zog Ihre Majestät die anwesenden Damen in ein Gespräch, während dessen der AÜerhöchfte thegsherr vor dem Bahnhofs- gebäude die Ehren-Compagnie der_rltren ließ. Nach dem Ab- rücken der Ehrenwache wurden dre Wagen bestiegen, worauf sich der Zug in Bewegung seßte,_ der durch 2 Gendarmen, den Kommandanten, den Poltzer-Präsidenten ' und eme halbe Excadron Kürassiere eröffnet wurde. Zu berden Sexten der vierspännigen Hofequipage mit Ihren Majejtaten mixen wei Offiziere, hinter dem Kaiserlichen Gefährt wrederum eme halbe Eandron Kürassrere. An dem großen, am Emganae zur Klapperwiefe errichteten Triumphbogen machte der _Kaxferlnhe Wagen Halt; hier hielt der Ober-Bürgermeister Selke erne(bere.1ts mitgetheilte) längere, Stadtverordneten:Vorsteher„Weller eme kürzere VegrüßungSansprache, und nachdem steh der Zug abermals in ewegung geseßt hatte, htelt, er noch einmal in der Bahnhofsstraße an' der Trrbime der Ehrenjungfrauen, wo Fr1. Riesen em Gedreht vortrag und zwei andere Damen Kranz und Blumenstrauß. Über- reichten. Die lebenden Gruppen der Übrrgen FUJI?" Damen erregten das besondere Intereffe der Ma1estaten, und in huldvollstrr Weise gaben Dieselben Ihrer ' hohen Be- friedigung über das Arrangement Aquruck. Der Emzng durch die Vorstadt, an der neuen Börse vorher durch dre Knerphöfsche Langga e nach dem Königlichen Schlosse nxar wre ern Trmmphzug. Der IU el der Volksmassen wollte kern Ende nehmen und steigerte sich noch, als kaum eine Stnnde nack) dem Eintreffen auf dem Schlosse Beide Majestäten dre Fahrt nach deanarade- felde antraten. Am Demmer Gehöft ft1eg Se.,Ma1estät zu Pferde. AUe Regimenter spielten dernPräsenttrmarsch und donnerndes dreifaches Hurrah erfüÜte dre Luft. Zunächst _die am rechten Flügel der Parade anfgestellten Kriegervereme besichtigend, ritt Se. Majestät dre Fronten ah, jeden Truppenrheil in militärischer Weise hegrüßend. Ihre Majestär die Kaiserin und Königin „ folgte zu Wagen der Abnahme der Parade, worauf 1ich die Regimenter und Batailwne zum ersten Vordeimarsck) ordneten. Bei diesem wurden von den Musikkapellen jene Märsche gespielt, welche auf die historische Vergangenheit der einzelnen Truppentheile Bezug haben. Beim zweiten Vorbeimarsch führte Se. Majestät der Keiser und König das ehemalige GrenadierMegimenf „Kronprinz“, das jehige Gre:-1ndier-NegimentKönig Friedrich 11]. 1. Ostpreußische-Z) Nr. 1 der Kaiserin und Königin vor. Die
orbeimärsche gelangen gut und Se. Majestät sprach sowohl dem kommendirenden General (1121 auch dem diexParade befehligenden General-Lieutenant von Werder, Commandeur der 1. Division, Seine besondere Befriedigung aus. Nach Be- endigung der Parade rittSe. Majestät zur Fahnen:Compagnie, setzte Sich an die Spiße derselben nnd ritt so zur Sjadt zurück, wiederum von unendlichem Iubel der Bevölkerung empfangen und begleitet.
Nachmittags unternahmen Ihre Majestäten noch eine kurze Ausfahrt.
Da?- große Diner im Moskowitersaale nahm gegen 61/4 Uhrseinen Anfang und erreichte gegen 71/2 Uhr sein Ende. Se. Majestät der Kaiser und König saß zur Rechten AÜerhöchftseiner Gemahlin, dann folgte der Oher=Burggraf des Königreichs Preußen, General-Adjutanr und Generat der KavaÜerie Graf von Lehndorff, diesem die Ober- Hofmeisterin Ihrer Majestät Gräfin von Vrockdorf, dann Graf Waldersee und die Hofdame Gräfin von der Schulenburg. Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin zur Linken hatte der Kanzler des Königreichs Preußen von HoÜeben seinen Plaß, welchem die Hofdame Gräfin von KeUer, der Ober-Ceremonienmeister Graf zu Eulenburg und der Chef des Civilf'abinets ])1'. von Lucanus folgten. Sr. Majestät dem Kaiser und Könige Jegenüber saß Graf zu Dohna-Schlohiiten, zu dessen Linken der Oher-Präsident von Schlieckmann und neben diesem der Vorsitzende des. Provinzial- Landtages Graf zu Eulenburg-Vraffen; Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin gegenüber hatte der komman= drrende General des 1. Armee-Corps, General der Infanterie Bronsart von Schellendorff Plah genommen, zu deffen Rechten der General der Kavaklerie Graf von der Groehen. Die Tafelmunk steÜte das Grenadier:Regi1m11t König Friedrich 11]. (1. Ostpreußisches) Nr. 1 (Dirigent: Ziehn).
' Gegen Ende der Tafel erhob Sich Se. Majestät der Kaefer und König zu fo[gender Ansprache:
.Es war schon längst die Absicht der Kaiserin und die Meinige, hierher zu kommen, um die Provinz zu begrüßen. Ich freue Mich deshalb um so mehr, daß Ick) 1th die Gelegenheit habe, Sie hier zu sehen. Seien Sie Mir AÜe herzlich wiUkommen in diesen Räumen, die schon Manches von unserer (Geschichte gesehen haben und dumm erzählen können. Für Uns Könige von Preußen ist diese Pro- vinz Ven ganz besonderer Wichtigkeit, nnd cs zieht [1115 ganz besonders hierher na-Fd der alten Skadt Könihsbcrg. Ist doch hier dke Wiege des Königthums Preußen, stammt doch die Erhebung und dre Wiedererstarkung des niederheworfenen Vaterlandes von hier; sind doch hier die Tugenden aushaltender Treue, der Hoffnung auf bessere ZUKU- des Festhaltens in der Liebe zu dem angestammten Königshause köstlieh erblüht. Ick) für Meine Person hänge ganz besonders an der Provinz, denn viele ihrer Söhne sah Ich; in Meinem militärischen LWL!) b?be Jch fie unter Mir in den verschiedensten Kommando- vkrbékltnlffen gehabt. Tüchtihere Soldaten habe Ich selten gesehen, tuchttgere Männer auch in höheren Sthungen nick.t gefunden. Die Provinz M nach Meiner Ueberzeugung die Säule des Vaterlandes, eme Quelle für die Entwickelung des Königreichs Preußen. Die große [dejrkbsäthick/e Bevölkerung, die hier in dieser Provinz ihre strebsamen Arbeiten und ihr förderlichcs Wirken voUzieht, ist der Boden, aus dem Wir Unsere Kraft schöpfen, und Ich halte es für Meine, dcs KÖMJS von Preußen, bedeutsameZPfticht, dafür zu sorgen, daß für _diese Landbevölkerung gesorgt und daß sie gestärkt UUd erhalten werde, Das werde Ich thun, so lange Ick) regiere. Ick) erhebe Mein Glas und trinke auf die Wohlfahrt und das Gedeihen der Provinz Ostpreußen. Möge sie fortschreitend fich heben und möge fie fortschreitend blühen. Möge fie verschont bleiben Von Krieg und Kriegeßzeiten. S:)[lte es aber nach Gottes Rathschluß Mir auferlegt sein, Mich Meiner Haut zu wehren und Meine Landeßgrenzen zu vertheidigen, so wird Ostpreußens Schwert nicht minder scharf dem Feinde mitspielen, wie es dies im Jahre 1870 that. Ick) erhebe Mein Glas und trinke auf das Wohl der Provinz. Sie lebe hoch, boch, boch!“
„Nach der Tafel nahmen die Aherhöchsten err a en im Kretse der Gäste noch den Kaffee ein und zohÖen HYscfhiedene anwesende Herren ins Gespräch. Der Damen-C'mpfang, wel er hterauf “ber Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin statt and, bot em glanzendes Bild ausxzewähltester Toiletten
dar. Ihre Majestät unterhielt fich aufs Huldvollfte 'mit den zum Empfang befohlenen Damen, und erst spät Abends er- reichte dieser sein Ende. €, '
Inzwhchen hatte sich der Fackelzug der Studirenden m Bewegung gesetzt und im inneren Schloßhofe Aufstellung
enommen, wo auch der „Sängerverein“ und dre „Lieder: reunde“, unter Leitung ihrer Dirigenten Schwalm undRakemann, dem Erlauchten Kaiserpaare eine Serenade darbrachten. Der Sprecher der Studirenden der Albertina brachte Ihren Majestäten, als Allerhöchstdieselben am Fenster erschienen, ein Hoch aus, m welches die Kommilitonen lebhaft dreimal einstimmten. Wieder- holt verneigten Sich die Allerhöchsten Herrschaften dankend gegen die Studentensckzaft; Se. Majestät der Kaiser und Könrg beschied eine Deputation derselben zu Sich und unterhtelt Sich aufs Leutseligste mit den einzelnen Mitgliedern. Ebenso hatte auch der „Sängerverein“ die Ehre, in den Gemächern Ihrer Majestäten noch einige Lieder vortragen zu dürfen.
_ Donnerstag, den 15. Mai. Am heutigen Vormittage war schon in al1er Frühe die Bevölkerung Königsberger auf den Beinen, um Zeuge der Fahrt Ihrer Majestäten zum Feld: gottesdéenst auf Herzoaé-acker zu sein. Die Abfahrt do_rthm erfolgte kurz vor 11 Uhr und brausenhe Iubelrufe beglerteten die AÜerhöchsten Herrschaften Auf HerzogL-acker war für ,die Kaiserlichen Majestäten ein Zelt, auf welchem die Kaiserlrche Standarte wehte, errichtet. or diesem befand sich der Feld: altar, an dem zur Rechten und Linken die Fa nen und Standarten Aufstellung gefunden hatten. Hinter _dem Kaiserzelte, mit dem Rücken gegen die Defensionska1erne Kronprinz, standen links das Grenqdier-Regiment König Friedrich 111, rechts dae (Hrenadier-Regrment König Friedrrch Wilhelm 1. In der rechten FLanke hatte das Infanterie- Regiment Herzog Karl, in der linken das Fuß-Artillerie: Regiment von Linger Aufsteklung genommen, während ,mit der Front gegen das Kaiserzeit links die Feld-ArtillerieMegi- menter Prinz August und Nr. 16 sowie das Train=Bataillon und rechts das Kiirassier-Reniment Graf Wrangel sowie das Pionier-Batailxon Fürst Radziwiü postirt waren. Die Majefxäten wurden auf Herzogeacker von den Generalen und Spitzen der Behörden ehrfurchteZvol] empfangen und in das Kaiserzelt geleitet, worauf der Chor des Grenadier-Regiments König Friedrich 11]. die Hymne: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ anstimmte. Anwesend waren von der Geistlich: keir; der Feldpropst 1). Richter, der Militär-OberpfarrerThiel, derDivisio11I:PfarrerRungeundderkatholischeDivisionS-Pfarrer. Der Gottesdienst wurde durch das Lxed: „Ach wundergroßer Siegesheld“ eingeleitet, worauf Militär-Oherpfarrer Thiel die Liturgie hielt. Dieser folgte weitere Choralmusik (die Musik: kapeÜen standen rechts und links hinter dem Altar) und dann die Predigt, gehalten vom Feldproyst 1). Richter über Apostelgeschichre 1, 10-12. Der Oberpfarrer sprach hierauf das Kirchengehet und das Vaterunser, und der Feldpropst den Segen. Den Schluß der Feier bildete der Choral:„Nun danket Ahe Gott“. Beide- Kaiserkichen Majestäten dankten dem Feldpropst huldreichst und zogen ihn in ein längeresGespräck). Auch der Militär = Oberpfarrer und der evangelische und katholische Divisions:Pfarrer wurden gnädigst begrüßt. Hierauf schritt Se. Majestät die Fronten ah, worauf Parademarsck) erfolgte. Die katholischer: Soldaten hatten einem Pontifikal: amte beigewohnt, welches der Bischof von Ermeland celebrirte.
Nach beendigtem Gottesdienst begaben Sich Ihre Majestäten zum Ober-Prösidenten von Schlieckmann zum Frühstück und von dort nach kurzem Aufehthalr zur UniversitätH-IUhelfeier, welche dem 400jährigen Geburtstage des Herzog?- Albrecht, dem Stifter der Alberténa, galt. Professor Vrnß hielt die Feserde. Nach der Feier kehrten die Majestäten ins Schloß zurn .
- Ueber die Iuhelfeier in der Universität berichtet „W. T. B.“ folgendeS Nähere:
Die Aula prangte in festlichem Schmuck. Gegen 1 Uhr fuhren die Majestäten vor. Yllerhöckfftdieselben wurden von d.-m Rektor, dem Kurator und den Dekanen der Universität empfangen und unter den Klängen des Priester-Marsches aus der „Zauherflöte“ in die Au'a geleitet. Die AUerhöchsten Gäste nahmen zuerst aus Sesseln mitten in der Nala Maß, und hörten alsdann stehend den Gesang „Lobe den Herrn, meine Seele“ an._ Die Festrede hielt Professor Pruß über Herzog Albrecht und schloß mit ungefähr folgenden Worten: Der HerzogShut ging in eine Königs: krone über, die mit Demmh vom Altar des Herrn ge- nommen wurde. Die Königskrone ward zur Kaiferkrone, dargebracht für den unsterblichen Kampf und die Schöpfung des einigen Vaterlandes. Heute begrüße er in Ehrfurcht den Kaiser und König sowie die Kaiserin und Königin bei der Säkularfeier Ihres Ahnen und des Stifters der Uni- versität. Im Anblick des Bildes des Herzogs Albrechr und in dankbarer Erinnerung an die unsterblichen Verdienste des Stifters der Albertina, in der Hoffnung und in dem freudigen Vertrauen auf die Zukunft, erflehe er dcs Himmels reichsten Segen auf das Haupt des erhabenen Herrschers und AÜerhöchstdeffen hoher Gemhhlin. Der Redner verließ hieran die Tribüne. Nachdem die Majestäten sodann noch emige Zeit Sich in huldvoÜster Weise mit dem Rektor und dem Prorektor Professor Dr. Pruh unterhalten hatten, begaben Sich Allerhöchftdieselben in das festlich geschmückte Senatßzimmer, um dort die Gemälde der HohenzoÜern in Augenschein zu nehmen; besonders lange Zeit verweilte Se. Majestät vor dem Bilde, welches Se. Majestät den Kaiser Friedrich im Ornat des Keator UJZthiaeuthijus darsteÜT.
ier nahm Se. Majestät auch die Inscription des Kronprinzen mit folgenden Worten vor: „]!IZ'o (Zujlczbnux; 1m90rnt0r Rex boäjs 611um carigsimum, bereäsm 11101131'611138111 uumsrum (:jyium neaäemje0kum reasyi. DW 15 111611ng Ksédjj“. Dann verabschiedeten Sich die Allerhöchsten Herrschaften von dem Rektor Professor Bezzenberger, der in der HaÜe der Universität ein Hoch auf Se. Majestät ausbrachte, in welches das auf dem Königsgarten zahlreich anwesende Publikum enthusiastisch einstimmte.
, Ueber den weiteren Verlauf des gestrigen Tages be- richten wir weiter nach „W. T. B.“:
I re Majestäten der Kaiser und die Kaiserin fuhren Nachmrttags 4 Uhr nach Louisenwahl. Obwohl die Stunde des Besuches Vormittags noch nicht feststand, hatte sich ein sehr zahlreiches Publikum in Hufen eingefunden, welches dre Majestäten ent usiastisch begrüßte. Nach einem mertelstündigen BY- des Louisenhauses begab Sich das „Kaiserliche aar nach dem Fort Marienberg, um dte dortrgen neuen Arbeiten zu besi tigen. Alsdann be: suchten Ihre Majestäten die Kirche in udttten, die älteste des Samlandes, und wohnten daselbst dem Gottesdienste bei.
_ Abends um 7 Uhr fand bei Sr. Majestät dem Kaiser im Schloß kleine Tafel von 40 Gedecken, zu welcher der Ober- Bürgermetster, der Poltzei-Präfident, der Ober-Präsident sowie mehrere andere Herren mirEinlgdungen beehrt waren, und bei Ihrer Majestät der Karserin kleine Damentafel von 80 (Hebe enustatt. Um 91/2 Uhr war Zapfenstreich, welcher emen glanzenden Verlauf nahm. Se. Majestät der Kaiser erschten wrederholt am Fenster, stets in lebhafter Unterhaltun nut den Gästen. Der Schloßthurm strahlte in rothem on m grünem bengaltfchen Feuer, und Raketen stießen. Nach Beendtgung des“ Zapfenstretches um 101/4 Uhr erschien Ihre Ma1estät dre Karserin an der Seite 2111er öchstih4es Gemahlg ber dem Abmarsch der Musikcorps am Fen ter, von stürmischem IubeZLder YME m?) Schloßth) b;?glrüßtö rr te en ieran no 0 gen e Mitt eilun en de
„W. T. B.“ aus Königsberg: h g s
An der VdrsteÜung „vor Ihren Majestäten dem Kaiser und der Katserm (am M1ttwoch) nahmen unter Anderen Theil der Brschof von Ermland ]). Thiel, der hiesige Propst, der SteÜvertreter des General-Superintendenten, Konsistorial:Rath Pelka, Ober-Bürgermeister Selke, Bürgermeister Hoffmann, Kommerzren-Rath WeÜer, ustiz-Nath Hagen, der Polizei- Prästde'nt von Brandt, der irektor der Reichsbankhauptftelle, dre Sptßen der Provinzialbehörden, der Kanzler im König: retchPreußen von 'Holleben, LandgerichtH-Präsident Keßler, Gehermer Kommerzzetr:Rath Schr0eter, Kommerzien-Rath Nzhhaupt. Ihre Majestäten unrerhielten Sich aufs HuldvolXste rmt den Anwesenden.
, Am Mittwdch Abend begann mit dem Eintritt der Dunkel- he1t etneIllumtnation, bei welcher ein hier noch nie gesehener Gxanz entfaltet wurde. Aus al1en Fenstern strahlte Kerzenlicht. Vtele offemlrche, auch Privat-Gebäude erglänzten in kunft: rollster Gaebeleuchtung und waren herrlich dekorirt. Besonders stach eme vom Brldhamr Profeswr Reusch modeljirte Gruppe
vor der Kunst-Akademie in der Könichstraße hervor, welche Z
Se. Majestät den Kaiser von der Stadt Königsberg mit Palmen geschmückt darstethe.
Auf die beim Einzug am Mittwoch an der Ehrenpforte gehnl-tene Ansprache des _Ober-Bürgermeisters erwiderte Se. Mazestat der Knrser (nach „W. T. V.“) mit herzlichstem Dank für den freundlrchen Empfang, der ihm zu Theil geworden sei, und die Er sei ja mit Kaiser Wilhelm ]. aUch KönigHberg gewesen und wisse aus dessen wie theuer ihm . die Stadt stets gewesen sei. Sein Großvater habe rhm oft gesagt, welch' eine Wirkung die Zeit und die Erlebnisse hier im Jahre 1813 auf ihn geübt hätjen. In dieser Zeit hätten sich seine Anschauungen und Grundsätze gebildet, dreauch für seine späteren Entschließungen von'Emfluß gewesen seren. „Seien Sie versichert,“ fuhr Se. Maxestät fort, „daß auch Ich in den Bahnen Meines Groß: vaterZ wandeln werde, und daß die Stadt Königsberg in Meinem Herzen stets einen besonderen Plah einnehmen wird.“ Zum Schluß betonte Se. Majestät der Kaiser nochmals, wie wohlthuend Ihm der herzliche Empfang gewesen sei. Auch Ihre Ma1estät die Kaiserin dankte für dée soeben gehörten WWK LZD reichte dem Ober-Vürgermeister Selke die Hand Zum u.
Der kommandirende General des 1. Armee=Corps, General her Infanterte Vronsart von Schellendorff, hat am Mrttwoch folgenden Corpsbefehl erlassen:
„Se Majestät der Kaiser und König sind mit der heutigen Parade anörehmend zufrieden gewesen und haben auIdrücklich be- fohlen, sämmtlichen Mann1chaften der Truppentheile, welche an der Parade theilgenommen haben, dieses mitzulhülnr. Ich beglückwünsckze die Garnison von Königsberg und die zu derselben herangezogenen Truppenthrile zu dieser'Al-lerhöävsten AnerkenUUnq,“
Ober-Bür ermerster Selke hat folgende Bekannt- machung erla en:
„Se. Majestät der Kaiser und König haben mill) heute bei dem Empfange aus dem Königlichen Schloß in huldvokxster Weise zu beauftragen geruht, zur Kenntnis; der Bürgerschaft zu bringen, wie sehr die überaus gelungene Ausschmückung der Stadr und die Auf- steklnngen bei dem Einzuge, namentlich aber die wahrhaft herzliche Begrüßung von aÜen Seiten Allerhöchstseinem Herzen wohlgethan habe und dafür den Dank des Kaiserlichen Paares auszusprechen.“
Vom heutigen Tage liegen folgende Meldungen des „W. T. B.“ vor:
Se. Majestät der Kaiser fuhr heute Morgen 61/4 Uhr über Devau nach _ den Werken 2 und 3 und von dort nach Quednau, wo AÜerhöchstderselbe eine Festungsübung bei dem Fort Quednau persönlich leitete. Se. Majestät ließ das von ihm beseßte Fort angreifen und vertheidigte dasselbe dnrch 1chweres Gechüß. Der Sturm auf daS Fort schloß dre Uehung. Hiernach begab Sich Se. Majestät zur Hafen- Bestchtxgung nach Piklau, wo Allerhöchstderselbe um 9 Uhr 940 anten eintraf. Gleich nach der Ankunft besichtigte Se. Majestät die Land- und Seeforts. Darauf fuhr Mlerhdchstderselbe in die See hinaus, wo Torpedo- boote ständrg liegen. Ein hier vor Anker liegender ru'ssrscher Torpedo1äger salutirte Se. Majestät bei der Vor- hexfahrt. _»- Um 111/4 Uhr kehrte der Kaiser von Panu nach Kömgsberg zurück und begab Sich sofort ins Schloß. Ihre Majesiät die Kaiserin besuchte heute Morgen 9 Uhr daS Krankenhaus „Barmherzigkeit“, wohnte daselbst der Einseg- nung zweier Hiixfsschwestern bei, fuhr dann nach dem Kinder- hort, zvoselbst em achtjähriges Mädchen einen Blumenstrauß Überrerchte, und hierauf nach den Erziehung-Zanstalten.
schon in Munde,:
Heute hielt der Vundesrath eine Plenarfißung ab. Vorher tagten der Ausschuß für Handel und Verkehr und die veremtgten Ausschüsse für Iustizwesen und für Elsaß-Lothringen.
Der Kaiserliche Gesandte in Bern Wirkliche Geheime Leganons-Rath und Kammerherr von Bülow ist vom Urlaub auf seinen'Posten zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandschaft wreder übernommen.
Der Premier:Lieu_tenant Freiherr von Gravenreuth, Stellvertreter des Retchskommiffars für Ost-Afrika, ist mit Urlaub hrer angekommen. '
_ Zn den Truhpenühungen des Garde:Corps find folgende Karserlxch und Kömglrch österretchtsche Offiziere hier angekommen: der Ntttmetster von Lynyay vom Husaren:Ne iment Wil- helm 11., Deutscher Katser und König von Vreu en, Nr. 7, der Hauptmann Baron Scholler) vom 2. ArtiÜerie-Regiment und der Hnuptmann Thaddäus Graf Alberti von Poja oom Feldjäger-Bataruon Nr. 10.
soeben gehörten Worte ungefähr wie folgt: *
Der Bevollmächtigte zztm Vundeerath, 7 ürstlich schaumburg- lippesche Regierungs-Prästdent Sprrng it hrer angekommen.
Der neuernannte NYYNUULS-Affeffor von Heyking ist dem Königlichen Polizer: räftdmm zu Köln zur anshi'rlfs- Mise" B97chästigung nnd, der, neuernqnnte Negrerungs- Assessor ])r. Leidig der Kömgltchen Regterung zu Oppeln überwiesen worden.
Württemberg.
Stuttgart, 14. Mai. (St.:A. f. W.), Se. Majestät der König hat heute den neuernnnnten NegterungH-Vrasu denten von Ludwigsburg von Häberlen m Audxcnz em-
n en, ' _ pfa gSe. Majestät der König hat vermögeEntsMrehung „vhm 8. d. M. in Gemeinschaft mit Ihrer Majestat der Konrgrn zu der Erbauung des Karl:O[ga-Kranketrhayses m FriedrichShafen den Beitrag von 10000 «16. bewrlhgt.
Baden. _
Karlsruhe, 14. Mai. (Karlsr. Ztg.) Se. Königliche Hoheit der Großherzog begab s1ch gestern Mrttng . _um 121/2 Uhr nach dem Hauptbahnhof, nm Ihre Kenrglxchen Hoheiten den Kronprrnzen und dre Kironprrnzeymn von Schweden und Norweßen zu begrußen. (57:13. waren daselbst zum Empfange anwesend: Ihre Karserhche Hoheit die Vrinzessm 'thhelm . Ihre Großherzcvg- [ichen Hoheiten die Fürstm zur, Lrppe _und, dte Furstm zu Hohenlohe - Langenburg _mrt Prz'nzesstn Tochter; der Oherst-Staümeister von Holztng. der_Komgltck) yreußxnhe Gesandte von Eisendecher, 'der Katserlrch ru1s1sche GeschaxtstraZer Eichler u. A. Ihre Kömgltche Hohe1t_d1e Großherzogrn erwartete mit Höchstihren Enkeln dre nelrebteTochter rm Groß: herzoglichen Schlosse, wo auch die Herren nnd Damen rem Hofstaat versammelt waren. „ ' _ _
- Die Zweite Kammer setzte m rhrer gestrrgen'nnd heutigen Sitzung die Berathung des Ernte": des Mmrstye: riums des Innern fort und genehnngte T1t.ck11_-ckU/ und Tit. )(]K der AusZaben, sowie T1t.111-71'und T1t.1( der Außgaben nach den Vorschlägen der Konzrmsswn. Em Antrag der Abgg. von Bush und Gen., betreffend d1e Auf: besserung gering hesoldeter Ktrchendrener, wurde der Budget: kommission überwresen.
Mecklenburg-Srhweriu.
"„.-"““„ Schwerin, 14. Mai. Se. Könighehe Hoheit der Großherzog und Ihre Kniserlirhe „Hohen die Groß: herzogin sind von Cannes rn B1arr1hemgetrczffen. Se. Könighche Hoheit der Großherzog har dre Rene gut ver- tra en.
8Nach einer Bekanntmachung des Forst - Koxlegii werden mit Genehmigung des Großherzogs wegen Ueherrüklung der Dienstlausbahn der Forst:Inspekrionsheamten ,und der Revierförster in den nächsten zwei Iahre112l1p1ranten der Forstverwaltungs = Laufbahn nrcht ange- nommen.
BraunsthtUeig.
Braunschweig, 14. Mai. (W. T. B.) Der Landtag bewiÜigte einstimmig die von der Regxernng geforderten 14200 «FH für das Herzog Frredrtch - thhelm: Denkmal auf dem Schlachtfelde rmx anrtreh.ras,_ ferner 700000 «er zum Neubau einee Harmer xnr dre Frnanz- behörden.
Deutsche Kolonien.
Der in London erscheinende „Nem-York Herald“ ver- öffentlicht einen von Emin Pascha nnter deux Datnm Bagamoyo, 31. März 1890, an ])k-„„Zl!ck)lk19M „M KPW gerichteten Brief, den er seinem 1ang_1ahrtgen Ne1sehegle1ter Cassan mrtgegeben hatte. Es herßt darm: „
Da Cassati es unternommen hat, Sie ron Ahern, was Vl? se't meiner Ankunft ereignet hat, zu benachrichtigen, 19_Werdrn Ste es Verzeihen, Wenn ich mich nicht in Einzelheiten m d:e1em_Yrref ergehe- da ich Wegen der bevorstehenden Trennnng hon CANIN ?Yksköllkb njedkkgLsChlagen hin. Er ist seit 8 Jahren meln standnxer Lngletter und treUer Freund gewesen. Er wird Ihnen er;,ghlcn, wre tch, knnen aus dem Hofpitalherans, mich zwischenzxwri Parrcjenhrer hefund'en habe "_ der kUAlischen und der deutschc21_-, U11d1v1e1chtntch end- lich Entschlossen habe, den patrioriy chen, Weg cmzuschlagen und ich in meinem Entschluß bestärkf Worden hm durch etwas, was während der leßten zwei, drei Tage passrrje, als man „menten, Nennen mißbrauchte in dem Streife zwischen Stankehrnd Txppo ka. _Am 12. d. M. habe ich der Regierung ch Khedtdcn meme Enklasmng eingereicht, bis jeht aber noch kem: Antwort erhalten. Ich habe Cassati schriftlich bevoleächtigt, für mich zu handeln nnd yon der Regierung in meinem Namen mein. 8011525: Wir felt No“ vember 1882 schuldiges Gehalt einzuziehen und auch wegen meiner Pension zu verhandeln, die "tmr "naeh dem" , ,n Sudan geltenden Dienstreglement nacb „funfzehnxahrlger Tbaftgkezk zukommt. Ich bin überzeugt, daß Sie Camatr'helfen' werden, urn em Zünftiges Resultat zu erzielen. Jeb Werde cmstwetlen hier bleiben. um auf Instruktionen der Berliner Regierung zu" warren. Caffatt wird Ihnen über AUes berichten und dre (Grunde fur;memenEntschluß mittheilen. Ich weiß sehr gut, das; es eme große S_ensatwn machen wird, sobald die Nachricht, daß ich zu den De_utsäch ubergetreten bxn, bekannt wird, und Stanley wird der Erste sem, dle Leute gegen mich einzunehmen und aufzuhehen .....
Oesterreich-Ungarn.
Wien, 15. Mai. (W. T. B.) In dergefirigen Abend- sißung des AbgeordnetenhauseS vertherdtgte der Mrmfter von Zaleski die VorlageBetreffsder gaktzrschen Grund- entlastung vom Stande der B1l11gke1hund Opportunrtqt und erklärte, man dürfe die Vorlage ntcht bloß von ]urr- dischem, sondern man müsse auch dreselbe, von poltttschem und historischem Standpunkte aus beurtheüen. Das mes; bezügliche Uebereinkommen mit ,dem_ galrzrschen Landtage fer dasselbe, welches das Bürger-Mintstermmxschon projekttrt habe; man müsse jeden Kampf zwis en. Netch und Land per-
orresziren. Er empfehle deshal dre Vorlage aufs Warmste,
ei der heute fortgeseßten Berathung der Verlage nzurde m namentlicher Abstimmung der Antrag deernorttat (Yer- WeLsung der Sache anZdas ReichSgericht)_ nnr 159 gegen 139 Stun- men' abgelehnt und der Majorttatsantrag, graf dre Negterungsvor age einzugehen, an enommen. Fur „den Antrag der Minorität traten Lien acher und der Beruht- erstatter der Minorität Beer ein, während Made]s_kr und der Berichterstatter der Majorität Zerthammer dre Re- gterungsvorlage befürworteten. Das Haus begann _fodanndte 5éxsaezialdebatte und nahm schließlich das Geseh m zwerter e ung an.
_„ Adjutanten.
Der König Milan, welcher vorgestern hier eintraf, stattete heute dem Minister des Auswärtigen Grafen Kälnoky einen Besuch ab, welchen dteser erwiderte, ohne jedoch den König anzutresßen, welcher die land: und forstwirthschaftliche Ausstellung be uchte und Abends nach Belgrad abreiste.
Budapest, 14 Mar. (W. T. B.) Im Unterhause erklärte sich der Minister-Prästdent Graf Szepérry damit emverstanden, daß der von der äußersten Linken eingebrachte Antrag, betreffend dre Modifrkation des Inkolats: geseßes, herathen werde, da er auch den Schein vermeiden woÜe, als ob die Regierung einer Diskussion auszuweichen wünsche; dies Präjudiziere jedoch kemeZwegeZ die Annahme oder Ahlehmmg des EntwurfeS. Der IncolatSantrag wurde schltcßléch einem Ausschuß zur Vorberarhnng überwiesen.
Großbritannien und Irland.
London, 15. Mai. (A. C.) Die Königin stattete gestern, begleitet von dem Prinzen nnd der Prinzessin Heinrich von Battenberg, dem Baron Ferdinand von Rothschild auf'semem prächtigen Landsiße Waddesdon Manor, sieben Mellen von Aylesbury in Buckinghamshire, einen dreistün- dtgen Besuch ab. Unter den Personen, welche sich zur Begrüßnng der Khmgin in Waddesdon Manor eingefunden hatten, befanden nch dre Prinzessin Louise und Lord Rothschild, Chef des Bank- hauses R0thschild u. Söhne.
Der Marquis von Salisbury gab gestern Abend zu Ehren des Königs von Belgien ein Diner, unter dessen Thei[nehmern sich auch Graf Herbert von BiéZmarck und Mr. Stanley befanden.
„Der zum Statthalter im britischen Öst-Afrika ernannte Oberst Sir Francis de WinTon tritt nächste Woche die Rehe nach Mombasa an, um seinen neuen Posten zu j'rhernehmen. Zwei britische TffizZere begleiten ihn als
-- (W. T. B.) In der heutigen Unterhaussihung theilte der Unter-Staatsfekretär Fergusson auf eine bezüg- liche Anfrage mit: Stanley habe mit Häuptlingen im Innern Afrika? in seinem Namen Abmachungen ge- troffen, aber nicht unter der Autorität der englischen Regierung. Im östlichen Sudan herrsche noch große Unsicherheit und Noth: Ahtheilungen der Derwische heunruhigten forkwährend die dortige Gegend durch Einfälje. Die Hande1§c0mpagnie im Sudan hahe nut den Häuptlinnen vorläufige L'lhmachungen getroffen Behuss der Anpflanzung von Baumone und der Eröffnung der Handel;- strafze nach Berber. Was die Proklamation der briti1ch- ostafrikanischen (Hesellschaft vom 3. Mai angehe, so werde durchdieselbe die Sklaverei in einem gewßffen Areal des Gebietes der GefelXschast und in einem Umkreire von 3th Meilen verboten. Die Proklamation berühre jedoch mcht die Sklavrrei, wie sie jeßt bestehe.
*- 16. Mai. (W. T. B.) Das Unterhach nahm nach dreitägiger Debatte mit 339 gegen 266 Stimmen den von der Regierung eingebrachten Gesehentzvyrf nn, dnrch welchen die besondere Steuer auf Sp_rr1tu_o1en_ und Bier an die Lokalbehörden übermie1enwrrd. Leßtere werden unter Anderem ermächtigt, die Schanklokale Behujs Aufhebung derselben anzukaufen. '
- 16. Mai. (W. T. B.) Ihre Kö:_1iglichenHohzerten der Prinz und die Prinzessin He€1rrich vanreuszen sind heute Vormittag hier eingetroffen Und bereue rn Haren: borough von Major Legg NamenéI Ihrer Maxestat "der Königin begrüßt worden. Höchstdieselhen fuhren zunqrhrt nach Buckingham Palace und werden fich ?päter zum Bexuch der Königin nach Windsor begehen.
Frankreich.
Paris, 14. Mai. (W. T. B.)_ DersMinisZer des Innern Constans ist mit der AneZarbertung emes Geseh- entwurfs beschäftigt, welcher bezweckt, emen Penswns- fonds zu schaffen für Arbeiter,. welche erne be- stimmte Reihe Arbeitsjahre hrnrer srch haben oder wegen Schwäche arherteunsährg werde11.'Der Gesetzentwurf ermächtigt die _thetter, E111znl)lungen herstden Versicherungéngsellsckntften ans Gegenseitrgkert oder her ahn: ähnlichen GeseÜschasten zu machen, denen Settens des Staats eine Subvention bewilligt werden würde.
Toulon, 14. Mai. (W. T. B.) Der Admrral Ber- gasse du Petit-Thouars ist gestorben.
Tunis, 15. Mai. (W.T.B.) Die neueKathedraYe von Karthago wurde heute vom Kardinal anrgerte feierlich eingeweiht.
Italien.
Rom, 14. Mai. (W. T. B.) Während der heutigen Séßung der Deputirtenkammer warf' 'eme etrva fünfzigjährige Persönlichkeit, Namens Vecratrm, anx- der Provinz Florenz, von der Galerte ans em thenhundel in den Sitzungssaal und rref dW Deputrrten an, ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen; Bercatmr wurde verhaftet und erklärte het dem durch die Quastoren mit ihm vorgenommenen Verhör, daß er Beschwerde erheben woÜe, weil er von den Gerichten der Provtnz Forlt ahgewresen worden sei. Nach dem Verhör wurde Bercnttm fre1gelas1en. - Am Schluß der Sitzung theilte der _Prastdent unt, daß dre Kammer das Budget des Minrstertums des Aeußern mit 179 gegen 67 Stimmen genehmrgt habe.
Belgien.
Brüssel , 15. Mai. „(W. T. V.) In der gestrrgen Sißung derAntisklavere1=K0111erenz machte der Gesandte der Vereinigten Staaten von Nordamerrka Terrel mehrere Einwendungen gegen den Antrag des be1g1sche1rGeneral= sekretärs Baron Lambermont, bexreffend dre Ermachngung zur Erhebung von Einfuhrzöllen 11n Congo-Becken, und betonre, daß die Konferenz nrcht befugt set zur Revtsron der Bestimmungen der Generalqkte der Konferenz von 1885. Dre Konferenz nahm von den Emmendungen Akt.
Serbien.
Belgrad, 15. Mai. (W. T. V.) Der „Re ent, General
B elimarkowits ch empfing gestern nnlaßltch emes Drenst- jubiläums die Glückwünsrhe des Kkönrgs, der Regenten, der Regierung, des dtplomawschen Corps und ver- schiedener Deputationen. " _ „ , Das amtliche Blatt veroffentlnhtdaß Geseß, betreffend dre Einführung einer Klas s enl otterte; der Reinertrag derselben ist zur Hebung der Volksmrthschaft befiunmt. Heute tritt das Verbot des Verkaufes fremder Looseffekten in Serbten, mrt AUSnahme der aus-
ländischer Promessenscheine ist ohne Ausnahme
untersagt. „ . _ .“
- 16. Mai. (W. T. B.) _Konrg _Mrlan 11T„heute Vormittag hier eingetroffen und mr Komglnhen Palms ab- gestiegen.
Bulgarien.
Sofia, 15. Mai. (W. T. B.) Das KrregSgerrcht in dem Pani15ap rozeß hielt heute, erne formeUe Setzung, Auf Verlangen dee: Advoknten Panrhas wurden dre Ver- handlungen des Prozesses hrs auf nachstenDrenstag, den 8/20. d. Mts. verschoben. Andere Verthetdtger verlangten nleichfaÜs Aufschub, da sie erst am Tage vorher besteüt waren. Der Sekretär des deutschen General-Konsulats, wryre dre- jenigen der diplomatischen 'Vertreter Englands, Oesterrexch: Ungarns, Italiens, Rumämens und Grrechenlands wohnten der Sitzung bei.
Amerika. VereinigteStaaten. Washington„14._Mai.(A.(x.) Das NepräsentantenhaU-Z 1ehte heutedte Erdrternng der Tarifvorlage fort und verwarf verjchtedene wertere Zusah: anträ e. '
Her Senat nahm heute die Erörterung der S_1lber: vorlage wieder auf, Unter den Rednern befand slck) „Mr. TeÜer (Colorado), welcher die Rehabrlrtxrung von Stlber lebhaft befürwortete. )_
Brasilien“. "Einem Telegrannn _ des „Nenreryehen Bureau's“ au?» Rio de Ianeirovom 1x). d.'zufolge,nnd dort ?arhrichten aus Y 0 rto Alegre im Staate R10 Grande de_Suk eingegangen, daß daselbst RU 11 est hr un gen auWebrochen wren. Eine am 13. d. abgehaltene Volksversammlung fernen der V0115€1 nicht ohne Blntvergieszen zerstreut worden, dre *„rrnppen hatten mit dem Volke gemeinsame Sache gemacht. Die Rnhe ser schließlich wiederhergesteüt, der Gouverneur _des S2nates jedoch genöthigt worden, abzudanken. Dre von dem
Frnanz-Minister erlassenen „neuen ankgeseße sollen die Hauptursache für die Ruhestörungen gelnldet haben.
Parlamentarische Nachrichten.
In der heutigen (7.) Sihung des Reichstages, "welcher der Reichskanzler von Caprivi und dre S1aat§1ekretare Dr. von Boetticher und Freiherr von Machrhn sonne andere Bevollmächtigte zum Bandeleath berwdhntenk wurden auf Antrag des Abg. Dr. Meyer (Berlm) dre Ueber: sicht der Reiche : Anhgahen und :Emrnahmen für ÖKB EtatHjahr 1888 89, _ dre all_gememe Rechnung über den Reichshaushahr sür das Etatsjahr 1884/85 neh)": den dazu gehor1gen Spezml: rechnungen, einem Vorbericht und den Bemerknngen des Rcchnnngshofs», » die allgemeine Rechnung uber den J'Zeichshanshalt für das Etnjsjahr 1885/86 nebst den dazu gehörigen Spezialrechnungen, einem'Vorberrcht nnd den Bemerkungen dee chhmmgiöhofs, -- dre allgemerne Rechnung Über den ?)keichehaushalt für ,da-Z Etats: jahr 1885/87 nebst den dazu gehörigen Spezralrecht1u_ngen, emem Vorbericht und den Bemerkungen dee: Rechnungshoxs, - der Bericht der Reich?:schulden-Kommissinn: 1. Über die Verwaltung des Schuldenwesens dees Norddenxschen Bundes und daS Denkschen Reich; 11, Über ihre Thätrgkett 111 An- sthng der ihr 1'"1hertragenen?lufsicht über dre Verwaltung: 3. des Reichs:I11validex1fonds, 1). des Festungebaufondez und e. des Fonds zur Errichtung des ,Rezckzstachgebaudes; 111. über den Reichs-KriexZÉ-Waß und 11. Über dre An: ,und Ausfertigung, Einziehung und Vermchtung der von der Renhs: bankauszugebendenVankr10ten,- ohne Debatte an dteRechnungH- kommission überwiesen. „
Darauf wurde dieersteBerathyng des Gesetzentwurxs, betreffend die FriedenS:Prä1e11zstärke des deutschen Heeres, fortgesetzt. Zunächst nahm Abg. Lrebknecht das Wort. (Schluß des Blattes.)
-- In der heutigen (60) Sitzung des H„auseFdec Abgeordneten, welcher der Minister für Landwrr'thfchgsrn. ])1'. Freiherr Lucius von VaÜhausen und der Iust1z-Mnnyter ])1'. von ScheUing beiwohnten, wurde der Gesehentwurx, betr. die Errichtung einesAmtsgerichts in der Stadt Velbert , in dritter Bernthung ohne Debatte angenommen, (Schluß des Blattes.)
ZDer Bericht Über die vorgestrige Sitzung des Reichsrages
efindet sich in der Ersten, der Schlußbericht Über dre vor:
gestrige Sitzung des Hause?, der Abgeordneten m der Zweiten Beilage.)
- Der Gefammt-Vorstand des Hauses der Ab- geordneten trat gestern Vormittag zusammen und berteth das Projekt eines gemeinsamen Geschäftshauses für den Landtag. Das Herrenhaus: hat das Projekt angenommen, daß die Präsidialwohnungen und das neue Herrenhaus an der SteÜe des jetzigen Herrenhauses und ReichstaNSJebäudes mit der Front an der Leipzigerstraße, das neue Abgeordneren: haus an der Zimmerstraße errichtet und beide Baulrchkerten durch einen MitteWau verbunden werden. Der anter des Innern Herrfurtl) bezeichnete, wie dte „Nene Preußische Ztg.“ meldet, gestern dieses Projekt als 'd1e glücklichste Lösung, erklärte sich aber außer Stande, schon ]eßt den Kostenpunkt anzugeben. Man macht für Annahme des Projekt?- die Bedingung geltend, daß getrennte Repräsentattons- räume und Yetrennte Gärten geschaffen würden. Der Vorstand nahm sonst as Projekt wie der Herrenl)au§:Vorsrand qn. Der Minister versprach, den Plan dem Gesammt-thstermm zur Genehmigung vorzulegen.
Sanitäts-, Veterinär- und Quarantänewesen.
Spanien.
Laut eines in der .Gaceta de Madrid“ veröffentlichten Rund- schreibens des Königlich spanischen General-Direktors für das Gesund- heitswesen vom 29. April 1890 find für Provrnienzen von Santos in Brasilien die Quarantänevorschriften in Anwendung zu brrngen.
Verkehrs - Anstalten.
Hamburg, 14.Mai. (W. T. B.) Der Postdaxnpfer .Scandia' der Hamburg-Amerikanischen Packetsabrt-
ländischen Staatsanleihen in Kraft; der Verkauf aus-
Aktien esellscbaft ist, von Ncw-York kommend, heute Abend auf der Elbe eingetroffen.