1870 / 85 p. 13 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

zuerst in Englcmd Boden gewonnen. Die in Preqßen für solche landwirthsckyaftlichen Zwecke benußten Dampfkrafte find 1111 1846 gmädlt worden. Ihre Zahl läßt fich jedoch nur bis 311111 Z11hre1861 angcben, wou seitdem Aufnahmen der gewerb- l1che11 Anstalten 1111131 stattgefunden hach. Es waren 1111 [1131- gxnmmtcn Jahre" 242 Da111pf111asch111c11 mit 4172 Pferdcfrästen 1111" den 11111d1virth1ch11f111chc11 (3111111114) vorhanden. Seit dieser Zeit hat sich ihre Zahl dsdcutcnd gesteigert.

Was die Gespannkräfte betrifft, so kamen 1864 auf die Quadranncile dcr Gesannntfiäckzc dcs preußisckcn Staates 251 11111d111irthschaftlichc Pferde und 140 Ochscn, auf die Quadrat- 711?!“ des Kulturlandcs 358 landwirthscbaftliche Pferde und 199 „Ochsen, und der fruckttrage11dc11Fläche 4741andwirthschaft- liche Pferde und 263 Ochscn.

Dic Landwirthscbaft 111 der Provinz Preußen ist auf die «(eiche Arbeitsfläche fast ddppclt so stark bespmmt, als die' von Pd111111crn; von den übrigen Provinzen ftehen Posen, Schlesien Und Sachsen 1111tcrsich und ebenso Brandenburg, Westfalen und Rheinland unter einander fast gleich und bilden Mittel- sx'ufcn. Auf je 1000 Morgen Acker, Gärten und Hausstcllcn besiyt dcr ganchtaat 31, Pommern nur 23, Posen, Schlcfien Und Sachsen 27, Brandenbnrq, Wcstfalcn und Rheinland 30, die Provinz Preußen aber 43 landwwthschaftlicb bcnuYte Pferde. Untc'r diesen Pferdekrästen abcr find wie im ganzen Staate, in Posen, Brandenburg und Scblkfic'n je 8 durch Ochsen ver- jrctcn, 111 der Rheinprovinz je 11, in Preußen sogar je 13, in SachsenZ aber nur je 6 und in Westfalen und Pommern Nur 16 “.

Upstallsboom.*)

Das Hauptmerknml der alten Versammlungs- und Ge- richtspläße der Provin Hannover ist, daß fie im Freien belegen sind. Alle 13 entliehen Handlungen fanden 111 den älteren Zeiten Überhaupt so viel als möglich im Freien siatt. Von den großen Volksversammlungen verstand sich dies von selbst. Man pflegte die Nähe eines Flusses oder eine Insel im Flusse, gern auch einen Ort zu wählen, wo die Grenze verschiedener Landschaften zusammen- lief. Aus diesen großen Versannnlungew in Franken , Sachsen und in dem übrigen Deutschland, die ohne Zweifel mit den drei jährlichen Opferfesten der Heidenzeit zusammenhängen, sind hernach die angebotenen Gerichte hervorgegangen , welche zwei oder drei Mal im Jahre, meistens im Frühling und Herbst, gehalten zu werden pflegten.

Die alten Gerichte überhau t wurden nie anders als im Freien gehalten, unter offenem immel, im Wald, unter breit- schatt€ndcn Bäumen, auf einer Anhöhe, neben einer Quelle. Enge Wohnungen hätten die versammelte Menge nicht gefaßt, unddie Anficht des Heidenthums verlangte zur Gerichtshaltung heilige Oerter, wo Opfer gebracht und Gottesurtheile vor- genommen werden konnten. Jene Opfer tilgte der Christen- gxaube, er ließ aber die alten Gerichtsstätten ungestört. Wir können daher noch bis in die spätere (“eit eine Vielheit von Pläxzen aufzählen, welchc Sitte und Heréommen für die Hal- tung der Gerichte bcibehielt, doch entgeht uns meistens ihre Be- deutsamkeit und es bleibt dunkel, warum hier auf dem Berge, dort unter dem Baume, hier auf der Straße, dort an dem Waser Recht gesprochen wurde.

Nachdkm vielleicht schon mancher Glaubensbote vergeblich, 11111) obne das Andenken seines Namens zu hinterlassen, ver- sucht hatte, das Heidenthum der alten Sachsen 11 über- winden, erschien um 770 unter ihnen der Angelsachse iafwin oder Le buin, der auf dem Landtage zu Marklo unerschrocken das Christenthum verkündcte. Seine Legende, welche eben be- sonders durch die Nachricht über diese Landtage und die Ver- fassung der Sachsen merkwürdig ist, ist uns von Hucdald von St. Amand aus dem Anfan e des 10. Jahrhunderts über- liefert. Einmal im Iahrc,„hci t es, zu bestimmter Zeit, ver- sammeln sich die aus den ("mzelnen Gauen und einzelnen drei Ständen je zwölf gswählten Männer mitten in Sachsen bei der Weser an dem Orte Marklo zu einer genwinsmwcn Vcr- sammlung. Dieses Marklo wollen Einige bci Bücken in der Nähe von Nienburg finden. Dort war schon 882 110111 Erz- b1schofe Rc111bertus eine Kirche gestiftet,“ es ist bekannt, daß Kiwb-cn gern an Orten errichtet wurden, wo Volks- Ve'rsannmlungen gehalten und den heidnischen Göttkrn Opfer gck-mcdt wurden. Auch liegt dort auf einer kleinen 211156111- eine große Menge Granitblöcke umhcr, freilich

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“) Entnommen aus

„, , der in Pommern erscheinenden Wochenschrift „939111114 und Schulca.

Ohne alle Ordnung. Nach einer anderen Anficht soll das jcßige Lohe, gleichfalls in der Nähe von Nienburg und gleichfaüs mit 111111: schr 111th Kirche, das bezeichnete Markld gewesen sein. Noch wird hier eine Nicdcrung gczcigt, 1110 die Versannnlung stattgefunden 171111511 soll, und cs w'1rd » freilich irrthknnlich __ behauptet, daß 611111113 Leute daselbst noch heute die Aufrufungs- worte wiffcn, womit die Versammlung eröffuct worden sei. Zu den Gerichten unter Bäumen bemerkt Jakob Grimm,

daß von diesen oft nur ein einziger genannt werde, unter dessen Schatten fich Richter und Urtlé-kiicr niederließen, oft aber find es mehrere, und da hier wiederum die Zahl drei und sieben erscheint, so bezieht er das auf die Urthe'11er, deren wenigstens drei sein mußten, meist aber sieben waren. Der Upstallsboom bestand in drei hohsn Eichen, wie wir unten näher !khcn wer- den,“ dieseBaumart ward Überhaupx zu solchem Zwecke gern ge- wählt. Noch häufiger die Linde: Gericht des Grafen Widukind im Orte Linden 1111 Marstemgem, Géricht gen Lauensteln unter den Linden. Noch cht trifft man 1n vielen deutschen Dörfern eine Linde, häufig auf ei11e111H1'1gcl, wohin der Gräfe die Bauern ver- sammclt, zuweilen ist die Anhöhe ummauert Und Stufen füh- ren hinauf. Dcr Vcrsaunnlungsdrt dcr OZ11abrückcr,Land- stände war gewöhnlich, 1111 Laufe des 16. Jahrhnndcrts sogar 111 der chcl die s. g. hohe oder hohle Linde bei Kloster Ocsede; der [61516 Tag wurde hier 1111 Jahre 1663 gehalten. Selten dienten zu ähnlichen chckcn andere Bäume, so die Tanne, Birke, dcr Nußbaum, agcddrn, Birnbaum und die Esche, ob- wohl grade lcßtere dcr heilge Gerichtsbaum des Nordens ist:

Yggdrafils aZkr. Bei dieser geheimnißvdllcn Esche halten Thor und able Götter Gericht , in ihrer Nähe finden sich die drei urtheilenden Nornen, unter ihrcn drei Wurzeln queljen Hver- gelmir, Urdarbruncr und Minusbruner , die in Bezug auf Weiffagung und Opfer stehen.

Andere Gerichte fanden auf Auen und Wiesen statt, in der Nähe eines Wassers, (111 Quellen und Brunnen, besonders auch vor oder auf Brücken. In Lüneburg voUzdg sich das Goh- gcricht mitten auf der alten Vrückcnthor-Brücke. So hatte sich überhaupt 111N1ederdc11tschland bis ins 18. Jahrhundert die alte S1tte verbreitet, feierliche Feste, Mahlzeiten und Trinkgelage auf den Vrüchn zu halten.

. 'Auf der Grenze zwischcn Braunaschweig und Mainz wurde 1n emcr Vertiefung der Feldflur von Nörten, die Grube (Grobe) gc11a1111t, zum Grubcngcricht versammelt. Dagegen wurde bei Göttingen dadck Landgericht auf dem Lcinebcrge gehalten. Auch sonst fmdcn szch zahlreiche Gerichte in Tiefen und Gruben, auf Berg und Hüge1, auch vor dem Thor auf der Straße„ vor und auf dezn K1rchofc, und, was wir besonders beachten, bei großen Stc1ncn. Belege für die lcytcrcn sind aus Urkunden vor der Zett des eigentlichen Mittelalters freilich nicbt bekannt, aber das hoheAltcrthum gerade dieser Art von Gerichten schcint uyzwetfxlhafx: örtliche Ueberrestc heidnischer Opfer- und Gerichts- stxztten 1nN1edcrdeutschland, Scandinadien und 111 den celtischen Landern zeuge1_1 davdn. Was dann die späteren Urkunden erwahnen, enthalt gewtß 11111116 Sitte. Wie wir schen werden, stand der Upstaüsboom auf einem alten Hünengrabe; der alte Ger1chtsplaß' auf der Kuppe des Dingsbergcs bei Ebstdrf hat d1e Form emes runden Steindcnknmls, und der ehemalige Versannnlungsort der lüneburgischcn Landstände war im soge- nannten Schdten, emcm Gehölze beiHösseringen, gleichfakls bei emenx vorchr1stlichcn Stcindcnknmlc.

„Schon 1119 Karolinger de_rsuchtcn , dcm Richter und seinen standtgen Schdffßn gsgxn W111d und Wetter bessern Schuß zu verschaffen, als ck11 Va11111e Und Felssteine gewährten, aber es 1121111119 noch lange ch, ehe das Volk seiner feftgewurzelten S1tte cntfagtc und a11e Gerichte und Versammlungen aus dem

Freien mehr und mehr 111 die Häuser fich verloren.

, Upstallsbod1111111d Ostmbrücks hohe Linde, wo der Play 11111 ste111cr11111 2311111111 dcrsclj-cn 111111“, s1'11d schon erwähnt. Zur Zett des F111'111111chd1s Bartbdw (1481 bis 1502) war die Vcr- sammlumg dcr ß1ldc§11ei111fch511Srämdk auf einer Anhöhe bei Stseuemvaid, wo noch 1th ein steinerch Kreuz steht. Vor der E;»Uftsfchde war der Ort, wo den hildcshennschcn Bischöfen vom Volk und Adel gehuld1gt wurde, 11111 Roden, einem weiten, mit kurzem Grafe bcwachsc11m1 Berge iibcr dcr Marienburg, am Wege 11ach Salzdetfurt. D1e chte Vcrsannnlung (zur Huldigung des B1fchofH Johann 117.) fand dort (1111 28. August 1504 statt. Sonftwermnnncltcn _stch die Landßände seit vielen Jahr- hunderaen guf dcm R1tters11ake neben dem Dome. Der oben- ge11a11211te Schoten , das Gehölz bei Höffcringcn, wird in dem 111ndtags11bsch1edd11011 1583 als der gewöhnliche Versamm- lungsdxt der 11111111u1'g1schc11 Stände 1163811131111, bis dahin find aber d1e Z11s11111111c11kl'mftc auch anderwärts, namentlich zu 111711111 und »vor dm] Etchcna bei Bcedenbostcl, gehalten, 1sz die »....„“;;3.c 1111 Jahre 1652 zu diesem Vehufe in Celle zwei eigene

Häuscx kauften. Dcr Stände dcs Oberwalds (dcs Göttin ischen Quart1ch) gewöhnlicher Zusammenkunftsort vor ihrer9 Vet-

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*I m mit dem annovcrschen war 111 „der Zeit von 1430 kstd15923 unter der *gHrdßcn Linde anfndcm K1rchdfc des Klosters Maricnstcin. Die Stä11de_ dcs Jurftenthumé Krubenhagm ,' 111111911 in alten Zciten gc111e1n1gl1ch a11ß1'rhald des znirstxythxzms auf einem Dorfe und d1s1vc1le11 111 c111e111 c1n11a11d1gcn Wirthsbausk, 111 den jüngstcn Z-ntcn aber adwcchselndxzu Em- bcck und Oßcrddc zußammcn und der Vcr1'an1n1lu11gsort' der hannoverschen Stände war so 111nge, als ste 11111 dcn H11dcs- : hei111schc11 einen Landcsherxn h11ttc111111d zwar [*.st zum Jahre 1605, das La1111- odcerrcwanle bc1 Elze. Im Lande Hadcln fcrncr versa111111clten stch d1e SMUDO 11ach altzcm Brauch 11Fnter freiem Himmel auf dem sdgcnanmtcn Warnmgsqckex zw1chc11 Otterndorf und Altcnbruch , auf welchem Zuck) d1e Huld1gung des Landesherrn und die Vorsteklung dcs Grafendd'er des e1s1e11 landesherrlichen Beamten geschah. 'Wenn schließl1ch d1e Ritterschaft dcs Herzogth11111s Bremen 111 1hre11 beso11derx11 An- gslegcnheiten z11san1111c11k11111, so geschah solches gemc1111g11ch am Stcnmmbcn , cinem 511111131", dcr 1cnsetts Vasdahls nach 3)1*k11'.Ü[)16U zu liegt, und z111arz11Pferde nxxtcr frc1c111H1m111e'l. Später versammclte 1111111 s1ch 111 dem Schulhause des Ddrfxs Bxxsdahl, '

So finden wir das (1111 Herkdnnnen: Gertchte, große „Vcr- ZMUNÜUUJOU _1111d allgemeine Landtage an frcwn Playen,

offencn Orken zu halten, fast überall in den einzelnen Gegenden '

1eres Landes 110 heute bestätigt - noch 1th smd d1e histo- Tlijscshcn Ucberlicserucchn davon erhalten und 111cht,wc111ge 1111er alten Pläßc umgiedt die Pietät des Volkes tmr cmcm ge1v1ffen , s. , ' Nledr allem gilt dies von dem fr1es1schcn Upstallsboom , zu wslchem 1111 Mittslalter dic Friesen (ms den stehen Seelandcn zwisthcn dcr Südersce und Weser 1hrc Abgeordneten sandten, 11111 (“1er die Wohlfahrt 1111d Stchctht des Landes zu berathen, 11111 63111132 zu verfassen oder bcre1ts bestehende zu Verbeffcrn und 11111 Streitigkeiten zu sch11chte11" und Recht zu cksp1reclxen. Dcr Upstallism ist ein' klemcr Hugel , der etwa, ». Mc1lcn Tüdwestlich von Aurich 111 der_ Ortschaft. Rahe l1egt. Auf denselben standen ehemals drc1 hohe E1chcn , "unter. deren Sthen Und Schuß d1e Adgcordyefcn, auf Rasenbanxen fiYend, ihré Bcrathungen hielten. SÜdUchdavor erstrecken s1ch n1ehrxre Accker, die zur Zeit noch »Wandelackera genannt, werden ., h1er sollen die Abgeordneten auf- und „abgewandelt sem, §1s fte sich 1511111110111) versammc'lt hatten,; D1e lcßte allgememe Iersarzmv 1111111 scheint im Jahre 132/ stattgefunden zu haben "- uber sdäterc ist wenigstens keine Kunde mehr dorhanden. " ' Dcr Hügel des Upstaklsbdmns (W1arda erklart d1esen Namen mit Odcrgc11chtdbqun1, Gr1111111 dagegen als den Baum auf dem Hügel) 118111 1111f emer 1ch„wachenf Boden- c1*hsb1111g von etwa 40011115 500 Schr1txD1xrch111c11cr und 1| wahr- scdcimijcy cin vorckris111cher, k11n1111c1) aufgetragcycd Gmb- hÜgcl. (7111 den Jahren 1815 ,und 1833 wurden _da1111_111 1111er Tiefe 11071 etwa fünf Fus; Gefäße gxfuydcn, das eme 1111t ascbey- 1111196111 Sande angefüllt und, 11111 e111cm Deckel bedeckt. Ww der Hügel zur Zeit der ÜUJMUUUEU Landtage beschgffengweycn, darüber find d1e Nachricbth 1111311verla1s1g. Ennge Ge1ch1chts- 1111161111" bedecken ihn mit emem dustercn Walde, nach a11dcrcn ist er nur mit Buschwexk 11cwachsc11, und 1102) ande1e scdlicßliä) erwähnen nur jene dm Endep. Nach dem 5c1tgn1jse des Emmius (gest. 1625) 1911th 11011 d1c_sen , deren Zwe1ge fich fest in einander schlanglen, d1e eme , bemahc abgestorben, bts ' e eit 1' erha ten. , _ Mf sCU11111 1521 JFK? 1827 aufgenonnyenqs Bes1cht1gung§sprdtok011 916111 von dem Znstandc dcs Maßes nähere Kenntxnß, so daß ex? 19161" 1111 Außzuge mitgetheilt 1v1rd. Der UpßaUsbodm, ,hetßt es, ist an der SÜd-, Ost- und Nordsctte m1t e111e111 klc111en schmalen Graben umgeben, welcher 1111 der West- seite zwar auch vorhanden gewesen , ]eßt a,ber ganz zuge- pfiügt worden ist , so daß der Acker s1ch u111111tte1bgr bis an den Hügel erstreckt. Vor. dem Uederlauf des Vtehxdk 1st diescr daher wenig oder gay mcbtfgeschußt." Auf dem Hagel selbst steht an den Seiten cintgcs E1chengestrupp und em paar abgestorbene Stümpfe von„E1chbaume11,“ von den Tannen- bäumen aber, womit der Huge! vor mcht sehr langen Jahren bcseßt war, ist keine Spur mehr vorhanden. Auch d1e ehe- malige kreisrunde Rascnbank 1stsverschw1111den.x Das an den vier Seiten des Upstallsbomns [teacnde Land 1st „alles Acker- la11d und 1111 Befiß von Prwatpersonxn. Daß" d1es ehemals 111111t 10 gewesen sein kann, ist klar, wetl dcr Hagel allem zu

klein ist, um die sämmtlichen Stellvertreter eines ganzen Staa-

tes fassen zu können. Indessen mag die Art der Venußung

“8 [and ur Erhaltung des Hügelsvicl beigetrggey haben,

FI (“??€er s011?1, wenn das 11111hcr1tege11de Feld" bestandtg durcb Vieh beweidct würde, wckhrxchetmkch sch0dn dlcTngiTtbrxlechETd? ' 3“ erden at. ere en un _ _ Ueberlauf dcr xe P 9Das Amt Aurtch schlug vor,

gleich gemacht sein würde.

kaufen, als zur Herstellung des 111111hmaß11ch fruheren Umfan- «es des Hügels, zum Raum für Wohnung und Garten emes Wächters und zur 'Avlage eines geraden Weges von der Heer- straße11ach kcm 11P111111I11110111e crfordchch sci - oder doch wenigstens den Hügel, wie er da lag, 1111t cmcmWaU zu 11m- gcben und darauf dann den größten von den. bei Meerh'usen befindlichen beiden Granitblöckcn, wclche zu e1ncm zcrftorten Hünengrabe gehört haben, ms Denkstßin a11fzur1chte11.

In der ostfriesischen Landrschnu11gsversamn1lung des Jahres 1832 fteUte der Administrator Beseckc aus Upgant den Antrag,

= das; die Stände beschließen möchten, den Upstalléboom nicht

allein vor gänzlicder Vernichtung z11 bewahren , sondern den- selben in solcher Art wieder herzusteklen, daß er auch der spaten Nachwelt noch anschaulich erhalten 1111111.

Der Antrag wurde von den Standen angenommen und am 29. Juli 1833 mit der Err1ch1u11g des Dcnkftcms unter der Aufs1cht und Leitung des Adnnmstratdrs Peterss en der Anfang gemacdt. J , ' Bei der Außgrabung des Fundawents ze1gte fich d1e herauskdnnnende Erde vielfach 11011 ' dunnen Baumwurzeln durchschlu11gen und trug ÜberaU, „d1e, Spyren “stattgehabter Durchwühlnng. Nur nach der S11ds1'1tc 13111 sch1e11's1ccuLbe- rührt geblieben zu sein und hier fand 1111111 auf rctcbltch 2 guß Tiefe ein etwas beschädigtes 11111dcs Gefaß obne Dccke1 u11d daneben liegend ein etwa 3 Fuß langes, von Rosi bexxtts m drei Skiicke zerfreffcncs Schwert. Der Inhalt des Gefäßes er- gab nach sachkundiger Untersuchung sandtge Er_dx, Asche und einige Kinderkndchcn. An andern Stellen des „Hugels wurden außer einigen Urnenscherben noch emzelne Stucke verrosteten Eiens : unden. '

s Be? fciner Tiefe Von 4"; Fuß wurde der Urboden erre1cht. Mit dem Außgraben wurde 111111 111ncgchaltc11 und zu der Pyramide des Denkmals der Grund gelegt. Als Matertal wurden für das lcßtereKiescl, Cement und Kalk vzrwendct und das Denkmal zu 20 Fuß Höhe und 311 111119 15 Fuß untere Breite errichtet, Die Anlage wurde nur Baumen und Ge-

sträuchen , namentlich Eichen, bepflanzt.

Zur Geschichte der Kolonie NowawesWx')

Nowawcs, am Fuße des cht von des,;Kömgs Maxcstät „bc- wohnten Babelsbergcs gelegen, ist eine Sédpfung Kdmg Frted- MM 11. Er gründete den Ort 1111 Jahre 1151und_best1n11111e den- selben zur Aufnahnw böhmischer Weber 1111d Spmncr, d1e "111.11 ihres Glaubens 11110611 ihr Vaterlgnd dcr19s1en 11111ßte11." Der Komg wies selbst den Plaß an, »um 10 d1e wustcstcn 1111d odeftena der Gegenden, die seine Residenz mugadcn, bsbauew zu lassen. Er betraute den Oberst von Reßdw 1111t derAusfghrung des Bc- fehls, der seine Instruktionen meist 11111ndl1ch erh_1clt, dq s1ch der König für die neue Ansiedelung pers0_1111ch fehr mteresstrxe.

Genaue Nachrichten über die Grundung dex Kolome und die ersjen Jahre ihres Bestehens haben nur muhsam ads zer- streuten, schriftlichen Aufzeichnungen gesammelx werde11'115n11en, da der Oberst von Ncßow , der als Genera) 1111 fiebemghrtgen Kriege gefallen war , sämmtliche Pap1cre_ uber d1e Grunduyg in einem besonderen chistraturwagen 111 das Fe1d1ager nnt- genommen hatte und dieser Wagcn 111 der Schlacht von Hoch-

'r verbrannte. ' , _ kl chRchow scßte sich mit der bdhnnscben Vrudergememde m Berlin in Verbindung, welchc. dm Abgedrdnete nach Dxesden und Aittau sandte , 11111 böhmische megranteq anzustedeln. Um §1:3“f111gste11175t1 waren schon 60 Bohmen 111 Nowawes " 811 cm ericdtc. . _ hau Dei? erstge Anlage umfaßte 60 K010111stcnhauser, 38 andere Häuser für Verschiedene Handwcrker, 1111 W911: und 17111 Schul- haus und eine Kirche, welche a1116.Ma1 1153 e111gewe1bt wurde und den Namen »Friedrtch§kirche« zu Ehren 1hres Erbauers ielt. _ , , “_ erh Auf dem ältesten Kirchc11ficgel der_Kdldme 1st xm reme- fertigcr Pilgrim mit den1Wand1chrstabc m der Hand, 1113er den1 der Preußische Adler schwkbt, gr.1mrt;„da11eben stehen d1e Worte. »Siegel von Nowawcsa, 11111 der bohnnschen Umschmft. ck06 WWU 0011111111111, ())71'1Us8 11'). 3101101133? (d. 1). Unter Deinem

u . Kir e von Nowawcs. _ _ _ SchZ1§zedcr Fnficdlcr erhielt freie Wdh111111g - ]c zwc1 Fam1- lien ein Haus nebst Garten von ca. 3 Morgeu - und Ge1d- beiträge von 4-50 Thalcrn. Außerde111 erbtclxctz s1e frc1es Brennholz und waren von Abgaben und .M111tard1enft be-

" Na einem am 24, Janu'ar 01“. 17011 dem Lehrer Gerson zn Nochwes cli)n dem Verein für d1e Gcsch1chtc Potsdams gehaltenen

außer den sogenannten Wandeläckern noch so viel Land anzu-

Vortrage.