1890 / 98 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 21 Apr 1890 18:00:01 GMT) scan diff

"maler im eigenen Hause errichtet wurde. So ist es gelungen„ mit provisorischen Maßnahmen dahin zu kommrn, daß die Unkferrtcbts- tbätigkeit der Akademie ohne zu große Vescbrankungcn hat gefiihrt wer- den können. Was nun das Aussteiiungslokalanbetrifft,so bgben die Herren wohl in Erinnerung, daß, nachdem das Gebäude am Cantirinplqß sich als unumgeftaltungsiäbig erwiesen hat, das Ausstellungsgebcxude im Aus- steliungsvark beschafft wurde, um dort größere Ausstellungen der Akademie der Künste zu ermöglichen. Was nun den Notbstand m der Bibliothek betrifft, so_ist dem noch aufweinige Jahre hinaus ab- geholfen durch den Ankauf des Niederländixcben 5p_alcus und durzb den Umtausch der vorwärts gelegenen Theile 'des1elben gearn die rückwärtigen Theile des zum Palais des HoDseltger) Kaxssrs Wilbelxn gehörigen Grundstücks; und die Herren, welche. die Biblioibei mrt ihrem Bciucbe auszeichnen, Werdrn wissen, daß je'denfaUS (Fmrrcbtun- gen grtroffen find, um die Bcdürfniffe dss_Publ_1kum5__n0ch MLÖk zu befriedigrn, als bisher, Wir haben einrn 1le Viel beiirrcn Leixsaal, sehr viel bessere Veamtenräumr, sebr Ml, bencre "YbsertigunaF-Tauwe- ja wir baben noch eine sebr «Ute Einrichtung fur das Lrirn Von Jyurnalcn und Zeitschriftcn. Das, meine Herren, waren die pro- viwrischrn Maßnahmen. . . -

Gebe ich zu dcn definitiben Maßnahmen uber, 10 liegen 1a dte- se-lben mehr im Vordergrunde des gktucllen Interesses. Von vorn- berein War ich der Mriiiung, daß 95 UÖLZ daskMaß ÖMÜUZJUWS- MYM man Versuchsn solits, eine H0chschule mr die bildenden Kunst; 1,71) Akademievirrtel einmricbicn. Denn das Akademiebiertcigrundstirck tit das wcrtbroÜste vielleicht in Berlin, und weiin [ck) eine Hochickyuie für die bildenden Künste einricbie, darin muß 16), um die Etnrichtgng grit zu trcffen, so viel freien Raum 1chaffen na_ch drr Nordfrontbin, womöglich, das; «ben ein großer Raum vor einem solchen Gibaudc Unbebaui bleibt. Also, wenn ich eine H0ch1chule an den „Linden“ errichte, braiiciw ici) mindestcns 150 U] Abstand, um „eine sogenannte reflrxfrcic Nordfroni zu gewinnen. Deshalb war mem Brxnuben bbn vornherrixi darauf grricbtc-t, die Hocbscbulevauf einem bauirrien Terra-m außerhalb der jejzt bebauten Stadt zu errrcbtcn. Nach11cbcrw1ridimg sebr rrbsbiiäxcr Schwierigkeiten ist es gelungen, für die]? „Hoscblcbulr eine Siätfe zu finden in der Tbiargartenbaumsäzuie, Alis) unmittrlbar gegeniibrr der Technischen Hdckxscbulr, benacbbart der veremrgxen Artiileric- 21111) Jnaenieurscbrile. DieBeicbaffung des Bauyiaßrs war 6111? sebr icbwicrige. Zuerst War in Aussicht gcnommrn das '»Hrundstuck unmittelbar nc-ber. dcr Zoologischen Garien-Station, wo das bskannte .Wild-Amrrika' liegt; dann rsr Hippodrom; übcraU kamrri ncue Schwicrizkritrn, baid diesrs, bald jenes Ressori, 1138191368 _die Hand darauf lrgir Kurzum, ich bin drm Herrn Finanz-Mimitcr icbr dani- bar, doi"; rr die Tbirr-„iartrnranmscbriie in der HardrsbergstraßeUb-is zur Kurfiirstrn-Aiiee Zilk Verfiixung gesert hat. Der Hochiriiße Konig Friedridi) 111. cbcriso wie unser gcgenwärtig rcgisrrndcr König babkn die (Gnade iirbabt, diescn Plan zu biüigrn, und «s ichwebea twck) sebr eingrbendc Vrrbandlungen QUf (Grund einss von der Akadqmte aiif- geiirliten Programm-Z. Es liegt auch ein Vorproiekt Vor, von Hrn. Ende aufgesteili, dem Vertreter der Arrbiirktnr bei drr Königlicbsn Akadrmic der Künste, und ich dars boffcn, daf; mich diese Sache fick) aÜmäblicb weitrr nach vorn schiebt.

Was 111111 dir Bibliotbck anbetrifft, so Hatte ich ror einiJr-n Jabreii dir Hbffnung, dieselbe in drm Monbijbugartrn unie'rzubriiigrii. Unter drrRrgisrUng König Frickricb'r 111. War nach der chbtimg bm eine iiewiffe Möqlickykeit gegeben. Ick) babe in neurrcr Zeitsrou dirsrm Projrki absehen müssen und bin wirder aufdaIaiic?ikaden1i_rvxrrfel zurückgekommen, trail es sich im Übrigen als 136116] unmöglicd erwicirn bat, innrrbnlb drs Crnirums drr Stadt _Bcr1iri, wo 6111? Biblio'tbrk dock) bin,;ebiirt als der wichtigste Sitz, wiisrnscbairlicbrn chrns, rme geeig- nete Lokalität zu finden. AUF all den Miibrn imd Sorgen der Inter- essrnicn. wie der UiiterriÖisvrrwaliung bat 111111, wie ici) boffen darf, die Initiatirw Sr. Majestät Heraussirführi. Wir dürfrrtff mmmebr hoffrn, daß, nachdrm Se. Majrsiät sicb bereii erklart haben, erstens das Kasernsment nicbt mrbr militärisch zii verwcrtbkn, sondern für die Jntercffrn drr Kunst und W Unterrichts ziir Ver- fügung zu sieÜcn, zwxiténs fick) brreit erklärt [)abrn, ÜU_ch den Mar- stall anderwriiig unterbringen zu laffrn; _ ich sage alis, ck ist gr- lungen, dar: 95an große Akademicviertil der Kunst und Wissenschaft zur Verfügung ZU ixslien.

Zwei Fraixcn beichäftigen jryi die Unterrichtsberwaltumi. Critrns dic R(cdtÉfrage, irrickye die siiizelixrn auf diescm Grundstück LitiJkkiÖtkka Brbdrden babeix: das ist dir Akademie der Künste, die Likadrmic der Wisimsckmfirn, dcr 51.1iiiiiärfikzi'113 und der Königlickye Hof. Jcb bin j-tzr in der Lage, sb annäbrrnd, nachdem ich_ “ric nötbigkii Vowerbamdlungrii mit den Hrrrcn Minister:". sxlbst gcsiibrt babs, einc Trr-ksckxriit abzuschlirßrn, dir ganz aiißrrordriitlici) sÖwierigr Rcrbtrfragcn enthält, dic man aber eben aufstellen muß, Um sick) naibber mit der Frage wrgen drr Eniscdädigiing zu bricbäitiiixn; drnn selbitwersiändlicb gebt umsmist kkiiiEÖ von diesen Jrnaiinicn Jiisiiiixicn heraus, Das:? Andrre ist mm dir sebr fcbwere Frage, ob es :iiö,;1ich ist, (1116 diejenixicii Zwecke_ auf dém Akarctme- vierici ZU criiiiirn, welcbe beats, wcnn ich so iagrn darf, liquidirt sind. Das smd Saitrns der Akadcmic der Wisscnicbaftcn Lin Raum für ihre Arbritcn und eine Bibliotbrk, Seitrns drr Akadrmie der Kiriiste RäUkU? für din Srnai, ibre Bibliothek Uni? ibrc umfangrrickye Sammlung, kann dir Erfüllung des dringenden WUr-scbeö, eiiie AUS- steilnngdlokgliiät „iu baden, wclche für Pyrmanentr unter Umständen kleine Ausitriliin,i€ii, irir es in andern Großstädtrn, namrntlick) MiinÖrn Und TLi-"li drr Faii ist, zur Verfiigung sti'bt. AUS Be- miibrxpgen, aii giidrrcr Stille fiir dir [rbrnden Kiinsiier einen an- grmeiirnen Ansitrliangsramn zii bescbaffrn, Haben sick) bisher als fruchtlos crwicirn.

Die Bibiioibri iriii mm mit srbr ;",rof-Jcn **Jlnsprürben brran. Di? [LHFLULUZÉZQÜYUM drr Biblioibrk 1iegcn nxci) nicht vor. Vor- lanig 111 die SÜÖL 10 xirdaciyt, daß mum wirilciibt in drm Vordrren Thrilxdic Akadrmic der Wifsrnscbdftrii mid Kiimstr unterbritigt, d. 1). di-n Senat, daf“, umu in dem mittlcren Raimi, der so weit aasxicbaut Werden FMN, wir irgriid mögiiri). 6110 aim“ dem sonst ndirébschaftlich mn kkagfteil'nUYkLWn Theik dic Bibiirriicf unterbringt, und das; virilctck?! (111 rmcr Sielir, i(i aii drr Seitr, sei LI mrbr nacb WM, [er ('S in der Dorotheenstraße, man ein Km:staussiriimigsgkbäude cin- fügen läßt _in_1cichirrcm Skil, irclckécs ririi-icbi „fiir 30 Jabra nrck) arichicks. Spatsr" wiirde das Aussiciiungsgrbäiidr ri: Sikittcicin, ani wslcbc fich drmnackist dic Biblirib-si ziiriickzirbin ibiintr. Man wird brute Vik[[(“icht mit ein-sr Miliidn Vändkn zu reckwcn buren, aber 1950 visllriibt schon mit 14 Millionen, xia-b ("rm Mdße dcs Wachs- tbums drr Biblioibck und drn "Fixiipriicbcn drs Priblikums (111 dieselbe.

Es ist Mir cine Fchdr iirw21en, den Hcrren dirse Mitlbeiluniicn zu 7117139211. Ich will nicbt sagrn, ich bin irberzeugi, rs Frlingt nim- mebr, dir1en gordi1chen Knoten Untrr (111911 Umiiändrn zu iöirn; abrr ich kann nnr damit sch7ik߀W was ici) ianiiie drr Rare gefaßt habe: das Gelingen ist der Initiative Sr. Majrsiäi 511 daiifcn, urd ich kann nur lebbaft wiinicben, das; das Akadcmirbicrkei die 311-"6giichkeit gewäbri, alle die drin-grndcii Brdiirfnisse drr Kunst und §Wisieiiichü17 zu bssrirdigen, von Weichen ich Jiwen in kurzen Umrissen (“1116 Mit- tbeiiuna gsmackxt babe.

Abg. Dr. Satiler: Wenn der Abg. Dr. von Stablewski wiinscht, daß ich seins Erklärung, er habe die Verfaffung be: schmoren, als einen Widerspruch gegrn meine AuBfiihrungen ansehe, so kann ick) damit zuirieden sein, denn ich wiirde darin eine volle Ableugnung der Bestrebungen auf Wiederherstellung Polens _sehen müssen. „Daran, daß zahlrsiche Geistliche in der polnischen Fraktion sißen, habe ich geitern deswegen er- innert, weil ich vorher drn aktenmäßigen Beweis geführt atte, daß _polnische Geistliche_ ihren Einfluß benußt

aben, um die'Schule zu polonisiren. Das Buch von Bär _eruht vollständig auf Akten, bezw. auf Angaben von mit ihrem Namen angefiihrten Zeugen; darum braucht Bär noch nichr die StaatSarchive benu tzu haben, es besißen auch andere Behörden Akten. 211123 die em Grunde war auch der Abg. Dr. von Stablrwski nicht in der Lage, irgend eine meiner Behauptungen in Bezug auf die Germanisirungsthätigkeit der

polnischen Geistlichen zu bestreiten. Wir verdienen, _nicht den Vorwurf, daß wir überhaupt Widerstand gegen *-»dL€!€_ Bestre- bungen erhoben haben, sondern eher den, daß war nicht lange vorher ihn erhoben haben. Für die Ayfrecht- erhaltung und Ausbreitung des deutschen Stqates ' m den östlichen Provinzen zu sorgen, war vqn ]e, die Auf- gabe des preußischen Staates. Mit dem LiberaliL-mus, das sage ich dem Abg. Dr. von Stablewskt, hat die ganze Frage nicht?- zu thun. _ Ich habe mich gefreut, daß der Minister gestern an die Spiße seiner Ausführungen den Griindsaß gestel1t, daß die Regierung bei der Nßgelqu der Verhaltnisse der einen Konfession stets anch gendthtgi sei, auf die Gejiihle der anderen Rücksicht zu nehmen. In meiner strenglutherischen Heimath ift“man erstaunt darüber, daß in „den ganzen parla- mentarischen Verhandlungen nur von katholischen Forderungen die Rede war. Mir ist von verschiedenen SELTEN schon die Frage gestellt wordrn: Giebx es denn Überhaupt nur katholisch? Fordsrungen? Ich stimme den) Abg. Grafen zu Limburg-Stirum darin bei, daß die "Zahl von 10500 Ordenéömitgliedern in weiten Kreisen der protestantischen Bevölkrruna Befürchtungen hervorrufen müsse. Denn die Orden sind ihrer Natur nach zum Anériff auf die evangelische Kirche bestimmt. Ick war am Kultur ampf nicht betheiligt, aber das inUß ich sagen: diefe Klagen Über die Orden könnten leicht die Geduld umferer evangelischen Bevölkcsrung zerreißen, um sie mit erneustem Eifer dem Kulturkampf zuzuführen. Die Erklärung des Ministecm 11er das Volksschuigeseß war so rund uxxd neti, wir sie nur erwartet wrrden kann. Ob der Abg. 111“. Windtborst sehr zufrieden sein wird mit dsm Erfolg, den die Entwicklung seines Programms gestern gehabt hat, ist mir sehr zweifeliaft. _ ,

Abg. Dr. indtlwrst bält es nicht 1111: zwrckmiißig, daß bei jedem Etat iiur eine Genrraldsbatte zugelassen werde, in der auch alle Spezialwiinschr durcheinander vorgebracht wiirden; eine geordnete Diskussion sei dann nicht möglich.

Der Präsident v on Köller bemerkt, daß dieser Modus der Diskussion bsim Eintritt in dir dritte Berathmnrx _vom Hause beschlossen Und derselbe auch in friiherenJahren bewlgt wordsn .sei.

Abg. Dr. Wiiidthorst: Ich kann den Polen nur darin zustimmen, daß der Gebrauch der Muttersprache beim Unter- richt nicht Linaeschriinkt werden darf, nament1ich beim erigionsunterricbt, das hat auch der Abg. von Mmmigerode vor mehreren Jahren ausdrücklich de_tont. Wenn man sagt, daß die evangelische Bevölkerung diéiés oder jenes nicht er: Trageii werde, so beurtheilt man die evangelische Bevölkerung fa1sch. Wir können uns im Uébrigéil auch mit unseren Ein: ricbtungen nicht nach den Wünschen der Evangelischen Bewöl- kerung richten. Sie müssen uns erlauben, daß wir nach unierer Faron selig werden, das soil ja im Staat Friedrich? des Großen ein Axiom géwsien sein. Fiir den Grafen quimdurg: Stirum iir Alles, waH Fürst Bi-Zmarck that, Sii'i Evangelium, für uns nicht. Fürst BieZmarck fing den Kulturkampf an. Aus srinrn deen hat man gshöri, wir er Entstandenist. Man sprach damals auch von einrm Friihiingshauch. Zetztmagman drn Kulturkampf beklagen, damaleZ strebte mau danach, etwa?, dem GallikanismuS Aehnlichrs 31: erreichen. Diesss Gerühl hatte man auch in luthcrischeii Kreiseii, nicht in Evangelischrn. Wir brauch€n aber auf die Suche jetzt nicht eiiizugshen; es ist ein iiberwundenrr Standpunkt, LZ wird kein Staatsmann auf 0671 Gedanksn der Natwnalkirche mehr eingehen. Wiser; An- träge bezrichnst man als Uiierfiikibare. Dar: hat man frühsr auch gesagt, und (1118 Parteien waren gegen uns, aber wir bliebrn bei unserer Ansicht und sind ja zum Theil damit durchgedrmrgen. Gegeniiber den schwsren Ungewittern, wricbe sich um MLB zusammenzirhen, haben wir (1118 Ursaché, Frieden zu machen und zusmnmsnzustehen. Dazu muß (TUSL, was Uns trennt, beseitigt werden. Deshalb vrrlangsir wir den ZUstÜiid von vor 1870 wieder, unter welchem Preußen groß geworden ist. Das; die Orden den Protestmiten iiicht genehm sind, wissen wir; aber daran?, folgt nicht, daß wir die Orden abschaffen sollen, ebenso wrmig wie wir vrrlangen kiinnen, das; sie das abschaffen, was ihnrn bei uns nicht ge- fiillt. Das ist cbon dir Gloichberrcbtigung der Koriiessionen. Die Streitigkriten brstehen darin, daß die? evangslisthr Majorix-ät durck) dix: Grießgebung in Unsers Ange: legeiibeiten eingreift. Die AliÖlaffUiigLU iiber das Schalwrsrn bshaltc ich mir vor zur Beraihung unseres Antragrs; ick) will nur darauf [)inwrisen, daß unser Schu1wssen vor 1870 Vié[ besser geordnet war. Ich habe ge- saqt, daß 150 000 katholische Kinder in evangeliscigsn Schulen, aber nur 25 000 Svatigrlisckw KiUdSL' in katholischrn Schulen untergebracht scisn. Das soil ein Jrrthum sein; €*?- 1011611 UU'c 56000 kc-itbolische Kinder in evangelischen Schulc-n sriii. DubLi sind abrr nur die katholischen Kinder in Min Evangelischen Schulen gerechnet, wiihrrnd 04 000 katho1ische Kinder in Sim1iltanichulen untergrdracht sind, drren Leitrr meistens) evangelisch siiid. Srlbst wenn mir 56 000 kaihoiiscbe Kinder in evangelischen Schulen sind, so ist das immer noch ein sebrsckÜecbtecZ Verhältniß, denn nach der BevölkerungSzadl dürft? LH zutreffsnd sein, wrxm 50000 evangelisch? Kirder m kalholischen und 25 000 katho- lische Kinder in evangelischen Schicken wären. Auch aux dem Gsbiet drr Schule soilte mrbr Parität herrschen; das wird auch zum Friedrii disrien. Damit wili ich in diesem Jahre 311111 [2151211 Mair bei111Kultch=Etat sprochen; ich hoffe, daß der KultuS-MinistLr im nächsten Jahre Entgegenkommender sein wird.

Abg. Jiirgrnseii: Ich habe darauf ansmerksam gemacht, daß dsr Abg. Johannsen in Dänemark poiiti1che Versamm- lunasn abgehalten und fiir drm Wiederanschluß NordfchleSwigs an Dänemark" griprochM hat; ob das mit seinem Eibe aufdie Verfassung vrreindar ist, ist mir doch zwsifelhast. Ich habe nicht geiagt, daß die Nordfchlrswiger alle mit drm Sprach: reskript von 1888 zufrieden sind, sondern nur, daß die großé Mehrzahl derseziben mit dem Reskript zu: frieden ist. Die 10000 Unterschriften, welche sich gegen das. Reikript angesprochen haben, faÜen bei den 200 000 Dänen Nordschleswigs gar nicht ins Gewicht. Meins Rede von gestern soll eine Wiederholung friiherer Reden sem; das ist möglich, es handelt sich ja um dieselbe Materie. Der Nbg. Johannsen bat viermal den Schulinspektor Stege- mgnn 11111) zweimal den Prediger Pries onefiihrt. Ist das Yequiederholung? Die nordschieswigschen erhältniffe kenne ich viel besser als der Abg. Johannsen, der sie nur aus agi- iatorischen Versqmmlungen kennt. Der Abg. Johannsen wird in der Prxffe seiner Heimath gefeiert; man weiß ja, wie das grmacht Wird; aber in die Bücher der Geschichte kommt er nicht, dazu ist fem Thun zu unbedeutend.

Die weitere Berathung wird vertagt.

Schluß 41/2 Uhr.

Centra1blatt der Abgaben-Geseß ebung und Ver- waltung m_ den , Königlich preußgiscben Staaten. Nr. 8. _ Inhalt: Anzeige der m der Geseß-Sammlung erschienenen Geseke und Verordnungen. _ 1. AÜgemeine VcrivaltungSgegensiände: Veränderungen in dem Stande und in den Befugnissen der Zoll- und Steuersteüen; _ Abänderung des §. 19 Absatz 1 des Penfionßgese es vom 27. Marz 1872. _ Verfahren bei Nacherbebung oder Ruck- ersiattung von Zoll- und Steuerbeträgen aus Anlaß der Register- revrsion. _ 111. Indirekte Steuern: Abgabe von undenatuirtem Branntwein zu Heilzwecken. _ Ermittelung des Alkoholgehalts im Branntwein. _ 71. Personalnacbricbten.

Ce'nt'ralblatt der Bauverwaltung. Heraußgegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Nr. 16. - analt: Amtliches: Circular-Erlaß vom 31. März 1890, betreffend Reisekosten, Portoauslagen u. s. w. béi staatsseitigen Enteignungen. _ Circular-Erlaß vom 6. April 1890, betreffend die Strom- berZisungen. _ Perjonal-Nacbrichien _ Nichtamtliches: Das Sthiscngptelhaus in Worms. _ Graftons Drehssbaufelbagger. _ Mittheilungen iiber Obstbau auf engiiscben Eisenbahnen. (Schluß.) _ Vermascbtes: Etsenbabnfachwissenschaftliche Vorlesungen in Preußen. _ Vorstand des, Arcintékten und Jngenieur-Vereins für Rheinland urid _Westfalen xn Köln. _ Beseitigung des Sckoiiees durch die stadttscbrn Entwafferungs-Kanäle. _ Neuer Patentstubl für Theater- gebaude u. s. w. _ „Der Wettstreit der Bausiyle'. _ Zur Messung

der Schneeböben. _ Geplante neue Bahnverbindung zwischen London und dem mcttelengltschrn Jnduftrirgebiet.

Entscheidungen des Reichsgerichts.

, Ein Rechtsstrrii weZen einer Provisionsfordernng aus einem Vermittlungßgesckyäft bilder" die Grundlage eines Urtbeils drs Reichsaxricbis, 171. Civilsenats, vom 23. Dezember 1889, welches tm Jnieresie der sog. Grtmdsiücks-Kommisfionäre sich bedienenden Personen mitgetheilt zu werden verdient.

, Einer falschen, an sich beleidigenden Strafanzeige bei einer__ Behörde steht nach einem Urtbeil des Rsich§gerichts, 11. Straiienais, Vom 7. Januar 1890, wenn sie im Glauben an deren Richtigkeit gemacht worden, der Strafscbux» aus . 193 des Str.-G-B. (Aeußerurzaen „zur Wabrnebmujng berechtigter Intrreffen) zur Seite, und sie- ist yicbt wegen Beleidigung zu bestrafen, auch wenn der Denunthnt nicht aus Gerechtigkeitßgesiibl, sondern aus Rachsucht die Anzeige erstattet bat.

Ein Baniinstiiut in Frankfurt a. M. fübrte seit Jahren Vörsengescbafte an der Frankfurter Börse für den Kaufmann K. JU'E. aus. Am 15. Januar 1887 forderte die Bank ihren Kom- mrttentrn K. auf, sein Depot zu verstärken, weil dasse1be nicht mehr iur Höhe des Engagements des K. in dem bon den Regli'ments der Bank_vorgeschriebcnen „Veryältniß siebe. Bei der Eröffnung der Gesibafisverbindung zwischen K. und der Bank im J. 1882 wurde ein D(Zpot von 25 U/0 bet Zeitgescbäften vereinbart, mit der Maßgabe, daß die Bank berecbitgt sein 10116, laufende Engagements jederzeit auc5 v'or dem Stichtage ohne jede geriÖtlicbe Intervention durch die geeignete Gegcnoperaiion, auck) Unter Eintritt als Selbst- koqtrahcntn), zu „lösen„ sobald ibrer Aufforderung zur Einsendimg writers): Strbrrbeiten nicbt umgehend Folge gelcistet würde. K. er- klartr fich am 26. Januar 1887 bereit, sein Depot zu erhöhen, indem er zugleich um Prolongatwn seines damals laufenden, Per uit Januar eiiigigangcnen Engagements über 48 000 „M Laura-Aktien bat, und er übersandte dqnn mit Brief Vom 30. Januar der Bank ein Spar- kasieubucl) seiner Frau., Die Bank telegrapbirte am 31. Januar, das. Sparkafienbuch diene nicht als Depot, sie werde die Laura- Aktirn am 1. Februar begeben. Hierauf erwiderte K. an demselben Tage brieflich, er werde am 1. Februar 1500 «FC: senden. Diesrn Brief empfing, die Bank'am 1. Februar und fie erwiderte an deiziielben Tage brieflich, das sei kcine grnügendc Deckung, fie fordere weitere Anschaffung, da sie sonst das Engagement am 2. Februar lösen werde. Ebenso schrieb die Bank dem K. am 2. Februar nach Eingang Von 1500 «46, das Dedot sei nicht außreicbend, sie werde deshalb die 16 000 Thlr. Lanra-Aktien am 3. Februar verkaufen. An diciem Tage iibernabm die Bank die 48000 344 Laura-Aktien zum Durchschnitisknrse dieses Tagcr von 75,26 «14, sie zeigte die») dem K. cm und 1121176 dcn fick) daraus ergebenden Betrag für denfeiben in dessen Contocorrent ein. K. erachtet: sick) nicht für ver- Pflicbtet, dieie Lösung drs Engagemcnts anzurrkennen, da nach seiner Meinung die Bank, in Uebereinstimmung mit den Vorschriften der Frankfurter Börsenbedingungen, Wenn sie die angekündigte Deckung von 1500 «14 nicht für genügendxrachietr, am 1. Februar zu dem damals günstigeren (Course batte verkaufen bezw. das Engagement hätte löien müssen. K. lcbiite deshalb die Zahlung der aus jener Lösung des Engagewents 11ch ergebenden Forderung in der Höbe von 1654 „M ab., Auf die KlagZ dcr Bank wurde K. zur Zahlung dieses Betrages m beideii Instanzen verurtbcilt und die Von ihm eingelrgie Yertfion warde vom Reichßgcricht, 1. Civil- 1enat, durch "Uriveil O_onm 20. Nobember 1889 zurückgewiesen, indem er begrunderid ausmbrtr: „,das Berufungsgericht hat damit das Gesrß nicht vrrchi, daß es die Klägerin für berechtigt erachtet hat, das Engagement auch 11051) am 3. Februar zu lösen, als der Beklagte der Aafsordrrung der Klagerin am 1. Fébruar zum ?.Frbruar Weitere Deckung einzusendcn, ntck1 entsprach. Aus dem Angebot eines Nack)- schasses 'von 1500 „45 konnte ja Klägerin nicbt entnehmen, daß Be- klagter emen Nachicbuß nur in dieser Höhe leisten wolie oder leisten 1611112. Tie Crkldrung der Klägerin, daß ihr der angebotene Nack)- 1ch1iß nicht gruage, __brrbundcn mit dcr Aufforderung denselben zu erhöhen und dsr Siiiirung der angedrohten Lösung des Engage- ments auf em oder zwei Tage [ag also durchaus im Interesse des Beklaßten. Dazu kommi, daß die Klägerin, auch wenn sie dem Be- klggten das „Engagement niit Nachscbuß von 1500 „14 prolongirt batte,_berechtkrgt grwesen ware, sofort am folgenden Tage die Pro- l-kagaxion mri der Auffbrdcrung, Weitere Deckung einzusenden, zu knndigen, wenn die Courie weiter berunrergingen.

Iii ein Wcch1el ais zahlbar beim Aussteller außgesieÜt obnefAngabedes Wohnortes des Ausstellers, so ersetZt, miri) mem Urtbetl des 211eich§gerichts, 1. Civilsenais, vom 1. März 1890, die Angabe drs Ortes, von we1chem der Wechse1 datirt ist, mcht iencn wessntlrcbrn, di? Wechselverbindlichkeit aufbebenden Mangck; aucb ersetzt nicht dir in dcr Protesturkunde erfolgtr Angabe des Wobnortes des Aussteiiers den gedachten Mangel des Wechsels. Wohl aber wird dieser Mangel aufgeboben durcb die Angabe eines Ortes bci drm Namen des Bezogenen. Dieser Ort gilt als d e r Ort, an welchem der Bezogenc bei dem Aussteüer Zahlung leisten folie. In derselben Saäxe hai das Reichsgrricht aucb auszzesprocbcn: Eine Wechselschrift, welchr niehrere Zabkangßortefestseßt, erzeugt keine wechselmäßige Verbindlichkeit; die Angabe mehrerer verschiedener Personen oder Firmen an 8111601 und demselben Ort?, welcbe verschiedene Wobxiungen oder Geschäftslokale haben, als Domiciliaten, macht (abgeiehcn vom Nothfaile) den Wechsel ungültig.

Statistik und Volkswirthschaft.“

Zur Arbeiterbewegung.

Die Generalverwaltung der Douglas'schen Gruben Hat, wie der ,Mgdb. Ztg.: aus Kalbe a. S. unter dem 19. d. M. ge“ schrieben wird, den aus der Grube „Alfred“ noch immer siriken- den Berga rbeitern Folgendes öffentlich bekannt gegeben: Den Arbeitern, welche am 15. d. M. auf der Grube „Alfred“ die Arbeit unter Kontraktbruch niedergelegt haben, wird hierdurch bekannt gegeben, daß sie sich als abgekehrt zu betrachten haben. Diejenigen von ihnen- welcbe bereit sind, unter den ihnen unterm 9. d. M. mitgetheilien Bedingungen die Arbeit wieder aufzunehmen, können sich bis Milt- wocb, den 23. d. M., Mittags 1 Uhr, auf der Grube melden. Den

Uebrigen wird ihr rückständiger Lohn, Donnerstag, den 24. d. M„ Vormitiags 9-12 Uhr, ausgezahlt werden.

Wie „W. T. B.“ an's, Hamburg meldet, sollen sicberem Ver- n_ebmen nach auf Grund eines Senatsbefckyluss es bei sämmtlichen hie'sigsn Staatsbetrieben die Arbeiter, welche am 1. Mai feiern, wegen Kontraktbrucb entkassen Werden.

Der Verband der _Metall-Jndustriellen Magde-

burgs und Umgegend tberlt_seinen Arbeitern in einer Bekannt- marbiing mii, daß in den We'rkstatten iämmilicher dem Verbande an- gehortgen Firmen am 1. Mai gearbeitet wird. Ebenso wenig, beißt e? in der Bekanntwackmng, wie wir aus eigener Machtbo1lkommenbeit fur unsddas Recht m Arzsprucb nehmen, bestimmte Tage wilikürliä) als ' Feiertage zu, bezeichncn, fühlen wir uns veranlaßt, einem Theile, der Arbeiter das Recht einiuräumen, beliebige Tage als Fezeriage zu besttmrnen. Diejenigen Arbeiter, welche ohne einen "JÜWUÖÜÄ gerechtferttgien Grund am 1. Mai an ihrer Arbeits- statte zur ubiicben Zett nicht erscheinen, sollen, den einzelnen Fabrik- qrdntxngen ezitspre end, entweder sofort entlassen oder _ wo Kündigungsfrist vorgesehen ,- zu diesem Tage gekündigt werden. Eine 5«'1r1nabme dieser Arbeiter in einem anderen Wrrke findet zucht statt. Vielmehr wird es von dem- jenigxn _Werke, in Welchem die Arbeiter am 1. Mai zur Arbeit ntcht gekommen siiid, abbäiiaen, ob und wann fie wieder an- grnomxnen Werden" _ Wie die .Madb. Ztg.“ mittbeilt, babsn außer den fruher aufgefiihrten Gewerkschaftsvneinigungen Magde- burgs, welche den Bricbluß gefaßt baben,-am ]. Mai einen sozia- listischenFestw'g zu'fetern, neuerdings noch die Weißgerber und die Former cschluffe in demselben Sinne gefaßt. _ In Halle _nabm derdqrtiaeJnnungSausschß am18.d. M. folgende Resoluttbn (zn: .Die Innungen erkennen in der willkürlichen Feier _des 1. Mai ,eine Kundgebung gegen die Recbie der Arbertgrber. Diefeiben behalten sich vor, in obigem FaÜe den Wiederbrgtnn der Arbeit an Montag, den 5. Mai, zu verlegen, obne Writrrgebenden Beschlussen enigegen zu sein.

In Frankfurt a. M. Haben, wie „W. T. B.“ meldet, 700 Scs)_ubmacher Heut? die Arbeit niedergelegt, da mit drn Meistern kein Uebereznkommen wegen Lobnerböbuna rrzieli wurde, In Einer bxute Vorwittaq stattgefundenen Maffenversammlimg wurde der aügerneine Strike proklamirt.

Ueber die große AuHstandsbeweaung in den textilindu- striellen Fabriken in Mülbauseni. E. iindcn fick) in den letzten beiden Nuwmern der „N. Miilb. Zig ausfübrlicbe BMW:, denrn folciendc Mittbeilunqenn entnommen find. Am 17. und 18. d. M. VSUQMMLÜLU sich die QUEsiatidiqen Arbeiter in dem der Stadt naben Tannenwalde und, kebrten !räter in geschloffenem Zuge, aber in größter Ordnung in die Stadt zurück. Von den am 18. im Tannen- wald viriammelien Arbeitern wurde mebrfacb der Ruf: „Horb Se. Majrstäi der Kaiser Wilhelm 11.“ gehört. Auck) Gruppen von Arbsitern, welche die Stadt durchzogen, stimmten mehrfach in diesen Ruf ein. Die vori den Arbeitern aufgesieüten Forderungen, welche in der letzten Vrriammlurig Yesigeiteßt wurden, lauten auf 10 Siundcn Arbeitßzrii, anderthalbstundige Mittagspause und Lohnrrböbung. _ Dem an- gezogenen Blatte gebt nun von zuständiger Seite nachfolgknde Erklä- rung zur Veröffentlichung zu: „Die Baumwoklipinn'er Miilbauiens haben sick) am 18.April vereinigt, die Dauer der Arbrii' Und dieLbbi-i- frage bciproriyen und folgend? Beschlüsse gefaßi: Dir Dauer der Arbeitßzeit wird auf elf Sjunden berabgeseizi, d.h. von 6 bis 12 Ubr Und von 1 bis 6_ Uhr. ,Die Lobnerbbbnnq beträgt dcn cntiprccbrnden Sat,; der Kürzung der ArbeitSzeit. sodaß der Arbeiter in elf Stunden so biel'wie friiber in zwölf, resp. in xwöli einbalb Stunden Verdienen kann. In der erwäbnten Veriammlung Vom 18. d. M. _wurde aber das Angebot der Fabrikanten (mi 11 Stunden Lirbeith-cit Verworfen.“ _ Jm Cinzrlnen bsrichtet das Blatt, daß am 17. April die Arbciier der Wollipinncrei Heilmann-Köchlin-Kuneyl die Arbeit einsieliien. Bei Schlum- berger ist noch Wies beim Alten _ kein Nachgeben bon beiden Seiten. In der Fabrik Schlumberger wurde dsr Ausstand Von den Arbeiterinnen beaonnrn; ibnen fo1gten die Manner; 1800 Wrbsiähle stehen dort still. Am 18. d. M Morgrns bracben noch vrrscbikdenc bedeutende Arbeitseinsieüungen aus, zum Beispiel in bcidcn Fabriken bon Cbarlcs Mies, in der Fabrik Schwartz U. (Co. sowie in der Fabrik Z“. D. Meyer. In der Kamnigarnspiiinerri von Glück U. C0. wrigerten fick) Mittags (1an 100 Arsrxzer Mid Anseycrinnen. die __Arbrii aufzunehmen. Zn alicr Ruhe und Ordnung zogen sie nach der Kreisdirektion, um dort ihre Forderungen borzubringcn. _ Am 19. iraten dann die chcreicn bon Bernheim, Schäffrr und Co. in Piastait, Von Köchlin errSZ und andere binzu. Die Fordcrungrn drr Arbriter sind iris nacb _dcti bbwaitenden Umständen verschieden. Arif der Dentscbr iind, dreii Ver- nebmen nach, den Arbritrrn znfrirdénsieiirnre Bediiigiingrn grmach worden; indes; verlangen dir Weberinnen iexzt noch daß _cin ibrcii mißliebiger Dirrkwr entlassen Werde, _ Weiter wird gemcldct, daß auf der Fabrik bon Kullmann 11. C0. zwiscbrn Arbritern_ und Arbeii- aebern ein? friedliche Vereiiibarmig getroffen worden ist, wclckie be- stimtnf. daß 10 Stunden gearbeitet wird und die Wrber eine Lobu- erbbbung erhalten.

Hier in Berlin sind die Sckyrauben-, Facxondrebcr iind Berufsgenosien zum Zweck drr Erringmig der nrnniiirndmen Arbritßzeit und éinrr zrbnprozentigen Crböbung ibrcs bißbcrigen Ver- dirnsirs mii dem 15. d. M. in eine Lobubrivrgung cingrfreien. Da die Meister das vorher an fie gerichtete, “rie neiirn Forderungen der Gebulfcn pxäzisirende Schrciben nicbi beantwortcien, irndarn 111 ailen Wrrkstätsen eine das betreffende Schrriben als „in ungcziemendim Ton abgefaßi“ bezrickynendc Bekanntmachung _ an- schlagcn ließen, so brfmdcn fick) gegenwäriig die Gebalsen mx Ausstand. Anfänglich wurde die Zahl der Sirikegzdrn in der -,SksbJ-“Ztg.“ auf 600_700 aiigegeben. Wie die „VW. Ztg.“ be- ,UÖM- ÖAK fick) der AUHstand inzwischen nocb irciirr angebreiiet, mdrm nimmcbr auch die Weiblichen Arbeitskräfte dieses (Geschäfts- 310611163 m den Ausstand eingetreicn find. Am Freitag Vormittag fand eine Veriammkiing dsr Außständigrn start, in wrlcber beichlbs1en wwrdc, FL„" Ausricmd aiifrrcht zn crbalierx und die Arbeiterinnen kräftig zu miter- 1019211. _ In Folge eines Zwiespalts mit drn Arbxitern ist der Be- trieb der am Wirsenufcr bor dem Schlesischen Thor bcicgcncn Fa: [)llk-ke'l' Aktiengesellscbaft für Anilinfabrikation bis aus Wiiieres e_ingesielkt. Die etwa 400 Mann zäbicnde Arbeiterschaft LMT Fabrik richtete an die Direktion ein von etwa drei Vier- teln drr Arbeiter untsrzeichi1et€s Schreibrn, in Welchem folgende Forderungen aufgrsteUt wurden: Verkürzung der Arbeitszrit auf 9 Stundcn, Lohnerhöhung, Freigabc des 1. Mai _als Fetertax. Die Direktion machts folgende Gegenvorschlaxic: 1), 7,71? ULUnitiindige ArbeitSzcit wird bewilligt und hierdurch gleich- zeitig eine Erhöhung dcs bisbcrigen Lohnes um zehn Prozent; 2) ettze weitere Lohnerhöhung wird abgelehnt; 3) die Direklion ist bc'rcit, die Arbeit am ]. Mai bereits um 4 Uhr zu schließen. Soklten die Arbettxr darauf beharren, den ganzen Tag zu feiern, 10 wird dir Direktion auch bierauf eingeben, dann jedoch auch am 2. und 3. Mai ?th (:x-Zeiten lassen. Diese Vorschläge lehnte die Arbeitcr-Drpu- a ion a .

„_ Einer Meldung des ,Wolff'scben Bureaus“ aus Wien 31170796 zii der Maurerstrike definitiv beerdigt, Di? Gehilfen rrklarten, ihk? Fbrderungen bis zur Regulirung der Linienwälie zu „vertagen. „* Die „Wiener Abendpost“ meldet, daß die Vorstandc" der m staatlicher Verwaltung stehenden Betriebe versxandtgt wurden, für die Regierung liege kein Anlaß vor, die Arbeit am 1._ M ai einstellen zu lassen. Die betreffenden Vorstände seien ange- wwsep, etwaige Ansuchen der Arbeiter um Unterbreckwng der Arbeit am 1. Mai als nach den Dienstinstruktionen unmöglich a,bzulebnetz; zugleich seien die Betriebsleiter beauftragt „worden, die Arbeiter vorkommenden Falles mit entsprechender Maßigung, aber m„rt aller Bestimmtheit aufmerksam zu machen, daß sie fur die ejgenmacbtige Arbeitßeinstellung die Veranlwortung selbst trugen. In Yest haben die Redacteure der Tagesblätter beschlossen, den Seßern am 1. Mai freizugeben.

Jm Ostrau - Karwiner Koblenrcvier bat, wie „W. T. B.“ weiter berichtet, die Strikebewegung noch in- sofern zugenommen, als vorgestern auch die Arbeiter im Kar- wrner Schachte nicbt anqeiabren'find. Die Bewegung debnt sich auch „nach dem Ostrawitztbal , nach Bascbka, Pezno, Fr_tedland und Czeladna aus. Exzesse waren bis rorgesierii nicbt vorgekommen. 'Am Enistebungsbrt des Strikes. in Polnisch = Ostrau , und tm Wilbelinsschacbte in Zarubek ist nur eine geringe Anzabb von Bergleuten angefahren. _ (Gestern war, wie aus Mabriscb-Ostrau mitgetbriü wird, tm Strikegebiet alles ruhig. Es fanden zahlreiche Ver- hafiungen von Rädelsfübrern statt. Die Bergleute beginnen 1bre„Forderungen zu formuliren, :“:ämiick) achtstündiiie Schicht, Lobli- erbobung, Entlassung mißliebiger Beamten und Amnestie dcr Strtkenden.

_ „Aus „Aznsterdam meldet „W. T. B.", daß die dortige Mu- nizipaliiat das Gesuch mehrerer Arbeiter-Vereinc, die Ab- haltung eines öffentlichen Aufzuges am 1. Mai als Kurid- gebung zu Gunsten des achtstündigen Normai-Arbcitsrages zn gestatten, abgelehnt.

Aus Paris liegt folgende Meldung des ,Woiff'schen Bureaus“ vor: Den Morgenb1_ättern zufolge wird der Polizei-Präfekt in den leßtrn T_agen dieies Monats eine Kundmachung rrlaffen, daß anx ]. Mai alle Straßenmanifi-stationen energisch unter- druckt wcrdrn würden. _ Ju Bességes smd?" geheime Ver- samni1ungen ziir Vorberciiimg ron Manifestationrn am 1._Mai siati; gestern wurdr der Beschluß gefaßt, am 1. Mai z11 feiern und den aitstiindigrn Arbeifßiag zU iordrrn. In den Minen berrscht große Erregung. Zn Arras Haben bisbcr 3000 Berg- leuie die Tbrtltiabme an der Manifestation aiigekiindixxi. Die Arrangeure sind bei dem [eßirn Strike cnilaffcne Arbciier.

Kunst und Wiffensckjaft.

_Der 1oeb_rn erscbirnene „Anzeiger' des Germanischen Vaii'onalmniennxs in Nürnberg berichtet in seincr CHronik LU? die Monate Marz„11nd Zipril 1890 Übrr neue Stiitungyn Üwlgendss: Se. Majestaf drr König Karl von Rumänirn bai für die Erwerbung der Sulkbwsii'icÜM Sammlung dis SUMME von 1000 Fr, gespendei. Fiir dcmelbrn Zweck sind drm Musciim ferner soxgcnde Gaben zngegangrnx js 500 „N(- von Sr. Hobsii dem Furster: Lropold von HobrnzoÜLrn und Sr. Durcblmicbt dem Fürsten Ylbcrt bon Tbiirii urid Tarixi, je100 „% von Jbrcr Königlichen Hoheit dcr Furttin Joscpbinc bon HobenzoÜern, Prinzrsfin ron Ba- den, und Sr. Durchlaucht drm Prinzen Friedrick) bon berrizollern; 3000 «46 von dem Verein der deutscben Standesbcrrcn. Der Handels- Vorstand. bon Nürybexg bat Linkn Beitrag von 2000 „44 angewiesen, und bst der Psiegickxast Brrlin sind Beiträge in Gesammtböbc von 100 «44 cingelavsen. Sr. Königliche Hobeit dcr Prinz Albrerbt bon Preußrn, Regent des Herzogtbums Braun- sckxweig, bat cinén jäbrlicben Beitrag vori 3003“- mit der Bestimmmiz brwrÜxgi, daß derselbe: zUr Vrrmebrimg drr Sammknngcn bctciffcnd die G€schichte des Herzoglichen Hanses Braunscbweig Vrrwrndet rrrrde, und das Hrrzoglich bmunscbwrigiscbe Staats-Minisicrium bat eincn Jahresbeitrag von gleichrr Höhe angcwicskn, namentlich 0110) zur Besckwffung dcr Driikmälrr des Herzogtbums Brunn- ichwrig. An dcr Spitze der neu angrmcldetrn Jahres- beiträge sieht ein solchcr von 50 „16 von Sciirn “Sr. Durchlaucht dcs Fürstexi Karl vrn Schwarzburg-Sondorsbausrn. Ferner hat eine ganze Reibe von deutscbrn Städten ibrc Jabrcöbsi- träge Wesentlich crbb'bt, nämlich Barmen, Bochum, Briiclyfal, Dort- mund, Duisburg, Elberfe1d, Fürth, Hameln, Hanau, Hannover, Karls- ruhe, Kirl, Leipzig, Magdcbnrg, Münden, Münster, Piaiirn, Wies- baden, Würzbiikg. Endlich babi'n Privatr durch Zrickmung von iäbr- [ichen Beisieurrn brzw. rinmalige Geidiiabrn sowic mannigfache Geschenke iür die Sammlungen dem Mussum iHr deiwrüen bewiesen. Dem Archiv wurde eine willkommene Bereicbsrimg dadnrck) zu Tbeil, daß die protestantische Kirrbenwrwaljung zu Neustadx a. d. Aisch eine Sammlung von Originalbriefen aus der Reformritions- zeit unter Vorbrbalk dss Eigentbnms übergab. _ Die „Mit- tbcilungen“ aus dem (Gi'rtiianiscbrn Nationalmiiseum brinzcn auf dcn drm ,Anzrigcr“ beilisgrndcn Bogen 4 und 5 die Fortsetzung des Von M. Vendiner vrrfaßten Vrrzririxnissrs dcr Kaiscrurkundrn, wrickp: in dcm Museum aabeabrt wcrden, iicbst wörtiick)cr Piiblikatkrn 1n€bkkréksokchenIiktrvstückc, die bisbcr uxigrdruckt warm (0011 FM Kaisern Friedrich ]., Heinrich 171. und Friedri-Ö 11), soch ein Ver- zeichniß der Würzburgcr Malcr, Bildbaurr mid Glaser vom 15, bis 17. Jabrbiindrrt, von Hans Böscb. _ Bcigrlrgf smd 74k11ik_ die beiden rrstcn Bogrn dcs iliustrirtrn Kaialogö drr im Germaniiciwn Musemn befindliiben LZ riginalskuipinrcn. _

_ Hauptmann a. D. (Fruit Bdetricher vsröffcniiiÖxt in dcn ZÜULWM folgend? Gegen-Erflärnng gegrn das Proiokbll JHUSÄHi)ssarlik vom 30. März d. J. (brrsl. Nr. 89 d. „R..- U.

i.-. .“ :

„EH bai neuerdings in Hiffarlik cine [interincbimg der noch vor- bandénen Resi: dss “Säyutibiigels, in wrlcbem Schliemann Troja ge- funden zu babrn glaubt, stattgefunden. Die von Schliemann zur Be- uribeilung seiner Axisgrabungcn rrrsammelte Kbrjimiision isiientgegen ciner Behauptung im ,Berimrr Tageblatt") O'mir meine Zintimmung, sogar obne mein Vorwissen, also durchaus einseitig gebiidct wwrdcn. Mithin ist ihr Uribeii nicbt daS bon SÖÜLTÖkiÉÜLkU-UDU Gru'nd, weshalb, aua") abgesehen davow, diesr Unteriuch1mgcn 1111? mich_t41_ciht maßerrnd sind, ist diiser: Meine Bcbaiirtuniirn siixzxn auf “Schliemann's Berichten von dem, was cr vom 1871 bis 1882 gefunden hat, 18116 Untersuchungen abcr babsii nur das im Augr, was sick) chte noch findrr. _ Dirk; isi aber nicht dasseibr, d?mi der Befund Urn 1871 bis 1882 11_t Tbrils gar nichr nisbr vorbanden, Thrils durcb äiißcrc (6116111776 wciciiilirb vcr- änderi. Dic Untersncbung jcncr Kbinuxisswn stht alia) di: (Eni- scheidung aiif eine fa1schr Grundiagx. Dic (iibrigens zxuc UZ paar Tage daurrnrc) Untrrsuibmig konnte mir dow dcn iiiirxrcn Schul!- mantei dcs Hügels, das beißt, dri; aiißcrlwlb dcr [[mm]]uiigsnmncrn “rer Akro- brzw. Nekropole aufgrbäuficn Abraum (As_chc,_ dir zasErdr grwwrdcri, Schcrbrn, allerlei Gcräibe, Knrrbrmrcsic). Www cixiriiBlock von 12 111 Länge und Breite ins Auge fainn, dcr 1882 „1111 1i1d1rrl7cn Tbrile“ sieben grbliebcn und wohin nacb SÖlirmann's Angabe ,die Fsucrsbrunst nicbt gedruniicn war“ (Mios S. 353). _ Dori bcianrcn sich nämlich dir Magazine dcr chrdpoic (vgl. Ilws S 39 sog. Weinkeller mit Reihen von Pijboi). Zur _Cbarakierifirung des Prbwkollö ier Komm;ss10n :iur eine einzige Bemorkung: Dasselbe betont „die aufgefundenrn Pitboi enthielten nicmais mcnschlichr (Orbeiné'. Das korintcn fie auch nicbt, denn die Gebeine wurdcn darin bcrbramit, worauf die Asckxe in Ascbcnurncn (iclrgt warde. Z::weilcn blirb etwas davon zurück. Das ist fcsigrstilix im Protokoll NirmannxStcffen (S. 18). Vsl. Zlios S. 571 „Schädcl End menschlicbe Aiche im Yithos.“ Die „Asche“ war _(nacb O_cbuäyardt „Scbiicmann's

ngrabungen“) „stets schr sem“. 5211chenurncn_ bat Schlie- mann (nach Schuchardt) „einc MMR: gesunden (Im Jahre 1873 gegen tausend. Vgl. Jiws EZ, 46/47). Auch die .Geficbtßvaien“ (mehrere bunderi) find bekanntlich Airbennrncn. Das verkoblte Getreide war Todtcnspeise, Opier, urid fehlt auch in anderen Nekropolen srlten, findet sick) z. B. 11616 tri egypttscben, WO LZ eben- iaÜs in jböncrncn (Hrfäßen liegt. M1tbin_tst es sehr natürlich, daß die Pitboi gelegentlich etwas Getreide, Hülsenfrüchte u. dgl., aber nur aUSnabmsweise menschlichc Reste entbalt'en. Meist waren sie leer, vergl. Jlios S. 425, wo Schliemann berichtet, _die Zahl der in der 3. Schicht gefundenen Pitbor ubersteige gewiß 1echsvundert _ (nora, bens! die 3. Stbicbt ist 3 m boch_und war damals 80 m lang und 45 m breit aufgedeckt; dre Lanze Akro. bezw. Nekropole ist nur 117 m lang und „90 m reit) _ und diese 600 seien meist leer gewesen;“ ,nur in sehr wenig Fällen fand ich wirklich etwas verkoblteo Korn in den Krügen und nur zweimal eine kleine Men e einer weißen Maffe, deren Natur ich nicht ermitteln konnte.“ 9 berichtet S_cbliemann im Jahre 1881. Es würde zu Weit führen, zu cbarakterrfiren, was das Protokoll Festungömauern

Tbüren und Thore nennt. Ich betone mir noch wiederboii, daß das. selbe bei alledem Schliemann's Troja nicbt atzerkannt 5:2 und von der (tbatsäch1ich„ntcbt bordandenrn) .Unterit'adt" schweigt. Jm Uebrigen bitte ich „meinen Bericht über meine Untersuchung vun Ziffatlik vom . 1. bis 6. Dezember r. J. „Hissarlik, wir es ist“ (in

ommisfiOn bei K. W. Hiersemann, Leipzig) zur Hand zu nrbmsn.“

Handel und Gewerbe.

B-erlin,19.Apri[. (Wocbenberickzi für Stärkr, Stärke- fabrikate und HülsrnfrÜÖte von Max Sabrrskix.) [a.Kar- toffelmebl 154_16 „76, 13. Kartoffelstärkr 154-16 „44, [Ta. Kar- toffelstärke und -Mebl 1321-15 „75, feuchte Kartoffelstärke loco "and Parität Berlin 7,70 „46, Fraukfurter Svruwfabrikrn zahlen frei Fabrik Frankfurt (i.Oder 7,55 W, gelberSyruv18-1843“, Caviiiaiw Export 20-204 „44, Cavillair Svrup 19-194 „16. Kartoffel- zucker CapiÜair 191-_19Z „zz, do.. gelber183-18-Z „zs, RUm-Coulexir 34-35 „M., Bier - Couleur _34-35 314, Trrtrin, gelb und weiß, 1a. 26-27 «M, dr. ?ekunda 233-243 „14, Weizcn- stärke (kleinst.) 36_37 „46, Wrizrnsiärke (aroßiiück) 40-404 „44, Hallesche und Schlesische 4015-42 „FQ, SÖabe-Stärke 31-32444, Mai§- Stärke 30_31«-€, Reissiärke (Strahlen) 454-47 “46, db. (Otücken) 43 -44„Fß, Victoria-Erbsen 1 7-204W,Kocherbsen18-21«74, Futtcrerbicri 154-164 «14, grüne Erbsen 18-21 „;ck, Leinsaxt 22-24 „;(-., Linien, große 32_46 „46, dt). mittrk 24_32 «sé, do. kieiiie 20_24 „44, «Aber Sknf 22-26 446, Kümmel 42_46 YM, VUÖweizcn 14_16 „46, Mais loco 11:§_12-„i-/-6, Pferdrbobnen 16_18 „46, inländische wrisze Bobiicxi 19-22 «zz.. breite Fiachbobrien 21-23 „46, ungarische Bobricn 18_ 20 „44, galiziscbi nnd russische B05nen16-18 ck16, Wixkrnx17_18_.jr, Hanfkörner 151-1658, Leinkuchen 144-15 34,Weizcn1cbair 92-1034, Roggenkleie10_10:_i„46., Rayßkrickoen 14_14.Z „FH, Mobn, wciixsr 60-76 316, do.b1aurr 46-50 «46, Hirse, Weiße 20-23 546 MW prr 100 kg ab Babii bei Partirn von mindestrns 10 000 152:

_ Vom oberschlrsiscbcn Eisen- und Mrmllmarki bsricbiei dic „Schl Ztg.“: In dem iirsÖäftlicbrn Vcrkrbr für Eiskii- nnd Stablfabrikate ist keine Veränderung eingrircirn, Und bat die feste Preisbaltnng sicb brbauptet. Die Tbaxiachs, da!“; dir Brsöiaiier Großbäpdlrr ihre Preise um 124 pr0100 12,2" brrabseixtsn, ist [sdigliib ein?, Foix]? der __durcb die Angebote drr O['€r1ch[ös11chcki1 Großbäiirlrr dervorgerufenen Konkurrrnz, wclcbr zu dcn Hüttsnpreiicu dirsribrii (Fiirn- sortimrnic am birfigcn Plak; vrrkauftrii; ('s kostri dabrr Walikiiéki 21.17. Pro 100 kJ. Die Verbandlriiigrn zwiskbrn dcm rbcrscblkfisckykn Walzwerksvcrbande und dem Robrisrvandikai sind noch im (“*-55.111,10: mai: 01601 fich drr Hoffnung bin, zu Vsrcinbardnqen in ciiirr fiir beide Tbaile béfriedigendrn Wrise iu gr-[angrti Dir «VLFÜNL aas- iändiscbcn Robrisrns wurdrxi dUrÖ dcn Umstand bsraniaßi, dax“; dic ErzeUgUr-g drr im chricb brfindlicben Hobbfrn drs ?iicrirrr? den Bedarf nicbt zU decken vrrmockyir, wäbrrnd [an Konvrntéoxi 112116 Hdböfcn riichi angeblaseii wcrdrn diirftrn; (11111) soU die DOUUCkÉMÜl'Ck“ biiii? den Licfrrunrisbertrag nicbt grkiindixit babc-n. _ Jm Lickricb rrr Hoböfcn, drr Eisen: Uiid Stabiwaizwcrke sbirir dcr Eisengießerei rn rrbäli siä) dic angesirrngte Thätigkeit, 0111- svrccbrnd dem Umfang der boriirgcnden Liefermiiicn umd ein: grbendrn Auftriiar. Nack) Lag? drr si-xb, stetig mcbrcndcn Bcstrüungrn, Mirbe diirck) dir Eröffnmig drr Vauibäiigkrir wie dir Schiffabrt nriir Anrcgiing Erfahren babkn. wird dies auch ans" Monate so verbleibrn, imd kbiinrn die Gerlich iibcr cine Erxiiedrigung der Koblcri- und Eissnprrise aii dissen Bsrbälfniiicn nicbt riittcin. Die Maschiiicnbaii-Ansiaiteii find voriicbmiick) mit dcr Anfertigimg von Fördrrgcriistcn und Briickriitbcilen 1“i'ichäiii,it. Sämmliichc alte, Mils gemanrrir, tbrils iiblicriic Briickrn dcr Sckimalipnrbabn dcs Rewixrs werden diirch ciserxic crgäxizs. _ Das (6521717611 ch Zinkmarkts isi aws sriricr Vsrfiauanii nicbt g:wicbcii. Vorizwriirr Hand fandén vcrsckiicdrtitiicb i'lcinc 117111515: statt. “14-311 Ziixkiarbsn ist Zinigraix br,]:brt, Ziiikwcis; r*kritack21ässigt. Bloi- fa brikate fixiden rcgrn *.*-11717113, Wknizirr ist diss Urn Blrrkbici 511 sagrn; [61318162 rrzisltc "rst! Preis von 28 446 pro 1001§Z ab Brsr-lau.

_ AUF drm 111 dcr (Zix'iicralrrr-"amttilung dsr Srbirsisävrn Fcueriirrsichcrnng§-Gcicllsckyafi ersiaitrieii (Hi-srkéäftsbcrickyt exiiiiebitirii “wir FOMOUDCIT Es bcirimkn: dir Prämicn-(Zimiabme des FcUervcrsicbsrmms-(552711175715 3350438446, drs Tra11§x*brti*crsicheru1ias- Geschäfts 1229 217 „16, ch Sdiegciglasvcriich8riiii.x5 - Gischäfts 128134 cjr.; dic grsammie Einnahme riiiichlisleiH dcr Rciervrn, Zinsen und midcrcn Einnabmrn 8027 701 «& Dir PkÜmikli'JMIZQÖL fiir ZkückVUfickMkilkMUi: 1111 FriichcriicbcrimiiI-(Jxiibäii 1587 260 „16, im Transroriwcr*,“icbcrnixgx-Gcichäit 447 885 „;(: Es brtriigen fcrncr: dic Brandscbäbcn 1705 625 „W, abzüglich drs Unibrils dcr Riirkrer- sirbrrrr von 902 101 514 803 524 „FL, dir Tra:i§p0risck)ädrn 1004 301 „zx abs. W 211115208 dcr Riickverfickßercr von 460 944 .li: 543 306 „46, die Spirgclgiarqcbäbwi 73623 «16 Di? Iiieserrc fiir xcixrycbende Schädcn _Und fiir mworbcrgssebcme Fiiilk brläiiit fick) 1171111 dcm Jaixrcxabiriiiuß im Fcucrrrrsiriycrnniis-Gr*'chäft 8. fiir sadwcbrndr Schäden anf 164 862 „14, 1). fiir Uiiroriéerg-Ischcne F.:iic auf 570 000,16, im Tranr-PrrirrUicherunxis=Grschäfr 9. iiir fcbwcbrndc Schädrn 195 800 «46, „i). fiir _inorbcrgcsrbciic Fäiir 180 000 «x(, im SPirgelalaSber]icher11n,i8-Gcichäft fiir [chiysbcndr Schädrn 7407 „44 Der ausgeworfcme Rringewixin beträgt im FrixcrrersiciyerUiixixz-(Hrscbäfi 472 858 „46, im Tranéporiberfick)rr11ng§-Giscbéifi 54 836 116, im Spicgeiglizsw-rsicherungs&Hksciwift "_0354 «FC:, 1111011111180 548 049 „Fr:; bicrxu 3110611 und andere Einnahmen 230 832 „14. iaiammcn 778 881244 Die gciammten Deckunsßmittel der GkiéUsiYafl beiauicn 7155 Mi 18 090 343 144 Dkk Rciiigrwinn iicsiaitct die Veriircilimz cincr Dividendc Von 334% drr Baareinzabiimg,

_ Die vorgrstrig:Gxxirralr*rifamnilimxi drr Bank für Handel 11-111) Jiidi-tstrie (Darmstädter Bank) crtbciite fiir die Geschäfiß- iirhrung Pro 1889 cinitiinmig D€ch3rg2 Und [2512 dic Dividende, wie 5911 dcm_21ufsicht§ratb und drr Direktion vorgrsÖlagcn war, aiif ]03'70 srii. An erUe dss vcrsiorbrnen G:brinrcnRegierungs-Raids OPPLUH-Lllsl0v11106 Psinrick) voa Hiiicl 111 den Arjfficbtrxratb gcwäblf.

Leipzig, 19. Lipcil. (W. T. B.) Kammzrig-Tcrmrn. Handel. La Plata. Grundmrxster Z. rr. Avril 4,80 „Fr:. Pr. 5.1.1771! 4,*:0 „16, pr. Jimi 4,80 „44, Pr. Juli 4,773 „16, Pr. 3211191171 4,779“ 414, xr. Septrmbcr 4,774 „46, pr. Oktober 4,774 „14, Hr, No- rxrsnthr 4,77€ „16., pr. Dczrmber 4,774 „;(: Umsay 100000 RZ. S L ig.

Brem-eu, 21. April. (W. T. B.) Anläßlich dcs Besuchs Sr. ngciiät dcöKaisers bleibt die Börse beate scscblbsscn.

Wien, 19.211101, (W. T. V.) 2111515021 der österrcichi1ch- ungarischen Staatsbahn in der Woche vom 9. bis 15.217201: 638 929 Fl., Mindereinnabme 22 840 Fl.

Auiiweis dcr Südbahn vom 9. bis 15. April: 795 279 Fl., Mcbrriiinubme 1238 Fl.

Bei dl]! 298 15111 langen Lokalbabxicn dor österreichiscbrn Lbkal-Eiienbahn-Gesellscimft betrixgrn dir Provisoriicb cr- ixiiiteitcii Einnahmen für dcn Monat März 1890 116417 Fl., und fUr die Zeit vom 1. Januar bis Ends März 1890 372 540 Fl. Jm Vorxabrc bctrugc'n die drfiniiiven Einnahmen bci cinrr Bciricbsiänge 5011 234 11111 im März 92 210 FL., und für die Zeit vom 1, Jarmar bis Ende März 1889 293571 Fl. "

London, 21, April. (W. T. B.) Dir Gctreidczufnbren betrugen in der Woche vom 12.11i851111118.APril: englischer Weizen 3003, fremder 24054, englische Gerste 365, fremde 8483, englische V.)?aligerste 16 984, fremde _ , englischer Hafer 642, fremder 23 073 Orts. Englisches Mehl 17 959, fremdes 32 284 Sack und

150 Faß.

New-York, 19. Avril. (W. T. B.) Der Werth der in der vergangenen Woche eingeführten Waaren betrug 13231368 Doll. gegen. 9877526 Doll. in der Vorwoche, davon für Stoffe 3097 927 Doll. gegen 2328 344 Dol]. in der Vorwoche, _

_ 19. April. (W. T. V.) Dem Kongreß für Venezuela ist ein Gesetzentwurf, betreffend die Abschaffung der Ausfuhr- zölle, zugegangen.

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