Nach beendigter Parade formirten fich die _Truppen zum
YmYch und rückten unter kiingendem Spiel m ihre Quar- e .
Die Fahnen und Standarten wurden heute früh aus dem Königlichen Schlosse abgeholt, und zwar die Standarten durch eine EScadron des Garde-Kürasfier-Regiments um 71/4 Uhr, die Fahnen etwas später durch dre Leib:Compagnie des 1. GardeRegiments z. F., und nach der Parade durch dre- selben Truppentheile zurückgebracht. Die Leib Compagnie hatle dabei die Ehre, von Sr. Majestät dem Kaiser und König begleitet zu werden. _
Zur Verminderung _von Verkehrsstockungen hatten dre Truppentheile beim Markl!) zu und von der Parade Wege östlich und westlich der Friedrichstraße genommen, und nur T_ne Fahnen-Compagnie sowie die Standarten-EScadron, d1e__Lerb- gendarmerie, das Garde-Füfilier-Regiment,_ das FUULLLT: BajaiUon des Kaiser Alexander Garde-Grenahjer-Regrxnents Nr. 1 und das 2. Garde:Feld:Artillerie-Reg1ment PUMA?" das HaUesche Thor und dre Belle-Auiancenrane. Ahends 6 Uhr findet im Königlichen Schlosse _das: irbluhe Parade- Tiner statt. Die Tafeimufik wird hierher von der Regrment-Z- musik des 1. Garde-Regiments 3. F. und dern" Ttompetercorps des Regiment?- der (Hardes du Corps aUSgetulx-rt.
Ter Königliche Gesandte _in_ Weimar von Derenthall hat einen ihm Allerhöchst hewxürgten Urlaub angetreten.
Der Bevollmächtigte zum Bundeßrath, König1ich hgyerische Ministerial:Rath Freiherr von Stengel tft hrer an- gekommen.
Der Staatésekretär des Reich2:Marineamts Contre- Admiral Hollmann ist von der Reise nach Helgoland hier- her zurückgekehrt.
Der Kaiserlich und Königlich österreichisch:rzngarische Bot? schafter am hiesigen A(lerhöchsten Hoxe Gras Széckzényt hat einen ihm von seéner Regierung hewiÜigten Urlanh an- getreten. Während seiner Abwesenheit fungirt der Bot1chaft§=
rath Freiherr von und zu Eijsenfteén als GeschäftSträger.
S. M. Yacht „Hohenzollern“, Komrnandant Kapitän zur See von Arnrm, 1'st a_m 10. August 111 Wilhelmö- haven eingetroffen und an drmrelhen Tage nach Krel m See gegangen.
Von Seiten des Minésters für Handel und Gewerbe wird in Folge der gemäß §. 47 Abs. 6 dw?- Unfaslverficherungs: geseßes vom 6. Iuli 1884 (R.:G.-Bl. S. 69) und_de-Z §. 1 Ziffer 1 des Geseßes über die AnsdehnunZ der Unfall: und
rankenverfickxerung vom 28. Mar 1885 ( Z.:GZBl. S, 159) stattgehahten Neuwahlen und nur Grund der Bejximnmng des §. 48 des erstgenannten (He1eßes die Zu1ammen1eßung der in Preußen errichteten Schiedxxgerichte für eine An: zahlron Berufe.?genoffensckmften, wie des Schiedsgerichts fÜr den gesammten Betrieb der Reichs-Poxt: und Telegraphen-Verwaltung bekannt gemacht. Die Be- kanntmachung befindet sich in der Ersten und Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs: und Staats-Anzeigerß“.
In der Zweiten Beilage wird ferner eine Uehersécht der in den deutschen Münzstätten bis Ende Juli 1890 statt- gehabten AueZprägungen von ReichSmünzen ver: öffentlicht.
Sachsen.
Dresden, 11. August. Ihre Majestät die Königin hat sich heute Abend über Köln und Aachen nach Blancken- berghe begeben. _
Tas „Dr. Iournal“ veröffentlicht eme Bekannt- machnng deZ KriegS-Ministeriums, wonach Se. Majestät der König in Betreff des 1874 ge- stifteten ErinnerungSkreuzes 1ür Theiknahme an dem Feldzuge von 1849 in Holstein nunmehr die Stiftung von Erinnerungskreuzen 1ür drejenigen verfügt hat, welche, ohne an jenem _Feldzuge he- theiligt gewesen zu sein, während de11en Dauer im aktiven Dienst gestanden, und für die: jenigen, welche nachweislich in den Jahren 1863 und 1864 an der Bundes-Exekution in Holnein theil- genommen haben. Diejenigen Berechtigten, welche außer- halb Sachsens wohnen, haben fich mit ihren Ansprüchen an das KriegS-Ministerium, alle übrigen Berrchtigten an die bx treffenden Bezirkskommandos zu wenden.
Württemberg.
Friedrichshafen, 10. August. Gestern empfingen, wie der „St. 21. f. ?".“ meldet, Ihre Maje1_t_äten den Besuch Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzemin Luise von Preußen und Ihrer_Hoheit der verwittmeten Erbprinzessin von Anhalt, Höchstwelche bei den Majestäten _das Diner einnahmen und hierauf wieder nach Schloß Montsort zurüek- ke rten. Am Sonnabend Nachmittag erschienen anläß- li der am nämlichen Tage stattfindenden Iahres- versammlung die Mitglteder des Vereins der württem- bergischen Gemeinde: und Korporations-Beamten unter Vorantritt der Militär-Mufrk von Weingarten im Schloßhofe, um Sr. Majestät dem König ihre Huldigun en darzubringen. Ihre Majestäten, _umgeben _vyn den ier anwesenden Mitgliedern der Könrgbchen Famrlre und dem Gefolge, erwarteten den ug vor der m den Srhlqßhof mün: denden Glukogalerie des “chloßgartens. Der Konrg emp ng die Vermmmlung mit einer Ansprache, worauf der or- fißende Stadtschultheiß und Landtagß-Ahgeordnete ngtranft von Freudenstadt den ehrfurchtsvollen Dank des Verems aussprack) und mit einem begeistert aufgenommenen__ Hoch auf Ihre Majestäten schloß. Nachdem Ihre Majeftaten, unter die Versammelten tretend, Sich viele derselben hatten vorstellen lassen, zogen Höchstdieselben Sick) zurück, während die Beamten der Einladung zur Befichtigung des Schloß- artens folgten. Nach auf ehobener Zoftafel begaben
ich Ihre Königlichen Ho eiten der rinz und die Prinzessin Wilhelm in Begleitung einiger Damen und Herren des Hofes in den Garten des Kur- auses, woselhft ein Mittagessen des Vereins stattgefunden atte. Hdchstdieselhen bewegten Sich in huldvoller Unter- alxung unter den Gemeindebeamten, in deren Mitte der rmz noch längere Zeit verweilte, nachdem Seine Hohe Ge- mahlm den Garten verlaffen hatte. Als Se. Königliche
o it Sich zurückzog, verlieh Stadtschultheiß Hartranft in f?rxr Rede dem tiefempfundenen Dank für die dem Verein 1: Theil gewordene Ehre Ausdruck some den _Gefühlen treuer &nhänglichkeit an das Königshaus,_ welche tn dem vpn den Anwesenden hierauf angefiimmten Ltede „Prersend mlt mel schönen Reden“ Widerhall fanden.
Sachsen - Meiningen.
Meiningen, 10. August. Nach erfolgter beiperseitiaer Ratifikation ist der zwischen der hiefigen und _yreußtschen Re- gierung unterm 24. Oktober 1). I. _abgeschlonene Staats- vertrag, betreffend den Bau erner Eisenbahn von Zei nach Camburg, gestern amtlich verkündet wor en.
Reuß i. L.
Gera, 10. August. Das neue Steuergeseß, mit welchem die Selbsteinschäßung verbunden in, ist, wie der „Weim. Ztg.“ mitgetheilt wird, nunmehr publizirt worden und gelang! bereits bei der demnächstigen Veranlagung zur Einkommensteuer für 1891 zur Anwendung.
Helgoland.
Helgoland, 11. August. Der Staatssekretär des Innern, Staats-Minister Dr. von Boetticher nebst (He- mahlin und der Geheime Legaxions-Nath Lindau sind heute Nachmittag 3 Uhr mit dem Aviw „Pfeü“ von hier abgereist. Das M_anöver=©eschwader hat mit den Avisos und der Torpedofiottiae in der vergangenen Nacht die Küste von Zelgoland wieder verlaffen.__ _Die zurückgelassene deutsche
ache besteht aus 1 Unteromzter und 10 Matrosen.
Großbritannien und Irland.
London, 12. August. Ihre Majestät die Königin besichtigte, wie „W. T. V.“ meldet, gestern an Bord der „Alberta“ das auf der Rhede von CoweH angekommene österreichisch - ungarische _E-volutionés : Geschwader. Erzherzog Stephan und die Offiziere des Geschwaders folgten einer Einladung nach Schloß Osborne, wo ihnen zu Ehren ein Festmahl stattsand.
Im Oberhause legte gestern der Marquis von Salishurr) das _ englisch-sranzösische Abkommen Betreffs der re1 ektiven _Interessen:Sphären in Afrika vor und e lärte: Erstens sokle das Abkommen nur die Zweideutigkeit in der Stellung Englands zu Sansibar und Frankreich?- zu Madagaskar be- s eitigen; praktisch habe das Abkommen in dieser Beziehung nicht viel Wirkung. Zweitens sei es erwünscht gewesen, Angesichts der movernen Lehre von dem Rechte auf das Hinterland, welche Frankreich gewisser- maßen berechtigte, südlich seiner mittelländifchen Besitzungen soweit vorzudringen, als ihm hekiebte, eine Grenzlinie zu ziehen, sowie die Aktionssphäre Frankreichs und der Niger:Compagnie zu trennen; der leßteren soUe hei FeststeÜung der Details S () ko lo zuerkannt werden. Durch Noten- austausth hätten Frankreich und England anerkannt, daß das Abkommen keinerlei Rechte der Türkeians dieLänder südlich von Tripolis berühre. In Betreff der englisch- französischen Beziehungen und Einfluß1phären in anderen Theilen von Afrika werde eine gemischte Kommission im Herbst verhandeln, nher zu ihren BS schlüssen sei beiderseitige Zustimmung errorderlich. In der Sitzung des Unterhauses am Sonnabend wurden zuvörderst verschiedene Posten des Armeehudgets genehmigt. An- läßlich des für das Auswärtige Amt gefo rderten Credits erbat sich M. Fergusson Auskunft über verschiedene Punkte im Zusammenhange mit auswärtigen Angelegenheiten und unterzog sodann das afrikanische Abkqmmen mit Deutschland einer eingehenden und zumeist absäÜigen Kritik. Samuel Smith tadelte die Anerkennung der tran- zöfischen Oberhoheit über Madagaskar und drückte die Hoffnung aus, England werde *Ich sein Einmi1chungsrecht vor- behalten, um Ungerechtigkeiten gegen die Bev ölkerung der Insel oder Behelligung der englischen Mijfionare zu_verhindern. Nachdem noch andere Abgeordnete fich über den1e15en Gegenstand ge- äußert, ersuchte der Unter-Staatssekretßjr xür auswärtige An- gelegenheiten, Sir James Ferguswn die Debatte nicht weiter fortzusetzen, da das englisch:franzörsche Abkomnzen mit Bezug auf Afrika nicht vor nächstem Montag veröffentlicht werden könnte und es nichts nütze, ein imaginäre?» Abkommen zu erörtern. Die Debatte wurde sodann bis Montag vertagt.
In der Kaserne des Train-Corps in Chatham wurde gestern durch unzufriedene Soldaten eine Anzahl Pferdegeschirre und Sattelzeug vernichtet. Die Mannschaft beklagt fich über den Sonntaqsdienft. In olge einer in der vorigen Woche bei dem Corps vorgefa enen Meuterei sind zwei Unteroffiziere entlassen und einer verhaftet worden. Zur Aufrechthaltung der Ordnung find Truppen konfignirt.
Frankreich.
Paris, 11. August. Wie der „Temps? vernimmt, haben die hier versammelten General: Komuln der Ver- einigten Stanten ihre Berathungen über die Mac Kinley-Bill beendet und beschlhffen, bei Anwendun _der- Helden Milderungen anzuempse len. Minister tb_ot oll dhiervon durch den Gesandten hitelaw-Reid verständtgt wer en.
Wie verschiedene Blätter melden, überreichte der hiefige patriotische Armenierverein dem Minister des Aeußern Ribot eine Petition, in welcher die franZöfische Regrerung aufgefordert wird, sie möge Angesichts der age in Armemen bei der Pforte die Durchführung des Artikels 61_ des B erliner Vertrages (Einführung von Amelioranonen und Reformen in den von Armeniern bewohnten Provrnzen)
veranlassen. ."? Türkei..
Konstantinopel, 12. August. Der „A ence de Cyn- stantinople“ zufolge hat die Regierung die utesarrrfs von IEmid und Biledjik, an deren Amtsfißen die betm Bau der anatolischen Bahnen Angestellten striken, abges est. Zur AbstreifunH des Gebiets find weitere 2 Escadronstabgejandt worden. Der audirektor Kapusen, dessen Entführung Sertens der Ausständisthen angedroht worden war, ist gestern unbeheürgt zurückgekehrt.
Griechenland.
Athen, 11. Auguß. (W. T, B.) _ Zum Kriegs-
Minifter rst Tsanca o, zum Unterrrcht§=Mrnifter
Canacaris ernaan Das Kabinet ist nunmehr wieder vollzählig. “ Bulgarien. _
Sofia, 12. Augufr (W. T. V.) Die Minister Stambulow, Schiwkmp und Tontschew find _geftem hierher zurückgekehrt und rersen heute zur Begegnung mrt dem Prinzen Ferdinand nach Wrddin ab. Von dort begiebt fich der Prinz nach dem Lager von_ Kula zur Truppen- iCt1srf)_1'c7_,irung. Hierauf erfolgt die Abrerse des Prinzen nach so .
Amerika.
Argentinien. Buenos-Aires, 11.August.(W.T.B.) Die Zreudenkundgebungen anläßlich des Sturzes ])r. elman's endeten heute mit Maffenversammlungen zu Ehren des Präfidenten der Uni- n civica, Or. _Alem, an denen sich etwa 60000 Personen betheiöigten. Dre _Straßen der Stadt waren beflaggt, es wurden zahlreiche patrrotische Reden gehalten. Für die künftige Präsidentenwahl wurde Mitré als Kandidat aUSJerufen.
AftikÜ-a
TranSUaal.(A.C.)Inder Resolutiondes VolkSraads, welche den Swazilandvertrag mit Großbritannien genehmigt, wird das Bedauern UUSgesprochen, daß Groß- britannien die Ansprüche des TranSvaals auf Swaziland nicht anerkannt habe, jedoch zugegeben, d_aß es wünschenswerth sei, daß das TranSvaal 1reundschaftlrche Beziehungen zu Groß- britannien unterhalte. Leßtere Macht werde hoffentlich ihre Versprechungen erfüllen und die Ansprüche TranSvaals in Wiedererwänung ziehen, xobald die jeZige Regierung fest begründet sei. Die Resolution betrachtet den ertrag als zeitweilige Maß- regel, wodurch die Rrchte der südafrikanischen Republik auf das Gebiet an der östlichen Grenze nicht berührt würden, und betont ausdrücklich, daß das TranSvaal fich in keine Streitig- keiten einmischen moÜe, welche zwischen Großbritannien und anderen Mächten bezüglich des über die Nord- und Nordwest- grenze hinaus liegenden Gebietes entstehen könnten. Die Resolution fordert die Regierung schließlich auf, mit Groß- britannien Verhandlungen anzuknüpfen, um gewisse Stücke Land, welche außerhalb der jeßigen Grenze liegen, dem Trans- vaal einzuverleiben.
x. Internationaler medizinischer Kongreß.
Die medizinifch- wissenschaftlicbe Auéstellung i| gestern Mittag mit Ansprackyen des Gehrimen Medizinal-Rajbs, Professor Dr Virchow geschlossen worden. Der Gelehrte dankte den Außsteüern und vor Allrn mit warmen Worten dem Direktor der Schau, Kommerzien-Rath Törffel, der mit großer Sachkenntniß die Geschäfte eeleitrt hatte. Er verwirs 1odan„n auf ein Mißverständnkß des bisherigen Gencral-Sekretärs ])1'. Lunar, der unbegründet den Gedanken einer Verlängerung der Ausstellung auSgcsprocben, und
“schloß endlich mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser.
Sowohl in der Maschinenhakle wie auch im großen Ausstellungs- gebäude wurde alsdann dem Geheimen Medizinal-Rath Virchow Dank und Anerkennung ausgesprochen.
Statistik und Volkswirthschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
In Herne fand am Srnntag eine von ca. 270 Bergleuten besuchte Versammlung der Zahlstelle Herne des alten Verg- arbeiterverbandes statt, welcbe fich mit der Grünrung eines KonsumVereins, mit VerbandSangelegenheiten 2c. h_eschäfttgte. In Bezug auf ersteren Punkt beantroortete das Mitglied des Cen1ral- Vorstandes Jos. Schröter die Frage, was die Veranlassung gegeben habe, solche Vereine ins Leben zu rufen, dahin, daß den Leuten _im vorigen Jahre, als der Strike auéhrach, der Kredit verkreigertwyrden rei; sodann sei man sicher vor Waarenfälschungen und xnatx bekomme die Waare be- deutend billiger. Den Verdienst, den die Eevckäxtsleute hätten, könne man auch selbst einheimsen. Jedes Mitglied_des Konsumvereins hat 3 „ii EinsÖreibegeld unh 50 „76 zum Betriebskapikal zu zahlen, leßtere Summe in monatltchen Raten. Am 17. d. M findet in dieser An- gelegenheit in (Gels enkirchen eine Generalversammlung statt; hierzu wurden zn*ei Deputirte gewählt. _ In Bezug auf den zweiten Punkt äFerte sich neben dem vorgenannten Sprecher ein zweites ;itglied_ res Central-Vorstandes, Joh. Meier; seine Ausführungen gipfelten nach einem Bericht der „Rh-Weftf. Ztg.“ darin, daß das einzige Heil der Bergarbeiter in dem alten Verband zu suchen _sei und daß fich deshalb möglichst alle Bergleute in den- selben aufnehtnrn laffxn müßten. Ob1chon die Anwesenden den Sprechern Beirgkl klatnhten, schienen dieselben dock) _ihrem Rathe be- züglich der Aufnahme in den Verband nur sehr wärlick) Folge zu leisten, denn, bei Erledigung der Punkte „Aufnahme neuer Mitglieder und Zahlung der Beiträge“ batte, wie das genannte Blatt bemerkt, die Mehrzahl den Sau] verlaffen.
Jn Eschweiler fand gleichfalls am Sonntag eine außerordent- liche Generalversammlung der dortigen Bergarbeiter statt, zu welcher zrvei aus der Bergarbeiter-Bewegung im Rubrkoblcngebiet be- kannte frühere Bergleute Frielingbauß, Redacteur des neuen Berg- arbeiterblattes, und Brodam aus Geltenkirchen erschienen war-n, um die Bergleute für die Beschickung des Bergarbeitertagés in Falle zu gewinnen und Propaganda für die „Bergarbeiter-
eitung' zu machen. Die beiden Redner aus Gelsenkirchen schilderten, wie die Bergleute im dort! en Revier _ficb _ orga- nisirt hätten, und empfahlen dieses- den ergleuten tn E1chWeiler zur Nachahmung. Mindestens über ganz Deutjchland mußte ßck) ein allgemeiner Bergarbeiterverband erstrecken, dann könne man auch etwgs erreichen. Der deutsche Bergarbeiterverband zähle im rheini1ch-westfälischen Koblengebiete bereits 33000 Mit- glieder, und der Bergarbeitertag in HaUe_ Werde ewi noch wesentlich zur Hebung des Verbandes beitragen. ot wendig sei die Gründung von freien Unterstüßungskassen und von Konsumgenossenschaffen, dann könne man nötbigxnfallßden Kampf mit “dem Kapital aufnehmen. Sie women aUndm S_ketneu Streit, sondern den Frieden, aber fie wollten fick; nicht jeden elrebigm Lohn diktiren (affen. Die Industrie fange an zu flauey,_ und dann werde man gewiß versuchen, die im vorigen Jahre bewrllr ten Lohn- erhöhungen rückgängig zu machen. Diese Ausfuhrungen anden der ,Rb.-W. Ztg.“ zufolge vielen Beifall und man be!chloß,_ den Dele- girtentag in Halle durch einen, resp. wenn kas Geld retcbt, dnrch zwei Vertreter zu beschicken. Die Versammlung war von etwas uber 200 Bergleuten besucht und sehr amrmrt. _ Am Morgen des Tages hatte in Höngen gleichfalls eme Versaxnmlnng stattgefunden; auch dort Wurde ein Delegirter für Halle gewahlt.
Aus HamburL wird der .Nat.-Ztg.“ _unter dem 10. d. M, geschrieben: Der Strike der hiesigen Ztmmer_er, Fabrik- arbeiter, Ewerführer u. s._w. tft so gut wre verloren, troydem die Führer der _Soztaldemokratie ihn zur Partei- sache erklärt und alle Mittel in Beiyegung esetzt haben, um die Strikenden pekuniär zu unterstu en. _ eßtere gebrauchen pro Woche mindestens 20000 «_ nterstußung, und diese Summe kommt bei Weitem m(ht em. Bis je t csmd bei der Redaktion des .Ecbo', der Central-Sammelste e, rca 50000 „44 von auswärts eingelaufen; eine ebenso große Summe
haben die Haar nrJer Arbeiter auf ebracbt, sodaß im Ganzen bis jekt etwa 1 9 Jan Der
00000 *_ zur Verfügml den. Strike dauert aber bereits drei Montur, und es läßt fich daher denken, das; die Noiblage unter den Strikevden eine große ist. Von einem wirklichen Strike kann eigentlich keine Rede mehr sem, denn alle Arbeitsstellen find schon seit langer Zeit besetzt. Die Berbegung nahm vor vielen Wochen, wie bekannt. dadurch ihren Anfang, daß die Zimmerer und Maurer_ zugleich mit einer Lohnerhöhung eine Verkürzung der Arbeüßznt durcbseßen wollten; andere Gewerkschaften. wie 'die der anüh-er folgten. Den Arbeitgebern gelang es bald, da die LobnsäYe in Ham- burg recht hoch waren, Arbeitskräfje von auswärts eranxuscbaffen, die für die von den Arbeitgebern bewilligten Löhne sebr gern arbeiteten. Angesichts des herausfordernden Benehmens einzelner Gewerkschaften verlangten nun die Arbeitgeber, daß die Arbeiter aus den Fachvereinen, Welche die Stützpunkte der Lohnbewegung waren. austreten sollten. Die Arbeiter weigerten sich zum Theil, und es kam zu einer großen Aussperrung. Nach einigen Wochen unter- schrieben bereits Schaaren von Arbeitern den Revers, und heute liegt die Sache so, daß der Sieg auf der ganzen Linie entkckxieden ist DieArbeiter haben aufihreFord-erungen überall verzichtet und find auch zum Theil aus den Fachvereinen außgc- schieden. Es unterliegt keinem Zulcirel, daß die Lohnbewegung der Arbeiter bier für längere Zeit stark eingedämmt ist.
In Magdebnrg hielt in einrr vom OrtSverein Neustadx der Deutschen Sch_ubmacker und Lederarbeiter einberurenen Gewerkvereins-Ver7ammlung, welche aus Neu!":"adt und Magdeburg ut besucht war, der Redactrur kes .Lederarbeiter', L Winter aus Berlin, einen Vortrag übrr den .Achtstunden-Arbeitstaa und die Lobnbewegung'. Ter Redner kam, wie wir der .Magxeb. Ztg.“ entnehmen, zu dem SOLUH, daß die Einführung emes achtstündigrn Arbeitsta es für jetzt als unmöglich zu be- eicbnen „ ski -_ daß (1 er für eine Verkürzung der jeßigen
rbeitszett, dre oft noch 12 und 14 Stunden betrage, eingetreten werden müsse _ und _fich für Yen Fabrikbetrieb eine neunüündige, für den Hausbetrreb eme zehmtündige Arbeitszeit empfehle. Was die gegenwartige Lohnbeweguna betreffe, so könne man der- selben eine Berecbtjgung nicbt absprechen; man müffe aber in besonnener und möglichst in friedliche); Weise vorgehen, ohne es an der nötbigen Energte fehlen zu_ lanen._ Um dies ermöglichen zu können, habe der_GWerkverein 1eine Kanen errichtet ..... Zu be- dauern sei, daß ern großer Theil der deutsCben Arbeiter das Nüßlicbe dieser Einrichtungen nicht einsehe und s1_ch den Gewerkvercinen feind- lichen, radikalenOrgani1ationen, wie die jozialkemokratiscb-fachvereins- lerische es sei, zuwwde.
Wie „W. T. B.“ aus Cardiff berichtet, haben die Eisen- bahn -Direktoren nach längerer Berathung die ermäßigten For- derungen der Strikenden abgelehnt; die Leßteren haben be- schloffen, keine weiteren Zugeständniffe zu machen. _
In Malaga wurde gestern, einem Wolff'chen Telegramm zu- folge, eine Schaar strikender Weiber durch die Bürgeraarde auseinander gebracht.
Aus New-York theilt ein Telegramm des „W. T. B.“ mit, daß die Heizer der Hudson-River-Strecke von der_New- York-Central-Railway sicb den Strikenden ange1chloffen haben. An 1000 Polizisten find auf der nördlichen Haupt- strecke aufgestellt, um etwaige VersuÖe der Ausständigen, den Verkehr zu unterbrechen, zu Verhindern. Den Weg nach Dewitt in der Nähe vcn Syracuse_baken die Strikenden blockirt. Die Direktoren der Bahn haben b1s_ _jxyt aUe Vcr1chläge zu einer schiedSrichterlichcn Beilegung zuruckgewte1en.
Kunst und Wissenschaft.
Gestern Nachmittag fand in Wien, wie_,W. T. B.“ be- richtet, unter allgemeinster Tbeilnahme der Bevölkerung das feierliche Leichenbegängniß Eduarp von Bauernfeld'sxstatt. Die Leiche wurde in der Stephanskrrche emgejegnet; wo sich unter den Trauergästen u, ?_l. der Minister von (Gautsxb, der Bürgermeister Prix, der Vize-Prafident des Herrenhauses Fürst Czartorvski und der General-Jntendant der Schauspiele Freiherr von Bezecny befangen. Am (Grabe sprachen der Direktor des Burgtheaters 1)r. Burckhard und der Präsident der .Concordta', Professor Wachanek. Mit Bauernfeld starb der Nestor der deutschen Tbeaterdichter. Er war gehoren am 13. Januar 1802 zu Wien und widmete fich ur- sprüngltch dem Studinm der Rechte, zog fich aber, nachdem er bis zum Jahre _1848 dcur ö!terreichischen Staatsdienst angehört hatte, von seiner gmtltchen_ _Bejcbäftigung zurück und widmete sich anz der litterarncben Thaxtgkeit. Die Anzahl seiner dramatischen Ar eiten ist eine außerordentltcb große, viele davon, wie z. B. „Bürgerlich und Romanti1ch', haben fich auf dem Repertoire unserer Bühnen be- hauptet. Noch bis n] seine_leßten Tage binein_war Bauernfeld mit dichterrschen Entwürfen be1chärtigt. Das künxtige Erträgniß seiner Stücke vermachte er der_n Wiener Zweigverein der SchiÜer-Stiftung, seine gesammten Manuxkripte dem Wiener Stadtarchiv.
_ Der „Klassische Bilderscbaß' (herausgegeben von F. von Reber und Ad._BayerSdorfer; Verla Hanstalt für Kunst und Wiffenschaft, vorm. Friedr. Bruckmann in ü:.chen) enthält auch in seinen neuesten_LreferunLen eine Anzahl selten oder noch Zar nicbt durcb Bermelfaltigung ekannter Meisterwerke aus der Blütbezeit der Malern. So bringt die Nr. 20 2. Jahrgangs das Fresko-Gemälde von Grotto 111 San ranceöco zu Asfifi, den Tod des Edlen von Celano _daxstellcnd, erner die „Bestattung Mariae" von Viktor: Carpaccto m der Galerie zu Ferrara. Ein Glanzstück der Nummer sind die „Regenten des Elisabeth-Hospitals in Harlem“ von Frans Hals (aus Yem_ dorttgen Stadthause), denen fich das marfige charaktervolle Portrat emes vornehmen Mannes von Rubens aus der Eremita _e in St. Petersburg anreiht. (Eine köstliche ländliche Jdille ist arel d_u Jardzn's Bild ._Vieh auf der Weide“ aus dem Louvre zu Paris, em ltebltcbes Genrebrld das_.Concert' von Gerhard Terburg ebendort. Aus der 21. Lieferung verdient besondere Hervorbebung der ,Parnaß' von _Andrea Mantegna, ein Bild, das ebenfans zu den herrlichsten Schuhen deS_Louvre gehört. Die FreSco-Malerei ist darin vertreten durch des Ftesole „Verkündigung Mariae“ im Museum von San Marco zu Flormz und Me jener kraftstroßenden Männergestalten uYer den_ Pfetlern an der Decke der Sistina zu Rom. Sehr inter- enant tft das 1prechend lebenßoolle Bildniß eines würdigen alten Wundarztes ,_ v_on Nicolaus Neufchatel (in der Galerie zu Darmstaxt). Er_n nbönes Beispiel alter Freilichtmalerei bietet der _Hof emes_ banndtscben Hauses von Pikter de Hooch (in der Nattonal=Galertezu London). Das [este Blatt endlich reproduzirt den sogenannten „Ionen: (19 auto“, eine elegante musikalische Gesellschaft tm reren, von dem ranzosen Pater, einem Vorgänger Watteau's. In nbetracbt der ülle schöner und kunstgescbichtlick) wertbvoller Bilder, welche der .Klasfische Bilderscbay' in meist vorzüglich ge: lungenen, direkt nach den Originalen angeführten Nachbildungen für den _medrigen Preis von 50,3 (für 6 Blätter in groß 40) bietet, verdten_t das Unternehmen tn der That die Beachtung aller kunst- freundltcben Kreise.
Sanitäts-, Veterinär- und Quarantäuewesen.
Der GesundbeitSzustand in Berlin war in der Woche v_om 27. Juli hrs 2. August, wenn man von der esteigerten Sterb- ltchkeit der_ klemen Kmder an den Sommerdiarrßöen absieht, ein günstiger; dte Gesammtsterblicbkeit war jedoch eine größere als in der Vorwoche (vonje1000 Einwohnern starben, aufs Jahr berechnet, 25.1). In Folge der anhaltend beißen Temperatur, die in der Berichts- vwche vorberrscbte, kamen akute Darmkrankheiten in ngZer Zahl zym _Vorschem und endeten in 192 Fällen (gegen 139 der orwvcbe) todtltcb. Der Antheil des Säuglingöalters an der Sterblichkeit war ein gesteigertxr, von je 10(00 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, 120 Sauglinge. Akute Entzündungen der“ Athmungß- organe wurden weniger beobachtet, aucb blieb die Zahl der durch fie gestorbenen Personen eine kleine. _ Das Vorkommen der Infek- twnskrankheiten blteb ein beschränktes. Erkrankungen an Masern
wurden nur noch 91 jut Anzeige gebracht und traten nur in Moabit
häufiger zu Ta e. Auch Erkrarkungen an Diphtherie zeigten sich in Moabit am zu lreichften. Erkrankeren an Scharlach und an Unter- leibstypbvs kamen nur wenka: zur eldung; deLgleicben blieben auch Erkrankungen an Kmdbettfieber selten und wurden auch nur wenige Erkrankungen an rosmartigen Entzündungen des Zellengewebes der Haut beobachtet. Zablreick) waren noch immer Erkrankungen an Keuch- husten. doch blieb der Verlauf überwiegend _ein milder. Rheumatische Beschwerden aller Art zeigten im Yerglncb zur vorhergegangenen Woche keine wesentliche Veränderung in ihrem Vorkommen
Der bulgarische SanitätSratb hat für_ die Häsen von Burgas. Varna und Baltscbik eine fünftagige Quaran- täne gegen Provenienzen aus Mekka und Djedoab an- geordnet, wofern dieselben in den türkischen Hasen einer ärztlichen Beobachtung noch nicht unterzogen wären.
Dänemark. _ _
Durch Bekannrmacbung des Königlich dänijcben Minineriums für Island vom 2. Juli 1890 find in Folge des Auftretens der Cholera in Spanien_ die' gesetzlichen Besttmmungen über die gesund- heitsvrlizeilicbe Untersuchung gegenüber den aus den svaniscben Mittel: meerbäfen in Island axkommenden Schiffen in Kraft gejeßt worden, Gleichzeitig ist die Einfuhr von gebrauchter Leinewand, gebrauchten Kleidungsstücken, gehtauebtem Bettzeug (soweix diere Gegenstände nirht zum Reisegut ron Paffagieren gehören), ferner von LumVen, gebrauchter Watte, Kcaywolle, PapierabfäÜen, Haaren und FeÜen aus dcn bezeichneten Häxen verboten worden. W M
!“Haudel undZGelverbe;
Berlin, 10. August. (Wollbericbt des Ctrbl. f. d. Textil- Jnd) In dem Gange des Geschäfts ist in den leßten acht Tagen eine Veränderung nicht hervorgetreten. Wie bisher waren es in- ländische Fabrikanten, Welche am Plaße antvrsend und auf Yen Lägern xhälig waren. Der Bedgrf unserer laufißer, _märki!chen und 1ächfischen Fabrikanten ist 1elhft bei stillem Ge]chäst§gang und un- günstiger Konjxmktur ein derartig bedeutender geworden, daß hie Be- stände an deutjcben WoUen knapp ayßreichen, um der Nachfrage zu genügen, und da die meisten Konsumenten Wenig mehr als ihren dringendsten_Bedarf decken, so bleibt der Abzug vom hiefigen Lager ein regelmäßiger._ _Von den Tsrminmärkten meldet man tägliéh höhere Preise, und dée sene Tendenz, die fich dort geltend macht, giebt dem effektiven Geschäft einen starken Rückhalt. _
_ Zwiycben dem rheinisch - wenfälischen Robei! en - Verbany und dem westfälischen Kokssyndikat hat, wie die .Rh.=We1tf. Ztg." mittheilt, am 11. August zu Bochum eine längere Besprechung stattgefunden, welche das erfreuliche Ergebniß einer al11eitigen Uebereinstimmung über den Kokspreis gehabt hat _ _Dreßden, 12. August. (W. T. B.) Die Aktien des _Zell- stofs-Vereins_, welche am 14. und 15. d. M. zum Cours? von 123 9/0 zur Subykriytion gelangen, wurden heute zu 128,50 lebhaft gehandelt.
Leipzig, 11 August. (W. T. V.) Kammzug-Termjrm handel. La Plaxa. Grundmuster 13, px August 4,90 «FQ, rr September 4,92xezé, vr. Oktober 4,92Y „Fs, yr. November 4,92z „;(-„, vr. Dezember 4,87? „)x, pr. Januar 4,80 „46, pr Februar 4,75 „4, vr. _März 4,75 „sé, V". April 4,70 „E, pr. Mai 4,70 .“, _ Umjaß 225 000 kg. Fesx
London, 11. August. (W,T.B.) An ker Küste 6 Weizen- ladungen angeboten. _
London, 12. August. (W. T. B) Nach einer Meldun des .Reuter'1chen BureauS' aus Buenos Aires von gestern so die beahfichtigte AuSgabe von 100 Millionen Dollars Papier- 9 eld, wie folgt. vertbeilt werden: 30 Millionen für die National- bank, _20 Millionen für die Regierung, 20 MiUionen für die Muniztpalität, 30 Millionen für die Hypothekenbank. Wie verlauxet, würde Celman i_n aUemächster Zeit nach Europa abreisen. Die finanzielle Lage benert fich Schritt für Schrirt.
GlaSJow, 11. August. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Robet_sen hetrugen in der vorigen Woche 11410 Tons gegen 7434 Tons tn der1elben Woche des vorigen Jahres.
Bradfrzrd, 11. August. (W. T. B.) Wofle sehr ruhig, Croßbreds fe1t,'für _Mohairwokle befferer Begebr, für Garne kleine Exportordres, Stoffe ruhig.
_New-York,11.August. (W.T.B.) Visible Supply an Wersen 18490000 Bushels, do. an Mais 11103 000 Bushels.
Submissionen im Auölaude.
1. Griechenland.
2. September. Athen. Ministerium des Innern: Belag yon
12 eisernen Brücken. Gewicht: 477 815 kg. Kaution: 8000 Drachmen. 11. Serbien.
13. Dezember. Belgrad. Stadtverwaltung: WettbeWerb in der AUSarbeitung von Plänen für Volks1chulen. 2 Prerse von 1600 bezw. 600 Fr.
Näheres an Ort und Stelle.
Verkehrs - Anstalten.
Lau_t telegraphischer Meldung aus Köln (Rhein) ist die 1. englrsche Post vorn 11. Morgens ausgeblieben; Grund: Zugverspätung auf belgncher Serre m Fokge verspäteter Lan- dung des Schtffs.
_ Wegen Unterbrechung der_SÜh? preßzug - Verbindung nach Liffabon in Folge der an der lpaniyé-vortugiefiscben Grenze be- stehenden Quarantäne-Maßregeln legen die von England nach Cap- land und Natal fahrenden Schiffe der Union- und Castle-Linien bis auf Weiteres nicht mehr in Liffabon an.
In _;Folße deffen werden die Brießxndungen nacb Süd-A frika fortan 1": er England geleitet, un? münen dieselben einen Tag früher als btsher, von Berlin also spatestens am Mittwoch mit Zug 9,21 Abendr, zur Absendnng gelangen._ _
_ Wie aus München mrtaethetlt wird, gelangte in der am 8/9. August 1890 unxer rem _Vorfiß des Regierungs-Direktors von Böhm abgehaltenen 24. Stßung des bayerischen Eisen babnratbes der Entwurf der Winter-Fabrordnung 1890/91 zur Berathung und Feststellung.
___Außerdem wurde no_ch über folgende Tariffragen Verhandlung gev ogen:
1) Die Zusammenstelxung _der_mit ministerieller Genehmigung in der Zett vom 15, Marz bis emscbließlicb 30. Juni 1890 ein- geführten und aufgehobenen Außnalxmetarifc diente ur Kenntniß.
2) Der Eisenbabnrajb jpncbt fich einihtimmig dahin aps, daß Getreidelagexbaqsern, deren Befißer Eigmbandel treiben, dre Reexpeditionsbegunsttgung &rundsä lich zu verweigern sei. Die voclie enden Gesuche auf mbezie ung zweier Getreidelager- häuser in egenshurg und Landshut in das begünstigte Reexpeditions:
“verfahren für die internationalen Import: und Tranfit-Tarife werden
mit überwiegender Majorität nicbt gutgeheißen.
3) Die Beibebgltnng _der ermaßigten Mais-vaort-Tarife bis auf Weiteres wird exnstrmmrg _begutacbtet.
4)_ Der Eisenhahnrath spricht fi_ch einstimmig für die Beibehaltung der_ sertberigen erxnaßrgten _Tartfe tm rbeiniscb-westfäliscb-bayerischen Guterverkebr, speziell fur die Artikel Holz, Bier und Eisen aus.
5) Zur Frage, ob und in welcher orm eine anderweitige Tarifirung des Artrkexs Rzmd- und _Schnitt olz geboten sei, wurden folgende Anträge einstttnmtg gutgebnßen:
&. Es_sei erforderlich, der heftebenden Klassifikation für Holz des Spexialtanfs 111 e_tne anderweittge Faffung in der Richtung zu geben, daß tn Hinkunft dre Jnansprucbnczbme des Spezialtarifs 111 für das- jenige Rundholz. welches Ücb sxtnem Werthe und seiner Beschaffen- bett nach ebensowtxbl du Süßekmwecken als für die CeUulose=Fabri- kation ergne, verbutet_ werde. In diesem Zweck wäre für das Holz des Spezialtarifs_111 eme entsprechende Beschränkung in der Dimenswn mcbt blos der Lanze, sondern auch der Stärke nacb festzuseßen.
11. Es sei für das Rundholz des Spezialtarifs 111 eine Ma 'mal- dimmßon von 2,5 m rücksicbtljcb der Länge und von 0,2111 rü chtlicb der Stärke am Ablaffe festzuveßen. _ _
c:. Es sei in diesem Fall ein Sptelraum von 59/0 in DM!) der in einen Wagen zur Verladung kommenden „Roller' (aus der Zahl von ,Rollern' gleicher Längendimenfion ermittelt) zuzulaffen, wobei Rundlinge unter 10 em außer Betracht bletben sollen.
Hamburg, 11. August. (W. T. B.) Der Postdampfer „Saxonia' der Hauzburg-Amerikanischen Packetf_ahrt- Aktienaesellscbaft in, von Hamburg kommend, gestern m St. Thomas eingetroffen. _ _
-- 12. Auaust. Der Postdampser ._Rugta' Yer aux: burg-Amerikaniscben Packetrakrt-UkttengUell (hast hat, von New-York kommend, gestern 5 Uhr Nachmrttags Scrlly pas rt. _
fiLondon, 11. August_. (W. T. _B.) Der Union-Dampser .Anglian“ ist heute nur der Ausrede in Capetown, der Union- Dampfer .Svartan“ auf der Heimreise in Southamytqn und der Union-Damvfer .Athenian“_auf der Außrene tn Lissabon angekommen.
Theater und Musik.
Lessing-Theater. _
Das Repertoire für die ersten fünf YorsteUungen ist in folgender Weise festgesteÜt: Sonnabend, 16, Augun: Zum errtén Male: „Ein Volksseink“. Schausviel in 5 Akten von Henrxk IbJLn. Sonntag, 17. August: „Ein Volkaeind'. Montag, 18. Aurn't: ,Die Ehre“. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Diemtag, 19. August: „Ein Volksfeind'. Mittwoch 20. Auguxt: .Der F;:[l Clémenceau“. Schauspiel in 5 Akten von A. Dumas nnd A. d'ArtoiZ. Die Tageskasse des Lesfing-Theaters in bereits von Donnerstag, 14. August, ab in den Stunden von 10 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Mittags zum Vorverkaufe von BiÜets zu den angekündigten VorneÜungen geöffnet. '
Victoria-Theater. __
Daß Victoria-Theater begeht am Ykittwocb, 13. Augxnt ei_n Erinnerungßfest. Vor Jahresfrist f.:nd an diesem Tage die ertte Aur- führung von „Stanley in Afrika“ Katt, rar“- Ech bisher ohne jed- wede Unterbrechung auf dem Reperw'xre erhalten hat und gerade jetzt in den letzten Wochen eine ganz Ungewöhnliche Zugkraft außüht. Zu dieser 358. Vorsteüung _ die in Wahrheit Cine Juheüeier genannt werden kann _ treten auch Direktor LiraFÉh als Stanley und Jenny Heese als Leila wieder auf. Im Hamhnrgsr CentralhaÜen-Tbeater hat das Ausstattungsftück_am vorigen Sonnabend gleichfalls einen großen und ungetheilten Errolg errungen. _
FriedriÖ-Wilbelmstadti1(hes Theater. _
Aus rem reichen Schutze _kleiner Oheretren, welche die Auf- führungen dcs neuen pantomimi1chén Divertrffemean .Die Puppen- fee' begleiten werden, 15th die Direktion zunächst Suppé's „Yen- fionat' in Scene gehen. Das reizende Werk des Wiener Altmeister?- bat seit mehr als einem Dexmninm Das Lamvenlicbt der Berliner Operrttenhühne nickyt mehr_erblickt und d:"zrfte „für einen großen Theil unserer heutigen Theaterbexuäocr eine vollständige Novitär sein.
Kroll's Theater.
Hr. van Dyck, der unübertrrffliÖe Tarsieklrr und Sänger des Faust, kik: auch gestern in der zweiten Aufführung der Oper „Mar- garethe' das zahlreich erschirnene Publikam zu enthusrastiscben Beifalls- hezeugungen hm. Frl. Ek (GrrtÖen) u_nd Hr Riechmann7Msphisfch trugen, was Spiel und Gesang betrifft, gleichfa*1§ nach Kräften zum Gelingen des Ganzen bei, es wurden diere drei Paartdarsteller durch mehrmaligen Hervorrar a_usgezeichnet. Die übrigen RoUen he- fanden sich wiekerum in den benen Händen. Chor und Orchester ver- dienen nccb ganz besonders lobende Anerkennung. _ Heute. beginnt Miß Marguerite Macintvre vom Convent arden-Theater in London ihr Gastwiel mit der Leonore in Verdi's ,' roubadour“.
dolpb-Ernst-Theater.
„Dex Goldfucbs' begeht am Donnerstag das Jubiläum der 125. Ausführung. Direktor Ernst _wird, wie bei früheren gleichen An- länen, auch dieEmal an die Be1ucher dieser VorsteÜung Soumnir- Notenhefte mit den heßebtesten CoupletZ aus der Gesangsvoffe znr Vertheilung gelangen lanen.
Manuigfaltiges.
Ueber die gestern erfolgte Eintreibung kes neuenOffizier-
Kasinos des Garde-Fßsilier-Regiments berichtet die „Staatsb.-Ztg.': Se. Majestät der Kaiser traf gestern kurx vor 5 Uhr vor dem Portal des Kasinos ein und Wurde rom RegimenLZ- Commankcur_Oherst_Graf Keüer _und dem gesammten Ofsrxier-Cows ebrfurcbtßroWY hcgrüßt. Der Kai'er hatte den Ueberrock und Helm der Gnrke-Fünlrere angelegt, auch das Offizier-Corys war im Ueber- rock er1chienen. chhdem der Kaiser die Anwesenden begrüßt und viele derselben durch _Anwracben ausgezeichnet, machte derselbe einen Rund- gang durch rte Räume deZ Kasinos. Das Vestibül und das Treppenhaus waren mit Waffen und Emblemen finnig geschmückt, rechts und links von der ersten Treppe hatte man je eine Ritterrüstung von blinkenkem_Etsen, Geschenke des Reserve-Offizier-Corps des Re- iments, ausgeneUt. In den oberen Räumen ließ der Kaiser dem 5 egiment Sein lebensgroßes Oelhild übergeben und geruhte den Dank des Negimentß-Cemmandéurs entgegenzunehmen. Bald darauf begab man fich zu Ti1ch. Die T_afel war in dem neuen großen Eßsaal ge- deckt. Bei Betreten keswlben intonirten die Hornisten-Corvs des 2. und 3. Baiaillons die italienische KönigLfanfare auf ihren von Sr. Majestät dem Kairer im vorigen Jahre aus Italien mitgebrachten Signalbörnern -- eine Ukbkk" raschung, Welche dem Kader ganz heWnkers gefiel. Der Kaiser nahm zwischen dem Feldrnancball Grafen Blumenthal und dem Regiments- Commankeur Grafen Keller Play, gegenüber saßen drr kommandirende General reiben von Meersckyeirt-Hüüeffem, General von Werder, (General- berft hon Pape. Für den jüngeren Theil des Offiziercorps waren die Tafeln in den unteren Räumen, welche durch eine geräumige Veranda vergrößert find, _aufgemllt. Der Kaffe: wurde im Garten eingenommen und erst in 1päter Abendstunde schied der Kaiser.
ImAuftragerrer Majestät der Kaiserin erschien gestern der Kammerherr von dem Knesebeck im Landes.:usstellungs- park, um dtetranspyrtahle LazaretheinriÖtung eingehend zu hefichtFen, welche auf Veranlassung des Central-Comijés der deut- 1chen ereine vom Rothen Kreuz die Hrrn.1)r. Gatsch und Apo- theker Löblein-KarlSrube und Major a. D. Habu-Dreßden dort in einer Vöcker'1cben Baracke in zwei Zelten ausgestellt haben. Die hohe Frau hatte schon bei dem Besuch der medizinisch-_wiffenschaftlichen Ausstellung für das hier vorgeführte System _lebhastes Jntereffe an den Tag_ gelegt und wünschte nuntnehr ganz jvezielle Mittheilungen zu empfangen. Waß das Gutscko'1cbe System von anderen unter- scheidet, ist, _daß die zur Verpackung der EinriÖtungSgegmstände dienenden Ki1ten_als Tische, Schränke u. dgl. Verwendung finden. Ein nach Gutfch'1chem System fur 100 Kranke und 18 Mann Personal in5 Krgnken- und 2 Wrrtbscbaftsbaracken hergerichtetes Lazarrtb wiegt mit Eimcbluß der Baracken und mit Mundvorratb für 11 Taqe und Arznei für 4 Wochen 756 Ctr. und läßt fich bequem auf 5 Eisenbahngüterwagen von 30 cbm Laderaum und 100 Doppel-Centner Tragkraft Verladen. Von diesen 756 Centnern kommen auf die 7 Baracken 537 Cmtner. Die Einrichtung der 5 Krankenbaracken _wiegt170 Ctr. und zerfällt in 23 ackrtücke, die der beiden Wirtbscbasts-_ und Veerxltungsbaracken 49 tr. Die Koch-, Wasch- und Schlachterx1rtchtung ist speziell durch Major Hahn zusammen este11_t, deffen Schwester auch ein kleines Kock)- bvcb für den FelxdixÉt gexchrieben bat._ Der Gesammwreis eines vollständigen Gunch'pcben Lazarerhs _betragt 50000 „“ Pro Bett kommen auf dcxs Haus 280 „xa, aus dre Einrichtung 220 „jk
DZ: Verlinkt Scbßeßverein für Offiziere hielt wegen des fruhen Auskückenz vtelrr Truvvertheile zum ManJVer sein Könrgsschießen kreSmal bereits am Sonnabend auf dem eigenen