_ Kiel, 31. Juli. (W. T. B.) Dem Vernehmen nach wrrd die Manöverflotte Se. Majestät den Kaiser am 14. August auf Seiner Reise nack. Reval begleiten.“ _ Se. Königliche Hoheit der Kronprinz von Dänemark traf beute stüh auf dem Poijdampfer „Danneskjold“ hier ein und seßte um 7 Uhr die Reise nach Gmunden fort.
Bayern.
München, 30. Juli. Die von Seiten außwärtiger Höfe an den Prinz:Negenten anläßlich drs giücklickwn Vsrlaufé- des UnfaUS iii Neuhauisn Lingslaufenen Glück: wunicht€lrgramme bat Se. Königliche Hoheit sämmtlick) dankend beanwortet. _ Prinz Rupprsckit hat grsterwBerlin verlaffsn und wird heute an dem militäriswen FM des Kadstten:Corps Antheil nebmén, welchem, d€r„A[lg.Ztg.“ zufolge, auch Se. Kdnigliche Hohsit der Priirz:Rea§-nt, umgeben von den hisr anwesenden Prinzen des Königlichsn Hausss, anwdhnen wird.
Tsr Prinz-Regent _ _ Staatsregierung zur Verfiigung vorb-sdaltsnon Gswmxmrixheil dsr AUch€!;-Miinchénér Yiodiiiar-Feusrvsrsiche;Urigsgsieüichuft vom Jahre 1889 Unterstiißun 71974 im GYammrlwtrage von 30 920 „14 bewilligt. Auf Oberbay-Zrn 17871211 4600 _rié, Niédsrbayrrn 2100 „16, Vfalz 6500 «ZH, Obéipsalz und Régensdnrg 2900 41-6, Lbrrfraxksn 3350 (47-4, Mittel- franken 2100 «sé, Unterfranksn 4520 .14 und Swwaben und Neuburg 4800 „sé; Békéils friiher wurdrn (wie seiner Zeit witgrtéxsilt) ams drm drr AUsrhdchsicnunmit:elbaren_V9rfiigurig vordrhaltrmsn Gowinxiantdeil gsiiaimtrr G91€Uichast vom Jadre 1889Utit8rstiii§ungen im Gesammtbelrage von 32 450 „zz bEWiÜiat. _
AUS Yad Kiisingrn wird dsm „W. T. B.“ gemeldet: Fürst Bis"; arck wird am niichstén Sonnabend Nachmittag dior Lii-trsffen rind ssii-K 0119 Wdhnung in der obkr-Zn Saline beziohsn. Die? ihm zur Vsrfiigung gestsiltsn Königlichen Eauipagen siiid- héuts aus Miinckxn angrkdmmen. Auch sind fiir drm Fürsten diésslbrn telegraphischen Einrichimigsn ge- trdffkti wie friilycr.
Sachsen.
DLSSÖLU, 30. Juli. Se. Königliche Hoheit der Prinz (89er traf, drm „TBLÖÖ. Journal“ zufolge, mit hohér Familie 130108119111 2113971?) in Schandau €in_und übernachtet? 111 Sriidigs VrUa QUisiiana. Gestsrir friih iuhrén die hohen HErrichaften nach 5911 Hintsrhsrmsdorfer Schlenssn; gsgen 211191111 wurds daS Ditisr im Jagdialdn der VM: Quisisana ringsmdmmsn, (111 wrlchem auch Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich August, welchrr von DroLden ngommen war, thriiiiahm.
Mcchlenburg-Streliiz.
Néustrsliß, 29. Juli. („Meckl. LdSnachr.) Jhrß Hoheit die Herzogin don Anhalt, wrlckw sinigs Tage zum Bssuck) am Eriigrdßhsrzoalichrn Hofe in Priilwiß Milte, hat sich hsute iii Brgsxitmxg Zhrsr Königlichen Hoheit der Erbgroß- hsrzdriin, Hdciisiweiche Jhkék erlauchten Muttrr dis Bsriin das Gelsite girbt und von dort heute Abend hisrher zuriick- kshrtxnaci) DLffaU zurückbegebon.
Oesterreich -Ungarn.
Wien, 31. Juli. Die gestrige „Wiener Abendpost“ feisrr iii 21118111 [0110312111 Artikel die Vermählung der Erziii'rzdgin Maris Vaisris mit dem Erzherzog Franz Salvator. EH hrißt darin:
Taé Her; dsr- Vrlkrs ick1age drm hoben Paar entgegén. ganz Ossisrriicix- 115112 c:“. Das Feil im Kaisrrbauie sei ein Familieixfrst fiir das ;,";st Rsié: Ein Birrris dafür scirn die unzäbiixrn Hiilkigmrgen rom „ilirn Sriicn, von alicn (H.?Miiiden und Korporatirncm ?.x- Lmrcés. Die Familienfrstr drs Kaiskrbausrs würdrn rack1 ?rm Wciidici Dkk Kuisrrs selbst strts durcb Wrrke drr erlikßtigkcit géfeictt; kik". (Erzösrxrgin Yiarie VWR“ ("abc “:.-n: Kais»! als résor-dsrs Gyiisi rxketin, *die reiche Brxwisab; dcr Srzdr Wisi“. zur Echijermig des Spitals für arme Kirixcr (csiimrxcn 311 Mien. SOUL" sri Siri ingéndlickic-r Fürstrnvaar nnkcr [*,-kkzl*cick2r'or1 «UIZirrincrsn (Bisickirünscbcn zum Ebrkumde gr- 61:1;th als (,"rrzirrZ-xz Franz Salvaxor und ErzßrrzoZin Marie
Vaisrir. schreidi das „ P r a ISL?
Aus dsrieidsn Abendblatt“:
CO iit cin mibcrriirr Tag, dsn mit drm AULrböchst2n Kaiser- baUss aUe Völker OistkkikickJÖ friern. Dir 5abireichkn Stämms, irrlckdr daS chpxr “Dcr HabÖDUZZLr ZU rixism triä-Étigcn Rrickic ver- sinixzt, dsrgrsien Ach, was si: irrrxnr und umtrrscbkidct; in der _alten Ankänglickikcit, Licke unk" Trsxxe, Welck)? sis ibrkm angcitammtxn Hrrrsckisrbause rntsezexwrazcm, sÉla-gii AUer Herzrn zuiammen. Ein mächtier Zug innisstcr Tbsilnabme, freudigsier Er_npfinkdngcn weist durcb dai: ganze weite Rrick). Das ist ein warm auigueUrndeI, aus der Tisis dcr VrikEskelc rmrorkrin-«endes Füblrn, dax- i1t cin Auéflnß der irnigen Ucbrrzcusvng, daß dic Völkrr drs Rcicbes_c_1_uf cwig eins“ find mir dem Kaiierbauie.
Auch ]cxnimtliche heutige Wiener Morgsnblätter ent- balteri aiilaleich drr Vermählungé-feier dsr Erzherzogin Marie Valérie FLUÜkUkU und heben hervor, alis Völker Oestor- reichs, vxrdunden in Liebe und unbegrsnzter Vershrung fiir das KaiserhauZ, iendsten ihre Glückwünsche nach Ischl. Die Völkcr empfändkn alle Schicksale der Dynastie wie ihre eigenen, und daher wsrds das Hochzeits- fest in Ziehl wie eine nationale- Angelegenheit empfunden, * odwodl politische Zwscke bei diesem Bunde keine Rolle spielten, somdern nur gegenseitige Neigung maßgébend gswesen sei. Die „Prei fe“ weist insbesondere auf dsn Dank hin, welchen die Stadt Wien dem Kaiser für seins Fiirsorgd zu Gunsten Wiens schuldig isi, und verzsichnet alie bstrrffendsn RegierungSakte des _Kaisers. Siimmtliche Blätter schlirßen mit Ssgens: wiinichen fiir das Brautpaar und das Kaiserhaus.
_Jn Jsch[_trafen, wie „W. T. B.“ meldet, bsreits im Lauri? des gestrigen Tages zahlreiche Mitglieder des Kuiierlichen Hauses und viele Gästr ein. Se. Kaiser: liche und Königliche Hoheit der Erzherzog ranz Sal- vator, wslcher Vormitta s ankam, bega fich sofort nach dor Kaiierlichen Vi a. Nachmittags erfolgte die Ankunft Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten des ErzherzogsKarl Ludwig mit seiner Gemahlin und der Kronprinzessin-Wittwe Stephanie mit ihrer Tochter, weiche Se. Majesiät drr Kaiser und König am Bahqhor aur das Herzlichne begrüßte. Die dichtgedrängte Mrmchenmenge brachte; dem Kaiser entiZufiasiische Ovationen dar. Ach _der Kalisr den Bahnho verließ, erblickte er deri Mmrfier-Prcifidenten Grafen Taaffe, welcher w19_die meisrsn Erzhsrzoge und Erzherzoginnen und der Minister Graf Szapary im Laufe des Nachmittags
Véranlaffung
[mt aus dem der Königlichkn,
eingxlro St_L war, Der Kaiser ließ sofort halten,
verließ emen Wagen, b rüßte den Grafen auf das uld-
vonste und unterhielt fiY eini e Minuxen mit demse en.
Ferner trafen Se. Königliche oheit der rinz Leopold von Bayern und Ihre Kaiserliche und önigliche Hoheit die Prinzessin Eis_ela mit ihren Kindern, Se. Hoheit der Herzqg von Na1fau und andere Fürstlichkeiten ein. Die Kaiserm_und das hohe Brautpaar fjatteten sofort der Prinzessin Gisela emen Besuch ab.
„ Jschl_ selbst ist festlich geschmückt, namentlich die Kirche Ut reich mit Orapgenbäumen, Palmen und anderen tropischen Gewächsen dekorirt. Im Anschluß an die kirchliche Feier findet im Kursaal cin Déjeuner zu 53 Gedecken statt. An der Tafel wird dasselbe Service in schwerem Golde ver- wendxt, welches bei der Monarchen-Entrevue in Kremfirr gebraUcht wurde.
Bei der gestrigen Festvorstellung im Theater wurde nach dem Prologe die Volkrzhymne inionirt, welche von den Anwewndér: stshend angrhört wurdr. Abends fand eine prachtvoiie Erleuchtung iämmtlicber die Stadt um- gebonden Berge, sowie beider Ufer der Traun und der Briicke iiber die Traun start. Auf der Zimniß und dem Ramsauer Gebirge _ brannten visr Feuer. Außer: dem wurde;“: noch am folgenden Bergspißen mäch- tige BELZWULLI angezündet: auf dem Rottenkogel , auf dem Sormtagkamm, auf drm Loskogel, dem Katterinkogrl, dem Hainzsnkogxl _und dem Feuerkogrl, auf dem Dachstein, auf dem Predigtstuhl, auf ddr Rheinpfalzalpe, auf der Ko_lowrat:Hdhe, aufdem Loser, auf der Breuning, auf dem Mitterdrachbera, aus der hohßn Schrmt und auf dem Rosen- stadenkogsl. Die Stadt selbst war glänzend illuminirt. Jr) den Straßen, namentlich in der Nähe der Kaiserlichen Vilia, bewegte sich 61116 zahlreiche? Menschenmenge.
Hsutr hrrrschte m den Straßen seit früher Morgenstunde reges Leben. Um 7 Uhr nahm das Spalier der Feuerwehr- lßuty, Salineriarbsiter und Véteranen Aufsteilung. Sämmt: liche Häuser sind beflaggt und zahlreich mit Inschriften VSL“- iehen. Eine große Menschenmenge wogt in den Straßen. Um 91/2 Uhr trafen mehrere Erzderzöge, dsr Hrrzog von Cumberland, die Prinzessin Marie von Hannover, die Herzogin Maria Theresia von Württemberg, der Hsrzog Robert vonWÜrttemberg und die Herzogin Jiabella von Württemberg Lin. Die dohenHerrichaften fiihrsn vom Bahnhofs dirékt zur Pfarrkirche, um dort den Brautzug zu erwarten.
Die Vermählung wurde Vormittags 10 Uhr feirrlich voilzogen. _
Aus allen Therlen Ungarns liégsn Berichte Über bereits gestorn veranstaltete Feierlichkeitexi aus Anlaß der Vermählung vor. Die nißistSn Städte sind restlich geschmückt, in vielen Orten fandsn Abénds Illuminationen statt, während Militär- kapsÜen mit klingezidem Spiels die Straßen durchzogen.
Zn Budapest warsn héute sämmtliche Öffentliche urid zahirsickie Privatgsbäudé, die Konsulate der fremden Mächte sowie die vor Anker liegsnden Schiffs zur Feier der Ver- mählung der Erzhsrzogin Marie Valerie reich brflaggt. Die gssammte Presse gsdenkt in 1chwungvoU€n Artikeln der Liebe und Verehrung, welche die ganze Nafion mit drr Dynastie vrrbiiide.
Großbritannien und Irland.
_ _London, 31. Juli._ Die „Timeéz“ drückt ihre B?- frredigmig iiber die deut1che Denkschrift zum deutsch- englisxhen Llhkommen aus; dieselbe athme einsn iibsraus freundlichen Geist England gegeniiber, erweise dem Vérhalten Englqnch _während d8r__Unrerhandlungen Gerechtigkeit und würdige drs Zugestäiidmme in ihrem wahren W9rthe, habe aber auch_ indirekt __einige dEr gewöhnlichsten Einwände gegen die Politik der briiiichexi Regierung wirkungHvoll beseitigt.
Wie das „Rexiteriiche Bureau“ mSldet, wären die Ver: handlringen wiichen England und Porta al, wenn auch wrrt vorge?chr11ten, doch_ noch nicht auf dem unkte an- gekoninién,_ um ein Datiim iiir die Unterzeichnung des Ab- kommens _1estseßsn zu kön11€n_; “man hoffe jedoch in nicht allzu iernér ZM ein günstiges Rkiultat zu erzislen.
Tie Parlamentsverhandlungen bieten nach der Erlédigung der Helgoland-Bill nur wenig von hervorragendem Ztitersffe. Obwohl dcn Abgeordneten im Hinblick auf den Wiederzusammwitritt dxs Parlaments im Späthrrbst ein da[: diger S_chiuß der Session nur Srwünscht sein muß, nimmt di? KommUsiOiiL-berathurxg der LokalbesteuerungSvorlags, welche _Besnmmungew üher die Vsrwendung des Erträgnisse??? _deS Zu1chl_ag§ones aur Bier und Spiriiuosen betrifft, nur LinNi iehr langmmrn Verlauf. _
In Psmbrdks lies am Dienstag der neue gedecktß Kreuzer „Pearl“ vom Stapel. Das Schiff, welches 2575 TOUULU Wafferverdräiigung und Maschinen von ins- gesammt 7000 _Pferdekriifw_1i besitzt, wird mit 8 ZEPfiindern und_ 8 3p1ündig€n „schieliseuernden Geschützen und sonstigen Maichinenkanonen angerÜstet werdsn.
Der GLMLiiidSkath der City hat beschlossen, die Gehälter der_Ctiy-Polizisten Um 15 Proz. zu erhöhrn. Die_Schußmatin1chqit der Cérr) zählt 849 Offiziere und Mann: schurken. Das Polizeibudget der City steigt durch diese Be: wzÜigunkz 11011 74 589 Lstrl. auf 85 777 Istrl. Zum Chef der CUy-P015.1 wurde, an Stelle des wegen Alters in den Ruhe- stand xi-“tretdnen Obersten Sir James Fraser, der bisherige Obrr-Suprrmxendent Oberst Henry Smiih, welcher schon fett einiger Zeit die Funktionen des Chefs wahrgenommen hat,
gewählt. Frankreich.
Paris, 31.3146. (W. T. B.) Der Senat hat die Verathung des Zuckersteuergeseßes auf nächsten Sonn- abend festgefeßt.
Das Mandver:Geschwader ist, wie der „Temps“ meldet,_ gestern in Cherbourg aufgelöst worden. _ Eine Abtheilung des M11telmeer=Gefchwaders soilsich nach Spezzia zur Begrüßung des Königs Humbert begebsn.
Rußland und Polen.
St. Perersburg, 30. Juli. Zur bevorstehenden An: krmft des Kaisers _Wilhelm in Reval werden sich, wie dl? „Now. Wr.“ berichtet, das große UebungSgeschwader der Ostsee, das Skärengeschwader, das Geschwader der Marine- schule und mehrere neue, auf Probefahrt befindliche Schiffe auf der dortigen Rhede versammeln.
Spanien.
(W. T. V.) Der diesseitige Vot- raf Rascon hat seine Entlassung
Madrid, 30. uli. schafter in Berlin eingereicht.
Belgien. _ Brüssel, 30. Juli. (W. T. B. Der Senat hat mit 03 Stimmen den Gefeßentwurf, e_treffend die Congo- Konve_ntion, angenommen. 3 Mitglieder enthielten sich der Abstimmung. *
_Ganz Belgien rüstet fick), wie man der „Wes.-Ztg.“ schreibt, dem Deutschen Kaiser einen ebenso glanz- vollen wie herzlichen Empfang zu bereiten. „Der König wünscht ausdrücklich einen grandiosen Empfang und leitet selbst aUe Maßnahmen. Schon heute dgrf man _sagen, daß keinem ausländischen Monarchen bisher Seitens Belgiens so große Ehren erwiesen worden sind. Der Bahnhof, alTe Schleusen und Landungs- steUen werden neu bemalt; ganz Ostende und beide Estacaden werden mit deutschen und belgischen Fahnen geschmückt. Zwei festlich geschmückte Posidqmpfer begleiten des Kaisers Yacht „Hohxnzolixrn“. Der König selbst hat sein altes Schloß bezogen und uberlaßt das ganz; K_öniglicheLandhaus am Strande dem Kaiser, den) Prinzen Heinrich und dem Kaiserlichen Gefolge. Das Landhaus 1ftprächtig azxsgestattet worden. Nachmittags findet im Kurhause unter Mitwrrkung der KapeÜe des Guiden-Regiments und des Vrüffeler Gesangvereins „Artisans Réunis“ ein Concert statt. Naxh Beendigung de_s Yunkmahles im Stadthause, an wslchem die Biirgergarde die acht hat, findet eine glänzende Beleuchtung, LM Feuerwerk am Strande und ein Zapfenstreich statt, an welchem die Miiitärkapelien aus Ostende, Brüssel, Aniwerpen, Brügge, Gent, Tournai und Ypern mitwirken werden __kurz, es wird Wies aufgeboten, um den Erlau len (Hasrwürdig zu feiern und von den freundschaftlichen (Hefti len BSlgiEUS für Trutschlaiid bcredtes eugniß abzulegen. Der brigisthe Staat, der König und die “ tadt Ostende tragen die Kosten drs Empfanges, aber mit frohen Herzen.“
Schweden und Norwegen.
(k) Stockholm, 29. Juii. Der _Kronprinz reiß am Donnerstag Abend von hier nach Deutichiand, um seiner Familie einen Bsiuch abzustatten; die Rückkehr Sr. Königlichen Hoßsit dürfte Mitte nächsten Monats Erfolgen.
_ Marine-Dirrktor Pihlciren und Major Gagner find gestern von_Malmö nach Trelleborg abgersist, um als Delegirte dsr ichwedijchen Régierung in Gemeinschaft mit den deutschen Delrgirtegi Geheimem Vaurath Oberdeck und Bauratl] D r es rl die Tr e [ ( sb 0 rgb al) n Behufs der beabsichtigten Verbindung zwischen Tr:“[leborg und Saßniß auf Rügen zu besichttgr-n.
Dänemark. _ Kopenhagen, 30. Juli. (WTB) Der Kronprinz ist heute Abend nach Gmunden abgereist.
Amerika.
Vereinigte Staatsn. Washington, 30. Juli. Präsident Harrison _ ließ, wie „W. T. B.“ meldet, dem K_ongreß _eiiie Bdtichaft zugehen, in der er auf die Vortheile hinweist, welche den Lotterie-Agenten durch die Post geboten werden. Der Präsidrnt bezeichnet die Benutzung der Post zu solchen Zwecksn als eine Herabwürdigung der VerkehrSagistait, _welcbe nur geseßlichrn Handelszwecken u dienen beriimmt iei, Er bcantragt geseßgeberische Maß- regeln, durch welche die Postverwaltung in den Stand gesetzt werde, die Loitsriekorrespondenz von der Postbeförderung auszuschließen.
Senat brachte Plumb gestrrn bei der Tarif- debatte ein Amendement ein, welches bestimmt, daß in aklen Fällen, wo die Fabrikation einheimischcr Artikel, die mit importirten Artikeln derselben Art konkurriren, von einer ein- zelnen Gruppe oder Firma beherrscht wird und diese somit ein willkürlichs Vorrecht besißt, dir Importeure solcher kon- Yurrirender Artikel und Waaren nnr die Hälfte des gesetzlich iestgeseßten Einfuhrzollss entrichtsn soÜen.
Argentinien. Vuen0s_Aires, 31. Juli. In Folge der Unterdrückung des AurftandeL durch die RegierUng ist, wie „W. T. B.“ msldet, überaÜ Beruhigung ein- getreten. Die Börse sowohl wie die Geschäfte haben ihre ge- wohnte Thätigkeit wiedrr begonnsn. _ Nach einem Telegramm dss „R. B.“ wären auf Bßschluß der Kammer alle Zah- lungsverpflichtungen fiir die Dauer eines Monats suspendirt worden. __
Nach einer bei Lloyds in Londqn eingetronenen De esche aus Buenos Aires haben die Schiffe im Hafen dur das Bombardement keinen Schaden erlitten.
Jubiläumsfeier der Königlichen Thicrärztlichen Hochschule.
„_Heute Mittag um 12 Uhr fand in der Aula der Thierärztlicben Hoch1chul_e die offizielle Feier res hundertjährigen Bcstehens rer Anitalt statt. Der prächtig renovirte festlichc Raum w::r reich geschmückt. Ueber drr Rednertribüne bing, mit Purpur noch yerbängt, das Bild des Kaisers, das. von Seemaiin's Künstlerbund gemalt, die Jubel abe Sr. Majestät biidkt. An der Langwand hatte die gleichfalls no Verbülite Ehren- iare_1 der preußischen tbierärztlichen Vereine ihren Play gefunden. Auf einer langen Tafel zu Füßen der Tribüne war ein Theil der Ebrerqaden ausgestellt, die aus Anlaß der Feier aus alien Theilen der Welt eingegangen waren. Be- 1ondcre Brackotuxig fanden jene_herr1ichcn japanischen Vasen, welche mit einer javaxii1chen,_yon Dr. Katouscbima untcrfertigten Adresse von dcr Kaiierlick) japanticken Landwirtbschafts- und Forsiakademie zu Tokio eingkgangen waren. Von deriÖiede-nen Gelehrten, die der Jubel- ansxalt nahe stehen, waren dxc neuesten Werke gewidmet und auf der Tafrl aus rlegt. Zu Seiten der Tribünen hatten die SiuÖenté-n mit i ren_Fahnen und Bannern Aufsteliung genommen. Eine zahlreiche borYaniebnliebe Gesellschaft batte fich zur Tbeilnabme an der Feier ciniiksunden: voran der Staats-Minister 1)r. Freiherr Lucius von Wallhausen mit dem Geheimen Ober-Regierungs- Rajb Bever, für das Kultus-Ministcrium der Ministerial-Direktor de la Croix mit dem Geheimen Ober-Reaierungs-Raib Althoff, für das KrieaS-Ministecium der General-Major von Treskow; für das Milikär-Medizinalwesen war der Gcneral-Stabße tzt Dr. von Coler, für die militärärztlichen Bildimcisqnstalten _der Generalarzt Graßnick, iiir rie Univerfiiät der Rektor Proseffyr Hinschius und der. Dekan der medizinischen Fakultät, Proteffor Bardeleben, er- schienen. Auch die übrigen Hochschulen waren vertreten. Die Stadt hatte die Siadträtbe Marggraff und Schäfer und die Stadtverordneten Spinola und Mießner entsandt. Der Kirchenchor von St. Nikolai und Marien unter Leitung des Musik-Direktors Krause eröffnete den wcibevollen Akt mit dem Gesang des 90. Psalms in der Mendels- sobn'scben Komposition.
Dann betrat der derzeitige Rektor der Anstalt, Professor Schüsx, als Festredner die Tribüne. Wir stehen, so begann er, am Scblu e eines Arbeitsjabrs; in nächster Nähe winken uns die Som- merferien mit ihren Ausflügen, die uns an die Gestade des Meeres, auf hohe BsrgeSgipfel führen. _Auch wir befinden uns heut auf stolzer Höhe, wir, die wir in gehobener Festesstimmung
y" .- -
ck H chschu1 TRM“ 1" übrig?“ 2iZ'ßJ'behns der Tbitr" in en a e. un en zuru_ au te en a_r- hundert Jfaffende Entwicklung dieser Pflegstatte d_er Veterinar- medizin. Auch wir können, wie der Wanderer _im Gebirge, Strecken wahrnehmen, wo nur ein mühsames Fortschreiten !tattfand, axidrre, wo das Gedeihen der Anstalt geradezu gebrannt war, wo_es _mit ihr abwärts ging, Zeitläufte, wo den sie [tt_tenden Persönlichkeiten em rechtes Zielbewußtsein fehlte, Perioden _endlicb, wo sie rasch, _fröblich, stetig emporblübte. Ein solcher Riixkblick e_rweckt nqturgemäß in Allen, die an dieser Entwicklung mitgearbettxt, em _freudtges Gefubi stolzer Genugtbuung, aber er enthält auch eine Aufforderung zu dankbarer Ergebenbeit gegen den Höchsten, der sichtbar seine segensvendende ;Hand über unsere Anstalt gehalten, und zugleich eine strenge Mahnung
uns vereinigt haben zur
ur Lehrer und Lernende, nicht im Strebxn nachzulaffen, sondern writer zu wirken, im Trachten nacb Erkenntntß der Wahrheit, in ange- strengter, wissenschaftlich“ Arbeit. „Nur den) Ernst, den keine Mühe bleichet, rau1cht der Wahrheit tiefverstx-ckter Born.“ Der Redner gab nunmehr eine einsehende Uebersicht der Hauptpunkte in der Entwickelung der Thierarzneifcbule, der jeßigen Tbierärztlicben Hochschule: „Mit zrvei Profefforen wa_rd die Anitalt eröffnet, beute wirken daran 10 ordentliche und 6 Hülsslebrer. 1809 war die Zahl der Zöglina? bis auf 14 berabgesunken, in diesem Sommer wies das Album 289 Civilstudirende, 112 Militäreleven und 30 Hospitanten, im Ganicn also 531 Namen auf. Nicht eine ungesunde, unnatürliche, durcb künstliche Mittel in?; Leben gerufene Entwickelung ist es gewesen, sondern eine gesunde, ncrmale Aus- und Weiterbilrizng der _ ick) möchte sagen _ angeborencn Anlagen, eine Naturgemaße Pflege ursprünglich vorhandener Keime, ein Aufblühen, das mit ge- rechtem Stolz und freudiger Genugtbuung erfüÜt.“ Der Radner gedachte dann anerkennend der Männrr, die Gärtnern gleich „voii Hoff- nung vertrauten dcr Erd? den goldenrn Samen“, die _das Gedeihen des zarten Pflänzchsns übérwachten und zur Bluibe brachten. „Allein eins dürfen und woslen wir_ nicht verseffén: Wie _die Pflanze nicht gedeihen kann ohne des Himmels Segen, fo brdursie auch die Tbierärztliäie H0chschule zu so glanzender Entwickelung einer von höherer Stelle kommenden Unterstüßuzrg. Zu aUen Zkiten babrn die Hohenzollern ihren Stolz darein geieyi, die Wissenschaft und ihre Pflrgstäiten nach Möglichkeit zu fördern und zu Heben und die Tbisrärztlick)? Hochschuls, wie sie dem Gnadenczkt eines Hoberxzoliern ibre Entstehung verdankt, so hat sie fort und fort im Laufe des jc t verfloffcnsn Zabrbunkeris bis auf den heatigen Tag sicb einer b? onderen Fürsorge und des lebendigiten Jntereties a_[ler unserer Herrscbkr obne Außnabme erfreuen dücixn. In dem lebhaften (Gefühl untertbänigen Dankes, welches in dieikm Augenklick unskr aÜer Seelen in gleicher Weise e_rfüllt, fordere_ich S_ie aur mit mir einzusjimmen in den Ruf: Unier Allergnädigiter Kaiserlicher Herr, König Wilhelm der Zweite lebe doch! und abermais hoch! und zum Fkrixteiz Male hock)!“ Begeistert sximmte rie Veriammlung in den 1: em.
Nachdem der patriotische Jubel sicb gelegt hatte, ergriff der Minister Vr. Freiherr Lucius von Baxlbauien das Wyrt: Die Tbierärztliche Hochschule bat fick), so ungefahr führte der Minister “U.S- wie wir soeben gehört haben, aus beschridenen Anfängrn im Laufe eines Jahrhunderts zu der bedeutenden, al]? ereige der emschiagenden Wiffenscbaftkn umfaffendsn Anstalt entwickelt, deren Jubelseier wir heute begeben. Ursprünglich bestimmt, ein ärztliches Personal zu erziehen, welÖes die Schäden der im Lande wütbenden Tbiexkrankbsiten beilén, welches insbesondere den Pferdsbeitand des Könislick)?" Marstalls und der Armee mit „tüchtigen Husscixmieden Versehen sollte, hat die Anstalt nicht nur das Studium der Heilung von Krankhsiten grpflcgt, sondern vor Y_[lem auch die Ergründung der Ursachen ihrer Entstehung sick) zur Aufgabe gemacht, um den Aus- brüchcn und der Weiterverbreitung schädlicher Epidermen zu begegnen. Man sieht überhaupt Heut zu Tage den wirksameren Theil der ärztlichen Wissenschaft und der öffentlichen Gesundheitspfleae für Mensch und Thier nicbtsorvobl in der Heilung, als in der Verhütung des Entitebepß und der Weiterverbreitung von Krankheiten. Wenn auch gerade dieier Zweig der praktischen und wissenschaftlichen Tbäiigkeit der Heilkunde Weniger bemerkbar und offenkundig in die Ersäxeinung tritt, wenn wir auch noch Weit davon entfernt sind, diese Ziele immer sicher zu er- reichen, wie die weite Ausdehnung Von Sencben gerade in den letzten Jahren dartbut, so_find wir doch in der Lage, auf Positive thatsäckplicbe Erfolge in dicier Beziehung Hinkveisen zu können, Obschon in unsrrem östlichen Nachbarlande an der über 100 Meilen langxn Grenze Rinderpest, Schafpocken, Tollwml) kaum jemals erlöschen, 10 sind wir doch, Dark_dér energischen Durchführung veterinär-polizei- licher Maßregeln, 1eit einer langen Reihe von Jahren von größeren Invafionen Von Riäderpest ganz verschont geblieben, und vereinzelte Einschleppungen sind mit Erfokg lokalifirt und unierdrückt worden. Die Swaipocken find erloschen, seitdem troß _des Widerspruchs der einbrimiichen Anhänger der SMW- impfung dieielbe vrrboten ist. _ Die ToÜWUtH kommt, wie die statistischen Erhebungen nachweisen, ir: immer mehr verringertem Grade vor und Vereinzelter, je weiter Von der Ostgrenze. So sé'yßtDeutsch- [and nicht nur fich, wndcrn auch die Westlichen Nachbaritaaten, als eine Art Sicherheitszone, vor jenen gefährlichen Invafionen. Wenn man sich vergegenwärtiot, We4che ungeheuren Wscthe in den heimischen Viebbesiänden repräsentirt find, it) wird man_ zugeben. daß die Verdicnste, welche Wissenschaft und Praxis hier leisten, nith izn- bedeutende sind, daß die darauf vrrwandten Kosten eine verbaltxiiß- mäßig niedrige Verficherungéprämie karstelien und daß die_ Belusti- gungen, welche durch den öffsntlichen Veterinärdienst dem Vtebbefiiser auferlegt find, füglick) ertragen werden müffrn. Die Bsdeutung _d_er Tbierbcilkunde ist daher auch in Preußen schon_ frübzeriig und in steigendem Maße anerkannt worden. Wie König Frixdricb Wilhelm 11. die Tbierarzneifchnle , seiner Zeit voraneilend, begründet, io haben seine Nachfolger auf dem Throne dieie Anstalt mit immer reicheren Mitteln außgeftatiet und ihre Privilegienrr- Weitert, so daß jest die Thierärziliche Hochschule als eine sasi gletckZ- berechtigte Schwester neben der medizinischen Fakultät_der Unwxrfitat steht. Dieselben Profsfforen wirken zum Theil an beiden Instituten, und neuerlich steht in Aussicht, daß auch die Studirendeg dieser Hoch- schule zum Besuche der Vorlesungen der Universitat zugelassen werden, Am!) des jeßt regierenden Kaisers und Königs Majestät interessirt Sich, wie Seine erlaucbten Vorfahren lebhaft für die Hochschule, und bat Alirrböchstderselbe _mich zu_ beauftragen gerubt, Seine Warmen Glückwünsche zur heutigen Feier zu uber- mitteln und ihr ferneres Gedeihen und Blühen zu wünschen. Um auch ein sichtbares Zeichen Seiner Huld und Gnade zu gewähren , bat Se Majestät gerubt, Sein Bildniß der Anstalt zuzueignen, das hiermit zu überreichen ich die Ehre habe (die Hülle fäÜt), Sr. Majestät haben ferner gerubt, fol-
ende Gnaden- und Ehrenbeweiie an Professoren und Beamte der nstalt zu verleihen: dem der eitigen Rektor, Professor Dr. Schuß den Kronen'Orden dritter Kla e, dem Professor Müller den Charakter als Geheimer Reaierungs-Rath, den Professoren Or. Munk und Dr. Möller den Rothen Adler-Orden, dem Portier Neue und dem HauSdiener Gottschalk das AUgemeine Ehrenzeichen; Indem ich diese wohlverdienten Außzeicbnungen und Gnadenbewease bekannt gelxe, bin ich gewiß, daß sie ein weiterer Antrieb sein werden fur die Anstalt und für die jetzigen und künfti en Träger dieses mühevollen Berufs, zum Außen des Vaterlandes tJatkräftig, selbstlos und treu ibre Pflicht zu eriüllen.“ _ _ _ __
Nachdem der Rektor, Professor Schütz dem Minister mit tiefgefubltxn Worten gedankt batte, folgten die Ansprachen der Deputatwnxn. Fur den Krie s-Minister sprach General-Major von Treskow, für die _Stadt Berlin tadtrath Marggraff, für die Technische Deputation fur das VeterinärMsen Professor Virchow, fiir das Reichß-Gesundheitöamt Regierungs-Ratb Roeckl, für die Charité Geheuper Ober-Regterungs- Bath Spinola. Die Glückwünsche der Akademie der Wissenschaften ube_rbrachte der ftändi e Sekretar, Geheime Rath Curtius, die_ der inverfitä]; Profeßor inschius. Für die Technische Hochschule gber- reichtep die Profe oren Hauck und Dobbert, für die hiesige Landwirt!)- schaftl1che Hochschule der Rektor Profeffor Wittmack, und der Depar- tements-Tbierarzt Scheel Adressen; auch die Berg-Akademie und die
Forft-Akademie zu Eberswalde gedachten des Tages. Es folgten nun- me_br die Ansprachen der Deputationen der Thierärzilickoen Hochschulen. Danemark wurde durch die Profefforen Bang und Kragge, Frankreick; durch Cbauvcau-Paris und durch Rocard und Arloin aus Alfort, Oesterreich durcb Profeffor Kayser-Wien, Rußland durcb Professor Semmer-Dorpat, die Schweiz durcb Professor Verdez-Bkrn, Japan durch Dr. Katousbima vertreten. Für die bannoverische Hocbichule überbrachte Geheimer Rath Damann, für Dresden die Yrofefforen Ellenbergrr und Siedamgroßki, für München Profeffor eser, für Stuttgart Rektor Frickrr und für Gießer Professor Eichbaum Adressen.
Im weiteren Verlauf der Feier sprachen noch die Vertreter des deutschen Veterinärratbs, die Delrgirten der nicht preußischen Vereine, Professor Effer-Göttingen, der_Namens der Central- vkrtretuvg der preußischen Vereine die icbon erwähnte Gedenk- tafi-l überreichte, sowie Ztnä. rstsriu. Marks als Wortführer der Studentenschaft, anen Allen erwiderte der Rektor mit kurzen Worten Dann schloß der (Hasan des 100. Psalms die Feier, der auch der Polizei-Präsident von Richt ofen, Professor Anton von Werner, Professor Meyerheim u. A. beigewohnt batten.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Das geseßlicbe Pfandrecht des Vermietbers an den Jilaten des Mietbers wegen Forderungen aus dem Mietbövertrage erstreckt sich, nach einem Urtbeil des Reichsgerichts, 111. Strafsenats, vom 28. Avril 1890, in den Eeltungßbereickzen des Preußischen und des Gemrinen Rechts und insbesonders im Hamburger Recht§gebie1e auch auf die eingebrachten Sachen des Mietbers, welcbe nac!) §. 715 C.-P.-O.derZwanngollitreckung nicbtunterworfensind
Sind in einem Wobnungß-Mietbßvcrtrage neben der Ver- mictbung noch Leistungen anderer rechtlicher Art (bsiiviels- weise bei der Vermietbung sines möblirten Zimmers auck) kas Früh- stück für einen GesammipreiÖ) übernommen, so gebt, nach einem Urtßeil des Reichsgkrichtß, 111. Strafsenats, vom 28. Adri11890, deshalb der Vermietber ieinrs gcieleikben Pfandrecbts an den Jllaten des Mietbers nicht verlustig,
Statistik und Volkswirthschast.
Generalversammlung dsH-Vereins deutscher Eisenbahn- Verwatungen.
_ Zu der, wie sckwn telegrapbiicjx kurz gemeldet, am 30. d., Vor- Mittags, in der 211le der Trchni1chen Hochschule zu Dresden be- gonnenen Généraiverrammlung ch Verrins dcutswer Eisenbahn- Verwaitungen war der Staats-Miniiter v on Tbümmel, welcher fich gegenwärtig auf Urlaub befindet, zur Bearixßung der Mitglieder nach Dresden gekommen. Die betbeiliaten Eiienbabn-VerWaltungen, zu welchen außer _ den deUtickyen Staat§= und Priyatbahnen und den österr€ichi1ch - ungariicben aucb niedrrländiicbe, belgische und luxemburgische Bahnen gehören, sind, drm „Dresd. Journ.“ zufolge, zahlreicb vertreten. Die Präsenzliste führt 45 Per- son_en auf. Von den preußischen Staatsbahnen mögen die *rafidenten Dieck aus Elberfeld, v. Guérarr aus Frankfurt a. M.,
vpermann aus Köln, Kranold aus Breslau, genannt sein; ferner find anweiend Oberst Frhr. Von Rössing, Commandeur des 2, Eisenbahn- Regiments, der (S_eneral-Direktor der baysriscben Staatsbahnen S_chnorr von Karolsséld, der Präsident der österreichischen Staats- ei1enbahnen Freiherr von Czedik 2c., Während von der General- Direktion der sächsischen Staatßeisenbabnen die Hrrn. General-Direktor Hoffmann und Gsheimcr Finanz-Ratb von der Planiß an den Kon- ferenzen tbeilnehmen. Tie reichhaltige Tagesordnung umfaßt
Punkte, meist geschästlicher und technischer Natur; von aÜgemrinem Interesse sind für das reisende Publikum: 8. Punkt "2: Antrag der vormaligen Direktion der ]. ungariich-galiziscben Ci1enbahn auf Uebertragung der bei der Mehrzahl der Ungarischen Bahnen bestehenden Einrichtung der Kilometer-Werthmarken auf den Verein. Die Königliche Eisenbabn-Direktion Frankfurt a. M. ist berichterstattende Verwaltung. Ferner [ei hervorgehoben Punkt 4) _ Antrag der General-Direktion der Großherzoglich badischen Eisen- bahnen auf Aenderung der Y_sstimmungen Über die Au§aabe von zusammenstelibaren Fahrscheinbcrten, Fahrtunterbrechung betr. (Bericht- erstattung: die Antragstelierin) _ und endlich Punkt 14) _ Antrag der Direktion der Königlich ungarischen Staats-Eisrnbabnen auf Ein- führung einer einheitlichen Eisenbabnzeit im Bereiche des Vereins Zeiätscher) Eisenbahn-Verrvaltungen. (Berichterstaitung: die Antrag-
e erm.
Wie „W. T. B.“ von heute mildet, Wurde die Einführung einer einheitlichen Eisenbahnzeii im Bereich des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltunger] von dil" Generalveriammlung auf Antrag der Direktion der ungariicben StaatSeisenbabnen angenommen. Die Einführung erfolgt mit dem nächsten Sommerfabrplan. Im Weiteren Verlauf der Berathungen wurde der Entwurf neuer Grund- züge für den Bau und die BetriebHrinrichiungen der Nebeneiien- bahnen und Lokaleisenbabnxn genehmigt und bis Mittag die Tagesordnung erledigt. Ws Ort fiir die näch1te ordentliche Vereins- versammlung ist Hamburg bestimmt worden.
Internationaler Binnenschiff_abris-Kongreß.
Die vier Abtheilungen des in Manchester tagenden Internatio- nalen Binnenschiffabrts-Kongreffes begannen am 29. 1). ihre Arbeiten, Es wurden Abhandlungen Über verschiedene Kanäle in Engiand und auf dem Kontinent Verlesen und diskutixt. Jn Sektion 13 icbilderte Hr. Franzius aus Bremen gewiffe Verbenerungen, die gegenwärtig in der Weser zwischen Bremen und Bremerhaven vorgenommen werden. In Sektion 0 legte Professor SÖlicbtirg aus_ Berlin den Bericht der Von dem Kongreß, wclcher 1888 in Franksurt a. M. tagte, ernannten internationalen Kommission für die Verbeiserupg der Binnen- schiffabrts-Statistrk vor. Unacachtet yer1chiedener Einwürfe Seitens Mr, Bateman's, Chefs der HandelSabtbeilung des Handels- amls, wurde der Bericht im Prinzip mit 33 gegen 1 Stimme genehmigt.
Laud- und Forstwirthschaft.
Die jexzt im (Gange_ befindliche Untersuchung der Wein- berge in der Lößnitz hat, wie_ dem ,Chemn. Tgbl.“ aus Dresden geschrieben wurde, leider die Tbatsackve ergeben, daß die Reblaus keineSwegs verschwunden ist; man hat dieselbe neuerdings in solchen Bergen gefunden, welche btsber davon frei waren. Außerdem ist die Reblaus in anderen Bergen von Neuem angetroffen worden, in denen sie bereits früher bauste, wo man sie aber beseitigt zu haben glaubte. Sämmtliche Reblausbeerde sind mit Einzäunungen versehen und von dem_ Betretxn abgejperrt worden. Auck; in den Weinbergen bei Vallißxres ist, wre die „Köln. tg.“ aus Meß erfährt, die Reblaus wieder aufgefunden worden. bwobl die Ge- bülfen des Reblaus-Komm1fiars dort erst seit acht Tagen wieder in Thätigkeit sind, ist es ihnen dycb schon elun eig, die Phylloxera auf 4 Rebstöcken nachzuweisen, Die angeste en Elackpen ?renzen hart an jene Felder, welche in den vergangenen Ja ren des nfizirt worden
sind, Weil die Reblaus auf ihnen sich angesiedelt hatte.
Erntedericht des österreichischen Ackerbau-Ministeriums nach dem Stande vom 24. Juli 1890.
Die Roggenernte, kann im Allgemeinen als eine gute in den Ländern der mittleren und südlichen Zone und als eine gut mittlere in den Ländern der nördlichen Zone bezeichnet werden. Besonders befriedigt die Strobmenge, dann auch die Qualität der Körner, ob- wohl es sehr viel Lagerfrucbt giebt. Minder befriedi end dürfte wegen des ziemlich bäufi en Vorkommens scharti er ehren die Schüttung ausfallen, wel er Uebelstand aber dur die Lange der
Aebren und die gute Entwickelung der Körner theilweise arif- eboben erscheint. Weizen, dessen Ernte_ in der mittleren one bereits im Zuge ist, in der nördlichen demnächst be-
vorsteht, hie und da auch schon begonnen wurde, verspricht im Allge-
meinen envas weniger als Roggen, immerhin jedoch ebenfalis Ernten über dem Mittel, speziell in den Alpen- und Karstländern min- destens gute Mittrlernten. Lagerfrucht war noch bäufigrr _ als beim Roggen, und die Qualität der Körner wiirde ziemlich haufig durcb Rost, weniger häufig durch Brand ge1chädigt. Doch gilt dies keinesfaüs für die Mehrzahl der Ernten, Die gelbe Halm- fliege (Sbiorops taeuiopus) und die Fesirnfbegc ((Jeajäowyja ässrkua- tor) schadeten in einigen Gegenden öbmens, erstere auch in Schlesien und West-Galizien. Die Gerstenernte, mit jener des Weizens durchschnittlich ziemlich gleichen SÖritt Öaltend, liefert, beziehungs- weise verspricht im großen Durchschnitt in demselbzn Grade be- friedigende Ernten wie der Weizen; Lagerfruckxt und Roit kamen auch bei der Gerste häufig vor, und _demnack) zeigen sich auch bezüglich der
Qualität der Körner große Ver1chiedenbeitem immerhin aber find_ die
Klagen über geringe Qualiiät Verhältnißxnäßig nichtzahlrsick). Hafer,
deffen Ernte nur in der südlichen und in 1ehr Wenigen Gexenden der
mittleren Zone begonnen wurde, bat fichzumeist etwas gebeffrxt Und find die Ernteaussicbten kaum geringer als jene bil der (Heritr, iomit ebenfalls mittlere bis gut mittlere Ernten in der nördlichen Zone, ut mittlere bis gute in den Alden- und Kaxitländsrn zu erwarten.
' n: die Unterschiede im Stande smd beim Huier größer als bei _dem
übrigen Getreide, indkm häufigeren Nachrichtey übrr vorzüzlrchxn
Stand auch solche über ganz schlechten gexxenüberiteben, Dem M_ats
kamen die heißen Tage besonders zu itatten, und Hat derielbe
endlié) entsprechend? Fortschritte gemacht, nachdem er __:rcnigstens in den Alpen- und Karstiändsrn _ lange zurückgsbliebrn _wqr.
In letzterem Lande ist der Kolbenansaß zumeist reichlich und kramg. Sein Stand brfriedigt ziemlich aligemsin, tbeilweme in hohem Grade,
mit AuSnabme Von Tirol, in dessen nördlickokm Theile der am 12, und
13. d. M, gciailene Schnee und in deffen südlichem Tbeiie die_ Etsch-
Ueberschwcmmung bedeutend sÖÜÖLtcii. Ueber_den Stand der_Hulsen-
früchte liegen beinabe aa§schiieß1ich recht erfreuliche Nachrichten_ vor;
Betrrffs Hirse iolÖe Über guten und mixtleren Stand aus Mahrrn, übst mittleren aus Böbmrn. Der Abdruycky der RaPSerite liefert sebr erfreuliche Ergebnis?, io daß die Ernte mit Wenigkn Aus- nahmen als eine gute in den Nordwestiändrxn, als eine gute bi_§_sebr gute in den Nordostländern beieicbnet werden kann. Dir Kartorreln stehen im Allgemeinen sebr schön, doch zeigen fich !chon an Vielen Orten die Spuren der 9915110513013. 111188123118“. Ueber _den Stand der Zucker- sowie drr Futterrüben ist fast nur Erfreulickyes zu berichten. An sebr vielen Lagkn läßt deren Stand kaum etwas zu wünschen übrig. An manchen Orten ist jedoch_ Wurzelbrand. Die Heu - Ernte in den Ebenen und Tieftbälern iit beendet; das Crgebniß war quantitativ großentbrils sebr befriedigezid, Qualitativ, sOWeit nur die Berichtsveriode in Betracht kommt, Haurigkr gut als schlecht AUS der Znaimer Gegend wird berichtet, daß die HemErntk als die beste in diesem Jahrhundert bézeirhnet werden darf. Das Grummel wäcbst freudig nach und wird in der mittleren iind südlichen Zone theilweise schon gsmäbt. Dic _Alpenwetde gestaltete sich bis circa 14. d. M. im _Aliaxmeinen fsbr iin- günstig, der Auftrieb konntc auch zumeiit erit Water ais gewöhniicb stattfinden. Dem Hopfen scheint der rasche Temperaturwecbiel nicht günstig gewesen zu sein. Derselbr zeigt sich _nun in manchen Gegrnden Böbmeys, ebenso wie in Galizien von Jmekten und Kratzkbeiten h_e- faUen. Auch die im Zuge befindliche Ernte des_ Frübvopiens_in Steisrmark befriedigt wenig. Dir Aussickyten bezuglich dsr Wern- lese erscbrinsn “iwas berabgestimmi, theils wegen häufigen (Aqueißens) Abfaliens dsr Beeren, theils wegen Ueberbandnahmeder Tortrix urana, endlich Wegen Ausbreitung dsr Peronospora und des Oidiums, welche aber in den Südländern sowohl wie auch _in Böhmen und Niederösterreich, wo die Peronofvora ebcnfaiis gusgetreten ist, durch Bespri ung mit Kupfervitriol fleißig und großentdeils mit Erfolg bekämpt wurden. Ein großer Theil der Nachrichten lautet jedoch immer noch crfrsulirb, und ist eine mittlrre oder gUt mittlere Lese, mit Aanahme Bökimens, iioch immer zu erhrffen. Jn Triest er- wartet man eine sehr gute Leie. Bezüglich derObsternte müssen die bisherigen ungünstigen Nachricbten aufrecht erhalten werden. Nur einzelne Gegenden in den verschiedenen Ländern erfreuen sich guter oder doch mittlerer Obsternten oder Aussichten auf solche, und auch diks meisténs nur in Betreff einzelner Obstgatiungen. Unter diesen erscheinen die Nüme am meisten begünstigt.
Sanitäts-, Veterinär: und Quarantänewesen.
P o r t u g a [.
Durch cine in Nr. 160 des „Diario do Governo“ Vom 18. Juli 1890 veröffentlichte Verfügung des Königlich portugiesischen Mini- steriums des Innern ist der Hafen von Pernambuco seit dem 29. Juni 5. I. für „rein“ vom gelben Fieber erklärt worden. (Vergl. Reichs- Anzeiger Nr. 151 vom 24. Juni 1890.)
Handel und Gewerbe.
Die .Scbleßw. Nachr.“ berichten über die Entdeckung eines größeren Braunkohlenlagers in der Nähe des Dorfes Kuden im Süderdiibmarschen. Entgegen anderen Meldungen theilt das Blatt mit, dieser Tage würden bereits 50 Bergleute aus dem WestfälisÖen eintreffen, um die Vorarbeiten für einen _regelmxißigen Bergbaubetrieb in Angriff zu nehmen. Das Lager soli el_ne Machtig- keit von 4 m haben und sich etwchr eine halbe Meile rveit erstrecken; die Beschaffenheit der Kohle sol] gut sein.
Leipzig, 30. Juli. (W. T. B.) Kammzug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster 8. vr August 4,773 „44, vr. September 4,7771 „46, vr. Oktober 4,77? .“, pr. November 4,75 .“, pr. Dezember 4,673 .“. vr. Januar 4,60 „je. pr. Februar 4,55 .“, vr. März 4,55 „s, pr. April 4,55 .“, pr. Mat 4,55 .“. Umsaß „17000014; Fest. _
' London, 30. Juli. (W. T. B.) An der Kuste 2 Weizen- ladungen angeboten. _
_ 31, Juli. (W. T. B.) Die Bank von England hat heute den Diskont von 4 auf 5% erhöht. _
Rom , 31. Juli. (W. T. B.) Ein Konsortium, _ an welcbezn die Internationale- Bank in Berlin, die Caffa_ _di Risparmio in Mailand und die Banca Unione Italiana bxtbeiltgt sind, hat von der italienischen Regierung die für die Sanirung von Nxapel_be- stimmte 17. Serie der 59/0 amortisablen Rente des Königreichs Italien im Betrage von 8617500 Lire übernommen. Die Emission ist für nächsten Monat in Aussicht genommen. _
New-York, 29. Juli. (W. T. B.) Der Werth der m der vergangenen Woche außgefübrten Produkte betrug 6646256 Doll. gegen 6025 670 Doll. in der Vorwoche.
Verkehrs - Anstalten.
mburg, 31. Juli. (W. T. _B.) Der Postdampfcr ie and“ der Yamburg-Amertkaniscben Packetfabrt- ie gesellscba t ist, von New-York kommend, gestern Abend
u der Elbe eingetroffen. Der Postdampfer .Gothta' derselbxn e llscbaft ist, von Westindien kommend, heute 8 Uhr Morgens m avre eingetroffen.
London, 30. Juli. (W. T. _B.) Der Union-Dampfer .Mexican' ist beute von Madeira, der Castle - Dampfer .Havarden Castle“ auf der Auskeise von London abgegangen. Der Castle-Dampfer „Warwick Castle“ hat heute auf der Außreife die Kanarischen Inseln passirt.
Theater und Mufik.
Wallner-Tbeater. Gestern Abend trat für das plößlicb erkrankte Frl. Glöckner, welches an Stekle der bis zum 12. August beurlaubten Therese Biedermann die .Nitoucbe' spielen sollte, Frl. Emma Frühling, Cbormitglied