erlangen, denn ein geschickter Reporter kann sicher etwas berausbolen, wenn irgend etwas beraußzuholen ist.“ _ '
Ferner hat Stanley ein Schrerbßwan den Exekutiv- ausfchuß der Stanley- u_nd asrtkanischen _Aus- stellung, dsren Ertrag zur freien Verfügung des Reisenden gestellt ist, gerichtet, worin er empfiehlt, den Stanleyfonds zur Anschaffung eines Dampfzxrs auf dem V1ctoria-Nyanza zu verwenden, der bisher noch keinen Dampfer habe.
Schweden und Norivegen.
(k,) Christiania, 19. Mai. Das Zollcomité _des Storthin s hat beschlossen, in dieser Tagung keinen Antrag an eine durchgreifende Veränderung des Zoll- tarifs weder in schußzöünerischer, noch 111 freihändlertscher Richtung einzubringen. Das Comité findet nämlick), daß man die Resultate der Arbeit-Zn des Traktatcomités und dre Exit- wickelung in Schweden abwarten müsse. Das ZoÜcomixé behält sich aber volLe Freiheit den einzelnen Tarifjäßen wre dem Ausfuhrzoll gegenüber vor.
Nach der von der Staats-Telegraphenverwaltung 'ver- öffentlichten Uebersicht wurden mi ersten Vierteljahr dieses Jahres an Telegrammen befdrdert: inländische 230994 (gegen 207 805 in der gleichen Zett des Vorjahres), nach dem Auslande 53 955 (50137); aus dem Auslande kamen an 63 011 (59 749), und die Einnahmen betrugenZ50624 Kronen (326 028 Kronen)-
Parlameutarische Nachrichten.
Die in der gestrigen SiHung des Hauses der Abgeord- neten beiGelegenheit der Berathung der Petitionen, betreffend das Bsrnsteinregal in Ostpreußen, gehaltene Rede des Ministers für Landwirthscbaft, Domänen und Forsten, Dr. Freiherrn Lucius von Vallhausen, lautete:
Meine Herrcn! Diese Angelegenheiten bilden einen stetigen Gegenstand
der Erwägung und einenstäglicben Gegenstand der Ueberwachung von Seiten der betbeiligten Behörden. Es handelt sicb dabei um einen Artikel, der ja eines unbegrenzten Absaßes nicht fähig is?, für den es kaum möglich ist, neue Verwendungszwecke zu finden. Die Produktion wie (mch die Vrrwcndung ist jederrfails „unter dem (Gesckyäftsbetrieb der jeßigen Haupipäckyter nicht nur erbeblrcbge- stieg n, er bat eine Ausdkbnang genommen, die er in früheren Zeiten über aupt nic grhabt bat. Das ist also ein spezielles Verdienst dieser era. Es hat, wie ich friiher bereits angeführt babe, immer das *estreben bei drr Königlichen Staatsregierung und insbesondere bei den Provinzialbebörden obgewaltet, Konkarrenzunternebmungen zu be- giinstigrn; das ist aber nicht erfolgreich gewrosen, ebensowenig wie der Betrieb in eigener chie. Und so ist es eine natürliche Entwickelung der Dinge gewesen, daß a11rrdings diese Firma sicb im Brfixz eines quasi Monopols befindet. Träte der Fal] ein, daß die Ausbeutung dieses Monopols zu Ungunsten anderi'r größerer Erwerbskreije sicb geltend machte, so würde unbedingt in diesem Moment für die König- liche Staatsrocikrung der Fail eintreten, eimer ungebübrlicben Aus- beutung diesrs Monopo1s entgcgenzutreten.
Ich kann Sie verficbern, daß das Wohlwollen, welches ich für meine Person für diese Firma ganz offrn bekenne und das fich darauf begründet, daß der Fiskus eine außerordentlich günstige Situation durcb ihren Geschäftsbetrieb gewonnen hat, daß Line Ausbeute erfolgt ist, wie fie friibsr nie bestanden hat, wie sie friiher selbst die eigene Entreprise des Staats nicht gewährt bat, _ daß also das Wohlwblien, welcbcs sich auf die tbatsäcbliche Entwickelung der Dinge begrundet, naturgemäß seine Grenzen hat in dem Augenblick, wo ein Mißbrauch in der Ausnußung des Monopols stattfände. Alle diese Fälle, weiche Hr. Abg. Krause vorgebracht hat und die ja in der Kommissiorx einer weitläufixien Erörterung unterzogen find, find mir vollständig be- kannt, und ich kann nur versichern. daß im jedem erbeblirhsn Fall schon eine Untersuchung stattgrfunden hat, und daß jest schon die Firma sich einer Art Zebiedsrichterlichen Verfabr-Zns unterworfen hat grrade gegenüber dem Konsumenten, die glauben in ihren berecbxtgtrn Ansprüchsn besinträcbtigi zu sein. Also diese Rücksicht aus die Konsumiion wird für uns ebenso entscheidend und maßgebend, oder sogar noch €n11ch€idender sein, wie das fiskalische Intereme.
Was die Frage der Jnutation betrifft, so liegt eine Jnutaiion im eiaentlicben Sinne ja gar nicht vor. Es handelt sich nicbt um eine Jnutation in dcm Sinne, daß von andersn Stoffe'n ähnliche Gegenstände bergesicilf wcrdrn, die sonst bloß aus Bernstein erzxugt werden, sondern die Von der Firma bctrirbene Jnuiatibn beirebt darin, daßxleine Bernsteinstücke unter hoher Temperatur und bohem Druck gewrfferrrraßen wie glühendes Eisen zusammengesebweißt werden zu größeren Siucken, die also dieselben physikalischen äußeren Cigkn- schaften, wir die kleinen Stücke des Bernsteins besißen u'nd also aucb zu denselben Verwendungen v:)[lsiändig ge- eignet „smd. Schmelzen oder fremde Zusäße entxteUen den Bernstein in Farbe und Durrbficbtigkeit so, daß er für die grwbbnlicbe Verarbeitung zu Spitzen, Perlen u. s. w. nicht mehr bkÜUchbak ist; aucb die Verwendung des Bernsteins bei der Lackfabrikation ist nur eine begrenzte,.
Jm Uebrigen möchie ick) annehmen, es liegt Hier ein äbnlicher Fall_vor, wie er etwa vorbegen würde, wenn der Staat 3. B. im AYetnbefitZ etwa. der Staßfurter Kalilager wäre. Ich glaube, man wurde es au_ch_ in diesem Faile voÜsiändig berechtigt erachien, wenn der'Staat diL1Ls Monobdi in Bezug auf die Ausbeutung eines Minerals, was nur im beschränkten Umfange vorkommt, lediglich nach den dopdriten Rückfichtcn exploitirte, einmal fibkaliscb, erhebllxbe Ertrage herbeizuführen und anderer- sxits dte_ betbeiltgten "Erwerbskreise, also in diesem Falle dre Landwrrjbschaft, zu begunsiigen durch möglichst billigen Absatz der Yrodrrkte und eberrso Druwrhland im Gegensatz zUm Ausland zu be- gunsttgen. Ganz ahnlich [1221 es nun hier in Bezug auf die Ver- werTbung und Nußbarmachung des Bernsteiys. Es wiirde ungerecbt- fertigt sem, durcb eme unqemessene Konkurrrnz, die der Staat sich selber machen wiirde, das ProdUkt selber zu entwertben und vielleicht selbst border 3611 zu er7c1,öpien. Also darin liegt doch auch für den Staat wieder die Grenze für die Möglichkeit, eine unbeschränkte Konkurrenz berbcizufübrkn. Das wird aber alierdings der Staat jeden'Tag sick) offkn halten, und gerade in Bkzug auf den berabaulicben Betrieb 11651911 ja zur Zeit brzügiiche Anträge vor, von denen aller- drxigs nicbt zu iibcrsehen ist, ob sie einen 1ba1säch1ichen thtergrundtba'ben, ob die erlektanien tbatxäcblicb in der Lage smd, den Bernstetn im Wege des Bergbaus =u gewinncn und im größeren Maße zu vxrbreiten _ ich sage, wir würden aUerdings jeden Tag in der Lage sem, diese Art Konkurrenz zu etabliren, Weil die Gewinnung durch Baggern, Sckoöpfrn, Stechen, (Graben an der Küstr schon seit Jahren eine so unerheblich ist, daß fie eigentlich nur noch als Neben- industrie, a1s Nebengewerbe betrieben werden karin. Und der beste Beweis dafur, daß das n1cht ein GeWerbe ist, Was von unbegrenztem Nutzen, „gewissermaßen eine Goldquelle, eine reine Goldgrube wäre, 1iegt_darm„daß ,die Hauptfirma selber jest auf dem Punkte steht, mögltcherwetse dle Baggerei erheblich einzuschränken oder gar ganz aufzugeben.
Meine Herren, ich kann nur wiederholen, es wird Seitens der Königlichen Staatslegierung jede denkbare Rücksicht auf andere be- rechtigte Interessen genommen werden, und diese Rücksicht wird uns nicht abhalten, „aucb der Firma Stantien und Becker gegenüber alles zu thun, was im öffentlichen und aqumeinen Interesse nothwendig rst; rm Uebrigen aber werde ich jedenfalls nach wie vor streng auf dem Standpunkt stehen, das; ich diesen Herren gegenüber, die das Gesckxast groß gemachx, die _dem Fiskus seit 20 oder 25 Jahren ganz außerordentliche Ertrage geliefert haben, eine loyale Handhabung des
Vertrages unier allen Umständen sichere unlauteren Angriffen und einer unberechtigten Konkurrcnz gegenüber.
Geographischer Monatsbericht. Auf Grund von Dr. A. Petermann's Miitheilungen. (GeschlOffen am 1. Mai 1890.)
Europa.
Deutsches Reich, Ueber die merkwürdige Cnideckung, daß die aeograbbiscbe Breite einesOrtes keine korritante Größe ist -oder mit andern Worten: daß die Erdacbse bleme Be- wegungen ausführt, über deren Charakter und Ursachen wir freilich noch im Dunkeln uns befinden _, berichtet Prof. Helmert m Nr. 2963 der „Astronomischen Nachrichten“: „Nachdem im criten Hglbxabre (1889) die geographische Breite in Berlin und Potsdqm keine, mit Sicherheit zu erkennende Aenderung gezeigt hatte, trat im 3, Viertel des Jahres erst ein Wacbstbum, dann eine Abnahmeder _Breite em, die im 4. Vierteljabre sick) fortscßte und, wie es schemt, lm Januar d. J. ihr Ende erreicht hat. Berlin und Potsdam geben, wre" aus der von Prof, Albrecht durcb efübrten Beobachtung hervorgeht, uber- einstimmend eine Gesammtabnabme von 0,5 “_ 0,6 “„ welche, von den Prager und Straßburger Beobachtungen besianttgt wird. Bei den drei erstgenannten Stationen ist an der Re_altiat der Erscheinung nicht zu zweifeln, da die Unsicherheit kein Zehntel der Sekunde er- reicht; weniger bon Gewicht ist das Straßburger Crgebmß. Qa 9ber wenigstens an drei Orten, von denen der eine um 2 Grad sudltrbxr als die beiden andern liegt, mit sehr Verschiedenen Instrumenten die gleiche Wahrnehmung mit Sicherhrit gemacht rst, so kann man Bebufs ibrer Erklärung kaum noch seine Zuflucht zu Beobachtungs- und'Jn- struwentalfeblcrn oder zu Refraktionswirkungen nehmen.“ _ Bet der im Septembsr d. J. in Freiburg i. Br. siattfindenden Versammlrrng der_permanenten Kommission der internationalen Crdmeffung wird di21e wicbtige Frage einen Gegenstand der Beratbung bilden, und man darf boffsn, daß die Einrichtung eines ausgedehnter! Systems von Beobachtuxrqen uns bald auch über d:s Wesen dieser Erscheinung einige Aufschlüsse geben wird. „
Oesterreich. Die Vollrndung der Spe'zralkarte' dier bsterreichisch-ungarischen Monarchie ist “hier Haupte'retgmß: die 11 Blätter, we1che fick) über Bosnienan dle Herzegoroma der- breiten und soeben erschienen, bilden den Schluß des vdr 17 chhren begonnenen und mittels der .Heliogravüre“ beraesteliien, ck52 Sekttqnen umfassenderi Kartenwerks. Indem wir wegen Raummangels von einer eingehenden Besprechung dieses großartigen Wrrkes absehen,_ dessen glänzende Eigensxbasten gelegentlich des Fortschreitens der Arbeii'en im Verlauf der Jahre genugsam erörtert worden sind, m_öcbiewwrr ufns nur gestatten, wenigstens einen Punkt beraUszugreisen, bmficbtltcb dessen die Kritik des Auslands fich nicht deckt mit, der offizteüeu Auf- fassung in Wien: es ist dies der ungewöbnlicbe Maßstab von 1:75 000 der Natur. Mit diesem bat sicb Oesterreicb-Un arn don seinen Nachbarn getrennt; denn bekanntlich haben das Dxuts e Reni), Italien und die Schweiz für ihre topographischen Spezialkarten den 1/100000-Maßstab gewählt, und zwar in dsr Erkennnttirß, daß" derselbe für die DarsteUung ihrer Natur- und Kulturvrrhaltmsse genugt.
Alpen. Die HersteÜung einer nsuen Karte “des Boden- s ees, auf Beschluß der fünf Uferstaaten dem schwetzert1chen Topo- grapbijcben Bureau übertragen, 1chreitet bestens vor. Bis Anfang Oktober 1889 sind im Ganzen 350 qkm Vermessen worden; die badische Abtheilung hat außerdem 45 qkm ausgelotbei, sodaß im Ganzen noch auf einer Fläche von ca. 70 qkm Untersuchungxn abs- zufübren sir1d. Bereits zeigen die bisherigen Ergebniss betrachtliche Abweichungen von den älirren württembergischen Aufnahmen aus dem Jahre 1825/26, die allerdings mit einfacheren Mitteln vorgenommen werden mußten. So z. B. liegt die jiefste Srelle des Sers nicht, wie bisher angenommen wurde, zwischen Friedrichshafen und Rorscback), sondern etwa in der Mitte des Sees zwiicben Immenstadt und Uttwil; sie bildet eine Fläcbe Von ca. 29 qkm. Die Tiefe beträgt 252111 unter Mittelwaffer. Auch die naturwisjenschaftlichen Untersuchungen, deren Bearbeitung längere Zeit in Anspruch nehmen muß, haben bereits interessante, zum Theil unerwartete Ergebnisse geliefert. _ Die neue Bodenseekarfe wird im Maßstabe 1 : 25000 zur Veröffentlichung ge- langen. (S. Mittheil. d. K. Statist. Landesamis Württemberg 1889, Nr. 6 und 7.)
Der Rbonegletscber ist nach einer brieflichen Mittheilung von Prof. F. A. Forel an Prof. E. Richter in Graz seit Oktober 1889 wieder in das Stadium des Vorrückens getreten. Die Periode d„es Rückganges begann im Jahre 1857. (S. Mittheil. d. D. 11. O. Alpenvereins 1890.)
Großbritannien. Der Plan, Schottland durch einen großen, für Seeschiffe benußbarenKanal zu durchstecben, geseth sich zu den zahlreichen Unternehmungen und Projekten der Neuzeit, welcbe Verbesserung oder Aenderung der natiirlichen Wasserstraßen und Herst_xllung neuer großer Verkehrswege bezmecken. Der neue Kanal, denen Tiefe auf 9 m (30 Fuß) und dessen Breite am Boden auf 22 m (72 Fuß) projektirt ist, soll von Aliva an der Mündung des Fortb-Fluffes ausgeben und die Ricbiung nach dem Loeb Lomond einschla9en, welcher See durcb einen 2T Miles (4 km) langen Tunnel erreicht werden soU. Die Kosten des Baues betragen nacb Vorläufigem Anschlag 8 Misiibnkn Pfd. Sterl. Die Abkürzung der Fahrt von der Clyde nacb RW-Euroba beträgt 238-529 111le8 (383-851 km), Von Forth nach Irland, Mittelmeer und Amerika 141_487 1111185 (226-744 km). (S. Scott, Geogr. Magaz. 1890, S. 46.)
Balkanhalbinsel. M. v. Dé3chy schildert im „Alpine Journal“ FUT, S. 417, in begeistertxn Worten die Naturschönheiten, welche ihm durch seine Touren im Hochlande in Bosnien und der Herzegowina erschlossen wurden. Die beidcn Proben seiner photographischen Aufnahmen, welche Ansichten der Maglirb-Kette d_ar- siiÜen, smd allerdings gcmz dazu angetban, diese Begeisterung zu rechtfer- ttgen. Als beste Reisezeit in dikfem Gebiete empfiehlt von Déchy den Frühsommer, von Mitte Mai bis Ende Juni.
Asien.
Arabien. Dem Botaniker A. Deflers ist der erste Versuch,
von Adxn aus nacb Hadhramaut einzudringen, fehlgeschlagen. De_r Reijeydx gedenkt cht von dem kleinen Hafen Makalla an der Sud-Ost-Küste von Arabien aus den Versuch zu erneuern, und faÜs aucb dtes ergeblicko, die ihm noch verfügbare Reisezeit zu einem Be- suche von Sokotra zu verwenden. ' Vorderindien. Die Vermessung des Zbob-Tbales, begonnen 1111 Jahre 1_884_von Lieutenant Wabab, wird gegenwärtig von Oberst- Lteutenant Poldick) fortgeseßt und erweitert bis zum Anschluß an die Aufnahme des Gomul-Thales von Lieutenant Broadfoot (1839) Auch eme genauere Feststellung der Grenze von Afghanistan und Britisch- Beludscbiftan wird bei dieser Gelegenheit vorgenommen werden. (Proceed. R. Geogr. Soc. 1890. S. 169.)
in der Erforschung der an Indien angrenzenden für Europaer imkAUgemeinen schwcr zugänglichen Gebiete ist in dem Verwaltungsjahre 1887/88 folgende Thätigkeit entfaltet worden: in dem schwarzen Gebrrg e am obern Indus bat Kapitän R. A. Wabab im Oktober urid November 1888 eine Vermeffung des Von den Truppen zeitweilig beseyten Gebietes vorgenommen und dabei eine genauere 5L_Lufmrbme des Indus oberhalb Tbakot ausgeführt. Da die beideri Hmzalaya - Staaten Nepal und Bhutan den indischen Ofßzteren bisherdersäßloffen, so ist die Verwendung von eingeborenen Feldmeffern, die' unter irgend einer Maske Aufnahmen zu wacherr versuchen, Zimmer noch das einzige Mittel, einige Kenntnis; uber die Topographie jencs Gebiets zu erhalten. Zwar entstehen auf diese Art naiurgemciß Lücken. Dock) suchen die englischen Offiziere diese durch eme Triangulation des Landes aus weiten Entfernungen außzufullekn. So, werden jest unter Leitung von Col. H. C. B. Tenner die weithin sichtbaren Gipfel möglichst oft angepeilt und in das 10 qeschqffene NW von triaonometriscben Punkten die Routen der Feldmeffer eingetragen., (Col. Tenner, der beste Kenner der Himalaya- Landscbaften, benußt diese Gelegenheit zur Darle ung der KenntnY, welche wir bisher von Nepal und Bhutan beiißen. Col. H. .
Tbuillier's, des (General-Feldmeffers, Jahresbericht vermerkt außer- dem anäbrlicb die_ Nachweise über die Fortschritte, welche in der Vermessung der ber1chiedenen Tbcile von Indien gemacht sind, wor- xiber1 3877881? Ueberfichtskarten Azrfschluß geben. (S. General Report or .
Central-Asien. Ciye Reise quer durch Cbina legte Licutcnant Youngbusband gur der nördlichen KaraWanenstraße, der sogen. Alaschan-Route, zuruck. (Gleichzeitig schlug Col. M. S. Bell die südliche sogen. große centralafiatische Handelsstraße durch die Provinzen Schansi, Schensi und Kansu ein und kreuzte die Gobi von Ngan-fi nachami, wo die Routen beider Reisenden,zusammentrafen. Von bier aus verfolgte Youngbusband den Weg südlich vom Tbianschan über Turfan; Bell umging den östlichen Ausläufer des (Gebirges, den Boado-ola. im 17 . iiber Barkul und Gutschen bis Urumtsi, der aupt- stadt drr neuen Provinz Sinkiang, welche die alten Territorien Ka chgar, Dsuxgarei und Jli umfaßt. Von Aksu geben die Routen beider Reisenden über Karascbar, Korla und Kutschar bis Aksu, von wo aus Youngbusband den nördlichen Weg über Uscb-Turfan nacb Kaschgar einscblug, während Bel] diese, Stadt über Maralbascbi erreicbte. Zn Beü's Reisebericht finden die bandelSpolitiscbe und strategische Be- deutung der großen Handelsstraße, sowie die geologischen Verhältnisse, die Kultivation und Bcvölkerurg der verschiedenen (Gebiete eingehende Berücksichtigung (s. Proceed. Geogr. Soc., London 1890, S.57_94, mit Karte). ' ,
Die Lage von Korakorum, der einstmaltgrn Residenz von Dschengis-chan, glaubt der bekannte Sibirienforscher N. Iadrinzew, welcher im Auftrage der Geogr. Geseüfcbaft in Irkutsk im Sommer 1889 eine Exkursiori in die nördliche Mongolei unternahm, zwischen Ugei-Nor und den Fluß Orchon verlegen zu müssen. Für diese An- nahme des Reisenden sprechen namentlich die Ueberresie von schönen Palästen bei Cbarabolgussun und Trümmer von Vadeeinricbtungen bei den warmenQnellen arri Dschementai. (s. „St. Petersburger Zeitung“ 1890, 23. Februar/7. Marz_.) _
Am Musiagb-Pas1e bat Kapt. Grombncbewski, der russische Pamirforscher, die im Jahre 1888 vergeblich versuchte Verbindung seiner Aufnahmen mit denjenigcn des englischen Lieutenants Young- busband hergesteUt, imaleichen am Jarbanddarja den Anschluß an die Arbeiten der Pjewzow'scben Tint - Expedition. (( . „St. Petersburger Zeitung“ 189023. Frbr./7. Marz.)
Das Rä1bycldes Karambar Sar oder Gaskul-Sees im Hindukusch, nach Angabe des Punditen M-S. mit 2 Ausftüffen ver- sehen, ist, wie Col. Woodtborpe der R. Geogr. Society in London mittbrilt, dmc!) die vorjährige Reise des französiscben Kaufmanns Daubergne gelöst worden. Der konnte nämlich _nachweisen, daß dieser angebliche See in der That aus zwei selbstandigen Seen be- steht, die durch eine nur niedrige Wafferscheide getrennt find. Aus dem kleineren, nur Z mi18 langen Gaskul-See entspringi der Jarkun-Fluß; wenige 100 m östlich liegt der 1? 1111188 lange Karambar-See, arxs welchem der Karambar- oder Ashkaman, em Tributär des Gilgit, austritt. (Proceed. 1890, S. 96.) .
Die Aufnabmc der Grenze von Siam im Gebiete der kleinen Schan-Stämme bat die von _dem bekannten Reisenden Ney Elias geleitete englisch-indiscbe Kommi1fion beendet,. Auch Frankreich sucbt jetzt ein Einverständnis; mrt Siam irbsr diese Grenze gegen Tongking Und Armani berbrizufübren und bat eine Kommission unter Leitung von A. Pavie ernannt, welcher zu diesem Zwecke eme Reise vori Hanoi nach Luang-Prabang am oberen Mekong, dem Sammel- plaß der Verschiedenen Mitglieder, im April 1890 angetreten hat.
Ein Blick auf die neueste Uebersicbtskarte von Ray (Paris, CHaÜamel, 1890, 2 Fr.) in 121000 000 zeigt, in wie ein- gehender Weise die Franzosen die Zeit seit den ersten Unternehmungen in Tongking zur Erforschung des Landes benußt baden: große, ' vor 7 Jahren noch gänzlich unbekannte Distrikte sind von zahlreichen Kolonnen durchzogen worden, die Material für genauere Angaben auf den Kartrn zurückbracbten. „ ,
Indischer Archipel. Im Dezember 1889 rst eine nieder- ländiscbe Expedition, welche die nahe der Südküste von Flores vorhandenen Zinngruben untersuchen wollte, von den Eingeborenen beimiückischerweise überfallen und zum Rückzuge gezwungen worden; die Führer, der bekannte Geolog van Schelle, und die beiden Regie- rungsbeamten Kleian und Brugmann wurden verwundet. Aus den Berichten über den Verlauf rst zu entnehmen, daß die Karten von Flores viele Jrrthümer entbalien, selbst in der Dar teilung der Küste. _ Der Plan, die Ausbeutung der Zinngruben auf Flores zu be- ginnen, ist mit vorbeschriebenem UnfaU nicht aufgegeben; vielmehr wird in diesem Monat van Scche zu diesem Zwecke abermals von Batavia abreisen, diesmal aberAifn iQkZegleitung Von 150 Soldaten.
r a.
Inneres Afrika. Mit einer einzigen AULnahme _ die 9jäbrigen Beobachtungen des kiirzlich verstorbenen Missionars Mackay in Rubaqa in Uganda _ kennen wir das Klima des innern tropis ch e 11 Afrika nur aus kurzen Beobackytungsreiben, allgemeinen, oft recht vagen Bemerkungen der Reisendxn. Ein nicht hoch genu anzuschlagender, wiffensckoaftlicher Werth ist daher den uns kürzli zugekommenen, mit aFerordentlicher Sorgfalt behandelten dr ei Bänden von Emin ascba's meteorologischem Tagebuch beizumessen., welche die Zeit vom 1. August 1881 bis 27. Februar 1890, also 81 Jabra, oder, wenn man die Lücken abrechnet, 7 Jahre und ca. 10 Monate umfassen. Schon diese lange Dauer Verleiht diefen Auszeichnungen, deren Boarbeitung fcbnekl fertig gestelit werdeii wird, einen unvergleichlichen Werth. Dazu gewährt der Inhalt der- selben einen Einblick in die Thätigkeit“ des ehemaligen Gouverneurs der Aequatorialprovinz in den [eßten Jahren, bietet eine wiUkommene chronologische Ergänzung zu seinen Briefen uud verbreitet Liebt über manche Epochen, von „denen wir gar nichts wissen.
Senegambien. Die Grenzen der französischen und englischen Besitzungen in West-Afrika (Senegambien, an der Gold- und an drr Sklaveuküste)find durch ein am 10. August 1889 gefcbloffenes, am 2. und 19. November ratifizirtes Uebereinkommen genauer bestimmt worden. In der Hauptsache führt der Vertrag (kar1jam. kapar 0. 5905) folgende Aendcrungen herbei: Die englische Befißung Gambia umfaßt künftig eine je 10 km breite Zone auf beiden Ufern des Flusses bis einschließlich Yarbatenda. Die Nord- grenze wird gebildet durch die Wasserscheide zwischen dem Meilacorée- und Great Scacrisd-Fluffe, dann durcb den 10. Breitengrad bis 13 Grad W. L. von Paris; über die Ostgrenze von Sierre Leone sind noch keine Bestimmungen getroffen. Die Grenze zwischen Ajsinie und der Goldküstenkolonie bildet das Südufer der Tendo- der Aby- Lagune, dann der Unterlauf des Tanoe-Fluffes aufwärts bis Nugua. Zwischen Porto Novo und Lagos bildet der Meridian der Mündung des Ajarra Creek ira die Lagune von Porto Novo (ca. 00 32“ Oe. L. von Paris) bis zum 9. Breitengrad die Grenze.
Süd-Afrika. Greifbares Ergebniß von _Holub's Reise in das Land der Maschukolumba ist eine Karte, deren Grund- lage seine Routenaufnabmen bilden, eine Reibe von Breitenbestirxt- mur1gen und seine Längenbestimmung der Victoria-Fälle, 26049“O. v, Gr. Leßtere weicht auffäUig von der bisher von Livingstonx's Bestimmung für Kalai abgeleiteten Lage der Fälie 250 55“ O., weniger von Mobr's Beobachtung 260 29“ ab.
Madagaskar. Die Aufnahmen von Maistre im Mai 1889 haben das höchst auffäliige Resultat ergeben, daß der_Alaotra-See auf den bisherigen Karten um ca. 40 km zu weit ö!11ich liege. Ende November wollten Catat und Maistre nach dem Süden der Insel aufbrechen (s. C. R. Soc. geogr. Pgris 1890, S. 120). Den größten Theil der unbekannten Westbalfte Madagaskars hat der en lische Misfiorxar Rev. F. O. Mc. ,Mahon durchkreuzt, welcher im
ai 1888 von 1einer Station Rgmamondro bis an den Zusammen- fluß des Mabajilo und Mania in den Tsiribibina reiste (Mission Field 1889, S. 125-133, mit Skizze). Polargebiet.
Der Weg zum Nordpol. Daß es weder nördlich von Amerika, „noch nördlich von Europa und Asien herum einen für Handelsschiffe passirbarer) Wea zum Nordpol giebt, steht seit der Entdeckung der nordwestlichen Durchfahrt durcb Mac Clare und der Umsegelung der Nordkusten Asiens und Europas durcb Nordenskiöld
fest. Aber die wissenschaftliche Durcbforscbuna des Polarmeers und seiner Küsten und Inseln irt gegenwärtia die Aufgabe der Polsc- forschung. Dr. Nansen, seit seiner Durchquerung Grönlands eme Autorität auf dem Gebiete der Polarforschung, plant nun, den Pol mit einem“ eigenartia gebauten Schiffe, bemannt mit den allernötbigsten aber tüchtigsten EiSmeerfabrern, in den Monaten Zuni oder Juli durch die Beringsstraße und an der Wrangel- Insel vorbei aufzusuchen. _ Ist ck auch keine leichte Sache, sich der geplanten Expedition anzuschließen, so wäre es doch schön, wentz die- selbe zu Stande käme. Will man sich übrigens nicht entschließxn, die Absicht, den Pol zu erreichen, aufzugeben, so bleibt nur übrig, sicb nacb neuen Wegen umzusehen, Die alten Seewege haben, sicb als unfabrbar erwiesen; der Landweg bietet unabsebbare Schwierigkeiten: folglich muß ein nener Seeweg gesucht werden. Jedxnfa11s kaun die Wissenschaft dem Dr. Nansen für das geplante Wagmß tm Vor- aus dankbar sein.
Statistik und Volkswirihschaft.
. Zur Arbeiterbewegung.
Dre Handelskammer in Hamburg hat das Ersuchen des Vorstandes der feiernden Ewerfübrer-Tage1öbner, eme gemeitz- scbaftlicbe Sitzung der Handelskammer und der Ewerfübrer-Baase_mrt dem Vorsiande und der Lobnkommisfion der Ewerfübrer zur mund- licben Verhandlung über die Ursache dcs Strik-Zs anzuseßrn, _m einem von der .Hamb. B-H.“ mitgetheilten ausfiihrlich mottvtrten Schreiben abgelehnt. Der Vorstand der Ewerfübrer-Tageiöbner veröffentlicht dieses Schreiben und fügt hinzu, daß den zur Arbeit fich meldenden Ewerfübrern jetzt ein Revers zur Unterschrift vorgelegt werden wird, in welchem fie zu erklären haben, aws dem VMM der Fluß“ und Stromscbiffer, sowie der Seefahrer Deutschlands, Lokalderein Hamburg ausgetreten zu sein, auch keiner anderer! Ver- einigung anzugehören, welche den freien Willen „der "Mitglieder beeinträchtigt, xc. - Außerdem erfucbrn die: Ewerfubrer-Tagelobricr die Vorstände der einzelnen Hamburger Gewerkxchaften _um scbleumge Geldunterstri ungen, da fie jsßt mittellos seien. _ Exner Meldurrg des .„Wolff'! en Bureaus" vom heutigen Tage zuwlge, s'Md dle Siri kekasse der Ewerfübrer. sowie sämmtliche Akten des Strike- COmités polizeilich beschlagnahmt worden. Die_Kaffe ent- hielt nur 150 „FH; man Vermuthet, daß größere Unter1chlagungen siattgefunden_ haben. Der Strike der Cwerfübrer dürfte damit als beendet anzmehen sein.
Aus Hannover wird der „Köln. Zig.“ geschrieben: Obschon in einer Versammlung der ausständifcben Spinner, welcbe auch von andern Arbeitern sebr stark beirrcbt war, am Dienstag beschlossen wurde, an der Forderung der zebnstündigen ArbeitSzeit festzuhalien, haben doch vorgestern früh 30 Spinner mid eine entsvrrcbende Anzahl Hülfsarbeiter die Arbeit unter der Bedingung einer elfstündigen ArbeitSzeit, wie solche die Fabrik gesteÜt batte, aufgenommen; man erwartete, das; im Laufe des Tages noch mehr Spinner die Arbeit aufnehmen würden. Da auch der größte Theil der Spinnerinnen wieder arbritet, so kann der Ausstand als beendet angesehen werden.
Die „Geraer Ztg.“ berichtet, daß der Webereiarbeiter- Aus stand in (Hera beendet fei“ 700 Männer und 600 Frauen und Madchen batten fick) Mittwoch acbmittag in artrennten Vrrfamm- lungen vereinigt, Während nun erstere eine Resolution anxiabmen, nach welcher sie in Anbetracht der erschöpften Mittel die Arbeit wieder aufnehmen wollen, verweigerten die [esteren alTerdings ihre Zustimmung hierzu. Doch hinderte diese That- sache die Arbeitswilligen nicht, fick) nach Beschäftigung um- zusehen; denn der Umstand, daß es gar keine Untersriitzung mehr giebt, konnte nicht verhrblt werden. AÜein es wird an die Stelie des Krieges ein sogenannter bewaffneter Friede treten; diesrr Gedanke fand seinen Weg aucb in die Resolution, in welcher die Versammlung für die Zukunft an ihren Forderungen festzuhalten betonte.
Ju Meerane fand, wie das .Cbemn. Tgbl.“ mittbcilt, am Montag eine Versammlung der Abdreturarbeiter statt, zu welcher auch die Arbeitgeber Eingeladen und sämmtlicb erschienen waren. Nach längerer Ausiprackw ciniaic man fick) über folgende
orderungcn: Lohnerhöhung um 20%, Rrgelung der ArbeitSzeit von Torgens 6 Uhr bis Abends 7 Uhr, Abschaffung der Sonntags- arbett 2c. Hinsichtlich der Ueberstunden sind die Arbeiter bereit, zum Uebergangc ür die laufende Saison im Rothwendiqkeitsfalle pro Tag 2 Stunden zu arbeiten, unter 100 0/0 Lohnerhöhung; diese For- derungezi, welche zum 15. Juni in Kraft treten sollen, werden schon
"jetzt gexteÜt, um den Chefs genügende Zeit zu gönnen, sich mit den
Fabrikanten ins Cindernebmen wegen böberer Apprcturlb'bne 2c. zu seßen. Diese Bedingungen soüen in aller Rabe durchgeführt werden.
Hier in Berlin nahm am Mittwoch eine öffentliche Scbrrft- gießerversammlung eine vom „D. Tgbl." mitgetheilte Resolution an, in welcher erklärt wird, daß, nachdem die Prinzipale durcb tbr unmotivirbares Verhalten jeden Versuch, den aus dern Dele- girtentag ausxiearbeiieten Normaltarif an drm Wege der Unterbandlung einzuführen, vereitelt haben, dre Vkriammlung sicb veranlaßt fühlte, die Berliner Schriftgicßerscbaft auf- zufordern, am Donnerstag, den 22. er., die Arbeik niederzulegxn. Als Strikekommisfion frmgirt die Ccntralkommisfibn, und 1ämm111che Verhandlungen find mit ihr zu fübren. Die_ PrinzipaleKbatten sich bereit erklärt, mit den aus den einz21nen Osfiztnen gewahltraner- Fretern in Unierbandlung zu treten, doch betonten die Gebulfen, darauf nicht eingehen zwkönnen. ,'
Jm Semic- und Jsertbale ist, wie „W. T. B." aus Königinbof meldet, der Strike Vollständig „beendet und das Militär zurückgezogen. Jm Nürschaner Revrer bsrrscbi voll- ständigeRuhe. '
Jn Newcastle-on-Tyne fand, wre die Londoner ,Aüg. Corr.“ berichtet, am 20. d. M. eine Besprecbung'der Eisen- und Stahl- fabrikanten mit Vertretern ibrer Arbeiter statt. Die Fabrikanten, besonders die Stablschmelzbüttenbesißer Verlangen eine Lohnherab- setzung von 10 9/0. Nach längeren Verhandlungen wurde beschlossen, daß dieselbe am 2. Juni in Kraft treten sol].
Gutachten und Wünsche betrxxfs der Gewerbeordnungs- nove e.
Die Drlegirtenversammluyg des Centralberbands deutsober Industrieller, Welche gestern in Frankfurt a. M. Stellung zu der GewerbeordnungSnovelle nahm, hat sich mit den Be- stimmungen des Entwvrfs über die Nabe an Sonn- und Fest- Ta en einverstanden erklärt, jedoch unt der Maßgabe daß „die 48Zündige Rubezeik nur für das Weibnaebts-, Oster- und Pfingstfett gelte, daß der Neujahrstag als ein gewöhnlicber Sonntag betrachtet und daß an den auf Wochentage fallenden Fcsttagen die bbligatoriscbe Ruhezeit für diejenigen Werke, welche Tag- urid Nachtjcbicbt haben, von 24 auf 12 Stunden (und zwar von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends) ermäßigt werde. ,
Bezüglich der Maßregeln zur Besserung der Zucht und Sitte unter den minderjährigen Arbeitern wurde beschlossen: .Es wird nicht verkannt, daß eine schärfere Beaufficbtigurrg der minder- jährigen Arbeiter auch außerhalb des Betriebs urid eme Starkung des Einflusses der Eltern, bezw. Vorwünder an dteielben von wobl- tbätigstem Einfluß in erzieblicher Hinsicht sem, Wurde." Beschxan- kungen der minderjährigen Arbeiter in der freier- Verfugung uber verdienten Lohn, übcr ihr Verhalten außerhalb des Fabrik- betriebes smd aber nur durchführbar bet aklgemem „ gultiger geseßlicher Einführung der in Rede „stehenden Beschrankrzngen, da andernfaUs die minderjährigen Arbeiter bestrebt _sem wurden, ausschließlich dort zu arbeiten, wo fie derartigexi Beschranxungen n1cht unterliegen. Die Verhältnisse in der Großindustrie 11egen„frrner derart, daß aÜgemeine, die Fimmtlicben in dersexben beschaxttgten minderjährigen Arbeiter betre ende Vorschriften _mcbt durcbfubrbar sind. Wenn nur die ArbeitSordnung die Verhaltnisse der nzrnder- jährigen Arbeiter regeln soll, wird daher von Aanndqu derjenigen Maßnahmen, auf welcbe das Gesey hinweist, mmderxabrtgen Ar- beitern gegenüber Seitens der Arbeilgeber abzusehen sem. Wenn
jedoch das Geseß, wie erwünsckxt, gewisse Einschränkungen der minder- jabrigcn Arbeiter in Beziehung auf Verfügung über verdienten Lohn und Verhalten außrrbalb des Fabrikbetriebes festscyen sollte, so würden solche Einschränkungen zWeckmäßig im (&er zrar als bestimmte Vorschrift fsstzuseßen, bierneben aber "cem Ar eitgeber zu überlassen sein, event. unter motivirter Anzeige cm die rorgesrßte Verwaltunasbebörde, Arrsnabmen von den gesetzlichen Bestimmungen nacb dsr Ricbtung bin eintreten zu lassen, daß Befreiung von den in den Arbeitsordnungen vorgeschriebenen Einschränkungen eintrete. x. B AuSzablung des vollen verdienten Lobnes an die minderjährigen Arbeiter erfolge. Von der Befugnif; des §.1§14(1, fich vor dem Erlaß der Arbeitsordnung oder eines Nachtrages zu drrsrlben über den Inhalt derselben zu äußern _ eine Befugriß, welche nach Re- solution 7 entschieden abgelehnt wird _ smd mindrrjährige Arbkiter auszuschließen.“
Mit den Vorschriften der Pgragraphem über den Schutz gegen Gefahren für Leben, Gesundheit und Sittlichkeit erklärt sich der_(Centralvcrband, soweit fie da:,u bestimmt find, die Arbeiter gegen Gefahren für Leben, Gesundheit und Sittlicbkrit 311 schüßcn, ein- verstanden. Der Centralverband ist'jedoch der Meinung. daß die Berechtigung, Verfügungen in drr Richtung zu erlassen, wie bisher, nur den „zuständégén Verwaltungsbebördcn zuerkannt werden muß. Auch erblickt er eine größere Garantie argen etwaige unberechtigte André,?nungrn in der Einräumung des Rekurses an ein Verwaltungs- geri ,.
Der (Zentralverband eracbtet ferner die Bksiimmung, daß Arbeiterinn en über 16 Jahre, welche ein Hauswesén za besorgen haben, eine halbe Stunde vor der Mittagspause zu rnilasien smd, sofern dixse; nicbt mindestens anderthalb Siundrn beträgt, für urrzweckuiaßrg Bei der Verschiedenheit der örtlicben Verbältniffe wurde dlls dabin führen, daß in den überwicgrnd mcisien Fäklen den betreffenden Arbeiterinnen eine Erleichterung oder ein Vortheil für ihr Hauswesen nicbt erwächst. Andererseits würden ibnen Schwirrigkeiien bereitet w:rde.1 insofern, als gerade dielobnenderen ArbZiten deNjenigen Arbeitsrinncn Überwicsen werdkn wiirden. dir kein Hauswefkn zu be- sorge'n Haben, oder als diejenigen, welcbe durcb die in Rede stehende Bestimmung geschüßt werdcn sollen, gar keine Bescbäiiigung er1argén. Der„(§entralverband hält es daher für richtiger, die Vorschrift dahin zu andern, daß die betreffenden Arbeiterinnkn nur auf ihren Antrag eine Halbe Stunde vor der Mittagéyauie cntlaffen werden. _ Der Centralverband erachtet die im Jnteresie der Saison-Jndusirie tm §. 1383 getroffene Bestimmung, daß die einem Arbrituebcr zur längerem Bescbäftigung von Arbeiterinnen zu rrtbeileddc Erlaubniß im Ganzrn für eincn Arbeit;]eber nicht über 40 Tage im Jabra aus- gedehnt werden darf, im Interesse der Saison-Jndxstrie für upzu- reicbend. Er beantragt demgemäß die Ausdehnung dieser Erlaubnis; auf 60 Tage.
Bezüglich des Kont raktbrucbs wurde besrbloffen:
a.. Der Crntralverband erkennt mit der .Bsgründung' an, daß der dem Arbeitgeber gewährte Rechtsschutz den vertragbriichigen 5Lir- beitern qsgenüber ungenügend ist, und das; der cibisrcchjlicbe (Entschä- digungsansprucb äußerst schwer zu erheben und, wenn erhoben, in der Regel zwecklos ist, Der (Hrsctzentwurf will Abbülfe schaffen, indem er an die Stelle dss weitläufigen Schadensermßverfabrcns dem Ar- beitgeber das Recht ertbeilt, eine kleine Geldbuße einxuklagen. b, Der Centralverband erachtet, daß die Eixiklaguxig ciner Buße, wie sie dem Veliebrn des Arbeitgebers anheimgeiirüt ist, M Verbitterung des Ver- hältnisses zwischen Arbeiter und Arbeitgeber beitragen würde; dies umso- mehr, wenn die Veruribeilung und VoUstrrckurig darcb das GewerbegeriÖt, wie bei Maffenstrikes meist zu erwarten, erit nach dem AuSgleick) der Streitpunkte und nack) Beendigung des Strikes eintreten würde. In diesem Falle wird der Arbeitgeber die Britreibuns der BULL auch nicht mehr als in seinem Interesse liegend, erachten. Der (Central- verband ist aucb der Anficbt, daß bei Maffenstrikes die Eintreibung der Buße sich als ebenso schwierig bezwunmöglicb, wie die Einziehung eines SÖadenersaHes erwe11en wiirde. (: Der Centralverband kann daher irgend welchen Erfolg von der_ Vestimmurig in §. 125 nur er- warten, wenn der Staat selbst auf Grund ge1e§1icher Brxtimmung die Buße verhängt und einzieht, bezw. den Verfall d2r161ben zu Gunsten eines dritten Vermögenssubjekts, wre z. 25. Unter- stüßungs-, Knappschafts- 2c. Kassen, ausspricht, wobei die Verwendung des Betrages zum Nußen des Arbeitgebers aasge1chloffen wcrden mag. (1, Cbentuekl wäre den Arbeitgebern im GeseZ das RS_ÖT zu wahren, fick) durch Vereinbarung einer durch Abzug vom rückständigen Lbbne einziebbaren Konventionalstrafe gegen Kontraktbruch des Arbeiters nach Möglicbkeit zu sÖüZen. Die Beseitigung des Recbxs der Ver- einbarung solcher Konventioralstrafen bedeuiex eine Ver1chlechterung drs sextherigen Rechtszustandes. L. In der Famung des §. 153 erkermt der Centralverband eine nesentliche und notbwsndige VervoUständigung und Verschärfung der diesbezüg1ichen bisherigen Bestimmungen.
Ueber die auf den Erlaß der Arbeitsordnung bezfiglich Brftimmungen wurde bescbloffen: _ "
„Mit der Bestimmung in §. 1343, des Geseizentwurrs erklart fich der Centralverband einverstanden. Was dagegen den Inhalt der Arbeitsordnung betrifft, so ist der Centralverband der Ansicht, daß solcher nicbt (Seoenstandxder geseßlicben Feststeüung bilde, viel- mehr in folgerichtiger Auffassung der pridatrecbtlicbcn Natur des Arbeitsvertrags Sache der Frstseßung durcb der. Arbeitgeber sei. Sollten die gesetzgebenden Faktoren fich dem nicht anschließen können, so hält der Centralverband folgende Aenderungen für nothwzxndig:
aä §. 1341) AbsaZM Fier ist als Geldjtrafc der doppelte Be- irag des ortsüblichen agelo xis als zu nixdrig gegriffen anzuseben. Der dopvelie Tagesverd ienit muß an des1en Stelle treten.
8.11 §. 1340: Die in dcr Arbeiisordnung vorgesei'enen Strafen beziehen ficb nicht auf Hausordnungen odc'r Woblsabrt-Zeinriäotunger]. Es muß den) Arbeitgeber frei stehen, hierfiir besondere Stras- bestimmungen festzustelien. , _ .
o.ä §, 13411: Die Bestimmung, daß vor dem Erlaß der Arbeits- ordfmng oder eines Nachtrags zu der1elben den Arbéztern Ge1egenberi zu geben sei, fich über den Inhalt derselben zu außern, rst mobi annehmbar, da die Festieyirng des Arbeitcrvertrages „lsdiglrcb dem Arbeitgeber zustehen muß. Das Jntereffs dc: ArbeitZr gegenuber dem Inhalte ncu zu erlassender 'Urbeitsordnungen finder 1xcb durck) dre Bestimmung des §. 1348, gewahrt.“
Der Vereinxgcgen Wucher.
Von der Saar wird der „Köln. Ztg.,“ geschrieben:
Ende 1885 gegründet, um die so;]. kleinere BZvolkerung, sowohl den Landmann als den Fabrikarbeiter, von der [(handltcbrn BWW);- rung und wittbscbaftlicben Kncch11chqst zu befreixn„ bat der“ Verein gegen den Wucher im Saargebret durcb rubrrge' Ermrttclung, Aufdeckung und schonungslose Verfolggng zahlreicher Wucher- fäüe und mehr noch durcb sern blubendes Fortbesteben mrt einer ebenso bedeutenden als ernflußrktchen Mitglrxdcrzabl _ es bereits dahin gebracht, daß von cigentlichem Wucbxr im Vereins- gebiet nur noch als seltener Ausnahme dre Rede 1ern kann. So mächtig erwies sich auch hier das Zusammenwirken (x_ller Gutgefinriten und planmäßiges Vorgeben gegen ein hergebrachtesbffenilichcs Uebel. Aber damit ist es nicht gethan. Es hat der Verein mcbt nur_fort- geseizi die Aufgabe, den erzielten Erfolg zu sichern und einc; Wredxr- kebr der Wucherfäkle zu verhindern, 1ondern es muß auch die Bevol: kerung se1bst wirtbscbaftlicb gehoben und dazu erzogen werden, daß sie, selbständig und widerstandsfähig getpacbt, fick) se_lbst zu beifen und zu wehren vermag. Nachdem fick) bereits vor zwei Jahren die Vereins- tbätigkeit mit Zustimmung 2111er ' der Gruridung bon Gemeinde- Sparkaffen, Bexeitigung von Mtßstanden „im V1ebbandel,_ Ge- währung von Rath und Recbisbeistand an klein? Leute, Bescbrankung des Handels mit Grundstücken und der Anlenung des Volks zur geordneten Buchführung, dieser ersten Voraussetzung zu einer guten Wirthfcbaft, zuwandte, hegt man gegenwartig dre Absicht, m der an- gegebenen Riwtung neue Schritte von Bedeutung zu tbmi. Der Verein will sicb mit der Frage der Lobuzablurrg an Minder jährige beschäftigen. Da unzweifelhaft _m _vrexen' Fallen der jugendliche Arbeiter durch den" Befiv yerbalfnißmaßrg erheblicher Geldmittel nicht nur zu unnußen, schadltcben Ausgaben derfubrt
wird, sondern am!) oft dabei ficb der Verpflichtun , zum elterlichen Haysbalt, dem er noch angehört, angeme en bei- zutragen, entztebt, fo erscheint es ratbsam und vom Standpunkt der Gewerbeordnung fkki von Bedenken, Wenn bei der Annahme Von Minderjabrmen zur “Arbeit diese in der Form einer freien Verein- barung sich damit einverstcrnden erklären, daß der größrrc Theil des Lobnes unmittelbar „an dte Eltern oder Vormünder gezahlt werde. (Der neue dem Reichstagr Vorliegende Entwurf einer Noveüe zur Gewerbeordnung nimmt eine Regelung dieser Frage in Aussicht. D. Red.) Auf der Tagesordnani drr Nächsten Jahresversammlung am 1. Juni steht ferner die Scbgffung bon Vereinen für Viehversicberung. Besoxrdere' Aufmerksamkeit beansprucht aber das Eintreten des Vereins m die Frage 'der Beschaffung biUiger und gesunder Wobriunaen fur kleine Lewie, deren Bearbeitung fich ein im vorigen Herbst dom Vorstands eirrgessßfer Ausschuß mit großem Cifer_ unterzogen, bat., Die Wobnrmssrwtb der ärmeren Klassen ist auch tm Saqrgebiet mcbt gering; obwohl die Verschärfung dort fehlt, welcbe bon einer Großstadt auSzugeben Pfisgt, so bringt doch auch an kleinern Orten das Zusammenströmen und Zusammensein vieler Bergleut; UKUÖ Fabrikarbeiter nicht selten arge Miß- stände und Mißbrauchs in Bezug auf die Befriedigung des Wohnungsbedurfnimes berbbr, die heute mebr als je dringende Ab- bülfe heiscben. Der Vorfisende.Landratb und Landtags-Abgeordneier Knebel zu Beckrnzen, bcantragt, zu dem Zweck die Bildung von Genossenschaften mxt bcxcbränkter Haftpflicht vorzunebmen, welcbe ibren Mitgliedern durch Neu- oder Umbau billige und gesunde Wohnungen bescbaffen. Unter der Verbfiicbiung der Crwerbankx eines Geschäfts- antbcils in m;":ßigen mydailicben Tbeilzablunaen würde dem Mitgliede die Möglichkeit eröffnet und bedeutend erlricbtert wkrden, ein kleinrs Wobnbaus mit Gärtcben als Eigentbum zu erwerben.
Kunst ünö (Wissenschaft.
Die Leistungen der preußischen Sternwarten.
Es isi im AUßemeinen eine sc'hr schwierige Sache, die Grsammt- leistung wrffeniÖaftlicber Anstalten eines Landes mit derjenigen der entsprechenden Anstalten anderer Länder einigktmaßen erschöpfend und zutreffend zu dergleichen.
Auch hinsichtlich der Sternwarten würde ein: solche Vergleichung den Facbmänncrn gewiß als eine recht Psinlirbe Aufgabe erscheinen. Dagrgen ist es ganz erklärlick), daß außerhalb des Kreises der Astro- nomen ein vergleichendes Urtbeil über Sternwarten keineswegs als ein Wagniß, sondern als eine ziemlich einfache Scribe erachtet wird.
Die (Einrichtungen von Sternwarten scheinen sich nämlich gerade für den Laien durcb gkwiffe bervortretende Eindrücke sofort als böberen oder als geringeren Ranges zu kennzeichnen. Insbesondere ist man gewohnt, nicht bloß die Lcistungsfähigkeit, sondern auch scblecbtweg die Leisttzngen einer Sternwarte nach den Dimensionen ibrer Fernröbre abzu1chä en.
AUHLUÖLM find es die bloßen Entdeckungen von Vorher unbe- kannten Himmelskörpern, welche vom größeren Publikum und auch bei vielen wahren Frrundkn der Astronomie noch immer als die ent- scheidenden Merkzeichen hervorragender und rubmvolier Thätigkeit einer Sternwarte betracbtet werden.
Nachdem man z. B. vor einiger Zeit vernommen batte, daß in Nord-Amerika zwei bis dahin nicht bekannte Monde des Planeten Mars entdeckt worden 1eien, daß aber auf keiner der preußischen Sternwarten bis jest die Fernrödre stark genug gewesen seien, um diese Monde nach der Entdeckung anch nur wabrzanebmen, geschrveige denn so licbt- scbwarbe Objekte unabhängig enidcckkn zu können, da galt es sofort als ausgemacht, daß _ unfere Sternwarten überhaubt auf einer ganz unixrgeordneien Staie ständen, und daß unsere astronomischen Leistungen mit denen der anderen Länder gar nicht zu dergleichen seien.
Un1ere Astronomen hätten diese (Eindrücke längst mit Erfolg zum Ausgangspunkt weitgehendcr Anträge auf ftärkrre Geldbewilligungen für ihre Sternwarten machen können' denn es ist sine feststehende, an sicb gar 1chöne und erfreuliche Ericheinuna, daß der Wetteifer der Völker *auf den Glanz der astronomischen Leistungen ein ganz beson- deres Gewicht legt.
Auf unseren Sternwartrn und in unsersr Präzifibnstscbnik sab man aber jenes anscheinende anückbleiben hinter anderen Ländern mit ganz_ anderen Augen an. Man war sicb zunächst bewußt, auf den meisten Gebieten tieferer astronomischer Forschung den anderen Ländern mindestens ebenbürtig daxusteben, und man war auch bei den Fach- genoffen in jenen Ländern der Anerkennung dieses Sachverhalts voll- kommen sicher.
Aber hinsichtlich der Steigerrrng der Leistungen der Fernröbre war man mit Weiterb1ickenden Untersuchungen beschaftigt, welche, von der StaatSregierung etfrigst unterstüßt, schon für eine nabe Zukunft die Hoffnung zu eröffnen schienen, mit viel geringeren (Geldmitteln, als in anderen Ländern „dafür Verwendet wurden, die Leistungen der Fernrbbre, gerade bei kleineren Dimensionen, mindestens eben so weit emporbringen zu können, wie es anderwärts mit Riesen-Fernröbren erreicht wurde.
Diese tiefer angelegten Arbeiten haben jest einen gewiffen vorläufigen Abschluß gefunden. Sie haben allerdings zunäckost einige Klärungen berbeigefübrt, durch welche _die ErfüÜung mancher der gehegten Erwgrrtungen zum Theil in ab1ebbarer, zum Theil in unbestimmter Wade binauSgescboben wird, aber fie haben zugleich der gesammten feineren Glastecbnik und der Praktischen Optik in Deutsch- land festere Grundlagen und vonommenere Mittel errungen.
Inzwischen aber ist es in der That, selbst mit kleineren Jn- sirumenten und zwar durcb kritische Verfeinerung der Forsebungs- Miitel und -Mctboden unserer Sternwarten, insbesondere der Potsdamer Warte, gelungen, sicb in wichtigen Gebieten an die Spiß: der Forscbung zu stellen. Bei dem jeyt erreichten boben Stande unserer praktischen Optik kann aber und muß nunmebr auch daran gegangen werden. durch Hersteslung einiger großartigeren Instrumente diesen unseren Erfolgen die weitesten Gebiete am Himmel zu eröffnen und uns dadurch die voÜe Gunst der Bedingungen des Wettkampfes mit anderen Ländern auch dauernder zu sichern.
Man kann nach den oben erwähnten Vorgängen jedenfalis über- zeugt sein, daß die hierzu erforderlichen größeren Auögaben je 1 bo'l- kommen gerechtfertigt sein werden, wie es auch in jüngster eit im Abgeordnetenhause eingehend Hervorgehoben worden ist.
Verkehrs - Anstalten.
Zusammenstellung
der wesentlichsten Aenderungrn u. s. w. des für den
Eisrnbabn - Direktionsbezirk Erfurt am 1. Juni in
Kraft tretenden Sommer-Fabrplans1890 gegen den Winter-Fabrplan188990.
1) N e u 8 Z ü g e. Strecke Berlin-Halle-Leivzig_Kassel;
a. Schneüzng 168 (ab Dresden 3,50), ab Leipzig 6,10, Halle 6,07, an Kaffrl 11,12 weiter nacb Köln, gewährt eine Vcrbindung von Schlesien nacb Köln. __ „ _ '
b. Schnellzug 167 (von Köln) ab Kamel 6,22, an Leipzig 11,54, Halle 11,53. ' '
8. Die jetzt bereinigten Sebneüzüge 8/38 zwischen Berlin und Bitterfeld werden während des Sommers wie in fruheren Jahren ge- 1renntdurchgefribr13 „ „ ,
und zwar SchneUzug 16 ab Berlin 2,45, an L_ewztg 5,35. Schneiizug 8 ab Berlin 2,55, an Ewenacb 9,30.
(1. Der im Anschluß an den Berlin-Prob1tze11a,-Mrznchener Schneüzug 32 früber bis (,isengch eingelegte'ScbneUzug 4a§wrrd von Weißenfels bis Bebra durchgeführt und hierdurch eine ZYchnellzug= Verbindung zwischen Berlin und Frankfurt a. M. rzber Etiepab th 1._3. Wagenklaffe bergeitellt. Dieser Schnelizug bali auch in Frott- städt und Wutba. Abfahrt Berlin 8,14 V., an Eisenach 2,21 N.- Bebra 3.21, Kassel 6,11, Frankfurt 8,15 N.
8. Der von München kommende Schnellzug 33 wird von Weißeno, fels bis Berlin besonders durchgeführt:
ab Weißenfels 7,28, an Berlin 10,40.