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wieder hergestellt, und dem §.13, cntsprrchend „dem Anfrage des Abg. Laßker, folgender neuer Absatz hmzugrfugt:
„Die zur (Hrfängnißstrafe Verurtheiltrn können in cincr Gr-
fangcn-Ajjsmst auf rin): ihren Jäiiizifcitcii und Vcrdältniffrn ('“-1“:-
gemcffcnc Weise bescheinigt Werden; auf ihr Verlangen sind fie in dir-
scr Bleisc zu brskbästlIM-« ,
Hmm" §. 16 beantragte Abg. Lachr den Z. 77 drr Kom- missionchsMiiffr einzuschalten. Derselbe laiiirt:
»Wo das Gesch (dei HM),- zmd Landcrvrrratd) die Wahl zwischen Zuchthaus Und Frsriiiigdlmsi grimixrt, darf aiif Znäitdaus nur dann crfannt werden, Wenn festgestellt wird, das; dir ßrrifdar chundene Handlung (ius cincr rhrloscn Gesinnung entsprixrxgrxr ist.«
Es critipaxm sic!) ziigleich iiber den JZ1l)11[kd1kstÖ Paragraphen eine längrrc Debatte, iii welchcr drr Arg. v. Vrauchitsch (Gen- thin) nnd. der StaatZ- und thfiiz-Minisicr [)1', Lronhardt sich gegen die Annahme ciUcZsPrachrn, wädrrnd Abg.L«1chr fiir Bcibrhalimig drs Paragrapheii rinirat; bei dcr Adiiiimmirg wurdc J“. 77 drr KdmriiissiMLIbchi'iffr, so wir drr LaSM'scHr Antrag angrndiiimrii.
Im Z. 24 wnrden auf den Antrag des Abg. LaSkrr im ersten AWEL die Worte »imicr Hafta- grßrichrn und folgeiidcr nrurr 911311115 angenommen:
»Ist bci cinem Vcrgchsn Gcldßrafe allein oder an crficr Stelle, oder wahlweise nelirii Haft angedroht, so kann die Grldstrafe in Haft unigrwandrlt wcrden, wenn die erkanntcStrafe nicht den Betrag Von 200 Thlrn. nnd die an ihre Stelle treirnde Freiheitsstrafe nicht die DÜULTFVOY sechs Wochen iibcrstrigt.«
§J.20-47 wurden mit einigrn, größtentheils redaktionrücn
Aenderungrn cbrnfakls angenommen. Hinter Z. 47 beantragte Abg. Liiskcr folgenden neuen Paragraphen:
»Wahrhciiögcirrue Berichte über Verhandlungen eines Landtages oder einer Kammer eines zum Norddeutschen Bunde gehörigen Staatrs bleibrn von jrder Verantwdrilichkrit freia
Auch dieser Antrag wurde ohne Debatte angenommen,“ deSglrichrn die W. 48 - 76 mit rinigrn unwesentlichrii Aenderungen,
Womit dcr ersie Thril dcs Strafgesrßbuchs erledigt war.
Die SiHUng wurde hierauf vertagt. Schluß 4 Uhr. -
*- Die heutige (HZ,) Pleimrsißung des Reichstages des Norddeutschen Bundes wurde vom Präsidenten Dr. Simson Um ]0'7 Uhr eröffnet.
Von den Bevollmächtigten zum Bundesrathe dcs Nord- deutscher Brindcs waren anwesend: drr Bundeskarizler Graf von Vißiimrck- Schönhausen, dcr Staais- und Iustiz-Minister ])r, Leonhardt, der Präsident des Bundeskmizler-Aints, Staaxs- Munstrr Drlbriiik, der Gcneral-Lieutenant und Direktor des A(lgcmrincn Kricgédepartements von Podbielßki, der Präsident des Vundrs-Ober-Handeisgrrichis ])1'. Pape, der Ministerial- Dlrcktdr, L*Hlkklichc Geyeltric chalionKRafh von Philipäbdrn, der Miirisirr1111=Dirrkkor, Ober-Bau-Dircktdr Wrißhaupt, der Koniglicj; _saiystsch Gesandte Freiherr von Körmcriy, dcr Köuiglich sachsixschr Gedrmic JusTiz-Rath Klemm, der Königlich sächsische Geheimr RrgrrrriiigI-Raih Schmalz, drr Großhrrzogxich mecklcii- burgischc *Staais-Miniiicr WU Biilow , drr Großßerzdglicii oldrtiburgisäye Staats-Raih Brirxidlß, dcr Herzoglicj) brann- schwrig-liitieburgisch Miniftrrrrfident Gchrimrath Or. Lirbe, der Herzoalxck), sachsen-mriningiWe Wirkliche Geheime Rail) und Staats-Miriifter FrriHrrr von Krosigk, drr Ministrrresidriir der frrirn und Hansestadt Lübeck [)1'. Krüger und die 'Biiiich-
kdmnnssarr, Präsidrnt ])r. Friedberg, Grhrimcr Adrriiraliiäts- Math Jacobs mid Grhcimer chirrrng-Nnih vori PUtTkWWr.
_ Dxii crsirn Grgrnsrand dcr hrutigrii Tagesordiiung dildrir die erste Brrgihrmg Über deri Gcichntwurf, betrcfi'riid dic St.Gdtthards-Baizn. (S. dcn Worilant drssrlbcn nebst Motiven m der heiitigcn Brilagr.)
' Nac!) cirilriirndcn Erläuterungen ch Briiidcslicridllmäch- tigten, StML-Ministrrs Delbrück“, [*ctixriliairn sich (“111 drr De- batte dir; 531.1«99. 1), Sydrl, ». Vrnda 1:11d [)1'.Frirdriit[)111. Die zirvrrte 2»rraihn_;ig ch Grsrizeniwriris wird deiiixiächft crfdlgen. " Dcr Rririxsiag irak hirraiif wirdrr in die dritte Vrrathimg Ukrr den Entwurf eines Straigrirßbiicds fiir dcii Norddciitschcn Burid mii Grundsdrr Zasmnmrnsteliung mit den bei der zwritcii Brrathimg im Plenum des Reichstages über denselben gefaßtrii Brscvliisscn.
Die Debatte begann mit: Zweiter Theil. Von den ein- zrlrzrn Verbrechen, Vorgehen und Uebertretungcn Und deren BritrÄiqug. D§.sé78ffund folgende. 1“
n er 1 u ion bethrili ten i die Ab .von Kardo
von Luck, [)]: Argidi, LaSker. g ck gg rff,
„ Der Bundeskanzler Graf klarte:
Wynn ich heute wiederum das Wort ergreife, meine .Herren, so is? es *in dem Gefühl, daß von Ihrer bevorstehenden Abstimmung vorzugsweise da's Schicksal der ganzen Verhandlungen der dritten Lefima, das Schicksal der Arbeit, in der wir begriffen find, abhängt, mid 1ch erlaube rim, Sie zu bitten, fich zu vergegenwärtigen, wie diese S_ißupg fich -;-_viellricht nicht heute, wo unser Urtheil nicht ein voll- standig kaltblutigcs ist, -- aber vielleicht im Rückblick des künftigen.
von Bismarck Schönhausen er-
Werk, an dcm wir arbeiten, U St-indc eko ' nicht. Kommt xs niclit zu Staizidr, meine “(Ferretxéesß Ist“ undermerdirch, daß diese friWidare, rnhmrriéxr Siyung mitcin 5 klaiige'schltcßt, und mit einen": RiicksMiite, * rincmMißklanémp es Ut ]a, gaiiz Unmöglicky, bei dem Sä,)[uß drr Sißung iibcr HW lagewwie die Regierungen sir aufsaffcii, xu ski,)wciqcn," cs irilZT unmogltij), (tri dem besten WiUrn drrsöiMlitF) zii bleich r d Vrrabschicdung diescr“? Reich:?!agrs rinrn po
- - 1 v .- lerntschrnkkb1r1 , . Wisicn Appell ““ “WU cinen mrmrHcrrcn, dcn firinrn
an dirWah1rn gänzlicirfrrn zu haltrii. Wenn Si-
" , Raimi, drrxctzt 110ch drnBrchcr vondchü' trennt, der „21611 U Unendlich crwcitern kann, *“ ivrlclicn drfrtrdigrndrn Schliiß diescr
“'i k) glücklich 111 W . x _ «Zintng aden wir, 113.91 “ Lmstixngcn, ;dricsxc Brrdiriistc habm Sir sich selbst für dieWQUZro Drulscié-iniidrs rrirdrbcii, indrm Sic dirsrs “U“ samrn rmhmilrcdrn Strafrechts-
, , IWW" Werk cines „ .-
. , dicse mc dagcwrsrne Eksch1111Z11111kk
deutsdxzrii pdlciischrii Leden, - .g, K
' _ begonnen und voUrnd-ct lab. - dir Urigririjilxit dcr BOUMÖUXU drm :.iä'clistrU Jahre)iiixd27ki111-deiinl“ x()LZCrU rtbcrlaffrii! Dis Vrrirr'isimig auf die Ziikimft, dxie/chrz? Ldg.'_LaIicr mrs grsirxxi grgrdrn Hai, an deren Brdrutnnq snd «,k Ölyelsrl iii crhrblicix-cm Maße gc1icnd geworden. “Sch“ W diric Zweifel nur 111611611. Was man im Augenblich a a schlagen, bringt keine Ewigirif zuriick! Wir «chen rirucn WW ciitgrgcn. Wenn der Herr Ylbgcdrdii. Liisfcr sagt, die IirqieriFdl* seien vrrpflirötct, das was hier dereindart ist, als dir (Hruiidla-„ng brtrachtcn, vdn der sie das tiächsic Mal ausgehen miiffen, so MY] n„tcki, 015 das zutrcffriid srin wird, ich Miß nicht, ob dicsclchW soi111chkcttciz in den Ra'gici'ungrn noch an der Strlle scin Wrid-n Wir find ]a .Alle dcm Wechsel des Schicksals xunierworfcn' M* wenn das auch “wäre, wäre es nicht möglich, das: *die 91 gieruiigrn nord einmal Versuchen, daSjrnigc, Wäs fie “ a:s_ ihre ersie Vorlage vorgelegt haben, bei einem veränderten Reichstage Wirdcrirm durchzubringcn? Es wiirden doch "Jakil'sÖLjrtl' dine Regirrungsrn die Opfer, die sie LVM im Streben nach riiierVa. iiandtgung niit Ihnen und in der Icrcitwilligfcit, dicscm verdicmi vdllrn Reichsragc auch die Krone dicses grdßcn Vrrdicnstcs noch 1 g'önnrn und sie mit ihm zu tdeilrn, gebracht haben, 11th als déßij. tweEnTsagung „ihrer Urdrrzciigmig herriichtcn wollen, Worm dchejazs. tag fir pcrsrhmaht und nicht angenommen hat. Es könnte fich 1111 der Reichstag aizdcrs grsialtrii. Dic konserdatichartci, dic, WicSie 1V11skn,ßch niir mri Widerstrcbrn dirsrmKompromiß fiiqt, könnte erhebliq wachsen, konnte einen drdrutrndcren Einstuß ilirer Parkrimeinung aiif das Gesaximiircsultat beanspruchen, als jetzt“ der Jali ist. Wir ziehst), meine Herren, nach Yi'ögliäykcit dir Diagonalr drr Kräfte 11: tyatsachlich vorhanden sind,“ wird die cincK'raft größer, dann bekoémm dic Ytiigonglr einc cindrrc RÜÖUMJ. Es könnten “auch auf der ande- ren SUN" diz" Elrmentc sicb ändrrn, cs könntr'n in der Qusammen- scßung dcr-librralen Partei jvcitrr gehende Mcimchn dir“ Oberhand erhalten, die es den Regierungen als Pflicht rrschrincn ließen, cinß- ivcilcn nur das Erriingcnc zu wahrrii, sich auf die Defen- sive zu srßcn, auf die writers Lliisbildung JU dcriiäxtcn mid uiiter 'solchen Umständen, untrr soichrn Einflüssen, wxc fir xcyt "„irht' obwaltcn, Mit einem Parlament, mit dcmVW YR;idlkkLYcrstkIp?lgjll1zxx die Regierungen Weit iibcr 'die ihnen zu1ä111 xc: rrn ice 1111 iisv"i 1'i ' ' * * " d' LMM ZU crßrcFJr-n. , (: ringen riinti, cine solche Brrstamrgung _Jcl) will 111cht "Ln Konjcktxtralpdlitik drrialixii, dir mis ai: dcr Brrsxr'indigimg 111 riixikigrn ÉL'LVÜJUUI Jimdorii köiixitrn,“ das alles iicqt im Srdddßcdcr Zuriiiifi. _ Wir [)xibcn nur fiir die Grgrmdari zu sprechen, und dabei, jiieii-ie HLU'OW ist 11ichi heute der Raum, dcr uns ti'rimt, „UNO csrhrblicl) sidiimirr «ls gestern? Grsicrn standen bridr *Sriir'n, ftir idrc Prinzipiri: brziiglirh der Todesstrafe rm, Y_zrmzirirn, Weiche fiir Mdiiich dcn Werth LiUkÖ 1'r1iqiösen (H1aubrns ich,) drr riiirir “wir UM) drr axidrrrn Sritc hin zii haben Jitczirii." Ucbrr dirse P(riiizipirn bai drr Rrirhßiag grstrrn in sciner „ :axdriiac cnisckUcdrir „iii) kimi! mir nicht denken, MCiM-Srkkim das; Sie damits aus'grdrn wollrn, dicse prinxidirür EnisQÜidimg drr Kdrprrixdrrft, *r-rr Sir angrdörrn, mit iméirtri'ialirrcn 9111111111- mrnis :.»1_]r_drrii xirnrii Paragrapdrn wicdrriim aiiiiifcrhtcn Bei sdlr1;.rii: . Grdizciiisgrmge würde:: Wir mir zu Ende kdxiimcn, wi'zin VU'Ü'UCW formal berechtigt an irgend riiicin Paragiiiphkn da:? rptsrlyicdrn'e Prinzip von Neuem in Frage qesirllt wird- Wril dtrllrtrht rirMaxdrixätzahl sic!) augcnblicklirl) “cinem iibcrzäblcndcii Auge gunstigcr odcr uiiziüiistigcr stellt. Dirsas Prinzip isi entschieden ivdrdrn mri emrr Maxoriir'it, die ihrem innrrcn Werthe nach eine be-. deuieDndcre ifi, ales sir fill) außrrlich ihrer Ziffer nach dargestellt bat. «(ilf' de_r Seitz: der Minorität «- Vrrgrffcn Sie das nicht - |M" aklc Die]rntge'n_, die den Norddeutschen Bund iiberhaupt ncgircn, die
ihn nicht woacn. and den Norddeutschen Bund hier
drr sonstigen Möglichkeiten dicxrr Sac'yr und 1111 ihrer
Meine Hrrrcn, neqirt denn niem Unter Uns'YES smd Elemente vorhanden, die tbcils nach ihrer natio- nalen, theils nach lhkt'k politischen Urberzeugung, die sie“ offen «Mug und oft genug bier Fundgegebrn haben, dariibcr gar keinen Zivcifelgk' lass-xn haben; Und ist denn das nicht wahr, daß Sie, meine Hern!" von der iiattonal-librralrn Partei, alle diese Elemente gestern anf Ihrer S_cttc „gedopt haben? Wir l,)aben die Herren aus Polen n0ck me so zahlreich hwrgcschcn; sie sind hergekommen, um Ihnen, wenn sie konnten, zuin Siege zu Verhclfen. Ich will nicht persönlich MM und Andrrc nicht berühren, ziehen Sie aber diess Elements, die den NorddeutichrnBuiid, die das monarcbischrDeutschland nach ihrer beßkn Ueberzeuglnng nrgiren, 91), dann, meine .Herren, wird unsere Majori- tät verhaltntßwaßtg'ßarkrr und geivichttger, als die Ziffeki durch 'GyTilIcreficlele-YUÖUU tft, denn jene Elemente können Sie fich nicht 3"
Jahres gestalten wird in ihrem Abschluß , je nachdem daéi
„Heute trennt uns ein Prinzipienstreii nieht mehr in dem MUM daß unsere augenblicklichen Gegner auf Ihrer Seite noch ein wirkliches
“nne
chcrs
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; ' 1 ver echten, nachdem das Hauptprinzip auch, in Ihrem [tbarkéerlkZz xnnchfme, gestern entschieden ist. Sie sagen ]cßt: frine „“ **“ rafen! Dann müffen Sie aber,auch fiir den poli- [„When YUkesft „ „- . „ , ' ““Mord die Todesstrafe „akusichließxn, denn Sie iiiuffrn auch bci ÖchNordk, sobald er die politische Meinungsvcrschicdcnheit des Ver- mit dcm Monarchen „zum leßten Grunde hai,- zugeben„“ daß [irisches Verbrechen ist, und wer aus politisahcn Grunden ,iordct, der ist dann nicht so strafbar, als der _aus Gründen seinen . Kammerdiener ermordet. Dieser sequcnz können Sie sik!) tUch_t cntzirhen, Wenn _Sie _dr11__Saß 1xxzfjjvrcii Wollten, daß rs iiir politische Vcrdrcchcn gar keine Todesstrafe r, sdrl -... Wohl aber 1ind unsere Regierungen in dcr Nothwcn- ben't ein Prinzip zu vertreten, über das Sie nicht hinauszugehrn gkekörnx es ist dasselbe Prinzip, Welches in jeder konstitutwnellrn "Ya mm -- in der preußische». Verfassung in den) Z. 43 ,-- gegeben Ür'djc Person des Königs ist unverleßlich. Worin, nieme Herren- Ü denn diese Grundlage der konstitutionellen Moriarchien beäehen, nn der König mtr denselben Schutz hat, den, [oder Andere hqt? e-ncUnvcrlcßliihkeit ist offenbar eme bcsonderexcinc a'usnahmswcisc, ekcdarf cines ausnahmsweisen Schutzes. Die Regieruiigrn haben eUebcrchgUUI gehabt, daß fir bier aii der feinen Grenzlinie stehen, edas konstitutionrll - iiionarchische Prinzip von dem rcpublrfamsckzen ' t. teJYeFkbe mich dieses Eindrucks nicht erwchrcn könfjnen, als ein Rcdnrr, r nach seinem eigenen Zcugnißx ein warmrrt-Anhangrr unserer natio- [,en Entwickelung und des prcußiichmxStaath tft, gester n den Monarchex jhren1SchUße empfahl, sich der Erwerbung, derselben Populariiat bxfjgißigen, dic unserm Verchrtcit irnd verewigtcanUrgcn Waldrck ,x jedem Attentat seiner Zridgcschußt (Zak, -_ meme Herren, darin rmag ich doch ein 1110narck1sckcs Gefuhl nicht m_chr zu erfrnnrn, eim Sie glauben, daß die Monarchie sich den gesetzlichchorzug Uzi ck11?! auf den fie, so lange 'Ar'c.-4Z der preußischen Verfassung die rundlage aller Verfassungen ist, einen, i_mdestreitbarcn Anspruch hat, fdcm Wege der pd1itischrn Popularitat rrwrrbfcn solle._ Wenn der . rige Herr Redner daraus, daß bei dem Begräfbmffr dicses unsres ider aus dieser Welt geschicdcnen Kollegen dreißtgtauirnd,Menschen dächtig zugegen waren, die Folgerung zieht, das; WWFMLS gesrß- chen Schutzes gegen politischen Mciichelmord n1cht meßrbedurfrn: -- 1a, eine .Herren, wenn, was Gott verhute, mcm) güergnadigsier-Hcrr abge- fen werdcn solltr, Sie werden mehr als dretßtgtauscnd Andachngc ver- mmclt schen. Damit aber, mcinc Herrezi, wfirde der Schuß, den der iürttrmbrrgrr Eberhard im Schoßc emos [rden Bauern fand, nicht her- ßeüt sein. Die Zcitcn, wo Bertha spann, find nicht mehr,“ _zu drn eiten, wo der Württembergrr Eberhard lebte, war es noch nicht em ntschuidigungsgrmid, Wenn Iemaiid sirgtc, ich habe gemordet,_ aber uspolitischen, aus sehr achkbarcn Grunden. Otto v. Wittelsbach, er sehr viele Milderungsgründe hatte, upd dem der heutigx Antrag er Herren Fries und Genossen ganz geiviß niildernd zur Skit? siehcn ürde, ivar und blieb vogelfrei fur Jeden und erlag demjerngcn, rirn auf der Heerstraße traf und erschlug. Und der Dtchter, nSic gern als Vertreter der modernen Ideen darselleii, konnte dem eil, noch dem Johann Paricida gegenuber, Worte_m den Mund gen, die zu Ederbards Zeiten noch wahr ivaArcn, die Vielleicht zu ch1Uers Zeiten noch wahr waren, - lesen Sie 116 nach, sie find heute icht mehr Wahr. _ _ ;
Wir haben das Brdürfniß, nichr nur einem Grundprinzip der nstitutioncllcn Monarchie unsere Huldigung zu brmgrn, derlMoii- rchie iiberhaupt, und ein Bekenntntß dcr Verchrung, die Wir em Haupte dcs (Hrsalbtcn schulchi, ,sondern, Wir haben auch as Bedürfniß, ciner Tendenz der Zcit, die sich in den lxßten Ic_ihr- hnten ganz besonders krmrbar gexiracht, entgege'n zu Wirken, cincr endenz, der man in England mit Ehrenstrafcn, 1ck glaiibc sogar mit 'kpkklicher Züchtigung entgegen zu treten versucht hat, einer Tend-nz, er wir aber bei aller Bildung, die wir haben, doch auch unterliegrn.
Darf ich Sie daran erinnern, meine .Herren- daß vdr etwa 'vier abren ein Mann, der für seinen Anspruch auf Verherriichung nichts eiter fiir sich hatte, als daß er einen Unbewaffneten von hinten ansch11ch ndmeuchlirigsaufihr1schoß, in seinem Leichnam nchb dersGc-genstand von dvationen wurde von Seiten von Frauen, die' ihrer außernStcllung Ick dcn gebildeten Ständen angehörten. Darm ltrgt „cine krankhafte lckung, der wir keine Aufmunterung dadurch zu Tbetk werdcnlaffen "NUM- daß wir den politischen Mord als etwas Entschuldbares dar- ellen. Der gestrige Herr Redner hätte sagen könnrn, das; ja auch 0ch heutzutage jeder Norddeutsche Brindesiürft fast m dxrselbcn „Lage |Wie Eberhard der Greiner. Ich habe nie gehört von trgrnd cinem lttentat auf einen Norddeutschen Vundrsfürften, mit alleiniger Aus- ahme des Königs von Preußen, und dicser Unterschied, der arm liegt, daß gerade an den Mächtigen fich „der Mord macht,
!kd fill) Vielleicht in Zukunft noch schärfer auspragrn. Die Frage 'N W also praktisch fast genau auf die Frage zu; soll Jriiiand in ",kUUft berechtigt sein, auf den König von Preußen nieuciilmgs zu Mk?"- ohne daß er schon durch den bloßen Versuch sem Leben ver-
Das wird die Frage icin, die wir praktisch zuheantivorten haben,“ b.“ Das hinaus glaube ich nicht, daß irgend ein Vorqul ko_mmen ,'lrd- Wo die Frage praktisch wcrden soljic. Nun, n_1__ctiie „He„rrrn, teßen Sie diese Frage, Wenn wir das Institut des. Plcbiszits_ hatten, "U) dUs prcußischc Volk beantworten, so würde 1ch denjAquall der ",alorität in keiner Weise zweifelhaft halten; Iedcrmgmi Wird sich fager), irivolicn dergleichen Attentate verhindern, wie _1v1r kÖnnrn, und Wir 'Wndern fie mit größerer Wal):'schrinlickr1t, mdrm .Wir quel) dcn eksuch mit dem Tode bedrohen. Denken Sie sich in die Stimmung mes solchen Mannes, soweit es Psi)choldgi1ch möglich 1st', der in str- er Erregmxg durch pdliiiscbrn Fanatisiims und durch Eitelkeit dahin
ein 1)? " König ern bsÜÖNJM
ist die Furcht, es könne mißlingen; für den Fal], daß es gelingt, ist er entschloffcn, sein Leben daran zu seßen,“ wenn es thin gelingt, darm hat „er die Entschädigung, daß das, wofür er sein Leben opfxrn _wril, MUM ift. Aber das Gefühl, was ihn beschleicht, wenn er 11ch mgrn muß, daß es mißlingcn kann und die Todesstrafe ihm doch droht, ist ein anderes, als wenn er fich sagen kann, mißlingt es, gut, dann idirß du .cmgespcrrt, der nächste befreit dia) vielleicht, wie lange kann das dquern? _ wenn aiich dqs mißlungcnc Attentat mit dem Tode bestraft MWF!) kann das Vlcaclcht Manchen zurückschrcckrn und, meine Hrrrrn, eme solche SchandthaH die viellricht brvyrftéindr, unacschchrn ZU machen, wir wurden dann doch mit einem anderen Gefühle in di.: Zukunft scher), als wenn vielleicht, bald nachdem Sie einen anderm: Beschluß gefaßt und die Regierunien ihm zuxxrstimmt hätten, was Gott ver- ?Üten möge, ein solches thteirtat Vor fick) qinge. Ein cher würde fich ragen, Welches Maß von moralischer Vcrautwortlichkrit trägst Du allenfalls daran? Die Regierungen habcn geglaubt, diese Verantwortlichfcit niclzt tragen zu sollen. Meine Herren! Ich erncucre die dringende Bitte, gcbrn Sie die- sem erstgeborencn Reichstage, wie ich ihn gestern nannte, den glänzen- den Abschluß, der uns bevorsteht, Wenn wir diescs große Werk voll- endct', schlagen Sie ein in die Hand, die heute die Rrgicrnngrn, weit vorgebeugt, Ihnen cntgegenrrichen, stoßen Sic fie nicht zmüci. Der Antrag des Abg. von Luck, den §.78 der Regierungs- vorlage: ' Wer es unternimmt, cinen Bundesfiirften zu tödtcn, gefangrir zu nehmen, in Feindes Gewalt zu liefern oder zur Regierung unfahig zu machen, wird wegen Hochwerratds mit dem Tode bestraft. wieder herzusteüen, wurde abgelehnt. G Der Abäiidcrungs-Antragé der Abgg- von Kardorff und enoffen: Z. 78. Der Mord und der Versuch des Mordes, rrclckicr an dem Bundcsoberhaupte oder dem eigenen Lanchherrn, oder währenddes Aufenthaltes in einem Bundesstaate an dem Landesherrn dieses Staates Vrrübt worden find, Werden mit dem Tode bestraft, Z., 79. Wer außer dem Falle des Z. 78 es unternimmt 2c. (J. 78 der Reichs- tagsbeschlüffe). , ' , _ ) wurde hierauf 111 namentlicher Abstimmung rnit 128 gegen 107 Stimmen angenommen, " , Die §§. 80-84 wurden nach den Beschlussen, drr zweiteir Berathuiig, ebenso der Z. 85 bei namentlicher Abstimmung niit 138 gegen 92 Stimmen angenmmncn. Z. 86 wurde ohne De-
batte angenommen. (Schluß des Blattes.)
-- Laut eingegangenem Telegramm ist S. M. ;Dampf- Kanonenboot :Delphina am 23. 11]. von Cadiz; in See
gegangen.
«- Das xMarine- Verordnungsblatta veröffentlickyi eine AllerhöchsteKiibinetsordrr, welche bestimmt, daß die noch m der Liste der Kriegsschiffe und Fahrzeuge figurirendcn, aus der ersten Entwickelungs-Periode der Marine hcrsianimrndcn R u d er- Kan on en-Sch alu Ppen und Ioklen axis die'ser Liste zu streichen sind und das Marine-Ministerium fur eine anderwertegn- gemeffene Verwendung, dieser Fahrzeuge, sowre des zugehörigen Jnveuiars und Materials Sorge zu, tragen hat.
Kiel , 23. Mai. (Kiel. Cor.) S. M. Daiiipfkanonrnboot »Kometa ist heute von Grestemünde rmch Fredrickshavnm See gegangen und wird von dort aus die Pqnzerfregatten x_Kron- prinz-c und »Fricdrich Kar1«,wclche voraussichtlich m dcii nachsten TagenZVon hier ab chen werden, bis En land begleiten und
sodann wieder auf eine Station in der _ordsre zurückkehren. S. M. Dampfkanonenboot »Ci)kldp« begleitet die beiden Pan- erfregatten behufs Peileir des _Fahrwaffrrs bis Skagen und Lehrt dann wieder nach Kiel zuriick.
Ems, 22. Mai. Der Großherzog von Sachsen- Weimar traf gestern hier ein und wmrde V'OU' dem Kaiser von Rußland und dem Großfürsten _Wxadimir rmpfangcn. Den Rückweg wird Se. Königliche Hoheit uber Dus1rlddrf neh- men, um seinen erkrankten Sohn, den Erbgroßherzog, zu be- suchen. , f ' '
Niccklenburg. Schwerin, 2,3„Mm. DicGrdßhcrzog- lichen Herrschaften verweilen zur Zeit in Florenz, wo ste am 15. d. M. von Rom eingetroffen sind, , , '
Sachsen. Dresden, 23.Mai, Dic Kronprinzessin ist heute früh halb 5 Uhr nach Marienbad abgereist. „
Weimar, 23. Mai. Gestern Nachmittag uin „?.Uhr ist der außerordentliche Landtag im Namen des Großherzogs durch eine aus dem Staats-Ministcr von'WaHddrf, Geheimeraih Thon und Geheimen Staatsrath Stichling [.WÜCHCUÖNL'KJUUUÜ- sion eröffnet worden. Nach der vcrlesrnrii Propoiitidiisschrifi find die wichtigsten V0rlagen,miiwelchen suv dcrsribc zii deschaf- tigen hat: der Entwurf einer Synodaldrdmmg, die Ministerial-
'kbracht Wird, ctrvas Derartiges zu versuchen. Was ihn Ubschk§chki
dekrete wegen Erbauung der Saalbahn, dcr Saai-Unstruibahn,
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