1890 / 184 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 01 Aug 1890 18:00:01 GMT) scan diff

Ettersberg nach Wilhelmsthal begeben, woselhst ebenfalls Y_ftern Ihre Hoheit die Herzogin Johann Albrecht von

ecklenburg eingetroffen ist. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin hegieht sich am 6. August nach Helgoland.

Anhalt.

Des 1' an, 30. Juli. (Anh. St.;A.) Jhre Hoheiten der Herzog x_md die HerzOJin, 1owie Ihre Durchlaucht die Prinzessin Alexandra sind mit Gefolge von hier nach Gehren_ bez. BerchtesJaden abgereist. Ihre Hoheit_ die Prinzersin Friedrieh hat fich mit der Prinzeysin Hilda heute von hier nach Kopenhagen begeben

Schwarzburg-Sondershauseu. Sondershausen, 30. Juli. (Neg.= u. Nachr.=Bl.) Die Nachrichten aus Wiesbaden 11er daS Wohlbefinden_Sr. Durchlaucht des Fürsten lauten befriedigend. Höchftderielbe hat die Maffagekur wiederum mit autem Erfolg gebraucht und kehrt vorauSfichtlich am 3. August hierher zurück.

Deutsche Kolonien.

Einem Telegramm der „Times“ aus Sansibar vom 31. JUli zufolge stieß die deutsche Expedition__gege_n_ die MafitiH auf keinen Widerstand; der lehre ReheL Ut 58118111, die ganze Nord:Pr0v1n5 dauernd pacisicirt. Die Mafitis sind geflohen. Ter gefangene Häuptling wird von der Expedition nach Samsihar gebracht.

Oesterreich Ungarn.

Wien, 1. August. Ueber die Trauung Ihrer Kaiser- lichen UUO Königlichen Hoheiten der Erzherzogin Marie Valerie und des Erzherzogs Franz Salvator dringt „W. T, V.“ folgende aux-führlichere Mitiheilung aus Ischl: Vor 8 Uhr wrrrden die Eingänge zur Pfarrkirche geöffnet. Wenige

?inuten syäter war die Kirche in aÜen Räumen gefiiÜt. In dem Mirtelgrrxme di1deten weißgekleideteMädckzen und solche in LandrHtrcicht Shalier, sodaß immer ein weißgekleidetes neben einem Mädchen inJschler Tracht stand. Gegen 9Uhr erschienen die geladenen Gäste, unter denen die heiden Minister-Präsidenlen fich befanden, in der Kirche, hiLkÜUf die Mitglieder des Kaiser: licherr Hauses, die dem Programm gemäß ihre Sitze ein- nahmen. Gegen 93/4 Uhr wurde die Fahrt von der Kaiser: lichen Villa zur Pfarrkirche in der durch 0116 Programm fest- gesteUten Weise angetreten. Der hohe Bräutigam saß neben Sr. Majestät dem Kaiser und König, die hohe Braut neden Ihrer Majestät der Kaiserin umd Königin. Vor der Kirche erwarteten die früher angekommenen Herr: schaften dars kaiserliche Paar, welches unter Vorantritt dcs Braut: zuzie-z mit den Elterm dx: Bräutigams auf der Evangelium- 1eire der Kirche Plaiz Nahm. Tas Brautpaar steUte sich vor die Yitte des Hochaltars, Umgeben von den Braut: führern umd Brautjmigiern. Während des Einzugs shielte die MUsik. Unter Assistenz der Übrigen Geist: lichkeit nahm a1§dann der Bischof Doppelhauer die Trauung vor. Der Brämigam sowie die Braut sprachen da? „Ja“ mit vernehmlicher Zrimme. Nach der (Zeremonie wurde das meu: vermählke Paar von dem Kaiser und der Kaiserin umarmi. und gekriszt. Tie Herrschaften verließen hierauf mir dem Kuiserlichen Paare an der Spiße die Kirche.

Großbritannien und Irland. _ London, 31. Juli. Ter Herxog und die Herzogin von Connaught begehen fich Mi12e AUgUst auf mehrere Wochen nach Deutschland. Im Herbst 1011 der Herzog einen Posten im Hauptcmartierstahe erhUlten und später, wie „Truth“ erfährt, zum Tderheiehlshader der Trnppen in Indieii eriianm weröen.

Der Herzog von Cambridge ist hente nach dem Kontinent abgereist und _hegieht sich zunächst nuch Koblenz, um daselbst das Zrifanterie-Regiment von (Höhen Nr. 28, deffen ChLs er ist; ZU inspiziren.

Lord Randolph Churchill hat einem Berichterstatter der „Yorkshire Post“ gegenüber die Gerüchte bezüglich seines Wiedereintritts 111 das Ministerium demenrirt. Lord Randolph meinte, einige seiner Ansichten hätten ihn vom Gros der konservativen Partei getrennt. JedenfaUs sei es höchst unwahrscheinlich, daß das Ministerium, welches [o latige mit drm Parlament fertig geworden und im Ganzen 10 gute Erfolge erzielt hahe, eL ihr nothwendig änden soUte, ihn um Beistand anzngehen.

In der gestrigen Unterhauß-Sißumg erklärte der Unter-Staatsiekretär FerguHson; Die Berliner Akte be__tr_eiieZ Afrikas stipulrre, daß in einer gewiffen bestimmt denmrten Zone keine Einfuhrzölle oder Transitzölle erhdden werden_ sollten. Es hesiehe aber keine Be- schrgnkung hinsichtlich der Exportzdlle, außer einer Beizimmupg gegen Differentialhehandlnng. Das Verbot he,- tressend die Einfuhrzölle sei durch eine der Brüffeler Akte an- gehängte _Erklärung modifizirt, welche die Erhebung eines 10pr0ze11t1genMax1ma1=Werthzo1le§, außer für Sprit, gestalte. Das Gebiet deISultaniz vonSaniihar, obschon inner- halb obiger Zone _delegen, soUe ohne Zustimmung des Sultans dem Handel;:xystem der Akte nicht unrerworfen werden. Zölle auf_ den britUchSU und den indiichen Handel in c-ansthar, yonxohl auf dem Festlande wie an der Küste, welche von der britischen und_der deutschen Gesellschait verwaltet werden, würden gemäß dem Handelsvertrage von 1886 erhoben, der ein Maximum von 5 Prozent auf die Ein- fuhr, ausZenommen Sprit (dessen „Joh 25 Pro ent betrage) und gewisse spezifizirte Zökle auf die Ausfuhr gektane. Fakls ein Theil der Sansibarküste an Deutschland abgetreten werde, würden die Zölle für britische und indische Waaren gemäß dem Vertrage oder, falls das Freizonenshstem angewandt werde, gemäß diesem System, wie es durch die Brüsseler Akte abgeändert worden, erhoben werden. Unter jedwedem System sei der Handel gegen Differentialbehandlung oder übertriebene Lasten geschützt. Ferner erklärte der Unter- StaatHJekretär Fergusson: Der englische Geschäfts- träger in St. Petersburg habe im vorigen Monat berichtet, daß von der Regierung gegenwärtig keine Maßrege1 errxogen werde, welche den Juden diejenigen Rechxe, dre ne jest im russischen Reiche besäßen, entzoge. - Der Unter=Staatssekretär Wor ms erwiderte auf verichredene Anfragcn: Er wiMe nicht, daß eine Konven- ti_on mu TranSvaal betre end Swaziland unterzeichnet ser. Von eurer angeblichen Agitation unter den Arabern v_on S_ansrhar _wegen des britischen Protektorats liege keine Nachricht vor; es werde nicht beabsichtigt, die

häquichen Sklaven auf Sanfibar in Freiheit zu sehen. Endlich erklärte der Unter-Staatssekretär noch, es werde gegenwärtig keine weitere Miision beim Papfte bx abfichtigt.

Wie ein Telegramm des „Reuter'schen Bureaus“ aus der Kapstadt meldet, hat das Repräsentantenhaus der Kaßpkolonie die _Resolution von Cecil Rhodes, bx trenend den englisch-deutschen Vertrag einstimmig angenommen, ebemo einen Antrag von Sir Thomas Upptngt_on,_rz)elcher dahin_geht, daß die Kapkolonie irgend- welche Einrniichung in die direkte Kontrole des Kav- chrlaments Über das Walfischbay=Gebiet zurück- weisen würde.

Fraukreickr.

_ Paris, 1-Au ust.(W.T.B.) In dem gestern abgehaltenen Ministerrathe !Jeilten die Minister Roche und Develle 11111, ste_würden x_mnmehr die Regelung der Tarife für [androirthichastliche Erzeugnisse berathen. Die Vor: herertzgig der Tarifvorwgen würde eifrig betrieben. Die 3511: komm11110n_ werde sofort nach dem Wiederzusammentrilt der Kammer die Berathung der Tarifvorlagen beginnen können.

In der Deputirtenkammer richtete der Deputirte Le Se nne__?estern an die Regierung eine Anfrage über die franzöji che Auswarxderung nach der argentinischen Rerxuhlzk. Der Minister Constans erwiderte, er lasse die zweifelhafter) AunanderungSagenturen verfolgen und den Be,- thetligten die Gefahren der trügerisckzen Versprechungen dieser Agenturen anzeigen. Der Deputirte de Mahr) beantragte eme Tage-Zordnung, welche die Regierung auffordert, die

Tittel zu studiren, um die französische AusWanderung nach den_Kolonien zu lenken. Der Minister Constans nahm_ dieie TageSordnung atx, welche auch die Kammer accepttrte. Die _Kammer gewöhne sodann einen Kredit von 200 000 Frcs. sür die Familien der bei dem Gruhemunglück m_St. Etienne umgekommenen Bergarbeiter. Am Mittwoch wird sich die Kammer vertagen.

Wie verschiedene Morgenhlätter heute melden, hätten die engliiche und die französische Regierung in einer e_nergtsckzen Note die Regierung der Argen- tinischen Republik aufgefordert, französischen und engli1che11 Unterthanen für den während der Znsurrektion erlittenen Schaden, welcher angeblich 50 MiUionen Francs beträgt, Eriaß zu leisten. Die erstgenannten Regierungen seien entschlossen, ihre betreffenden ??_dten durch eine Demonstration der Flotten zu unter- ituZen.

Wie der „Gaulois“ verriimmt, werde sich Prinz Wal- demar von Dänemark mit dem Herzog yon Chartres am 10. d. M. nach Schottland zum Grafen von Paris zur Jagd begehen.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 30.3110. an Reise des Kaiser?- Wilhelm nrtch Nnßland liegen einige weitere Nachrichten in den hieiigen Blättern vor. Im deutschen Bot- 7ch_aft€»hotel wird Alles.“, zum Empfang des: Kaisers ge- rüstet. Nach Yeval wird daS 85. Jnfanterie=Regrment Wyhorg, demexx hoher Chef bekanntlich der Kaiser ist, eine Ehrenmache nehit Musikkapelle entsenden. Ferner erfährt die „Now. Wr.“, daß bei den Manövern zwischen Jamdurg und Narwa ein großer Flußüdergang mit Ponton: und Schlauchrücken auSgeführt werden sol].

Der Großherzog von Hessen wird, wie die „Now. Wr.“ berichtet, am 26. Juli (a. St.) in Peterhof erwartet und herrnUthlich einen Monat 51 Rußland bleiben, arsch die Manöver mirmacherx.

Italien.

_ Rom, 31. Juli. Die „Riforma“ bezeichnet die Nach- richten iiher angebliche Verhandlungen zwischen Eng- land U11531011€TUÜ€17€ff€nd Qst- Afrika, für unrichtig und mgt, daß die auf die Benadir-Region hezüglichen Unterhandlungen mit der Englisch : ostafrikanischen Geiellschaft und Nieht mit der englischen Re- gierung stattffirden. Es sei Hoffnung vorhanden, das; diese VerhandLungen demnächst zu einem Resultat führen würden. Sie hezögen sich auf das Gebiet vom Kap Auad his Kap Beduin, welches dem englischen Protektorat unterworfen ist.

Der General-Direktor deH GesundheitSamts im Ministerium des JimerU, ])r. Pagliani, ist heute Abend zur Theilimhme an dem 10. internationalen medizinijchen Kongreß nach Berlin abgereist.

Kardinal Luigi Pallotti ist heute Nachmittag JS storhen.

Belgien.

Brüssel, 30._Ju[i. Nachdem die Kammer gestern die Vorlage, betreffend das internationale ZoUhureau, ein: stimmig und die Über einige Aenderungen bei dem Wahl- ver_rahren_ mit großer Mehrheit angenommen hatte, hat sie sich auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Senat trat gestern in die Verhandlung über den Congo-Vertrag ein, die heute (wie 1chon telegraphisch berichtet) mit der Annahme Seitens aUer gegen zwei Senatoren, Finet und van Put, die sich der Ah1timmung enthielten, ihren Abschluß fand. Auch fanden, der_„K'chn. Ztg.“ zufolge, „noch die Vorlagen über die Wahl- vorichrirten und die Fälschung von Nahrun s: oder Genuß- mitteln durch Annahme i_hre _Erledigung. er Minister des anern verlas nach Erichöpsung der Ver andlungen den _ rlaß, der diese außerordentliche Tagung es Parlaments 1chloß, woraui der Senat mit einem Hoch auf den König auseinander ing. -- In den Verharidlungen des Senats über den Kongo: ertrag gab der Minister-Präsident noch die bemerkenßwerthe Erklärung ab, daß, wenn das Land den Wrüen bekunden werde, die Besi nahme des Congo- naats vor den im Vertrag vorge ehenen zehn Jahren vor: zgnehmen, der König dem zweifellos nicht entgegen 1em werde.

Qüende, 1. August. (W. T. W.) Der Graf von Flanderg und der Prinz Balduin werden gleichfaljé- hier emtrenen, um den Kaiser Wilhelm zu begrüßen.

Türkei. _ Konstantinopel, 31. Juli. Der „Agence de Constan- ttndple“ zufolge soll die Uebergabe der Berats an die herden_ bulgarischen Bischöxe bald nach dem Betramseft erfolgen; es handle :ck jetzt nur noch um dre AusfertiYmkz der Urkunden. _ Der russische Vot- schafter e id_ow, welcher _gestern vor Antritt seiner zweimonatltchen UrlaubSretse [vom Sultan in

_Uhsthieds-Yudienz empfgngen wurde, wiederholte hierbei m modifiztrter Form me von dem StaatSrath Iwanow dem Großoezrer am 22. d. M. vorgetragenen Einwendungen. Wie verlautet, hätte fich der Sultan auf die Verficherung be- schränkt, daß die Uebergabe der Berats in keiner Beziehun e_tnen feindlichen Akt gegen Rußland bedeu:e u dieselben nur daßjenige gewährten, was Rußland längst bw fürwortet habe._ _ Der englische Botschafter Sir" W. A. White ist nicht von hier abgereist.

Griechenland.

Athexr, 31._Ju1i. (W.T.V.) Das britische Mixtel- meer=Geich1z7ader _rZerließ heute um 6 Uhr Morgens thleroy, tras_ den _le110 „Surprise“ mit Ihrer Majestät der _ amerin Friedrich und den Prinzesfinnen-Töchtern an Bord m derNahe vonA eg ina urid kehrtemitdenfelhennachP h alero n zurxtck. Nachdem der Admiral des Geschwaders die Kapitäne der ver1chtedenen Schiffe, der erste Gesandtschastssekretär Haggard, als Stellverrreter _des hritiichen Gesandten Sir E. J. Manson, und der zweite Ge1ax1d17chaftssekreiär Rodd sich Ihrer Majestät vorgenekl: hatten, statteten König Georg und Prinz Georg Ihrer_ Majestät _an Bord der „Surprise“ einen _Beyuch _ad. Dre AUerhöchiten Herrschaften landeten hierauf m Phaleron und seßten_1_4m 1 Uhr die Reise nach dem Takoi- Palais sort. _ Ihre Majestät wird dort bei Ihrer Tochter, der Kronprinzessin, Aufenthalt nehmen.

Amerika.

Vereinigte Staaten. New-York, 30. Juli. (R. B.)_ Das_ _Uebungögeschwader der Vereinigten Svaken rst von1emer längeren Kreuzungsfahrt hierher zurück- ge e r.

_ Argentinien. Buenos Aires, 31. Juli. (W.T.V.) “Die Bör1e war _heute geschioffen, dagegen waren die Banken geofsnet. Aus _Grurtd des Preßge1e§es ist die Censur wieder hergesteklt. Es ist dre Rede von der Bildung eines Ver- 10hnung§-Kadinets; die Lage ist friedlich.

Die Denkschrift über das deutsch:euglische Abkommen

findet in_den meisren Blättern eine beifällige Aufnahme. So 1chre1btd1e „Natronal-Zeitung“:

_ ,Obne _Zweisel wird die Denkschrift in den weitesten Kreisen einen ghnsttgen, Eindruck xnaa;en_ und manchen bisher noch Widerstrehenden mit der Ueberemkunsx a_u§15hnen, welche im WesentliÖen erreichte, was agi dem Wege niedlicher Verhandlungen zu erreichen War. Durch ihre Er5_rrerang üher dieselbe wirft die Denkschrift aber auch ein ch9kakterist11che§ Lirht a_uf die Weite des Gefichiskreiies, der die Keralyehtrk des _Deutichen Reichs beherrscht, und giebt der Lehrer;" eine erntltch Vertiefte Bedeutung, Welcher fich gänzlich zu rerichließen anch den enragirten Gegnern schwer faUen dürfte.“

I" der „Vosmschen Zeitung“ heißt es:

.“Olé Yorkheile aus dem Vertrage halten mit den Verlusten, die er etwa unt fich bringt, bei ruhiger Erwägung der Dinge die Waage. England hat die Verbindung seiner Befigungen am Zamhefi niit denen am Nil erhalien, die es auf Grund der Conao-Akte ohnehrg 11:th heampruchen konnt_e. Eine Beeinträchtigung deutscher Jnterenen 111 daraus nicht zu folgern. Was aber die abgetretenen Gebiete betrifft, so war im Norden der deutschen Befißungen schon 1886 _das Gebiet der BritisÖOstafrikaniichen Gesellschaft heraus- geichmtten worden. Jetzt sind auch 1104) thu und die Somaliküfte ?orxgezilden. Die Lshtere hat man kaurn jemals ernstlich als deutsches Beiitzihum hetrachtet, denn Nirgends i1t dort etwas zar Ausübung deut1cher Rechte 5121652551, aber sie war nach übereinstimmendem Urtheil für TeutsÖland entirerthct, sDWLit der politische Eirifluß dor_t in Betracht ka_m. Für die Gebiete, auf Welche Deutschland ieine Aniprüche saUen läßt, tauickvt es die Oberhoheit über die ganze ge- waltige Strecke zwischen der Küste und den asrifanischen Seen ein. Was im Uehrigen bei dem Abkommen roch beklagt wird, 111 der Verlust von Uganda. Deutsohlaxid kann aber nichts verlieren, was es nicht be- saß._ Von anderer Seite iit nie bezweifeltworden. daß England größere Aniprüche auf jeneGehiete besaß 213 wir. Schon 1885 war eine engxiscbe GeseUichait mir der Gründung einer britischen Kolonie zwiixhen der Küste Und DLK QueÜseen deé1 Nils hesÖäftigt, und die enxlikche Regieruzig, die das Unternehmen unterstßßcn soUte, verschaffte 11ch zuvor G2wißheit_darüber, daß es von Deut1chland nicht gehindert Werden_würde. Fürit Bi§marck legte so weKig Widerspruch dex- gegen em, daß er das Projekt sogar henurzte, um die Gsxneinschaxt Deutschlands Und Englands in Afrika zu befestigen. Im “nächsten Jahre erhielt England dawn einen Zugang zu den Seen,_der 10 gerichtet war, daß er nach Uganda führen mußte. Hätte Deutichland die Hand auf dies Gebiet [egen onen, so würde es nicht jest, sondern schon lange vorher qeéchrhen sein müssen. Die Denkschrift des „Reichs Anzeigers“ theilt aber mit. das; erst in einer deutschen Note an_ Lord Salisbury vom 19. August v. J. auedrücklicé) erklärt Worden 1ei, daß Uganda, Wadelat und andere nördlich des ersten Grades südlicher Breite ge- legenen Gegenden fich außerhalb des Bereichs deutscher Kolonial- bestrehungen befinden. Der „Verlust' Ugandas durch das deutsch- englt_sche Abkommen ist also nur in der Einbildung unterer Afrika- schwarmer erlitten worden.“

Die „Magdehurgische Zeitung“ führt aus:

_ .Wenn es wahr ist- und unsere Regierung allein kann darüber völlig unterrichtet sein _, daß die bisherige Lage unserer Beziehungen zu Afrika die Gefahr ernstlicher Differenzen mit England, und soWeit das Proiekwrat Deutschlands über Sanfibar in Frage kam, auch mit Frankreich in sich barg, so wird man nach den jeyt erfolgten Auf- larungen und Erläuterungen der Tendenz des Vertrages voll und ganz heipflichten müffen. Ohne Zweifel ist jetzt an die SteÜe vielfach ungeklärter und daher nicht gefahrloser Verhältniffe volle Klqrheit aetreten. Eine besondere Beachtung nimmt der Theil der Denk1chrift in Ansvrrzch, welcher sich mit der Abtretung elgo- lands an Deutschland beichäftigt. Während über den ideellen _ erth der Rückerwerhung dieser geographisck; und national ohne Zwerfe! zu Deutichland gehörigen Jn]el nur eine Meinung besteht, ist ihre politische und militäriickpe Bedeutung zu einer vielum- strittenen Frage geworden, jedoch ist gefliffentlich jede oifiziöse Einmischung in diesen Streit der Metrum en bisher vermieden worden. In der Denkschrift nimmt nun d1e_ e- gierung das Urtheil der Kaiserlichen Admiralität von 1883 wieder auf, in welchem erklärt wurde, da erst durch den deutschen Befis Helgolands der Nord-Ostsee-Kan feinen voUen _Werth erhalten werde. Die Denk|chrift betont daher gleichfauz die Bedeutung der Insel für den Kriegsfall, zugleich aber ihren hohen Werth im Frieden als Zufluchtshafen für Handels- und Fischereifahrzeuge."

der „Kölnischen Zeitung“ lesen wzr:

, ie das deutsch-engliscbe Abkommen als et_n untrennbares Ganzes angesehen und beurjheilt werden will, sy tritt auch in der Denkschrift, welche die Gründe der deu_tschen Regierung zum Abschluß und zur Gestaltung desselben enthalt, ein Gedanke zu Tage, der allen Einzelheiten der Vereinbarung die etgenthümliche Form aufgedrückt hat. Es _ist der Wunsch unserer Re- gierung, aus unseren kolomalpoltttschen _Beziehungen und Plänen Alles zu beseiti e_n, was zu irgendwelchen Ver- wickelungen mit anderm _ achten und vor Alleux mit England führen könnte. Für die friedlichen Ziele unserer Politik, welcbe jeden Anla zu einem internationalen Zusammenstoß, der zu leicht einen Welt rand anfacben könnte, vermeiden will, | das Abkommen ein

ke

länxndes eichen. Auch der Werth Helgolands, welchen die Denk- ?(hrift schaer betont, liegt ja für Deutschland vollständig in der Verstärkung, die der Vertheidignng der deutschen Kustx gegen eme feindliche Flotte und drohende Landungen dararzs erwacbsk . . . . Wir stehen jest vor den Thatsachen und den Planen und den An- forderungen der Zukunft. Mit vollfter Uebexzetzgung k_önncn wir uns hier den Ausführungen der Denkschrift amcblteßen nher das, [has jest geschehen muß, um die reichen Hüliéqucllen tn un1_er_en Kolonien zum Nahen und Frommen des _Netchs zu erschlreßen._ Die wichtigste Mittheilung der Den11chrm_in dieser Hznszäxt ist, daß die unmittelbare Verwaltung der Küste kunixtg wie in Neuguinea an das Reich übergehen soll. Aus dem KriegsMitar-de, so heißt es, kann die Reaierung i_eßt 3111! Verwaliung und _m GemeinsÖait_ mit der Deutfch-Ostairtkani1ckken (Gesellichait zu friedlicher Arbeit schreiten. Der feste Wille, zu de_hal_t_en und zu schein, was uns zvgefaüen ist, geht aus der Denkichrtit hervvr, und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Wohltkuend berührt die Anerkennung, welcke den Männern gespendet wixd, die ihr Leben wagten, um dem Vaterlanée an den fernen (Heitaden Kolonien zu sichern. Es wird darauf hingewixsen daß der Trader, welche sie über manche Bestimmungen des Akkdmmens empfinden, Verständnis; entgeaen- gebracht wird. In der ]Urhcit, welche um?., jetzt bevorsteht, müßen wir alle geeigneten Kräfte des Volkes verwerthen. Es hilft der Macht der ThatJachcn gegenübsr nichts. ieuizend zU klagen ü_her das, was hätte ge1chibcntönx€m Jrzt heißt eZ. dem in scharfen, wenn auch engen Grenzen V-Jr uns gesteckten Ziele zuzuftrehcn. Darum ,VoU Dampf voraus!"

„Weser:

Weiter iühren wir noch an, was die Zeitung“ sagt: _

„Die Denkschrift “cer Regierung über das deutsch-evglische Ah- kommen macht einen ganz ausgeietchneten Eindruck. O_bichon die Regierung s1ch_saßcn muß, daß der Vertrag in weiten Kreisen des gebildeten deutichen Publikums unbeliebt ist, bleibt fie hoffentlich fest aaf dem eingeschlagenen Wege. Er ist der richtige. Das kann dort wohl verkannt werden, wo man in erotischen Vorsteüungen zu schWelgen liebt, was ja um so mehr der Fall ist, je ferner man der harten wirthséoaftlichen Arbeit in Tropengegenden sieht. Die Reaierung aber hat es x_nit ernsten Aufgaben zu thun, und die Denkschrift zeigt, daß sie deniclken gewachsen ist. Sie hat die Gesammtheit der deutichen Politik zu berücksichtigen, und wenn fie dabei nicht immer auf die Wünsche der Liebhaber don Einzelheiten eingehen kann, so darf sie in diesem Falle besonders die Frage betonen, wie weit denn Diejenigen, die das Deutsche Reick) für ihre Lieblings- pläne engagiren möchten, sich selber _engagixt haben. Wenn wirkiich am Victoria- und am Nvaffa-See so große Rerchthßmer zu holen find, weshalb unternehmen denn die deutichen Kaprtaliytenkreise so wenig, um sie heimzuichaffen? . . . _ _

In den Einzelheiten der afrikanischen Grenz- ugd Wirthschaits- verhältnisse zeigt die Regierung umfassende Kenntniiie. Und wie fie Punkt für Pankt ihre Handlungsweise belegt und begründet,_ über- zeugt sie auch den unparteiischen Leser. Wir erfahren, daß Furit Bis- marck, dem man ja aufKoiten dieses Vertrages _zu ichmetcheln versycht hat, es gewesen ist, der fürDeutsÖland ausWadelat und das hrelgerrieiene Uganda verzichtet hat, und zwar_ schon _im Augusx vorigen Jahres. Uehrixens mag daran erinnert icin, daß wir an,? Uganda niemals einen Anspruch hrseffen hohen, außer :ielieicht_ einigen Negerkreuzen unter Schrifiitücken, die 1)!“ Peters nacbträzlzch mithringt.__ Auch England:; hcffereAnsprÜche auf das Land nordwestlich vom Nyana-See sind überzeugend dargelegt. Das englische Verlangen nach dem Süd- weitrande des Victoria-Sees und dem Oirufer des Tangamka-Sees ist so wemig befriedigt werden, wie das deutiche nach dem Besitz der Walfisch-Bah, der übrigens anch üherzeugend-als don bescheidenem Werth geschildert wird. Im Togolande haben wir ein nicht unbedeutendes Binnenland, und zwischen unserem BesrYin Sürwest-Af:ika und dem Zamhefi haben wir einen verbindenden Streifen gewonnen. Dage-sen haben wir auf das für uns entwerthete Witu und auf die ganz werth- 1ose Somaliküfte verzichtet sowie England da? Protektorat über Sansibar gegönnt ...... Was die Regierung für die EinwiÜigung in das englische Projektorat 'agt, ist durchaus überzeugend ....... So glauben wi; getrost sagen zu können, das; die Regierung sich mit dem Abschluß des Vertrages um Deutschland verdient gemacht hat."

Der Pariser_ „Temps_“ erblickt in der Denkychrift ein sehr prakxisches System , ohne Schwäche , aber auch ohne 311151105 Verträge abzuschließen. Eine junge Kolonialmacht, iagr das Blatt, hätte leicht in Versuchixng

erathen können, dre Quadratmeilen zu zählen, doch _seren

hier ganz andere Prinzipien maßgebend geweien. WS_wlche erkennt der „T_emps“ das Bestreben an, zukünftigen _Kor-ilikten vorzubeugen, die Vermeidung einer unrxiißen Ausbrertung_und namentlich die Sorge,_ eines künitigen prohlemati1chen Vortheils wegen deri direkten und präzisen Vortheil einer aufrichtigen Verständigung zu gefährden.

Statistik und Volkswirthschast.

Der Verein deutscher Eisenhahn-Verwaltungen trat, wie „W. T. B.“ aus Dresden meldet, heute Vormittag_zu einer Schlußfiyung zusammen, in welcher das Protokol] verl'eien wurde Nach der Sißung unternahmen die Mitglieder einen gemein- samen Ausflug nach der Bastei.

Kunst und Wissenschaft.

Der bekannte Volk-F- und Juaendschriftsteller Ferdinand Schmidt ist nach längerem schweren Leiden vorgestern gestorben. _ * Von der Jury der 11. Münchener Jahres-Aus- riellung von Kunstwerken aller Natio_nen wurden, der M. „Allg. Ztg.“ zufolge, die Kunstwerke nachiiehender Aussther hrämiir12Ma1er, ]. Medaille: Haug, Robert, Stuttgart, Neuhuvs, Albert, Haag, Guthrie,J-:1mes, Glasgow, BeHnard, Paul Albert, Paris. 11. Medaille: Sailer, Karl, München, Peck, Orrin, München, Friedrich, O„ München, Kaüsienius, Gottfried, Stockholm, don Bartels, Hans, München, Delug, Alois, München, van Aaken, Leo, Ant- iverpen, Struys, Alexander Mecheln, Harrison _Alexander, Paris, Kampf, Arthur, Düßeldorf, de Bock Théophtle, Haag, Boldmi, Jean, Paris, Thaulow, Fritz, Christiania, Walton, Edward Arthur, GlaSgow, Dupré, Ju_lien, Paris. PochwalSki, H-- Krakau, Baertsoen, Albert, Gent, Reid, John Robertson, London, Lavery John, GlaSaow, Jimenez Louis, Paris, Agacbe, Alfred-Pierre, Paris, Planella h Rodriguez, Jean, Barcelona, Wopfner, Joseph, München, Block, Joseph, München, Weishaupt, Victor, Munchen, Baschet, Marcel André, Paris, Laupheim“, A., München, Gieryxnski, Alexander, München, Crawhall, Jo'eph „jun., GlaSgow, Kubter1chky, Erich München. _ Plastik. [. Medaille: Vanderstar en_, C„ Brüfiel. 11. Medaille: Kruse, Max, Berlin, Kamm, ilvelm, Berlin, Beer, Friedrich, Paris, Benüiure, Mariano, Rom, Waderé, M. Heinrich, München, Onsloe-Ford, Edward, _ London, Pisani, Salvatore, Mailand.- Ar„chifektu_r. 1. Medat_ll_e: Waterhouse, Alfred, London. 11. Medaille: Licht, Hugo, Leipzig, Rettig und Pfann, Berlin, Anderson, R. Roward, Edinburg. _ Graphik. 1. Medaille: Unger, William, Wien. 11. Medaille: orberg, Ernst, Düsseldorf, Haig, Axel, London, Macbeth, R. Walk, ondon, Wyllie, W, London.

Laud- nnd Forfttvirthschaft-

Die Ernte in Thüringen bat nach dem „Tb. C.“ begonnen. Gestattet die Witterung, die (Leh seit Kurzem zum Beffern gewendet hat, ein gutes Einbringen _der r- t_r_äae, so wird die Ernte auf allen Gebieten eine sehr gute sem. Der Stand der Früchte war ein audgezeichneter.

,vr. März 4,60 „44, pc. April 4,60 „44, pr. Mai 4,60 .“. Umsatz

Sanitätöo Veterinär- und Quarantäuewesen.

Portugal.

Durch eine in Nr. 162 des „Diario (10 Gayeruo“ vom 21. Juli 1890 veröffentlichte Verfügung des Königlich portugiesischen Miniiie- xmms des Innern ist der Hafen von Malaga seit dem 1. Juli d. I. für „rein" vom gelben Fieber erklärt worden. (Vergl. „R.-A.“ Nr. 159 vom 3. Juli 1890.)

Niederlande.

Laut Bekanntmachung des Könißlich niederländischen Minisiers des Innern vom 22. Juli 1890 fäÜt Reisegepäck, Welches aus Mar- seille direkt nach den Niederlanden gesandt wird, nicht unter das am 21. Juni 15. J. erlassene Ein- und Durchfuhrverbot. (Vergl. ,R.-A.' Nr. 164 vom 9. Juli 1890.)

Süd-Amerika.

Die Gesundheiés-Kommiifion zu Montevideo hat die Quarantäpe, welehe über die aus Rio de Janeiro, Santos und den Häfen de_s südlichen Brasilien-Z kommenden Schiffe bisher verhängt gewesen iit („R -A.' Nr. 109 vom 5. Mai 1890), unter dem 12. Juni 1890 an*- “gehoben und an deren Stelle eine strenge Untersuchuna des Ge- sundheitszastandes an Bord der betreffenden Schiiie verfügt.

Handel und Gewerbe.

Leipzig, 31. Juli (W. _T. B.) Kammzug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster 13. ;* August 4,80 „44, rr. September 4,80 „16, vr. Oktober 4,821 .“, r*r. November 4,80 „FC:, vr. Deäemher 4,7213“- dr, Januar 4,621 .“ dr. Februar 4,60 „46,

135000143: Behauptet.

Wien, 31. Juli. (W. T. V.) Der internationale Saatenmarkt iXndet in diesem Jahre am 25. und 2691149116 hierselhst statt.

London, 31. Juli. (W. T. B.) An der Küste 3 Weizen- ladungen angeboten.

Bradford, 31. Juli. (W. T. B.) Wolle unverändert, Croßhkeds sehr fest, gefragter, Meréno flau, Garne und Stoffe unverändert. _

Amsterdam, 31. Juli. (W. T. B.) Bei der heute von der Niederläxidischen Handelsgeiellichait abgehaltenen Zinn- auktion wurken 28022 Blöcke Bancazinn ZU 55? S. 564, darck)“ icknitilicb 561- verkaUst.

Verkehrs - Anstalten.

Hamburg, 31. Juli. (W. T. B.) Der Postdamdfer

.AScania_“ 'der Ham_hurg-Amerikanischen Packetfadrt-

ktienge'ellschait iit, von Hamhurg kommend, heute in St. Thomas eingetroffen.

-- 1. August. (W.T. B.) Der Schnelldampier ,Axxgusta Victoria“ der Hamburg-Amerikaniichen Packetiahrt- Aktiengesellschaft ist, von New York kommend, gestern 12 Uhr Nachts in Southampton eingetroffen.

London, 31, Juli. (W. T. B.) _ Der Casile-Damdfer .Dsrxmmond Castle“ hat heute aui der Heimreise Vkadeira ra! tr.

Theater und Mufik.

Friedrich-Wilhelmitr'idtischxs Theatex. _ __ Zu dem morgigen Parkfest mird voniammtltchen Spezialitäten ein ganz 1121126 und anziehvngHreiÖeF Programm zum Vortrag

gebracht werden. Kroll's Theater.

Der Begirm der nächsten Woche bringt wiederum einen _(Gait', und zwar einen hierorts schon trefflich eingeiührten und künstleriich bestens akkreditirten: Frl. von Vahiel aus Dessau. Die Herzoglich anhgltische Kammersängerin tritt am Montag 0.15 Regimenistochter aui. Hr. dan Dhck von der Wiener Hofoper, den das Berliner P_uhlik_um morgen zum ersten Male als Opernsänger keyneri lernt, ie t ]ein Gastspiel am Dienstag f'drt. Für Sonntag ist eme Wieder olung von Theobald Rehhaum's Opernnovixät „Don Pablo“ angeseßt, deren Erfolg fich als ein andauernder erWeisi.

Adolph-Ernst-Theater.

Gestern fand die volizeihehördliche Abnahme des umfangreichen Baues statt, welcher in der denkbar kürzesten Zeit zur roÜsten Zufriedenheit außgeführt worden ist. Zu der morgigen Er- öffnungs-Vorsteüung werden von heute ab Billers an der Kaffe des “Theaters Verkauft.

Preußische Klaffeulotterie. (Ohne Gewähr.)

Bei der estern fortgeseßten Ziehung der 4. KMW? 1821151111315"? preußischer KlaPenlotterie fielen in der NachmittagSziehung: _ __

1 Gewinn von 10000 «ik: aui Nr. 10 007.

1 Gewinn von 5000 ;46 auf Nr. _171745.

23 Gewinne von 3000 „16 (1117 Nr. 25 964. 44923. 45 016. 46 937. 72 057. 95 460. 95 791, 100 365. 101040. 106 281. 108 097. 110 072. 121766, 122032. 130604. 133 538. 137 490. 142086. 153 986, 164 313. 179 639. 184 669. 189 682.

46 Gewinne von 1500 „54 auf Nr. 935. 6547. 11207. 16 200. 18 352. 19170. 23 984. 26 486. 32 854. 37 459. 40 743. 43 355. 44917. 45191. 46 877. 49461. 61347. 66 521. 67 729. 71051. 74 187. 75 351. 80363. 81388. 85 098. 86102. 88 831. 90957. 104354. 105683. 118467. 118 531. 127177. 150 630. 152998. 154 833. 155138. 156 047. 157 417. 161949. 165 285. 167 631. 170 098. 172 375. 172 461. 175 105. _

40 Gewinne von 500 «il: aus Nr. 323 7951. 13666. 18 214 24 364. 27 792. 29123. 36 788. 44053. 45 266. 50627. 53 265. 56583. 65 421. 71185. 75 409. 79 300. 81598. 84242. 85 404. 89 802. 92065. 101605. 104970. 106 642. 106777. 109 008. 109143. 130644. 132521. 146 380. 148 563. 153 516. 154 421. 159 374. 166 085. 177 064. 180074. 187972. 188519.

Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 4. Klasse 18251616 lich preußischer Klaffenlotterre fielen m der Vor- mittagszie ung: _ _

2 Gewinne von 15000 „ck auf Nr. 94610. 114925.

2 Gewinn von 10000 «16 auf Nr. 87 135. 135 362.

3 Gewinne von 5000 „44 auf Nr. 4203. 57 218. 159 554.

30 Gewinne von 3000 „46 auf Nr. 2620. 5206. 24 406. 27 734. 35218. 44802. 51968. 55551. 58870. 63 873. 76 164. 81800. 89 879. 91053. 99 658. 100225. 102 433. 102620. 123318. 131427. 137 251. 138 315. 145078. 152 318. 153 338. 171436. 175446. 178 685. 181768. 184079.

44 Gewinne von 1500 „44 auf Nr. 647. 920. 1704. 7244. 8006. 9788. 10 502. 13185. 14 342. 20585. 34744. 39 428. 46670. 49 446. 53664. 53765. 54249. 59 771. 62 651. 62 656. 63401. 70426. 81777. 84203. 90230. 91414. 92 127. 98 270. 99285. 102 587. 107 634. 119 940. 122 505. 124 883. 129 752. 148609. 158 286. 160115. 162 691. 163 489. 172139. 173 747. 176 028. 188 714.

42 652. 46030. 61606. 61 476. 66116. 76 401. 80 651. 86 889. 86 980. 89 274. 91 280. 93 636. 97 113, 102 590.

120 267.

103 914. 104 836. 118 548. 118 833. 119 092. 161 573.

125 548. 134 569. 136 359. 147 829. 157 879. 165 086. 182 504. 183 082. 184 161. 187 687.

Manuigsaltiges.

Heute wird das Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kind_er- Krankenhaus in der Reinickendorfer Slraße mit i_einen heiden Polikliniken für Kinder mit chirurgischen Leiden und _sur innerlich kranke Kinder eröffnet. Die erste Poliklinik leitet_ Proieiwr 1)r. Gluck; die zweite Privatdozent 131“. Adolf Vagtnskd. D.:!- neue Kinderkrankenhaus ist, wie die _„Voff. Ztg.“ der_MittheilunL _hin- zufügt, das zweite Sonderipital für kranxe Kinder in Berlin. Fruher gab es dafür hier nur das Elisabeth-Kmderho'vital. In Betracht kommt aber, da?"; hercixs seit 1830 bei der CIaritß eine heiondere Klinik für kranke Kinder besteht. Begründet Wurde die!;[he durch Bartz, der auch ihr erster Leiter war; ihm folgte 1847 Erhkym, der 1349 durch Profxffor Ebert erseyt wurde. Seit 1872 leitet Preie"_er Eduard HenrÖ die Kinderklinik ker Chariké. Weiterhin h_adexi 1chon hor__laxi_ger Zeit die Öirurgiiche Klinik in der Ziegelttrahe rznd dcr? in_riiche Krankenhaus eigene Pavillons für didhtheriekxaxike Klarer eingerichtex. Auch bei den stäktischen Krankenhäysem-hxits-hen _heidndere Abthei- lungen iür kranke Kinder. Das Elixaheth-Kindxrhdidual wurre_1_843 auf die Anregung eines Obersten don Wabern ron 15 wehlthattxzsn Männern begründet. Ursprünglich war das_HI'rital na! eine Zweig.- anitalt der Kleinkinderhewahranita[t. AllmahlZÖ x_her _rrxkhé €*.? 1103 zu einem selbständigen Kinderkrankenbahse_ 3116. Bis 1554 war, daI Hospital in einem Harrie in der Blücherstrqhe Uxitergehracht; ierthcr defindet cr? fich im eégenen Hause in der Haienhatde.

Die disrzieUe Feier des hundertjährigen Juh_iläun1_§ der König; 1icken Thierärztlichen Hochschule faxid Zeitern ihren Yd'chlur; in einem Festmahl im englischen Hauie, zu welchem11ch 11er 200 Theilnehmer einßefunken hatten. Zu dieicn gehörten alle Die- jenigen, Welche am Morgen dem Feiiakt in der _ Aula der Hochschule theils als Ehrengäste, theilI rox] Berufswegen beigewohnt harten, voran der Staats - Miniiter 131“. Frer- herr Lucius ron Ballhahien, welcher in der Mitre der Tafel zwischen deux Nekxor Professor Schär: und dem _Geheimen Regierungsrath Profesor Vr. Curtius saß. Der Miniiter erhob sich bald nach Beginn der “Tafel, um die Theixnehmer zu einem Hoch auf den erhabenen Landesherrn aufzufordern, welches he- geisterten „Widerhall iand und woran sich die National- hymne anschloß, deren erster Ver§_ von der Veriammlung stehend gesungen wnrde. Darauf feierte der Direktor der Thierärztlichen Hdchschule in Hannover, Geheime Regierangs-Rath Or. Dammann die Juhilacin in länxierer Rede, in_ we_lcker er unter Anerkennung ihrer großen Verdienste um die Wiffen1_chait und _um die Landwirxhschait dem Wunick) Ausdruck gad, daß sie auf dem hettetencn Pfade iorfwandeln und ihre Schüler nich! _nur zu guten Thieräriten, sondern auch zu tüxhtißen Menichen und hrauchhxrcn Siaatshürgern erziehe, „fich ielhit zar Ehre, uns zur Freude und der Gesammtheit zu Nux und Frommen.“ Der Rckior Prhicßer (? ck55 trank alédann auf das Wohl des Staats- Minifters 131". Freiherrn Lucius ron BaUhaUsen, der 6:1) die größten Verdienste UM die Hochschule erworben Und aus der T_hierarzneiiehule eine Thierärztliche HkÖsÖUlS gemacht hahe. _Jm WLUCLM Vxkaxf dankte Profsffor Möller den erschienenen (Haften, de:: TSUUTITWUSU und Vertretern der Schiresteranstalten, der Univerfität, der Landwirth- schaftlichen Hockoick'hle wie der Stadt Berlin. In iranzöfisÖer Sdrache nahm darauf der General-Jnsvxcteur des ' etcrinärweiens in Frankreich, Chandeau das Wort, um unter Berufung auf den Gedanken „13 science n'a 535 äe patrie'“ seiner Freude und Gcnugthuung Üher die Feier wie über die wiffenickoaitlichen Erfolge der Berliner Hofh- schule Ausrruck 31: gehen. Rakter Fricker aus Stuttgart gedachte der Lehrer der Hochschule, Profesidc Fröhner (Berlin) ließ den französischen Vertreter, der nichts von dem ChaUrini-qus, an den sein Name anklinge, rerrathe, hoch lehen,_ während Professor Eifer aus Göttingen im Namen aller Anweienden dem Rektor Pre- feffor Schütz Tank und Anerkennung zu Theil werden ließ. Das Mahl. Welches auch in materieller Beziehung vortrefflich war, nahm gegen 9 Uhr sein Ende, worauf ein großer Theil der Anwesenden sich nach_ der Philharmonie begab, wo die Studentenschaft zu einem Fertkommers versammelt war. Der Saal war mit der Kaiserhüste und mit den Fahnen der Korporationcn auf das Schönste geschmückt, die Betheiligung war troH der Ueber- fülle von Festlichkeiten eine rege. Die Studirehden der Dreßdener Thierärztlickoen Hochschule, der hiesigen Bergakademie, der Landwirih- schaitltchen und der Technischen Hochschule, sowie der Verein ,KeUc“ hatten Chargirte in vollem Wichs deputirt. Das Hoch auf Se. Majestät den Kaiser brachte der Vertreter der Nicbt-Jncorporirtcn 1)r. Klee aus, die Festrede hielf 511111. 7er. Marks; den von Iruä. rer. SaUrr ausgebrachten Toast auf die Profendren beantwortete Rektor SÖÜZ mit einem Trinkspruch auf die Studentenschaft. Aach r.'r Ehrengäste, des thierärztlichen Standes und der Damen wurde in den folgenden Rsrex nicht vergeiien.

Der große Wagenzyg der Studirenden der Thierärztlichen Hochschule bildete heute Mittag den glänzenden Abschluß der Festlich- keiten, mit denen die jüngste der Berliner Hochschulen ihre Centennar- feier begangen hat. Am N»uen Thor, wo der Zug fig) ordnete, ent- wickelte sich reges Leben. In reich geschmückten Kardmen kamen die einzelnen Korporationen angefahren. Viele alte Herren hatten sich den Aktiven angesahlcffen, sodaß die Geiammtzadl der Waxyn schließlich über 120 hctrug, während etw.“: 25 Berittene erschienen traten. Um 11.1 Uhr sex,:te sich der imposante Zug mit klingendem S iel in Bewegung. Eröffnet wurde derselbe durch einen auf gelb- he ängtem Roß einherreitenden Herold und durch das Musik- corps der 2. Garde-Artiüerie, das theils in der Tracht der Seidliß- ichen Kürasfiere, theils als Ansbacky-Bavreuther Dragoner erschienen war. Dann folgken das Festcomité mit dem Banner der Hoch- schule und die Offiziellen Vertreter der übrigen fremden urid hiesigen Hochschulen mit ihren Bannern in Vieripännern. Dic Nicht- Jncorvorirten bildeten den Schluß der ersten Abtheilung. Der zweiten Abtheilun ritt das 'Musik-Corps der 1. Garde-Dragoner in_ alt- deutscher andsknechtstracht voran. Dann kam der 8. 0. mit icinen Karteürereinen, die Verbindung Marcomannia und der .4._'1". 17. Frisia. Ein vierspänniger Postzug, bintec dem drei Poitiüone ritten, bildete den wirkungßvollen Schlhx der Veranstal- tung. Der Zug, der überall berechtigtes Auiie en _erregte, bewegte sicb durch die Luisen- und Neue Wilhelmstraße,__ hog_ dann in die Nordseike der Linden ein, ging über die _Schloxzireihett und den Werdersckoen Markt und durch die Franzöfi]che-, Markgrafen- und Mohrenstraße um den Wilhelmsplaß “und durch dle Voß- und Königgrätzerstraße sowie durch die Friedens-Allee nach dern Kron- prinzenzelt, wo ein folenner Frühschoppen stattfand.

Im großen Hörsaale des Hygienisehen Instituts (Klosterstraße 36) begannen heute Vormiltag die Verhandlungen d_er_ achten Haupt- versammlung des Preußischen Medt_ztnal-Beamten- vereins. Man bemerkte in der äußerst zahlreich (_:us allen Theilen des preußischen Staats besuchten Versammlung den Ministerial-Dirxktor Vr. Bartsch Vom Kultus-Ministerium, den Regierungs- und Geheimen Medi inal-Rath Vr. Pistor, den Geheimen Regierunas-Ratthofeffor 131“. ell vom Reichß-Gesundheitöamt, die Stadt-thfici Oanüäxs= Rath Vr. Mittenzweig und Sanitäts-Rath ])r. Schulz, den Regie- run s- und Geheimen Medizinal-Rath Vr. Kanzow ( otsdam), den Ge eimen Sanitäts-Ratb, Kreis-Physikus ])t. Wa isch (Altona) und andere hervorragende bysiker mehr. - Der Vorsiyende, R ierungs: und Geheime edizinal-Rath Dr. Kanzow (PotSdam) erö nete die Versammlnn mit Worten der BegrüYng und ertheilte sogleich das Wort-dem inisierial-Direktor Dr. artsch, welcher

41 Gewinne von 500 „4!- auf Nr. 6284. 6351. 8622.

8751. 9103. 13671. 13982. 23912. 24368. 27361.

fol ende Worte an die_Versammluna richtete: .Der Herr Kultus- Mnister bedauert ledhait, daß er verhindert tft, in Ihrer Mitte zu

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