UWMW
Walinér-Tbeater. fick) das
bis zum Schluß in animirtester Stimmung. Kroll's Theater.
Hr. Ernest van Dyck, 8er _Wiener Gast der Kroll'scben' Oper, schließt in dieser Woche sem außerst heifallIreiches Eastspte1_a:n Donnerstag mit einer nochmaligen Wiederholung des Verdt_'!chen .Ernani“. Morgen tritt zum ersten Male Mis; Marguerite Macmier ror dsm Berliner Publikum und zwa! als Leonore im ,Tryxzdßwur auf. Am Mittwoch seßt Sgr. Franceéco d'Andrade fein Gampxel als
. Don Juan" fort.
Maunigfaltiges. Ein Extrazug der Militär-Eisenbabn
„Freiwilligen Sanitätßkolonne Berlin“ vo_n rer Valttar-
_ußux 00171 Ter aus zwisehen Berlin und Sperenberg eine feldma ige e ung - zuführen, bei der es vor Allem gulf, die Mannschaften in dex Her: richtung von Eisenbahnwagen zum Vertrundetentranßport und m der Behandlung der Verwundeten währenkx des TranSports weisen, sowie einige Neuerungen praktisch zu erproben. trat in der Stärke von 140 Mann mit der Fabyß _um 91151: auf dem UebungSplatz des Cisenbabn-Regiments an. Dte mtlttarärztl1cheOber- leitung lag in den Händen des Instruktors derKolonne,Stabéarztes1)r.
' ' d 11 5 na batteficb au erdemdieGenoffen- Herrlich. Zur Tbetlnabme an er e :: tem und Referen-
verwaltung zur Verfügung geftcüt worden,
schaft freiwilliger Krankenpfleger mit Major von
' d . Dkk kereijstebende Cxtraxug, . dar Boejbke emgkfun en bestand; wurde zunachst von
Gepäckwagen und einem Personenwagen dsr Kolonne für den Krankentransport vorgertckytet,
rakti en Er robun wegen nacb verscbxedenen Systemen. Der erste YVageLchzeigtepdas iZ der Armee eiugefubrle Hambu'rgerSystem der Hängevorxicbtung mit eissrnen Ketten, das sehr praktisch 1st, abxr das
zur Voxbekmgurxg bat. Die übrigen Wagen waren 018 „Notbwa ."."'k)etgsrt'c[)txxtk mrt Material, wie es überall im Felde zu bescha en rst. Hterbex war das Lau'scbe System zur Anwendr-ng gekorern, welcbxs bet Yer sogenanxten .Bocklagerung' über fcbneü geztmmerte Bocke Stucke
Vorhandensein der betreffenden Kettenapparatc
spannt, auf die die Bahren gelagert werden, und
än evorrichtun Scblcmfcn 0119 Stricken benußt, die'an den Trac;- bHalkIn der DeIke des Wagens befestigt werden und in welchen dre
Tragen Längen. Nachdem die Mannschaften und die
Genoffenscbaft, Welche theilweise als .Verwundete“ ' Wa v rt eilt waren, ie te fick) um 10 Uhr der Zug tn Bewegung. gen ? b ba?ten die Mannschaften die Verbände zu der Genossenschaft dre vkr-
Wäbrend der Fahrt . _ wechseln, während die Mttglxeder . schiedenen Lagerungßarten als , Verxyundete hatten. So verging in cmfiger Alben föhnen Sperenberg, wo eine doppelte Aufgabe der
Gencral-Arztes Dr. Port, Welcher
kann.
F61ddéenstübu1ig_ aus, bei der JMÉKS anz121uchen, zu
bandsvlay zu überführen waren. Auf
Slabsarztcs 1)r. Herrlich wurdcn Vor AUem drei Arten dax Der Unkersßäxenkkklbruck') unt offen?! Wunde, die wich1igste, weil der Zahl nacb baufigüe Krtkgßverlcßunxx, der eine besonders sorgéäkjige Lagerung erforKIrnk-e ObersÖcnk-albruck) und endlich der Hißscblag, Der Leßtere ryurde nach drm ncum Ver- fahren des Brcslauev Stabsarztes ])r. Htllcr h_cbandcxx, Welcher als Ursache des HiysckylageS eine Ueberbißung des Koxp'cxs *sestgxsjclxt hat, UND als GegenmiM eine Abxüblung exxpfikblt. Ywse AbkuhlUn-J ek- fokgt am einfachsten durch nunc Uchblagx aux Yrutt 11115 Kopf; 120 nun aber gerave auf Märscben Waner haufig 71le zy_b:1chaffcn Ut, bat StabSarzt HiUer aucb Abkühlung 00036 _L61tzum_ch?luns ange- oxxnef, und disse Art der Behandlung wurde bst Tcr gestxtgcn UTÜUUJ zam ersten Mal erprobt. Dem Krankex] warde déi“ RLT? angézo-gen, der
berkörver entblößx und ihm dann unt dcr gcxnzep 751.1 " _ rocks ein Luftstromzugefächelt, der fich 1500045113) 018 tccht krafttg ' ck dem Verbandplaß, wo u. A. ws neue praktische Schirmzelt de? Stabßarzts Nixolaj anfgestent War„ mnßxe die Kolorne einen tiefen Graben kurcbycert-en, über den rte Ver- Das Verladen der Verwundeten
unfäbigkcit in Betracht gezogen.
emies. Betm Marsch na
Wundeten hinweggeboben wurden.
TwZLdes dem Theajetbesuch ungünstigen bei kn Wetters erfreute allner-Tbeater am Sonntag eine?; zablr "chen Besuches, und folgte das Publikum der Aufführung drs Vaudevilles ,Mamfell Nitouche', welches an diesem Abend zum 65. Mal in Scene ging,
_ Kolonne Die Pionier-Abtheilung batte in 'der kurzen Zett einer Stunde die Wagen, aus 13211211 die Lau'scben Einrichtungen entfernt wurden, nach zwei anderen Systemen berzurickyten, und zwar nach dem SyFtcm des
die Traggn an Lattén [301101 mxd bei besonders schrOcren Fällen noch eine gleichfalls aus Laxten :mprovr- sXrte „Jeder“ einscbiebt, und fcmer'nacb dem 00:11 Oberfuhxer Wolter erweiterten Port'scben System,_ bet dem zwu Bahren ubermzankcr gelagert werden, so daß ein Ei1enbabnwann 12 erwundete bxfordetrx Der übrige Tbkil der Kolonne subtle waYrexIYZM m ;_wn . Züzen unter KommaUdo der Führer Maran und Liffe eme praktt1cke
die Verwundetcn
verbinden Und nac!) Anordnnng des
* in den imwxnhm bttgeäzt
Kammerherrn Freiherrn von der Re zeitig beauftragt,
keputirt. liebes Gewand angelegt. tüncbt, die Wege_ neu in berrlichfter Blutbe.
war gestern der Strecke
selbst zu unter- YTÖL' Dg: vom
Die KNM"? Votscbeck's Leitung vorgetragene
Gottesdienst. Off. 21, 5-6,
der «"S fiel)?" das Psalmwort: „Herr, W 559“
Choral . die.-st. Die Bohm a'af ' , wvrdcn. Ste zugt
neue Kirche ist den Fundamenten außen
und zwar der
welches für die faßt 200 Besucher.
Mitglieder der Krefeld, 11. August.
dienten, m die Personen bewobxkks Haus
zu erproben die Fahrt bis
barrte. und Delegirten
besucht umd geschmückt bakten, der Ottostraße stajt.
' 8 W ld- fors, UFZ; Taxe:- welcher ein zahlreiches Publikum
Kampf-
Vamberg, 8. August.
Gebäudks, ohne zu zünden;
rcichen Getreidevorräthen gefüüte Flammen stand und tro
che dcsWaffen- zwanzig FäUcn Menschenleben,
Weise aus seinrn Ufern gekretrn. im oberen
massen, namemlick)
Wettkrberickyt vom 11. August, Morgens 8 Uhr.
Tempera tur
Stationen. ' Wind. Weltar,
Bar.auf0Gr. u d Ykeeressp rcd. in Millim.
] F x ] !
„NO 5 bedeckt Aberdeen . . 757 ;ONO 6w0lkig Christians und 761 ISO 1lbettec Kopenhagen . 760 [SO 4,wolk'rg Stockholm . 762 ' 22Regcn Lavaranda . 766 Lkwolkenlos «t. Petersb. 767 1|bedxck1 Mostau . . , 767 1'wolfenlos
Coerueens- town . . . 754 315018 bed. Cherboarg . 758 5Regen elder. . . . 755 wolkig vlt. . . . . 756 bedeckt amburg , , 756 RLJCUL) winemünde 759 Regen Neufabrwaffer 763 wolkig Memel . . . 763 wolkenlos atis . . . . 760 bedeckt i'mster. . . 757 bedeckt KarlSrube . . 761 wolkig") Wiesbaden , 760 bedeckts) München . . 765 Re en Chemnitz . . 758 wo kßg Berlin. . . . 757 wolkig Wien . . . . 761 beiter Breslau . . . 761 bedeck! le d'Aix . . 764 WSW 4wolkig i;;a . . . . 762 O 2wolkenlos
1) Nachts starker Regen. ') Abends Gewitter. *) Abends Gewitter.
Uebersicht dker Witterung.
Das gestern südlich von Irland liegende Minimum ist an Tiefe wenig verändert nass der Jri en See bin fortgesävritten, ein Ausläufer des el en liegt über der südlichen Nordsee, auch hat 5 er Skandi-
*] („K S'
M::Uagbmore
“:I-' Uwau'p-w-dw „**-weg,»...
navicn der Luftdruck angnommen. _ Wäbxend übe_r Ostdeutschland und der westdeux1chen Küstß hte sckn*achkn sÜÖÖZ-ÜÜÖLU Winde noä) aan-lten,_ ixt tm übrigen in Deutschland eine südwsstlicheLuftströmxng eiungreten. Das Wetter ist am „Morgen uber Ccntraicurora vorwiegsnd trübs, Tre Temxxeratur dase'xbst meist g&stiegen. Uebkr Westdsvjxchland 81719711 RegenfäÜe nieder, steUenMise unter Gswttter- erscheinumgen.
DeujscHe Seewarte.
Theater-Anzeigen.
WaUncr-Theater. Dienstag: Zum 67. Male: Mamsell Nitoukbe. Vaudeviüe in 3 Akten 1:61) 4 Bildern von H. Meklbac Und ““D“. Milland. Musik von M. Hervé.
Vor ker Vorßeüung, bei günstiger Witterung: Gro es Gartm-Conccn, Anéang des C;;ncerts 6x, der orféellwag 7x Uhr.
Mittwoch u. folg. Tage: Mawsell Nitomhe.
Victoria-Theater. Dienstag: Zum 357. M.: Stanley in Afrika. Zeitgemälde in 10 Bixdern von Alex. MoSzkowski und Rich. Nathanson. Mufik von C. A. Raida. Ballet von C. Severini. Anfang
7T Ubr. Mittrvocb: chselße Vorßeüung. Leßte Woche.
Friedrich-Wilhrlmßadnsrhes Theater und Concert-Park. Direktion: Julius Friysche.
Dienstag: Zum 207. Male: Der arme o- uthau. Operette in 3 Akten von Hugo Wit- mann und Julius Bauer. Mufik von Carl Millöcker. Zn Scene eseßt von Julius Frikche. Dirigent: Herr Kaye meister Jedermann. Anranß 7 U r.
Im prachtvollen iKart um 6 U :: Großes Doppel : Concert. uftteten von Gesangs- und Inftrumental-Künßlern.
Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.
Im Park: Doppel - Concert. Gesangs- und
Jnstrumental-Künftler.
.. 996“ .Si Altarbibelzu errei en. ie i e ru „ _ Kaiserin und das voanr geschriebeneBibe wort : „Wer an mtcbglaubtwtrd nimmsrmebrsterben'. Jn derVertretun _ dcr General-Superintendmt Probst ]) Bruckner und der ' intendenx Lange aus T*.ltow, sowie Pastoren der Na-(bbaiparocbten er- schienen; die Weltlichen Behörven wurden durch den Landratb Stuben- raucb 1165 den Amtskorsteker von dem Knesebeck vertreten. kirchlicb-evangelisÖe HülESverein hatte den Pastor Lenz zur Der Ort hatte zu Ehren des Ta Die Häuser und
befchüttet worden,
die edlen Innere mit Rückficht auf die
des romani1schen Stils, während das . , dung gefunden hat, m retchem
alte kostbare Kanzel, die wieder Vetwen . ' Barocksxil gehalten ist. Die Seitenfenster find mtt den Btldxrn dxr Apostel geschmückt, die über dem Altar s1ch xrbebende Kanzel znrt em Oelgemälde „142000 1101110.“ Die Orgel rst em Geschenk des Patrons, die Glocken 11110 umgegoffen und Vergrößert.
Rom und New-York. Ein
Tochter Gabelsberger's und deren ' . Stenogravbcntag find beute mehrere Partser Delegate eingetroffen.
(M. Allg. ng.) Gkstklkl Nachtxüttag zogen über unscre Stadt zwei schwere Gewitter, im Nordort und Wsst stßblnd; dieselben entladen fi BUZ, Donner und gewaltigen Regengünen.
Tßurm der oberen Pfarrkirche mxd n
masstVe UmfassungsrkaULr a Hrannte. _
den§5.d, M.SabeWnamentlicb 191 obFeéi Marn- tc „
Stallungcn 2c, rernicht; der Main bei
Frankenwald bci Kronach, dic durch
unter
des Orts Hymnus
des alten Hauses einfachen
Hierauf
beiwobnte. Sohn waren anwesend.
dem eine
Scheune, die
Haßlach-Tbale und
Die Puppeufee.
badour. Täglich: Bei
der Vorstellungen 7 Uhr.
Juan. Donnerstag : van Dyck. Ernani.
Sonnabend, 23. August.
eien ug bestbloß diesen Theil dex inter- essanten Uebung. Auf der Rü abrt wurden wieder Verbandubun en voramomwen und die neu hexaericbteten Lagerungen erprobt. 6 Uhr Abends langte die Kolonne bier wirke! an.
Die neuerbaute Kirche in Rangsdorf eingeweiht worden. Jbre Ma
ift seßern feierlich 'estät die Kaisertn batte den
zur Feier entsandt und ibn gleich- lberbeschlägen geschmückte ie eigenhändige Widmung der
a der kirchlichen Behörden waren Super-
Der Feier es ein besonders freund- auern waren frisch ge- die Gärten praygten Nachdem der Patrorz urxd Bauherr Ratze- gutsbefißer Rickard Spiekermann die Ebrengaße tm Scbloß begrußt batte, erfolgte unter Vorantritt eines vom E:senbabn-Regjment ge- stellieu Bläsercbors unter Glockengeläut der Gang nach der neuen deren vergoldetkr Schlüffel auf Gesangverein
rojbsammetnem Kiffen Kantor l.Machet öFet Tbxre weit“ und Gemeindegesang mit Posaunenbeg eitung' er e en en Die Weiße vollzog Probst Brückner m Anschluß an
„Siehe ich mache WTes ney'. DT!" erste Gottes- dienst im neuen Hause wurde durch die Litur_?1e des Supexmtendegten Lange eingeleitet, die Festpredigt hielt der gm e Pqurer Wildelau uber lieb die Stätte Dunes Hauseß“. Der „Nun danket Aae Gott“ beendete den erhebenden (Hoffes- von dem Baumeister Albert errichtet Formen
Das kéeine Gotteshaus
(W. T. V.) Bei einem Gewitter am gestrigen Abend stürzte in Folge eines Kanalbruäps ein von 50 ein. 20 Personen wurden gerettet, 6 todt unter den Trümmern bervorgezogcn; die übrigen Und noch ver- schüttet, Tie Rettungsarbeiten smd in voUem Gange.
München, 10. August. (W, T. B.) Nachdem die Vorstände des hier tagenden Stenograpbentages i_n fe.erlicher Auffabrt die Gräber Gabelsberger's und Profeffox (Hebels fand beute Vortmttag dre „Ent- büllungsfcier des Gabelsberger Denkmals am Eingang Mit den Feftgenvffen des In- und Auslande's erschienen als (Ebc-xngäste die Behörden dcs Staats 13111; der Stadt. Die Weibrede hielt Ober-Bürgermeister Fischex(Gera). Ern Chor von Sängern trug einen von Redwiß aeHicbtcten Festbvmnus vor. Bürgermeister ])r. 0011 Wiedcnmayer, legte Namens der Geburtsstadt einen Außerdem sprachen Vertreter aus Wien,_Bern, Kopenhagen,_Helfiyg- Festmarsck) beschloß dte chxr, Auck) die 72jäbr1ge Zum
sprach übernahm das _Denkmal und Krcmz an dem1e1ben nieder.
ck mei Stunden lang unter heftigem " Der Blitz schlug in den in den Kamin eines städtischen Viertelstunde vo'n der Stadt enjfernten Orte (Haustadt ging der Blitz in „eine mrt sofort tn bellen dcs strömxnden Regens bis auf die Die Gewitter vom Dienstag Thale inmebrals Häuser, Scheunen und
ichtsnfels wgr theil- Scbwere (Gewitter zogen uber den ihre gewaltigen Waser- in der Rodacb-Eegsnd, großkn Schaden an dsn bergigen Abhängen der
Zum ersten Male: Pantomimisches BalLet-DiNr- tiffement von J. Haßreiter und Gaul.
BeUe-„AUiance-Theater.
164. Male: Der Nautilus.
Concert. Illumination
irischer Beleu tung. Goldfnchs.
Jacobson und von G. Eörß.
Zum Leop. Ely.
Krokl's Theater. Dienstag: (Leonore: Miß Marguerite Macintvre vom Conwent-Garden-Tbeater in London als Gast.) ünstigem Wetter vor und nach der VorsteUung, * bends bei brillanter elektr. Be- leuchtung des Sommergartens: Anfcxng: Sonnkags 4 Uhr, an den Wochentagen 5?-
Mittwoch: Gastspiel des Sgr. d'Andrade. Dou Letztes Auftreten des Hrn. Ernest
Jm prachtvoUen Sommergarten: Großes Doppel-
Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. des ganzen Garten -Etabliffements. Anfang des Conceris 4 Uhr, der Vorstellung 71; Uhr.
Mittwoch: Dieselbe _Vorstellung. Großes Volks- fest zu halben Kaffenpretsen.
„Adolph Ernß-Theater. Dienstag: Bei elek- 123, Male: esangßpofse in 4 Akten Von Edua'rd Couplets theilweise Musik von Franz Roth. Anfang
73 Uhr. Miitwoch: Dieselbe Vorsteüung.
71: den Fürsten von BiSmarck in der
Großes Céncert.
Dienstag :
Felder . Au usBavrIeutb werben kMeCeu-ittec ge- meldet,a1:11:iz!171etete17chenl§e; vernichtet baden. '
Dessau, 11 August. 28. T. B;) Se. Hoheit der regie- rende etwa von An alt uberwus
dem Central-Comijé Yum weck der „Erricbfung eines National-Denkmals
Reichshauptstadt“ einm Beitrag von 500-ki
Me , 11. Au ust. (W. T. B.) 350 ebem_alig_e Kampf- senof s evn aus Wegßfalen und Köln sind heute frub mittels Extra- zuges bier ein etroffen. Dieselben hatten gestern die Spichern- Höben besicbt gt und beabfiéxtigen mor en die Schlach17elder vm Marslatour, Gravelotte und St. €13rivat zu besuchen.
T roppa u , 9. August. (W. T. B.) In 0196 von Woxken- brücben find das Oppa-Tbal und das 2) or'a-Tbal ab er- flutb et, die niedri er gelegenen Tbeile von F ret enwaldau find überschwemmt, d e Brücken, Wasserwerke und verschiedene Gebäude s (b w e r b e i ck äd i g t. Die Behörden haben e'n'fsprecbende Anordnungen getroffen, um in sanitärer Beziehung nachibetlkßk Folgen der Ueberschwemmung abzuwenden. ,
Auch aus P r a g und Freistadt (Oberösterreich) liegen Benchte über Hochwaffer und Unwetxer vor.
Neapel, 9. August. (W. T. B.) Der Afrikareisxpde Dr P ete rs ist heute mit dem Dampfer ,Medusa' dex brxtxscb' oftindisckyen Linie bier eingetroffen und von der JtalieÜfch-AfrrkamsMn Gesellschaft empfangen worden.
Bern, 9. Auguß. (W. T. B.) Die Frage, ob die"Ver- anstaltung einer schweizerischen Landesausstellung fur'das Jahr 1893 in Bern angestrebt Werden solle, ist gestern von xmer größeren Versammlung von Jntereffenten verneinen!) entschiedxn worden“ die nächste schweizerische Landeöausstellung wrrd daher in
G enf ktattfinden.
Brüssel, 11. August. (W. T. B.) Die Gewitter, welche fich gestern Nachmittags in der hiesigen Gegend entlud'en, ngen von heftigem Sturmwinde beglxitet und richteten m Brunel und Umgebung, besonders nach Osten bm, sebr ngen Schaden an. Die Ernten baben stark gelitten, mehrere ohnbäuser wgrden dxrcb Blitzschlag eingeäsÖerf, viele Felder und Wiesen find uber- s wemmt.
New-York, 7. August. (A. C.) In den Zeitungen wir'd heu_te über den Sektionsbefund der Leiche des_durch Elxktrtzttat hingerichteten Mörders Kemmler ausfyhrlick) berichtet. Das Gehirn wog 45 Unzen. In den kleinen, zwtschen dem Gebtrn und Schädel liegenden Blutkörperchen war danach das Blut so sctharz wie Koble. Alle Flüssigkeit war vexdampft. Auch der Schade! selbst war stark angebrannt. Am schl1mmsten Zvar pie Brandsteüe an der Basis des Rückenmarks, wo die e_tne Elektrode angese t worden war Im Rückenmark selbst hatte ' der elektri che Strom nicht die geringste Veränderungxrzeugt. Bet der Sektion zeigte das Blut geringe Neigung zu koagultren. Dczs Wasser in den Schwämmen der Elektroden war verdampft; Dre Aerzte nahmen interessante Theile der Leiche mik. Der gencbxltcbe Theil der Leichenscbau war nur kurz, worauf die Ueberrefte in dem Ge- fängnißkircbbof bestattet wurden. - In den Zerrungen New- Yorks bat sicb eine lebhafte literarische ehde zw1schen den Aerzten, welche der Hinrichtung Kemmler's bei- wobnten, entsvonnen. Einer giebt dem Anderen Schuld an dsm Mißerfolg. Es ist nunmehr bekannt geworden, daß zwisÖen dem ersten und dem zweiten elektrischen Schlage nich! einige Sekunden, sondern 2-3 Minuten vergangen find. _Die Dynamomaschine war 500 Fuß vom éinrichtungSzimmer enisernt. Nachdem das erste Mal der Strom ange affen Worden War, enjferntcn fich die Leute, Welche die Maschine bedienten, und es dauerte einige Minuten, bis man fu wieder zurück batte. Alle Zeugen außer den Aerzten stimmen darin überein, daß wenn der Strom das zrveite Mal vielleicht nur eine Minute später applizirt woxdcn wäre, Kemxnlerer- Wacht sein würde. AU: Laien sagen, daß dte' Zuckunaen kem_e Re- aktionßerscbcinung waren, sonderndic Athmung mrtjedem Zuge kxaftjger wurde. - Edison erklärt, daI die Elektrizität nicht in' der xtchtixxen Weise bei der Hinrichtung in * nwendung gekommen set. Die Elek- troden hätten an den Händen, nicht am Kopf angelegt werden soßen, da Haar ein Nichtleiter sei und der Strom erst durch dxn Sabadei hätte durchgehen müssen, um zur Wiqung zu gelangen. 'Dxe 30 FäÜe, in welchen Leute in Ncw-York zufagig dur'cb Elektrmtat gcxödtet worden seien, bewiesen zur Genüge, daß s1ch dtescNaturkraft auch sehr wohl für Hinrichtungen eigne.
(Fortséßung des Nichtamtlichen in der Ersten Bsilage.)
Famjlten-Nackmchten.
Verlobt: Frl. Hilda Kettenburg mit Hrn. Rechtßanwalt Gebhard Winrich (Hamburg-St. Paul, Minnesota). - _Frl. Anna Erdmann mit Hrn. Hermann Mack (Kappel-Cbemniß). - Frl. Johanna Haffe mit Hrn. Amtsrichter Jos. Thedieck (Lügde i. W. -- Gelsenkirchen). - Frl. Klara Scholten mit Hrn. Bernhard Tenbaef (Wardt bei Xanten-E erhof bei Büderich). - Frl. Martha Ziesack mit rn. Karl Wenzel (Rynarschewo- Königsberg). _- rl. Minna Rühr mit Hrn. Friedrich Wilken endfeld-Fresxndorf).
Verehelicht: Hr. Wilhelm Erben mit Frl. Therese Düster (Köln-Rodenkkrchen, Oldenburg). __Hr. Max Vojgt-Aly mit Frl. Therese Tboen- "inen (Leipzig-Köln a. Rh.). - Hr. Carlos Meincken mit Frl. Else Fischer,(Iquique, Chile- Magdcburg), - Hr. Rudolph Schultze mit Frl. Minna Weyer (Elberfeld).
Geboren: Ein Sohn: Hm.HauptmannKonrad von Brauchitsch. -- Hrn. 1)1'. moä. J. Schulte (Balve). - Hrn. Luis Siebe (San José de Costa Rica, Central-Amerika). - Hrn. Hauptmann Otto Müller (Leipzig). - Hrn. Ferd. Bastian (Rostock). _ Eine To ter: Hkn- Rudolf Martin (Berlin). - Hrn. eorg Blick (Magde- qukx). (_23 HlxnzHKlein (Siegen). - HkU-MWÜB
te 1 er m .
Gestoxben: Hr. Freiherr Kurt Karl_Cbristian von Cramm ((Gut Hinsäzendoxf b. Rembek). _ Frau Sophie Schwarz, geb. Schäkylng (Gutow). _ Hr. Baron Hans Paul_von Ruxlxben (Son- dershausen). -- Hr. Rxntter AUF" Barthold (Berlin). - Hr. Reutter F. _ . Langmeier (Klein-Muß). - rau Mustkdtrektor Auguste
Rode, geb. Henckel ( egel).
Der Tron-
Zum
Brillante
Der"
Redacteur: I. V.: Siemenrdth.
Urania, Anstalt für volkstbümliche Naturkunde. - “Am Landes-Ausstellungs = Park
Geöffnet von 12-11 Uhr.
Tä
kLebrter Bahnhof). ich Vorstellun im weY-inscbaftlicben Theater. Nä eres die Anscßlag- : e.
B e r l i 11: Verlag der Expedition (S cb 013).
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt. Berlin 8177, Wilhelmstraße Nr. 32.
Fünf Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).
(12841)
zum Deutschen Reichs-A
M 192.
:. Internationaler medizinischer Kongreß.
Am Sonnabend fand der zebnte Internationale Medi- zinische Kongreß zu Berlin seinen Abschlu in einem Abschieds- fest, welches die Aerzte Berlins den Mitgl edern des Kongresses und ihren Dauxen im Kroll'scben Etablissement gaben. Der herrliche Kroll'1che Garten und die Säle waren zu dem Bebufe dem Xroßen Publikum verschlossen und nur für die Kongreßmit lieder und ire Damm geöffnet worden. Im festlich mit bunten abnen ge- schmückten und glänzend erleuchteten Garten concertirten zwci Militar- kavellen, das Mußkcorps des zweiten GardwReaimentS z.F. unter der Leitung des Königlichen Mufik-Dirigenfen Hrn. G. Meinberg und das Mnfikcorps des 2. Garde-Ulanen-Regiments unter Leitung des Stabs- trompeters Hrn.:Nees e. Jm Theatersaal fand ein großes Internationales
est-Conc ert statt„ außgefübrt von den Mitgliedern der Kroll'scben
per unkx den zur Zett an der KroU'scben Oper aaftirenden Künstlern. Der Begmn des Concerts war auf acht Uhr angeseßt, fing es aber in der That erst gegen halb neun Uhr an, zu einer TageSzeit also, in welcher fich die erfrischende Kühle der beranbrecbenden Nacht angenehm bemerkbar machte. Alle Innen- und Außenräume waren bis auf den letzten Play gefüllt von den Leuchten der Wissenschaft. Der Theater- raum_ war in einen eleganten Concertsaal umgewandelt worden; die anstetgenden Parquetrejben waren beseitigt, den Hintergrund nahm eine erhöhte Estrade em, welche den Vorstandßmikgliedern reservirt war. Das Concertprogrqmm zeichnete fich durcb Reichhaltigkeit und natürlich auch durch eme ungewöhnliche Länge aus. Es kamen neunzehn Nummern in drei Abtheilmxßen zum Vortrag, welche zum Theil aus Orchestermusik _ jede A theilung wurde mit einer orchestralen Piece eingeleitet ? und aus ein- oder mehrstimmigen Gesangsvorträgen bestanden. Dtefe Gesangßnummern boten einen eigenen Reiz durch die Verschiedenartigxeit der Sprachen, in welchen dieselben dargeboten wurden; man sang, außer deutsch, aucb ungarisch, englisch, böhmisch, russisch, schwedisch, italienisch, portugiefisch, französisch und vlämisch. Einzelne Vortragende Wurden bei ihrem Auftreten stür- misch begrüßt, wie Miß Marguerite Macintyre, Fr. Heink, Frl. Ek und besonders stürmisÖ Sgr. d'Andrade. Die Wogen der lebHafton Anerkennung, für die musikalischen Genüsse, welche im ersten _Theil sicb n0ch m maßvollen Grenzen hielten, steigerten fich wahrend des zxverxen Tbeils ins Ungewöhnliche. Der Geist des Dacaporufens bemacbttgte sich der Gemütber. Die Damen Deppe und Schacko, mußten das freilich klang- und formvollcndet vor- getragene Bnefduett aus dem ,Figaro“ wiederholen; Hr. Steif- mann, welcher mit Trillern von seltener Länge glänzte, mußte fich zwei Mal hören Fffen, und Sgr. d'Andrade gar mußte s1ch zu zwei Zugaben ver eben. Er txug mit seiner bekannten unvergleichlich modulationsfäbigen Stimme em italiknisches und ein portugiefifcbes Lied vor; als Zugabe wählte er,zwci Nummern aus Mozart's Don Juan, das Trinklied und das m liebenswürdiqer Weise in deutscher Sprache gesungene Ständchen. Im dritten Theil traten noch Hr. van Dy ck und rl. von Vabsel auf. Nach der ersten Concert- nummer, der eber'schen Ouverture zum Oberon, sprach Fr. Anna F übrung einen Prolog, eine poetische Ve- gtüßung der Aerzte. Derselbe wgr von Julius Roden- berq in geistvollen ,und tief poetischen, wenn auch in der Diktion etrvas schwiertgen fiebenzetligen Strophen verfaßt, und ge- langte als Erimxeruncxzeichen, auf „elegantenx Papier gedruckt, zur Vertheilung an dte (Haste. Außer dteser poemchen Ansprache richtete Hr. 131“. Becher aucb rzocb emtge Worte in Prosa an die Versamm- lung In kurzer lebendtger Rede, welche zu wiederholten Malen leb- hafte Beifall bervorrief, wies der Redner auf die Bedeutung des Tages bin, schloß mit einem_ Dank an die und einem Hoch auf die aus allen Welttbeilen bcrbetgeeilten' Kongreßmitglieder, in welches letztxre, von einem Tusch begleitet, dre Anwesenden dreimal begeistert einfttmmten.
Rundschau über den Getreide-Handel im Juni.
Der Monat Juni war fü]: den Getreidekandel dieSmal außer- ordentlick) bedeutsam. Im Mat stand in ganz Europa eine Ernte im Felde, welche nicht nur ganz u'ngewöbnlich reiche Erträge verjpracb, sondern die auch durchschnittlich frühe Reife in Aussicht: stellte. Besondexs das Leßtere ficl um so mehr in die Wagfcbale, als die Bestände in Europa viel geringer waren als ge- wöhnlich. In West-Europa war dieje Sachlage nicbt merklich zur Geltung gekommen, weil von den überseeischen LäUdern noch reiche Quantiiäéen Unterwegs waren; im Osten Europas, ganz besonders aber in Deutschland, traten die knappen Restbestände im Getreidebandel merklicber hervor und machten swb besonders im Juni fühlbar. Im Hinblick auf die günstigen Ernteaussichtm hatte fich der Konsum schon seit geraumer Zeit nur mit dem nächsten Bedarf versorgt, und die Hoffnung auf spätere béUigere Preise wurde durch die starken Terminverkäufe der Landrvirthe per Herbst an unseren Börsen derart unterstüßt, daß jede Vorsicht Seitens vieler, namentlich kleinerer Mühlen Deutschlands außer Acht gelaßcn wurde. Besonders gilt dies für Roggen, denn nachdem man, wie im Mai berichtet wurde, dix von den Berliner Kaufleuten zur Abwickelung des Früh- jahrstermms herangezogenen russischen Roggenmassen durcb Ermäßi- gung dxr Berliner Preise sich hatte zu großem Theil Seitens der niederlandücben, belgischen und skandinavischen Häfen zu befferen Preisen fortnehmen lassen, fehlte es an weiterem Nachschub. Die Folge war, daß dte schwachen Vorrätbe unseres Landes vvn allen Seiten in Angriff. genommen wurden _und, da in vielen Gegenden Deutschlands den klxmeren Mühlen thatsachlicb das Material zum Betriebe fehlte, Fb dxe Meblnacbfrage vorzugsweise den großen, meist russischen
oggen vermahlenden Dampfmühlen zuwandte. Leßtere waren nicht im Stande, dem Begehr zu genügen und mußten in der Arxnabme von Aufträgen um so vorficbtiger Werden, als auch tbnen das Rohmaterial nur knapp zugemessen war. Seit vielen Jahren war der Rozgenbestand Berlins nicht auf ein Quantum von ca. 4000 Wispel wie dießmal zum 1. Juli zusammen- gescbrumpft (thatsächlich war das Lager eber noa) kleiner als 4000 Wispel und dre nach den Angaben der Lagerinbaber gemachte offizieüe Aufnahme von 7000 Wispcl ist zweifellos als falsch zu be- trachten); am gleichen Datum dxs Vorjahres waren ca. 4400028191391, vor 2 Jahren über 70000 Wtépel zur Stelle. Angesichts die1er Verbältniffe cht die von Anfang bis zu Ende des abgelaufenen Monats regnerikche und meist kühle Witterun sich um so energischer im Getreidebandel bemerkbar gemacht. A gesehen von der Ver- zögerung der Ernte mußten auch die Hoffnungen auf die Ergiebig- keit der Ernie berabgestimmt werden.
Was die Ernte von Weizen betrifft, so waren allerdings, ke- synders in der ersten Monatsbälfte, noch scharfe Klagen über Rost emgelaufem doch hatte derselbe fich in der Hauptsache nur den Blät- tern und Halmen mitgetkeilt, und die landwirtbscbaftlicben Berichte der leßien Wochen des Monats zeigen bedeutend weniger Bemänge- [unseri des Weizens. Noob lauter als aus Deutschland waren bereits im Mai die Rostklagen auch aus Oesterreicb-Ungarn ein- kelaneW nachdem aber zum Monatsscbluß bei verbältni äßig ün- tigem etter daselbst die Ernte be onnen. find die dorti en rnteber chte w'ieder außerordentlxcb rosig ge ärbt. Ganz äbnli ist das Ver- baltniß in Rumänien; die anfänglichen Befürchtungen erscheinen in
.“.3
*Grfte Beilage
nzeigex und Königlich" Preußischen Staats-Anzeiger.
Berlin, Montag, den 11. August
den jüngsten Berichten erheblich abgeschwächt, nur für die Raps- s aaternte s(beint die Witterung in der That verhängnißvoll ge- wesen zu sein.- In Süd-Rußland wurde über allzugroße Re en- güffe geklagt, und in einzelnen der fruchtbarsten Gouvernements nd zweifellos aucb nicbt unerhebliche Schäden angerichtet. Immerhin werden dieselben jedoch an _dem guten Gesammtresultat schwerlich viel ändern. In West-Curypa laßt ck die Veränderung der Ernteausfichten im Juni nur da_bm kon i_a ren, daß wobl durch das regneriscbe Wetter einzelne Schaden entxtanden smd, daß im Großen und Ganzen aber die Hoffnungen auf reiche Erträge Wenig getrübt wurden. Im Großen und anzen find die Ernteausfichten in Europa also keineßwegs ungünsttg und theilweise sebr günstig. Ja den Vereinigten Staaten Ymergkaß haben stcb die Aussichten füt den Winterweizen nicht sonderlich geandert, dagegen dürfte Sommerweizen fich gebessert Hahen. sodgß man allmählich die Erntescbäßungen von 415 MiÜionen auf 425 [ns 430 Millionen Bushels erhöht bat. Eine Ernte von 430 Mtllionen Busbels würde nach ungefährer Kalkulation einen Exportüberschuß Yon 60-65 Millionen Busbels lassen, hierzu kqmmen Restbeßande von ca. 15 Millionen Busbels, sodaß bternack) diexVeremi ten Staaten im nächsten Jahre 75-80 MilXionen Busbels fur die _ usfukr übrig haben, von denen 20 Millionen Busbels außexeuroxaische Bedarfsländer an fick) ziehen würden.
Aus Ostindien lkegen die offizieUen Angaben über die leßte Ernte vor, welcbx bestätigen, daß in der Hauptanbauprovinz Punjab gegen 400000Wrspel weniger als im Vorjahre geerntet wurde, während m allen übrigen Gegenden entWeder gleiche oder beffere Erträge
gewonnen wurden. Es ernteten 1890: . 1603170 (1889 2054 074) l:
Punjab . . . . . . . . Nordwest-Pr0vinzen und Oudb 1 458 000 (1889 1440000 „ Central-Provmzen . . . . 832 632 (1889 705 000) „ Bombay und Sindh . 832 177 H1889 678 472) , . . . 120000 1889 155 795) , 401000 é1889 350 000) „ 1 100000 1889 1127 638) ,
Zusammen . 6 346 989 (1889 6 510 979) r
Jux Getxeidebandex Amerikas zeigte fich während des ganzen Juni k'ernxrlet außgepragte Tendenz; einerseits waren die Ansichten uber pte eigene Er_nte noxb keine einheitlichen, andererseits erwiesen sich _dte Berichte uber dte Ernteausfichten in Europa noch so wenig geklart, daß hteraus Schlüsse auf die Zukunft des Geschäfts kaum aezogen w_erden konnkxn, Der Meblexvort, Welcher Seitens der mit Meblvorrathen überburdexen amerikanischen Mühlenindustrie noch zum Beginn des Monats xnögltcbst forcirt wurde, schwächte fich im weiteren Verlaufe ganz erbxblrch ab, da die größeren Mühlen in Folge des unrentablen Gesckoafts ihren Betrieb einschränkten.
Der Export Amerikas betrug an Weizen im Juni:
1890 1889
„ _ Quarters Quarters
aus den atlanttfcben Hafen nach Großbritannien 115 500 99 000
. . _ , . . . dem Kontinent 48000 82 000
aus Kalrformen und Oregon nack) (Großbritannien 160 000 122 000
, dem Kontinent - -
, 323 500 303000 Von Mehl gmgen aus den atlantischen Häfen im Juni 1890 1889
Sack Sack 408 500 485 000 141 000 57 000
„ „ _ 549500 542000 Dte kontroltrten Vorrathe, welche zu Beginn des Juni noch 22 451 931 Bush. Weizen bxtrugen, haben sich bis auf 20 174 885 Bush. am Schluß des Juni vermmdert, nahmen also um ca. ZF Mill. Bush. ab, x_vahrend zur selben Zeit im Vorjahre die Verringerung auf ca. 5 M16. sub belief. Ostindiens Weizenversckpiffungen bZtrtYJen: - v. . Januar "" Juni bis Ende Juni 1890 1890 Quartals Quarters 221 000 849 000 nach dem Kontinent 96000 570000 569 000 Zusammen 317 000 1 419 000 1 490 000
Rußlands Export betrug in den Wochen endend am: 28. Juni 21. Juni 14. Juni 7. Juni 1890 Quarters Quarters Quarters 208 570 246 585 351 614 99 560 96 802 130 567 Eerste . 47 331 69 360 50 292 Hafer . 115 602 175 204 180000 137 100 Mais . . . . 14 317 16155 11 600 25 200 Diese Ausfuhr ist bedeutend größer, als 11045 der schlechten rusfifcben Ernte des letzten Jahres überbaypt erwartet werden konnte; es unterliegt wobl keinem Zweifel, daß dte alten Bestände Rußlands bedeutenden Antbeil an diesem Export haxten. Dte günstigen Schil- derungen des im Felde stehenden Getrerdes veranlaßten die ths- befißer, mit den Partien, welche sie lange in Spekulation fest- gehalten batten, an den Markt zu jxeten. Von Roggen war dies weniger der Fall; jedoch auch bei diesem war Yer Export immerhin noch rößer, als vorausgeseßt worden; nur vorubrrgebend ging er in auffa endet Weise zurück. Die auf Europa schwimmenden Zusubren zeigten zum Anfang und zum Schluß des Monats folgende _Zxffern: Anfang Zum Ende Juni 1890 1889
Wekse" 1890 1889 und Wetzenmebl Quarters Quarters Quarters Quarters 2 433 000 1 672 000
nach England . 2 976 000 1 528 000 nach dem Kontinent. 896 000 449 000 570000 367 000 3 003 000 2 039 000
zusammen . 3 872 000 1 977 000 Mais . . . 600 000 673 000
1 019 000 571 000 Gerste 125 000 245 000
. 370 000 230 000 Roggen . 320 000 275 000 180 000 85 000.
Von den sehr starken Ankünftetx an den euro äiscben Küsten er- fuhr besonders England zeitweise cine ungewöbnicb reichliche Ver- sorgung. Naturgemä war die Haltung des englischen Markts in
olge dieser großen ufubren eine rlxbige, und erst gegen Sckxluß des onats, 018 UH die Ueberzeugunß einer Verstärkung der Ernte mehr und mehr Ba n druck) und fich dteser noch die Befür tung, d_aß die Nässe Schaden anrichten könne, zugesellte, kam ein er eblicb festerer Ton zum Durchbrutb. Mehr als vorher war rankreicb auf fremden Import anqewiesen. In den steuerfreien iederlagen Frank- reich nehmen die Vorrätbe mehr o_nd mehr ab, da die neue Einfuhr allermeist drm Konsum direkt zugefubrt wird, und auch Seitens des- selben die alten Bestände fortgeseßt' beansprucht werden. In Belgien standen die „große Emfubr und die Frage des Jnlandes fich nicbt tmmer gleichwertbig gegenüber, odaß zeitwrise der Vettauf_rechf schleppend ging. Erst in der letzten onatsbälfte bob fich allmahlich der Verkehr. Ganz äbnlich rpar die Sachlage in Hol 1and_, wo Roggen eme nicbt unwesentltcbe Rolle spielte. Oesterretch-Ungarn batte wenig einheitliche Tendenz, da die Anfickjten üher die'Ernte sebr außeinander gingen. Die dortige Spekulation zeigte jedoch m Folge der andauernden Klagen
Berat . . Bengalien . . . Uebrige Staaten
nach Großbritannien . nach dem Kontinent .
1889 Quarters
nach England 921 000
Quarters 197 046 26 160 38 061
Weizen Roggen
1890.
über Rost zeitweise verstärkten Muth zu neuen Unternehmungen, der aber schwand, sobald die Hoffnungen auf eine gute Ernte sich mehr und mehr befestigten.
Gegenüber Hern einförmigen Gange des auSWärtigen Geschäfts zeigte der Verlrner Markt im Juni ein außerordentlich inter- effantes Bild. ?Für Weizen eristirte in einigen starken Händen ein bedeutendes Hau emtereffe' per Juni-Juli-Lieferung, sodaß die War- nung am [aße rpar, dte Decku_ng von Blanko-Engagemenis nicbt aÜzulan e in_auszmchieben, da d1e Berliner Schlußscbeinbedingungen febx ho e Anyprücbe (111 dix Beschaffenheit der Waare fteklen. Ob- gleich die Berliner Jultpretse zeitweise bis zu 25 „ja über den nur kyrze Zeit darauf zu liefernden Juli-August-Terwin stiegen, find doch fur den biefigen Markt nur ganz winzige Partien verschlossen worden. Bei dem hohen Preise der Juli-Lieferung konnte es nicht ausbxeiben, daß das Ausland auf den Berliner Markt auf- merkxam wurde und mehrfach seinen Weizen dorlbin offerirte. Bisher konnte manUdie PreiSerböbung nur als die natürliche Folge der knappen"Be!tande kontraktlicber Waare ansehen und die Rendiments- gxenze ftzr ausländisches Gewächs War der Maßstab, bis zu Welchem dle Pretse sich erhöhen konnten. Der Juli-August-Termin war in Jol? des kalten Wetters durchschnittlich in fester Tendenz. Per
er st, dagegen 'brachte die vielfach sebr kühle und außer- ordxntltxb regnertsche Witterung nacb Ueberwindung eines anfangltcben Weiteren Rückgangs wobl mehr Halt in den Wertbstand, indeffen fehlte es doch keineswegs an weiterer Verkaufslust unserer Provmzen und machte fich hierin namentlich Schlesien zeitweise besonders bemerklicb.
In Roggen spitzt sich die Situation für die vorderen Termine ebenfallß, aber „aus wejentlick) anderen Gründen zu. Es ist hier wenig Kunst tm Sptel und wenn dennoch der Juni-Juli-Termin einen Werxbfortscbrttt von ca. 10 „46, der Juli-August von etwa 6 „M zu vxrzetchnen batte_n, so resultirte die?- hauptsächlich aus der außerordent- ltchxn Knavvbett von Roggen jeglicher Art. (Ganz Deutschland sch_emt von Roggenvorrätben entblößt zu sein, denn von allen Seiten drangte fick) theils die Roggennachfrage, theils der Mehlbedarf an den Berlmex Mgrkt, ohne jedoch Befriedigung zu finden. Mehr noch als bet„Wetzen machte sich bei Roggen für den Juli-August das erntetxerzogernde Werker „durch erhöhte Kauf- und Deckungßlust be- merkltch; noch weniger lteß fick) die gleiche Wirkung bei dem Herbst- termin verkerznen. Für leßteren waren besonders im Mai und auch zwci) zu. Begtnxt des Juni unsere östlichen Landwirthe im Hinblick auf 1bre_vtelverbetßenden Felder in fast unerhört großem Maßstabe Vxerkaufer gewesen und auch im Juni schien diefe Neigung noch kemeswegs_ ganz erloschen zu sein. Bei dem namen Wetter, das sich wahrend des ganzen Juni gehalten hatte, tyußte die Befürch- tung offenbar aufxreten, daß auch die Ernte selbst von ungünstigem Wetter begleitet sem könne, das; dadurch aber das Erscheinen frischen Roggens 'auf den Märkten überhaupt verzögerk werde und die Be- sc„haffenbe1t der Zufubren zunächst fie!) als eine derartige erweisen konne, wslcbe das Vermablen nur unter Beimischung fremden Ge- treides gestatten dürfte.
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Statistik und Volkswirthschast.
Zur Arbeiterbewegung.
Der .Saarbr. Ztg.," scbreiht man aus St.Ingbert unter dem 8. d. M.: Vor der Einfahrt m den Stollen der hiesigen Stein- kohle_n grube verlgs d„er Ober-Cinfabrer der Belegschaft die neueste Verf'ug'ung 8er Köntgltcbep Salinen- und Bechverks- Ydmtntstratton, welche dahm lautet, daß alle Bergleute, welcbe brs14.Augus1d.J., Abends 5 UHr, noch dem Ausschußdes hiesigen R e ck) t s - scbußveretns angehßren, von der Grube entlassen werden. Der Vorstand des Rechtsschuyvxreins erlä t nun eine Einladung zu einer Hauptversgmmlung de_s Verems, deren agesordnung lautet: 1) Be- sprechung uber Nucktrttt bezw. Niederlegung des Ausschusses, 2) Auf- nahme neuer Mttglieder, 3) Neuwahl. - Das Vorgehen der Ver- waltung gegßn den' Rechtsscbußverein haben fick), wie der „Z. Z:“ geschmeben wird, die Mitglieder selbst zuzuschreiben, zu- mal _1bnen'der Vertreter Her," Regierung Hr. Kramer mittbeilte, daß dte Regjerung wobl nut Bergleuten (Knappen), nicht aber uns MttglteHern des ReÖtsschußvereins unterhandele. Außerdem wurde als Zettung das tn Mannheim erscheinende fozialdemokratiscbe Blatx „Volksstimme' den Bergleuten empfohlen, und wird auch tbatsacblxcb vielfach gebaltetz. Am nächsten Freitag, den 15. August, finkxet eme große Arbetterversammlung statt, in welcher Rezcbstags-Abgeordneter 1)r. SÖädler-Landau und Kaplan Dasbacb- Trier als Redner auftreten.
In Kte1 wurde am Freitag der Kongreß der deutschen H-afenarbetter eröffnet, welcher von 16 Delegirten aus Hamburg, Kral, Flensburg, Magdeburg, Stettin, Bremerhaven und Lübeck besucht war. Aus den Verhandlungen erwähnt die „Kiel. Ztg.“, daß folgende Resolution einsxtznmig zur Annahme gelangte: Angesichts der großen Arbeitgebxr-Koalmon ist es nicht mehr möglich, auf dem Boden ,der bisherigen Orgqnisation der Gewerkschaften für die Arbeiter Ccsprteßlr_ches zu ]ckmffen. Der Kongreß erklärt dem- gemäß, daß die GeWexkjcbaften auf dem Boden der B erufßgenos s en - schaften zu _orgamfirxn find. Die zu einem Beruf gehörenden Brancbarx find xn dxn_ einzelnen Stadten in Sektionen zu tbeilen und unter eme etnhettltche qualleitung zu stellen. Diese wieder stehen unter einer _ eipbeitltcben Centralleitung. Die Sektionen werden durch Obmanner vertreten, und bilden diese mit dem Lokalvorstand dre l_okale Behörde der Gewerksckoaft. Die Centrali- sation der Hafenarhetter-Vertretungen wurde beschlossen, und die sieben Lambur er Delegaten wurden mit den Vorarbeiten zur Bilduna der
entrali ation beauftragt. - Am Sonnabend referirte ein Hr. Moje (Hamburg) über Regelung der Arbeitßeinstellungen. Er sei prinztpiell Gxgner der ArbeitSeinstellunaen. Verbessert würde die Lage der Arbeiter durcb Strikes nicht. Wenn sämmtliche Arbeiter höheren Lohn fordern, so steigen die Produkte im Preise und der Arbeiter kommt wieder auf den alten Stand unkt. Dur Verkürzung der Arbeitözcit könnte man momenjan die age ein wenig verbessern, wenn auch nicht auf lange Dauer. Die acbtftündi e Arbeitözeit werde momentan ein weniß helfen, bali; abZ werde durch Verbesserung der Maschine wieder Ar eiter auf die Straße geworfen und damit wird die kleine Aufbessexung der qunverbältniffe durch Vermehrung des Angebots an Arbettem vcrwtscbt. Hr. Husfeldt erklärt sich gegen Strikes und ge e'n Forderung höherer Lohnfäße, nur für Verkürzung der Ar (LSzett sei zu wirken. Hr. Maisau (Kiel) führt den Ursprung des Strikes auf die beißblutigen unlauteren Elemente in den Veremen zurück. Sie würden gewöhn- lich beim Glase Bier inszenirt. Ein Strike kann nur von einem Siege begleitet sein, wenn die örtlicbxn Ver- bältniffe derartig find, daß die Arbeitgeber naxbgeben münen, und wenn Kapital in den Händen der Strikenden, ist. Ein Strike mit Aussicht auf Erfolg muß Jahre [an vorberettet werden, ein Fonds muß angesammelt werden. Die oßen Ma Znstrikes seien nYos, wenn fie sicb nicht guf alle Klo en der Ar nter erstreckten. rcb die geplante Centraljektion müssen die1Hafenarbeiter dahin wirken, daß die Atheitözeit „auf das germgste Maß zurück efübrt wird, wo mascbmclle Emricbtungen bestehen. Der Bremer avener