistik und Volkswirthschaft.
Dem Deutschen Bauernbund
ist auf das gestern an dieser Stelie (*rwäbnte, an “cen Reichdkanzler Fürsten von Bi6marck gerichtete Telegramm, ivie dic „Nat. Ztg.“ mittbeiit, folgende Antwokt zu,;xgangeii:
„Dem Deutschen Bauernbunde danke ich herzlich für seine freun?- lick1e Begrüßung. Ick wxrde. soweit meine Kräfte reichen, gern fort- fahren, dafür zu wirken,. daß die Landwirtbscbaft, ais eri'ies unis: den vatetländischen Gewerbcn, durch unsere GeseFJebung gepflegt und von steuerlicher Ungleichheit nach Möglichkeit be rei! werde.
von BiSMarck.“
Land- und forstwirihichaitlickpe Unfallveriicherung in Baden.
Die „Karlstubgr ZW.“ schreibt: Mit dem 1. Oktober 1888 ist die land- und_ foritw1r1bschaffliche Unfallversicberung ihrem voiicn Umfazige nach1m_ Großherzoaihum Baden in Kraft Aefketén. Bei der fur das Gebiet des Großberzogtbums niit dem Sitz in Karls- ruhe errichteten laxidwirtbscbaftlicben Berufsgenossenscbaft find seit dem Beginn der Wirksamkeit des GeseYes bis zum 1. Januar 1890 im Ganzen 968 Unfallayzeiaen eingclau en.
_Die Za_bl der in dieser Zeit entschädiqung§pf1ichtig gexvordinen Unfaiie bxtragt 202, und zwar wurden Entschädigungen festgeteßt:
beim Tode des Verungklückten in. . 67 Fällen, bei dauernd völliger oder tbeilweiser Er- _werbSunfäbigkeit in . . . . . . . . _ber vorübergcbender ErwerbSUiifäbigkeit in 84 .
Die Sumxne der ausbezahlten Entfchädigungßbeträge berechnet
fich. dorbebaitltcb einiger kléinen Aenderungen, wie folgt: Kosten des Heilverfahrens . . . . . . . 531 „76 19 Renten an Verletzte . . . . 10 584 - Beerdigungsfofien . . . . . . 2084 55 Renten an Wittwen Getödtcter 2 391 30
. , Kinder Geiödteter . . . . 4265 30
. , Ascendenteu . . _. . . . . . 114 15
. , Ehefrauen: in Krankenhäusern 90 45
, . Kinder untergeht. Verleßter 167 40
Kur- und Verpflegungskosten in Krankenhäusern 2118 . 89 . zusammen 22 347 „44 23 .es
Dabei ist übrigens zu beachten, daß für di? in de_n eritxn drei- zehn Wochen nich) Cintrii't des Unfalls entstehenden Kdiien (fiir Arzt, Apotheke, sonsiige Heilmijixl und Kranksnhauspfleqe) nich die land- wirthschaftixihc Berungenoßenschafi, sondern die Krankenkaffxn anf- koxnmen, bei welchen alle [und und forstwirtixscbaftlicben Arbeiter und Dienstboten, sowie auch ein Theil der Unternehmer (die sogxnannteii unständigen Arbeiter) nach dem Außführungßgeseß verficherk„'1nd- Dkk Kosten der ersten Einrichtung der landwirtbsckzaftiichen Bernisaendffen' schaft (darunter etwa 12000 ckck Kosten dék erstmaligen Citifcbaßung dcr lazid- und iorsiwirtbscbaftlichen Betriebe zur Unfaiivrrßcberung) und die Verwaltungskosien betrugen bis zum 1. Januar 1890 rund 25 000 „“
Die Summe, welche im Jahre 1890 ans die Unternehmer land- und_forstwirtbschaftlicher Betriebe umgelegt werden muß, berechnet sich annaFrnÉ YZ) f__o_lgt: __ _ _ _/ Z |___
U ä gungs eträge ammt 00 o u ag zum Reservefonds rund . . . . . . . 45 000 .“
*!*..._E_
2) Vervoaltungsaufwand und Kosten der ersten
Einrichtung ungeiäbr. . . . . . . . .25 3) Betriebsfonds für die künftige laufende Ver-
waltm-.g,........,..-
4) Kosten für Erhebung dsr Umlagen etwa
zusammen .
Diese 85000.“ find auf ungefähr 235000 land- und forst-
13000 . 2002 . . . 85000 «s(-
xviktbscbafxliche Betriebe umzulegen. Dii- Umlaze steÜt sicb hiernach im Jahre 1890 für einen Betrieb durcbscbnittitcb auf _36 H. Der ArbeitSwertb, mit welchem obige 235 000 Betriebe gemaß §. 11 des badischen Geseyed vom. 24 März 1888 zur BeitragßerbTbuyg em- ZEscbäyt sind, wird sich annähernd auf die Sumine _von 95 Millionen Mark berechnen. Die Betriebe der ersten (medrtqsten) Klasse des Einschäßungskatasters mit durchschnittlich 100 Arbeitstagsn werden aufgerundet je 20 .-_z Jahresbeitrag zu _entricbtezi haben. _ Ent- sprechend höher wird der Betrag für die Betriebe de_r ubrigen vier Klaffen (zu 111rchschnililich 200, 400, 700 und 1000 Arbeits- tagen) sein; doch ist auch für die Betriebe der _funften (höchsxen) Klasse mit 1000 Arbeitstagen der Beitrag noch mäßig; e_s wird nam- liÖ- je nach der Höhe des durcbscbnittlrcben Tagesarbeitsvexdienstes, wie er für den betreffenden Bezirk festgeseßk worden ist- M dieser fünften Klasse der Beitrag 90 -_Z bis 2 .“; betragin.
Durch Entrichtung dieses verbältnißmqßtg geringen Beitragd er- wirbt sich jeder Unternehmer das Recht, bet vorkommendexi Unglucksz fällen die gescßiicben Entschädigungen bet Verletzungen fur sich. bei Todesfällen für seine Hinterbliebenen zu beziehen, und er versichert
damit in gleicher Weise seineAngebökigen, die im Betriebe mithelfen, sowie seine Diensiboten und Arbeiter, welche diese Vortheile genießen,
[?xöjeendaß fi? selbst einrn Pfennig für ihre Versicherung zu bezahlen
Submissionen im AuIlande.
_ Finland. 8. April, Mittasis. eli * ' - - “ Cifenbabnen. Liejerung voix:H sngfors. Vxx_waitung d“ Staus 2770 metrischen Tons Stablscbienen, 230 Verbindungssckzienén, ZZ Yodenvlcztztcn und _ . _ __ . _e: ernen erbindun sbol en. Nabekexi zur Etn11cht beim „Deutschen ReiciFÖ-Anzxeigee'.
Theater und Musik.
„__ Alw' MYLUUYLJTZWUU _zz _. * ine e ar ga as ritte Gasiroiis die “u endli Nawe m „Doctor Claué“. Das empfindsame. zactejVZTädchte, dxffen WLsxn fich aus__einem Tbeilcbi-n jugendiiMr STÖlL'ärmerki e_mem T_beiickzen schxlmuchsn UebermmbI Und einxm Tbeiicben kind;- ltcben Eigensinrzs ;ujgmmenseßt, Zelang er iuxigkn Darstkllerin recht gut, wabxcnddic krast'oolis Y_eußerunq dcr Gcfüble nur unvolikommen im Bereich ihrer_Yiysxrucksiäbigkiii liegt. Da in dor Roiie der Emma solcbs !iarkeren_ Accent? 'nisbi voniiöthen sind, so fuliti: Frl. Mxlax geitkrn iiércii Play iufrisksxFiUsnd aus. Zu enicr voll_«n kurmieriicbenLeistung mus? siÖ dis junge Dame mebr Entsckyiedcnbiit U11d Individualität des Sbieis anerzicben. Jbrs [Heb- lichen SchelWlkZiL-“i_ und aUMUtbiJTU Bcwigungen verschafften ihr mehrmaid emaii Ocrvqrruf, -- Dis übrigsn Rollen waren mystexguliig _bxchi; Dr. Engels als Luboxrskd ruft unein- geschrankte, P_xrterk:ik ixsrvor, - so oft man ibii ami) scbon in der Rolle_geie_b?11 Hat. Di? Herr?" Kadelburq. Mertens, Pohl baiiei]_._]cd_cr m fsiner (Ei.:knari, ein vorzii..iiches Ensemble bil_d€11, dem 111; cis Tarnkn Carlsen und Meyer würdig cinfügten. N1_cht aubreichend erwies sich 11111" Hr. Kbckcri in cor Rolle des schuchterneyLiebhzbé-ks, bed Refercdcars “Göritci; in iinsm minderaiici- gezeichnktxn Cnicmbic würde man scine Leistung immkrbin gelten lasset) konnen; in diesem Rabmcn vscmißic man iidx-ci) den beriiicben Hxnnor _dcr doUendeii-n Schüchternbeit„ weiche dim Referendar Eer!t_e_i _sonit zu 10 einkringlicixer Wirk::11.: derboifiii bam: Die un- verw121titchc gute Laune u_nd ernste sittliche Enivfmdimg, Welche aus dem ,DoirdrClaus“ zum Herzen sprechen, brachten aucb gestern wieder 1_1e_b_en dsr Aberkennung, die die Darsteiiung verdient, fiir den Ver- saiier der 1311119211 drariiatischcn Arbeit, Hrn. L'Arrdiige, kinen volien Erfolg _zu S_iagdc.
__ _JFiithZk!1cht_d_arauf, daß am nächsten Sonnabkxnk sowohl im K_onrglickykn_xxkbaii'dielbaiise aiö im Lessing-Tbsaicr borsiis Neuauf- subrungen !iattfinkcn. wird die crsic Aufsübrung Wii .Roscnkranz und iF-nidsmtern' auf dis nächixe Wockoc verschoben.
__ _ __ Wailner-Tbe_aier.
_ “4.185 Gastipiel FelixS ch_wcigboscr's bcginnt, dcfinikider Ver- einbardniz 11119106, am 25 dtcsc§ Monais im den Novitäten .Der Sckégßgrabcr“. Cbaxakterbcld mit Gisana in 1 Akt don Morte, Muiik WU C. Miliöcker, und „Papa“, Posse 111 3 Altai! bon Vanloo mix LMMU _ Die Vorbereitungen zu k'icsem Gastspiel lanci! _dic Ciiiiiuding cimr dxidcrweitigsn NOViiäl nicht zu, Uiik idird d?mzufdlZc da?) _Redorioire dcs Wallner = Theaters btß_ zurichginn ch Schweixborsx'säscn Gastspieis dic bcwäbriesten und beliebtes?" Repertoiikitiickeder [Wien Saisons, und zwar zunächst uborriivrgW, Dontikritag, „König Candaulc [UW dic lusti.;e Poffe: .Di? Nuchbqrinnen' brings» „Ein toller Eiiiiaii“, „Dis Amazone“, .Maxaiiic Bonjour" 2T. Werdea folgin. _ _ _ _ _Cdncertbans.
Die (Hedacht_n_ißfeisr _7iirHektorBerlioz, den bcrvorragendsten unxcr den sranzösticben Komponisten dicses Jahrbumdcrts, fand am Moxixag unter zablrsiäxir Betbeilignng desPublikums stati. Berlioz wurde 1803 111 (6612 St. Andrä giboren und starb am 8. März 1869 in Paris. _Er ist zugleich als geistreicbcr Sckiriftsteiier bekannt und batte in Hinsicht der Styigattung der „sinfonischen Dichtung" einm großen Einfluß auf seine Zeitgenoffkn und N.1chfdlger. Wir nennen hier nur die Namen.: Feiicien "David, Liszt, Saint-Saäns und Richard StrE-Uß. _Skin Werk „Harold in Italien“ (Sinfonie in vier Süßen), daß 147911 früher einmal hierselbsi ausgefiihrt wurde, giebt den Inhalt der bekannten Dichtung don Lord Byron in Tönen wieder und läßt besonders in_ dem erstsn Saß: „Harold im G3birge'. in welchem die melancholische Stimmung und die darauf folgende freu- dige Erregung sebr charakt§risiisch ausgedriicki wcrden, sowie in dem vierten Satz, „Orgie der Briganien' betitelt, die große Ori inalität der melodiswen Erfindmng und die feinfinnige erwendung der or estralen Mittel erkennen, während in den beiden anderen SÜJM manches zu gedehnt und leer erscheint. Diesem mit großem Beifail anfgenommenen Werke gingen einige bexeits bekanntere Orchesterkompofitiknen desselben Meisters, scine Ouverture „Römischer Karneval", der Sylpbentanz aus „Faust“ und zwei Motive aus .Vendcnuto C-zllini“ voraus, deren vortreffliche Ausfübrm:g durcb die Middcr'iche Kapelle wobl- Veidiente Anerkennung fand. Das sehr korrekt? und zarte Spiel des Vratskbisien Hrn Geiling, der sich als Solistan dcm erstgenannten erkc bctbsiiigte, ist noch besonders lobend hervorzuheben. Den Schluß dss Abends bildlten Beethoven's Ouverture zu .PrometbeuS', die bcliebten Variatioiicn aus seinem »Wir-Quartett und der Rakoczv-Marscb von Liszt.
Mannigfaltiges.
Die Direktion des Hobenzollern-Museumß vetsendet, dem „Deutsch. Tagcbi.' zufolge, seit dem 9. März d. J. in derselbe.. Art wie bei dem Tode Kaiser Wiihelm's gedruckte Verzeichnisse in Form eines Buches. w-clchcs die Na m en alier Derjenigen enthält, weiche Kränze und Blu men1penden am Sarge der Kaiserin Augusta niedergelegt babin. Alles, was von diesen Blumenspenden zx: erhalten war, (namentlich die Sinnsprüche, Schleiien und Widmungen) ist dem Hohenzollern - Museum übergeben worden, als bleibendes Zeugniß der Liebe und Verehrung, welche die hohe Entschlafene so- wohl bei ihrem eigenkn Volke als auch im Auslande genossen hat,
Der Gesundbeitßzusiand in Berlin war in der Woche vom 23 Februar bis 1. März ein der Vorwoche ziemlich ähnlicher und auch die Sterblichkeit blieb eine nur wenig gegen die Vorivocbe verminderte (22,2 pro Mille und Jahr). Unter den Todeöursacben kamen akute Entzündungen der Athmungbor ane noch immer in großer Zahl zum Vorschein. wenn auch die Jabs der durch sie be- dingten Sterbefälle eine etwas kliinere als in der Vorwvche war. Erkrankungen an Grivpe wurden nur n'eniZe bekannt die Zahl der durch diese Krankheitsform in der der ** erichtswocße vorherge- gangcnen W_ochc bedingten Todesfäiie betrug 2. _ Darmkatarrbe und Brechdurchfäiie der Kinder kamen dagegen ieltener zum Vorschein und endeten auch etwas seltener tödtlicb. Die Theilnabme des Säuglings- alters an der Sterblichkeit war eine_ geringere als in der Vorwoche. Von je 10000 Lebenden starben, aufs Jabr berechnet, 58 Säuglinge. -»_- Von den Infektionskrankbeiten kamen Masern, Scharlach und“ Kindbettfiebcr häufiger, lyphöie Fieber. Diphtherie und Keuch-* _busten iclienxr _zur Kenniniß. Erkrankungen an Masern fanden in der Friedrichstadt, m _der_ _Sckzöneberger- und Tempel. bofer Vorstadt, sowie 111 der jenseitigen Luisenftadt größere Verbrei- tung, Erkrankungen an Diphtherie gelangten aus der Tempelhofer Vornadt “M auf dem Wedding (zm bciufigsten zur Anzeige; Erkran- kungen an Scharlaä) zeigten sich in keinem Stadttheile in nennens- werther Zahl, Erkrankungen an Typhus kamen nur wenige zur Mel- dun_g. Dagdgen wurdsn 3 Erkrankungen an Pocken bekannt; rosen- artigc Entzundunaen dcs Zellgewech der Haut wurden häufiger
beobachtet, auch Erkrankungen an Kindbettfieber, w i . in 7 Fällen zum Tode führten. Erkrankungen an eKerchxstjeanHY-Ü