5) ;ck
me rt aben, a vollständig bei Seite gcseßt unh fich ledtgl1ch aufh Ncl1)c1)trangnLt und Kritik der neueren preußischen Geseß- gebung, so wie der Ergebmffe ,der Rechtsprechyng des Ober-Tribunals beschränkt. anwzfchen aber hatte xenq Be- wegung auf dem Gebiete dcs gemcmm Rechts , 311111"Tl)e11 ge- nährt durch die Schöpfung neuer gcxncmsgmcr Gxsetzbuchcr uyd durch weitere gesehgeberische Pläne, m das_ preußlschc Recht hm- übcrgcgriffcn, Die Wissenschaft ,des gemeinen Rechts und die des preußischen Rechts standen steh mcht mehr'so fremd gegen- über, als vor 20 und 30 Jahren. Zum Thea Kochs "ergenes Verdienst, zum Theil das des HerauSgcbers der »thtragc zur Erläuterung des Preußischen Rechts“ (l)1'. Grtzcbohanqnnn) und anderer preußischer Juristen wax cs, daß sich em mmgerks Verhältniß entsponnen hatte, welches dxmgend mahnte, auf der von Jenem eröffneten Bahn fortzuschrertcn.
Besondere Ziele verfolgt das noch unvoücndetc Werk vyn Heydemann'xx') , eine Erweiterung des von de'msclbcjxxm I. 1851 herausgegebenen “„SystcmZ Hes Preußiscbx'n Caul- rechts im Grundriffce. Aus einxr retchen a1adennschcn Er- fahrung hervorgegangen, hat dasjelve nanuxntltch dcn Lern- zweck für die jüngere Generation dxr Praktiker un Auge:. Der enge Anschluß an das la11drcchtl1che Systcmssoll mcht zu bloßen Rubriken dcs Inhalts oder zu einem durren Schema für den Schulgebrauch führen , sondern zur Rckonsjruktton des Geseßbucbs von Innen heraus u11d_dajckurch gayz hesonyers zur Lösung der dogmatischen Schwierxgketten behutsück) sem. In dieser RichtUUg leistet das WYrk m" de_r That sehr erhebltche Dienste. Wer sich mit dem ctgenthuxnltchxn Gclste ch Allge- 111einenLandrcchts vertraut machen Will, durfte kaum cn) Heffe- rcs Hülmeittel finden. Außgiebig benußt 1st namentlzch dte Rechtsprechung, welchcr Heydeuxann geradeztz rechtsbtldcnde Bedeutung einräumt. Sehr beschrankt. dagegen 111 M* Zahl Yer allegirten gcmeinrcchtlichen und preußxschen Scbxtstfiellcr, 11.361)- rend andererseits durch Parallelstellen aus dem 00516 UUL0160U und dem Oesterreichischen Civilgeschuche dsr Gcnchtskrcts des Studiums erweitert wird.
Die Einleitung verbreitet sich über Inhalt, Tendenz zmd Plan der Vorlesungen Über Prcußtsches Landrecht, ferner nher die Geschichte der Preußischen Kodtflkatwn, Quellen [znd Lite- ratur und schließt mit einer gediegenen Abhandlung ubxr das System des Allgem. Landrechts, dessen Bedeutung fur dle
' 1s exdemann viellei rüber ä t. Methode des Stttdtu1x,„,5,Ö,.)„„.., „m,; m on 10111s1ctj19e1Yt1rcndcr,
exegetischck Form,“söi1dern mit eigener ob cbon aus de buche. gesch6pfter Systematik innerhalb/dcssRahmens MMI- rechtltchen Titel und Abschnitte. Attsführlich behandelt ist das
Publikationspatent und die Einleitun S 68- “)( ' Yberhaupt der allgemejne, Thkil (Theilg1.(Titel 1 sz-Y/RLFOOMF Ér erste Band "abschließt. In der Vorrede erklärt dies der
erf. (1115 17er »ubcraus abstrakten und mageren Beschaffenheit der allgememexx Lehren upfcrcs Gcscßbuchs, welcbe konkreter ge- staltet und _xgletchfam unt Fleisch und Blut versehen werden jinußtcna. “Von dem bxsondcrcn Theil, den der Verf. mit Rück- s cht auf die gryße loszkrete Aquührlichksit des Geseßbuchs selbst auf Htxsem Gebiete nut 2 ngptabschnittcn (Vermö ensrccbt _ * Fannlten- Und Erbrechx) 111 einen verhältnißmäZig engeren Umfang zztsan1n1e11zttdrq11gcn beabsichtigt, ist erst eine dc1'
neunten Titel ersten Thctls dcs Allgem. Landrccbts (mit Aus;
es;?cllxtißnxßs crbrcchtlichen achtc'nAbschnitts) bchandelndeLiefc-rung
In einem besonderen Nachfrage am Ende d . ' es Werksperspxlcht der chf. dre neueren geseßlichen VestüZMtenn- glexn, rtchterljchm Entschetdtmgen und literarischen Erscheinungen Ze rsc71121l1tjkxc-x1zustfe11en, welche er bxt dem allmählichen Fokkschreitcn r e1t mcht an den geetgnetcn Stellen zu benuyen ver-
mochte. Das, was K0ch (Privatrecht ] » 17 -- ' , - .- on vond MÖWIL'WBQMKFTIÜZ ;mstzßrt, Haßcher «xs 53266311?ka - -*., ,- 1, wan ung cscinheimischcn 111 ts und als Leitfaden fur dw eigene Tbät' k't ., , („ck gilt in noch hö erem Ma lg “ „Vorzuglxches .lUste/ den v LkVVUkomZmeten Geßsteaétén dem Werke m semer vorllegen-
, Nur im Allgemeinen der Truden na ' dle Art und Weise per Ausführung aZlanZkt)“, Zleétt Wh BoW? hend besprochenen em beretts vollendetcs Werk nahe, das
»System des preußischen Civilrechtsc- des verewigten
_ *) Einleitung in das System des Preußis cn C' '
. . vl 431: Lude Eduard Heydemqnn, Königl. Preuß). Gel).l FMM Rvaotjl; d.sPÖofessor d. Rechte m Bekrln). ZWeite, völlig um carbeiteicAufla c 1868 rundri_sses. 1. Bd. Letpztg 186]. 11, Bd. ]. ieferung. Leipzig
von Daniels'xké). Dasselbe hat feige Vorläufer m emem bereits 1851 erschienenen Werke deffclbe11é==5), we'lches der Verfasser zur Grux-«dlage seiner Vorlesungen bestimmte, 111§em er slch vorbeb1e1t, mündlich »die tiefere Begründung, dle Erorterung von Streit- fragcn und die Vcrglcicyung 'mit Yen “entsprechenden Grund- säxzen des römischen wxe des etgenthumltchen deutschen Rechts«
u eben. _ 3 9Auch in der Vorrede zu der neuen Bearbettung kehrt die
Be ic un u der Lehrthätigkcit dcs Verfc1s1'ers"1vrxder. Sein Bc. sterele 7191113) „eine einfache, fgßltche uny vollstandige Darstelhmg des heutigen gemeinen preußtschen Privatrechts m der Eigen. thümlichkeit zu geben , m welcher sich dasselbe auf der Grund. lage des allgemeinenLandrcchts durch dteFortschr1ttcvder GW- gebung und der Rechtsprechung c11tw1chclt hat.“ »DteZuxuck. führung der geseßlicben Bestimmungen auf lhre gxschtchtltchen und theoretisckzen Grundlagcm btht'lk ,derPcrfaffcr dagegen seinenVorle-sungcn vor, 1)0ffxe 1ed0ch glctckzzettxg, »das; 1316 neue gedrängtc Darstellung des seitdem (dfcm, Erscheinen der 121161, des älteren Wcrch) wesentlich modxstztrtcn Rechts als Hulfs. mittel für das Selbststudium auch „uber den Krets seiner ZU- hörcr hinaus nicht unwillkommen fegt wxrde.« „ .
Das System ist ein dem “Verfaqxxr ctgenthumltches. Nach einer »aUgemcincn Geschichte derpreußtschen Rcchthnthckelnng-, welche über die RcdaktionngschWtc des Allg. Landrxchts W die spätere Entwickelung schäßcnswexthe genaue Notizen glcbt, wird in der »Einleitunga noch dte Lehre von dennRechts. quellen in gedrängtcr Weise dargestellt. Der Korper des Werks selbst zerfällt in 3 Theile: 1)" »Aljgememe Bestmnmm- gen«,* 2) »Personenrechta; Z) »Vcrmogensrecbta. ,
Was die AquÜllung des Rahmens anlangt, so gtebt der Verfasser, abgesehen von cinzelncn gehaltvollen Exkursen (z. B_ Über SÜUZÜ, ]. S. 203, 616111115 Und 11106115 1. . 135 u. s. w.), im Ganzen nur 521) Inhalt des A(lgcmeinen Land- rechts (unter genauer Allegtrunfg) 'paraphrastrend Meder. Die neuere Gescßgebung ist voklftqndtg voerarbettet. Von den Obertribmmlß-Entschcidungen sind d.“ Wichtigsten m_mottrt. Eben so finden sich durchgehend Verwsmsungerx, auf dte gangbarcn Pandektenkompcndien, sowie auf dlc Lehrbucher von Yoxnemann Und Kock,), aber auch zahlreiche Spursy etyer Veruckstchtlgung der neueren in Monographien und thtschrtsten zerstreuten Ar- beiten Über preußisches Recht.
._„__._____ „._.
Das Berliner Rathhaus.
]
Am 28. Dezember 1869 besichtigten re Ma“ " 1 der Kömg 11111) dre'Königin das neue YTrliner MMM zu welchcm xn A(lerhöchstdcren Gegenwart am 11. Juni 1861 dcr Grundstem gele'gt worden war. Am 6. Januar 0. I. hielt dle Stézdxpcrordneten-Ver[ammlung ihre erste Sixzung in den neuen .)?mtmen. Dannt [| der nwxmmentale Bau, wenngleich noch 111ch_t ganz vollßndet, doch zu einem Abschluß gelangt, wexcher emen Yeberbltck Über denselben gestattet. Bevor wir das „neue_Gcbq-ude beschreiben, fassen wir die Geschichte der BerltczcharZ RYthkUsichh kurz zusa111n1c11.';='5=*55'"='5) „ _cr e a _ aus zu Berlin stand vermut li dm altestqn Maße Bcrlms, dcm Molkcumarkt, auf thckZFxT scich noch xm 14. Jahrhundxrt das Symbol der städtischen Gerichts- baxkett, d1e Rolandssaulc, erhalten hatte. Als die rasche Er- wettxxung der Stadt nach Nordeu hin den Mittelpunkt derselben Mrruckt und die Anlegung eines zweiten Markts , des Neuen 12L0kts, nothwendtg gcmacht hatte, erfolgte um das Jahr 7 auch dle Verlegung des Rathhauses nach Norden FW zwx1r_ nach „de_r Ecke der Spandower- und der Oder- bergcr («igen Kömgs-) Straße. Das hier erbaute Rathhaus estan_d aus cmem fast quadratischen Vorbau und einem sick) anschließenden oblongen, größeren Bau, und lag auf einem frctxn Planß, dem Krautmarkt, der erst später durch den Anbau zweier Fluge], m der Spandywcr- und der Königsstraße- V““ Lchwunden tft. „Jener quadrqttsche Vorbau war die Laube (10- „ mm), der Schöffxnstuhl, eme nach drei Seiten offene Halle- m welcher das'Scbosengertcht der Stadt öffentlich gehegt und vor welcher die Burgergemeinde von dem in der Laube ver-
**
“) System des PrkUß. CiVill'i'Cbts von ]) A ' [ K n- syndikus, Obcr-Tribunalsrat und 5 r 1". “v' Dame s“ W „ lm, ZIM Akad. Buchhandlan. EPGOerLN der Rechte, 2 Bde. Bcr v D' )-Lel)rb1-'ch- des “WWW PU'Ußischen Privatrechts von 01:21. N tanU'ls, Kömgl. Geheimen Obek'RLViskons-Ratb u. Professor der “ck,..T..)Y?Z5ch?Zechklys1chLZUÄÖ. C. Grobe. 2. Aufl. Bd. 1. 1859. .e" U zur « rundfteinle un ürd s Rath-
haus am ]1. Zum 186] »Das Berliner Ragtthufs,- “VFW 186],
sammelten Rath Übex wichtige Angelegenheiten der Stadt befragt und ihr Nech_enschaft Über die Verwaltung crtheilt wurde. Diese Halle „ist mxt Vier Kreuzgewölben bedeckt, deren alterthümlich vierecktgen, 1n„der Mttte flach abgeschrägten Rippen von einer runden Mittelsäule Mik Sandstein-Kapitäl getragen werdcn. Die Gewölbe „sind ohne Busen und schlank emporstcigcnd, (mfgc- mauert, Lhké „Gurten und Rippen zei M das gleiche Profil, ihre Schlußsteme und Konsolen sind Streng und einfach ge- zeichnet. Alle Formen haben große Aehnlichkeit mit denen der- Gcwölbc m der Krypta dcs brandenburger Doms, welche aus den [exten Iahxen „des 13 Jahrhunderts stammt. Von be- sonderem kunsthistorischen Interesse ist neben den Resten der altgothrschep Bauktxnst, Welche in der Laube erhalten sind, das berezts xrwähnte Sandsteinkapitäl dcr Mittelsäule. Daffelbe tft mzt Reliefskulptnrcn, zu welchem die Thierfabcl den Stoff Éxltefcrt hst, reich geschmückt. Leider ist ein Drittel der, tldwerkc m späterer Zeit abgemcißelt worden,“ der „noch vorhandene Thcrl zeigt in derber, kräftiger Arbett emexz Affen, wc1cher ein Blatt von einem Baume reißt, zwei Schweine unter emer Eiche, einen Raubvogel, der in den Fängen xmenKnoxhen hält und zwciVogelgestaltcn 1n1t1nensch= [ichen Köchn. Dre Bchcmdlung des Ornanwnts, besonders in den Blattformncn, erinnert an die romanischen Details vom Ende des zwolften Jahrhunderts, wie solche zahlreich in Nic- dersachscn vorkommen. An dem südwestlichen Eckstrebcpfeilcr der Halle xvar außen das Prangerbild, der Knaak, mit dem Halsetsen emgemauert.
Ueber der offenen Laube befand sich der Rathéstuhl , in welchem der, Rath seine SiYUngen hielt. Die Treppe zu dem- selben war 111 dem anschließenden oblongen Gebäude angebracht, welches als Kaufhaus undchstsaal diente, dessen ursprüngliche Gcstxltuy aber durch späterc Umbauten gcmz unkenntlich ge- wor en 1 .
Unter beiden Gebäuden befanden sich géräumige, trefflich überwölbteKeUeranlagen von 12 Jochen, welche untcr dcm Vyrbau nut sehr starken Pfeilern und schmalen , gangartich Ntschcn endigten.
, In Folge der Vereinigung der Städte Berlin und Köln 1111 Iahxe 1307 wurde ein neues gcmeinsmncs Rathhaus bci der„Brucke (der heutigen Kurfürstenbrücke), welche die beiden Stadte nunmehr verband, auf Pfählen in der Spree erbaut.
- Indessen blieb das Berliner Rathhaus neben dem neuen in
Bcnußung, bis es bei dem großen Brande am 10. August 1380, welchcr auch die Nikwlai- Und die Marienkiräye cin- ascherte, ein Raub der Flammen wurde. Der Wiederaufbau erfolgte „zwar in größeren Dimensionen, aber weder in künst- lcrxsch rexch gestalteter Wcise, noch chen der schweren Verluste, wclche dtc Stadt durch jene Feuchrunst erlitten hatte, in ge- dtcgener Altsführung. Neben der Laube, nach der Königs- sirqße zu, wurde ein zur Aufnahme der Stadtuhr bestimmter Sctgerthurm errichtet, welcher die Laube nach der Königssjraße hm verbaute, so daß die Halle nur noch zwei Zugänge Von dex Spandower Straße her behielt. Gleichzeitig scheint an der Hmterfront dcs Kaufhauses parallel mit der KönigZftraszc ein schmaler Flügel angebaut worden zu sein.
, Als im Jahre 1442 die gcmeinschaftlichc Stadtverwaltung Wischen Berlin und Cöln wieder aufgehoben wurde, genügte auch das erweiterte Berliner Rathhaus dcm Bedürfnis; nicht mehr". Der Rath erwarb daher ein in der Nähe dcffclbcn befindlichs beaude der Spandower Straße, die »Stadtsckyreibcrcia, Mlchcs“ nut dcm Rathhause znsammcngcbaut wurde.
Ein zweiter“ Brand, welcher das Rathhaus im Jahre 1481 traf, hatte einen neuen Um- und Erweitermmsban zur Folge. Wahrscheinlich wurde damals in der Front der Königsstraße ein langes, schmales, zweistöckiges Gebäude crrichtct, dcssen 1111- terster Raum (der Krautgartcn) zum sirengcn Gefängnis; für Verbrecher diente. Der Scigerthurm und der Nathsstuhl wnr- den bei dieser Gelegenheit einer gründlichen Reparatur untcr- wokfen. Der Rachftuhl wurde gleich der unter ihm bclcgcncn Laube gewölbt: auf dcmRundpfeiler der [Wien ward cine schön Marbcitctc Sandsteinsäule mit kori11thischcm Kapitäl und reich wcr- ztcrtem Friese crrichtehwelch? die leicht und gefällig konstruirtcn vier Kreuzgxwölbe der Decke trug, Zierliche Laubgcwindc in cdlcrcn
cnmsmnceformcn schmücken dcn Fries, welchcr an hcrabhän- akndcn Geschmeidcstüoken die Wappen berliner Patrizier, „dic Juhreszahl 1555 und den Spruch trägt: »Sclig sind die Frxcd- “MSM, denn sie werden (HottcSkinder 17603an Die Ack11llch= “ck welcher dicser Theil des Rathhauscs mit einzelnen Archl- tekturexx im Königlichen Schlosse und im Iagdsckxloß ermc- Ivald zetgt, lassen vcrmutben, daß Caspar Theiß, dcr Vaunmstcr “s Ktzrfürften Joachim 11., auch den Umbau des Ratlzsstuhls ausgeführt hat.
In dieselbe Zeit fällt auch die vollständige Vermaucrung
dcr Gerichtsmube, welche seit Einführung des römischen Rechts *
11th „mehr bcnußt Wurde. Der Raum wurde der Mittel- marktschen Städtekassc Überlassen. Für das Nothgeding bestand dgs Schöffengericht(bis1737) zwar noch fort, die Schöffen- banke wurden aber außerhalb des Rathhauses aufgestellt.
_ Am 7. November 1581 wurde das Rathhaus abermals em Raub der Flammen, die nur die Städtekaffe (Laube) und den Rathsstuhl verschonten. Die Wiederhersteüung erfolgte bis zum Jahre 1584 „nnt_großer Sparsamkeit, ohne wesentliche Aenderung der Dtéposrtwn. Nur wurde auf Feucrsicherheit Bedacht genommen.
_ Im Jahre 1695 erhielt der_Rathhausbau durch Voklendung cmes drei Stock hohen Massivbaues in dcr Spandower Straße*, welchcr an die Stelle der Stadtschreibcrei und der dieselbe mit dem Rgthhause verbindendcn Baulichkeiten trat, im Wesent- lichen semen Abschluß. Dcn Entwurf zu diesem Bau hatte der Ober-Baudircktor Nehring schon im J. 1685 angefertigt. Dic ausdrucksvolle und geschmackvolle Faxadc zeigte Motive, in welchen Nehring und später Schlüter sich öfters bewegt haben. Das großgequaderte Erdgeschoß erinnerte in seiner Gliederung an den - allerdings monmncntalere'n und reicheren -« Unterbau dcs Zcughauscs. Wie bei diesem waren auch die Schlußsteinc dcr Feysteröffnungen in dem neuen Rathhausflügel mit Köpfen gcschmuckt, und da Schlüter seit 1691 in Berlin anwesend war, so 1st_zu vermuthen, daß diese Köpfe nach seinen Modellen an- gefertigt sind, wenn sie nicht gar die Erstlingsarbcit des Meisters waren.
Die Rathsstube wurde Ende 1695 in den neuen Flügel verlegt und die bisherige Rachftubc Über der Laube dem Stadt- gericht Überwiescn. Dic Gefängniffe übersiedelten nach dem Kalandshof,
Die äußere, zusammenhanglose Gestaltung, wclche das Rath- haus durch die vorerwähnten Bauten erhalten hatte, behielt es bis zum Jahre 1819 _bei. In jenem Jahre wurde der bau- fällége Thurm, zu desten Wiederherstellung die Mittel fehlten, bis auf den Unterbau abgetragen. Durch diese Veränderung trat die Unregelmäßig-kcit des ganzen Buch so grell hervor, daß die Entfernung des ThUrm-Unterbaues, durch welche'König Friedrich Wilhelm 117. nach der Krönung in Königsberg bci Allerhöchftssincm Einzuge in Berlin , am 21. September 1840, Überrascht wurde, eine wesentliche Verschönerung des Gebäudes war.
Als in Folge des durch den erweitértexx Verkehr hervorgerufenen Bedürfnisses der Neubau des Rathhauscs im I. 1856 beschlqffm und der Ankauf des ganzen Häufcrvicrtcls zwischen der Kömgsz, Jüdsnstraße , dcr Nagelgaffc und der Spandowcrstraße für dtc Bauftellm ausgeführt war, wurde für die Entwerfung der Baupläne eine Konkurrenz angcschriebcn, in Folge dercn 18 Entwürfe cingingcn, welche in der Zeit vom 14. bis 22. Mar 1858 in der Königlichen Akademie öffentlich auSgestcUt wurden. Die Königliche technische Baudcputation, welchc das Preis- richtcramt Übernommcn hatte, erkannte den ersten Prcls für den Plan mit Läden dem Professor Schmidt zu Mailand und dem Baumeister Strauch, den zweitcn dem Baurath Knoblauch, dcn dritten dem Architekten Klingenberg in Bremen zu. Von den Entwürfen ohne Kaufläden wurden die des Baumeisters Adler, dcs Professor Nicolai) in Dres- den und des Bau-Jnspcktor Cremer prämiirt. Bei der Be- rathung Über die Ausführung des Baues gingen die Kommunal- bchörden von der Einrichtung von Kansla'dcn im Rathhausc ab und bcschloffcn, das,; sännntliche Konkurrcnzplänc, die bei allem künstlerisäycn Werth doch den Praktischen Bedürfnissen der Verwaltung nicht gcnügten, dem für die Ansführung des Bach 31: wählenden _Baumeistcr Übergeben werden sollten, um mit Bcnuxzung deßclbcn ein neues Projekt auszuarheitcn. Die Wahl des auöfühchden Technikers fiel auf den Baumeister
- Wäscmann, welcher im Mai 1859 engagirt wurde und schon
am 1. November dcffclbcn Jahres die neuen Baupläne ur Genehmigung vorlegte. Da sie im Allgemeinen dcm Bedürf- nis; cntsprachc11 , so wurde ihre AUSfÜhrung vorbehaltlich der Entschlicßnng Über die Faßadc gcuehmigt und mit Frei- legung dcr Baustellen in der üdenstraße am 1. April 1860 begonnen. Inzwischen war ein Gipsnwdcll dcs projektirtcn Gebäudes Vollendct worden, welches in den Räumen d_cc Königlichen Akademie vom 17. bis 30. April1860 öffetztltch ausgestellt wurde. Mit Riicksicht auf den durch Häuser emgc- schlossenen Bauplaß und die für den Bcschauer fchlende„Per- spektive waren für den Bau in der Hauptfrontc zwetC'ckthurmc projektirt. Die Bedenken, welche gegen diesen Plaxx erhoben wurden, veranlaßten die Konnnunalbchöxden, schon während der Ausstellung des Modells auf die Beseitigung der Ursachen Ve- dacht zu nehmen, welche bei der Wahl der Fagade entschetdend gewesen waren. Durch den Ankauf der Grundstücke auf,der Südseite der Nagelgasse und der angrenzenden Rämnlicbketten der Iüden- und der Spandowcrstrgße gelang es,' so _viel Raum zu gewinnen, daß das Nathhaus m semer Front frergelegt und