1890 / 76 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 24 Mar 1890 18:00:01 GMT) scan diff

2. Garde-Ulanen-Regiment und der Reiienden Abtheilung 1. Garde- Jeld-Artillerie-Regiments, unter dem Befehl des Obersten Grafen von eller, an der Verbindunasbabn, dort, wo der von der Kolonnen-

brücke kommende Weg dieselbe trifft. _

2) Das Nord-Cotvs wird markirt dumb: 2 Bataillone vom (x_tsen- babn-Regimmt: 8 Bataillone, 32 Flaggen" das _Garde-Scbxt en- Vataillon: 4 Bataillone, 16 Flaggen“ das Égrdx-Pwniex-Batat on: 4 Bataillone, 16 Flaggen - 'e eineÉompagme em Batatllon; 3 Es- cadrons 2. Garde-Dragoner-k egiments: 12 Eßcadrons, 12 Flaggen; die ]. Abtheilung 1. Garde-Feld-Artillerie-Regtments: 12 Batterien. 12 Flaggen; Commandeur: General-Lieutenant und General-Adjutant

von Wittich. 3) Als Schiedsrichter werden kommandirt: &. östlicher Flügel:

General-Lieujenant von Sobbe, 1). Mitte: General-Ma'or rinz zu Sachsen-Altenburg, Durchlaucht, o. westlicher Fl_uge : eneral- Lieutenant und Gmeral-Adjutant von Versen, (1. Artjlletie: General-

ManÖvon ddem ??nZeLeck. ck ds icht fu _ wer e a s er-S ie t er ng ren. _ Die Schiedßrichter find um 12 Uhr am Tempelhofer Eisenbahn-

Durck: ang zur Stelle. _ 4)9 Die Kolonnen - (Cvmmandeure des Süd-Corvs wü] Se.

Majestät um 127k Uhr am Tempelhofer Eiscnbabn-Qurcbgang sprechen. 5) Die Stabsoffixicre, CLcadron- und Vatterte-Cbefs des mar- kirten Feindes melden sich um 121 Uhr am Steuerhause beim Eeneral-

Lieutenant von Wiiticb.

6) Zum General- Lieutenant von Wittich werden kommandirt: vom 2. Garde- Dragoner - Regiwent: 2 Ordonnanz - Offiziere, vom

.

Earde-Schü en-Bataillon: 1 Ordonnanz-Offizier. 7) Die S ahnen (nur für das Süd-Corps) bolt da_s 2. Garde- Regiment z. , die Standartcn der drei KavaÜeric-Regtmenter das

Garde-Kürasßer-Regiment. _ _ _ __ _ __

8) Anzug: feldmatschmäßig, Hoxen m ch Stteécl, - sammtliche Offiziere: Waffenrock 2c., Schärvkn, hohe Stiefel -_- 25 Plaßvatronxn, Artillerie reichlick) Manöver-Kartufckxen; marktrter Feind wetße

elmbe ü e. H Vzm:g der GefechteZübung fand in der Kaserne des 1. Garde-

Dragoner: Regimems Königin vo_n Großbritanmen __upd Irland eine Besichtigung des Regxmean durch Se.Kon1g- liche Hoheit den Prinzen von Wales statt.

Die Dragoner-Posten in dex: Portalen der Kaserne stan- den “im Paradc:Anzu , und aus dem Hof der Kaserne hatxe sich das gesammte Of ziercorp§_versa11_1n1elt, um Se.Ma1estat den Kaixer und önig mrt Semem erlauchten Ggst, dem Prinzen von Wales, zn _erwachn. An der Sptße des Offiziercorps standen die _drrekten Vorgeseßten General:Major Prinz Albert zu Sachyen-Altenburg, General- Lieutenant und General-Adjutant von Versezt und der kom- mandirende General des Garde-Corps, Fretherr von_Meer- scheidt-Hülleffem. Es erschienen ferner der Bot1ch9fter Sir E. Maler, der Militärattaché Großbruaxnnens, Oberst Russel, der Staats-Minister Graf von B1§marck in der Uniform der GarLe-Dragoner, der Ches des Militär : Kabinets General : Ad1utant von Hahnke, der Chef des Generalstabes der L_lrmee Graf von Waldersex, der Ehrendienst, an deffen_Sp1ße General von LesZc ypskt, ferner Se. Hoheit der Prinz Hermann zu__ Sachsen= etmar in württembergischer Draßonerumforthre Kynzglzchen Hohetten die Großherzogs von Baden und Hessen, Se. Komgltckze Hohezt de_r Prinz Georg von Großbritannien und Irland. L_Lnter stürmt- schem Hurrah des sehr zahlreich anwesendep Publchum§ suhryn kurz nach 12 Uhr Se. Majestät der_ Katser __urdeomg, m der Uniform dchs1.Garde-Dragoner-Reg1xx1ex1t§(KomgmvqnGroß- britannien und Irland) mtr Sr, Kon1glxchen__Hoh21t dem Prinzen von Wales in der Umform der Bluchex-Husaren, durch das Portal des Kasernenhofes._ Nach emer emgehenden Befichtigung des Regiments, Vorsührxmg de_r R_emont_xn, Lanzen- und Reitübungen fand alsdqnn tm Kastno em cFruh- stück statt, nach deffen Beendigung d1e Gefeckztsübung an dem Tempelhofer Felde abgehalten werden sollte.

Auf die Nachricht von der Demission des Fürsten Biomarck sandte, wie „W. T. _B.“ aus _Rozn _vom heuttgen Tage berichtet, der Minister-Prästdéyt Cr1§p1 em Telegraznm an Se. Durchlaucht, in welchem er aussprtcht, daß der ürst, indem er von seiner Stellung zurücktrete, zu der er dur dqs Vertrauen dreier Kaiser berufen gewestn, Deutschland em kostbares Erbtheil in der Politik _des Fnedens htyterlasse, der er sich voll hingegeben habe. M11 dem Bedauern uber den Rücktritt verbindet Crispi in dem Telegramm den Ausdrxzck seiner Freundschaft und des Vertrauens ohne Grenzen fur den Fürsten. Die „Antwort des Fürsten B1§ma_rch dankt für die herzlich geneigten Worte. Dtese erfrßuen thn als ein neuer Beweis der Gefühle _des Vertrauens und der

uneigung. Der Fürst erwidere dtese Gefühle_ von ganzem Zerzen und habe sich glücklich gefühlt, stch em_em _StaatH: manne wie CrisPi gegenüber zu befinden, al_s sxe_betde dj_e Geschäfte ihrer Länder beriethen. Der Fßrst btttet, xmt seinem Nachfolger die vertrauenSpollen __ Beziehungen wezter zu pftegen, die den Interessen be1yer Lander so_gut gßdtent hätten. Der Fürst wird stets die Ermnerqng an_ d1_e polmschen Beziehungen bewahren und bittet ebenso_d1e perfhnltche Freuny- schaft zu erhalten, welckze das Ergebtxtß gememsamer Arbett im Dienste des Vaterlan es gewesen et.

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Heute traten die vereinigten Ausschüsse des Bundes: raths für Zoll: und Steuerwesen und für Hgtzdel und Ver- kehr, sowie für Zoll: und Steuerwesen und mr Rechnungs- wesen zu Sißungen zusammen.

Die unterm 12. 1). M. erlassenen Bestimmungen_ über die Erhebung von Vergütungen für be spnderq Dtenft- leistungen der Steuerbeamten be1 AusUbunq der Branntwein: und der Zuckersteuer-Kontrole (vergl. Nx. 51 des „N-= u. St.:A.“ in der Ersten Beilage) sollen _nach emer Ver- fügung des Finanz-Ministers vom 14. März m finngemäßer Weiseauch auf die Tabacksteuer, d1_e Braufieuer und die Salzsteuer, auf leßtere jedoch mlt der Maßgabe ange- nxendet werden, daß es bei den bestehenden Vorschrtsten_ über dte Erhebung der Kontrolgebühr _von dem_ abgabenjrer ver“ abfolHten Salze auch ferner verbletbt. _ Dte Borschyt _uxtter Nr. Abs. 2 jener Bestimmungen, wonach bet gie: zem e_r Bewachung mehrerer Schiffe durch denselben Bxanxten te Vergütung nur einmal zu berechnen und auf dte emzelnen Sch1ffe gleiYmäßig Y vertheilen ist, hat_ nach derselben Ver- fügung an auf chiffsbewachungen tm Zollverkehr An- wendung zu finden.

Durch Allerhöchste Kabinets-Ordre ist der General der ZYTUULUL Bronsart von Schellendorlff11., komman- “U." : nder General des 111. Armee-Corps, in Zeich“ Eigenschaft um ' )(. ArmeßCotps verseßt, der eneral-Ltetztenant *.)!1, „Versen Commandeur der Garde-Kavalleriquifion,

„e_k_-,Vela ung _in' dem Verhältniß als General-Aw

,-

'utant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, Hum kommgn- Kirendetx General des 111. Armee-Corps, der eneral-Ma or von Bülow ,zur Verfügung des Chefs des Gxneralftabes er Armee, unter Beförderung zym Generab-Lteutenant, _ um Commandeur der Großherzogltch Hesslschexl (25. Dm waz, der General-Major Edler von her Plant , A erhöcbstnnt der ührung der Kavallerie-Dimfion des 7. Armee-Corps beau agt, unter Beförderung zum_ Genxrgl-Lteutenant, zum Commandeur der Garde - KavaÜerte- Dtmston erngnnt, der Major von Bülow, unter Belassung in dexn_Verhc_iltmß gls Flügel-Adjutant St.Majesiät des Kaisers und Komgs, mtt der Füh- rung des Königs-Ulanen-Regiments (1.Ha_nnove1schen) Nr. 13 beauftragt. Der Obersd-Lieutenant von Ltpxye, Commandeur der SchloßGarde-Compagnie, ist, unter Belas uzxg m der Zahl der dienstthuenden Flügeblejutanten Sr. Ma ? üzt deH Kai ers und __Königs, zur Dienstleistung bei dem M [ Tarkabmet kom- man irt.

Der General der Infanterie Frei er_r von Varnekow, Chef des 6. Rheinischen Infanterte- egtments Nr. 68, hat Berlin wieder verlassen.

Der General-Lieutenant Freiherx von_ Trojchke, Chef de_r Remonsirungs:Abtl)eilung tm Krtegs-thstenum, tft von Drenstreisen hierher zurückgekehrt.

S. M. Schiffsjungen : Schulschiff „Ariayne“, _ Kom: mandant Kapitän zur See Claussen von Ftnck, M am 21. März in La Guayea eingetroffen und beabfickzttxzte, am 22. wieder in See zu gehen. - S_M. S; „Sophte “,__Kom- mandant Korvetten-Kapitän Herbmg, 1st_ anz 22. Marz zn Hongkong angekommen. - S. M. S. „Letpzzß (Flagsckpff des Kreuzer-Geschwaders), Kommandant Zapxtan zur See Plüddemann, beabsichtigte am 23. Marz von Hongkor_1_g nach Amoy in See zu gehen. - S. M. Kbt. „Wolf , Kommandant Kathän-Lieutenant Er_edner, beabfichttgt, am 25. März von Nagasaki nach Kobe m See zu gehen.

In der Dritten Beilage zur_ heutjgen Nummer des „Reichs- und Staäls-Anzeigers“ w1rd kme Be_kanntmachu_ng des Ministers für Handel und Gewerbe_ _übéx dte nunmehrtge Zusammenseßun der in Preußen 1111; eme Anzahl von

erungenossensZasten bestehenden Sch1edßger1chte ver- öffentlicht. __

Koblenz, 21. März. (Köln. Ztg.) _Der Oher-Bürger- meister erhielt eine Mittheilung des _Krtegß-thsters, daß durch Kabinet-Zordre vom 13. die gänzltche Axxfhebung der Stadtbefestigung von Koblenz verfügt_ s_er_ und daß auf das Anerbieten der Stadt Koblenz auf käuxlxche Erwerbung der Grundflächen dé“? Befestigung eingegangen werden.

Bayern.

München, 23. März. Se.König[iche Hoheit der Prinz- Negent übersandte, der „21119. Ztg.“ zufolge, dem schetdenden Fürsten von BiSmarck ein in den huldvollstxn Worten abgefaßtes Handschreiben. _ Der Reichßkanzler Ut sext 1866 im Beßß des höchsten bayerinhen Ordens, des _Hqus-Orderxs vom heiligen Hubertus; fodamx hgt Se. Kömghche Hohxrt dem Fürsten vor nicht langer Zett eme Marmorbüste von stch übersendet. _ _

- (A.-Z.) Die Kammer der Abgeordneten 1eßte in ihrer gestrigen Sißung die Berathung de_s Kulttzs- Etats fort und erledigte die Etats der Universttätext Würz- burg, Erlangen und der Technischen Hochschule, wobet sammt: liche früher vom Ausschuß abgelehnte Postexx a_1_1 den Ausfcxxuß zurüékverwiesen wurden. Beim Kapitel humgmstUck)? (_Yy_m__na11__en besprach der Abg. Sauer eine angebbch dte Jrrelrgtosttat __for- dernde Programmschrift des (Hynasmms Münnerstadt,woruber das Ordinariat Würzburg sich beschwert habe, ohne Aniwort zu erhalten. Auf eine Reihe von Anreaungxn des_ Abg. Orterer erwiderte der Minister Freiherr vpn Craxlshmm: D1_e Ver- mehrung der französischen UnterrtchLsstund_en habe b-xretts der oberste Schulrath begutachtet, es handle stch nur noch daxum, wo die erforderliche eit hierfür_ge1vonnen _wxrden _kdnne. Die Gymnasialreform etreffend, sttmme der thster tmt dem Abg. Orterer darin überein, daß an den Grundlagen ynsxxrer Bildung nicht gerüttelt werden, auch der gr1echxfche Unterricht nicht verdrängt werden soll. Was d1e pada-

ogische Vorbildung der Gymnastqllehrer beztreffe, so_hätxen ich an preußischen Universitäten dte pädagogtschen Semmar1e_n nicht bewährt. Die Königlich ba1_ge_r1sche Regterung hab? d1e Absicht der Einführung eines_prat_1sch_en Jahres, m_as beher nur wegen des Lehrermangels mchtmögltch _gewesen set. Hierzu melden staatliche Mittel zur Unterstützung der Lehrer während des Jahres nöthig sein. Wenn der Abg. Orterer tadxle, daß die bayerische Regieryng fich m der Frage der Gymnastal- „1 reform von Preußen mrt der Enquete den Rang ablaufen lasse, so sei zu berücksichtigen, dgß_ nach Gqßler _das A und O der Reform im Einjährig-Freiwxllt en-Jnstttut [lege. sthalb liege es nahe, hier Preußen den_ orrang zu lassen. Wegen Einführung einer Einheitöschule eme Enquete zu veranstaltqn, hätte die Regierung kein_e Veranxaffung, nachdem fie fich überzeugt hätte, daß dte EinhettSschule „wn: überhaupt jede umstürzende Schulreform voxn Ußbel ware._ Der Abg. Otter er ersuchte die Regierung, stch hterüber mrtPreußM zu verständigen, damit nicht dort dte Schulbewegung m Bahnen gelenkt werde, in die dann auch Bayern 11919115 7019115 ein- treten müsse. Der Abg. Haus bat, daß_ die Regterung den Beitritt von Gymnaüaßxn_ zu Ko__n regat10ne_n und Brxtder- schaften gestalte. Der Mxnxster mo te bezwexfexn, ob h1erin ein Mittel zur Pflege rel1g1_öfen Lebxns zu erbltcken sei, an einzelnen Anstalten hätten s1chM1ßstand9 eraeben,_weshalb die Regierung habe einschreiten müssen. Em allgememes Verbot bestehe nicht.

Sackxsen.

Dresden, 22. März. Se; Majestät dcr_ König ist, wie „W. T. B.“ meldet, heuxe Mrttag m Nervt eingetroffen.

- (Chemn. Tgbl.) Dte Erste Kammex erledigte in ihrer heutigen Sißung an e_rst_er Stelle den Beruht der dritten Deputation über das Kömgltche Dekret Nr. 5 den Rechen- schaktsbericht der Brandverficherungskammer üöer die Ver- wa tung der Landesbrandverstcherung-Ianstalt in den Ia :ren 1887 und 1888. Auf_ Vortrag des Freiherrn von kurzzk bes loß sodann dte Kammer, bei i rem

früheren Be lusse, ie Petitionen um Auleebung des „10 des sächsis en Milttär-PensiynSge eyes der Staats- regierung zur Erwägung zu überwexsen, gegenüber dem Be-

'xchluß der" Zwe*iten Kammel, dieselben auf sub beruhen

xn affen,2 stehen 11 bleiben. Zum Schluß benchtete derGeneral- Konsul 1)r. Juchemuth Namens der 2. Deputation über Kap. 20, 21 und 104 des Staatshausvalts-Etats: Direkte Steuern, Zölje und Verbrauchssteuern und Matri- kularbeitrag , und begründete den Antrag der Deputation, dieäe Kapitel nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer zu b- wi igen, dagegen den auf Beseitißömg der Schlachtstxuer auf Schweine gerichteten Antrag derse en abzulehnen, md_em er darlegte, daß man nach der Beseitigung der Penfionsbetxräge, der Erhöhung der Dotationen an die Schulgememden und der Bewilli ung zahlreicher Ei enbahnbauten, sowie anqefichts der evorstehxnden Erhö un der Beamten- gehalte unmöglich auf settherige, althergx rachte Einnahmen

des Staats verzichten könne, wenn schon em Theil der Depu-

tation der Ermäßigung der Hausschlachtsteuer nicht abgeneigt gewesen sei. Der Sekretär Graf vpn Könneri sprach sich für ein_e Erl_e1_chterung bezügltch der Haus chweine, aber gegen dte Besemgung der gesammten Schweineschlachj- steuer aus und stelslte den Antxag, der Königlichen StaatSregierung zur _Erwägurzg anhe1m_ zu eben, ob nichx von der nächsten Fmanzpenodx gb dte S lachtsteuer aur Schweine wenigstens zum Ther! m Wegfall kommen könne, zog ihn aber nach kyrzer Debatte, an welcher fich die Herren von Schönberg, Wecke und_ Bür ermeifterBeutler betheiligten, zurück, nachdem der Benehter tatler _darauf hingewiesen hatte, daß auf einen solchen Vorschlag me11eicht im_ Vereinigungs- verfahren zurückgekommen werden l_önne. Dre Anträge der Deputation wurden hierauf einstimmm angenommen.

Meißen, 21. März. (Dresd. Journ.) Die Gründung eines „Vereins kaiser: und königstrßuer Männer von Stadt Meißen und Umgegend“ gilt nunmehr_ als gesichert, da schon jetzt zahlretch: BeitrittSerklärungen erxolgt sind. Als Zweck des Vereins ist vorläufig festgestellt: „Enger Zusammenschluß aller die Treue zu Katsey unh Reich, König und Vaterland pflegenden Wähler .konjervanver und liberaler Richtung aus allen Ständen, Hebung und Pflsge des politischen Lebens, der politischen und allgemeinen Bil- dung auf neutralem Boden durch Veranstaltung von allgemei_n- verständlichen Vorträ en und _ Be_sprechungen_ hauptsächluh politischen, in zweiter „inis geschtchtltchen qnd_w1ffenschaftl1chen analts, welche möglichst von Vereiné-thtgltedern zu halten tn “.

Württemberg.

Stuttgart, 22. März. Der „St.-A. f. W.“ me_ldet: Zur Abhaltung der Frühjahrskonserenz der_ Rends- Schulkommission siUd gestern in Stuttgart emgetroffen und im Hotel Marquard abgestiegen: Der Vorst ende, Kaiserlicher Rath_ im Neichsamt des Innern ey- mann, die Delegtrten Geheimer Ober = Regierun s-Nath 1)r. Stauder aus Berlin, Univerfitäts - Professor r. von Christ aus München, Geheimer Schulrath _131'. Vogel m_:s Dresden, die Ober-Schulräthe ])r. Hartwrg au_s Schxverm und ])r. Krüger aus Dessau. Württemberg tst bet de_r Konferenz durch Direktor Dr. von Dorn vertreten. Dxe Verhandlungen, welche mehrere Tage in Anspruch nehmen werden, finden in dem Konferenzzimmer des Real- gymnasiums statt. -

Metklenburg-Sthweriu.

Schwerin, 22. März. Aus Cannes erfaYren die „Meckl. Nachr.“, daß Se. Königliche Hoheit der Gro herzog am 20. März zum ersten Mal auf zwei Stunden da_s Bett verlassen habe. Die Genesung von dex) akuten Krankhett macht gute Fortschritte, dagegen treten dte krankhaften Er: scheinungen von Seiten des Nervensystems, wie ste vor der akuten Krankheit bestanden haben, wenn auch in anderer Form, wiedcr etwas mehr in den Vordergrund.

Sathfen-Coburg-Gotha.

Coburg, 23. März. (W. T. B.) Der Herzog von

Edinburg ist heute hier eingetroffen. Elsaß - Lothringen.

Straßburg, 22. März. Der Landesausschuß nahm in feiner gestrigen Sitzung nach längerer Debatte den Geseß- entwurf, betreffend die ?mangSer is_hung, an, änderte iy- deffen den Titel des Ge eyes in Meß, betreffend dte Unterbringung verwahrloster Ktnder,“ um. Der Geseßemwurf, betreffend die Ausübung des Hufbesxhlgg- aewerbes, wurde abgelehnt, und darauf der Entwurf emes (Gesetzes, betreffend die Gewährung von Entschädigungen für Viehverluste in Folge von Milzbrand, welcher als letzter Gegenstand auf der Tagesordnung stand, ohne wesentliche Debatte in 2. Lesung erledtgt.

Großbritannien und Irland.

London, 22. März. (W. T. V. Der Herzog von Edinburg ist heu_te zur Konfirmation eines ältesten Sohnes nach Coburg abgeretst. _ _

Die Morningpo st“ bespricht, wxe „W. T. V.“ m_tt- ibeilt, den Besuch des Prinzen von Wales tn Berlin und sagt: Dieser Besuch sei gleichbedeutend- mit dem Wiederemlritt Großbritanniens m das euro- päische Staatenconcert und das äußere Zeichen einer Politik, welche das gebieterische Interesse Englands an den Probl_emen Europas anerkenne, ohne die aus En lands geographtscher Lage entspringende Unabhängigkeit im indesten au ugebexz. Die Rede Sr. Majestät des Kaisers _zeixße klar, da er dre wahre Grundlage der 'th zwischen En an und Detxtschland bestehenden glücklichen eziehungen vertehe und würdt e. _

_ - (A. C.) Gladstone läßt das Gerücht, er beabtchn e, stel) in das Privatleben zurückzuziehen, auf das entschieden e dementiren.

In Neapel starb am 21. d. M. der Herzog_von Manchester im Alter von 67 IYren. Der dahingeschtedene Pair gehörte der konservativen artei an und zvar früher quitän der Grenadier-Garde. Im Jahre 1852 vermählte er s1_ch mtt einer Tochter des hannoverschen Grafen von Altetz. Sexn ältester Sohn aus dieser Ehe, Vicomte Mandemlle, xst der Erbe des Herzogstitels.

_ Dem indischen Budßet zufos e beltefen fich dxe Emnahmen Indiens im Fis aljahre 1 9/90 auf 84636000 de. Sterl. und die Anagaben auf 82826000 Pfd. Sterl.

ür das Fiskaljahr 1890/91 find die Einnahmewauf 84 932000 Pfd. Sterl., die Ausgaben auf 84662000 Pfd. Sterl. ver- anschlaFt. Infolge der günsttgen_ txtanzlage _werden 1890/9 keine neuen Anleihen erfordeclxch em. -- Der mdische

bizeköni li, e Rat enehmigte am 21. d. "M. eine Vor- er, welcke cikea EML? a 6 Rupien per Ga

rzoll auf Spirituosen von 5 n erhöht. .

Frankreich.

Paris, 22. März. (W. T. B.) n der eute Vor- mittag stafxgehabten Sißung des Mini errat?s wurde beschloffen,“ _e auf Manta festgeseßten Jnterpel ationen dxr Jbgg. urrel und eloncle bezüglich des franzöf- stsch-türkischen HandelSvertrages dahin zu beant- wor1ken, daß den Kammern volle Freiheit Betreffs der Erneue- rung desselben gewahrt waxrden solle. General Saussier muxdx __für die neue dreijährige Periode wiederum zum Mtlttgr-Gou_verneur von Paris ernannt.

_ Wte es hetßt, hat der Minister des Aeußeren, Ribot,

eme _von sämmtl1ch_en Delegirten zur Arbeiterschuh- Kogteren z unterzexchnete Note erhalten, in welcher dieselben exklaxen, daß unter thnen fortdauernd die vollständigste Ueber- emütmmung herrsche, und_ daß die Abwesenheit des Delegirten Del.a_haye_von dem_(_Haladmer im Schlosse durch einen Trauer- fall m semer Fam111_e _begründet Sewesen sei.

Der Marine-Mmtster Bar ey dementirt in einer Note, daß dte AuSrüstung des TranSportschiYes „Orne“ und dte Abfahrt desselben nach Toulon durch A sendung von Tru__ppen nach Dahomey veranlaßt worden_ sei. Ihrer Exklarupg _der Kammer gegenüber gemäß werde dre Regierung keme wxc_ht1gen_Schritle mit Bezu auf Dahomey thun, ohne vorher_d1e nöth1g_en Kredite zu ver angen.

DreDeputxrtenkammer wählte Spuller it 163 Zlegen 112 Stimmen, welche auf den Kandidaten dex echten,

magat, fielen, an Stelle Deveae's um Vize-Prästdenten. nleihe wird erst nach den

Die Vorlage, betreffend die neue Osterferien zur Berathung gelangen. _ _

Das Journal „La Cocarde“ verö_ffentltcht_ emen Brief des Boulangisten Laisant an Freyctnet, m welchem eine Reviston des Prozesses gegen Boulanger vor ordentlichx Gerichten gefordert wrrd._ _

In olge der Ankündigung, daß eme größere D e p u t at i o n Arbeiter des Schlachtviehmarxteß- in La Villette dem Zammer-Prästpenten eme Petition bezüglich der Vteheinfuhr überre:chen_ würde, hatten sich während der Kammersißung zahlretche Arbeiter und Neugierige na dem Concordien-Vlaße begeben, dock) hinderte das starke Au gebot von Polizei größere Ansammlungen, welche sowohl vor dem Kammergebäuye, als ayf der Concordien-Vrücke und dem Concordien-Plaßx sofort zerstreut wurden. Die Petition wurde von 8 Deleg1rten_ dem Präsidenten der Deputirten- kaxnmer Floquet übexrmcht, welcher versprach, die Angelegen- hett dem Ackerbau-Mimster zu unterbreiten.

_ _Probe_1nobilzsirun_gen solTen demnächst bei den Dtvtstonen m Rhemxs, Chalons und Nancy stattfinden. In Belfort smd d1e Versuche bereits besndet. Ueber die Art und Weise dwfer Probemobilisirungen entnehmen wir der „Fr. C.“ Folgendes: Dis Mobilmachungsversuche der Kavaxlerte wurden am 20. d. M. Nachmittags unter der Lettung des Generals Borvie von der 5. Dragoner-Bri- gade (General Rothwillsr), den 3. und 6. Kürassier-Regi- men_tern (General DuheSmc) und den 4. und 5. Jäger- Re tmentern (Geanal Raxlp) durchgeführt. Der vertrauliche Vr ehk war am ?_Dtenstag bend vom Kriegs-Minister ertheilt wordxn; Am Mtt_tW0ch,_ dem ersten Tage der Operationen, beschafttgtezt fich d1e_Neg1men_ter damit, das Effektiv an Mann- schaften uns Pferdenm den Krtegs-Escadronen zu vervollständigen, welche vo31_ der Depot=EScadron geliefert wurden, die sodann die unentbehrlrchen urxd kranken Mannschaften erhielt; hierauf tyurde das _Matertal für dkn Marsch, die Küchen Muni- nonen, sonne Falter und_Lebens1ni1tel yertheilt unk» die für de_n Traanort xxothwendtgcn Pferde vk rschafft, indeß die Etsßnbahnzuge atzs den Bahnhöfen requirirt wurden. Am zxveuen Tage verlteßen dte Trax- enihre Kasernen und begaben steh nach dem Bahnhofe- von antin, wo das Einwaggoni- ren schembar vxzrgonqmnzen wurde. Des Abends waren alle Mannschaftext med_er m 1hre Kasernen zurückgekehrt. Neben der) Kapallexxe-Reztmentern machte auch die 9. Infanterie- D 1 v 1 s 1.0 n m Parts und _Umgebung einen MobilisirungSversuch, der estern m_tt der_ Emwaggonirung am Frachtenbahnhofe der estbahn m Battgnoaes beendigt wurde. *

Spanien.

* Madr1p__,22. Marz. (W._T.B.) Jn derDeputirten- ka_mm_er erkxart_e heute _der Mtnister des Auswärtigen au eme an thn ertchtete bezügl_iche Interpellation, dg er dem „Hau e den Schrtftwechfel, betreffend dte Angelegenheu Hes Grafen Benomar, vorle en werde._ Auf eme wettere Jnterps ation des re ublikaniscßen Deputrrten Labra_ antwortete der Minister: die Instrukto- nen dex spaxnschen Delegirten für die Berliner ZonFerenz seten denen der Delegirten anderer Staaten ahnlcmé _Ferner _steüte de_r Min 'iccr in Abrede, daß die egterung eme amtltche M-xttheilung empfangen habe, dux welche S_paqten eingeladen werde, in der_ englt ch - p_ortugtefzsghen Frage zu intex- vemren. - Der F1na_nz_-M1n1ster erklärte die Nachricht des mparctal“, es ser eme grqße Anzahl gefälschter Noten der auf von Spanien tm Betrage von 1/2 Million

esetas unter den von Sevilla nach der Bank gebrachten __ eld_ern entyckt worden, für völlig unbegründet. Eine ahnltche Erklärung gab der Bankdirektor Il lv arez im Senat ab.

Schweiz.

_ Bqsel, 24. . (W. T. B.) Das Ge e betre e d dxe obltg_atorisc_heKrankenveri erung e?,Arbe?t1e1r bis zu emem Emkymmen von Fr., wurde von dem BasZler Volk mtt 5015 gegen 2291 Stimmen ver- wor en.

Rumänien.

Bukarest 23. März. (W. T. B.) Der Kron r' von Italien ,ist heute Morgen abgereist. p tnz

Dre Kamm er beschloß mit 61 gegen 31 Stimmen, in die Berathung des Budgets einzutreten.

Serbien. Belgrad, 22. März. (W. T. B.) Die Skupschtina

. nahm die Fouisoristhe Handelskonvention mit EU land

atx- m ufe _der Debatte wurde Seitens der Re erung mtt et eilt, es set deshalb kein definitiver Vertrag abge chlossen wor en, um Ende 1892 nach Abtauf der Verträge neue handels olitische Vereinbarungen ein ehen zu können. Eine Kommi fion sei mtt den Vorarbeiten etraut worden.

Dänemwk.

_ _Kopenhagen, 23. März. W. T. V.) Der Kriegs: Munster Bahnson erklärte nn olfething: er nehme die Vorlage, betxeffend dw Befestigung Kopenhagens von der Seesette, x_urück. Der Führer der Linken na m jedoch die Vorlage_ wredex atxf , damit der Minister ie Zurücknahme motwtre. Hieraus brachte der Kriegs-Minister anstatt der_zurückgezogenen Vorlage zur dritten Lesung des Budgxts em_e Kreditsorderung zu demselben Zweck ein. - Dte_heungen Morgenblätter melden, daß der Kon- flikt hterdurch verschärft sei. *

Parlamentarische Nachrichten.

In der heutigen (ZS.) _Sjßung des Hauses der Ab- geordnexezt, welcher der _thfter der geistlichen, Unterrichts- un_d Medizinal-Angelegenbetten, Staats-Minister Dr. von Goßler betwobnte, thetlte der Prästdent den Eingang des Berichts der Staatsschuldenkommission über die Verwal- tung_ des Staatsschqldenwefens im Jahre 1888/89 und emer Interpellatton der Abgg. von Rauchhaupt und Graf zu Ltmburg-Stirum mit.

__ Vor de_x TageSyrdnung gab der Abg. Gerlich eine Er- klarurzg O_ezugwck) _emer _am Sonnabend von dem Abg. von Czarltnskt gegen xhn ger1chteten Bemerkung ab. Darauf wurde dte Berathung des Etats der geistlichen u. s. w. Ange: legenheUen fortgeseßt.

Vet dxn AUZgabe-n für die Seminarien befürworteten die Abgg. erorcke u_nd Mosler eine Verbesserung der Stellung der Sewmar-Hülsslehrer.

_ Bet den Ausxmben für das Turnkehrer-BildungHWLsen mes d_er Abg. von Scheu ckendorff auf die in Görliß bestehen- den Emmchtxnxaen für das Turmvcsen hin.

Der thster der geistlichen 2c. Angelegenheiten Dr. von Gpßxer de_msxkte, daß dte Pryvinzial-S ulkollegien auf die Görlxßex Emrtcbtungen aufmerksam gema t worden seien.

Bei __den AuBgaben für die Schulaufsicht brachte der Abg. Knorcke zur Sprache, das; in Köslin der Bürgermetfter die Lehrer_ zur AufftZÜung der Reichstagswahllisten benutzt unh als em Lehrer s1_ch dessen gsweigert, ihm eine Rüge er- thetlt habe._ Wegen eme? Artikels über diesen Vorgang in dxr „Preußtfchen Lehrerzextung“ habe der Bürgermeister durch dte betden Rektoren stimmtlxche Lehrer über die Verfasserschaft be: fragen lassen und als dte meisten Lehrer die Auskunft ver: wetgertkn, dex1 Schulrath gngerufsn, der für den Fall der Antryortyexwetgerung Wztplinarstrafen gedroht habe. Hof: fentltch werd_e _xmr Mrmstex seine Lehrer schiißen.

Der Mtxztstkr der geistlichen 2c. Angelegenheiten ])1'. von G__oßler_erw1derte, daß er von dieser Sache zum ersten Male hore. D1e__Lehrer würden_sich_ wahrscheinlich ähUlick) wie bei der VolksZahlung _auch bei dxeser Aufsteuung zu bethgiligßn pfxegen._ Jm_Uebrxgen_stehe 1a fest, daß die Bürgermeister keme Dtsz1pl1narbefugmsse über die Lehrer hätten.

Abg. Jyhgnnsen fragte nach dem Ergebnis; der Unter- suchung bezugltck) emer früLer von ihm über den Schul- mspekth Stßgemanw vorgx rachten Bksthwerde und führte Klage ubsr _duz Schulmspxktxon in Schleßwég-Holstein.

Der Mxmster _der gétstltchen 2c. Angelegenheiten Dr. von Goßlex wreé» _dte Klagén über die Schulinspektion in Schlewag-Holstem als unbegxündct nach und wurde 56.111: von dem Abg. Jürgensen unterstüßt.

Abg. Mosl e_r b_eklagt_e, daß den katholischen Geistlichsn sowohl_d1eLokal- zme dteKrets-Schulinspektionentzogen sei,. wäh- reyd d1e xyungelxschen Supermtendenten Schulinspektoren ge: blwben sezen. Dres laufe der Parität zuwider. Die geistléchß _Schulaufs1cht_ habe dex Schule nichts geschadet, die wsltliche xedeyfalls 111cht_§ genu t; das _beweise das Anwacbssn der Sozmldqmokratte. Da auch pte Leitung und Aufsicht Über de_n Reltgtqnsunterxtcht _nock) vrelen Geistlichen entzogen sei, ser eme Konfiskatxon emcs nothwendigen unveräußsrlichen Rechtqs. Jm Nhemland befänden sich sogar noch drei alt- katholtsche Schulmfpektorep.

_ Ahg. Jm Walle wres- _darauf hin, daß in der fast auI- schlteßlzch evangel1schen_ Vropmz Sachsen die Schulaufsicht in den Handen der (_Hetftltchen _1m Nebenamt liege; nur in den vorxmegend _katholrfcheu _Kretsen Worbis und Heiligenstadt seien Krets-Schulmspektoren tm Hauptamt, und zwar evangslische angestellt. (Schluß des Blattes.)

ZDK Schlußberichte über die vorgestrigen Sißungen des H er r en : auses und dcs_ Hauses de': 21 bgeordne ten befinden ftch m der Ersten Beilage.)

_ - Im 12. Breßlauer Wahlkreis (GlaH-Habelschwerdt) xst an Stelle d_es Freiherrn von Hoinir1gen:Hueue, welcher das Mandat_ füx djesen Kreis abgelehnt hat, der Landgerichts-Ratl) Syerl1ch__1n Glatz (Centrum) mit 9033 gegen den Ritterguts- bestßer Muller zu Needer-Alt-Wilmsdorf (konservativ), welcher 1454,_ x_md Schuhmacher Mehner ( Sozialdemokrat), welcher 818__St1mmen erhtelt, zum Mitgliede des Reichstages gewahlt worden.

_ -2m 4. Magdeburger Wahlkreis (Stadt Maadeburg) tst an “telXe des Schriftstellers von Volmar in München, welcher das Mandat für diesen Kreis abgelehnt hat der Schuhmachermetster und Nedacteur Wilhelm Bock in Éotha Sozialdemokrat) mit 18 455 gegen den Stadt-Baurath obrecht 111 Berlin (nationalliberal), welcher 10 546, und den Geheimen_Ober-Regierungs-Rath a, D. Engel in Dresden (deutschfretsmnig), welcher 5556 Stimmen erhielt, zum Mit- gliede des Reichstages gewählt worden.

___Die Kommission des Herrenhauses fü_r die GeschaftSordnung hat sich konstituirt und um Vorstßenden den Geheimen Regierungs-Rath von Woyrßch, zum Stell- vertreter des Vorsißenden den Geheimen RegterungE-Rgth x_md Landrath von 'Winterfeld-Menkin , um Schrtft- Mhrer den Freiherrn von Durant und zu de en Stellver- ékreter den Érafen zu_Eulenburg gewählt.

- Die Kommission des Herreyhauses für Han- de ls: und Gewerbe-Angelegenhexten hat_ zum Vor- fißenden den Prinzen zu Hohen lohe_-Jngelf1ngen, zu dessen Stellvertreter den Geheimen Regzerungs - Rath, Ober: BürgermeiLer B ött iche r , zum Schnfiführer den Ober: Bürgermeiür B o i e und zu dessen Stellvertreter den Grafen von Huben thal gewählt.

- Von den Abgg. von Rauchbaupt und Graf zu Limburg-Stirum ist in dem ause der Abgeordneten

nachstehende Interpellation emgebracht worden:

Beabsichtigt die Königliche Staatßre ierun für die inte!- bltebenen des bxi einem Aufruhr am 20.d.IKk. zu Köpenick erschéffmm Gendarmen Muller ig derfe_lben Weise Fürsorge zu treffen, wie dies durch Geseß vom 14. Avnl 1885 für die Hinterbliebenen des zu Frankfurt a. M. ermordeten Poltzet-Kommiffars Rumpff geschehen ist?

Zeitnuasktimmeu.

AqukZaäYerÜ ?_lrnkel dert „ITational-Zeitung“ über __ n_ auswär ige Politik beim ück ' des FszAten Y_tsZnarck“ heißt es: R txt“ „_ tk ryan ei (m_Rücktritt des Fürsten Bis::tarck ' ' auf dte Urthejle, wexäpe kte Pxeffe aller Länder über den (JFF? YFZ schen StaatSmann fallx. sy laßt fich nicht verkennen, daß das Be- ßxeben, gexecht und 1ach!t_ch _zu urtbeilen, fast übéraU hervortritt. Selbst 1th den grupdmßlxcben Gegnßxn waltet die (Empfin- dung „_ 1aß man emcr großen historischen Erscheinung fich gegenuber befindet, Zder_ man_ _untcr allen Umstänken Achtung 1chuldet. Z:; dym bamücb medrigen Ton, in rvelckn-m einxxlne deyisck) -_fretfinm_ge Organe den Abgang dis Mikbegrüüders deI Deutrxhen Retcbs bespzcchen, findet sub it; der gesammten europäi- schcn_Pre:1e_kem Gegensmck. Ein trauriges, unbencidenömertch Pri- Jeg. _Es rst lcxcht zu vxrsteöcn, daß die Stimmen, welche aus Yesxkrretckx-UnZarn und aus Italieg zy ux»? gclaugen, den Staatsmann fetern, der Mzttel-Eurqpa zu'e'inem Frékßkxsbunde gccint und die Macht und Steberhxtt (mes jcdkn_1“ein§r Glieder so stark erböé't kat. Bemétkekswertber nk es_ noch, daß dcr Abgang dss Füxsten BiZerck dxr Anlaß wu_rde z_u_ elner, _man MÖÖke sagm unwiUkürl'tckkn Hui- Lngng der cffentlxcyen Mctgung Frankreiäys Wk ihm als einem" Y_uran und emex jestxn qußx dcs curcpäisckxcn Friedens. Läffcn __wxr d1_e_ Frage _bst Setxe, wie tzefgebénd dicse Sjinmtuxég ist und wie „ange m: nachwtrkcn tmrd, so Liegt in dieser Halsumg gegenüber dem furchtngstcn (Gegnex, de:) annkreicb im 19 “Fahrkundert gefmjden bat,_ 21.11" schon:? u:;d rr!te_rltchcr ng, in ch-lcbcm die fr.:nzöstsche Natio_n_11cb_1e[bst e_brt. DLL Beuxßrkunz drängt fick) dabei auf, ,wie ande'rs m dteser thhtnng heute die Lage sich dar!:ellt, axs fie in xkn Zukunftkprogrgmmsn yorgczeichnkt war, Die Prvpöeten der K_evanck); batt_cn_thren Glaubixen _in Auzßcbt gestellt, («cx Rackxe- _kneg warte emztg a_11f den Tod Kaiser Wilbxlm's, dann auf den Zlkgang des Grafen Moltke, dann auf den Tod Kaiscr Fricdriäy'S. .11s_1_x_13ter unk) definttwer Verfakltag dcs Kriegsö w.?r ker Absam; Yes surstcy Brsmarck verzeichnet wvrdxn. Abxr ['N-'. Ja!);l läßt'sich 11] Frankrceck) bei dem Vollzug Dieses EkeignZffcs nicht§ wkrsvürsn, nur dt: ÄX-kaMnUUJ hör? man bxtoncn, Daß Fürst Vésymrck ken Friedkn ck_baltcn hat, _und dxe Hoffnung, das; Der Wsäxscl in den PersMm fem Wcchssl_m der Polijik sein werd: ...... MH Trager dec Frickcpkpolitik Europas ist der Ramsey mts dem ZUM gxxcbteden; das er rmx dcm Unbeugsamcn Willsn Über::wnxmcn Katte, ch dcyttckxe Frage“, dlc ja aUe ankecen cnropäxsckocn ck71?an in "ck 1chloß,_zu_[oskn,__ selbst Wenn_ ks mi? Blut Und Eiycn 'gkéckxcbcn mußte. Dj_c ube_rwx1[tig_enkcn E:solgk, ch Fürst L*xismarck cxrungen bak,kabcnthn_ntetollkuht1 ge::xackyk, 535211 ibn Mc Vorankaßt, dkn BQN Nrszchvgex und ruhiger Bercckßnmß zu vsrlaffen. “So isl er der Wrgfalttge Huter und Hausbaxter des Friedsns von szxtschland Mdyon Eurxpa gervyrden, Die :lQHLZU zwanziJJabre inedxns, dcn dss Jurjtcn Poltttk gewaort Öa?,_ha_ben_ imk9ffkn me!): gslxistct, 9.12 vom Tag zum Taz; Europg vo_c_ dsm KneaSWrrcken za wabrkU. Frickensqexübl mxd Frtedcnsbedurfmß smd mébr umd mser g:wachs:n, fis ivarcn 125155119 genug geworden, um in HVÖJLsPI-UUTM internqtßcnaécn Leman das Aeußecstx abzudecn, und jede Schwierigkxit, dic überwmédkn Mrde, bat d1e Zuv_er11cht crsxöbt, das; auch Die Zukxmst an-x fréedlicbe Stxznawr tragen Mrd. . . Fürst BiLrnaxck wnszre dir: Welk davon zu ubexzeugen, daß man MTW der Zeit iibxrsaffeq könne, daß bei gexvalU-ameß Lösungen dcx ficbxxc VLTLUst und die Höhe des Einsakes unt_kem moglichen wamn m keinem Verhältniß stebe. Auf “die h_eror_sche Epoche, kx"): fie dié Freibeitékämpfs TeutsÖlxndß u:;d, Bt_altens T_arstelltep, tft urztcr des Fürsten Bi§march entscheidend-sm GYM (uf; die pquttsch-xealifttsckge gefolgt, und man braucht nicht za be- s_ur_ ten,_ daß dtese sobald ver7chwinden wird. Ist fie dock) in der Getsteßxtcbtungxnserer Zeix allzuticf gegründc't. _" _ Die P_oltttk des L_)qucben Reichs wird nach wie vor eine des Jrzedens sem; _der_Katser_k_-at dies in seinem Erlaß an DM Fürsten Btßmarck auspruckltcb bZstattgt, und die ganze europäische Konsteüation erleichtert dtc _Durchfubrzxyg_ dieses Programms. Nicht minder wztrzelt der Dre1bund so 1127 tn _dcn Interessen der drei Reiche, daß kern Personenwechsel __ibn crnsthast berühren kann. Die wcrbündetcn Moyarchen firzd denen überzeugte Txägexx und die Politik der Regrcrungen tst so fest in dieser Richtung oricntirt, daß eme Aenderung auf da_s_ Höchste unwahrscheinlich, wenn nicht gscadezu ausgeschloffxn Ut. Dn- Nachfolger des Fürsten Bis- marck in dex Leitung des _Dreibundes Werden festgebaküjte Wege gcb_en konnen. _anen bleibt zunächsédic21uf,:abe,die Weit davon zu uberzeugcn, dszß weder an dem WiÜen der bisherigsn Politik, der_ Achtung der Vertrage treu zu bleißcn, noch an der Kraft, diesen WZÜen _aufrecht zu_ erbaLTen, irgend eine Acndemng eingetreten ist. Dre Femde des Frrcdxnx? von Europa haben indeffcn nie ganz enl- jyaffnet; fie Werderz sruöcr oder später die Gelegsnheit erspäben zu einem Versuche, ob_:rgendwo eine Lücke fich findet, im welche fie ein- baken_konnen, ob an Fehler gsmacht wird, den fie bcnußsn könnten, ob eme schwache S_the fick) aufjhut, wo man nachdränaen könnte. Je mehr man aus_ fol_che Versuche gefaßt ist, um so ficherer erd man sie aowciten können; mit überkommener Ruhe und Voxficht, absr_ auch mit dem alten Kraftbewußtfein werxxy dre Staatsmanyer des Dreibundes den etwa auftauchenden poltnkchen Fragen gegenubertreten; die Friedensfainde werden bald genug sm_dcn, daß ste durch den Abgang des Fürstm Bi§marck niehts an Tcrrazn gewonnen balzcn._ Und wenn, wie wir mit Bestimmtheit bo_ffe_n, dre tnneren Barbaltmffe Deutschxands in rcgelmäßiger und krasttger Weise fich weiter entwickeln, wenn all: vaterlandsliebende Manner sich der Verantwortung bewußt, die gerade jest auf ihnen ltcßt, sich t_reu um den Kaiser schauten, so werden Deutsch ud und seine Verbundete, Wie das ganze kulturfreundliche Europa ck noch lange der großen_Frie_denSerbschaft erfreuen, die Fürst BiSmarck als das leßte Ergebmß semer Amtsführung der let hinterläßt."

_ _Jn gletchem (?_"Zmnes rxibtder „SchwäbischeMerkur“ m emem Arnkel uber 1Smarck's Abschied und das Ausland“:

.Die tiefe Bewegung,_die der Rücktritt Wißmarck's im Aus- lande beryorgexufen bat, __lst eine Erscheinung obne Beispiel in der Gescbzcbte. StaatSmanner find die Verkörperung des natio- nalen Egoismus; ibr Ehrgeiz_ dient dem Wohle und der Größe des etgenxn Vaterlande3* dieses auf Kosten anderer Staaten exnporzubrmgen, bat sonkt allgemein als das Ziel einer patrio- jtsche_n Staatskanst _ egolten. Sind solche Männer erfolgreich gewuen, haben _fie : rem Vaterlande Ruhm und Grö e erworben 1o ist_ es begxetflicb, daß fie _von ihrem Volke dan ar verehrt“ geprieken. gefeiert werden. Btßmaxck abcr ist obne weifel der“ etste StaqLSmant), dessen Verdienste von den ' ngebörigen anderer Regche mcht minder erhoben und gefeiert werden als vxn Hen eigenen Volkögenoffxn. Als ein einschneid; des Ereigniß fur dre gcammtx Staatezwrdnung, ja als ein Verknst für ganz Eurypa w rd sezn Sebetden empfunden. Seine gewaltige er- sönltcbkeit besaß em Ansehen, das weit über die Grenzen des Deut 11

als ein Segen für den ganzen Welttheil anerkannt wurde,

kaum wärmer und anerkennender sein, wenn in diem leitender Minister vom Schauplaß abgetretens R neben werden auch andere Stimmen laut:

__.,

Reichs binaußreichte, und seine Wirksamkeit war eine solche, da .* '.

Stimmen, die in Oesterreich. in Italien. in En land, e “***-Ä“- -- Vereinigten Staa1en über BiSMarck's Rücktritt [Fut werFTKlzftkYnTeéZ“ *.*"?

eincn StaatSmann gegeben, der nicht gegen heftige An?kkndUYFX§«7-J-; '

„"x“*__-_.,._ “. K_xo. .