1870 / 366 p. 7 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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““Secondc-Licutenants von derselben Btigade, zu Prem. Lis. befördert. Schultze, Hauptm. zur DM., "früher iti .der 4. Art. Brig„ z. Z, Commdr, der ]. „Hes. Fest Art. Abtheil. Nr. 11, der Charakter als _ Major, Caspari, Pr. Lt. a. D., zulcßt in der 7. Art Brig., z. Z. Commdr. eincr Inf. Munitionx-kolonne, dcr Char. Els Hauptm. vcr- liehen. Lanqner, SchLt. von ' der Kav. des _1. B&W. (Branden- burg) 4. Brandenb. Landw. Regts. Nr. 24, v. Poncet, Sec. Licut. von der KW. des 2. Bataillons (Sorau) „2, Brandenburgischen Land- Tvebr-Regimcnts Nr. 12, Colin, Sec. Lreut. von der Kavalkrie des 2. Bots. (Prc'n lau) 8. Brandenburgischen _Landwehr-Regts. Nr. 64, Wendland, OLC. Lt. von der Kavsdcs ]. Bats, (Landsberg'a.W.) 5. Brandenb. Landw. Regts. Nr. 48, zu Pr. Lts. bcförd. Müller,“ Ste. Lt. von der Kav. dcs 2. Bats. (Saarlouis) 4. Rhein. Landw. Regts. Nr. 30, zum Pr. Lt., Bö-sner- Müffler, Bolle,?lreß, Kill, Steinhauer, Vize-Feldw, von der Res., zu Sec. Its. der Res, der 8. T-Zxrt. Brig, Masuth, Schadebrodt, Vizc-F-ldw. vqn der Reserve, zu Scconde-Lkeutmants der Rescrve der ]. Artislene-

Brisade, Zacpernick, Müller, Vize-Feldw. von der Reschc, zu *

Sec. Lts. dcr Res. der 2. Art. Brig, Trcichel, Sec. Lieut. von der Art. des 2. Bats. (CSSlin) 2 Pomm. Landw. Regts.Nr.9,Linden- bein, ch Lieut. von der Art. des 2. Bats. (Bromberg) 7. Pomm. Landw. chts. Nr. 54, Jritsck), Sec. Lt. von der Art. déxs 1. Bats. (Schlawe). 6. Pomm. Landw. Regis. Nr. 49, Kannenberg, Scc. “Lt. vcxn dsr Art. des 1. Bots. (Schivslk'elbein) 2. Pomm. LandWehr- chimtk. N)“. 9, zu Prem. Lieuts, Jacobi v. Wangclin, Vize- Wachkmexster vom 2. Bataillcn (Nanmburg) 4. Thüringischen LSUÖWLhk - Regiments Nr. 72, Wagenschein, Vize - Wacht- Meißcr vx-m 2, Bat (Burg) 1 Magdeburg. Landwchr-chts Nr. 26, Schroeder, Vize-Wachtm. vom 2.-Bat. Neubaldenslebcn)3.Magde- burgischen Landw. Regis. Nr 66, zu ec. Lts. der Landw. Kay„

Diederichs, Y:.Lt. von der Kav. des 1.Bats.(Striegau 1.Schles. '

* Landw.Regts. r.10, zum Rittm, Rating Rensing, ize-Fcldw. von der Res., zu-Scc Lts. der Res. der 7. Art. Brig“ Körner, Vize-Feldw. vom Res. Landw. Bat. Barmen Nr. 39, zum Scc. Lt. der Lzmdw. Art., Gr v. Pfeil, Pr. Lt. von der Res. des 2. Schief. Drag. Regts. Nr. 8, zum Rittmftr. befördert.

Den 8, November. Tiß, Pr. Lt. vom 1.Niedersch1.Inf. Regt.

Nr. 46. zxxm Hauptm. und Comp. Chef Bartels, Scc. Lt. von dems. Regt, zum Pr. Lt., Wilke, charßßort. Jähnr. vom 2. Oberschl. Inf. Regt. Nr, 23, zum Port. ähnr., of fmann, Scholz, Port. Fähnrs. vom 3, Oberschl. Inf. egt. Nr. 62, zu Scc. Lts., v. Winck- ler, char. Port. Fähnr. von dtms. Regt, zum Port. Jähnr, - be- föxdett. Pixper, Hasse, Schoss, Klinkert, Schumacher, Stmon, Vtze-Feldw. von der Res., zu Sec. Lis. der Res. des 3. O5erschlesischen Inf. Reg. Nr. 62 befördert. Otto, Unteroffizier vom 1. Nass. Inf. Regt. Nr. 87 , zum Port. Fähnr. befördert. v. Zqstrow, Pr. Lt. von der Jnfanterie,des ]. Bataillons (Kiel) Holftem. Landw. Regts. Nr. 85, von seiner Dienstl. bei dem Holst. » nfqnt. Regt. Nr. 85 entbundm und dem Gen. Gouvernement in 5 hetms, Behufs Verrvendung in deffcn Verwalt. Ressort überwiesen. Frhr. v. Lindemann, Hauptmann und Comp., Chef vom Anhalt. Inf. Regt. Nr. 93, unter Beförderxmg zum überzäbl. M.)]“or, dem egt. aggregtrt. v. Barby, Pr. Lt. von dems. Regt, zum Hauptm. uny Comp.,Chef, v.Lattorff- Sec. Lt. von deMs. Regt, zum Pr. Lt. befördert. Sacro, Hauptm. WM 3. Hannov. Inf. Regt. Nr. 79, untrr Belassung in seinem Ve1hältniß als Adj. bei dem General- Kommdo. des 117. Armce-Cokps, in das 6. Oßpreuß. Inf. Reqmt. Nr. 43 ve1seßt. von dem Knesebeck, Hauptmann vom 3. Ospr. Gxen. Regt. Nr. 4, Unter Belassung in seinem Verhältniß als Adj. benn (Hen. Kommdo. 1711. Armee-Corps,

7. Pouxm. Inf. Regt. Nr. 44, unter Belassung in seinem Verhältn. als,Ad1. berm Gen. Gouvernement in Posen, zu überzähl. Majors befördert. v. Köller, Hauptm. und Comp. Chef vom 5. Pomm. Inf. Regt. Nr. 42, als *aggr. zum 7. Brandenb. Inf. Regt. Nr. 60 verseßt. v.,Romberg, Pv Lt. vom 5. Pomm. Inf. Neat. Nr. 42- unxer Entbmdung von dem Verhältn. als Adjutant der 28 Infant. Brtg, zum Hauptm. upd Comp. Chef, Fis cher, Sec. Lt. von dems. Regt., xum Pr. Lt. befördert. v. Förster, Pr. Lt. vvm- 2 Pos. Inf.

YU?- Nr. 19, der 28. Infant, Brig. als Adjutant überwiesen. von Stylvnagel, Haupt'mamz v_om Lauenb. Jäger-Bat. Nr. 9, unter Beförderung zs'um' ubcrzahlmejn Major und unter Belassung in dem Ve1haltmssc (xls Adjxxtant bei dem General - Kom-

mando )(,17. „Armee - Corps, dem Batailjon aggregirt.

Gr. v. Sttllfried, Pr. Lt. Vom Westf. Jäger-Bat. Nr. 7, unter

YzftörZérungzu'YtHaY-tmxönd dCtomF. CYef, in dZs Lauenb. Jäger-

. r. ere. ur ar ,?r...t.ar.ech*. - Bat. Nr. 7, in das Vat. einrangirt. gg sf Jäger 13. Abschiedsbewilliaungcn 2c.

Den 5. Nowember. Danielowski, Pr.Lt.v0n der Inf. des

2. Bals. (Thorn) 4. Oßpr. Lanpw. ReJts. Nc 5, der Abschied bervilligt

Lorenz, Src, Lt. a. D., früher bc der Infanterie des 2. Bats.

(Cost!) 22. Landw. Regts., von der ihm Übertragmen Funkxion als

Oesovomie-Offiz. des Ersaßbats. des ]. Schles. (Gren. chts. Nr. 10

entbunden., Althqus, Sec. Lt. vom 5. Rhein Inf. Ncgt. Nr. 65, der Abscytcd brwsngt. „Haber, Pr. Lt. von der Inf. des ]. Bats.

(Aachen) ]. Rhctmschen Landrvebr-chiments Nr. 25 Wolters,

ch. „Lt. von der Kavaklcrie des 2. Batailjcns Eupen) 1. Rhcjmschcn Landtvebr - Regiments Nr. 25, der bscyicd be-

MZF“ ZNZelnkZ, SccÖLt. von derD2 ng. J::sp, der Abschia'd be-

. ae en, auptm. a.. er m n . Cor s skiner Pens. zur Disp. gestellt, , h I 9 p , Mit [ en 6. Nopember. v. Schtveinicben, Major zur Dispos, zuikßk Hauptm. m der GardoArt. Brig, von dem ihm ubertragenen

YFUFNTHÜUW als Abiheil. Commdr. der 2. Hesfischcn Festungs- k- Abit). entbunden. „Hahn, Scc. Lieut. a. D., zulrßt aggr. der

1. Art. Brig, Kurgaß, Sec.Lt. a, D., früher in der 6. Art. Brig,

Freytag, Sec.,Lt. a, D., früher bei der Art. des ]. Vals. (Cöln - Rhein. Landw. Regis. Nr. 28- der Char. als Pr. Lt. verliehen. Beamte der Wkilitär - VetWaltung. Durch Verfügung des Krieq.s-Mini|eriums.

Den 31. O_ftobcr. Münke, Kascrneu-Jnsy., zum Garnison. Verwaltungs-Imp. ernannt.

“Den 2. November. Martin, interim. Kasernen-Insp. in Mamz, zum Kasernen-Jnsp. ernannt.

Ä

Nichtamtliches.

Frankreich; Der telegraphisch bereits erwähnte Bericht, welchen Thters uber den Verlauf der Waffenstillstandsver. haydlungen „erstattet „hat'und wslcher den Vertretern der Groß. machte, sowie der Turkec und Spaniens überreicht worden ist, hat folgenden Wortlaut: -

' Herr Boéschafter! Ich glaube den vier Großmächten (cm die Türket und Spanien wurde der Bericht erst später gesandt), Welche die Proposition Betreffs eines Waffenstillüandcs, zwischen Frankreich und

reußen u'ntetstüßt haben, e_inen gedrängten, aber getreuen Bericht Über dje ernste_und zarte Müfion zu schulden, zu deren Uebernahme ich mem? Zußtmmuna gegeben. Mit GclcitSbriefm versehen, Welche Sz'. Majestät der Kaiser von Rußland und das englicve Kabinct für mxcb von S)“. Majestät dem König von Preußen hatten verlangen jyoxlcn, verltcß ich am. 28. Oktober Tours, und nachdem ich die Lune durchschrttten, Wclche die beiden Armeen von einander trennt, begab ich mich nach “Orleans. Ohne Zeit zu verlieren, *nabm ich den Wxg nach Versaxllcs, begllttkt von einem bayerischen Offizier, den mw beiztxge'bm, der General Baron v. d. Tann die Güte hatte, um dte Schwurmkxxten zu. beseitigen, auf die ich auf meinem Wege stoßen föxmte. Wahrend dteser schwierigen Reise konnte ich mich mit metne_n e1gcnen Augen, und unglücklicher Weise in einer französischen Vrovtnz, von allcm dem überzeugen, was der Krieg-SMecktichcs-hat. -Wex_!en Mangels an Pfe'rkengenöthtgt, mich des Nachts während drei oder vier Stun'öen m Arpajon aufzuhalten, kam ich zu Versailles am Sonntag Morgerx (30. Oktober) gn. Ich blieb dort nur einige Augenblicke, da “es unt „Herrn v. Bismarck abgemacht war, daß meine Ynterredunget) mxt ihm e1| dann beginnen soüten, wcnn ichzu'Paxis die noihwenptger Weiß „unvolxsändigen Vollmachten, Welche ich von der Delegatton 'von To_urs erhalten, vervollüändigt Zhaben würde. Von Parlamentärs [Zeglet_tet, We'lche mir dkn Weg durch dieVorposten e_rleZcht-ern souxen, gtyg tch'oberhalb 'der gegenwärtig ahgcbrochenen „Bruck; von Sevres u'ber dw Seine und stieg im Ministerium des Aeußern ab, um, memen Ve'rkehr mit der Regierung zu erleichtern und zy beschleuxngeq. Die Nacht verging unter Beratvungen, und nach emcm einfitmrytg gefaßten Beschluß exhielt„_i_ch die nothwendigen VOUÜMÜchZMx um uber den Waffenßillstand, zu dem die neutralen Machte dte Idee gegeben und dre Initiative ergriffm hakten, zu unter- handeln uny ihn abzuschließen.

, Fortwäbrend h_esorgt, nicht ,eine Zeit zu verlieren, von der jede Mmute durch Vergtcßen menschltchen Blutes bezeichnet War, fam ich am folgenden Tage, ]. Nc-vember, wieder durch die Vorposten zurück,

Wittke, Hauptm. vom

und um Mittag war ich mit dem Kanzler des Nordbundes in Konferenz.

vollständig bekannt, da er, wie Frankreich, die Proposition der neu- .tralen Mächte erhalten hatte.. Nach- einigen Reserven über die Ein- nzischung der Neutralen m dtese Ncgociation, welcbe Resnvm ich an- hören mußt'e, ohne fie zuzugehen, wurde der Gegenßand meiner Mission thschen Herrn von Btsmarck.und mir vollßändig genau angegebey und festgestellt. ,Es handelte sich um den Abschluß eines Waffenfttllstandes, rvclcher dem Blutvergießen zwischen zwei.der civili- firtcsten Natiotzen der Erde Einhalt thun und Frankreich estatten soxlte, durch frete Wahle„n „eine regelmäßige Regierung zu kon ituiren, m1t welcher man auf gulttge “Weise unterhandeln könne. Dieser Ge- genstand war um so mehr angedeutet, als die preußische Diplomatie mxhrerß Male behauptet _hatte ,_ daß bei der gegenwärtigen Lage der Dmge m Jrankrexch fie nxcht wrsse, an wen sie sich Wenden solle, um Unterhandlungen anzukmxpfen. Bei dieser Gelegenheit machte mir Herr v. Bxstzmrck, ohne ]e'doch dargufWeitcr einzugehen, bemerflich, daß sich inn d1esem Augenbltckc zu Cassel die Ueberbleibsel einer Regie- r_ung befanden, die fich neu zu gestalten suche, und welche bis jeyt die emztge von Europa anerkannte sei; daß er diese Bemexkung nur mache, ym, die dipjomattscjxeLage “gez“:au festzustellen und keineswcgs, um fich m irgend emcr Wetse in dtetnncrcRegierunq Frankreichs einzumischen. Ich antwortete anf der Steüe dem „Herrn Grafen von Bismarck, daß wßr es eben so verständen; daß mch in den„Abgrund ein„es „thörichhbcschlosscnen und unfähig geführten Krieges gesurzt habe, sur tmmer tn Sedan ihre unheilvolle Existenz beschlossen habe und für die französtsche Nation Nur eine Erinnerung der SOYandde 61le dxswécxmterzes sZit'xt werde. ne a , Wa 1 ag x, zu ** ceittn, protefiirte err Gra Von Vi'smaxck nochmals gcgen „jede Idee Betreffs einer (KnmisOUtxg in uqsexe inneren Angelegenhctten uny fügte hinzu, daß meine Anwesen- hett tm Hauptquarticr und dxr „Empfang , der mir dort zu Theil Werde, der Beweis der Aufrtchttgkeit kiestr Erklärung sci,rve1'ldcr ZIFzécKOTeshNo'beubndÄs, ol,)tned denÄbRechm-ng zu tragen, was in * 4- ge 7, x cet e, mr em * candten e a - publtf zu unterh'andelnx g s d r fr nzösischcn Re ' Nachdem diese Praliminar-chcxfunaen erledégt, unterwarfen wir die Fragen einer erüen summmiscven Prüfung, welche die Pro-

position der neutralen Mächte hervorriefen:

]) Waffc-nst'küstandéptinzip,

wl s w ' . dem Blutvergießen Einhalt (' che zum kskvtlschkn Zweck hat,

zu thun und Frankreich die Mittel zu

Der (Hegenßand meiner Mission war dem Grafen von Bismarck“

übrigens die Reglerung, welche Frank-

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ewährcn, eine Regierung zu konsiituiren, Welche aufdem von der Zxation ausgedrückten Wunsche beruht. '“

2) Dauer dieses Waffenüiljstandcs, moiivirt durch die Zeit, welche die Bildung einer souverainen Versammlung erheischt.

3)Vol1ßändig gefichcrte Freiheit der Wahlen in den von den.

preußiscven Truppen gegenwärtig bescßten Provin en.

4) Auftreten der kriegsührenden Mächte währen der Unterbtechung der Feindjelxgkcitm, *

5) Endlich Verproviantirung der belagerten PLäße, namentlich von Paris, während der Dauer des Woffenftillstandes.

„Betrc-ffs dieser fünf Punkte und besonders betrcffs des Waffen- ftillstan-dspz'inzips selbst schien mir Herr v. Bismarck keine unüber- windvaren Ei_mvürfe-zu-haben, und ich konnte glauben, daß in Folge dieser ersten Konferenz, Welche nicbt Weniger als vier Stunden ge-

"dauert haite, wir uns über alle Punkte vkrftändizxen und eine Kon-

vention abschli-eßcjx würden, welche der erste Akt der_von den beiden Welttheilen so heiß gewünschten Pacifikaxion sein werde., ,

* Die Konferenzen folgten sch auf einander, gewöhnltch zrver pro Tag, denn ich War ungeduldig, ein Resulxat zu etlangen, Welches dem Donner der Kanonen ein Ziel seße , die wir ohne Untexbxechung hörten, und von tvclchen cin "eder Schuß mich neue Vkrwuxmngen, neue menschliche Opfer bxfürch en ließ. -

Hier die Einwürfe und Lösungen Über die verschiedenen oben aufgezählten Punkte während dieser Konferenzen.

Was das Prinzip und den Zchk dcs Waffenstillstandcs anbe- langt, so bekräftigte mir „Hr. v. Bismarck, daß er eben so sehr Wie die neutralen Mächte das Emde der Feindseligkeiten oder doch zum

“Wenigsten ihre-Suspenfion wünsche, und daß er für Frankreich die

Errichtung einer Regierung woljc, mit Welcher er Verpflichtunxzen ein- gehen könne, die zugleich gültig und von “Dauer sein würden. Es besmnd daher ein vollsiändigcs Einyernehmen in diesem wesentlichen- Punkte, und jede weitere Diskusfion war" unnöthig. -

Die .Dauer des Waffenstillstandes betreffsnd, verlangte ich von dem. Herrn Kanzler des Nordbundes 25 bis 30 Tage, 25 Tage zum wemgstcn. ,Zjvölf Tage -- so sagte ich it)111_[- sind nothwendig, da- mit die Wäöle-r fich vcrßändigew und ihre Kandidaten ausstellen kön- nen, ein Tag für die Abstimmung, 4 bis 5 Tage, damit die gewähl- ten Kandidaten bei dem Zvftande der Wege Zeit haben, sich in dem 11 bezeichnenden Orte zu versammeln, und 8 bis 10 Tage für eine ?ummarische Verifikation dcr'GewaLten und die Konstituirung der zukünftigen National -Vexsamn1lung. Der Herr Graf v. Bismarck blßkilt dieseVerechmmgen nicht und beschränkte fich darauf, zu bemer- ken, das;, je weniger lang die Dauer, desto weniger groß die Schr13ie- rigkeiten sein Würden, auf Welche das Waffenstillstands-Proxckt ßoßen'fönnte. Er schien jedoch, wie ich, der Ansicht zu. sein, daß eine Dauer Von 25 Tagen festgesetzt wcrden müsse. Hierauf kam die ernste Frage der Wahleg an die Reihe. Herr v. Bikimarck verscherte mir daß sie in den von der preußischen Armee bcseßten LandeStheilen :) frei sein würden, wie ste es nur in Frankreich hätten sein können. Ich dankte „ihm für diese Zusicherung, mit der ich mich begnügt hätte, wenn der Herr Grafv.Bismarck, der zuerst keine Aus- nahme für diese Freiheit der Wahlen verlangt hatie, nicht einige Re- serven gemacht hätte Bexreffs gewisser Theile des französischen Terri- toriums, an unserer GÉenze gelegen, und, wie-ersagte, ihrem Ursprung und ihrer Sprache nach deutsch. Ick antwortete sofort, daß dex Waffenstillstand, wenn man ihn, wie es der allgemeine Wunsch set, schna'll abschlitße'n woas, keiner der Fragen vorgrcifen dürfe, Welche erst bei Gelegenheit eines definitiven FricdenSUcrtrages, in Anxcgung ge- bracht Werden dürften; daß ich mich für Meinen Theil wetgere, a,uf irgend- eine derselben einzugehen, .und daß ich „_ mdcm „_ 1ch so handle, mei'nen Instruktionen und meinem persönltchen Gefuhle gehorche. Der Herr Graf Bisknarck antwortete mzr, daß er auch der Anficht “sei , an keänc dieser Fragen zu ruhreü, .und er versprach mir, in das Projekt des WaLsensZiUstandes ntchxs Über diesen Gegens'axjd einzurücken, so da aber nichts xn dicser Hinficht im Voraus abgcuriheilt 1verde;„daß, Wenn “er d1e Wahlagttation in den Provinzen, von welchetx dix Rede sek, mcht zu- lasc, er nicht verweigerc, daß sie in der “'zukunfttgxn Natxonal-Ver- sammlung von Notabeln repxäsentirt würden, dte_ nnr bezeichnen sollten, ohne daß er fich hincimnische und welche, Wie alle Repzäsen- kanten Frankreichs , vollständige Meinungsfreiheit haben wurden. Da diese Frage, die ernsteße von allen, sich ,so auf dem Wege der Lösung befand, so beschäftigten wir uns nnr dem Auftret-cn der Armeen wähxcnd der Eiusteüunq der Feindseligkeitqn. Herr v.B1smarch hatte vorher an die von Sr. Majestät dem Kömg vcrfmnmclten un_d präfidirtcn preußischen Generale rcfcrircn müssen, und nachdem jmr Alles gcprüst, war das, was uns beiderseits gerccht ;md dcn_in allen ähnlichen Fällen angenommenen Gebräuchen am metßen entyprcchend erschien, Folgendes: Die kriegfüßrenden Anne_m werdcn gcdalten sein, am Tage, wo der Wzffmstiüsmnd unterzeichnet Wird, da Halt zu mach_en,1vo sie sich befinden,“ eine Linie, alje Punkte, wo fix Halt gemacht, verbnzdend, wird dicGrenzlinic bilden, welche fie mcht ubcrschrßitcn dtchn, 1411er- balb welcher fie fich abcr bewegcn können, ohne1edoch gend emen

. Akt der Feindseligkeit zu begehen. Wir waren, so zu sagen, Betreffs

der verschiedenen Punkte dieser schwierigen Llntxrhaydlung einig ge- jvorden, als die [chte Frage, die der VcrprcMantxrung dcr fcßen Pläße und besonders von Paris, zur Svrache „kam. Der Herr Graf v. Bismarck hatte Betreffs dieses Punktes kcmcnnHauptcmwurf cr- hohen, und es schien mir, daß er nur wegen *derHohe der verlaygten Quantitäten,“ sowie wegen der Schwierigkeiten, sie zusammenzybrxngen und in Paris einzuführen, Bedenken hatte (was lcytsres ubrtgens uns nur allein anging); was die Quantitäten selbst anbelangt, so hatte ich ihm förmlich erklärt, daß sie der Gegenstand einer freu1_1d- schaft1ichen Diskusfion und selbst wichtigcr Konzesfioncn unsererseits sein würden. Dieses Mal wollte der Kanzler des Nordbundes noch- mals an die militärischen Behörden referiren, Welchen er schon vorher

mehrerx Fragen unterbreitet hatte, und wir kamen überein, die defini- tiveLömng dieser Frage auf den'nächsten Tag, Donnerßag, 3. Novem- ber, zu vertagen. *

, Donnerstag, den 3, fragte mich Herr v. Bismarck, welcher, wie ich fam) besorgt ayssah, ob ich Nachrichten aus Paris habe, worauf ich crwxderte, daß ich seit Montag Abend, dem Tag meiner Abreise, kkMk, echa1ten habe. err v. Bißmarck War in dcr nämlichen Lage. Er lteß m1ck hterquf dte'Bericht'e der Vorposten lesen, Welche von emcr Revolutton m Paxts und der Proklamation einer neuen Re- gierung fprachxn. Dleses Paris, von rvchem sonß dic gcrinJLen Nachr1chtenu1ttderUSchnxlle der Elektrizität abgingen, um, [(ck in wenigen_Minuten user die ganze Welt zu verbreiten, hätte in diesem Augenblick? der Schauplaß einer Revolution stin können, ohne daß man ck dm que jpäter an seinen'Thorcn Wußte. Tief betrübt über dieses hjstortscßxPhanomcn, verficherte 1ch dcchrrnGrafen v. Bismarck, daß, Wenn dte Unordnung einen Augcxxblick lanZ in Paris habe trium- phiren können, die energische Liebe der pariser Bevölkerung für die Ordnung die ihrer Vaterlandsliebe gleichfomme, die gestörte Ord- nung _ba d heMell-en Werde. (Thiers wußte bekanntlich, daß bei seiner Abreijc von aris ein Aufstand ausgebrochen War, er glaubtejedoch, daß Alles wieder beigelegt sei, da Herr „de Choissuil, Nationalgardist zu Pferde, 1hm nacbsprengtc, um ihm, jedoch fälschlicher Weise, mit““ zutheilen, daß die Ruhe wieder hcrgeßellt Worden sei.) Jndeß hatte ich keine Vollmachten mehr, wenn die verbreitsten Nachrichten begründet warm. Ich mußte daher die Unterhandlung bis zu weiteren Infor- mationen suspsndiren. Da ich von Herxn v, Bismarck Tie Mittel exlangt hatte, mich mit Paris in Verbindung zu sehen, so konnte ich am nämlichen Tage (Donnerstag) erfahren, was sich am Montage zugetragen, und mich vergewissern, daß ich mich nicht geirrt hatte, als ich verfichertr, daß der Triumph der Unordnung nur cinige Stunden hatte dauern können.

Ich begab mich am nämlichen Abend zu Herrn von Bismarck, und wir seßten die am Morgen unterbrochene Unterhandlung. während eines Theilcs der Nacht fort. Die Frage Betreffs dcr Vcrprovianti- rung der Hauptstadt wurde zrViscben uns auf's Lebhafteste besprochen, indem ich immer bkhauptete, daß meine Forderungen, insofern es die Quantitäten betxäfc', nach einer detaiUirteu Diskussion nlodifizirt wer- den könnten. Bald konnte ich aber sehen, daß es keine Dctailfraqe, sondern eine Prinzipienfrage war, wclche aufgeworfen Wurde. Ich machte bei Herrn von Bi6march ,das große Waffenstiußandsprinziv geltend, welches erheischt, daß sich ]eder Kriegführcndc am Ende einer Suspenüon der Feindseligkeiten in der nämltcyenLage l.!efmdet, in der er sich beichginn derselben befand; daß dtcscs auf der Gerechtig- keit und der Vernunft bafirte Prinztv den Ge'orzmch zur Folge gehabt, die belagerten Pläße zu verproviantiren und jeden Tag die Lebens- mittel zu erseßen, welche aufgezehrt worden seien,“ „dem: ohne diese Vorsicht, sagte ich zu 43217711 von Bisjnarck, wi'nde em Waffenstillstand hinreichen, um die stärksten Pläße der Welt zu nehmen.

Er konnte, ich glaube es zum Wenigsten, auf diese VuSeinander- sekung der unhestritkenen und unbeßreätvaren Prinzipien und chräuche nichts erwiedern. Der Kanzler des Nordbundes , aLSdann nicht in seinem Namen,_sondern im Namen der Militärbchörkcn spkecheüd, erklävte mir, daß der Waffenstillßand ganz gegen. die preußischen, In- téresson sei; daß die Gewährung eines Wafsmxfttustandcs von emem Monat unseren Armeen die Zeit verschaffen „wurde, sich zu organi- firen,“ daß die Einführung einer Quantitat von Lebenömitteln in Paris, die schwer festzuseßen, diesem das Mittel geben würde, auf unbestimmte Zeit seinen Widerstand zu verlängern, und daß man des- halb solcheVortheile ohne vmilitärischc Aequwakéntee (so ist der Aus: druck des Herrn v. Bi§march) nicht bewilligen könne. Ich beeiltemich, zu er1vidcrn, daß der Waffenstillstand ?_hnc Zweifel fur'uns gewiffe maiericlle Vortbetle haben könne, daß jedoch Has prxußrsaze Kabinct dieses bei Zulassung des Waffenfiiüftandsprmztps hatte voraussehen müffen; daß übrigens die Pycjfikation der nationalxn Leidenschaften, die Vorbereitung des Friedens und besonders Hie Erfüllung des förm- lichen Wunsches von Europa-für Preußen polnische Vortheile wären,

"jvekckye die materiellen Vortheile, die es uns bewilligen köünk, auf-

wicgen würden. Ich fragte alSdann, Welche die »militärischcn Cagi- valentc- wären, Welche man von uns verlange , denn. Hcrr von Vrs- marck gabcine große Sorgfalt fund, fie nicht zu bczetchnen.

Er thexlte fie mér endlich immer mit Der nämlichen Zurückhal- tun,“. mit. »Es wäre -- meinte er - eine militärisxbe Stelltxng um Penis.- ** Und als ich darauf bestand, mehr zu Mffcng-Em Fort - fügte er hinzu, - vieücicht zwei.a Ick stet denz Kanzler des Norddeutschen Bundes sofort ins Wort: »Es ist Parxs - sagte, ich ihm, -- welches Sie von uns vetlmgcn; denn uns dxe Vsrpxqvtan- tirung verrveigern, heißt, uns einen Monat UtKsWék Vcrthexdtgung Wegnehmen; von uns ein oder mehrere Forts fordern, „heißt unsere Wälle verlangen. Es heißt mit einem Worte, uns Parts abwerlan- gen, indem wir Ihnen die Mittel an die Hank) geben souxn, es auszuhungern oder zu bombardiren. Als mr darauf em- gingen, mit Ihnen Wegen eines Waffenstiüftandcs zuvuntsrhqndely, haben Sie niemals 'vorausseßen können, daß d're Bödmguyg dekselben sein Werke, Ihnen Paris selbst zu uherltefcrnz PWH, unscre Hauptkraft, unsere große Hoffnung “und fur Sxe die größte Schwierigkeit, wxlchc Sie nach cmer Belagerung von 50 Tagen noch nicht überwinden konntcnx Bei diesem Punkte 9txgelangt, konnten wir keinen Schritt weiter thun. Ich bemerkte daes Hexry von Bismarck, und es war für mich lcicht z_u erkennen, Yqß der 111111- tärische (Geist in den Beschlüssen Preußcüs uber den"poltttschen Geist, Welcher den Frieden und alles, was- zu demselben fuhren k_onnte , an- rieth, den Sieg davon getragen hatte. Ich vcrlangtx h1erauf von Herrn von Bismarck die Möglickykeit, mic!) nochmals

_?u den Vor- Posien zu begeben, um mit Herrn Jules Javxe _uber _dte'e pcue Lage zu berathen, was er mit einer Höflichkctt berUlgte, dxe 1ch tmmer in

allem, was die persönlichen Beziehungen betraf, gefunden habe. Als

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