1890 / 102 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 25 Apr 1890 18:00:01 GMT) scan diff

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„Weg durchs Fenster" und Pailleron's .Gewitterschauer“ spielt Fr. Hedwig Niemann die weibliche Hauptrolle, und zwar die im ersten und dritten Stück zum ersten Malr,wahren_ddiejenige in dem Scribe'scben Lust- spiel von der Künstlerin neu etnstudtrt wurde. Die übrigen größeren

aktien werden von Nuscba Buße, Amalie Baumeister, Helene Odilon,

isela Schneider, Friedrich _Basil, Walter Conrad und Ludwig Stahl dargestellt. _ Die erste Wiederholung dieses Einakter-Abends findet am Sonntag statt. _

Victoria-Tbeater.

Die am Sonntag stattfindende 250. VorsteUung drs Ausstattungs- stückes „Stanliy in Afrika“ geht zum Benefiz des verdienstvollen Oberregiffeurs Wilhelm Hock in Scene, der in diesem Monat noch auf cirik 40 jährige erfolgreiche thratralische Laufbahn zurückblickt.

Friedrich-Wilbelmi'tädtiscbes Theater. _

Der Komponist des „Armen Jonathan“, Karl Millixcker, ist in Berlin eingetroffen. Wie bereits angekündigt, wird der1elbe in der morgen, Sonnabend, staitfindrnden Jubelaufführung seiner erfolg- reichen Opere11e persönlich den Taktstock führen.

_ _ Kroll's Theater. _

_ _D12_AUffuhruna des Rosfini'sck7en „Barbier von Sevilla“ dyrcb dir traitefiische Opernarsellschaft geht morgen xu niedrixzen _Emtrttkspreisen in Scene. Sgra. Jane de Vigne als .Rofina' tragt rm ziveiten Akt als Einlage das Rondo aus der Oper_,La Cenrrentolq“ Von Rossini, und der Baritonisr Sgr. Vittorio qupr als ,Frgaro' die .Habanera' aus „111 801 (18 8871119.“ von Yradter, _emer svaxiischen Oper, vor. Sg: Carvi singt diese Einlage ebenfalls m der Original- sprache. Sgr. Belletti spielt den .Baszlto', der treffliche Bassist Sgr. Lanzoni deri .Bartolo“, Sgr. Cutttca den „Grafen Almaviva'.

Mannigfaltiges.

Die große Allgemeine Gartenbau-Ausstellung, welche die Gesellschaft zur Beförderung des (Gartexrbaues in den preußischen Staaten im Lardes - Ausstellungs- gebäude veranstaltet hat, ist heute Mirtag mit dem festltchrn Prunk. der der Bedrutung der großartigen Schau entspricht, eréffnet worden. Der große Saal, rechts von der Kuppelhalle. war zu einem prächtigen Empfangsraum umgeschaffen. An der Ostwand erhob sich der imposante Throuhimmel, unter dem die KoloffalbüstLSr. Yéajestät des Kaisers und Königs aufgestellt tvar. Zu Seiten standen in Nischen aus vergoldetem Roh_rgeflecht Rauch'sche Viktorien, an der ersten Fensterwand waren die kostbaren Ehrenpreise ausgestellt, und gegeniiber dem Throne sah man die Büsten der beiden verewigten Kaiser. Jm Uebrigen erfüllten die Wandflächen die herrlichsten Gruppen tropischcr 2:1)ewächse, aus den reichen Beständen der Schmidt- schen Gärknerei entnommen; in Mitten der Gruppen aber prangte kdstbares Edelgeräfl), während Guirlanden in weitem Bogen zur Kuppel emporstiegen, um fich hicr in einem Blumenkorh zu der- einigen.

Eine glänzende Vrrsammlung haite fich in dem fesTÜÖM Raum vereinigt: wir sahen den Rrickoskanzler, Präsidenten des StaaTS- V.)?inisteriums vort Caprivi, die Staats-Minister 131". von Boetticher, Herrfurth, von Maybacv, vvn Verdy, den Staatssekretär Freiherrn von Maltzahn, den Minister des Königlichen Hauses ron Wedel], zahlreiche Räthe alier Ministerien. ferner den Feldmarschall Grafen Moltke, dcn Chef des Generalstabs Grafen Waldersee, den Herzog ron Ratibor. die Generale von Versen, von Strubberg und andere höhere Offiziere. Auch die Vertreter der an der Ausstrlluna hetheiligten Staaten waren der Einladung des Comités gefolst; so sahen wir den österreichisch- ungarischen Bot1chafter (Grafen Sczéchényi, den schweizerischen (Gesandten, Obersten Roth, den niederländischen Gesandten van der Hoeren und gndere Mikglieder des diplomatischen Corps. Ferner waren der Chef des Civilkabinets, Wirkliche Geheime Rath Dr. von Lucanus, der Polizei-Präsident Freiherr Von Richthofen Mit dem Ober-Regierungs-Rath Friedheim, der Ober-Vüraermeister von Forckenbrck und der Stadtderordneten-Vorsteher ])1'. Stryck, der Hof-Gartendirektvr Iühlke,_ der Präsident der Akademie Professor Becker und viele Künstler zur Eröffnungsfeier ersckzienen. Vom Hofe bemerkten wir den Ober-Hof- und Hausmarschall von Liebenau, den Ober-Ceremonienmeister Grafen zu Eulenburg, den __SZloß-Faupimann von Ende, den Kammerherrn von dem Knese- e u. .

Zum Empfange der AÜerhöchsten und Hörbsten Herrsckafien hatten fich der Staats-Minister1)1.Fceiherr von Lucius sowie di? Herren des

Vorstandes in der imposanten Kuppelballe versammelt. Wenige Minuten vor 12 Uhr erschienen Se. Königliche Hoheit _der Prinz Friedrich Leopold und Ihre Königliche Hoheit die Erbprinzesfin von Sackisen-Meiningen. Kurz darauf verkündeten die lauten Hochrufe der draußen barrenden Menge das Erscheinen Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin. Allerhöckdstdieselbefuhr, begleitet von der Gräfin Brockdorff, in offenem vierspännigen Wagen vor und nahm nach huldvoüer Begrüßung aus der Hand des belgischen Aussteaers Vuylsteke einen von der hiesigen Firma J. E. Schmidt aebundenen Blumenstrauß aus belgischen Orchideen entgegen. Nach- dem die Kaiserin und Prinz Friedrich Leopold mit den Herrschaften des Gefolges unter dem Thron Play ge- nommen hatten, ergriff der Staais-Minister 131". Freiherr von Lucius das Wort zur Eröffnungßredc, in der er zunächst den Gefühlen ehrfurcht§vol1sten Dankes Ausdruck gab, das; die Höchsten Herrschaften geruht hätten, der Feier durch Ihr Erscheinen die __hßcbike Weihe zu aeben. Ihre Majestät die Kaiserin speziell besiattge damit die fördernde, lebendige Tbeiln-ahme, Welche Preußens Herrscher dem edelsten und schönsten Zweige der Bodenkultur, der Gartenkunst, von jeher zugewendet haben. Der Redner er- innerte an Sophie Dorothea die zweite Gemahlin des Großen Kur- fürsten, die Schöpfcrin des Mynbijou-Packes und der Straße unter den Linden. deren erste Bäume sic 1elbst gepflanzt, an die Königin Luise, deren Vorliebe für Blumen und Gartenbau ja sprückywörtlich sei, an die K öniginElisabeth, der Marly s eine Entstehung verdankt, und an die Kaiserin Augusta, die unermüdliche Sckiüßerin und Förderin des Gartenhaues. Der Minister gab sodann ein kurzes Bild der von französischen Kolo- nisten angeregten (Entwicklung des Brandenburgiicben Gartenbaues und schilderte das Wirken des seit 1822 bestehenden Vereins zur Beförderung des Garienbaues, dem ein Humboldt, ein Lenné angehört, der stets ein wichtiges verknittelndes Glied zwischen Theorie und Praxis, zwischen Liebhaberei und gewerb- lichem Betriebe aewesen. Von jrher habe der Verein die Veranstal- tung von Aussteüungen als ein wesentliches Mittel zur Förderung seiner Zwecke erkaxmt; man hoffe, daß am!) die jeyige Ausstellung, Dank der so hohen Protektion, zur Förderung des Gartenbaues und zur Steigerung des internationalen Vrrkehrs dienen werde.

Nachdem Ihre Majestät die Kaiierin den Befehl zur Eröffnung der Aussteliung gegeben hatte, schloß der Festakt mit einem brausenden Hoch auf Ihre Kaiserlicherrund Königlichen Majestäten,

Nunmehr folßte rin Rundgang. auf welchem Ihre Majeität die Kaiserin wiederholt Veranlassung nahm, den anwesenden Ausk1ellern mit huldvollrn Worten Allerhöckostihre An- rrkennung außzuspreÖen. Jm Saale des Kommerzien Raths Spindler überreichten déffen heide Töchter der Kaiserin ein Rosenbouquet, cin zweites Bouquet aus gelben Rosen nahm die Kaiserin in der Rosen- halle von Hrn. Bunßel entgegen. In der Mittelhalle bestieg Ihre Majestät den Balkon, um den weiten Gesammiblick über die AussieÜung zu qenießrn. VNR Marine - Saal aus wandte die Kaiseriri sich dann in die Orchideen - HaÜe, wo Hr. __Sander aus London einer längeren Unterhaltung gewürdigt wure.

Erst um 1:2; Uhr verließ Ihre Majestät unter dcn Hochrufen des Publikums die Ausstellung. *

Die zum Besten des .Deuischen Frauenvereins für Krankenpflege in den Kolonien“ in der Aula der König- lichen Kriegs-Akademie, Dorotheenstraße 58/59, vrranstaltete Ausstellung von ethnographischen Sammlungen aus dem Bereiche unserer Kolonien wird wegen noch nachträglichen Eingangs weiterer Sammlungen, statt morgen, erst Montag, den 28, Avril, Nachmittags 3 Uhr, eröffnet und täglich von 3-7 Uhr geöffnet sein. Der Eintrirtspreis beträgt am Eröffnungstage 11“, an den folgenden Tagen 50 „._z.

Das „Nordland -Panorama' (Wilhelmstraße 10) wurde im Laufe dieser Woche wiederholt durcb hohen Besuch angezeichnet. Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Erzherzogin Valerie von Oesterreich-Ungarn sowie der Erbprinz Von Hohenzollern nebst Ge- folge beehrten die Nordischen Ausstellungen. Die Herrschaften sprachen ihre höchste Anerkennung aus und gaben diese durch den über eine halbe Stunde währenden Besuch zu erkennen. Der Eintrittspreis ist für nächsten Sonntag auf 40 „33 herabgeseßt.

Die nächsten öffentlichen Unterrichtskurse in der Gabels- berger'scben Stenograpbie, welche im Jahre 1888/89 von 26 983 Personen erlernt worden ist. finden statt im Schul- gebäude, Markgrafenstraße 105, Dienstag und Freitag, Abends 8x Uhr, von Dienstag, den 29 Avril ab, im KöUnischen Gymnasium, Insel- straße 2-5, und im Friedrickxs-Gymnasium, Yiedrichstraße 126, Montag und Donnerstag, Abends 8x Uhr, von ontag, 28. April ab. Anmeldungen zur Theilnahme am Unterricht, für welche ein- schließlich der Lehrmittel 6 „FC zu entrichten sind, werden in der ersten Unterr_ich_tsstunde entgegengenommen. Der Besuch derselben steht jeder- mann re .

Breslau, 25. April. (W. T; B.) Das reißgericht für das in Schlesien zu errtchfende Kaiier-Wilhe m-Denkmal hat den ersten Preis dem _Bildbarzer_ Christian Behrens (Breslau) und dem Architektrn Llcht (Leipzig) zuerkannt.

Gotha, 24. Apr'._l. (Goth. 318.) Auf der Schmücke liegt immer noch ziemlich viel Schnee, und manche_Weae find deshalb noch nicht recht vassirbar. An manchen SteUen im Walde hat der Schnee noch übrr einen halben Meter Höhe.

London, 24. April. (A. C) Stratford-on-Avon prangte gestern anläßlich des 326. Jahrestages der (Geburt Shake- speare's im Festsäimuck. Das Haus, in welchem der Dichter ge- boren Wurde, sowie das, Welches er zuleßt bewohnte, waren reich be- flaggt. Jm Memorial Theatre wurden die Dramen .Die beiden Veroneser“ und „König Johann“ zum ersten Male mit prächtiger Ausstatxung aufgeführt.

New-York, 24. April. (W. T. B.) Nach einer Depesche aus San Francisco fand daselbst heute früh 3 Uhr 30 Minuten ein heftiges Erdbeben statt, ebrnso gestern früh in Mayfield; die Eisenbahnbrücke wurde durch das Sinken eines Pfeilers un- brauchbar und der Bodrn ist an mehreren (“xt:[len eingefunken.

Nach Schluß der Redaktion eingeganßrne Dryeschen.

Wilhelmshaven, 25.April. (W. TB.) Se. König: liche Hoheit der Prinz Heinrich ist heute früh mit der Kreuzer:Korvette „Irene“ nach Kiel in See gegangen.

Köln, 25. April. (W. T. B.) Nach der „Kölnischen Volkszeitung“,striken die Arbeiter in den Koksanlagen de Wendel's in Sulzbach größtentherls und verlangen eine Lohnerhöhun .

Straß urg i. Eis., 25. April. (W. T. B.) Se. Majestät der Kaiser ist heute Mittag 12 Uhr 30 Minuten von Saarbur hier wieder eingetroffen. Auf dem Platz vor dem Bahnho? harrten dichtgedrängte Menschenmassen und zahlreiche Schulen der Rückkehr Sr. Majestät und begrüßten Allerhöchstdenselben mit unaufhörlichen jubelnden Zurufen, die sich bis zum Kaiserlichen Palast foripflanzten.

Wien, 25. April. “(W, T. B.) Nach einem Telegramm des „K. K. Telegraphen:Correipondenz-Bureau“ aus Klagenfurt ist der Strike inVleiberg und K_reuthseinem Ende nahe. Die Arbeiter sind heute fast vollzählig angefahren. _ In den Oftrauer und Karwiner Kohlenrevieren, sowie in den dortigen Jndustriewerken und Fabriken sind die Strikes beendet. In Bieliß-Biala, Wagstadt und Fulnek ist der Abend und die Nacht ruhig verlaufen.

Paris, 25. April. (W. T. B.) Tigrane Pascha nnd Palmer, welche in der Angelegenheit der Konversion der egyptischen Schuld hier konferirten, haben sich hsute nach London begeben.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

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Wetterbericht vom 25. April, Morgens 8 Uhr.

4“ N.

1 Wind. : Wetter. | i |

Stationen.

Bar. auf0Gr. u d Meeressv red. in Millim. in 0 Celsius

WOWWQMRÜ HOC

*Temveratar

und Isolde.

MuUaghmore 748 WSW 5lwolkig Aderdren .. 745 WNW Libalb bed. Chrisitansund 747 ONO Zibaw bed. Kopenhagen . 746 SO 2;Regen Stockholm . 751 SO 2|bedeckt aparanda . 751 SO leedeckt t.Pe1ersbrg. 756 NO 13Nebe1 Moskau. . . 762 O 1Ybedeckt

Coerueens- tOWU . . . 750 NNW 4*balb bed, Cherbourg . 746 SW 6wolkig elder. . . . 745 SW 1|Nebel vlt ..... 745 WSW L?Regen Hamburg . . 746 WSW 2*bedeckt Swinemünde 746 SO 5*Regen Neufahrwaffer 752 S 1'.bedeckt Memel . . . 754 SSO Z'wolkigl) 3131588 . . . . ' 747* SW 4TR8Z811“**_ ünster. . . 746 S 2'Regen Karlßruhe . . 750 SW 6 Regen Wiesbaden . 748 still bcdecki“ München . . 753 SW 5wolkig Cbemniß . . 750 WSW 3 wolkig Brrlin. . . . 747 W 4wolkig Wien , . . . 755 W 1bedeckt Breslau. . . 751 SSO 4„bedeckt

Ile d'Aix . . 756 W 6 Regen Nizza . . . , 756 W 2wolkixi Triest . . . . 758 stil] bedeckt

fang 7 Uhr.

von Kirchfeld.

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Henrik Ibsen.

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der KanalgeSend und dem Rordseegebiete, mit einem Minimum 11 er Südwest-England; bei meist schwacher südö_stlicher bis südWLstlicher Luftströmung und durch- Armband. schnittlich normalen Wärmevrrbältnissen ist das Wetter in Central-Europa wolkig bis trübe. In fast ganz West-Europa ist Regen gefalien. Deutsche Seewarte.

C. A. Raida.

Theater - Anzeigen. __ W

Königliche Zchauxpiele. Sonnabend: Opern-

4 Akten von A. Ponchiel11. Text von Tobia Gorrio.

UebersexxUng von C. Niese. BaÜet von Emil Graeb.

In _Scene aeseßt vom Obrr-Regiffeur Teßlaff.

Dirigent: Kapellmeister Kahl. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. 102. Vorstellung. Katharina

Gottschall. Jn Scene geseßt vom Direktor Dr. Otto Devrient. Anfang 7 Uhr.

Sonntaq: Opernhaus. 99.Vorstellung. Tristan In 3 Akten von Richard Wagner. (Tr-sxan: Hr. Kammersänger Gudehus, vom Königl. Hof-Qheater in Dresden, als Gast) Anfang 7 Uhr.

Tell. Schauspiel in 4 Aufzügen yon Schiller. An-

Deutsches Theater. Sonnabend: Der Pfarrer

Sonntag: Mein Leopold. Montag: Das Käthchen von Heilbronn.

Berliner Theater, Sonnabend: Zum 1.Maie: .; tempo. _ Der Weg durch's Fenster. _ Gewtttersrhauer. (Hedwig Niemann.)

Montag: Uriel Acosta. (Ludwig Barnay.)

Lessing - Theater. Sonnabend: Der Fall Clémeuceau. Schauspiel in 5Akten von A. Dumas -

Central-Theater. Direktion: Emil Thomas.

Sonnabend: Zum 44. M.: Ein fideles Hans.

Montag: Nora. Schauspiel in 3 Akten von Posse mit Gefan in 4Akten nach einer vorhandenen annstädt. Musik von (G. Steffens.

Sonntag, Mittags 12 Uhr: Matinée zum Westen

und A. d'Artois. Sonntag: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann.

WaUner-Thrater. Sonnabend: Zum 8. Male:

Rigobert. Poffe in 3 Akten nach dem Franzö- 1) Reif. KY?" deYGZenet-FancoYrtMu._Burotx vonÄHans Uebersicht der Witterung. * er. or er: um - a e: “3 rm- Zum Besten der untcr dem Protektorat Ihrer Ma- ,

jestät der Kaiserin und Königin stehenden Sanitäts- Gestorben. Hr.

wachen im 28. Polizei-Revier: Ein fideles Haus. Diensta : Leßte Vorstellung in dieser Saison. Zum 47.3 ale: Ein fidcles Haus.

. . - . band. S ' ' Eine unregelmaßtg geformte Depreision liegt uber Idee von ZYFUHY LunthFyer (ZZFeYrHYFYZ 71 Uhr

Sonr'itag und folg. Tage: Rigobert. _ Das

Bittoria-Theater. Sonnabend: Zum Benefiz für Hrn. Wilhelm Hack. Zum 250. M.: Stanley

_ in Afrika. Zeitaemälde in 10 Bildern von Alex. Moszkowski und Richard Nathanson. Musik von Mu k von Franz Roth. Anfang 7; Uhr

onntas: Dieselbe Vorstellung.

Sonntag, Mittags 12 Uhr: Die Mu kanten. haus. 98. Vorstellung. Giocouda. Oper in Oper von Flotow. fi '

Sonnabend: Populäre Preise. 7 Uhr.

und A. Wicher. Anfang 71 Uhr.

Idee von W. Anfang 71 Uhr

der Ferien-Kolonien.

Sonnabend: Zum 77. Male:

Ballet von (C. Severini. Anfang Der Sommergarten ist geöffnet,

Triedrith - Wilhelmßädtisihes Theater.

Sonnabend; Unter persönlicher Leitnng des 12-11Uhr. Sonnabend, um 51? Uhr: Hr. Dr. Komponisten. Zum 100, Male: Der arme Jo- Potonié: Was sind Blumen, und um 8 Uhr: Howard. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Rudolf IT!)?FKWOYTLFW 32)?!ka YFZ "FLY YZYYZI Die Gesrhirhte der Urwelt.

__Jn____Scene gesest v:)r. Iulius FrißiÖe. Anfang 1, Sonntag: Der arme Jonathan.

. , Ke [den -T rater. Direktion:SigmundLauten- SÖUUsPLkWÜUS- 103- VorsteÜung. Wilhelm burg [ SZnnallZend: ZUM 77_ Male: Marquise. W Lustspiel in 3 Akten von Victorien Sardou. Deutsch von Robert Buchholz. Anfang 741 Uhr.

Sonntag u. folg. Tage: Marquise.

Rroll's Theater, Italienische Opern-Saison. 11 lkarbioro , (11 81713118. (Rosina: Jane di Vigne.) Anfang mit Hrn. Ingemrur Ernst Salzenberg (Konstan-

BrUe-„Alliance-Theater. Sonnabend: Mit _ . . _ _ Sonntag: .! tempo. _ Der Weg durch's gänzlich neuer Ausstattung: Zum 57. Male: Der Vereheltcht: Hr. Regierungs-Baumetster Richard

Fenster. _Gewitterschauer. (Hedwig Niemann.) NJquUsoi éY_es AlFsLLaZtuYnzßYück mitchGÉsa_ng un anz 11 en un : ern na 11 es '" Verne von Carl Pander. Musik von E. Christiani Else Schmidt (Magdeburg). "" Hk- Wilhelm

Sonntag u.folg.Tage: Dieselbe Vorstellung.

Abends 71 Uhr: Ein fideles Haus. Montag: Vorleßte Vorstellung in dieser Saison.

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Urania, Invalidenstraße 57/62. Geöffnet yon

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Concert-Baus, Leipzigcrstr. 48 (früher 23111151,

Karl Mevder-Corécert. Sonnabend, 26. April: Strauß-Suppé-Offenbacky-Millöcker-Gung'l-Abend.

Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Hertha ElSner van Gronow mit Ora. Hermann Sebolß (Bernstadt i. Schlei) _ Frl. Hedwig Wagner mit Hrn. Hauptmann Schals (Leipzrg-Chcmniß). _ Frl. Henriette Holstein

tinopel_Brcmen). _ Frl. Marie Friedrich mit Hrn. Heinrich Schecker (Zittau). _ rl. Karoline Voß mit Hrn (Gustav Krupp (Uelzem bei Unna_ Mülheim a. Rh)

Ergang mit Frl. Hedwig Rarichs (Ma debur . Hr. Sec-Lieutenant Friß Schmelzer Linit FY.

Suliße mit Fri Josefa Krause (Oels in Schles.). (__ Zr. )Gustav Vicsing mit Frl. Emely Buchholz (1 en.

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Professor Dr. O. Grotian (Aachen). _ Hrn. Friss Reinshagen (Elberfeld). _ Hrn. ])1'. G. Stromeyer (Han- nover). _ Hrn. I. Koscbmieder (Liegniß). _ Hrn. Walter Herrmann (Hannover). _ Eine Tochter: Hrn. Buchdruckereibefißer R. Funcke (Berlin). _ Hrn. AmtSrichter Arndt (Kyriy). _ Hrn. George Cabanis (Berlin). _ Hrn. Alfred von Küster ( ohenliebenthal). _ Hrn. Ludwig von Schwiiz ( annenberg). _ Hrn. R. Gaumiß (Leipzig). _ Hrn. F. Hoppe (Schwerin).

Kaufmann Eduard Lüders

(Wolwirstedt). _ Hr. Kaufmann Robert Linder

(Berlin). _ Hr. Hermann Krause (Berlin). _

Frau Charlotte von Platen, geb. Jungwirth

(Magdeburg). _ Hr. Kaufmann Richard Röbrs

(Breslau). _ Frl. Adelheid Köhler (Berlin).

Nedacteur: I. V.: Siemenroth.

Verlag der Expedition (Scholz).

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anftalt, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (einschließliÖ Börsen-Beilage).

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Llnzeiger.

NF“: 102.

Berlin, Freitag, den 25. April

Parlamentarische Nachrichtem

Schlußbericht der gestrigen (48) Sitzung des Hauses der Abgeordneten. Fortseßung der Berathung des Geseß- entwurfs, enthaltend Bestimmungen iiber das Notariat und über die gerichtliche und notarielle Beglaubigung von Handzeichen.

§. 3, welcher die Zuziehung von Instrumentszeugen er- heblich einschränkt, wird unverändert angenommen.

Nach §. 4 sollen die Vorschriften, nach welchen a[(3_ Ju- strumentszeugen ausschließlich Sxaatsanßehörige oder iolche Personen zuzuziehen smd, welche in einem bestimmren Bezirke wohnen, durch die Bestimmung erseßt werden, daß jrder Deutsche fähig ist, Jnstrumentéözeuge zu sein.

Abg. Boediker führt aus, daß in Hannover eine solche beschränkende Bestimmung nicht bestehe; rs könnten anch Aus- länder Instrumentszeugen sein. In diesem Falie würde also die neue Vorschrift in Hannover nicht in Geltung treten.

Der Regierimgé-Kommiffar Geheime Justiz:Rath Viets ck) hält die Bestimmung für klar, daß in Zukunft nur Deutsche als Instrumentszeugen zulässig sein sollen.

Die Abgg. Dr. 11011 Cuny und Dr. Enneccerus halten diese Bestimmung für nicht ganz klar und beantragen, den Paragraphen an die Kommission zuriickzuverweisen.

Abg. Simon von Zastrow hält die Zurückverweisuxxg an die Kommission nicht für nothwendig Die Vorschrift habe doch nur den Zweck, den Kreis der JmstrumentHzeuaen

u erweitern. Wenn in Hannover noch weiter gehende Be- ?timmungen vorhanden seien, so müßten diese bestehen bleiben.

, Abg. Dr. Enneccerus: Dirser Auffassung steht die ab- weichende Meinung der StaatSregierung entgegen, deIrvegen Yi? um Klarheit zu schaffen, kommissarische Berathnng daS

e te.

Nachdem auch der Abg. Dr. Windthorst sich in diesem Sinne ausgesprochen, wird §. 4 in die Kommisnon zuriick: verwiesen. _ _

Abg. 131, von Cuny hat auch erhebliche Bedenken in Bezug auf den §. 6, welcher von der Ausfertigizng der 110- tariellen Urkunden handelt, und beantragt desien Zurück- verweisung an die Kommission.

Die Abgg. ])r. Windthorst, Boediker und Broek- mann haben ebenfaÜ-Z erhebliche Brdenken gegen §. 6.

§. 6 wird an die Kommission zurückverwwsen. _

Abg. Kral) beantragt, einen neuen § 68 über die _Aus- händigung der Urschrift notarielier Verhandlungen einzu-

_ schalten.

Abg. Dr. Windthorst beantragt, diesen §. 68 der Kommission zu überweisen. _ _

Abg. Simon von Zastrow widerspricht diesem An- trage, welcher troHdem angenommen wird. _

Auch §. 7 wird an die Kommission zurückverwresen.

Abg. von der Reck begntragr nunmehr, _den ganzenRest des Gesetzes an die Kommimion zuriickzuverweisen. _

Abg. Rickert schließr sich diese'm Antrage an,_ denn eine solche Debatte habe er in den 20 Jahren seiner parla- mentarischen Thätigkeit noch nicht erledt, _ _

Aba. Simori von Zastrow schließt sich ]rizt ebenfaUs diesem Anfrage, an. _ _ _ __ __

Der Rest des GULHZS wird an die Kommrsnon zuriick: verwiesen. '

(Schluß 31/2 Uhr.)

_ Ja der grsirigen Sitzrmg des Hauses der Al)- geordneten bemerkte bei Begmn der Berathung uber den Geseßentwurf, betreffend die erlerchterte _ Y_b- veräußerung kleiner Grundstücke, drr Fmanz-Mimster Dr. von Scholz: __ _ _ _

MeineHerrcn! Ich kann mich sehr kurz famen, indenidie Griinde, welche die Regierung gegen den Art. 11 der Vorlage_ hai, in drr_Kom- mission ausführlich erörtert wordrn und auf S. 4 und 5 des Komunisidns- berichts vollständig wiedergegeben smd. Ich möchte- nur, 11111 keinen Zweifel über die Bedcutung dicser Bedenken drr Regirrnng zit_lasicn, aus- drücklich erklärrn, meineHrrren, daß. wenn auch der fiUJLizlLi-ißn (ßffekt, um den (*I fick) dabri handelt, gewiß kein großer 111. dt? _graWerten Bedenken von der Königlichen Staatsregierung als prinzipielle an- gcsehen werden, welche- auf anderen Gebieten gaizz Cbéiiil) wiederkrhren wiirden und Welche es der Königlichen Staatsregicrung dLhcr zu ihrem Bedauern unmögiich machen, Allerhöcbsten Orts dic Sanktiorz des Geseßes zu beamragcn, wenn ed mit dem Artikel 11 («packt bleibt.

Ich glaube, der Artikel 1 des Geseßes, drn alle Faktoren der GesngeÖung wollen, hat srirxe gute _Bedrntung (1116) 5511; den Artikrl 11 und es ist drshalb nicht richtig, wenn maxx m ein 1010325 Geseß, welches in fich vollständig umd bedeutimgsvoll ist, noch emen anderen, gelegentlich aus'aekommenan charzkrn legt, der jenen ersten (Gedanken darm fiir einen Theil der Geicngrdung unannchmbar machen würdr. Ich bitte Sie deshalb, Artikel 11 der Vorlage ab:

lehnen zu wolXen.

Statistik und Volkswirthsckzaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Aris Beuthen wird der „Köl11.Ztg.“ vom 24. 1818918119111, daß die Arbeiter der Zinkhütte zn Chropcrczow theilweise 111 einen Ausstand eingeireten sind. _ Ewe _ Versarnmlung von 2500 Bergleuten, zum _großten Theile Mitglieder des ,Oberscblefiichen Arbeiterverems gegenseitiger _Hulse_ , welche in Beuthen am lcßten Srnntag stattfand, beschloß emmuchg, am 1. Mai wie an jedem anderen Tage 5111 Arbeit zu gehen und sich von jeglicher sozialistischcn Demonstration fern_zu halten. _Zum Schluß wurden, der .Voff. Ztg.“ zufolge, auf Kaiser und Papjt be: geistert aufgenommene Hochrufe JuSJebrgcht. _

Ueber den Arheiterausftand in Mulha_use_n i. E. ent- nehmen wir der „N. Müll). Ztg.“ frlgendc Mittheilungerz Vom 23. *d. M: Auch der gestrige Tag ist ruhig Verlaufen, obgleich da_s Mensckoengewoge den Tag über sehr groß war. Außer de_n Gießerei- arheiiern steher. auch die BauhandWerker, d. h, d1e_Z1mmerleute, Maurer und Schreiner, zum großen Theil aus._ Bei Ducommu_n soll heute ein großer Theil der Arbeiter zur _Arbeir zurückgekehrt sein, während die Arbeiter der Gießerei noch ausstehen. Den neuesten Ncrchrichten zufolge _betragt die Zahl der dort ausstehenden Arbeiter [eßt 1700. _ Diesen Morgen

haben noch verschiedene Fabriken der Textilbranche die Arbeit wieder

aufgenowmen. Das Blatt bemerkt bei dieser Gelegmheit, daß in den Fa- brikenNagely undDonus-Mieg die Arbeit überhaupt niemals unterbrochen worden war. _ Im Ganzen kann man sagen, daß der Ansstand überal] m_den Fabriken in Rückbildung begriffen ist, nur die Lage in der Gießerei zeigt noch ein bedenkliches Gesicht, zumal die Arbeitgeber bier _mrt dem besten Willen nicht solcheZugeständniffr machen können, wie in axideren, augenblicklich besser aestellten Industriezweigen, und die Arbeiter der Gießerei schon längst, im Vergleich zu ihren (He- noffen in den Fabriken, gut bezahlt waren.

Aus ._Harnburg meldet „W. T. B.“, daß in Folge Verbotes de_r Pdltzeibehörde am 1. Mai er. während der Arbeitßzeit keinerlei Versammlungen überhaupt und während des ganzen Tages kstnerlei öffentliche Versammlungen stattfinden dürfen. _ Der _,KHZn. Zig," wird aus Hamburg geschrieben: Die Zahl der au_§siandiichen Gärtnergehülscn ist bis auf 400 zuiammengeschmolzen. Viele sind abgereist; die Meisten haken sich den Arbeitgebern wieder gestellt und zwar zum Theil, nachdem fie noch einen Tag vorher aus der AUHsiandskaffe Untersiüßung bezogen. _ Der Ausstand der Schul)- macher ist noch immer in vollem Gange. Zwar haben 350 Arbeit- nebrr,_ die“ 600 GcseÜcn beschäftigen, dem Druck ihrer beschränkten Verhaltniiie nachgegrben. Aber der bei Weitem größere Theil drr Gesellen, ungefähr 1500, bleibt noch übrig.

Ji) L_üheck hat eine Tischlervrrsammlung beschlossen, am 1. M81 n1cht zu feiern und dafür 1 ck 50 „_3 pro Person an die AUIstandskmie abzuführen.

Aus Kiel wird der „Köln, Ztg.“ unter dem 24. dM. berichtet, daß der größere Theil der Arbeiter auf der Germaniawerft die Arhkit wieder aufgknommrn har.

In Stettin habrn. der „Osisec-Ztg.“ zirfolae, die Schuh- machsrgesrllen am 23. d. M., nachdem eine Einigung mit den Meiitrm zu Stande grkommcn ist, zum größten Theil dic Arb eit wieder aufgenommen. _

In Leipzig haben die Maler und Lackirer am 22. d. M. hrschlossrn, eincn Minimalstnndenlohn 17011 50 H zu fordern und die Einfiihrung einer nennsiiindigen Arbeitszeit anzustreben. Falls diese Forderungrn 11011 drn Mcistern bis zum 3. Mai d. I. nicht bewilligt sind, soll evrntueU dir Arbeit niedergelrgt wrrden, _ _

Aus Chrmnirz theilt „W T. B.“ mit, daß der dortige, seit vielen Jahren bestehende Arbeitervercin, ercher die Fortbildung des Arbeiterstandes bezweckt, beschlossen hat eine Bekanntmachung zu erlassen, in welchcr die Demonstraiion am 1. Mai als das Jmtercffc der Arbeiter schwer schädigend und als zwecklos er- klärt wird. _

In Zwickan fand dem .Chem._Tgbl.' zufolge in der vorigen Woche eine Versammlnna von Kudierichmiedcgescllcw statt, welche von Berufsgenoffen aus Zwickau. Werdau, Krtmrnitschau, Glauchan, (Greiz, Kirchberg, Reichenbach, Lichtenstein 2c. be]ucht_ War. Es wurde beschlossen, in allen diesen Orten zehnsiündige Arbeitszeit und entsprechend höhere Löhne _ für Zwickau 40 «3 für die Stunde _ zu fordern, auch einen Arbeitßnachweis und eine Strikekasie zu errichten; ferner wurde beschlossen, am 1. Mai d. J. 585qu D_emonstration für den achtstündigen Arbriißiag die Arbeit (1113- zu s en.

BJU Halle beschloß, wir- die ,Magdb. Ztg.“ mittheilt, eine Ver- sammlung Von Vertretern der dortigen kaerke von einem Rrxhen- [affen der Arbeit am 1. Mai abzusehen, also, daß micht gefeiert werden, sondern jedrm Gemerk, jeder thrik, Werkstatt u. s. w. über- lassrn bleibrn soll, nach eigrnem Ermemcn und Belieben zu handeln. Abends soUen allgemeine Versammlungen stattfinden. _

Aus (Gera berichtet dasselbe Blair. daß auf dem dortigen Landraihsamt cine Verhandlung zwi7chen Vertretern der Fabrikanten und der Textilarbeiterstaitgefundcn hat. Das Ergebnif; besteht in einigen Zageständnisjcn betreffs der Fabrik- ordmmg. _ Der Strike der Maurcr ist als beendet z_u betracki€n, da die UntrrsiüßyngFgeldcr ausgebiiehexi find. _ Die Gehiilfrn sind mit ihrcr Fordrrung vm zehnstimdtgc Arbritszeit unterlegen. _ _

Hier in Berlin hat die Generalreriammlung _des Vereins Berlincr Eiscngirßerricn und Maschtwensabrrkcn und rcrwandter Betriebe, wie vcrschiedene Blaitrr_mclden, in ihrrr Sii-Zlmß vom 23. April cinstimmig bcichloffcnt 1) Am 1. Mai 1890 wird in 1ämmiliche11 _ Y_erctns- Wrrksiäiten bis zum Schlaf; dcr rrgélmäßigcn Arbeitszeit ge- arbeitet, 2) Wer dem nicht nachkommt, wird_ entlassen und darf drr dcm 9, Mai er. in keiuer Vcreinß-Wrrkiiati_ wredrr An- nahme fixiden. 3) Es; wird eine Liste der m_n 1. Mar cr. 111 den Vercins-Werksiätten Feierndrn sämmtlichen Mitgliedern des Vercrnö xngestellt. 4) Ei; wird allen am 1. Mai cr, Arbeitenden ausdruekltch der Schutz auf Grund des §. 153 der Geivcrbrordnung zugesichert.

Ans Wien meldrt „W. T. B.“ vom geiirigrn _Tage: Unter den (8.1, 3000) (Hasarbciirrn hsrcitrt _fich, wie _das „K. K). Trlcxxr. : Corresp. - Birreau' xnrldet, eme Strikr- bewegung ror. Dieselbrn frrdern 81tiind_ige _UkbeltZZLit und eine 50 0/0 LohnerhöhUng, hesckylrmrn 1edcckck_) ,_ heute dir Nachtschicht noch aufzunehmen. Auch dre_ (552131111111 der Fleischsolcher, der Hitf- und der Waßenickzmmde brab- sichtigrn zn strike". _ In der Züiidhölzckycnfabrzk 11011 Furrth in "&chüttcnhofrn (Böhmen) find ArbeitcrUnruhen ausgebrochen. Gendarmerie - Abtheilungrn _find _dorthm absrgangen. J" Viala sind im Lauf? des Vormittags kerne weiterer]_Ruhestorungen vorgekommen. _ In Bleiburg und Kreuth 111 es ebenfalls 311 Arhritscinstellungen gekommen, Welche 110ch_zunchm_en. In mehreren böhmischen Glasfabriken erklarten dre Arheiter, nur deshalb am 1. Mai feierri zu wollen, weil fieron Arbeitern aus- wärtiger Fabriken gedrängt wiirden; fie würdc-n jedoch, falls es wer- langt werde, die Arbeit n_ichr_einstcllcn. _ Vom heutigchage wird berichtet, daß die Wafsemabrik in Steyr unddte Textil- fabrikcn zu Brünn ihren Arbeitern ren 1, Mai als Feiertag bewilligt haben. _ _ _

Im Ostrau-Karwincr Rrrtxr fahrer), 11118 „W. T. B.“ meldet, gestern 90 bis 98 % drr Bcieg]ck)affe11 cm. Es herrscht voll- ständige Ruhe. _ __

Ans Graz wird berichtet, das; dortdte T1_1_ck)_ler-, S_ck)[ofser- und Bäckergehülfen striken. Die Ruhe tit jedoch nicht gestört worden.

21116 Paris meldet „W. T. B.“ vom gestrigen Tage: In hiesigen Regierungskreisen hat _man “sich dahiri ge- äußert, daß man ohne besondere YcsorgniZ dem 1, Mar ent- gegensähe. In der Nähe von Player!, wv nsammlungen statt- finden dürften, namentlich in der Umgebung der Arbeiterbörse, sollen Truppen aufgestellt werden. _ Den Abendblattern zufolge ge- winnt der Strike der Arbeiter der Hüttenwerk)? Comentry an Ausdehnung; zur Zeit haben 1300 Schmiede die Arbeit eingestellt.

Kunst und Wissenschaft.

Kulturgeschicbtliches Bilderbuch aus drei Jahr- hunderten. Heraußgegeben von Georg Hirth. Leipzig und MÜnchen, Verlag von G. Hirth. _Lieferung 64 bis 66. (4,_6. Liefe- rung des 71. Bandes; Preiß d. Lief. 2 „js- 40-93). _ Auch in diesen neuesten Lieferungen domtmrt noch der beruhmte englische Sitten- scbilderer des, voriger! Jahrunderis, William Hogarth. Außer einem Selbstporträt finden wir darin eme Serie von 12 Blättern mit dem

1890.

Titel „11111118113- 81111 101811888“, die Folgen des Fleißes_und der Faul- heit in moralifirender Weise gegenübrr stellend, fammtltch ron Zewarth selbst gezeichnet und gestochen. Cine gleichfalls auf sittliche 5 effrrung des Volks abzielende Tendenz zeigen aizch die Kupferstiche, welche die drei Stufen der Grausamkett_ und ihre Sühne in absckyreckendcr Gräßliwkeit Vor Augen fuhren. Von seinen zahlreichen derb-humoriitiichen Blättern find ferner in getreuen Reproduktionen nach den besten Stichen vyrhanden: die „vier Tages- und Nachtzriien“, der .Hahnenkampf“,_ die „Vier- siraße“, das .Branntweingäßcben“. Besonders figurenretche und im Einzelnen sorgfältiger behandrite Compositioncn find: „Drewandernde Schauspielertruppe in der Scheune", „Drr Jahrmarkt __111 South- wark“, .Der Abmarsch drr Garden nacb Ftnshley, 1745 (gestochen von Lucas Sullivan). Auch die berühmte Folge _von Bigttern,__(§pr- soden aus einer englischcxi ParlamentSWczhl n_1_11 drastischer _«atzre darstellend, fehlt nicht. KultnrhistorisÖ interciiani, namentlich 1111 Hinblick auf das beUkÖge- so hoch verwollkommnrte Verkrhrswesezy Ut das bekannte Bild von dcr „ahfahrenden Landkuische“. Die _sat1_111_chen Flugblätter aaf England und Frankreich liegen uns_weg_en der zeitgeichtcht- lichen'Ilnspielungen schon ziemlich fern._ Verstandlich8r_tir unZauch heut? noch der Stich, welchcr den Empiaztg des Rogstbeefs 0111 Stadt- thor von Calais darstellt und aus die Riddlttqt der _f2_1nen lccker- haften iranxöfischen mit den drrbenkonfiirentenenglischen Kuchenrrchg- nissen hinweist. Noch weniger der Erlauterung bedurfen dre hoch- komiscben Blätter, „Der Gesangschor“, „Das lachende Parterre“, „Dic Vorlesang“, „Das Ei des Columhus“ 11. a.,_ 111 de_nrn de_r _eng- lische Meister seine ganze Genialität entfaltet, _Die [i_udirten Stande hat Hogarth mit seinem übermüthigen kiin_stleri]chen Spott besozidrrs scharf aufs Korn genommrn; das beweiien czußer der ,T?orle__1ung“ auch die satirischen Bilder, in denrn ein geitrengrr,_ _zur aroßerrn Hälfte in Schlaf versunkener Grrickytshof, ein langweiliger Prediger und ein (70118Zju111 1118111011111 seiner Zrit 1a'tirifirt werden. Sehr interessant ist auch die Tafel, welcbe dicht gedrängi eme Unzahl mri wenigen Strichen hinßeworsener Chaquterköpfe_ zeigt und von der sprudelnden Füüe seines Humors und seiner Exitaltungsfraxt Zeugyrß ablegt. Als ernsten, nach wahrer, pragnantcr Charakgrriitik strebenden Künstlcr zeigt uns ihn ein Srich naoh dem Gemalde m Lincoln's Inn Hall in London. die Prrdigt des Paulus Vor dem römischen Statthalter Felix darttellend. Abrr ÜUÖ diejen Stoff hat er dzneden zu einer gelungrnen Karikatur „111 1118 116181110118 1118111181" of 1181115151161“ verwandt, wie er den Slick) bezeichnet, drr ebenfalls in der vorliegenden Sammlung helidgraphiri ist. (Endlich veranschaulichen uns einige Blätter auch Hogarih's Begabung als Porträtist in dem ungekünstclt wahren Bild- nif; cines dicksten Landlords und dem packenden Zorirät des de- rühmten englischen Schauspielers Garrick in der RoleRichard's 111. _ Ein großrr Theil der täuschend imiiirten Kupferstichblätter obiger Lieferungen gehört ferner dcn Franzosen. Vor Allen istes der Schüler Wattcau's und einer der bedeutcndsten Maler des Rococo-Zcitalters, Nicolas Lancrrt, der uns in drn Serien seiner Tages- und Jahrcs- zeiten,Sck1äicrscenen U. mit allen rigenihümlickien Rrizen seiner Sujets imd seiner Manier vor AUgen gefiihrt wird, fcrnor (Charles Antoine

_ Covprl ?_„Die Kokeite“ u. A.). Beider Wrrkc smd ron verschiedenen

xileichmä ig eleganten franzöfisehcn Sirchcrn rkrricifältigt. Edme Borrchardon'ß Pariser VolkStrwrn habrn nchen ihrem künstlerischen aueh eincr fittengcsiviehtlichcn Werth; dadsclbc kann von Jean Baptiste Joseph Patcr's Jilnstrarionen zu viel- gelesenen französischen komischen Zcitrrmanrn gelten. Viel ies Anziehenden bieten ferner die Stiire nach Génrrdildern ron Francxois Boucher: lx-äiislicbr Familicnscrnen, Genrcgrurpen, wie „1171111118518 71118Z80j88“. „1,8 118118 bouq118rié318“. „[185 88.188888 äanZ818U888“, Pariser Straßenthden 2T. Als Nachahmer drr Holländer dagegen ericheint der französische Hofmaler Jean Baptiste Simérn Chardin mit seinrn gcnrehaften einzclnc-n odrr gruppirten Fraurn- gestalten. Von dcm aasgezeichneten französischen Kupferstecher Bernhard Picart rnthäli die 64. Lieferung ein allsßoriscb-fatirisckyes Flughlait aus Amsterdam, vom Jahre 1734 datirt, ans" den GründungsiÖWindel welcher damals; von England aus mit dén Aktien drr Viissisfippi- Und anderer Gescllsckxaften zur chung der rnglischen Kolonien ge- trieben wurde. Das sehr interessant?, grit komponirte Kupferstich-Yilatt mit seinen zahlreichrnrdrtrefflick) gezeichneten Figürchen trägt die Urber- schrift: „1.8. 101111116 1188 118110118“. _ Aach ein eigentlich nie recht nach Ge- bühr gewürdigjer deutscher Meister ch vorigen Jahrhunderts, der Aixgsburger Johann Elias Riedinger ist in dcr trefflicben Hirth'sÖcn Sainmlun-„i (1611161211. Außer einer Anzahl ganz vorzügliche'r Thier- Und Jagdbilrxr von ihm, finch wir in der 66. Liefrrung Rriter- Bildnisse König Friedrich's 11. und drs nackzmaliixcn Kuisers Joscs, in drr Tracht als Kronprinz von Ungarn und Böhmen, zwci Blätter (11:24 drr Folge der Thierfaßcln, ganz rollender gezeichnet und mit vielem Humor _und Sinn für Charakteristik er- funden, u. r, a_. _ Spexicll das Bildnißfach ist ferner noch durch folgende _kkllUck)? und französische Meister rrpräseniirt: Johann Kiwexzki: Markgräfin Christine Caroline von Brandenburg=An§dach, gedorene Herzrgiu von Württemberg, 11.21, Antoine Pesne: dcr Knpxrrsteckyer imd Burhhändler Jean Mariettc, dann Covpci, Lancret (dic Tänzerin Lluretti), Alexandre Roslin (der Maler Boucher) :c,

_ Dir in dcr naturwiffenschaftlichen Fakultät dcr Univrrsität Tübingen erledigte ordentliche Professur für Geolosic und Mine- ralogie__in Verbimduug mit der Vorstandschaft dcr mincralogisch- 1160131101111ch2n Sammlung ist, wie der „SWA. f. W.“ meldet, dem ordentlichen Professor Dr. Branco an der Unirerfität Königsberg übertragen worden.

Literatur.

„Fürst BiItnarck's gesammelte Werke.“ Briefe, Röden und Aktenstücke. Erste Volksaasgabe. Gesammelt und her- ausgegebcn 5011 Bruno Walden. 1. bis 17. Band. Berlin. Al_fred H. Fried U. Cie. _ Das Verlangen nach einem rolls- thuxnltchen Buche, welches alles das, was Fürst Birimarck gr- schrtcben und öffentlich «sprochen, diese Denksteinr, aus welchen allgemack) der Hochbau des geeinten Deutschland aufacführt worden, in Gestalt einer übersichtlichen und nicht 311 thenern lek8ausqabe darbietet, war eigentlich längst ein Bedürfnirx Die obengcxiannte Verlagshandlung kommt demselben durch diese Publikation entgegen, die in schönem, die Farben des Deutschen Reichs tragrndrn Gcwande vor uns lirgi. Band 1 bringt zunächst 115 Familiendricfc, dercn 32 „An die Schwester“ den treuherzigen Bruder und deren 83 „An die (Ge- mahlm“ _den zärtlichen, niittheilsamen, trrufiirsorgliÖcn _Gattcn_11nd Vater zeigen. In Theil 11 finden wir sodann 106 .PolitijÖe Briese“, Welche zunehmenden Grades die Originalität und den Sch_arf- und Wetr- bltck des Politikers bekunden. Der zweite Band enthalt 96 „Polt- tische Reden“ des für die Rechte der Krone, das christliche Volks- bewußtsein und die ungehemmte Lösung der neuen StaaiSaufgaben mannhaft und unbeirrt kämpfenden Staatslciters. Der dritte Band bietet 63 weitere „Politische Reden“, welche, mit der Klarstellung von Königthum und Prirsterthum beginnend, mit der Reichsstellung des Kanzlers, seiner quitik und sciner Person schließend, al1e dem Aus- bau der Reichsrerfastung gewidmet sind. Die 30 Reden des vierten Bandes athmen zumeist friedigenden Charakter und zielen auf die Betlegyng des Kulturkampfes und die Beseitigung sozialer Schäden ab. Den Schluß aber. gleichsam den ungeheuren Abstand zwischen dem durch