Der, Kai erliche Gesandte am Königlich schwedif =nor- wegischen' Hoffe, irkliche Geheime Legations-Rath Fusch
bat | um Empfange Sr. Majestät des Kaisers und Könixczhs Krach Christiania begehen. Während seiner Abwesen- heit von Stockholm ist der Legatwns-Sekretär von Gaertner mit der Erledigung der laufenden Geschäfte beauftragt.
Sigmaringen, 26- JMF- (W. T. B.) Der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten Dr. von Goßler begab fich gestern nach der Adtei Beuron und folgte einer Em: ladung des Erzabis Wolter zum Mittageffex: mit den Venedikiinern.
- Bayern.
München, 25.Juni._ Der Staats=Minisier ])r. Freiherr von Luß feierte gestern 1ein Namrnsfest. Aus diesem Anlaß übersandte, wie die „Ailg. Ztg.“ meldet, Se. Königliche „“NRW der Prinz : Regent dem hochverdienten Staatsmann emen Überaus prächtigen Blumenstrcxuß; außerdem liefen von den verswird-Znsien Seiten Blumexxipenden und viele Hundertewon Glückwunschbriefen und Telegrammen im Hause des MimiierS ein. Das hsutige Bulletin lautet: „Nacht gut, Krafte- zustand läßt noch immer zu wünschcn übrig. Nahrungs- aufnahme gestern wenigSr befriedigend als die verganxszenen Tage. München, 24. Juni. ])r. Stieler.“ Yorgestrrn bs Uchte der Erzbischof zmn dritten Male den Patienten.
Württemberg.
(Y.) Sruttgart. Dem siändiiche1rAu§schqu 111, wie chon kurz gemeldet, der Entwurf eines (3916363 wegen Abändernngen und Ergänzungen drr Geseße iidsr die Verwaltung der Gemeinden, Stiftungen und sonstigesn öffentlichen Körperschaften zugégangdn. Von den nach dissxm Entwurf Eintreténden Aénde- rungen dss befiehdndsn Rechts erwähnen wrr folgende: Zur Zeit wird der Ort-Zvorsisher aus drei von den
emeinde'diirgern mittelst Wahl vorgeschlagensn Kan- didaten in Gemrinden 1. Klasse (Städten von mehr, als 5000 Einwohxreru) von dsm König, fiir diE iibrigen Gemeinden von der Kreisregisrung ernannt. Künftig soil der Ort?- vorsteher von den Gemeindediirgern gswählt wsrden uiid die Wahl der Bestätigung durch den Körckg beziehungsweise, die KreiSregierung bedürfen. In dem Gemeindrrathe foilen künftig Personen, welche mindestens den 4. Theil der Gemeindeadgaden entrichten, in Etatsangelegenheitsn SiH und Stimme erhalten. Die Wahlperiode der Mitglieder des Bürgerausschuffes wird von 2 Jahren auf 4 Jahre verlängsrt. Der bis )'th durch Wahl der Gemeindeiirger bestimmte Obmann des Bürger- aussckzuffes soll kiixifiig durch dessen Mitglieder aus ihrer Mitte erwählt werden. Zu den GEMEÜ'LDLU ]. Klasse wird brziiglich des Gemeinde-Eiaixs die Aufsichisbel)örd€ auf das Recht der Einsprache gegrn de-n vorgelegirn Etat beschränkt, in den iibxigsn Gsmeinden verbleibt es bei dem bisherigen Erfordernis; der Excit§genchmigung iir die Vcrwaliung der größéren Siadxgémrinden von iiber 1 000 Einwohnern (der- zsit 11 Gemeinden) könnsn ein oder medrßre Hiilfsb-samte (besoldete Gsmeinderäthé) durck) dis vereinigten Grmeinde: kollegien angestesli werdeii und zwar auf bestimmte Zeitpsrioden (nicht unter 6 Jahren) oder auf stsnszeit. Diese Hiilfsbeamten müssen die zweite höherß Dienstpriifung im Departrment der Justiz, des Innern oder der Finanzen abgelegt habxn. An dem Bestand der Amiskörperfchasten wird durch den Entwurf nichts geändert, dagegen folien die Depuiirten zur Amtsver- sammlung durch den versinigten (meeinderath und Bürger- ausschuß jeder Gemeinde auf 3 Jahre gewähit werdyn. Das passive Wahlrécht fiir diesc? Deputirten wird auf (1116 G2- meindeangshörigen ausgedehnt. Neu ist die Bildung eines aus 7 vom Köiiige ernannten Mitgliédern (richterlichen, Régiminal- und Korporationsbeamten) besiehenden Diszi- plinarhof-Z fiir Körperschdftsbramte, welcher iiber die Dienstentlaffmxg der Mitgliedsr der Gemeinde:Kochien und drr Beamten der Gemeindc-n, sowie dsr Mitgliedsr und Beamten OLLI sonstigen dem Ministerium des Innern unter- steizendén öffentlichen Körperschaftsn nach vorangegangenem Dinipiinarverfahren entfchßidet.
Baden.
KarLSrUHS, 25. Juni. Se. Königliche Hoheit der Großherzog empfing, der „Karlsr. Ztg.“ zufolgé, gesi-Zrn Mittag in Schloß Baden eine Abordnung der Mannheimer Rudergeséilschaftrn, bestehend aus den Hrrren Dr, Alt und ])1'. Eichelmann, wslche Höchstdenseldon zu der am 20. Juli d. .? stattfindenden Rsnatm einluden. Der Großhxrzog Hat eine Anwesenheit in Mannheim bei den Wettfahrten in ussicht gestelXt, soweit ihm dies immer möglich sein werde. _ Fiir die durch Hagesichiag schwer geschädigten Gemeinden in den Amisbezirken Engen, Stockach und Meßkirch hdi der Großherzog eine Untersiii ung von 9000 914 und fiir dix», Preißvertheilung auf der AUS teilung der Deutschen Land: wrrtdicbaitS-Gesellschast in Straßburg einen Beitrag von 2000 «47. gespendet-
Die Kronprinzessin von Schweden und Nor- 1112an w1rd,_soweit nach „W. T. V.“ biH jeßt besiimmi ist, den Sommer, in Baden=Baden verbleiben, wo in d€n nächsten ngen der ]i'mgste Sohn Ihrer Königlichen Hoheit eintreffen wrrd. Der Kronprinz wird im August 14 Tage. in Baden- Baden verweilen und seinen Besuch im September wiederholen.
Hessen.
Darmstadt, 25. Juni. Se. Königliche oheii der Großherzog Zedenkt sich, der „Köln. Ztgé) zufolge, Zumo; Tn zu zehntagigem Aufenthalt nach Schloß Romrod zu
eg n.
Die Zweite Kammer berieth in ihrer heuti en Si un den Antrag der ngg. Schröder und Gen., betgreffendH di?! Uebernahme der Kosten aller öffentlichen Schulen auf, die StaatSkasfe, und nahm den Ausschußantrag, die Regierung zu ersuchen, durch Uebernahme der Schullaften fiir die Volksschulen „gui, ddn Staat die Gemeinden (namentlich die ärmeren) aÜmahlich immer mehr zu entlasten, mit aÜen gegen 7 Stimmen an.
Waldeck. Arolsen, 26. Juni. (W. T. V.) Der Fürst von Waldeck u'nd Pyrmont hat dem „Central:Comité zur Errichtung eines Nationaldenkmals fiir den Fürsten
von Biqurck in der Reichshauptstadt“ einen Beitrag von 300 „44 iiberrmesen.
Oesterreiäx-ngaru.
Wien, 26. Juni. Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Statthalters von Ober-Oesler- reich Grafen von Merveldt zum. Statthalrer yon Tirol und Vorarlberg unter Verleihung der Würde eines GeheinpRaths und des ofraths Freiherrn von Puthon von der Statthalterei in nnsbruck zum Statthalter von Ober:Oesterreich. . , .
Die Journale besprechen die zehn1ahrige Mrnrsierz Thätigkeit des Finanz-Ministers ])r. vowDunajewsb und des Ministers für Landesverthetdigung Grafen Wels ersheimb und heben die außerordentliche Besse: rung der österreichischen Finanzen. als erdienst Dunajewski's hervor. Während seiner zshnjadrigen Thätigkeit seien fast 260 MiÜionen für Investitionen und exceptionelle Auslagen verauSgabt und Reformen auf fast
alien ökonomischen Gebieten durchgeführt worden. Ferner sei -
ein Ueberschuß im Budget erzielt und die „ erstellung de_r Va? [uta in Angriff genommen worden. Dem Mini ter von Duna1ewski sei eL ferner zu verdanken, dasz Oesterreich die schweren Aus- gaben für militärische Zwecke zu tragen, vxt'moge. Graf Welsersheimb habe die einheitlich;- Orgcrrirsatwn der Land- wehr durchgeführt, deren Mobilisirungsfqhigkeit erhohi und es so erreicht, daß die Landwehr ach; em _Besiandthetl der Armee ins Feld rücken könne. Endlich sei der Landsturm während seiner Ministerschaft ins bee'n gerufen worden.
In Budapest findet, dem, „Prag. Abdbl.“ zu- folge, jeßt eine gemeinsame Mriiiiier = Korrferenz, betreffend die Erweiterung des Mi'li'tar = Wittwen- geseßes, sowie betreffend die Militär - Einqu'ar- tirunchfrage statt. Der Finanz-Mmrster, Or. Ritter von Duna'ewski wird außErdem mit dem ungarischrn Finanz- Minisier ekerle über die Valuta-ngultrung und die Abänderung der Branntweinsteuer. konferzrrn. Zn Semlin ist eine unziarische Vetrrinärkom'mmsron' zu- sammengetreien, um über den Zustand der s erbis ck en Vieh : transports zu berichten.
Großbritarmiex; und Irland.
London, 26. Juni. (W. T. V.) Die heutige „Morningpost“ erklärt: NishsZ könne weitsr von der Weihr- hßit entfernt sein als die Behauptung, Helgoland bilde lediglich den Preiß fiir die deutschen Zugeständnisse in Afrika. Der Vertrag mit Deutschland ssi diktirt worden durch Riicksichten vox“: unendlich größerer Bedeutung fiiribeide Reiche; höher als alle territorialenVortizeile müsse das zwrschen England und seinem natiirlichen Bundesgenossen hergesißllte gute Einvernehmeii angeschla sn werden. Um dasselbe vollkommen und wirksam zu machen, iZei erforder- lich grweien, an Deutschland die kleine Insel abzutreten, die für England nußlossei, aer für Deutschlaiid einen Werth habe. Dadurch habe Lord Salisbury in Europa das in Afrika begonnene freundschaftlich? Adkomnwn befestigt und die Freund- schaft der beiden Mächte auf MS brkite dÜULkUdL Grundlagß zum erinn fiir beide Theils gcsieUt. Die Periode der Jsolirung Englands sLi nunmehr zu ERDE.
_ (A. C.) Jm Unterhaufc wurde vorgesi-xrn _ nach Erledigung der Anfragen, worüber der Teiegraph bereits be: richtét hat, _ der erste Lord dcs SchaYamie-Z von Caine ([iberalsr Unidnist) befragt, ob die Regierung gesonnen sei, an dLn Artikeln der Lokalsteusrvorlage, beirrffend die Schließung von Schankwirthsckmftcn, fSitzuhaltsn. Smith antworteté, di:? Regierung wärs nach reisticher Er- wägung der zu dieser Vorlage angemeldetenAmendements und der Natur der gsgen dicselbe gerichteten Opposition zu der Schlußfolgerung gelangt, daß es im gegenwärtigen Stadium der Staatsgsickxäste 1batsächlich unmöglich sri, diE Vorlage gänzlich zur Annahme zu bringen. Die Vorschläge der Vorlage mit Bezug auf Schankgerechtigkeitcn beständsn an?- drei Theilen: 1) die Verwendun eineH gewiffen Theiles der ncuen Steu-Zr auf berauschende eträxike fiir die zwangswrise Schließung von Wirthschasten; 2) die GrafschaftSräths zu ermächtigen, Wirthschaften kaufen und schließen zu können, und 3) die Einsieklung der ErtbeilUng neuer Schankkdnzessionen. Der §. 1 hätte bereits die Znstimmung des Hauses anläßlich der zweitsn Lesung sowie in der Kom- missionsberaihmig erhalten, und die Regierung gedenke an demselbrn festzuhalten. Den §. 2 ziehe sis zuriick, gedenke aber, dem Hause vorzuschlagsn, daß die fiir die Schließung von Wirthschaften _achgeworfsnen Gelder (350000 Pfd. Sterl. jährlich) angeiammelt werden folien, bis das Par: lament über doren Verwendung eine Bestimmung treffe._ Der §. 3, demzufolge ksine weiteren Schank- konzeffionen ertheilt werden sollen, habe die Zustimmung alier Partdie'n des Hauses. _ An diese Erklärung die.? Ministers knüpfte s1ch eine kurze Erörtsrung, im Verlauf welcher Gladst'ond, Sir W. Harcourt und andere Mitglieder der Opposition sich abfäliig iiber, drn neuen Vorschlag der Re- gierung, betre end die Ansammlung der fiir die Schließung von Wirthscha ten auSgeworfcnen Gelder, äußerten. Smith beantragte hierauf die Niederseßung eines Sonder-Aus- schusses, welcher prüfen soll, ob mittels einér abgekürzten Prozedur oder in anderer WeiZe die Erörterung von Vorlagßn, welche vom Hause ereits theilweise: erwogen worden, in nächstfolgender Session desselben Par: laments, Erleichtert werden könnts. Dieser Antrag wurde, nachdem sich Gladstone im Laufe einer längeren Diskussion zustimmend dariibc-r geäußert, ohne Abstimmung ange- nommen.
Die für den neuen Vorschlag der Regierung ungünstige Entscheidung des Unterhquses wird voraussichtlich die Jol 2 haben, daß die Regierung diejenigen Abschnitte der
o alfteuervorlage, welche auf die Behandlung der Schankwirihschaften Bezug haben, gänzlich fallen läßt. Durch einen solchen Schritt dürfte die Regierung die liberal=unionisiischen Anhänger, deren Treue durch die er- wähnten Klauseln etwa?; wankend geworden war, zufrieden- fiellen .und ihre Steliung wieder befestigen. Die Führer der liberal-unionistischen Partei Lord Hartington und _Mr. Chamberlain nahmen gestern an einer Ministerberathung Theil, in welcher sie die Preis: gebung der erwähntkn Klausel dringend anempfahlen. Zu diesem FalTe„so wurde den Ministern versichrrt, wiirde i nen xinxstighm, die treue Unterstüßung des liberal-unionisti chen exlugeiß nicht mangeln. Es verlautet, daß die Minister G o fck en und Ritchie anfänglich die Beibehaltung der erwähnten Klausel der Schanksteuervorlage als Bedingung ihres Verbleibens im Kabmet sieütßn, ' aber Angesichts der drohenden Haltung der liberalen Umoxnsten n'achgaben und gegen ein 1?allenlassen der Klausel nichts weiter einzuwenden haben. nter diesen
Umständen ist das Schicksal dieser Klausel befiegelt, uiid in der Donnerstagsfißung wird 'die Regierung dorgusficbtltch Er- klärungen abgeben, welche die Opposition wre ihre Anhäxxger befriedigen dürften. .
Im Namen des am Hofe von St. James beglaubigten diplomatischen Corps überreichte der französische Botschafter dem, Premier Lord Salisbury gestern eine Kollektivnote, m welch3r Einsprache dagegen erhoben wird, daß die Londoner Distrikts-Verwaltungsbebörden (76811'168) in Verletzung der Rechte und Privilegien der Diplomatie die Prätenfion erheben, die von den aus- wärtigen Botschaften! und'Gesandten bewohnten Häuser zu be,- steuern. Da" dix Distriktxbehörden die Steuern von den Mitgliedern des diplomatischsr Corps nicht eintreiben können, So kassiren fie die _Steuern von den Eigentbümeru der Ge- andtenwoZnungen em. Die Folge ist, daß die Eigenthiimer, wenn sie äuser an Botsckzastsn und Gesandschaften vermiethen, den Betrag der städtischrn Abgabßn „auf den Miethpreis schlagen. Aufdiese Weise hat jedes Miiglted des diplomatischen Corps eine um 25 Proz. höhere Miethe zu zahlen als irgend ein Vrivatmami. Die KoÜektivnote pro teiiirt energisch gegen das Verfahren der Distriktsbehörden und betont das Prinzip der Extxrritorialität, welches nicht nur auf das von einer Bot- schaft oder Gesandtschaft bsnußte Haus, sondern sogar auf den Grund „und Boden Anwendung findet, sodaß auch der Ergenibümer keine Abgaben
- darauf zu zahlen hat. Das diplomatische Corps Ersucht Lord
Salisbury, der bestehenden Anomalis ein Ende zu machen, wslche seit langen Jahrsn die Geduid _er am Hose von St. James beglaubigten Diplomaten ans eiiie harte Probe gesteUt habe.
Jtaiien.
Rom, 26. Jimi. (W. T. B.? Der Papst hielt heute Vormittag ein öffsxitliches Kon iftorium ab, in welchem er den neu ern-Mnten Kardinälen Mer millod und Galleati den Kardinalshut überretchte. In einem sich daran an- fchließsnden geheimen Konsistorium hat der Papst unter anderen Prälatsn den Weihbischof Gockel von Paderborn präkonisirt.
Spanien.
Madrid, 25. Juni. (W. T. B.) Das amtliche Blatt veröfferitlicht ein Dskrei, durch welches die Einfuhr von Lumpen aus der Provinz Valencia untersagt wird. Ebenso wird ein Cirkular dekanntgegeben, in welchem die PriZfekten zu ensrgischen sanitären Maßr eg eln aufgefordert wer en.
Aus der Hauptstadt der Provinz Valenciwwird ge- msldet, daß Angksichts dss vortrefflichen dortigen Gemndheits- zustande?» der Gemeinderat? beschlossen hat, den Jahrmarkt und die iiblichdn Zulifestiick) eiten abzuhalten. Die Gefammt- zahl aÜer bisher in dsr Provinz Valencia vorgekommenen cholsraartigen Krankheitsfälle beträgt, laut amtlichen Ausvwsises, 196, von densn 113 tödtlich verliefen.
Schweiz. Berri, 26. Juni. (W. T. B.) Der Ständerath hat den NiedrrlassUUgSvertrag mit Deutschland ebénfalls einstimmig gerxehmigt.
Türkei.
Konstantinopel, 26. Juni. (W. T. V.) Wie die „Agence de Constantinople“ meldet, cirkulire in diplomatischen Kreisen ein Gerücht, dem von vielen Seiten Glauben geschenkt wird und wonach die Absicht bestehe, die Ver- waltung der ottomanischen Staatsschuld zu beseitigen. Die Konversion der Prioritätsschuld habe den Anfang gebildet, die Unifikation der verschiedenen Serien der türkischen Schuld _werde folgsn. Nachdem die Voraus- setzungen fortgefakl-sn,“ auf Grand welcher 1882 die Einseßung des internationalen Konseils erfolgte, sei dieser überflüssig geworden. Man beabsichtige f?rner, die Verwaltung sodann als einen besonderen Theil der Ottomanbank zu gestalten. Der Urheber dieses [(MSS soll Sir Edgar Vincent, von dem gegenwärtigen engli chen Präsidenten der Verwaltung der öffentlichen Schuld, Collard, unterstiißt, sein, Der inanz- Minister soi] prinzipiel] mit dieser Vereinbarung einverianden sßin, da er die Verwaltung der türkischen Staatsschuld von jeher ais Sine Beeinträchtigung der Souveränetät des Sultans angesshen hab?.
Bulgarien.
Sofia, 25. Juni. Der Prinz Ferdinand wird, wie „W. T. B.“ meldet, heute in Sistowo erwartet, wo der Minister-Präsident Stambulow bereits eing-Ztroffen ist.
SchWeden und Norwegen.
(17) Christiania, 23. Juni. Das kommuxiale Comité fiir den Ewpfazig Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm bat fiir drs private; Dampferflottille folgende Ordnung be- stimmt: Am 1. Juli, Mittags 1 Uhr, versammeln sich die Dampfer westlich von Jldjernet, jedes Schiff mit drr National; flagge unter der Gaffel, der deutschen Flagge am _Vortopp und im , Uebrigen mit Flaggen und Wimpel ge- schmückt, wre bei festlichen Gelegenhsiten gebräuchlich ist. Nach rinem Signal von dsm Kommandoschiff „Mjölner“ formirt die Eskadre sich in zwei Kolonnen, die gefiihr: von „Mjölner“ und „T or“ in eschloffemer Linie iangsam südwärts bis zum Fahrwa er zwiscZen Spro und Langaaren gehen, so daß die das Faeraff-er pasiirende Kaiserliche Eskadre zwischen beiden *olonnen hindurchfährt. Auf allen Dampfern wird dann die Nationalflagge gesenkt, bis das Kaiserschiff passirt ist. Saluxirung mit Kanonen ist nicht gestattet. Wenn das Kaiser1chiff passirt ist, schwenkén dis Dampferkolonnen links und rechts ab und laufen mit voller Fahrt wieder zu beiden Seiten des Kaiferschiffes binau , um dasselbe nochmals zu saiutiren; vor dem Piperviksfjord, er nur von dem Kaiser- 1chiffe und den übrigen Kriegsschiffen paéfirt werden darf, er- folgt die Auflösun der beidsn Dampfer olonnen.
Das britis e Uebungszzeschwader (bbs trajujug- squaärou) unter dem Befehl des Commodore Powlett ist am Sonnabend auf der hiesigen Rhede ein etro en. Das Ge- schwader besteht aus den Schiffen „Calyp o“ 770 t, 26 Ka- nonen und 314 Mann Besaßung), „Active“ (3080 t, 20 Kanonen und 350 Mann), „Vola e“ (3090 t, 20 Kanonen und 350 Mann), sowie „Ruley“ (“ 120 t, 16 Kanonen und 230 Mann Veiaßung.)
Amerika.
Vereinigte Staaten. Washington, 25. Juni. Das Repräsentantenhaus lehnte, einem Kabel- telegramm zufolge, sämmtliche vom Senat zu der
Vorlage ncichgewiksen zu duden.
Si_lbxrbil1 angenommenen Amendements, einschließlich desjenigen „über die freie Ausvrägung von Silber, ab. Die Bill wird nunmehr _an den Senat zurückgehen mit dem Antrage, em aus Mitgliedern des Repräsentantenhauses und des Senats bestehendes Comité zur weiteren Berathung der Frage zu ernennen.
Der Appelibof des Staates New-York entschied,
das; der Zucker-Trust ungefeslich sei und daß alle
Korpdrationen, welche in deufelben eintreten, ihren Freibrief verwxrken.
Mexiko. Nack) in New:York eingegangenen Meldungen des „W. T. B.“ aus Sr. Louis handelt es sich bei den Nachrichten von a ngehlnben Unruhen in Mexiko lediglich um" das Auftretenn einzelner Räuberbanden, weiche PlunderUUJSzusgL untermvmen., Namentlich wurde am 20. d. M. em Eisenbahnzug vcw Räubern Überfallen. Die den Zug béwachenden Soldaten gabsn Feuer, tödtetsn mehrere Raubxr und nahmen den Anführer fest, welchér als- baid erschoffsn wurde.
Afrika.
Süd-Afrikanische Republik. Praetoria,23. uni. (R. B.) Der. VolkSraad genehmigt? das ZweikamJer- System. Die Verfassung _veriiigt jrßt, daß der Präsident und _der General-Kowmandant von dsn Viirgorn, weiche fiir die Erste Kammer stimmen, und ?Die übrigen Mitgliedsr der] Volizugsrexiierunß von der Ersten Kammer gewählt werden 0 en.
Parlamentarische Nachrichten.
Zir der heutigen (273433511119, 593 Reiäsétages, weiche": der Reichskanzler von Caprivi, dis Staatssekretäre ])r. vom
Boriiicher, ])1". von Stephan, Freiherr von Malßahn, der *
Krisgs-Minister. Gensral von VLde) du VikkUOiH, der Minister für Handel und Gsmerbe Frriherr von Berikpich sowie andere Bevollmächtigte zum_Bund€sraih bziwohnien, wurde die zweite Berathungdch G€1eßentwurf4, brireffend die Friedsns: präsenzstärke des deuisch8n Heeres, fortgeseßt.
_ Abg. Payer erklärt? sich graen die Vorlage, wenn nicht weitsre Erleichterungen i:; Bezug an die Dienst: zeit gewährt wiird9n;_ diE angsbotenén könntyn keines: wegs genügen. Ec; 1ci ein Jrrtbum der Militärvx'r: waltung, wenn si,? glaube, diE Nothwe-„idigkeii drr _ „ Nicht der Hinblick auf das Fort)chreiten_ der Rüstungen im anderen Staatsn aUsin könne maßgebend win, sondern auch die Riicksicht auf die Wohlfahrt im eigrnen Laiide. Die Zifférii dEr Militärv-yrwaitung wiirdLn auch durchuus nicht zur ALMÜWUL der Vorlage fiihren, wrnn nicht andere Erwägmigen pk-[iÜschSr Art mit in Bstracht kämen. Die durch die Vorlage nmhwendigen AUfWLUdL-ltlgßsl vsrtriigen sich nicht mit dsr LListunngiidingit de-Z driitich-xn VolkZ. Der Schatzsekretär lade auf die Jivthwendigksii der Aufrechtcrhal: tun,“) der Getrsidezö € hingewiesen, aber wehe dsmLande, das ZöÜe aufrechterhalten miiffs, die nur dann ausreich-ane Erträge ad: wsrfen, wenn Mißrrntén das Land treffen. Die» neue Vorlage werde sicher im Reich wie in den Einzelstaaten neue Steusrn nothwendig machen. Der Reichskanzler meine, “Oiése Vorlage habe mit den Zukunfisiiiäiien nicht?, zu thun. Man köniie aber doch bei der Stellungnahme zu der Vorlags sick) nicht da: gegen blind steÜrn. daß sie dxr erste Schritt zur För: derung des Zukunfthianss sei. Der Grtierai Vogel von Falckensiein habs von der Kaserne alex; Ferien: kolonie geiprochen. Wemt es wirk1ich LandeStheile xzsbe, wo die Ernährung noch schlechter sei als in der Kaserne, wie komme man dazu, diZsen Landesthsilen das Brot „noch durch die Zölle zu verthsuern? Das Septrnnat iSi thatjächlici) Sertc-„ns der Regierun nie inne gehalten wordsn. Die Forderung der einjährigen ZZMÜÜMUUJ der Präsenz wolle dah-xzr nur einen thatsächlichen Iischtszusiand auch formell gcseylxck), lier: stellen. Von einsr parlamsntarischen Zikiachiiraae und eriit: probe könne dabei michi die R:;de_ 1em. Wer da _wisie, wie seit 14 Jahren dér RLichStag imnisr mchr von 1emer MachtfteÜung zurückgedrängt worden, 1er, wrffe auch zu würdigen, wie wenig Grundlezge eme solch-:_ Behaixptuxig habe. Man köxrxite sie fast nur als emsn bitteren Scherz ansdhen. Wenn die 6000__„Mami mehr DLS- positionsurlauber die Konzession iar, diese Vorlage vorstelien soUen, dann könne man sich sinen Begriff machen, welche ungeheurqiz Forderunchxr 'die Militar- vsrwaltung für die Konzemioir der zweqahrigen "Dienstzeit sielien wiirde. Fiir die Resolutioii'Wmdthorst bZJUgllck) der ZukunftsPläne werde die VolkSpartEi eiiitrctexz, .uzrraqudruck'en, daß sie auf dem Boden der bishrrigeii Miiitarorgaimatwn eine Vermehrung der Frisdeyßpriiwnzßmcht woiie; sie , [affe dabei dahingestellt, wie sie sick) bezüglich "der Pras-IUz [)01 ver- änderter Organisation vsrhalten wurde._ Man habe den Konflikt an die Wand gemalt. Die Abgeordneten seien aber in déi: Reichstag geschickt durch das Vertrauen der Wähler und dürften dies gas; so_lchen erck- sichten nicht mißbrauchen; der Mangel an „WiderstandSJa-„hig- keit habe sich an den bstreffenden Pgrteien stets gergcht. Man sage, diese Debaiten „würden im Achzlande eiiien schlechten Eindruck machen. Einen xchlechtere'n Eindruck niuffe es aber machen, wxmn man sehe, da, der Reichstag dimdlmgs den Militärs folge, statt sich in ehrlicher Arbeit zu muhen, das Rechte zu finden. , „ „
Abg.1)r. von Bennigsen WWS! darauf hm, daß die Stimmung im Reichstaße gegen „dis Vorlaßs seit der ersten Lesung sich erhe lich verschlimmert ha e., Daran sei in der Hauptsache der m der Kommission er- örterte ZukunftSplan der Herresverwaltung Schuld gewesexi. Zweifellos sei dadurch eine bedeutende, Unruhe und Besorgxnß im Lande hervorgerufen worden. Dies, sex verursacht nicht sowohl dur? den Gedanken der Ausbildung aller Waffen: ähigen an ich, als dadurch, daß es aii einem bestrmmtexi
lan darüber mangele. Gerade dies“? Unbxsiimmthen sei in einem Theile der Presse in unerhorter Weise ausze- nußt worden. Von alle dem müsse aber abgesehendnd, dre gegenwärtige Vorlage fiir sich geprüft werdewDie freisinmgen Anträ e wegen einjähriger Bewiiligung des Militarbudgets und Einfü rung der zweijähri en DÄEPstZels seien nqch den Er: klärungen des Reichsranz ers gleich edeute'nd,m_it der Ab- lehnung der Vorlage, für deren Nothwendi keit ni der Kom- mission wie im Plenum die zwingendsiexi qchweife gegchen worden seien. Von diesem Verhaien der Freisinnigen unterscheide fich vorlheilbaft das des Centrums, welches iroß des _roßen Gegen- saßes der Meinungen auf anderen wichtigen Ge teten, hier zu
:enzeinschaftlichxr Arbeit mit den anderen großen Parteien des Leichstages sich zusammenfinde. Bei Schluß des Blattes dauerte die Rede fort.
(Der Schlußbericht über die'gesirige Sitzung des Reichs- tages befindet fich m W Ersten Bilage.)
Statistik und Volkswirthschaft.
Die wirtbscbaftliche Lage in Ostpreußen.
[) 'ßtJn dem Bericht der Handelskammer von Königsberg i. Pr. ei es:
Der Wohlsiznd miserer Provinz ist in dcn Beiden [Wien Jahren in Foige des ungünstigen Ausfalls der Getreideernien von 1888 und 1889 offenbar stark zurückgegangen War die 1888 er Ernie in Ost- PTTUÜM schori unter dem Mittel, tbeilwcise sogar v?xdorben qrwesen, sodaß aus derskiben wenig ©etreide_zum Verkauf mark) Königsbxrg gcbracht wrrden konnts, so ist die 1889 er Ernte sogar, von einzelnr-n Wenigen Distrikts" abxcseiixn, als äußerst sei'lecdt mid mißratbsn zu bezeichnkn. Statt überscÜüsfiges Getreide zam Verkadi zu bridgxn, mußten chba'ld unsere Landwirtbe viclsack) Géskéi'ke zum eigenen Be- darf zukaufén. Wok)! weisen einzelne Nsbcnzweige rrr Laiidwiribickoait bririediigende Ergebnisse auf _ beispieldweiie eriiclte aui unsrrem diksixibrigen Wollmarkt die zum Vkrkauf g-sicliie Wolle böhsre Pirixe als im Vorjakre _, absr der Mißrrixxlg dk? Geireidedaues Warwcbcin so i'tarkér,das die Kauffäbigksit derProvinx, cuiswieden ab- rabm. Als deutlickycs Anzeiciyrn können dir fckyrrirrigén Absatzwir- bällniffe für A'Lanufakturwaaken, Klavixre, Glas, POkZFÜQU, Wein, Koionialwaaken u s. w. geiler. Dix Berirbik aus dieseri Branchsn klaxen, das; dir KkNsULnLnTkn fick) :*icisack) einschränern, mözlickosi tmr minderwertbiirx Waare kauften und dadurch daI G.-sch.i,it rxnioS:x--nd wachten. BcispisiSwris: ging dsr Korrsum drr Provinz an Kaffee, isweit «derselbe von Königsbcrg gcrcrkt wird, von 42193 auf 33 514 Err. zurück.
Zur Sachiengängerci.
Man sckweibt uns aus Breslau: Troédem der für die Bc- Vöiké'rllllg überaixs günstige Winter und das rühzchiiige FriiHjadrs- Wetrer reichlich? Gsiegeniwit xu iohnender Bescdäftigmxa botkn, zogen dennoch jugend1iche Arbeiter und Arbritcrimnßn im Friikjghr iiach dsn westlichen PkOViUF-M, insbesondere nack) Sachscn i; nord drößerem Umfaxige als in früheren Jahren,. so daß diesc sogi'nannte Sachwnciäpgsrei schon wie ein? ansicckende Krank- Heil auf die Arbsiiirbcvölkerung einzawirksn scheint. Von dcn Land- wirtkykn wird dies mit um so größcrcr Bcsomnif; wahrgknommen, ais dadurch der Arbeitermangcl in einer besorgiiißerregsnden Wcisefici) siyigert und die Grundbesitzer nur mindsr seeignete Arbeiter ?yei höheren Löhnen erhalten können.
Knadpi(bafts-Veriifßgenossens-chch.ft.
Zins de_m _uns doriicgcnden VernditungsbcriÖT der KnaPVI'Ö-afiH- Berufsgeixxsmniäzaii für NÖ Jahr' 1889 knincbmsii wir Foigcndss: Die in 1886 Bririsben VLkfiÖthkn 375410 Pcrsoncn k))ssé'n einen anrcchck1un,.§fäbigcn ArbsitZVeri-mst VM zusammen 3101141528094, 5 i. aixf 1 “Arbeiter im Durchschniii 826,07 „14 pro Jadr Pri dsn SÖicdsgcrickiien schwebtsii 1566 Beruftmaen, don denen 1375 arisdigi wurden und 191 an? das Jakr1890 übriginden. DaIZFTx'iws-Verfickic- rungsamt hat im Berichtsiadke Übsr 283 ?chiirsc entschieden; 51 derselben waren vxm Genossen?chaft§dorsiaixde mid 23219311 den ericyien bczw. der:?n Héniérdiiebrnrn eingelcgt. CD sind nur 3 OrdnmigÖsiraiei: im Ge- sammtbrtrage von 40 „46 verfiizi W'Ikdéii, Die GLsÜMUlÜTMP-ZL be- ziffsrt sich auf 5035 580,58 „47- Dér Reservcfdridd sieiit fich am Srdluffe des Jaßrrs arif die baxirxickilich2Summe VON 9296 9973934 Die iäwmtiickyen Verwaliungskdiien, einschließlich Kosicm rer Uniaii- uniccsuÖUrigen Und der Festiteiiung der Enlichädigungen. aiicr Schiedsgerickxidiostcn und Unfaüvcrbütungskosirn bcirugsn im Ganzen 295 277,38 „46 Oder 5,80/0 dcr Umlage. Da sick) dieser Prozsntsaß nur auf die einmalige JadraßaUSJabe obne Brrücksicbtigung v:"n Kupitaldeckung bercckynct, so müssen die Verwaltungs- kosten als (Janz minimale bszcichnet wxrren. An UnfailentsÖädi- gungen wurd». gezahlt 2378 700,92 „Fé- Zur Anzeixze gelangten 27 038 Unfälie, d. s. 72 aus 1000 versicherte Personen. Hirrvvn waren 3163 = 8,4 0„“00 enischädigvx*gkpflickti,;. Jn leZieren sind 816 Ur-fälTe oder 2,2 auf 1000 verstäosrte Personen mit tödtlich€m AUsZangc entdalikn.
MusterzeiÖner-Verband Deutschlands.
Der Muitsrz_eichncr-Verband Dentscixlands, Sitz Ncriiri, Weicher Vor kaum Jabreösrist fick) konsiituirte und alle Zeichner für chcrei, Stickerei, :'xHobclin-Malcrei, Tapeten und Stoffdri'ckersi uwfaßt. bat ncurrdinxiß für seine Mitglieder eine Stcilendermiit-xlung Lingcricik-tkt, die auch schon von den Perrxn Fabrikanten ILM bsnußt wird und die wir hiermit iresiens cmdfcblcn. Dcr Verband, Welchcr wedcr politischen noch konfessionellen Charakter be- fixzt, wiki seinsn Mijglikdern eine ?indebörigfcir schaffen, wo sie sich ihrer Berufsart entsprkchenden Rail) mid Auskunft einholen können. Ferner hat der Verband im Auge, eine Kranken- und Unterstiitzungskaffe (auch auf Steilungdlosigkeit ausgedehnt) ein- zmicbtcn Die Gründung Liner Fachzeitmrg odcr drr Anschluß an eine ähnlich?, iciron bestehendc, ist ._.:cplant, mit dcren Hülfe die Interessen des Standes im Allgemeinen Vertreten Werden srÜen, Anfragen betreffs Stellungen sind an drn Vize-Vorfißknden Herrn Kratz, Louisknufer17, zu xickiten, sonstigs Anfragen an den Vor- sißendcn Herrn C. Hörning, Mclchiorstraße 32,
Kunst und Wiffenschaft.
)( Authentisch erfahren wir, daß die Entscheidung über den großen Staatsyreis fiir Geschichtdmaler welche kiirzlich erfolgt ist und vielfachen Mißdeutungen- ausgeseßt war, das Ergebnis; einstimmigen Urtheils der betheiligten Senatoren der Akademischen Hochschule fiir die bildenden Künste zu Berlin ewesen ist ; unter den Preis- richtern befand sich auch 'der irektor Profeffor Anton von Werner. Es handelte stch überdies in vorliegendem Fall nicht ausschließlich um Arbeiten von Angehörigen der Berliner Akademie, sondern es war auch ein Mitglied einer anderen preußischen Akademie an dem Wettbewerb betheiligt.
)( Das Grab der Marathonkämpfer. In „der Ebene von Marathon licgt ein künstlichex einm 9 111 hoher Hugel,. heute “(“,/269 genannt, in welchem man fruher _das Grgb der 192 bét Ma- rathon gefallenen Athener erkannie, eme Annckyt. die in “Fol'ge ergebnißloser Untersuchungen, die zuletzt durch Hrn C:)Ölle' mann angestellt worden waren, sehr an Boden verloreii batte. Jetzt hat die griecbixcbe Regierung im _Anscbliiß angbre so erfolgreich AUSgrabungen anderer Era'bbugel in ;2,1111ij auch diesen von Neuem erforscht und dabei eiiie höchst wrcbtrgx Ent- deckung gemacht. Da der Boden in dieser Gegend seit dem Alterthum um etwa 3 m gewachsen ist, bat der Himel ursprünglich eine Höhe vowmindestens 12 w ggba'bt. In dtxser Tiefe unier dcr böchstrn Sptße, 3 111 unter der xxStgen Oberflaxhe breitet sich unter dem Hügel eine Art Estrich (ius, 11 er welchen eine 2_6 ew dicke Aschenscbicht ausgebreitet liegt. Dieselbe entbali noch zum Theil Holzreste, besonders aber stqu ierseßte Knochen und iablretcbe Thon- gefäße, meist von geringer Grö';e (Lekvtben). Da diese leßterer), alie nachlässig mit flüchtigen schwarze'n Fi urkn bemalt etwa in dre Zeit von 490 v. Chr, ebören, und hier o enbar ein_Maffengrab vorliegt, das die Asche emer größeren ?abl gleichzeitig an dieser SteUe verbrannter Leichen enthalt, o ist an der Beziehung auf
die Schlacht von Marathon nicht zu zweifeln. Der Fund ist nicht nur geschichtlich vom höchsten Jntereffe, indem er eine sichere Thatsache zux „Beurtheilung, der Schlacht seibst bistet, soniern aucb kun'st- ge1chtchtlich, indem die assunkenen Grfäße sicherer datirt iind, als dies sonst ik)“ Fail isi. Es ist bis jetzt nur ein Theil des Hügxls unter- sucht; die iveitue Erforschmis ist, der ungünstigen Jabrrszeit wegen, verschoben worden.
_ D_erAanau dcsMarienkirchtkiurms in Bsrlin wird, wie die „VO?! ZU; ' mitilxeilt, gegrukväriig zum ngémtande' eines Wettbewerbes. qkmacht, der untkr den Mitgliedsrn dss Ar-Öxtekxen- vereins ausgeiciirirben ist. DLM PreisgeriÖt gehört außxr nambajten Architekten, wis Eggert Cremer 117,10 Schmiß u. A. «ck der .Kon- servator drr Kunstdenkmäler, Gebeimr Ober-Regierangs- Rath Perüus cm. Die besondsxin Vedingunxxkn verlangen Aufbaiz und AbsÖluß dss TbnrmeS an SKU? dxs oberstkn Tburmchboffes mit Dkk jeßigem Sdixxx, Dkk Ermwnrf soli fird dcr mittrialterlichen Backstrintrchnik Norddéuxscbiands anschließk'xx, in Uebrreixislimmung mit VW älkkkkx1 Thrilxn gsbalten werden und an? die Anlage einer leckensiude YédackIt nsbmen Did besten der zum 1.Te;ember dJ. cinzurxickocndrn ZUrbeiren wérdxn durcb Andxnkcix ausgezkicbiiot iind geeigneienfalis 'vätcr in drr Sammrimqvv: dss ArchitekKnv-crcins vsröffenilicht.
Land: und Forstwirthschaft.
Die H erzoglickyr Regieriiua ['on Lirauriswweig bai, der „Magd. Zig “ szolgi', in einer VkaÜ-ZUNJ auf die Gsiabr dar Ein- scblcppung fkk iyi Okeriiakirn bcrxsäékridiii Hiik-ner-Choiera aufmsrksam grmacbi'1txid an;:cordnrt, da:“; alle eiiii-zlnen Fälle dss Auftrexcns ki€i:*r Scach sofort bei den Leiriffcndex Krriédirekiidnen (»der bei der Polizri-“Lirekiion in. Brauxiscbrveiß (mznzeigsn sind, *Diese Bebördrn sind mit brsdndrren Anweisu11,ien vxrskhen, wie in solchem FaÜe zu verfadren iii. Jeder auI Jraiien eintreffende Transxwri von [kbendcm oder gesrdlachteiem EefTÜ-zel soll einer sorgfältigen Kontrole m?:chogkn Mrdcn.
Sanitäts-. Veterinär- und Quarantänewefen.
Italien.
In Folge des Ausbrrickvéi der Cbole-ra in Swnien siiid Pro- venienzén aus drn ipaniichsn Häfen dc? Mixisirxikers m GS."?U“: ciner sirsngen ärztiiiwxn Untrrsachng unterworfc'n.
Swwedrn.
Laut Msianxitmachng des Königlich iÖwsdisÖen Kommerz- KoÜegiums sind die svaniscken Provini'n Castilien, Valencia Und Alicante als v-xn dsr Cdolsra befallen erklärt worden.
Handel und Genrerbe.
DZ? KöriZiriick) säch1iickéi1 Stdats-Eisenbabnen hatten im I.)?ona? Abril 6894 530 «6 Einnaixmsrx (."-ZZR 39") „16. mehr als im April 1889) “Die Gciammieindabms 575 Jabrad bis Ende Adril bezifferte sicb au? 26173 743 .FL- (1977 600 „,-sé imb! als in drrsklben Zeit des verflosfsncn Jahre:?) Von d:"n ii: SiaaiSverwalfung béfikid- [ichen säckifischn Privatsissnbabnsn Haris Ziitkt u - Rei ch2nd erg im Monat April" 59 327 „„ckck EZN*!.151;1311 (3721) „sé mal:,r als im April 1889), vom 1 Januar [*,er Ends “Iiwril im (333113811 212 071 „54 (2137.46 Mni,;chr 5115 1889); Altenburg-Zeißiii)“ 442,44 (1128 „M mebx), bid EM;- Adrii 261656 „X( (8440 „44 MWT 31“ 1389).
Nürnbcrg. Dad Bad:-riscke Ecirerbc-MUTCUM 27iacht in der von idm ixcraarzzkxsbenxi: „BÜVLZiÉ'ÖL.. GL"1'I71*932111111Z* (Nr, 12) bkkai.;1t, “(42)"; in drr Zxéx rcm 15. ZrN-sxiidxr bis 1. Ok- iob-xr d. Z. im Aussieiiuxigßgcdäxde dcs Bayeriichcn (Hewrrdc- Museums di. ?riie LandCIansiicllUng von prämiirtcn Lebrlin.isarbeiickii iiaiifixidei. Das Programm Wurd? schon vor
„längerer Zeit drn (J.Mrbsvsrcixirn drs Verdandes zngeirbickt Und die
Geiverbedcrsinc des Landss wsrdxn (:iiicht, eine mö,*,lichst große Be- xbeiligiina an dieser Axissteilnng iI-Zrdsiznfübr-xn.
Hildcdixsim, 25. Juni. (W. T. B.) Wollmarkt. Die Anfudr WM,“; 3309 Cir. ,icgcn 510) (Tir. im Vorjahr. Di: Wäsche war vorzüglixi' Der Mark.“ war Anfangs sehr lsbiéaft, feine Woli-“n wurdsn mii“ 5-40 „xx 17652r 565-3511 als im Vorjzbr, srätér likßsn dic- chdzftigioir dss Handels und die Preis? etwas nach. Feine WoÜ-en wm'dén mit 130 Bis 145 „xz, Mittelwolicn mit 105 bis 11.5 «;(-, ordinäre mit 90 bis 100 „M bezahlt. Dcr Lagerbésiand ist bis auf einen kikinen Resi gerämnt.
Leipzig,. 25, Juni. (W T B.) memzug-Termin- handel. LTL Plata. Gxundmrister 13, D!. Jul": 4,25 .“, pr. Angriff 4,17F „461, pr. ??ytember 4,15 «(ei, Pr. Oktober 4,15 «46, pr. Nowrmkek 4,15 9-4, pr. Dezember 4,15 «€;? wr Januar 4,15 „16, U:" Februar 415 „,-s, Pr. März 4,12F „46, pc. April 4,129[ „44, pr. Mai 4,1% „Fk. Umskß 340 000 kg Bebauptci.
London, 25. Jari (W. T B,) Bai der bxurigcn Woll- auktion war die Bctheiiigung mäßig, Preise unwerändrri.
_ 26.eri. (W. T B.) Die Bank von England hat dcn Diskont von 3 (W 40/0 erhöht.
Verkehrs - Anstalten.
London, 25. Jimi. (A. C) Die Jnter-Occanic Eisen- bahn in Mexiko ist, eiriem Bericht dLÉ englischen Aaswärtigen Amts ZilsOlgk, jetzt zwiscißen P.;ebia U10 Pcrdte, d. i. auf einc Ent- fernung von 212 Meilen, dcm kakkbk rröffzirr. Die Strecke von Perote nacb Zalava wird im Juli und die nach Vera Cruz Anfangs 1891 für den Betricb cröffnei sein. Der Zweig nach dcm Stiüen Ocean wurde von antepec nach Tialtizavzm ausgedkbnt, bis zu welchem Punkte Züge cht verkekrrcn.
--- 25. Juni. (W. T. B.) Der Castle - Dampfer .Metdvcn Castle“ ist beats auf der Auskeise von London ab- gegangkn. Der Castle-Dampfer ,Nor_bam Castle“ hat heute auf derAuSreix'e Madeira pasfirt Der Cartie-Dampfer „Garth Castle“ ist gcsicrn auf der Heimreiss in London aixgekommen,
Theater und Mnfik.
Berliner Theater.
In der morgigen letzten Abonnkmenis-Vorsicllung, „Gräfin Lea“, spielt Ludwig Stadl zum crstrn Mal die RoUe des Grafen Fregge; die übrige bekannte Beseßumi mit Nuscha Buße, Margarethe Ton- deur, Helene Odilon und Ludwig Barnay in den Hauptrollen Latfür diesen Abend fcine Veränderung erfahren.
Frirdricb-Wilhelmstädtisches Theater,
Das am Sonnabend bevorstebende Parkfest soll dieéZmal aucb sommerliche UnterbaltuuxiHnuwmc-rn für die Kinderwelt cntbalten und demgemaß als ein awßes Kinder-Parkfest sicb cbarakterisxren. Die Tombola bringt die Gewnme einer reizenden Puppe imd eines Glücks- engels, der an Größe hinter keinem ausgewachsenen Kinde zurücksieben dürfte. Außerdem sollen Ncbelbilder zur Unterhaltung drr Kleinen und Großen ksitragen und werden sämmiiichc Sdczialitätcn ein völlig neues Programm zu Gehör bringen.
_ Kroll's Theater. _
In der Neuaufiübrung von Donizetti's ,Faroriiin“ deren Titel- rolle morgen die ztveite Gastvariie der Frankfurter Primadonna Fr. Angelina Luger bildet, wirken von den einheimischen Mitgliedern der KroÜ'scben Oder die Herren Hkncke§b0dkn_ (Ferrankß), Demuth (Alphonso) und Lurgenstein (Balthasardmtt; _ur naxbstc Woche steht als besonderes musikalisches Ereiatitß die rsiEUffubrung der neuen Oper „Don Pablo“ von Theodor Rebbaum bevor.
Mannigfaltiges.
Se.Kö i li e obeit der Kronprinz von Italien hat, wie die „"Na ASME" verninxmt, bxi seiner'leßten Anwesenheit in Berlin dem Augusta=HosP11al einen Beitrag von 1000 „;( überwiesen.
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