1910 / 176 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 29 Jul 1910 18:00:01 GMT) scan diff

Abgereift:

SeineExzeUenz der StaatSminister und Minister der geiß- lichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten von Tro t zu Solz, mit Urlaub.

Yiehtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 29. Juli.

rend des Vierteljahrs vom 1. April bis 30. Juni 1910 Fa en 10 587 Schiffe (gegen 9565 Schiffe in demselben Vierte jahr 1909 mit einem Nettoraum xxehalt von 1724 114 Re itertons (1 9: 1533113 Registertons) den Kais er Wl elm-Kanal benußdund, nach Abzug des auf die Kanalabgabe in AnrechnunZ zu bringenden Elblotßgeldes, an Gebü ren 794 379 ck16 (190 : 725 988 916) entri tet.

avon entfielen auf den Monat Juni 3497 chiffe (1909: 3541 Schiffe) von 595 336 Registertons (1909: 579 256 Re- gistertons) und 272 729 «16 (1909: 268469 „W) Gebühren.

In Canada ist am 4. Mai 1). I. ein neues Ein- wanderungSgeseß (1111 .40c T'SZYSÉÜUJ ]U11111J1'3131011) er- lassen worden.

Das (Heseß stellt in seinen Hauptzügen eine neue AuSgabe des Geseßes vom Jahre 1906 (vergl. „Reichsanzeiger“ Nr. 277 vom 23. November 1906 _ 1. Beilage) dar, das nach einzelnen Richtungen weiter aUSgearbeitet worden ist.

Die Gründe, aus denen Einwanderer am Landen ver- hindert werden können, sind in Sektion 3 des (Hexeßes auf- gezählt. Außer solchen Personen, die gewisse örperliche, moralische oder intellektueUe Mängel aufweisen, und außer gewerbsmäßigen Bettlern sollen auch die'enigen Personen von der Einwanderung au§geschlossen sein, die aus Mitteln oder mit GeldunterstüHunZ von mohltäti en Geseäschaften nach Canada geschickt wor en sind, falls ?olche Einwanderer nicht mit einer schriftlichen Einwanderungserlaubnis eitens des Zuyßrjnbenäßnß 01" ][!11111Z'1'Ütj011 in Canada oder 2ondon ver- sehensind, deren Datum nicht weiter als sechzig Tagezurückliegt.

Weitere Vorausse ungen für die Einwanderung, insbeson- dere der BefiZ eines estimmten Geldbetrags, können gemäß Sektion 37 des (Hefe „es im Verordnungswege festgesetzt werden. Gemäß Sektion 38 önnen auf qleichem Wege Einwanderungs- verbZte für bestimmte Klassen oder Nasscn von Einwanderern erge en.

Jn' Sektion 13 ff. ist die Schaffung eines UntermYungs- amis (130316 01" Xuqujrz') vorgesehen, das über die u assung von Einwanderern zu entscheiden hat. Gegen die Entscheidung dieses Amtes kann, abgesehen von Fällen, die durch ein ärzt- licheds Zeugnis klargestellt sind, an den Minister appelliert wer en.

In Sektion 40 . ist bestimmt, aus welchen Gründen und innerhalb welcher Frist Einwanderer deportiert werden können.

Der Präfident des Königlichen Konsistoriums der Provinz Brandenburg Steinhausen, ist mit Urlaub von Berlin ab-

gereist. ., -

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Hansa“ am 26. Juli in Lerrmck eingetroffen und geht am 1. Augnst von dort nach Edinburg wieder in See.

S.M.S. „Luchs“ ist am 27. Juli in Kobe eingetroffen und geht am 15. August von dort in See.

Großbritannien und Irland.

In der gestrigen SiTung des Unterhauses kam es zuerst zu einer Debatte über ie Teilnahme eines serbischen Offiziers bei den englischen Armeemanövern.

Bottomley (liberal) fragte, „W. T. B.“ zufolge, den Staats- !ekreiär des Außwärti en Grcy, ob irgend cine Abmachung getroffen ei, daß der serbii e ffizier, der den britiscbcn Armeemanöbern bci- wvbnen wird, ni t zu den Königstnördern gehöre. Sir Edward Grey antwortete, er habe keinen Grund zu der Annahme, daß zu einer solchen Abmachung irgend eine Notwendigkeit Vorliexxe. Die serbische Negierunle Habe eine Einladung zu den englischen Manöbcrn erhalten, eine * ntwort ank! die Einladung sei aber noch nicht erfolgt. Stewart (li eral) fragte den Staatssekretär des AUSWärtigLn, ob er seine Aufmerksamkeit der Errichtung eines Kolonialamts in Japan zugLWandt habe, deffcn Aufgabe es sei, die Angelegenheiten in Korea, Formosa und Japaniscb-Sachalin zu überwiichen, und ob die britische Regierung Grund zu der Annahme habe, daß von Japan eme formelle Besi ergreifung Koreas beabsichtigt sei, ob ferner die chierung in diesem ( aile Schritte tun werde, um die HaydelSrecbte der englischen Kaufleute in Korea zu schüxzen. Grey erwiderte, die Antwort auf di? erste Frage laute bcstätiaend. Im FaUe eincr Annexion Koreas Mrde die britische Regierung sorgfältig jene Mittel in Erwägung ziehen, die am besten esignet seien, ihre Handels- intereffeu in Korea zu schi": en. Hu [) Cecil fra te alsdann an, ob die englische Regierung es a gelehnt abe, an der Znternationalen Hygieneausstellung in Dresden 1911 teilzunehmen. Grey antwortete bejabcnd und se te auSeinander, die Regierung babe bc- rückficbtigt, daß es nicht wok) angängig sei, eine offizielle Ausstellung in Dresden zu Veranstalten, Weil die britixche'n JndustrieÜen sich da- Jegen sträubten. ,die großen Kosten an sich zu nehmen, die mit er bäufigen Teilnahme an großen internationalen Aussieüungen , verbunden seien, und weil von der Regierung bereits Verpflichtungen in bezug auf andere Aussteüungen eingegangen worden seien, die in diesem und im nächsten Jahre stattfinden werden. Im weiterkn Ver- laufe der Sißung fragte Faber den Ersten Lord der Admiralität Mc Kenna, ob er Kenntnis dabon habe, daß erstens, während das schwerste Geschüß der englischen Marin e nur Geschosse von 1250 Pfund feuere, das neux deutsch? Geschiiß sol ck Von 1600 Pfund feuern würde,daß zweitens wghrend der der e'n l:schen* arine das Gew'nbt der von den schweren Geichußen einer Brettizeite abÖLLfeuerten Gescho e nur 147 900 Pfund betrage, bet der deutZchen arine sich die es Gewicht auf 161000 Pfund belaufe, und da driitens die neuen, mit vierzebnzölligen Gescbüßen auSzuru[tenden Schiffe der deutschen Marine achttausend Tons größer seten ais die ursprünglichen eng- li chen Dreadnoughts. Mc Kenna erwiderte: Ich kann für die

ichtigkeit der in der Frage angegebenen Zahlen eme Verantwortung

nicht übernehmen.

Der Schatzkanzler Llo d Geoxge teilte dem Hause mit, daß es sich in der nächsten oche bts zum 15. Novemberver- tagen werde.

» " r Asquifh vor- n g 11 e s K ö ni g s » gegen 54 Stimmen

HandelSministers,

, in St. Petersburg

, orteure St. Peters- oßwaür e, einen Bund der “' Werk der Regelung e ner Interessen im

Unter dem 71.-«:* , von Miller, hat," „W.?x-Uißn eine Beratun 'der b 't * burgs stattge nden, ' , Getreideexportéurx *;ég, ven"

, dex. Seh

des Getreidehandew M

In- und Auslande“.

Der Ministeran-beschäfxiYe sich, wie „W. T. B.“ aus Madrid meldet, YMabendzMz der_vatikanischencFrage. Der Ministerpr si _“t Canalejas, __der abends na San Sebastian reiste, _ _„b Mk dem Minister des Aeußern mit der leßten N * bew?“- Maus beschäftigen. Nach Rück- kehr des Mini erpräsidenf'eM" Madrid wird der Ministerrat diese Note «fen. , inanzminister trug den Entwurf zu einer Anleihe, „von,ß711/g MiÜiarden Pesetas vor. Die bereits be illi teu MSF “e von Schaßanweisungen in Höhe von 81. „onen werde er nur nach Bedarf vor- nehmen. Der Mini terth*“-beschloß ferner, in der ersten SiYmg der Cortes den En “Keines VereinSgeseßes einzu ringen. Dann wurde noch bet den Ausstand in Bilbao beraten und festgesteüt, daß die Grubenbestßer jeden SchiedMerichtS-

vo la able nten- - rsch g h_ ., „_ck.

nfolge persönlichen Eins“ itens des Ministers des Innern verp ichteten sich, wre „W. *. B.“ meldet, die Lastträ er der . afenzollämter, emde Waren aus griechisciien Schi fen und griechiche Waren aus fremden Schiffen aus- zuladen, während ezgriecHische Waren aus griechischen Schiffen nur bis zum AÜSgang “der Zollämter bringen wollen.

Die Zeitungen mxldey, daß die türkische Regierung be- schlossen habe, wegen„M'ebun xn, die gegen den Fürsten von Samos, Andreas opasiits Effendi, stattfanden, ein Kriegss iff dorthin uyentsenden.

Torg ut Schefkei ascLa hat über Skutari(Albanien) den AUSUahmezuT'tan verhängt und mit der Ent- waffnung der Bevö kerung begonnen. Diese hat innerhalb zwei Tagen über 40000 Waffen abgeliefert. -- Die Monte- negriner drangen bei Plava, Bezirk Gusinje, auf türkisches Gebiet vor und griffen mohammedanische Dörfer an, wobei ein Kampf entbrannte, in dem zahlreiche Dorfbewohner ver- wundet und drei getötet wurden. Die türkische Grenzwache griff in den Kampf ein und verlor drei Mann. Schließlich wurden die Montenegriner über die Grenze zuriickgetrieben.

Bulgarien.

Wie „W. T. B,“ aus Sofia von Fständiger Stelle mit- geteilt wird, beabsichüäx die bulgarische egierung, unter Auf- zählung meYrerer ä von Mißhandlungen an Flüchtlimen nochmals reund chaftliche Vorstellun_ en bei er Pforte u erheben, jedoé nichts zu unterne men, was die Empfindli keit der Jungtür en verlesen könnte.

„. * erik

. * Bei E, nun,“! 5 "9" , xua enKongresses stelXte, ,wie „W. ; YZ.“ ** W ,dem Kt wird, der Präsident

F-Leguia d guten “a" r- , “Yb seiner _reude Ausdruck über die friedliche Beilegun

ischen Staatsfinanzen fiist' er

treitfra en zwischen den südamerikamschen Staaten un be- dauerte, die Haltung Chiles bisher keine Regelung der Tacna-Arica-Frage ermöglicht habe.

Asien.

Nach einer Meldung der „Petersburger Telegrapkszen- Agentur“ aus Teheran ist die Lage in Kirmanschab ehr beunruhigend. Die dem w1ssischcn Konsulat beigegebenen Kosaken kömuxn sich nicht auf der Straße zeigen: auf den Konsul Lissowski wurde geschoffen. Es wurden Maßnahmen Jetroffen zur schleunigen Verstärkung derKonsulatSwachc urch Tmppenabteilungen aus Kaswin.

Statistik und Volkswirtschaft.

Die deutschen Heringsfiscbereien.

In den Jabrésbericbtsn der Handelskammer für das Grof;- berzogtnm Oldenbur gibt ein Facbtnan_n, J. J. Van der Jaan, al!- jäbrlicb 81118 Statikitik der deutschen Heringsfisckzereien. _Ans dieser geht hervor, daß in den [ckth zehn Jabren der deutsche Heringsfang ganz wesentlich zugenommen hat. Während im Jahre 1900 zusammen 118 Fabrzcuge, und zwar 110 Logger und 8 Dampfer dcm Hcrings- fange fich widmeten und einkn Totalfang Von 120 876 Kantjcs (17 Kantjes Seepackung : 13 Tonnen Landvackun ) : 92 430 erzielten, bob sick), namentlich nach Einführung der amvflchr, s 011 in den näcbsicn fünf Jahren das Ergebnis ganz erheblich. «511qu re 1904 bestand die deut1chc Heringsfangfiotte aus 157 Fahrzeugen, darunter 138 Log er, 8 Dampflogger, 10 Dampfer und 1 Motor- logger, die ein Ja rekfangergebnis bon 261651 Kantje's = 200 083 Faß erzielten. Während also innerbalb dicses fünfjährigen Zeitraums die Zahl der Fahrzeuge nur Von 118 auf 157 oder um 33 0/0 sich Vermehrte, Erhöhte sich der Fangertrag von 92430 aux 200 083 Faß oder um 117 0/0. In den weiteren fünf Ja ren war die Fangznnabme leichfaUs andauernd steigend. Im Jahre 1909 bestand die deutsche Zeringsfangfiotte aus 270 Fahrzeugen, und zwar aus 190 Lo gern, 62 Dampflogqern und 18 Dampfcrn, die zusammen einen otalfang von 442 538 Kantjes : 338250 Faß lieferten. Innerhalb der _leßten zehn Jahre ist also das Fangergebnis der deutschen2§ckeringsfischer von 92 430 Faß auf 338 250 Fasz, d. i. fast um das ierfache *esiiegcn- Es wurden diese Ergebnisse im Jahre 1909 auf 1133 Remer! erzielt, und zivar waren Hieran beteiligt die Emder Heringsfisckperei mit 135, die Fischerei „Neptun“-Emden mit 111, die eringsfiscberei „Dollart“-Emden mit 73, die Hkrin s- fiscberei „(H„ro er Kurfürst'-Emden mit 72, die Bremen-Veqesa er Fischerei-GUL schaft mit 183, die GeestemünderHerinqs- und Hochsee- fi1cherei mit 53, die Els ether Heringßfiscberei-Gesel]schaft mit 96, die Fischerei .Weser“-Els eth mit 51, die Glückstädter Fischerei mit 77, die Braker Herings scherei mit 99, die Leerer Heringsfischerei mit 68, die Zeringsfis erei „Visurgis'-Nordenban1 mit 96, die Hochseefifckperei 5 remerbaven mit 12 und die Norddeutsche Hochsee- fischerei Geestemünde mit 7 Re-sen.

So erfreulich nun der aus dem Fangzuwacbs beryorgebendc steigende Verbrauch bon eringen ist, so wäre docsDzwein-llos eine Heitere Steigerung dLSsel cm und damit „auch eine erme'brun der fux den Fang bestehenden Einrichtun en zu erzielen, wenn die )ans- wtrtschaft der deutschen Binnenbewo ner den Genu von fris ge-

erin en mehr zu würdigen versiände, un wenn die - mls- mebr _(chicbt von Heringen

bratenen frau auf elb bereitete konservierte Heringe no legen würde. Andererseits ist der deutsche Verbrau

' balnmcrkc

aquziir eit bereits so großxdaß eine Ausdehnung der Herinßsßscberei ert

lo nend sein dürfte. So weist der Handelskammer t in Leinem allgemeinen Teil, in dem die La e der eringsZscTere be- procben wird, darauf bin_, daß beis ielswe se Stettn im a re 1908 673 400 Tonnen Salzbermge einfü rte, wovon nur 37 150 Tonnen

deutsche waren.

Steigerung der Löhne und der Lebenömittekpreise in Dresden.

Aus dem umfan reichen Lozialftatistisckpen Material, das in den Archiven der großen rtskran enkaffen Deutschlands aufgesxeichert ist, wurden in jüngster eit manche WertvoUen Aufs e 11 er Krank-

eits- und Lohnverbaltniffe der deutschen Arbeiters a ge eben. Cine esonders eingehende Bearbeitung hat bekanntlich das aterial der Leipziger Ortskrankenkaffe durch das Kaiserli e Statistische Amt ge- funden. Jetzt bringt auch der neueste Ja resbericht der Ort!- krankenkas se in Dresden wertvolle Zahlen namentlich zu einem Ver leichFe dcr Lohnsteigerungen mit den ErböbuYen der LebenSmitte prei €. Diese Ka e bietet für einen derartigen ergleicb besonders günstige Verbältni e. Bekanntlich müssen die Arbeitgeber für jeden Ve icberten die Höhe des Arbeitslobnes der Kaffe genau an- e en. Die in eilung der Lohngruppen sieht in Dreßden nun 9 ver- izchiedene, von 1 is 5 .“ stei ende tägliche Durchschnittsverdienste Vor, die nach den gema ten Er abrungen meistens mit dem Individual- lobne zusammentre en. Auch nden sich die erforderlichen Angaben für eine Reibe von Ja ren vor, sodaßb entf rechende Vergleiche mit ihnen [ich sind. Die Lo nstati tik der Dresdner Ortska e, die ne en der anderar Kassen ebenfalls die Anerkennung des aiserlicben Statistischen Amtes gefunden, hat fich mit der stei enden Zahl der Kassenmitglieder ständi errveitcrt und erstreckte 111€ im Jahre 1909 auf 62 645 männliche kitglieder gegen 52 890 im abre 1899 und auf 39 827 Weibliche Mit lieder ge en 22 878 vor 10 Jahren. * Es sind zum Vergleich zwei Ja re gewä lt, in denen die wirtschaftlickpen Verbältniffe ähnlich liegen. An der Vermehrung der Zahl der Mitgliedex Waren namentlich beteiligt: die Tabakindustrie, die Beru e der Maschinenfabrikation, der Fein- mechanik und der sonstigen ketaÜVLrarbettung, fernsx die Industrie der Bekleidung, die polygrapbischen (Herverbe und das HandelsgewÜbe.

Von der Gesamtzahl der männliäpen Versicherten bezogen im Jahre 1899 nur 33,2 0/9 einen Tagesberdienét don 3,67 «36 und mehr, 1909 jedoch 564%. Die rozentziffcr die er Löbne ist also in 10 Iabrsn Von etWa einem rittel auf mehr als die Hälfte der männlichen Verficbcrungspflichtigen gestiegen. In dieser Klaffe der Löhne haben sich die bedeutsamstsn Veränderungen vollzogen. Die Stkigerung beträgt hier 23,2*-0/0- Ganz asl emein steigerte Ich in den leßten 10 Jabren_ der Dur schnittssaß des

agesvcrdienstes um 57 , namlich Von 3,10 „46 auf 3,67 26 oder um 18,4 0/0. Die e Steigerung Wurde jedoch nicht er- reicht in der Gärtnerei und Landwirtschaft, in dcr chemischcn In- dustrie, in der Industrie der Reinigung, in dem Post) rapbiscbcn Und im HandelsgeMrbe. Erheblich überschritten wurdc te in der In- dustrie der Steine und Erden; in dieser ing die Anzahl der Be- schäftigtcn zurück, doch bezogen 73,3 0/0 bon i nen gegcxn 40,5 0/0 cin_en Tagesverdicnst bon 3,76 „16 und mebr, während derD11rchsch11ittsloh11 für sämtlicheVerficberungspflicbtige dieser Jndustriesich11m 26,3 0/0 gestci cri bat. Aehnlich liegen die Verhältnisse im Bau- und im Verkeßrs- gewerbe. Dagegen weisen die Gxirtnerei, Landwirtschaft und das poly- BWW 8 Gewerbe nur Lohnsteigerungen bon 4,5 bis 5,8 0/0 auf.

ie Za [ dcr Versicherten mit nicdrigstenLö_l)118n hat sich gegen 1899 nicbt vermindert, sondsrn Vermehrt; fie ist in dsr TQgesNrdienst- klasse „1,25 „46 und Weniger“ Von 7,7 0/0 auf 10,6 0/0 der gesaxnten männlichen Versicherten gestiegen.

Bci den weiblichen Mitgliedern der Kaffe liegen die Wesent- licbsten Veränderungen in der Erreichung und Ueberschreitung des täglichen Arbeitswerdienstes Von 2,26 .,-z„ Im Oktober 1899 Waren von sämtlichen weiblichen VersiÖerungSpfltchtigen 15,5 0/0, 1909 jedoch 37,1% nach diesen Verdienstsä en Versichert. D_er durcbscbnittltcbe Tagck- verdienst der weiblichen Mitg ieder hob sich wahrend dieser zehn Jahre von 1,81 „46 auf 2,11 „“ und erfuhr damit also eine (St„eigerunxéL Von 30 «3 oder 16 0/9. Nicht exzreixbt wurde die'se Steigerujig dcr obn- säße für weibliche Mitglied in der Jndu irie der Reini ung, im Verkehrsgewerbe, in der Papier- und Lederiudustrie,“ in der der Erden und Steine und im Handels ewcrbe.

Mit diesen nicht überall und vielfaZ) nur Kanz mäßig gesteigertcn Löbnan find die Preise d_er wichtigsten Lc enSmittel nach den Aufzeichnungen dcs Stati1tischenAmts der Stadt Dresden zu der- glkicbcn. Es kosteten im Durchschnitt: Flci1cb ynd Fl Lisch- Warsn 1899: 1,89 „FY, 1909: 2,20 „46 für das Kilogramm"; Die Steigerung beträgt alw 16,2 0/0. _Hübnér 1[lind in dcr angcézebmien Zsit nm 38 0/0 teurer geworden, *Oa1cn im FC um 20,1, Vol milch um 14,0, Ma krmilck) um 16,6, Molkereibuttcr um 12,9, “Margarine um 20,5, STYchisÖ Um 21,0, Za_ndcr um 19,0, Kartoffeln 1111150, Bohnen um 22,3, geschälte Erb1en um 34,0, Granpen um 5,1, Grie'ß um 18,7, Reis um 4,3, Weize'nmebl und zwar Kaiseranszng mn 30,7, Grisßleranözng um 28,1, Roggknmcbl Nr. 0 um 21,2, bansbackcn 11111 22,9, Brot erste Sorte um 13,3, zweite Sorte Um 14,4, dritte Sort? um 15,6, Rotkraut nm 22,8, Weißkraut um 33,6, Wklschkmnt 11111 22,4, Kopfsalat um 47,9, saure Gurken 11111583, Steinkohlcn je nach der Sorte, mit Auönabme der Zwickauer Pc stückkoblc, um 22,7 bis 26,5 , * Braun- kohlen je na Sorte um 23,5 bis 38,2 0/0 im Kleinberkanf. Bemerkensw-xrt ist, das; dic für die Volköernäbrnng so außer- ordentlich wichtigen Müblcnprodukte in den [['le 10 Jabxkn um durchschnittlick) 26 0/0 tcnrcx gcwordcn sind. 5 61111 bei dicxxr Stcigkrung das Brot im D11rch1chnitt nur um 14,4 "/0 im ;prkis er- böbt wurde, so ist dicö noch ein sebr günstiges Verhältnis. Lnffaüsnd ist auch die erbkblicbe Vkrtenerung_ aller Grünwarcn, ferner drr Vraunkoblcn, dcr Margarine, dW Fisijchö und Schellfiscbcs. Dic duréb- schnittliche Sieigcruaner wichtigstkn Lebensmittel beträgt in dsn lcytcn 10 Jahren 17,5 0/9. ancben 111 zu bkrückfichtigcn, das; anch Wobnnng, Kleidunx, manche Bildungßmittcl und vielcs andére teurér gewordsn sind. 116 eincm Vergleich der StcigerunÉ dieser Preise mit dcr- jcnigen der Löhne kann daher folgender chlns; gezogen. Mrdcn: Man 8 Arbeitergruppen smd beute tro? der Lebenömittclitxiq-xrzmg noch Esser gestellt als vor 10 Jabrm, ci anderen gleicht (ick) dicke mit den Lohnerböbunchn aus, eine dritte Grnppe von Arbeitern werd jedoch ebr schxvsr Von der Teuerung belastet, da ihre Löhne nmbk entsprc end gs1ti€gen, in einzelnen Tätigkeitsgebieten sogar noch (3:- sunkkn sind.

ndustrie

Zur Arbeiterberveguag.

Cin Ausstand der Klempyer und Jnstallateure__vrn Halle und den Nachbarorten ijt, wie die „Köln. Ztg.“ ermiZt, durcb Erhöhung des Stundenlobncs um 5 «3 beendet worden. Ur neue Tarif gilt bis 1913. '

Sämtliche Former und Eisen ießereiarbeiter der GV:- liver Maschinenbauanstalt ba en, der „Köln. Ztg.“ 5111019?- wegcn Vern'eigerung böberer Löhne die Arbeit eingesteUt. _

Zwecks Beilegung des Ausstands der S traßenbabnang e1t_ellte? 1" Hanan (Vgl- Nr- 175 d-Bl.) fanden gestern, wie der „Von-st- Von dort techravbiert wird, unter dem Vorsiß des Oberbürgermemers Gebkschß '«crbandlungen statt, deren Ergebnis eine Vcrsammlang dcr Straßenbabner verwarf. Die Verhandlungen sollten gestern abend wieder auCgcnymnktctötwÜden. Seit Mittwoch abend ist der Straß?!" r cmgc ? .

Zwiscbcn Personen, die mit den ausständigen AnFstellten der American Sugar_ Refining Company in rooklvrz svmpatbisierten, und Polizeibeamten kam es, wie „W. T- B- meldct, Lester" zu einem Zusammenstoß, bei „dem ein Mann se“ tötet 1111 ein Polizcibeamter und einer der Unruhestifter yerwundek wurden. Der Streit War xntstanden, als dem Verbande nicht ange“ börende Arbeiter unter Zoltzeilichem Schutz Zuckerlieferungen aus M Fabrik brrauofabren wo ten.

Wohlfahrtspflege.

Vor etwa 5 Jahren wurde. in Hamburg _unter _dem Pxotektorat .d der Beihilfe dés' inz'ibi éi1“"ver'skab'e'11én “erzogs Karl Theodor Bayern eine Zentralbib iotbek für Bl nde gegründet, deren ,nußung sorvo [ den ungefähr 40 000 Blinden Deutschlands wie „ren Leidenögenoffen im Ausland offen steht. Ueber die innere Ent- jcklung dieser segenßreicben Bücherei wird der „Voff."Ztg.“ mit- teilt, das; im le ten Jahre von den 11533 Banden, aus en sieh der Betand der Bibliothek zusammenseßt Bücher d Mu kalien an Blinde im ganzen Deutschen eiche, in esterrei :Ungarn, der SÖWeiz, Spanien, Frankreich U"nd Ruß- d verliehen wurden. Es entfielen davon 3450 Bande auf jusikalien, 5598 auf wiffenscbaftliche Marke und Unterhaltungsblätter deutscher Sprache, 698 auf Bände fremdsprachlicher und s rach- issenschaftlicber Werke. Fast 700 Personen bezogen ihren edarf . ie Post.“ Außerdem erfolgten größere Sendungen an 17 Lese- el. Die starke Bereicherung des Bestandes an Noten und ;]ufikalien ist zum größten Teil der bandfcbriftlicben, unentgeltlichen ebertragung der gewöhnlichen Druck- und NotenschriZ in die Punkt- .rift zu verdanken, der eine größere Anzahl Von ngebörigen der „amburger Gesellschaft sicb widmet.

Kunst und Wissenschaft.

Die philosophiscb-historische Klasse der Königliäpen kadeuzte der Wissenschaften bielt'am 21. Juli unter dem ,xorfiß ihrßs Sekretars Herrn Vablxn eme Sißung, in der Herr „rand uber Spielmannsverbältnisse in frübmittel- ngliscber Zeit las. Die Abhandlung sucht besonders das Problem ufzuklaren, wie das germanische Yeldenepos in der Normannenzeit seßt wurde. durcb das romanis Ritterepos. Aus den Namen Minstrels exkztbt fich, daß diese in England bald in xoßer Zahl „zroet pracbxiK wurden und dadurch die altbeimifében änger ve'rdrangten; us der Rolle, dis fie bei den geistlichen nd weltltxben Erzablern spielen, ist zu ersehen, wie sehr sie »,m Adel fur sich hatten und beeinflu ten. Von den erhaltenen Nichtimgen Werden mebrere gus sacbli en Griinden den Minstrels ugew1eseq, als Proben tbrer Kun i, ihrer 1 öttiscben AntWorten auf ie Angriffe der Geistlichen, a er auch i res aÜmäblichen Zurück- bleibens hinter den dichtenden Adligen an Feinheit des Denkens und Ausdrucks. - Hsrr Harnack überreichte eine Mitteilung über die dresse des prexserbfriefs des Paulus. Es wird in ihr gczeigt daß der Ephe erbrtef der Kol. 4,16 erwähnte Laodiceerbrief ist, dai; Marxiyn den Brief noch mit dieser Adresse gelesen, sie also „icht aus kritischen Erwägungen ert erschlossen hat und daß das Verschwinden der „Adresse in der ircbe (seit dem Anfang des 2„Jabrbunderts) nicht auf einem Zufall zurückgeführt werden kann, [ondern-jvabrscbeinltch die Fol c der Verurteilung isi, welcbe Johannes inder Apokalypse (um das abr 94) in bezug auf die Gemeinde auSgesprocben hat.

In der an demselben Tage unter dktn Vorfiß ihres Sekretars Herrn WaZdeycr ab sbaltencn Sißung der vasikalis - atbemattscbcn Kla se las.?)err Fischer über dieWaldens e amkebrung. Er gab eine Zu ammenfaffung seiner Beobachtungen über das Pbanomen ,und erläuterte den, Vorgang an eine'm neusn Modell des afymmetrxscßen Koblenstoffatorbs. _ HerrOrtl) legte eine Abhandlung der *Herxeii Proscssor Dr. J. Morgenroth und Dr. L. Halberstaedter m Berkin Vor Ueber die Beeinflussun rex expertmetztellen Trypanosomeninfckfion dur Chinin. Es wrrd gezeigt, das; Chinin, Wel es intraperitoncial

_ injiziert gar keine scbüßende Wirkung JLJexisJi)11fettion Fü't ktJ'éagana- er 11 cuaner me wn nur,

Trvpanosogxren bei Mausen ausübt, das ungleichtziaßig und unwoÜkommen wirkt, bei Verfütterung in geeigneter Weise_eine sebr große Prophylaktiscbe Kraft be ist. Es Wird einer- seits die Bedeutung dieser Befundc für die wi enscbaftliche Erklärung der Wirksamkeit der cbemotbcrapeutiscben Mittel auseinandergeseßt, cmdercrseits auf ihre mögliche Bedeutung für die Cbinintbkrapie der Malaria und ihre Verbonommung hingewiesen.

Eine interessante Mitteilung über die E in g ew öl) n u n J v o n Bilan z en 11) ärm erer Zonen auf H elgoland veröffentlicht . Kuckuck in der Botan. Ztg. 1910, 68. Jabr . Eine ganze Reihe Estlands entweder er rieren oder im Winter

von Pflanzen, die auf dem clgoland ohne Deckung.

Yeckt werden müssen, überwintkrn auf äbrend beispielsweise die: jüngeren ans amen gezogenen Pflanzen von 1'111115 11181J1118 und (UWWZZUZ 111Ü€k0€111'[')ä in Erfurt dém Frost erlagcn, kamxn sie in Helgoland gut durch. Ebenso hält fich „Num italicUm obne Eckl. 1'1(k0:1_ [1181119116085 kam zu Mner Blüte und bildete neue « lattjcbopfe aus dsr Erde. 111005. 110011131718. biklt sicb Wenigstkns gsraume Zsit. Omma 1869111038. hat sich VoÜsfänd-ig eingkwöhnt. (911075118 110x leistete mehrere Wintsr hindurch Widerstand Und gibt gntc Aussichten auf Werndkn Erfolg. Féigen gibt cs mehrfach auf der JUsLl usw. Es in anzunehmen, daß noch besskrc Erfolge crzielt worden wären, wenn gerade dcm Bodsn dcs AkklintatisationErundclls bei der Einrichtung Des Gartens die genügendk Aufmerksamkeit zxmcjvandt worden wäre. Bei allen Versuchen, die teilweise natürlich auch Mißsrfolge bracbtkn, Yann man beachten, daß die Pflanzen wärtncrer Zonen bei der Ueber- Hibrung in ein ungünstigercs Klima sich rschtberschicden erhalten. DieFäbig- ken, dieKardina1punkte ihrechdcibens zu Verschieben, lit bei dem Verschie- ienen Arten eben sehr unglcick). Jedenfalls ermutigen die Versuche 11! ihrer FortsWung, Wenn ami) dic VerbcsrunMi durch den Wind recht beträchtlick) genannt wcrdun müssen. Die «vkrluste durch Frost 1131111)?" nicht zu cntmntigcn, da ami) im Mittelmeer ebiet zuweilen Wie Plantagen bon Apfelfinen- und Zitroncnbäumen erizrier'en. Dafiir 211 esonders günstig in Helgoland dcr Umstand, das; diE tiefen Tem- rsxaturcn daselbst immer nur für sebr kurze Zeit crrci t Werden. CmeAufeÄnandcrf-olgc Von * rosttage'n ist fclten und kurz. ünstig ist “Ach das Fehlen der Nacht röstc im Frühjahr.

_Die Galerie Eduard Schulte eröffnct ihre August- äUZUcUung am 30. Juli mit Werken Liner Gruppe _be'l 1schcr Aqua- LUUtcn, sowie mit Werken von Heinrich Böbmcr-Dnssk dorf, Eugenie (“11 Berlin, Berthold Gcnzmer-Gr. Lichtcifeldc, Profcffor, Fcmnz V -München, Karl olleck-Weitbmann-Berlin, Walterlem-Bcrlm,

Ul SÖroeter-Gr. icbterffelde, Professor Werner-SckquBerlm und

. Adam Webcr-Düffeldor .

Bauwesen.

Eine eigenartige Quelle für die historisch? Topographie Münchens iMabkt das Bayerische Nationalmuscum: ein ziemlich gut erbaltexies Oolzmodell der Stadt München aus dem Jahre 1512 (Maßstab etwa 1 : 7508 Von Jakob Sandtnkr. Allerdings'find, wre kkk_,Köln. Ztg.“ scKrei t, aus dicskm Modell, das nach Zingcbnender

„sung fich als se r genau und naturgetreu erwiesen bat, m spgterer ., * zivei wichtige Stadtteile berauögenymmcn und dn'rcb solche mrt den 1111 eren Aufbauten erfaßt worden: dcr Fäusexblwck zwischen Ncubausex- 14 e und Löwengrube sowie die Neue esto Herzog Albrexbt 17.“ Dafur Durden eingeseßt dic Michaelskirche mit dem Jesmtcnkoüxgiuzn (1681 alte WKW?) bezw. die je t noch bestehende Residenz Maxtmtlmns ]. Jm "571851 aber gibt das ?Nodel] Alt-Müncbcn asus der 793611 Sandtners *16- JQbrbundcrt) und, wie man wohl bianxfü cn dar, wcniÉstens in den' wesentlichsten Teilen auch das alte V un en aus'dcm nde des

tt_telalters wieder. Das ist um so wertboller, gls die Stadt se_lbst tlJentags nur noch spärlichF Reste mittelalterlich Baudenkmgler Mizuweisen hat. Aus diesem * kodell gibt nun der Munchener Architekt Gustav Steinlein in der „Monatsschrift des Vereins fur Volkskunst "ld Volkskunde" (Heft 5-7, Juli 1910. Kommissionsverlag von C. A.

. Md U- Comp., München) eine Reihe boy Stra cnansicbtexi und Hausxkakuppen in Form von Zeichnungen wieder, de Alt-Muncben “MW charakterik1eren und es als eine anbcimelnde Stadt erscheinen “" , deren ma eriscber Reiz sich mit dem andcrer deutscher Städte

„gemeinen als mittelmäßig bis

aus derselben Zeit wohl meffen konnte. In Steinleins nungen ist die Form der Häuser mit ihren Stockwerken, Dächern,: ern und Giebeln, die Anzahl der easter und Türen genau wiedergegeben. Unter den abßebildeten Häu erpartien treten zwei Gkuppen hervor. Die eine stell Häuser aus dem Geschäftsviertel der Stadt dar, aus der Altstadt oder der sogenannten „leonischen Stadt“. Es sind „in der Zauptsackpe Zinsbäuser", darunter Tol e mit dreiStockwerken über dem rd escboß. Die andere Gruppe ze gt äuser aus der neueren Stadt, die dztr ibxe Gärten auffallen. Auch beigenauer Betrachtung des Modells fallt, wre Steinlein bemerkt, der Reichtum der Gärten in diesem Stadtteile besonders in die Augen. Die Auswahl aus dem Modelkistim 1(Zgnzen so getroffen, daß unter den Baulickokeiten Bürger- und Kauf- auser, Höfe mit ihren Neben ebäuden, Brücken, Tore und Be- festigungsanlagen Kirchen, Klößter, Hauskapellen, Türme, Schleif-, müblen usw. erscbeinen, besonders auch Hinterbäuser mit Hofanlagen. Auf die Ausstattung letzterer wurde offenbar großer Wert geleFt; daher bildeten sie einen besonderen Reiz vieler Häuser A t- Münchens. Gemauerte oder auch hölzerne Galerien dienten als Zu- gan für die oberen Stockwerke der Rückgebäude und zu- gleiY als Tummelstätten für die Kinder, Arbeitsplätze für die rauen, Schutz bietend gegen Regen und Wind, Kühle pendend bei des Sommers Hitze und einen wohltuenden egensaß bildend zu unsern nüchternen ja herzlosen Fokunlagen. In bezu an den architektonischen Scbmch der Häuser at Steinlein RekoUJtruk- tionödersuchq gemacht und deshalb Fassaden von Häusern aus andern Städten Altbayerns als Vorwürfe herangezogen, da Miinchen Jelbst aus der fra lichen Zeit wenig bietet. Besonders interZsante B ätter solcher Häuxierfwnten find als Beila en angefügt. elebt nd die Zeichnungen der Straßenbilder dur blumengescbmückte 'ensier, Bänke Vor den Häusern, in die Straßen bineinragende ?unftzeickyen, Wirtshausschilder, Heili enfiguren in Nischen "oder an Konsolen, Hauskreuze auf den Da firsten oder Giebelspißen, Wasserspeier usw.

Land- und Forstwirtschaft.

Saatenstand in Rußland.

Der Kaiserliche Konsul in Liban berichtet unterm 25. d. M.: Troß der ungünstißen regnerischen Witterung mußte der Roggenschnitt im Amtsbezirke ü erall in Angriff genommen werden und ist zum Teil beendet. Bisber konnte das Korn aber weder geborgen, noch auf dem Felde gedroschen werden; sollte aber bald trockenes Wetter eintreten, so dürfte eine gute Roggsnernte zu Verzeicbnen sein. Früh gemäbtes F:) en und Kl ee ist in Sicherheit gebracht. - Der Ertrag spät gemäbter Wiesen liegt aber noch draußen, ist teilweise scbon verfault, teilweise minderwertig gewvrden. -- Gut sieben zurzeit die Sommerfelder. Auch die Kartoffeln Versprechen, soweit sie nicht durch die späten Nachtfröste geschädigt sind, eine lobnende Ernte. - Einen wenig e-r- freulichen Anblick gewähren die Obst ärten. -- Bäume, die fiel) im Vorjahr unter de_r Last ihrer Frü te bogen, sieben jest kabl da oder tragen nur vereinzelte Früchte.

Ernteaussicbten und Getreidebandel in der Türkei.

Der Kaiserliche Generalkonsul in Beirut „berichtet unterm 14. d. M.: Jm Konsulatsbezirk kann die diesjährige Ernte im all- sebr gut bezeichnet werden. Damaskus gibt eine gute Ernte, mit AuSnabme des Hauran, wo nur auf die Hälfe einer Durchschnittsernte zu rechnen ist. Hama und Horns entf ädigen dafiir durch eine sebr gute Ernte. Lattakie und Tripolis geben eine gute Ernte, Akka eine mittelmäßige.

Die Ernte liegt zum T€1[ noch auf den Termen, sodaß der Gesamterfrag noch nicht abgeschätzt werden kann. Es ist aber immer- hin soviel auf den Markt gekommen, daß man ein Sinken der Preise bätte erivarten können. Diese Erwartung ist indessen nicht in Er- füllung egan en, da sieb, „seit längerer Zeit schon, in Syrien eine Getreidekipeku ation bedenklichen Umfangs breit ma t. Getreide- anfkäufer, besonders in Damaskus und in Aleppo, aben fiel) im Handumdrehen aller syrischen Fufubren durch höhere Prengebote

emäcbtigt, um die Kurse zu be errschen. Erst das Einschreiten der Behörden brachte zuwßge, daß schließlich zulest die Preise um 50 0/9 in jenen Städten sanken.

Troß des im roßen und ganzen guten Ernteausfalles wird mz! einen bedeutenden xport nicht zu rechnen sein, da der eventuell fi ergebende Ueberschuß über das für den Landeskonsum Erforderliche Voraussichtlich nach dem Hedscbas dirigiert werden wird, um Medina sowie die Araber- und Beduinenstamme zu versorgen. Nur ein Gerstenexport zu Brauereizrrecken wird erwartet werden können.

Die PreiÉe stellten sicb zuletzt auf 24 bezw. 17 Fr. für 100 YZ Wcizßn bezw. erste.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Türkei.

Der internationaleGesundheitsrat in Konstantinopel hat folgende Quarantäneberfiigungen erlassen:

Die ans Alexandrien und Port Said kommenden Schiffe: können in Bengbazy die vorgeschriebene 24stündige Beobachtung nebst Des- infektion durchmachen und dort, nach günstigem Ausfall der ärztlichen Untersuchung, zum freien Verkehr zugelaxsen Werden, wenn

(il) dtie Entrattung dieser Schiffe nicht änger als 40 Tage zum reg,

2) der Gesundheitspaß diescr Schiffe nachweist, daß sie wäbrend ihres Aufenthalts in Alexandrien oder Port Said nicht am Kai. an- gelkgt haben und daß die erforderlichen VorYtSmaßregeln ergrzffen worden smd, um den Zutritt Von Ratten und“ äusen zu den Schiffen zu vkrbindern.

Die Von Häfen des Schwarzen Meeres kommenden Schiffe, die bei der Abfahrt oder während der Ueberfabrt oder bei der Ankunlxt choleraberdachtige FäUe oder festgesteüte Cholera älle an Bord geha t haben, werden Von allen türkischen Häfen des S warzen Meeres ngcb dem Lazarett von Sinope Verwiesen Werden, um dort eine fünftägtge Quarantäne nebst Desinfektion durchzumacben. '

Die Von Häfen des S warzen Mesres kommenden Se,?iffe, die bei der Abfahrt oder währen der Ueberfabrt cboleraverdächt ge Fälxe oder festgesteilte Cbolerafälle an Bord ebabt haben, können die Meerengen durchfahren, wenn fieben do 8 Tage seit dem Tage der Heilung oder des Todes oder der Ausschiffun? des lcßten Cholera- ranken Verflossen sind, und wsnn das Schiff m Abfahrtsbafen nach der Heilung oder dem Tode oder der Ausschiffung dcs leßten Cholera- kran en desinfiziert worden ist; wenn dte Desinfektion nicht statt- gefunden hat, muß fie im Lazarett von Monasxir-Agbzv erfolgen.

Auf a11e Fälle muß das Trinkwasser dieser Schiffe im vorge- nannten Lazarett erneuert Werden. ,

Die für die Dedinfektion und die Erneuerung des Trinkwassers gekbraxpéte Zeit wird auf die vorerwähnten sieben Tage in Anrechnung ge ra . -

Die über Batum aus Persien kommenden Teppiche werden zur Einfuhr in die Türkei zugelassen, wenn sie von einer seitens „des türkischen Konsuls in der vorgenannten Stadt außgestellten Bescheini- ung darüber begleitet sind, daß die Teppiche vor dem 15. Juli 1). J. Ln. St.) in Bakum angekommen sind.

Schweden.

Die KönigliÉe Verordnung vom, 16. Juni 1905, betreffend die Einfuhr solcher _aren welche die Einschlepxeung der Pest und der Cholera begünitixxen können, (vergl. .- nz.“ vom 18. No- vember 1905 Nr. 273) st durch eme Königliche Verordnung Vom 4. Juli d. J. aufgehoben worden§, die folgenden Wortlaut bat: Gebrauchte Betten, Kleider und WäMe, wel 'nicht als Gepäck durch Reisende mit ebracbt werden oder * annscka en «böten _oder zum persönlichen ebrauch der Mannschaften be timmt nd, durfen,

,wenn dieselben in «weden bbn eiriemOrte ankommen wel

das Kommerzkollegium als peft- oder choleraverseucht érklärtöeivordm . ist, ausschließlich na. einer

Cbarlottenberg Stork n oder Riksgränsen em eéübrt werdenf um von,

“dorx per Eisen ahn nach einer Stadt zur Zo a fertigung be ördert zui

werden.

§ 2. Der BxsiFr sylcber Gegenstände ist nur für den Fall unbedingt berexbtigt, die uSlteferung der Gegenstände zu verlangen, daß die- selben in einer Stadt ankommen, wo sich eine von der Medizinal- verWaltung anerkannte Anstalt zur Desinfektion derartiger Gegen- stände befindet; das Kommerzkollegium ist verpflichtet, nach den durch die Medizinalverwaltung zu veröffentliähenden An aben bekannt zu mach€ö,„in welchen Städten derartige Anstalten 1ch befinden.- Die Gegenstande dürfen von der ollbebörde nicht ausgeliefert werden, bevor das städtische Gesundheitsamt die Desinjektion derselben für überflüssig erklärt hat oder bevor die Gegenstande auf Kosten und Gefahr des Besitzers aué Anordnung des Gesundheitsamtes in dem von demselben vorgeschrie enen Umenge desinfiziert wvrden sind.

Sind die Gegenstände in e ner anderen Stadt angekommen als wie im § 2_erwäbnt, so dürfen dieselben von der ZoÜbebörde nur dann angeliefert werdeii, wenn das Gesundbeifßamt der Stadt erklärt hat, daß die Waren einer DeSmfektion nicht unterrvorfen zu werden brauchen oder _- für den Fall, daß das Amt die Desinfektion für er- forderlich hält -- wenn die Desinfektion an Ort und Stelle statt- finden kann und vor der Auslieferung auf Anordnung des Amtes auf Kosten und Gefabr des Beßßers axxßgefübrt wird.

Hat dqs GesundbeitSamt nach den Vorstehenden Vorschriften Ver- fügt, daß die betreffenden Waren desinfiziert werden sollen, kann aber in dem im § 3 erwahntep FaÜe die Desinfektion nicht stattfinden oder, findet qns irgend einem anderen Grande die vorschriftsmäßi e DeSmfektron innerhalb durch das Amt festgessßten Zeit nicht statt, Jo ist der'Besiyer der Waren, Welche hätten desinfiziert werden soilen, berechtigt, dieselben innerhalb einer kürzeren, durch die oUverWaltun festzuseßenden Zeit'wieder auSzufiibren. Wenn die Aus uhr innerha der fest eseßten Zeit nicht stattfindet, sind die Waren auf Anordnung der Zo verWaltung zu Verbrennen.

5.

In betrsff der Einfuhr von Fumpen in das Reick) gelten folgende Bestimmungen:

s.. die' Ware darf ausschließlich in Ballen eingeführt werden;

1); bei der, Einfuhr der Ware ist durch eine Bescheinigung eines schwed1schen dtplomatrscheri oder Konsulatsbeamten oder, wenn ein solcher azn Abgangsoxte nicht an estellt ist, der zuständigen Behörde nacbzutvetsen, daß dlL Ware ni t aus irgend einem anderen Orte kommt als aus emem solchen, Von welchem aus nach den vorsiebend erteilten Vorschriften die Einfabr gestattet ist; derarti e Bescheini- gungen könrzen auch Von Personen ertei1t Werden, deren laubwürdig- ksit durcb eme der vorstehend genanéiten Behörden bescheinigt wird.

Lumpen dürfen in das Reich nicht eingeführt werden aus Orten, welche durch das Kommerzkollegium als pestberseucbt erklärt worden sind. Derartige Waren diirfen aach nicht aus einem Gebiete ins Reich eingeführt werden, welches als choleraNrseucht erklärt worden ist, wenn dieselben nicht zusammengepreßt find.

Wenn ein Gebiet alsÖeft- oder choleraVSrseucbt erklärt Worden, ist, nach den Vorstehenden estimmungkn, die Einfuhr aus demselben in das Rei nur dann gestattet, Mun der König - nachdem das Gebiet als rei Von der Krankheit erklärt worden ist - zur Einfuhr seine Genehmigung erteilt.

§ 7. Als Lumpen sipd xeins Abfälls, Welche direkt aus Webereien, éximxexeien oder mit diesen Verwandten Fabriken kommen, nicht zu an e n.

§ 8,

KunstWoUe oder sogenannte Sboddy darf in das Reich nur dann eingefiibrt Werden,

wenn bei der Einfubx durch eine Bescheinigung eines scbwediscben diplomatischen oder Koniukatsbcamten oder, wenn ein solcher am Abg_ang§orte nicbt angesteiit ist, der zuständigen Behörde oder einer FEWOU, deren Glaubwürdr keit durcb L_ine der genannten Behörden escheinigt wird, nachgewwßien wird, dax; dis Ware karbonisiert (mit Mineralyäure und Erhitzung behandelt) Oder mit erchter Wärme auf 1000 Celsius erbtxzt worden ist; _ -

oder wenn _die Ware: nach dem Kardon gefärbt worden ist;

oder schließlich wenn die Einfuhr von einem Orte aus erfolgt, Von dem die Einsahr yon Lumpen auf Grund der im § 6 enthaltenen Bestimmungen erlaubt ist, die Bedinguxigen beobachtet werden, die im ,I 55 und 1) bezüg1ich_ der Lumpen festgese t find und außerdem in der vorstsbend vorgeycbriebenen Wsise na gewiesen wird, das; die Ware bsi einer Kunstwoüenfabrik bergesteUt ist, die an einem sosben genannten Orte belegen ist.

§ 9.

Als Tranfitgüter dürfen die in dicskr Bekaxntmacbung erwäbnken Waren ohne die vorstehend genannten Hindernime undB67chränk11ngcn “durch das Reick) transportiert werden, Wenn dieselbsn dsrart Verpackt find, daf; fie unterwegs nicht berührt Werden können und Wenn die Einfuhr derselben nicht aus irgend Lincm anderen Grunde zwecks Ver- hütung der Einschleppung der Post oder der Cholera in das Reich überhaupt verboten ist.

DLL? Umstand, da Waren oder Gcgcnstände durch ein pcst- oder ck01eraberseuchtes Ge ist transportiert worden sind, bildet keinen Grund des Verbotes der Einfuhr in das NEW, wenn fie derart transportiert werden, daß fie unterwegs mit beschmaxzten Gégenständcn nicht haben in Berührung kommen können.

Aegypten. Der internationale Gesundbkitsrat in Alsxandrien hat bkscblosien, das Pssireglcment (ZAMM Herkünfte aus Mangalore (Briti1cb-Jndten) außer nwendung zn setzen.

Skit Vorgestern sind in Odessa Pesterkrankungen_ auf- eireten. Es ereignete sich ein TodesfaÜ; gkstcrn wurden zwei Er- ankungen und ern Todeösal] gemeldet.

Handel und Gewerbe.

In der heutigen SiHung_des Zentralausschusses der Rei sbank führte der Vorst ende, Vizepräsident des Reichs- bankdirektoriums Dr. von G asenapp aus, daß sich aus dem derzeitigen Status der Reichsbank ein Grund zur Aenderung des Diskontsaßes nichl ergebe. Ueber die BG ziehungen zu der Niederdeutschen Bank teilte der Vorfißende mit daß die Reichsbank im Verkehr mit de Institut stets FW e Vorsicht geübt habe. Das gesamte echselengagement elaufe sich na dem Stande vom 23. Juli d. I. auf 1264000 „46. iexvon würden nach vorsi tiger S äsun 844000 „% voraussichtli durch die Mitver undenen bezabt werden. Die übrigen 4 000 «46 seien durch die gesperrten Girosalden und durch andere Si erheiten im Beira e von zusammen rund 500000 „46 gede t Yoda der Rei shank aus dem Zusammenbruche der Nieder eu chen Bank„ soweit sich bis jeyt übexösehen lasse, Verluste ü erhaupt mcht er- wachsen würden. odann wurden no einige (Hattun en von Séisisldverschreibungen zur Beleihung tm Lombar r zu- ge a en.

(Weitere Nachrichten über .Handelu.Gerverbe' s.i.d. Ersten Beilage.)

Stadt ,oder per Eisenbahn nach. MONT , - , '