errichtete , wurdc 929 gegründet,“ fie liegt nahe dem Unicrharz 1111 der 1113111 Brocken kommenden , zur Saale gehenden Bode und seht 1111 1862 durch eine Eisknbahn mit Thale 1111d Halberstadt in Verbindung.
„ Unter den bürgerlichen Wohnhäusern zcigcn manche 11011) .d1c 1111 11“). Und 16. Iahrkundert so reich entwickelte H01„1archi- tektur,“ aber am meisten ragen unter Den Bauwcrkcu die Kirchen hervor, und 11111111 dcr, einst der 51311113 Heinrichs 1. zugehörig gewescmcn Gruftkirchc dcs späteren St. WipcrthloÜers, wclche der c'ilicstc Ucbcrrcst chri1111ch1r Kunsiiibumg 111 den fächsischsn Landen ist ,_ 111111"; 1101'11611111li11) dis Schloßkirchc, deren W11d1'1- hers11111111g Mit 1862 11111 1112111111 Erfolge ausgcführt 1W1'dki1ist, als k1111s111cfchich111ch 11111" bsdeutcnd 111'11101'111191111111 werdeii. ])r. E. F. Ranke und [)x'. F.K11511er hÜbSU 1111011 1838 in ihrer Beschreibung Und Gcschichte derselben, die nachdem (11111) 111 des Lcßtxrkn 111111111 Sckyrificm und StiidicU 311r Kunstgeschiäyté, The111. 111111 S. _510 «111, wicdkr 11111" abg'cOrUcki worden ist, auf Grundlage sorgfaltigcr 111111111111) - artistischkr F011ch1111g111 alles Wese11tl1chc 311111111111111116111111, was dies 1111ch1i§1cM111111111e11t aus fruhester Vorzeit 111 Norddeutscßlimd bctrifft.
, Die Schloßkircbe 311 Quedlinburg, auf h0chraa€11dc111 und Wett fichtbarcm Sandsteinfels gelegen, ist eine ursPrÜngliä) flach- gedecxtc Basilika mit Querschiff 1111dhoh1'111 Chor, und ganz so_ 1| fte nunmehr unter besonderem Beirakh des Ge- heim'en, Obcr-Bau- und Regierungs-Rathcs von Quast, Kßn1gltche11 Konservators der Knustdenbnälcr in Preußen, wudcrhergefteüt 1119111111. Der hohe Chor nimmt den ge- sammten Ramy chQucrschtffeZ mit in steh auf und wird durch das Gewölbe c1111'1:_ ausgedehnten Krypta odcr Unterkirchc, pes sogenannten a'ltcn Münsters, “getragen,“ unter diesem leßtcren 1st, 1868 noch eme Grabkirchc entdeckt worden. Das M11- terftal dcs 1111611, wie des crneuertenBaucs ist ein harter Sand: stcxn, 17er 11) der Nähe v011Q1icdlii1b1irg selbst gebrochen wird,“ es tr_agt in seiner fe111körmgen Masse und hellen Färbung sehr v_1el 1311311 bei,_k)e11„E1ndr11ch des Ganzen zu erhöhen , und Nament- lich tft dcr Bltck 111 das Innere mit seiner schönen Perspektive nqch dem hohen Chors, zu dxm ('in beiden Seiten Treppen 1111- Zteßxend, u11d§uf ÖLL'YMZ 1115 Hi1lil1et13'glrunde sich mächtig auf- a e11c11, rei gru 11 en un vo eeu teten o ' wahrhaft bedeutender. ck H chaltar em
Der alte Münster der Schloßkirche entf richt in Grö“? und Gestalt des Grundrisscs vollkommen dem ZrsprünglicheZ Chor und Qixxrsch1ff dcr 1913tcre11. Dcn Hauptraum fiillt eine dop- pelte Saulenstcllqng a,11s,dcr entsprechend in der Altar11ischc und an' den Sc1te11wä11dcn Halbsäulcn angewendet wurden, de11e11 „sich dem Westenxe zu einige viereckige Pfeiler zugesellen. Die Saulen und Halhsqulen verdienen besonders ihrkr Kapitäle Wogen Beacht1111g. „_ E111tge tragen Vlätterschnmck nach Art des k011111h1schc11 „1111131111121, andere haben die Form cines nach unten abgerunpetcn Wutsch und sind dabei mit verschiédknem, meist vxrxrefflich erhaltenem Ornament versehen, das eine mit sorg- faitig gearbeiteten Adlern, ein anderes auf Phantastische Weise 11111 AYlern _und Sch11111ge11 geschmückt. Manches ist nur roh ausgefuhrt, mdessen laßtEmzelnes erkennen, daß es 1111111111011- eydeten Zustande verlilixben. Gegen den Altarraum hin tragen d1e Gewölbe Spuren fruhercr Bemalung. Vor dcm Altar und der "Stufe , 1velche_ dßn Raum der Altarnische erhöht, sind die Graber Kömg Hemmchs 1." und nach gewöhnlicher, aber von Ranke „fur unhalthar erklaricr Angabe, seiner Gemahlin Ma- th1'lde, ]enes 11111„emer'Marmorplatte, dieses mit einem Sand- stem „bedeckt. Em dritter Grabstein gilt als der der Aebtissin Matinlye, dxr Tpchter Ottos 1.,' eine an seinem Ende befind- l1che klemx 1iiereck1ge Erhöhung pflegt man als das Grab des H11ndchens Quedt zu 1181161111611, wclchcs leßtcre, der SML 1111111, QUchmbiirg 11111111 N11111cn gegeben hai. * ,
Dik Oberkirchc besicht aus dem S i und d€111 1"1 ' YntckaXs s1ch erhcbknden 110th Chorxäzjxfihrcr WestseiteTFliTZrt stchkmg 1111111111011 mäßiger Höhe in mehreren Absäysn 1111. Da? FHM 381111111 d111ch zwci Bogcnstkllumgen, 111 welchen je zwei “»“:111111'11 11111 11116111 Pfkili't' von viereckiger Gestalt wechseln, 1111111 M111c11ch1ff und zwci Scitcnschiffc. Der Einbau von Pnecben 41111121] E111p111111 111111) der Rcformntion hatte dis Rein- hc1t 11117) 3119111111611 dieser Anlage ganz Verdeckt,“ bei dem jeßiaen U111b1111 1st jedoch «1er S11'51811dc cutscrnt und so eine in 11171) vOUk-onnncn flarc, s1111111äßige AkÖitEkkUk dem Beschaucr vor Augen 5111111111. Die 511111111116 der Säulen sind zwar ursprüng- l1ch 11111115 roh „amrbcitet, Verdisncn aber doch Vcacbtmig. Sie smd 11119161 Wiirfclform 11611111111111111111611 111111 111111611 meist mit vier, (11115111 Adlern verziert. Eines trägt an seinem unteren THEM Wattwerk 1111d dariiber 11111“ kleinere Vögel aiif dcn Ecken und Usch- LLCUZLL"? 311111111111 diesen. Die beiden Säulem «1111 West- er_1de„_k_chs SÖiffCÖ h11b1'11 111 flachem Relief 981111111161: Figuren vierfnßtgcr Thn-rc, the1lweise mit Ornamenten und fabelhaften
i)“
D1eFenstxr smd wie die Säulen durchaus rundbogig ühxx. 1yölbt_111119 1111t einer gegliederten Einfassung versehen, die aus cmcr 1n UU? vertiefte Ecke eingelassenen Säule besteht , welche dann 111 gle1cher Form auch am Bogen hermngefiihrt ist. Eine flache Brct'xer- und Balkendecke ruht auf dem Mittelschiffe. V9" [Zyxerem fuhren, ww schon chähUt, zwei Trcppcn 11011 je "20 (“,-tuch zuzn hohexiChor." DicWand zwischen beiden wird von 1111er m Hie U11terk1rche fuhrmdcn Thür untcrbrochenx 1111111911): abcr gcwciynnch zur Krypta durch einm «1111381111 seitlichen Ein- gang. Die K_a1_1zel, welckxc stylgcmäß 111 feinkörnigkm, Blanke» burger Saydstxm hergestellt wurde, hat gegemvärtig 1111911511111 «111 der Siidsette des Mittelschiffs ZWM'ÖLU dem letzten 31111111. paar Vor dem Aufgange zum hohen Chor crhaltcn.
In dem leßteren tretsn Uebergänge zum SPiybogen
durch das 111 großk11Verhälmiffei1 außgeführte Bild des Heilandes
1111111, mit dem neuen Chor 11111 1820 eingeweiht worden 111 In dem sogenanntcn Ziitcr (1111111 Cityer, Sytterx, Syntcre gkschr1eb9n und bei norddeutschen H0chstiftcri1 öfters vorkom- 111111d),_ei11c111 Gcmacb 1111 der Nordseite der Kirche, im nördlichen Kreuzflugcl gelegen Und von der anstoßcnden Sakristei hcr zu betreten, werden eine Reihe 111crfwiirdigcr, zum Theil kostbarer Alterthmnex aufbewahrt, Über we1che wir 111111) der Znsammen- steliuyg des zum Harzverein für Geschichte und A11crthun1§ku11de gehörigen OrtSvercins Quedlinburg Foigcndcs anführen:
sine Trgvertinbase 11011 16'5 Zoll Höhe und 12 Z. Durchmesser Mit zwei schl1111gct111rttgen Doppelhenkeln, von denen der 11111 abgebrochen 111. Der Krug wurde 11111 2. Sonntag nach Epipha-
Altax gescxzt, mit Wein gefüllt und dem Volk gezeigt.
(. 2) Pcrgamenthandschrtften: &) cin Evangelistarium in gr. 50111), 1111 10. Jahrhundert vom Priester Samuhel 111 Gold- sch11ft geschr1ebxn, enthaltend die vier Evangelien nach der Vul- 11a111, “davor eme Harmonie der Evangelien, dahinter ein Ka- lendarmm Servananum. Der aus dem Ende des 12. Jahrh. st11111me11de, 14'7 Zol1 hohe Deckel ist mit einer vergoldeten Stlberplatte belegt, 111 der Mitte vertieft 11111). mit breitem Rah11ici1,umg_ebcn. DF Vertiefung enthält iibcr zwei Bischöfen die Marta niit dem Kinde. In die mit Filigrmmrbclt 11111-
Mosaikbilder eingelassen,“ b) ein Evangclistarium in kl. Folio,
Tabellen der „sarmonic voran e en- Die md“ .'t „ „ dem Ende des 210, g h Ö“ 1ch*lf 11111011 12. Jahrh. an.
mit vergoldetem 'Silbcrklcäy filicrzogcnen Rahmen, der mit EdelstemeZ 1l111d Fd111gr1111arbleist gcsch111ückt ist ,' 1111111 111 L_ 10 , ie evangc ichen Tc;tc na der Vul ata ent- YFM?“ 317€ dbelm Ende des 15. Z ck 9 1 1111 ?“1 „er, cch überzogen, worauf in gctriebcner Arbeit die Gestalt Christi. Der Rand zeigt in den Ecken die Sinnbilder
Kirchenlehrcr.
wird als der Heinrichs 1. bezeichnet und ist 11
breit 65; Z. h0ch aus Hol Oele t mit El e [1 “ geschßißte Reliefs, enthalten? g f 11 c111p111tten, welche
(1111 Grabe Christi, und Christi, Christi, » an dcn
dcs 11. Jahrhunderts 91? (HLÜÜU Cßklii LU DLM D „[ 1D die Brustbiidcr der 1511119811, einer s * f ecke "'
YZ. br., HZ. h„“ Wändk 111111 1'e1c11c111 Goidzwrrath und 121'11'1111s _811161" Silberplattc bssteth. schrift «1111 dem Boden ist der Kastcn 111111111»th angefertigt. V1'1tlUS, der Jungfrau Maria und dcr Heiligen.
MensMnköPfen verziert.
Die Darßcliungen der Figurkn, wclche dM
KästeU ist von Holz, 14 Z. [„ 83; Z.
«911 11011 vorxrefflichkr Arbeit aus der 111111111ch1n Zcit.
Endlich sind noch 11911chicd1116 Gegenßänds 11-5 MitM-
aitcrs vorhanden, 111111111111 dcr sogcx1a1111tc 2511111111111:
" ÖTÜUL'ÖÉZZ [„ 67; F. l)., 37- Z, br., 111.1s Eifcnbein 1111111111131, 11117 (1631111 durch geschmßtcs Ranken. ;
holzcm doppslgehörnieiii G1'1ff1*,
hervor,“ al1ei11 die hochgewöibtc Nische dcs Hochaltars wird erfüljt
und der Hxiligcn der Kirche, die vornehmlich den Petrns 11111 den Servanus als Patrone hatte und, von 997 bis 1021 er. *
; eingelaffen, daß sie offen daliegen.
- tinischcn Zeit sind mit Formen geprägt. -- Ein 7 Z. 1). Kru-
1) Der sogenannte Waffcrfrug von der Hochzeit zu Kana, *, darüber die Bjjdcr von Sonne und Mond
nias, wo das Evangelium zu Kana erklärt ward, auf den *
zogene Umrahmung sind rohe Edelsteine , Perlen uud kieim “ enthaltend die vier Evangelien nach der Vulgata , denen die
, chr 10? Zoll, hohe Deckel dem Ende des * . Er bcncht aus, emer Elfenbkinplatte 11111 vier . Reliefdarsti'llungen aus der Gesch1chte Jesu, umgeben von einem *
0) ein Evangelista- ;
Jahrh. Der 18 Z. hohe Deckel -
der vier Evangelisten und zwischen ihnen die Gcftalten der vier )
Z) Reliquienkäften. Ihrer find drei vorhanden. Der eine ? Zoll lang, 6 Z. ;"
_ ' und mit getriebenen Dar ellun cn “ 1n vergoldetem S1lberblech. Die Darstellungen der dre? March _ „ . _ die Jüngst segnen?) - 11111“ ?" dim Deckel --, d1e Fußwa1ch1111g Pckri, sowie die VerlärUng Ä _ . „ sch11mlc11 Scttsn ___ gehörcn dem 10. Jabr- “ hnncht, Öl? Langscncn Mit den 12 Aposteln der ersten Hälfte ,
„ „ späteren Zsit 1111. _ Dcr zwctte 1si ÖLk sogenannte Reliquisnkastexx Otto's ], , 9 Z. 1.1 _ Deckel ganz «111€- Elfenbcin 11111 kostbaren Edelstkun'n ["Tsi'Hl', der Bo- ,"
Nach I1111111t der Z» am Schluß des 12.I11yr- Er bewahrte dic Rsliquikn des 1). Zcr-
„ Kasten sch111ück6111 8915611 Zeugmß 11011 dem Anfichwunge, den um jéne ZM 111 Kunst 111 Dc1111ch1ch111d genommen hat. * Der dritte “0117111" “ “' br., 617 Z E)., mts ['L'rÜOl' , Detern Silbixrblt'ü)? Überzogcn, woran getriebeneNclicfdarsxcUiiii- '“
7
und Blätterwcrk und durch Einfaffun en von Gold und Edel- steinen. _ Ein geistlicher Hirtenstab, 'H Ekle lang, 1 Z. starx, ohen einfach gekrümmt, der für UU Gcschcpk Qtto's 111. _an d1e Aebtissin Adelheid vom I. 999 gchaltcxz w1rd, ]edoch zwci Jahr- hunderte jünger 311 sein jchcint. 7- Dm Vcsrgkrystaliflaschey aus dem 10. Jahrhundert 11111 Reliqmen. Die 4'-. Z. „hohe 111 der smnbildlichen Form des WWW ist nach der Jyschrift ' der aus vergoldetem Silber gearbe1tete11 Umfassung c111_We1hgeschent Kaiser Otw's 111. Die zweite , 111 der Gestalt eines Herzcys, 395 Z. (ck., LY Z. br., zeigt gut gezeichnete _aber noch ungeschickt ein esch1iffe11e Verzierungen,- d1c J1ischr_1f1c11 auf dem Um- fa ungßftreifen nennen die Namen der sxetl1gxn , deren Ueber- xesxc in der Flasche bewahrt wurden. Die d1Z1txc, durch selteye Größe des Steins hervorrggendc , „ beichad1gtx Fla§che_ 111 Gestalt einer 7 Z. h. Phiole 111 vyn ahnl1chcr , ]edoch reicher ausgebildeter Arbeit, indem die Se1te11 m J-yrm ZWUS'Z Vögel ausigeschliffcn sind. Die unbeschricbcne Fastung ist '1u-1zgeren Ursprungs, - Eine 8Z. h. Reliquiemtafel von Ho1z„n11t„«11ber- blech überzogen. Auf der Vorderseite sind 18 Heiligthmncr so Das Blech 11111161: vergoi- det und mit der Bcze'icwiung der Reliquien beschrienben. Dte RLULfVLkJii'kUUJLU der Rückseite 1111Ch11rakter der spatcsi byzan-
zifix von Holz mit vergoldetem Silbirblxcb überzogen, mitsdcr Figur Christi in byza111111ische111 Style, Über welcher e111 flames Goldkreuz mit einer Reliquie. _ Ein 3 Z., h., 2? Z. br.Kre11z von vergoldetem Kupfer., woraitf das 2511!) des, gekreuzigten Heilands 111 (Hold und Emaikle 1111 friihen byzannmschen Styl,
Von bedeuteiidem Vilange fiir die Kenntniß dex Kunst des Mittelalters und ein anderweitcr Beleg fur den Aufschwung der GcisteéZbildung 111 Deutschland um das Ende des 12. Jahrhunderts sind die Bruchstücke der untcx LU- tung der Aebtissin Agnes 1. (1184-1203) in W091". genYthen Teppiche. Ihr bildlicher Ixihalt verd1e11tsowobl1n Rucksicht auf die schimerigc Tcchnik als auf den Styl der Zeichnung u11d ihren eigenthümiickycn Vorwurf vorzi1gl1che Beachtung. .D1e Motive s1'11d dcm Eingangs von des Martianus Kgpella "aus Madaurus (11111461) Encyklopädie der„sieben steten Kunste entuonnnen, einem Werks, wclches im M1ttelalter als Lehrbuch ersten Ranges angesehen und auf die Bildyng des Klerus von g1'ößtc111Einfluß gcwesen ist,“ sie siel'1e11„d1e Verxnahlung des Merkur mit der Philologie dak. D1e |F1g1ire11 smd 2-3'; F. hoch. -- Endlich find noch vorhanden eme größere Anzahl von Reliquienbchäitern in Form von_Monstranze11, von runden Kapseln, Kreuzen U11d größeren Holzkastcn. An Kuystwerth ragt dabei unter allen die getrtebenc Darstellung des Leichnams Christi 111 den Armen von Maria und Johannes aiif der Kap- sel von 21 Z. Durchn1csscr hervor, welche der Ze1t um 1400
angehört.
Karl Wilhelm Gropius. Nekrolog.
Am 20. Februar 13.3. verstarb 1111 Berlin der Professor Karl Wilhelm Gropius, Chi'f dcs Dekorationémaler-Atclwrs der
Königlichen Schauspiele. Es war nicht diese Stellung 111191711119 Thätigkeit in derselben allein, was 1e1nem Namen den 1111111111“-
breiteten und populären Ruhm verschafft hat, dessen er 1111) 311 ;
erfreuen hatte. Die Art seiner Begabung war 91116 st) 191711611191, sein Unterneh111u11gsgei| 6111'10 lebhafter,„se111 Geschick in der praktischen Verwirklichung semsr Ideen 10 11_cher, Paß 1n1 L111116 seines langen thätigen chens höchst Manmgfainges dnrii.) 11311 1118 Daseim gerufen werden konnte, das fast 111 allen Sch1chtc11
des Volkes Beifall und Freude erweckte und nach verschiedenen ;
Seiten hin bildend und 1111regc11d gewirkt hat. Gropius war «1111 4. April 1793 in der Stadt Braun-
schweig geboren. _ „ , seinen Eltern nach Bcrlm. Weder seme I'ugendneigung, noch der chensbcruf, für welchen er besnmmt wurde, war die Kunst. Als Lehrling 111 cmex 'Blumem Und Stxolz- hutfabrik hatte er sich 1111111 andex'n freilich auch, 1111 Kolomen 11011 Blumen und Blättern zu iibcn. ,Abcr'mcht Hicsc halb- künfileriscbe Nebenthätigkeif war es, die 11111 seinem c1ge1itl1chc11 Beruf zuführtc, sondcrn einc Bekanntschaft, welche, er 1111 Hause seines Prinzipals Ehrig 311 machen Gelegenheit fand. Das war Sobinkel, EZ 111 hekmmr, d"aß d1cser Meister den künstlerischen Ausdruck scmer Ideenfulle ebenso
gern in der Malerei, der landschaftljchcn wie,dcr figürlichen, In ]cncn Zeiten, (1111 Ende
als in der Architektur suchte.
Erst im neunten Lebensjahr kam er 11111 *
des ersten bis zur Mitte des zweiten Jahrzehends dieses Jahr-
hunderts, als die weltgeschichtlichen Geschicke die größe_re bau- kiinstlerische Thätigkeit unterbrachen, fand Schinkel eme 11311 poetisch fast dafür entschädigende, seine reiche Phantasie beschaf-
tigcndc Arbeit in Entwürfen und Außführungen zu künst-
lerischen Dekorationsmalercien. Ein Theil derselben kam der
Königlichen Bühne zu gut. Für diese sind mit den Deko-
rationen zur Zauberflöte, zur Vestalin, zur Olympia
und zum Cortes Mufterbilder charc1kteristischen 11110 in
künstlerischem Geist konzipirtcr Theaterdekomtioncn _ di:?ch
Schinkel geschaffen. Gleichzeitig aber versch111ähte er 625 11111!)
nicht, durch seine Kunst Schaustcllungcn der Art ins. Leben zu
rufen, wie sie später Gropius selbst mit so großem Erfolge
durch die erweiterten Mittel cincr vorgeschritfenen Tkchnik 111
Berlin entstehen ließ. Der »Brand von PWZk-IUC, »die sieben
Wunder der alten Welt« 11:11) Aehnliche, wie ste Schinkel in
jenen Jahren ausführte, sind die Vorläufer der späteren viel-
bewundcrten, 311111 täuschenden Effekt der Natur gesteigerten Vil-
dcr dcs GropiuSschen Dioramas. Die Dekorationsnmlerci war
damals eincverhältnißmäßigjunge Kunst in Preußen. Erft König
Friedrich 11. hatte ihr in dem unter seim'r Regierung erbauten
Opernhause ein Feld der Thätigkeit eröffnet und den békannten.
Meister dieses Genres, Gagliari, aus Turin hierher berufen,
von desen großem Sinn, Talent und reicher Phantasie heut
noch 111 freilich schr geringen Resten des von ihm Geschaffenen
die überzeugenden Spurcm vorliegen. Auch nach ihm trat
cin Italiener, Verona, in dieses Amt ein, dsr anfangs einen
tiicht1ge11 Schüler und Nachfolger an Prof. Vurstath fand,
dann an Gcrft eine 11011) begabtere jüngere Kraft. Dieser,
nach Vcciidigmig des Krieges neben Burnatl) ais Hülfsmalcr
im Atelier der Königlichen Bühnen angestellt, verstand es vor-
trefflich, (mf Schinkcls rcfornmwrische Bestrebungen in Be-
zug anf die etwas verfallene Dckorationékunst c111zugehcn, und ihn bei ihrer Durchfiihrung aufs Wirksamste zu unter- stiißen. Eine ähnlich g€c1gnete und berufene Kraft erkannte Schinkel bald in dem jungen Wilhel111 Gropius, und es wurde ihm leicht, denselben für die ., Hingabe an solchen Beruf zu gewinucn. Er studirte und übte die Kunst des Dekorationénmlens dann auch mit so viel Eifer und Er- folg, daß er bald neben Gerst in gleichem Amt und 1819 selb- ständig als Königlicher Dekorationsmalcr uud Theatcrinspektor angestellt, 1823 zum Mitglicde der Akademie der Künste er- nannt wurde. Die erste Neudckoration, bei welcher der Name Gropius als Autor gcxmimt und mit Beifall begrüßt wurde, war. die 311 Griljparzers Ahnfrau. Graf Brühl, der General- Jntendant der Königlichen Schauspiele, verwende'te bekanntlich besondere Sorgfalt auf die möglichst zcitgetreue und Wie Jnscenirung aller historischen Stücke. Diese Bestrebungen wendeten sich ebenso auf die Kystiimirung als auf 11st Dekorationswesen, und fiir Gropius wurden sie gerade cm Sporn, in seinem Gebiet auch nach 111111 Seite hin durch innnerwährende Vervollk0111111nung den höchsten Anforderungen zu genügen. Er besaß neben seiner e_igcncn künstlerischer) Be- gabung und Einsicht auch das 111 wieder Stellung Wichtige Talent, das Beste, was die Zeit [,)-erworbringt, auch für seinen Zweck zu verwcrthcn, liberal! die geeignetsten, verständnißvolisten und rüstigsten Kräfte zu finden und 1111 Dienst und zum Rayen der Sache zu verwenden. Reisen nach Paxis, an dessen Opernbühne die Kunst der Dekoration immer eme besonders hohe Stufe behauptet hatte, wurdxn fiir ihn vielfach befruch- tend. Junge Künstler neben Gropnisslängst bewähxter zuverlässiger Kraft, wie Beckmann, B1er111an11, später (911111, Pape, Nc. fernerhin sich zu den bcdcutendftkn Land- . TchafTZ- und Architekturinalcrn heraUsgcbildct hqbcn, zog sr heran, und ihr Talent, ihr Wiffen, ihrcktcchmjche Uebung halfen ihm, d1c Berliner Dekorationsmalerei 311 einem 1111111cr schönem künstlerischen Niveau zu erheben, die Atelisrs der Königlichen Bühnen den ersten der Welt gloichznficiien. Aus Gropius'Pri11a11vc11stättc11 wnrden gleichzenig eine Menge von auswärtigen und Pro11111zialbüh11en 1111t Entwürfen und aus- geführten Dcko1ationc11 vcrsorgf.
Aber gleichzeitig 11111 dicser 11111110111111f1111grcicher111111111ch- senden Thätigkeit arbeitete er 1111111151111] 1111_dcr'§21us111§r1111g a21dercr "111 ähnlicher 9111111111111 liegender kiit1111cr11chcr 3111111112 Diese betrafen z1111ächft das 111 Berlin 311 errichtendx Dio- rama, für welches oben damals Paris vcsoxidch glanzende Musterbildrr 1111111111011 hatte, dercn 1111ßcrord111111chcr Erxolg mit ziemlicher Sicherheit auf die Erreichuiig „111185319111 abn- liche11 in Berlin hoffen 11111. Kömg Friedrub W111)c1111111. schenkte dcm 111111111'1'1'151111111 und 111 „19111611 Bcftrchimgcn 1111111111 Unternshmck dcn [11111111116112311111111113 1111 dch_1"Eckc YU“ Artillery"? und Gcorgcnftraßc, auf welchem das Gedanke ch Dwramas
entstand, das 11111 29. Oktober 1827, 311111 “epson Malkc'röffnxt ' wurde, an diesem Tage 11111 f11r_ die 5761111011112 F111111112411115- 1 fchlicßlich. Dcr VcifaU, 1111111111" d1cSch1111111111111gcn1111113111111