des Wailuer-Tbeaters, kühnen Mathes ein und sang undsvielte die Denise fo tadellos, daß das animirte Publikum nicht müde wurde, der jungen nge durcb aufmunternden Beifall in vollem Maße seine Zufrieden- beit zu bekunden. Direktor Hanuman hat sich des neuen Soubretten- Talents durcb mehrjährigen Kontrakt sofort versichert. ._Beile-Alliance-Tbeater.
Das morgen nn Sommergarten stattfindende Elite- und Monstxe- S_oncert, das von 3 Musikkapellen (100 Mann) ausgeführt wird. durfte das vorlexte der diesjährigen Sommer-Saison sein, da schon vor Mitte August die gesamrxite Berliner Garnison zum Manöver außrückt. De_r Eintrittsiyreis für diese Eliie-Concerte ist nichterböbt, sondern betragt wie immer für Concert und Spezialitätenvorträge
nur 1 „M Kroll's Theater _
In der am Sonnabend stattfindenden Aufkübrung der Verdi'scben Oyer „Ernani', in Welcher der Wismer Hof-Opernsänger Hr. van Dyck als Ernani zum ersten Male in der Oper in Berlin auftritt, find die weiteren Hauptpartien mit Fr. HadingerchElvira) und den Hrrn. Deinixtb (Carlo) und Marx (Silva) besetzt. Die Oper wird, dem Original entsprechend, bier in vier Akten gegében.
Maunigsaläges.
_ Die Jubelfeier der KöniskiÖen Tbiercirztlicben Hoch- 1chule drache in ibrem weiteren V:rla117_ gßitern Abend zwei imposante Veranstaltunaen der Studentenschaft. Die Civil- Studirenden waren überaus zablreicb im großsn Saale des Yrchitektenbauses zu cinsm glänzenden „Empfangsabend' ver- einizt. Vor AUem batten fikb die farbentragenden Korporationen mit ihren aus allen Tbeilen dss Reichs be:"beigeeilten alten Heiren und den Kartelibsreinen der übrigen Thiérärztlicbén Hochschulen eingefunden, sodaß das Bild, :1-e[ch2s der fsstlicbe Saal b:*_t„__ ein reicbbelebtks und farbenpräckotises war Auch zahlreiche fremde Pkoxenorm waren erschienen, so der Rektor der Hb-(bsckoiilc in H1nnober,Gebeimcr Rath Dammann, die Profsfforen Kayser, Lastig und Rabe aus Hannober, Elienberaer und Siedamgroßkv aus Drssdsn 11.21. Die begrüßende Ansprache, die einzige offizielle Rede des Abends, hielt der Vorsitzende des studen- tischen Fcstcomikés, M11]. 761. Marks, unter lebbaftem Beifall _Die Miliéär-Roßarzt-Elevsn bsgingen die Centenngrfeier gleiÖfalis 92716111 Abend durch einen Kommers in der Tonhalle, die selten einen so reiibkn Schmuck getragen hat wie znr gestrigen Veranstaltung. Der weite Raum glich_einem mächtigen Jabnknwalde. Zu Seiten der Bübne standen die Büttßn der Könige Preußsns. An den Säulen bingen [brbkerumrankt die Bilder aller derer, die in hervorragender Steile als Lebrer o_n der Hochschule gewirkt haben. Der Besuch res Komm211es übZrtras aUx Erwartungen. An der CHrentafel saßen die Vertreter des Krisgé-Yityiiteriums, der Dezernent für das Militär- Veterinärweien _Ritimeiiter Freibsrx von Holien, der Vorstand der Milikäx-ROZCZUUÖUU Major von Kelier. und Premier-Lieutenant don Winterseldt 11.111112 Prox. Berdez-Bern, der Direktor der Stuttgarter Hochscbule Pros. cixke, Prot. Baver-Wien. Prof. Effer-Göttiann, Gebeimkr Ober- egierunas-Raib Lydtin-Karlsrube 11. A. Spater erichienen aucb m);!) viele der Ehrengäste, welcbe dem Abend im Aräyitcktembaus ietgewobnt batten. Der chrkörper der biefigen H0ch1ch0[e_ wax nahezu volizäblig vertreten. Aach viele in der Praxis ttsbénde Tbierärzte traten erscbiknen, um mit _er Jugend dcn_ Tag zu begeben. Nacbdem Hr. Müggenburg in einem Trinkwruch Sr. Majestät des Kaisers geraubt batie, _ erbob fich der Fektrednér des Abend;- Hr. Drägert, um ein_ B1ld dcr Gexchichxe der Anstalt zu geben. Bei dem Saiamandsr auf die Hocbscbule, mtt dem die Réde schloß. bbb fich der Vorhang dsr Bübm', 11115 in einem trefflich gestellten lebenden Bilde wurde dkr 4111111 111111611 Huldigung dargebracht. Der Wiffenscbaft, als Göttin von Frl. Nauk verkörpeit, reichte ein Genius (Frl. Helm) den Lorbeer, wäbrend Studirende rn den séch§ rerscbiedenen Trachten der leßten 100 Jabra _fie jubelxid umdrängten. Das Bild risf lebbaften BeifaÜ bsrvor. Die von Hrn. Schr§der den Dozenten dargebracbte Huldigung beaytwbrte Profeffbr Diekerhoff mit einem Horb auf die studirende Jugend. Er1bkachdie_Hbffnung und die Ueberzeugung aus,d.1ß die Wiffenickzaft, die der JUgend bier geléhrt, ziim Nußen des Landes in der Praxis Verwen- dung finden werdx, und _daß die Männer der Praxis mitwirken würden auch (m_ der wimenicbzstliÖen Weitsrentwickelung des Faches. Hr. Schiel ??ierte die Gäiie, Hr. Plath die Damen, welcbe in reichem Kramz beide Galerisn und die LOZM füllten. 131“. Klee endlich trank als V-rtrster der Mitglieder des „WissensebaftliÖen Abändß“ auf das schöne Vcrbältniß zwi1chen Civil- und Militär-Studirenden. Dann bbb swb wieder der Vorhang, und in trefflicher Weise wurde Scbneidxr's altbsliebtes Lustspiel .Der Kurtnärker Und die Picarde“ ULT im_ weitaren Verlauf des Festes noch der Scbwznk „])r. Kranikb's Ekreäbziunde' untkr Mitwirkumg kunsigsübter Damm zur Aaffübrung JcÖTQÖt.
Am Dienstag_Ab2-1d fand im Ratbbause die erste Probe- b2l2u_ck_)t_ung Mit der datei; das ganze Hans von den Berliner Elkktrizitatsrrerkcn 11111?! Anordnung imd inlung des Tézernenten der R_atbbaa§verwaitung Stadtratbs Borchardt, des Bauiiisvektors des stgdtticben Hccbbauss SÖmid! und des Eaéanstais - Dirigknten Frieder durcbgeiübrten elektriicben Beleuchtungsaniage ilait. Es fanden 11:1) bierzu, wie die .Voff. Ztg.“ bericbiot, ein
' einander- und fortgewebt und die Folge davon war, daß die Befißer dsr
der _Qber-Büraetmeifier von Forckenbeck, Bürgermeister Geheimer Regierungs-Ratb Duncker, mehrere Stadträibe, 11.21. Stadt-Bauratb Blgnkensiein, Marggrgff, Borchardt, die Stadtverordneten Virchow, Reicbxww, Loewel mit ihren Damm 2c„ ferner die Vertreter der elxktnscben Werke und die Künstler, welche im Ratbbause gegenwärtig mtt de_r Herstellunsz der Wandgemälde beschäftigt sind: Ganz beson- de_rs wnkyngkvoi] zeigte sich der große, neubergericbtete Feftjaal in dem elek- taschen L1cht_gla_nze. _Jnder Vorhalle des roßen Treppenbaufes, welcbe gleichfalls w_1e die metstexi Räume des Rat hauses neugescbmückt worden ist sind die Lamyentrager für die elektrische Beleuchtung mit zier- lichem Blumenschmuck dem aügemeinen Charakter des Raumes an- Ypaßs. _Der _große Leu_chter in der Mitte der Vorhalle ist an seiner
ußenseue xmt Glüblicbtlampkn, in seiner Innenseite mit Bogsn- lampen v_er1ebexz. _Leßtere smd mit rotben Glasglocken umgeben, wodurcb eine prgchtige Lich1w1rkung erzislt wird. Das Oberlicht des Treppenbauses ist mit einkm neuarti en BeleuchtunZSapvarat. einem sog. Lamellenreflekwr, eingerichtet. krseibe bezweckt, das Liebt der Bogenlaznvei) _gletcbmäßig zu vertbeilen.
Gleichzeitig _ mit der Yelxuchtungsprobe fand die Probe der T_afxlmumk fur das am nachiten Dienstag im Rathbause von den stadtt_sch_en_ Bebörden den Mitgliedern des F Internationalen medizinischen_ Kongresses zu veranstaltende Festmahl statt. Es werden zwei Kapellen spielen, die eine auf der Tribüne der Stadiverordnetcn-Versammlung, die andere auf dem Treppenpodest vor dem Bürgersaale.
In _Anweienbeii des Landratbs des Teltowsr Kreises fand gestern 111 _ Sackxcn des Schöneberger Kirchenbaues eine außerordentlicbx Sißung der Gemeinde - Vertretung statt. Es wurde, wie die_ .Voff. Ztg.“ berichtet, einstimmig der Be- schluß gefaßt, de_n in _dem öffentlichen Bebauungsplane vorgesehenen Plus im L_lkazienwaldchen aus Koiten der Gemeinde zu er- werben. Die Gemeinde-Vertreiung sprach auch ibre Geneißtbxit aus, von dem Maße das zum Bau der Kirche erforderliche Stück u_ntsr der Voraudwßkung derzugkben, daß von der Erhebung emer ercbensteuer (1 gesehen und die politisébe Gemeinde auch andsrw§111g_ „zu den Baulasten nicbt beranxxc'zogen werde. Die Werte; in diese; Angelegenheit zu ergreifsnden Schritte sollen in einer g_e_meinsam mit dem Gemeimde-Kircbenxatb und mit der Gemeindk- Kirchenveztiet1mg ab:,ubaltenden Sißun beratbkn werden. Es ist so- mtt Ausmckyx vorhanden, daß die seit abren schwebende Kirchenbau- frage dcmxiaäost eine endgültige Lösung findet. Ergebnißlos _sind dagegen die Verbandlungen der Schöneberg-Fricdenauer Kommi1fion in Sgch2n der_ Abtretung Süd-Schönebergs an Friedenau berlauien, da _die Vertreter Schömbergs eben sowenig etwas von einer Abtretung, wit; die Friedenauer Von einer Jnkommunalisirung in Schöneberg 113171211 wollten.
Breslau. Am rechten Oder-Ufer hat am 26. Juli Nachmittags ein Wirbelsturm an verschiedenen Orten furcht- bare Verwüstungen angerichtet, Gegen 6 Uhr verdunkelt: sicb plötz- lich der Himmel, der bis dahin völlig beiter war, und am Horizont zog von Nordkordwest eine schwarze Wolkenwand mit scharfen Rändern herauf, welcbe binnen 10 Minuten einen ungeheuren G::vitterxegen brachte, der von einigen kurzen deftigen Donnerschlägen begleitet als- bald Menicbexx und Thiere erschrsckte. Der Wirbelwind trat, wie man der „Vom. Ztg.“ beriÉ-tet, stellenweise mit solcher Héftigkeit auf, daß die Ernte an vielen Orten vernichtet ist, da die Gstreidehalme mit den ichnittreifen Aebren umgeknickt am Boden liegen und nicht abgemäbt werden können, sondern auswackosen. In der Nähe von G r oß --W a r t e n b e r ;; bot der Wirbelsturm zahlreickze uralte Bäume, _ Eichen, Pappeln, Birken massenhaft ent- wiirzelt und fortgsiübrt. Einer dieser Bäume zerstörte im Fall eine niit Ziegxln (;_edeckte Scheune, ein anderer stürzte der Länge nach in em Korn_feld und zerstörte mit seinen weitausgespreizten Aesten eine nahezu emen viertel Morgen große ErnteÜäÖe. Noch schlimmer hauste der Wirbelsturm in den bei der Stadt Groß Wartenberg befindlichen, zur GutSverwaltung des Prinzen Biron von Curland gehörigen Parkanlagen, welche glücklicherweise von den Ein- wobnern der Stadt nicht mehr besucht werden, da ein prinzlicber Exlaß den Bürgern den Besuch der Anlagen seit Kurzem verboten hat. Die kaabr von falLenden Bäumen erfchlagcn zu werden, war auch an anderen Orten der Groß - Wartenberger Umgegend vorbanden. In dem 2 Mcilsn davon entfernten Bralin _ dem Prinzen Biron von Curland gehörig _ hat das entfesselte Elemmt mit 1111ka13011?! Genauigkeit quer durcb einen Wald eine aradlinige Gasse geleJt, indem es die bocbstämmigen Bäume wie Strob- balme (111 der Wurzel knickte und niederlegte. Auf den abgemäbten Getreidefeldern wdren vielfach die aufgesteÜten Gétrcidc-garben aus-
Fclder mit anderen Grenznachbacen wegen Hkxausxzabe der foriZewebten Garben in Streit gerietben. In dem Dorfe Langendorf wurde das Dach des Scbulbauics abgedeckt. Kaum zehn Minuten dauerte das Wütben des Wirbelst'Unns, dsr in südöstlicher Richtung seinen Weg nahm und überall Spuren hinterlassen hat. In den Wäldern bei Bralin bat die zerstörende Wirkung der Windsbraui ersichtlich ihr Ende erreicht,
Hirschberg i. Schl., 29. Juli. “Der bier befiebende Verein ebemaliger 47er sendet am 6. August er. als am 20. Gedenktage der _Schlacht bei Wörth zwei prachtvolle Kränze für das Regiments-Denkmal und das Denkmal des dort efallenm Obersten und RegimentsCommandeurs Hrn. Benno von urgbofs' ngcb Wörth. Das Bezirks-Kommaxxdo Hagenau bat die Niederlegung dieser Kränze in dankenswertber Wene übernommen.
_ Westerland auf Sylt, 26. Juli. Unter Mitwirkung einer Reihe als Kurgäste im Nordseebade Westerland Wsilender Künstler und Künstlerinnen, wie der Herren Königlicher Kammersänger Paul Bulss, Landau, Steinberger, Fr. Weidmann, Albert BachSmann, Gustav Burwig und der Damen Frls. Minna Ristow und Margarethe Rojenow findet kymmenden Dienstag in den Räumen des Kurbauses eine gryge W ob_lt_b_atigkeitsveranitaltung zu Gunsten des Fonds der Kinderheiljiatte statt. Die Verwaltung der lcßteren bat den Be- sch_111ß gefaßt, aus de_n Erträgen der alljährlich stattfindenden Wohl- tbattgkeits-Cbncerxe einen besonderen Fonds abzuzweigen, zur Stiftung cines _Freibettes fur Kinder deuiscbér Bübnenmitglieder und dsren An- gebongen m der Kinderbeilstätte auf Sylt.
London, 31. Juli. Nack) einem Telegramm des .Reuter'scben Bureaus' aus Djedda vom heutigen Tage wird den inMekka vor- gexommeneri Cbolera-Crkran_knngen ein epidemiscber Charakter beigeleézt; die Zahl der Todesfalle wird auf ungefähr 80 täglich angege en.
_ St. Etienne, 30. J_uli_._ (W. T. B.) Die Rettungsarbsiten m de_n Gruben von Pélts11er sind beendet. Bis Abends 7 Uhr find im (Ganzen 107 Leichname und 113 Schwerverwundetc aus der Grube berausxzeschafft_wqrderi._ Einx bfféne Lampe, die in einer (Grube vorgeiuziden Wurde,__1chemt dte Ur1ache der Explofion zu sein, Der Minister d_c_2_r_ öffentlichen Arbeiten Ives (Havok und ein OrdonnanyOsnzlsr des Prafidenten Carnot sind von Paris Hierher abgereist. .
__ Jrauaneld, 30. Juli. (W. TB.) Vom eidgenössische'n ;_Ncbußenfeit wird gemeldet: Die deutschen Scbüßen baben 11ch beute Abend verabscbiedet. Jbr Sprecher, Horn (Nürnberg), jpracb dem (Comité den wärmsten Dank für die liebenSwürdige Auf- nabme aus. Angebren (Thurgau) erwarb mit 163 Nummern die Wurde des S:!)üßänkönigs, Brem (Tirol) erzislte mit 156 Nummern eine goldene Medaille, Schuberth (München) einxn BeÖer.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.
London, 31. Juli. (W. TV.) Nach einem Telegramm dÉS „Reutex'schen Bureaus“ aus M ozam bi u e von heute hatte de_r _Lieutenant Co ntinh o, der Bxieblshaber des portygtes1sche_n Gebietes am Shire, bei Chiromo das englische Schiff , James Stevenson“, welches der afxrkamschen Seengeseljschaft gehört, mit Beschlag belegt. Die Gesellschaft hätte die Besatzung nach Quilimane zur Ab- urtheilung nesandt.
New:?) ork, 31. Juli. (W. T. B.) Der „New-York eraldf“ erhielt ein Telegramm aus Mexiko vom heutigen age, in welchem _es heißt, Mexiko und die V er e inigten
Staaten würden tm Interesse des Friedens von Central- Amerika übereinstimmend handeln. _ Nach einem Telegramm aus Viktoria haben amerikanische Zollbeamte die Goelßtte „George White “, die unter englischer Flagge segelte, mit Beschlag belegt; dieselbe war zum Robben- san g nach Unalaska ?e angen. Eine amsrikanische Scha- luppe legte _an die engli (Ye (Hoelette „Ariel“ an und über- ]mtt_elte der1elben das Verbot, in das Behring s meer zu ege n.
_Buenos Aires, 31. Juli. (W. T. B.) Die Be- schießung der Stadt durch die revolutionäre Flotte währte zwei Tage und hat namentlich auf der Plaza Victoria Roßen Schadqn angerichtet. Die VertretEr sämmtlicher fremden
ächte protsstiren bei der Regiexnng gegen das Bombardement. In Folge de_rUnterwexfung des aufständischsnTheils der Flotte ist die Ruhe wwderhergettellt worden. Die Za hl der bei 1) em Auf- stands Getödteten beläuft sich auf ungefä?r 1000, die der Verwu_ndeten auf ungefähr 5000 Per onen. Die 58ka läßt ]? t nach. Die Eisenbahnen und Telegraphen find Wieder im etrieb. Die R ev olution wurde durch den General Roca unterdrückt, dem fich die Aufständischen be- dingung-Zlos unterwarfen.
(Fortießung deS Nichta11111ichen 5.11 52: ErstLn Beilage.";
L* "L_ „YZF
Wekterbericb! vom 31. Juli, Morgens 8 Uhr.
schläge
Stationen. ] Wind. Wetter.
J_n Deutschiand ist es wärmer geworden, im Süden bali d.":s heitere stille Wetter an, im Norden dagegen hat die Bewölkung zugenommen und frischen die südwestlichen Winde etwas auf. werden aus Deutschland nicht gemsldet. Ober: Wolken ziehen aus West und Nordwest.
des Hrn. Heinrich Bötel. Der Lonjumeau. (Cbachon und St. Pb TägliÖ: Bei ünitigem Wetter der Vorsteaung, leucbtnng des Sommergariens: Anfang 54, der Vorstkllung 7 Uhr.
Meßbare Nieder-
Deutscbe Seervarte.
Bar.auf0sÉ;. 11 d Mkiki'ssp (ed. inMiliim.
“Temperatur ._. in “ Cclfius
4IRegen 21wolkig 4onlkig 2Dunst
Mulia11bmore ; 753 SSW Yberdekn . . Z 752 SSW Cbriitiansund 750 Kobenbach. , 760 Stockboim . i 758 2.bedeckt Havaranda . ,; 754 2,bedeckt St. Petersb. 754 ] Libedecki Moskau . . . 757 3 bedeckt CoerueenS- . - town . . . ) 757 Eberbourg . Z 764 Helder. . . . ' 762 Zbalb bed. Sylt ..... 758 ] 3 bedeckt Hamburg . , . 762 ] Zbedeckt Swinemünde i 763 “ 21bcdeckt Neusabnvaffer 763 1bedeckt Memel . . . 762 4beiter
Y_axis . . . . 5 765 stil] wolkenlos 5 unster. . . ; 764 : bedeckt , KaxlSrube. . * 766 wolkenlos ; Wiesbaden . ] 766 sti wolkenlos ] Müncbkn . . ** 768 19 Chemniß .. : 766 , . 18 Bt_rlin . . . ] 764 wolkig 20 Wien . . . . ] 765 ' wolkenlos “ 18 Breslau. . . ' 765 beiter ! 18 Jie d'Aix . . _ 767 Wolkenlos ? 18 NUM . . . . z 764 wolkenlos * 22 _ Uebersicht der Witterung.
Wabrexid das. gestern erwäbntc Minimum fich nordosxwarts r-acb dem norwegischen Meere verlagert bgt,_ 111 das Barometex über Frankreich und dem sukltcben CentralCurova über 765 111111 gestiegen.
von M. Hervé.
der ZYTY? Sonnabend 11.
von C. A. Raida. 711 Ubr.
Freitag:
Dopbsl-Concert. Im Park:
_ Sonnabend:
Tßeater-Anzeigen.
WaUner-Theater. Freitag: Zum 56. Male: Manifest Nitouchc. 4 Bildern von H. Meilbac und A. Millaud. Yiufik
Vor der Vorßeüung, bci Zünftiger Wiiierun : JÜMÜMÜV“ Groces Garten-(Conceri. 694,
oriiellnng 7 * Uhr.
Dirtoria-Theater. Stanley in Afrika. ZeiFemälde in 10 Bildern Von Alex. MoSzkowski und
Sonnabend: Dieselbe Vorstellung,
Triedricy-Wilhelmnädtisches Theater und Concert-Park. Zum 196. Male: nathan. Operette in 3 Akten von Hugo Witt- mann und Julius Bauer. In Scene gesc i von Julius Frißsche. Dirigent: Herr Kapeüme ster Jedermann.
Jm vrachttwllen Park um 6
Sonnabend: Fiesetlbe VoZsteuiÉF. F __ _ _wei es gro es ampagner - c1 . Auftreten von Geiangs- und Instrumental-Künstlern.
153. Male: Der Nautilus. Vaudevilie in 3 AUM und Elite- und Monstre-Concert.
des ganzen Garten- Aiifang des Gsnceris
Sonnabend: Dieselbe Vorsteilung olg. Tage: Mmsell Nüouche. “__Y
Idolph Ernß-Thealer.
Freitag: Zum 346. M.:
, Der Biüetverkauf findet von heute ab lch- Nalbanson. Mufik Kaffe von 10-1 Uhr statt.
Ballet von C. Severini. Anfang
(Geöffnet von 12-11 Uhr. Tä ich witxixnscbaftlitben Theater. Rab ze ei.
[195491
ä
Direktion : Julius Frißsckde.
Der arme Jo- Mufik von Carl MiUöcker.
Anfang 7 Uhr. Uhr: Großes
Nen eröffnet.
gens 9 Uhr bis zur Dunkelheit. Soldaten und Kinder 30 43,
Kroll's Theater. Freitag: Letztes Gastspiel| Postillon vou
bends bei brillanter elektr. Be- von Großes Concert.
Erstes Gastspiel des K. K. österr. Hofopernsängers Hrn. Ernest van Dyck. Eruaui.
BeUe-„RUiance-Theater? Freitag : Zum Jm prachtvollen glänzenden Sommergarten: Großes Auftreten fämmtlicber SpezialitUen.
Anfang: des Concerts 6 Ubr, der Vorstellung 74 Uhr.
2. August. Wiedereröffnung des umgebauten Theaters. __
Sonnabend, den (Rom _ _ Ökn- Reg.-Affe Fest-Ouverture von Franz Roth. Der Goldfnchs. _
Urania, Anstalt für volkstbümliche Naturkunde. Am LandW-AWstellungS-Park ]Lebrter Babubof).
eres die Anschlag-
National-Panorama. Herwarthftr. 4, Königsplay.
Das alte Rom
mit d. Triumphzuge Kaiser Constantius i.J. 312 n. Chr. v. d. Kgl. Prof. J. Bühlmann 11. Alex Wagner in Münsben. Täglich geöffnet v. Mor-
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Geboren: Ein Sobn: YM. G. P. Paffarge or Mandel (Köln). Löffelmann (Paderborn).
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ine Tochter: Hrn. mann (Ribniß).
Gestorben: Hr. Oekonomie-Ratb Fr Hilgert- dorff (Näglack). _ Frau Ober-Steuer- ontroleur Emilie Wusiow, geb. Winter (Rostock). _ Hr. 1_)r. mea. Albert Ste.nwirker (Hamburg). _ Pr. Hauptmann a, D. Emil Preßler (Berlin).
an der Theater-
VorsteUung im
. Redacteur: Dr. H. K l e e. B e r l i n : Verlag der Expedition (Scholz).
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin 897, Wilhelmstraße Nr. 32.
Vier Beilagen (einsckoließlicb Börsen-Beilage).
Entrée 1 W,
Die Insel Helgoland.
In dem Augenblick, in wclckem die Insel Helaol and in den Besiß des Deutschen Reichs, zu_Welchem das_zwar kleine aber Übcraus interessante Eiland nicht nur seiner gkogravbnchn Lage, iondxrn auch der Abstammung seiner Bevölkerung nach gehört, übergeben ioll, bat die Anstalt für volkstbümlickoe Naturiunde .Urania' Veranlaffung genommen, dem Berliner Publikum_ 111 einem wiffenscbaftlicben und doch gemeinvcrsiändlicben Vortrage i_ibcr den Werth und die Bedeutung der neuen deutschen Beßßung erwunfcbte Belehrung zu V€r1chaffen_ Der Vortragende des gestrigen Abends Hr. Dr. P. S chwabn bat aUes WifienSwertbe über seinen Gigenstand zuiammcngétraßcn und
escbickt in zwri Abtbeilungm gruppitt, _in welchen er die gigerxwärtige &estaltung, die Vergangenheit und Zukunft der Jnyel ihrem 1: b b 1 i s (b e n Bestande nach einer eingebendeg B:“lcucbtung unterzog, während die etbn ogravbiscben Verkältnine, Land und Leute, Sitten u_nd Gebräuche, Beschäftigung in Handel und Schiffahrt als SckyluYglied der Vortrages in den Kreis der Betxaxbtung traten.
Neben der volitiiÖen Bedeutung. so führte der Voriragende_aus, welche der Besitz dieser Fexssclxolie für die En_twickeix:11g_11nd Stckyex- steÜung der dcuticben Seemacbt in sich ichließt,_1itbgu_f1g auf die pbvßsche Vescbaffenbcit der Insel in dém Sinne_bin_aet131e1en_ worden, daß die Lebensdauer Helgolands nur noch eine beichrankte sxi_n_ werde, da Sturm und Weücn Splitter um_SpliT?er _bon den K_uiien ab- reibßen, welche den Untergana des Feliens in abiebbarer Zait berbei- fü ren müßten. Tieie Umständc, führt der Rexncx aus, werde:) die politische Bedeutung Hilsrlands Richt_kkeiktkack11_ßk_n. dJ, wie er später nachweist, der Bssiand Helgolands 1icb nocb aus 600-100 Jahr_e berechnen läßt, Wenn die zerstörenden Gewaltev in gleichem Maße wre bisber fortwiiken. Für den Liebhaber der Makur, tnx-bxiondere der Erscheinungen des Erdenlebens, die durch das Meer bedingt Werden. hat es größeres Intéreffe, das endliche Sch1ckxal des Eilandcs zu enträibseln.
Helgcland liegt in der Nordsee fast mitien zwischen den Mün- dungkn der Elbe und Weser, 7 deutsche Meilen don Neuwerk, 84 von Cubefen und etwa 24 Meilen vox1_Hamb1:rg enjfcrnt,_ Wenn man von Cuxbaien aus auf die Jusel zuitsuert, treten bcietts 111115 2 Sturidcn die Umriffe HUSQÜMDI als ucbelgrauer Fixe! aus _dem Meere bervor. Bald erkennt man den Helgolander Felix.": deutlicher und bemerkt auf demselben den_weiße11 Leuchttburm und andere bell- leucbtende Häusergrnpben. Zwi1chen der Jn1el und dcr _verelagerisn Düne legt fick) das Dampfschiff vor_Axker. Man betritt ern ftacxxes sandiges Gestade, 11361ka mit Maich'eln Und Scetgng bedeckt _1st. Bei der Landung befindet man sik) im Umerland, wl? das im Sud- ost'en aelegene Vorland im Gegensaß zizm Felienplaieau de_r Insél, dem Oberlande, genannt wird. Der Fel1_en b1_ldet ein langcs 1_chma[es Dreieck, wie eine liegende Pyramide oder xm K_eil, deffen Spitze i_cxst nach Norden gerichtet ist; an der nach Südbiten 11egenden_Grundflacbe bc- finder fick) ayf einer sichelförmig in d1e_ See_c111slau1enden Landzunge das Vor- oder Unterland, während fich 1m_Otten, 110131. Muttexseisen durch das Meer getrennt, die Düne, _eine Sandtnyel, m einiZen Tausend Mster Entfernung binziebx. Dze Große der Insel de_trqgt 6/10 Quadratkilometer, ibre größte Lange an der Ndrdrvepieite 1600 111, und ibre größteBreite etwa 500 111. Helxxoiand ist (1111) e_in kleines Klippeneiland, welches der aus der Felsbobe itebende Be- schauer rings überseben und abieben kann, und von wo aus er das Meer nacb aüen Richtungen evdlos fich ausdehnen fiebt.
Der Helgoländer Fels ragt 28-56 111 aus de_m Meere bervor und gehört seiner Veicbaffenbeif nacb dem ge_sch1chtkten sedimen- jäten Gestein an , und zwar jener _Formattbnsgkuppe, welch? den Namen der Trias «halten bat,_ Werl fie dte_ Reibe der drei Formationen eröffnet, mit denen das iogxnannte Mittelglter der Erde beginnt. Das tiefste Glied der Trias _b11dei de_r BuLitjandstem; u_nd dieser ist es, aus welchem di: Hzlgolanch Klippe 11ch bauptiacblicb zusammensetzt. Sie besiebt aus einem erbariZten blqugrßusy Mergsl- tbon, der abwechselnd mit Bänken rojhen xanditeins 111 1c_bo_n gus- geprägter reaelmäfziger Schicbtung FUZÖUZT Ut. Die Sandstembans zeigen eine Mächtigkeit von 6-15_5'-;11§, wahrend d_1e_ beileren Streifen des Mergeltbons nur schmale Zwijcbenlagcn 99". 6111192130651 Breite bilden. Die Felssebicbien, welcbe oon d€r_ Nordweitieite zucOudostieite unter einem Winkel von 10-15 Grad absaile_n, laffxn fich am ganzen_ Um- fange der Insel mit din Augcn deutlich bericlgen wegkn der mr_en- fiven Facbentöne des Rotb, Blau und Grun, denen _die Fclsmanen ihren Namen Buntsandstein v_erdanken_. Um das Landicbaftsbild _noch lebendiger und reizvoller zu geitaiten, itreckr fich, diirch den blaugrynexi Meeresstreifen von der rothen Klippe gedrenu]4 die bewegliche, 1a1-._s_t hügelige Düne ins Meer hinaus, welch_e im Oonnenglqnz ichnexweiß schimmert. Der Buntsandstein der Trias,_c_1us_dem die_ Helgolarider Felsfcbolle besteht, nimmt auch anderrpeittg tn _DßuUchland einen großen lächenraum ein; man findet 1511 im sudlicberx Odenwald, dem peffart und der Rhön ,_ 1a er __eritreckt _ sicb bis nach Westfalen und Thüringen h_ixiem. Solche Schlchtenblldqu wie die des Buntjandsteins tit aÜemgi das _ Erzeugnis; allmählickxer Ablagerung, ein sogenanntes niptumfches Gebilde. Dort, wo heute diese ormation anzutreffen ist, ibogte vor_ grauen Zeiten
ein weites ö:es eer, dem ein starker Salzreicbtbumäeigen _war. Der große Bitiergebalt jenes Mesres, guswelcbem _der Sandstxm qbgeießt wurde, bot wahrscheinlich keine giinstigen Bedxtgungen im; die Ent- wickelung organischen Lebens dar; nur wenige «pqreytbtertsckpen und pflanzlichen Daseins werden 1:1 der rothen Sandstetykitppc Helgolands gefunden. Was der Naturfreund am_ _Meercsxzeitadc aufsammelt, die Ammenitm Belemniten, Nautilixxi, Bivalvexi u. _s. w., das find ausfcbließlick) Reste organijzber Matertc aus uns näber liegenden Perioden der Erdentwickelung; aber auch ab-
efeben von jüngeren Zeugen einer gntergxgangensn _Vorwelt, Lietet der Meeresstrand Von Helgoland mit seinen thierischen Be- wohnern, den Muschelscbalcn, den durchsichtigen Medusen,_ den wun- derbaren Seesternen, den strablisen chtgeln_ und farbigen zarten Algen reichlichen Stoff zu ernster und er_freultcher Naxurbetrachtung dar. Der Helgoländer Felsen ist, da er fruher auf dem „Reerxsgrunde ruhte, natürlich durch bedeutende Scbw_ankungen und erschtebungen der Rindentbeile unseres Weltkörpers uber das Meex buiausgeboben worden. Es ist sicher, daß die Nordkx'iste der sxandinavi1chen Hglb- insel, bis an das weiße Meer bin, in _emem lan_g*amen Emyorstetgen be kiffen ist ; Klivpen, die vordem in der Tiefe sick) bekandcp, rczgxp. x_stzi selbst bei Flutbzeit hoch über dem Seesviegel_bervor;O1-te, die in btitomcher Zeit bart am Ufer lagen, befinden sich xeßt,_ obne daß neues Land axi- aeschwemmt wordsn wäre, weit landeinwcxris. _NaxZZ Professor Wiebe! 5 Untersuchungen ist der Helgoländer Felnn ein iiolirtes Erhebungs- centrum im Nordscebecken und kin Folge des Durchbruch der Trias durch alle jüngeren Sebicbten entstanden. Wenn man den Meexes- boden rings um Helgoland untersuckot, trifft man _an zahlreiche Kreideklippen der Juraformation, welcbe der Buntsqndstem, gebbben von unte1irdifchen Gewalten, durchbrochen bat. Jedoch xetgxe der soge1chaffene
elfen noch nicht seine heutige Forxn; ien); heutige Lage und Ge- Faltung verdankt Helgoland erst der m der jiinthen Periode erfolgten allgemeinen Senkung des Nordseebeckens. Die Sage,_ daß Helgoland früher mit dem Festlande zusammengehqngen habe, wird in das Land der Fabel zu verwüsen sein, da die Insel iingsiim __von jiingeren
ormalionen umschloffen ift; desbalb kann _aucb der _Flacbenrau_m _der *lippe niemals bedeutend größer gewesen sem, als tbr gegenwartiges Fundament.
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Erste Beilag-e zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
M 183.
Berlin, Donnerstag, den 31, Juli
(Fs ist Thatsache, daß Helgolands Felsen unablässig im Kampfe mit dem Meere sich bcfindet, welches langsam am_Klivvenrande nag; und Stück für Stück abreißt; cin nicbt minder geiäbrlicbkr Feind itt der Frost, der die in das Gestein eindringenden Waffermaien zum Gefrieren bringt und sprengt. An der Oitseite, wo eine reiche Klippen- bildung sicb entfaltet und die langgestreckte Düne vorgelagert ist, ist die Macht der WSUSU geringer; auf der Westseite dagcgen schlagen dieselbén obne Hindernis; gegen die steile Klippenwand und erxeugen jene grandiose Zerklüftung, die der Felsinscl an dieser Seite ibr cbaraktsristisches und großartiges Ausskhen verleiht, die tiefen Ein- buchtuagen und ihnen entsprecbénde Felsenvoriprünge, die sogcnanntcn Hörner, die Felsentbore oder Gaits. Aucb diese Gebilde find natür- lich Vergänglicb und fallen früdec oder später unter dem erstbrenden Meißel der Natur. _
Professor Wiebel bat in böchst 1charifinniger Weise dargeiban, daß diese wunderbaren Bildungen nicht durch den Ansturm der Wogen allein, sondern auch durch die besondere Struktur des verwitterten Gesicins, namentlicb in Folge dxs Fallens der SchiÖiea gegen Osten erzengk worden sind. Der Vortragsndc wies nun an dsr Hand ein2_r von Profeffor Wiebel im Jahre 1845 borgenommenen genauen Aus- nahme und einer anderen, welche der Helgoländer Badearzt Vr. Lindemann im Jabre 1889 hergestellt bat, durcb Vergleichung nacb, wie viel in diesen 44 Jahran vox! dsxn _ Felsen vernichtet worden ist. Die Einbuße des Mutterselicns beträgt an einer Stéüe 150 Fuß. Alles in AÜW kann man annehmen, daß in den letzten 50 Jabrcn die untere Felskante im Miticl um L_? 111 zurückgenicben ist. Diese Zahl zu (Grund? gelkqt, wfirde dis Lebensdauer Helgolands auf die oben erwäbnten 600_700 Jahre abzuschäsxn sein. Offizielie Kartsn der englischen Admiralitat aus [7211 Jahren 1855 und 1887 ergeben in ibrkn genauen Verméffun en ein ähnliches Resultat; denn es bktrug im Jahre 1855 der FläÖeninYaltdsr Jnstl 442 200q111, 1887 nur noch 420100 11111, sodaß fich ein _durchicbniti- licher jäbrlicber Verlust von 690 (1111 ergiebt. Die aus Heigolcxnd vorgefundene alte Meyer'scbe Karte, welche die Insel verbältnißuiäßig sebr ßroß er_sch:einen läßt, wird von allen Foricbern, vom geologiicben wie dom biitorifche_n Standpunße aus, als unzutreffend nacbgewiesen. Das allerdings ist kicker, daß; die Düne noch im fiebenzebnten Jahrhundert durch einen breiten Gerölldamm mit dem Unterlande verbunden war; auch lag _nbrdivestlicb von der Düne mit idr ver- bunden ein hoher KreideseUen, die .Wittklipv“, der noch im seeds- zebnten Jahrhundert als natürlicber Wogenbrecbcr aus dem Meere aufragte. Die VerniÖtung diescr weißen Kiippe i'st aber nicbt allein den Unbilden des Meerks xuzuschreibsn, sondern weit mehr ist daran dsr Eigennutz der Inselbewobner Schuld, welche den Kalkfélsen alimäblicb abtrugan und verkauften, Im Jahre 1711 riß die Sex bei 1:9er Flath den leßten Reit der Klippe fort, und am Weihnachts- abend 1720 versank auch der Steinwall, sodas; die Düne für ewige Zeit vom Mutterlande gctrennt Wurde,
Daß Heizoland Scsbad Zewordan ist, verdanken die Bkwobner ihrem unieknebmerxdcn und geisiroüen Landsmann, dem Sebiffsbauer Jacob Andresen Siemens, der bierdurcb den Bewohnexn der Insel zu nutzbringender Thätigkeit imd zum Wobliiande verhalf.
Der Vortragende ging 311111 Schluß zu eincr unterbaltendcn Schilderung des Badelcbens über, zeichnete in kurzen Umrissen die landschaftliche Beschaffenheit der Insel und die Anstalten, welche zur Bequemlichkeit der Badegäste allmählich eéngeiübrt worden find, unter Welsben wir bier nur den Fahrstubl erwähnen, durch welchen man gegenwärtig, abgesehen von einer in den Fels gebaaenen Treppe, vom Unterland auf das Oberland gelangen kann. Auch di: Gebäude, besoxiders dZe Kirckye und der_ Leuchttburm, fanden in dicsem Zusammsnbaxg eine klare und intcrcnante Behand- lung. Der Vortrasende schloß dann mit der Charakteristik der Be- wwbner seinen lehrreichen und von dex zablreicben Zuhörerschaft mit lautem und woblverdientem VeifaÜ ansgenommenen Vortrag.
Statistik und Volkswirthschaft.
DieProdukiion der Bergwerke, Salinen und Hütten in Preußen im Iabre1889.
In der Zkitichrift für das Be», Hüjtsn- und Salinxnwesen Band 88317111. liegt gegenwärtig das Er_gebniß der Pryduktwn der Bergwuke, Salinen und Hüttcn im preußiicch Staat fur das Jab; 1889 dcr und ist (11115 als Separatabdruck im Verlage Von Ernst und Korn (Berlin) erschienen. __ _
Hicrnacb find _ nach Abzug der fur den eigenen Bergwerks- betrieb verbrauchten Menge _ an Steinkohlen produzirt worden 57 889 269 1: im Werthe von 314 377 290 “(€ (der ertb der Tonne steilte sicb auf 5,43 .“) bei e_iper dUrchschmttlicben taglichen Beleg- schaft von 212 382 Köpfen aus 330 Werkexi _
Die Produktion an Braunkohlen stellt? 11cb auf 12642 432 t im Werth? von 31376156 „14 (Werth der _Tonne 2,48 „M) bei einer jäglicben Belegschaft von 24612 Kbpien (1117 413 _Werken.
Die Produktion der Minera11alze betrug 551984 t im Weribe von 5695424 „44 (Werth der Tonne 10,32 „M) bei einer durcbycbmtt- lichen Belegschaft von 4284 Köpfeii au_f 31 „Werken.
Die Produkion der Erze belief mb auf 5943 346_t im ertbe von 85 269118 „46 (Werth der Tb_nne 14,35 „M) bei einer taglichen Belegsckaft von 72 715 Köpfen cxur 860 Werkxg. _ _ _
Die Gewinnung von Koch1al1 aus wanenger Losung stellte ficb auf 268 362 d im Wcrtbe von 6354 758 .“ (Werth der Tonne 23,68 94) bei einer täglichen Belegschaft von 1869 Köpfen auf 43 Werken. _ __ _ _
Ueberblickt man die Crgebmne der le t_en_ funf Jabre_, so bat
fick) die Produktion fortwabrend gehoben. unge Zahlen mogen dies bele en. JDie Steinkohlenproduktion bob fich von 1885 vdn 52 879 0041: bis auf 61436991 1 im Jahre 1889; der Werth die]er_ Produktion bob fich Von 262 882 002 „44 bis auf 332581059 „46 Die Braun- kohlenvroduktion von 12 387 284 c auf 14 205 047 r, der Werth von 32 370 724 „M auf 35328133 „41 Die Produktion der Eisen- erze von 3925 783 t. auf 4375 282 r, der Werth von 22038 344.36 aus 31424390 «44; die gesammte BergwerkSproduktion von 71713132 t aus 82 837 890 t, der Wertb von 369 823 545 «js auf 466 871288 .,«1 _ _ _
Was die Hüttenproduktion anbetrifft, so betrug die Rob- eisenproduktion im Jahre 1889 3218 719 1 im Werthe o_on 163 746 028 ck (Werth der Tonne 50,87 „“). Diese Produktion betrug im Jahre 1885 2664 874 e im Werthe von 123081501 „46, auch bier ist also eine wesentliche Steigerung zu verzeia'onen. An Silber wurden im Jahre 1885 produzirt 195 034 kg tm Werthe von 27902165 „44, im Jahre 1889 256 323 t im Werthe von 32281411 „16- An Gold 1885 130 t im Werthe von 363 492 „FC, 1889 179 b im Werthe von 501990 „Fi Die gesammte atten- produktion hob fich von 3169639 1 (ausschließlich Gold und ilber) im Jahre 1885 auf 3806 503 d im Jabre_1889, der Wektb von 234 982 809 „M auf 308 263 602 .,“ (einschließlich Gold und Silber).
Zur Arbeiterbewegung. In Magdeburg fand am Dienste: eine öffentliche Versamm-
lung sämmilickoer Metallarbeiter tatt, welcbe von ungefähr
400-500 Personen besucht war. Der Stadtverordneje Klein aus Berlin hielt einen Vortraa, den er der ,Magdb. Ztg.“ zufolge mit der Aufforderung schloß, die einzelnen Branchenverkine 1_1_nd den dadurch beworgerufenen Kastengeist bei Seite zu [onen und sich zu einer großen Maffe zusammeniuichlicßen. Eine Anfrage, ob die in der Yietallindustrie bmcbäfti-aten Peribnen, welche das GeWerbe nicht erlernt. aber an Maschinen arbeiten, ebeniails dazu gerechnet werden, wurde in bejabxndetxx Sirzne bxantwortet. Nach längerer Debatte wurde einstimmig be1chloi1en,_r_s1r _die Metaljarbeitec in Magdeburg eine allgemeine Organixation _zu _sxioakien. Wäbrend einer Pause fanden zablreicbe Cinzeixbnungen fur diexe Ver- einigung statt. _ _
Hier, in Berlin, wurde tn einer am “:S-011111119 abgebaltenen zahlreich bésuchten Versammlung der Schlg_chterg_eiel[_en Berlins und der Umgegend das Statut des .Faäoverenzs“ ern- stimmig angenommen. Es wurde*_ cklkdaxxn, wie wn de_m „Berliner Volksblatt“ Entnehmen, __ein_ Vorixand von 9 Mit- gliedcrn gkwäblt; uxgeiäbr 300 Sch1achterge1ellexi _meldeicn 11111 zum Beitritt. _ Das Personal der Schwar5k051'1chen_Fabr1k in Berlin, mit Einschluß dsr Familien über 50V Köpfe, miter- ndbm, wie die „N. AU,]. Ztg.“ bericbtet, am prnabend emerx AUsflug nach der Unterbabkl. Es Wurden _z_1_ve1 Lbkzse aus Pichelswerder und die drei Sclbildborn - Etabliiiemsns in Be- schlag JLUOMMSU. Die Mit über 10 030 „46 betragenden Koiten der Partie hatte die Direktion auf fich genommen, _und zwar in An_- erkennun-g des guten Verbäitens derArbeiter am1.Ma1. Die Partie nabm einm prächtigxn VéklüUf. __ Der „272519de Zis.“ wird aus Berlin geschriebcn: 20 000 „FC ist dl?_ßkl_mgite_O1lmme rro Woche, welche die Sozialdemokrateg sur_ik)re_ itrifen- den und ausgesperrten Gefinnungsgenonen 111 Hamburg aufbringen müffen. Bis jeßt bat kik Hamburger _Conirol- kommission Ungsfäbr 70 000 „14 vertbcili, wovon 50000 „ck 111 Ogm- burg ang-cbrach sind. Die 20000 „46 werden jedoch kauin auszu- bringen sein, die Beiträge laufen nur wärlich ein_11nd_bleib€n _r_echi minimal. Das Mißtraakn der Arbeiter gkgen die Sammellziten, die oft gkfäiscbt smd, ist ein fortwäbrend_'wack*ie.-._d_cs. Ausden Bauten cirkuliren dss Sonnabends 4 bis 5 LUTZ"; es 11110 immer dieselben Personcn, Welche zablen und zahlen; die Mebrzabl hält es für ansemcffener, di: Taschen_zuzuba[t€n. Unter diesen Umständen mebren fick) déc Stimmen, welche einen axzdersn Mddus des Eintreibens der Gelder vorschlagen; troZ allkr _grdrz?precher_11ch_en Worte dk]: Führer berrscbt in dcn Kreiicn_dec ArbstteAr augenblicklici? cine großsNiederseicblagenbéit und das_GeiÜbl macht Pcb geltend, dax; die (Helder für Hamburg vergebens_geovsert sind,. Dexi 3311518111 ist das- balb darurn ;_„u tbun, die Maßen fortwäbrknd zu beicbaxtigen und 112 nicÖt zur Besinnung kommen zu [affen_. _Darum babex 112 angeordnet, daß s1ch die Genoffcn mit ganzer Kraft an_ den Stadiderdrdngtßn- wablen betbeiligen soUen. Auf der ganzen Lmie_fiebt man in_dteier Richtung die Agitaioren an der ArbZit, fie wiffen ]ebr wobl. daß x_sdes Wählen und Agitiren für die Mati_en ,ein Cxerztnxngm Feuer 111". _ Die Bsrliner Barbier-, Fri1eur- und Perruxkenmacber- Gebülfen bielten am Diénstag eine öffentlich Vexia_mmlung ab, zu der (1116) die Arbeitgeber eingeladsn und zablreicb LkJÖMULk] waren. Es wurde mitgetheilf, daß die Gcbülten fick) in der Bowentbaly Straße selbst einen Arbeitsnacbweis errichtet batten, weil über den Arbeitsnachis der Innung (111921118111 geklagt_ werde. Hierauf wurde über eine an den Reichstag zu _richiende Petiiion in Betreff der Sonntagsrube gesprbcben. Die meiiten Redner _vertraten den Standpunkt, das; eine fükixsiündige Sonntagsarbeit, lrl? fie der bezügliÖe Regierungs-Entwurf blank, für das BarbiérgeMrbe unge- nügend sei. Man beicblbß in dex Pititibn_dcn WUn'cb aaszuybrecben, daß die Geicdäfte um 3 Uhr scblteßen mümen. _ _
In der schottischen Stablindnftrie i_it, wie die Londoner ,Aklg. Corr.“ msldct, eine Krisis bevvr1tebend._ Dre Stabléabrikanten in West-Schottland wollen vom 10.2111guit die Löbne ibrer Schmelzcr um 10 (',/0 herabsetzen. T_ie Arbeixer sind entschlossen, dieser Lbbnberabscßung Widerstaxxd zu leiiten, umromebr, da fie fich erst bc: zwei Monaten eine Herabjeßung von 10 % baben geiaUen lasen. _ _
Di; Londoner „Allg. Corr.“ 1chreibt: Jm Hvde-P_ark fand am Sonntag wisderum eins Voiksversammlang _!tatt, um Propaganda für di: gcseßlick): Einfübrung de_s achtiründigen Arbeitstages zu ma-Foen und zugleich die erite Wisdcrkebr des Tages zu feiern, an Welchem dcr Gewerkrcrein der Easarbeiter disic Forderung dUrcbgesetzt bat. Hauptredncr war Jobn Burns, welcberder englischen Ardeiierklane gegenüber als Agitawr_ den großen Vortheil genießt, Bedeutendes im Gcwerkvereinsweien gclciitet zu baben und doch sich an das sozialistisch: Programm anzulebnen. Burns wiederholte feine früher oft gemachten_ Bebaudtungen, OI“)? der acbtstündige Arbeitstag die Lbbn? nicbt bcrabiésen und einer enge Arbeitsloier Beschäftigunxz geben würde. Die internatiqnalx Ver- kürzung der Arbeitszeit ware der erste Schriit zur Emanzipation des vierten Standes.
Zur Arbeiterfrage schreibt der Handelskammerberickzt bon Ha11_c a. S.:
.Die Arbeiterverbälsniffe in dem Bezirk der H.:pdelskamer Werden im Allgemeimn als Wenig zxzfriedenitallende bezeicbnet. Die Arbeitgeber find den immer höher geiwllten Forderanaen der_Arbener nack) Möglickokeit entgegeng-rkbmmen, xxodurcb (11633152 Arbeitsetniieüuygen dermieden find. Uebereinstimmend Wrixbt die '_ ebrzab1 dex Bextcdx- erstaiter fich dahin aus, daß die Unzufriedenbeit _der Arbeiter itettg zunimmt. Nur selten findet fich_ ein_ HinWLis aus das (Hegxn- Theil. Die Hauptursacbe wird aus die _fortxbabrenden Heyereten der sozialdcmokratiichen Agitatbren zurucigesubrt, Weiche be- strebt find, diejenigen Arbeiter, welcbe ficb m §L_111b_-:t1:c1cbt tbrer ge- ficbericn Stellungen, ibres auskömmlicben Lobncs 10th _des Entgegen- kommens ibrer Arbeitgebkr bisher den Jde2n_ rer S:ztaldembkraten unzugänglich erwiesen, für ihre Partei zu gewrnnen._ Wenn_auch ziir Ehre des ganzen Standes gesagt werden muß, dax; eine imm_e_rbm nicbt unbedeutende Zabl Arbeiter diesen Lockungen kxtnc Folge_1_ei]1ete, so bat sich doch ein beträcbtlicber Tbeil, _wte die Er_gebnine der le ten Reichstagswahl nachweisen, in das sothldeZbkxamcbe Laxger be- ge en. Die Arbeitslöbne haben fast du_rchweg eine Stetgcrungxrsabren. Die Erhöhung der Löbne wird vbn_v1e1en Seiten auf 10 bis 15 c'/o, für einzelne anustriebetriebe aus mebr (ils 20 % angegeberi. Dcr gesteigerte Verdienst hat aber nicht vermoxbt, die Arbeiter wiÜiger und fleißiger zu_ machen; nach einer 2111- 11151 von Berichten ist vielmehr ein; Abnabme_ der_ Arbeits- freudigkeit zu bemerken gewesen. Arbeitseinsteüungen Und in berscb1_e- denen Betrieben vorgekommen_und bon_mebr_9der Weniger Ekiplg fur die Arbeiter begleitet geweien;_ vielfach Ut es_ den Otrtkenden jedoch nicht gelungen, die erstrebjen Lobnerbobungen zu er- halten. Andererseits ist man Seitens der A1be1tgeb_er_, um einer, den einen wie den anderen Theil gleich scbadr enden Arbeitseinsteliung vorzubeugen, den Forderungen der rbetx- nebmer ent egengekommen. Es ist bierbei beachtenswerth,__daß die ersten Siri ebewegungen von den Arbeitern der betr. Gejchastäwetge selbst viel weniger als von Leuten betrieben wurden, welche dem Arbeiterftande gar nicht angehörten, sicb aberaufKoftendes- selben einen angenehmen Unterhalt verschafften. Auch finden sich unter den Strikenden eine ganze Anzahl Leute, welcbe fick; gern auf Kosten