Ueber das erste gemeinsame Manövrr des 7._ und 171. Armee-Corps am Doynerstag enthält die „Schlesische Zeitung“ folgenden Bericht: ,
Dem Manöver lag die Idee zii Grunde, daß ' eme Süd- Armee von Mähren in Schlesien 'emgedrungen sei und" fi_ch auf die Nachricht vom Anmarsch eincr Nord-Armee von_(§quis in der Richtung auf Liegnitz aus der Linie Schweidmß- Strehlen nach Nordwssten gewendet habe. Das ?. Corps bildete das dem Gros der Nord-Armee um zwei Taaemarsche voraus brfindliche NordCorps deSielbeq; das 71. Corps bildete die Vorhut der Süd:Armee, die die Aufgabr erhalten hatte, sich heute (Donnerstag) bxi Striegau auszuschließexx, fich der Uebergänge iiber das Striearmer Waser z'u verslckxkkn und möglichst weit gegen Liegxnß ,qUFzUklakM- „ DM 7. Corps waren die Garde-Kavaüerte-Dimsion u_nd eine rei- tende Batterie des 1. Garde:Feld-AriiUer1e=Regiments bet- gegeben. Ihre Majesi'äten die inser Franz Joseph und Wilhelm mit ihrem Haupxquarner brachrn um7 /2_Uhr Morgens von Rohnstock auf und „begaben Sich zu Pferde über Pilgramshain nach den Waldhohen nordlich von Striqgau, dem Georgsberg und dem Breitxit Brrg,_von"deren nordiichrn Abhängen sie im Verein mit Lyr- Ma1estat dem KMW von Sachsen und den Prinzen , Georg und Friedrich August von Sachsen drr Entmickelung , des Gefrchts zusahen. Von hier aus iiberschaut man weithin das huge- lige, hiiufig in hohen, bald kahlen, bald “bewaldeten Bergen fich erhebende Gelände. Hier fuhr unmittelbar ziehen don Monarchen ArtiÜerie auf, um den vpm (Hanseberg im Nordrn her zwischen Fehrbeutel, Pilgramsham und Ersdorf unter dem Schuhe feiner Batterien vorrückenden rechten Flugsl der. Nord- Corps u beschießen, während sich am Fu der &“;th die 12. Jnéanterie-Division du'rch' Aushrbung langer Schu§2n-
räben zur Vertheidigung Einrichti-“tk. Auf dem rerhten Flugel es Süd:Corps war Es zwischen dcr ngaüene beider Yrmern bereits um 81/2 Uhr Morgens 'zu Kampfen gekommen, die resultatlos blieben. Ebenso blieb eine um 91/2 „Uhr noch weiter östlich stattfindende , große Kavallerie = Altach ohne Eiiiftuß auf die Eniw1cklung drs Geferhts. DU? Höhen obsrhalb des Standpunktes brider Kaiser 'waren dicht besrßt mit Zuschauern, die ungshmdert sogar'bis dicht hinter den feuernden Batterien standen. 'Allecxx schien emezt allgemeinen Angriff des Nord-Corps auf diese 1chari verihri- digten Höhen anzukündigen. Da erklanizeri gegen 121/2 Uhr die Signale: „Das Ganze Halt!“ Allmahlich verstummte m der Ferne wie in der Nähe daS Geschüh- rind Gewrhrseuer, und die Mehrzahi der Zuschauer traf den Ruckweg an. Aber eine halbe Stunde später erdröhinte neuer_KaU01irpdoiiner. Der Kampf begann von Neuem. Die Jnfgnterie des Sud:Corps brach aus ihrenSchiißengräben hervor und ging auf der ganzen Lime um Angriff iiber. Zu beiden Seiten der von Striegau nach Jauer ührenden Chauffer über Frhrbeytel gegen Groß-Nbien und
auer hin rückten die langen Reihen der Schußenlmien unter beständigem Feuern vor Und stürmten erstgegmnntrxß Dorf'und dann die kahlen Hänge der waidbedeckten Hoherx hrnan, hinter den zurückweichrnden Bataillonexi de;; NordCorps. Diries gab daS [Ebendigste feffelndi'te Viid eines regelrechten Ruck? zuges unter beständiger Vertheidigung desselbeii,_ wobei jeder kleinste Vortheil des Bodens aiifs Geschicitejte aus- genutzt wurde. Die Regimentrr deS SudCorps „foigien dem Gegner auf dem Fuße. So ging dgs Gefecht weiter uber _die Waldhöhen und die Landstraße bis nach Groß-Rbsen, eme Strecke von 6 icin vom Fuß der Höhen vor Striegau ajus. Die Truppen des Nord-Corps schi_enen sich _nochmimmer weiter nördlich gegen Jauer hin zurückzuziehen; Pie Furstriz trennten sich auf dem Manöverfelde. Se. Maxrsiai der Kaner, heute in dem Helm und dem dunklen Wafxenrork der Breslauer Kürassiere, ritt mit Seinem (_Hrfolge quer ubrr Feider und Landwege zur Höhe von Öälecht und durch drn Eichenwald mit den alten Riesenb'ciumen nach Rohnstock zuriick. '
“Dem Man över des zweiten Tages,_am Freitag, lag wre „W. T. B.“ berichtet) folgende Speziaiidee zu. Grunde,: „- as 71.2[r111ee-Corps hat sich am Donnerstag auf der LimeStrertberg- Fuchsberg entwickelt und den Angriff des Germer?) zum Stehen gebracht. Letzterer at, gefolgt von dem 171. ArnreeCorpS, auf Jauer den Rü zug angetreten und Voryosten von Eich- berg bis Ober=Rohnstock achgescht. Der Feind (7. Armer- Corps) rechnet auf Verstärkungrn; es ist daher dl?- Eni1cher: dung vor deren Eintressrn herbeizuführen.“
Se. Majestät brach bermts um 6 Uhr Morgens zuin Manöverfelde auf. Im offenen Wagen fuhr Er, als eben die aufgehende Sonne die Schloßgiebel vergold'eie, aus Rohnstock
eraus auf Jauer zu, wo Er zu Pferde stieg, um heut-z die Führung des 171. ArmeeCorpS selbß zu Übernehmen. Eine hal e Stunde nach Ihm folgte Kai er_ Franz Iosrph. Das Nord-Corps (U.) hatte gestern auf dem bergigen Ge- lände auf drr Linie RepperSdorf-Brechelshof-Schlaup feste Stellung genommrn und sich besonders_auf der) durch ueie Schluchten getrennten waldreichen Höhen 1iidwe1tlich Brrchels- hof, dem Wachberg und Breiteberg zur Vertheidigung eingerichtet. Seine nach Süden bis Herzogswaldau- Semmelwiß vorgeschobencn Kräfte wurden von der Kavallerir-Division des Süd=Corps auf dem rechten Flügel, von der Infanterie: und Corps-Artiüerie im Centrum scharf bedrängt und in beständigen Gefechten, beionders einem heftigen Artillcriekampf, auf a_[len Seiten zuriickgeworfen. Ein Sturmangriff auf Brecheish01 wurde abgewieien, da die Ver- theidigung durch an das Nord-Corpß gbkzegebenr Detachements des supponirten vierten Corps bei Go dberg ;m Gestalt von markirten JnianterieBataillonen bedeutend verstärkt worden war. Mehr und mehr koyzentirrte fich der Haapt- kampf um die zum Theil waldbrdeckten Bérghöhßn, zwischen denen in tiefer Thalschlucht Dbrf Breiiibrr enz- gebettet liegt. Die Sturmkolonnen drs Sud=§5§orps, u rr die ganze Breite der Hänge aUSgedehnt, grygen wahrend heftigsten Geschüßfeuers von Höhen zu Höhen, hinüber tambonr battirur gegen die starken Stellungen des Feindes vor. Auf dem siid- westlichen Hange des Breitenberges kam es ziim Sturmlauf mit Hurrah, dem sich der Gegner von der Hohe herab exit- gegenwarf. Wii rend das Schnel1feuer auf alLeii Hungen m Schluchten und ehöizen prasselte und der'Geschixßdonner am lautesten loste, kam Se. Majestät der Kaiser Mit dem Chef des Generalstabes Grafen Waldersee und großem Gefolge zu den Feuerlinien des von ihm geführten Siid-Corps bergauf- wärts herangesprengt, beobachtete den Stand des Kampfes und befahl dann, dasSignal „das Ganze Halt !“ zu blasen, das bald von aUen Truppentheilen in der Nähe und Ferne wiederhyli wurde. Aamähiich verstummte das Feuer, und der Kaiser niit ganzem Gefolge ritt den steilen Osthang des Wachberges hinab durch
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uke ! au ehalten hatte. So endete un12 Ubrdas Manöver, FZ Zn bike Ma'chchtüchtigkeit und Ertraaungsfähiglkeit der Truppen, besonders des leCorps, die höchsten Anforderungen gestellt hatxe. Der Reichskanzler von Caprivi und GWC Kälnoerwaren fruh 7 Uhr zusammen ins Manöverfeld gef_a ren. Die Trirppen und kVorposten bezogen nach Beendigung des Manovers Bima . " _ Um 4 Uhr trafen die Majestäten vom Manovrr wreder in Rohnstock ein. Abends um 8 Uhr" fand em Ymer statt, bei welchem zur Linken Sr. Maxxstat des Kaners Franz Joseph Se. Majesiät der Kaiser Wilhelm, zur 'Rechtext der Reichskanzler von Caprivi saß. eriks vom Kurier Wilhelm saß der König von Sachsen, neben diesem Graf Kalndky. Dem Kaiser Wilhelm gegenüber saß Graf Hochberg. Beide Kaiser haben den gegenseitigen Gefolgen zahlreiche AUSzeichnungen verlie rn. ' HLiener Blätter melden, das; der Ka1ser_Franz Joseph gestern Nachmittag den ReichHkamler von Caprivi embfangen und demselben das Großkreux des Stepbarts-Ordriis m BriÜanten überreicht habe. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm habe zur gleichen Zeit den Minister Grafen Kalnoky empfangen.
Wie die „Dam. Ang. Ztg.“ erfährt, wird Se. Majestät der Kais er am 22. September Nachmittags aui Bahnhof Trakehnen eintreffen und von dort aus. zu Wagsq nach Theerbude fahren. Se. Majestät gedenkt einige Tage m der Rominter Haide zu jagen und etwa bis zum 1. Oktober dort zu verbleiben,
Auf sämmtlichen Königlichen Steinkohlengruben de? Reviers Saarbrückrn ist gestern, wre die „Saarbr. Zig. berichtet, folgende Bekanntmachung qngeschlaqeri worden: Se. Majestät, unser Allergnädigfter Kizrser und König, nehmen an dem beklagenswerihen Unc-„lucksfall auf Grube Maybach schmerzlichen AnlherL. Se. Excehenz, der Herr Minister fiir Handel und Gewerbe, Herr Freiherr von Berlepsch, hat mich beauftragt, dieß zur Kennimß der Hinter- bliebenen der verunglückten Berglrute zu brmgen und den- selben auch Ihren wärmsten Aniherl an dem schweren Verlust airSzudrücken. Saarbrücken, den 18. September 1890. , . Der Vorsitzende der Königlichen Bergwerks-Direktwn: Nasse, Ober-Bergrath.
„W. T. B.“ bringt folgende Mittheilung: „Englische Blätter verbreiten die Nachricht, daß _ die Häuptlinge drr Krepis eine Deputation an den englischen Gduverneur m Afra gesandt hätten, um genen die Abtretung ihreß Landes an Deutschland zu protestiren. Dir Einwohner harten sich drr Besetzung diesrs Gebiets durch die Deutschexi wrderseht, sodaß die Deutschen gezwungrn gewesen wäreii, sich mit meh- reren Verwundeten zurückzuziehen. In hiesigen amtlichen Kreisen ist hiervon nichts bekannt.“
Dem Gerichts-Affeffor Funke zu Höxter ist die einst: weilige Verwaltung der Spezial-Kommissron 11 doriselbst übertragen worden.
S. M. Schulschiff „Nixe“, Kommandant: Korveiten- Kapitän Freiherr von Maltzrxhn, ist am 19. d. M.,m Las Palmas (Canarische Inseln) ringrtrofsen und beabsichtigt, am 22. nach St. Vincent (Kap Verdifche Inseln) Wieder in See zu gehen. ,
In der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des„ReichE- und Staats=Anzeigers“ ist eine Zusammenstelxung der Zucker- mengen, welche in der Zeit vom'1. bi? 15. Septembzr 1890 innerhalb des deutschen Zoügebiets mit dem Anspruch auf Steuervergüiung abgefertigt und aus Niederlagen gegen Erstattung der Vergütung in den freien Verkehr zurückgebracht worden sind, veröffentlicht.
Posen, 19. Ssptember. Der konimandirende Genrral des 17. Armee-Corps, General=Lieutrnant von Seecki hat, der „Posener Landwehrzeitung“ zufolge, an den Vorsihenden des Posener Probinzial-Landwehr-Verbandes, General-Land- schafts-Direktor von Staudy das nachstehende Schreiben ge-
ri let: ck Liegnih, den 15. September 1890.
Se. Majestät der Kaiser und Konig haben Allergnädigsi aerubt, bei der heutigen Parade Aaerböcbstibrer vollen Befriedigung über die gute Haltung der Kriegervereine aus dem Bezirk des 7. Armec-Corps Auödruck zu geben und zu befehlen, den betbciiigien Krieger- und Landwehrvereinen hiervon Kenntniß zu geben.
Dcr kommandirende General. von Seeckt.
Kiel, 20. September. Das Offizier-Corps des österreichischen Geschwaders veranstaltet,_w_ie„WTB“ meldet, heute Nachmittag an Bord des österreichischen Flagg- schiffes „Kronprinz Erzherzog Rudolph“ eine kameradschaftliche Vereinigung. Das Hinterdeck des Schiffes ist mit Flaggen und Waffen geschmackvoll dekorirt.
Bayern.
München, 18. September. Se. Königliche Hoheit der
Prinz-Regent hat sich mit seinem Sohize, dem Krinzen
Arnulph, und in Be leitung des Umversrtiits-5 rofeffors
])1'. Angerer sowie der eiden Flügel-Adjutanten Ritter von
Wiedenmann und Freilerr von Wolfskeel heute Vormittag mittels Sonderzuges nach Oberstdorf rm Algäu begrben.
Sachsen.
Dresden, 20. September. Mit Sr. Majestät dem König zugleich treffen, dem „W. T. B.“ zufolge, heute Abend die Prin en Ludwig und Rupprecht von Bayern aus Schlesien hier ein und werden in der Villa zu Strehlen Auf- enthalt nehmen.
Baden.
K a r l s r u h e, 18. September. Ihre Königliche "Hoheit bis Gr 0 ßh e rz o g in besuchte gestern Vormittag das stadtische
dentinnen von auenvereinen dor umliegeqden Amtsbezirke.
1ü1m 5 Uhr ends traf hre Kaiserliche _Hoheit die Großherzogin von Tos ana, , von Lindau kom- mend, mit drei Prinzessinnen, - Töchtern JUm Besuch auf Mainau ein und verweilte dgselbst bis 7 Uhr Abends. Heute Mittag bat die Großherzogin, der „KarlSr. tg.“ zufolge, Mainau verlassen imd rst,_ um 1. Uhr von Kon anz abreisend, um 3 Uhr in Donaueschingen rmgetroffeq, von wo aus Höchstdieseibe der Kindersoolbadstation Amaliertbad m Dürrheim einen Besuch abstattete. Die Weiterreise nach Baden : Baden erfolgte Abends 7 Uhr.
Sachsen-Weimar-Eiseuach. Weimar, 19. September. Se. Königliche Hoheit der Großherzog wird, der „Th. C.“ zufolye. heute oder morgen von Scheveningen zurückkehrend auf der Wartburg erwartet.
Oldenburg.
Oldenburg, 18. September. „Der Großherzog hat, wie dem „Hann. Cour.“ gemeldet wrrd, den Minister 3. D. Tappenbeck in Oldenburg auf dessen Ansuchrn zum 1. Oktober in den RUhLsiand verseßi u'nd den Regierungs- Rath ])r. Driver zum Ergänzungsmriglted der beim Siaals- Ministerium, Departement des Innern, bestehenden Abtheilung fiir Gewsrbesachen ernannt. '
Das Großherzoglich oldenburgrsche _Staats- Ministerium macht bekaxmt, daß der Herr Re1chskanzier auf Grund des §. 2 der Kaiierlichrn Verordnung vom 6. Marz 1883, betrrffend das Vérbot der „Einfuhr von Schwemeir, Schweinefleisch und Würsten „amerikgmschen Ursyrungs, die Durchfuhr von Schweineflrisch amerikanischen Ursprungs 1) für die Etienbahnsirech Bremen- Braie-Nordenham und 2) fiir den Wasserweg Bremer- haven-Geestemünde oder von Bremen einerseits nach Nor- denham oder Brake andererseits unter der Bedingung gestattet hat, daß die Waari'n brim Beginn des T_ranEports untxr amtlichen Vsrschiuß grnommen werden_ und m demselben bis zum Wiederaustriit aus dem qulgebict verbleiben. „Ferner ist die Einfuhr ganzer Speckieiten und von. gepokeltem Schweinefleisch amerikanischen Urspru_ngs zur Wiederqysfuhr nach dem AuéZlande, forme die Einfuhr von_ gepdkeltexn Schweinefleisch zur Verproviantrrung „von Schiffen in die Stadt Brake genehmigt., Bei dieser Einfuhr smd die nach- stehenden Kontrolvorschrrften zu beachten: . _ ,
1) Wer Schweinefleisch einschließlich Specksetien axnertkamschrn Ursprungs einführen will, muß beim Amt Brake mxr die Erlaubmß hierzu nachsuchen. Diesrlbc wird nur solchen zureriasfiqßen Personrn ertheilt, wriche kaufmänniiche Bücher ordnungßmaßtg fuhren; sie ist widerruflich und an die Stciiung einer Kaution von 1500 „46 gebunden, die Vom Amt Brake bis auf 5000 „M erhöht werden kann. 2) Nach Ankunft der Waarrn smd dieselben vom Empfanger resp. Schiffs- fübrcr nach den rom Amt zu bestimmenden Merkmalen. anzumelden, gleichviel, ob sie auf Lager genommen smd oder dirext an die Schiffe abßegeben werden. Der Empfänger bat uber die Waaren besonders Buck) zu führen, svätestrns am Schluß „des Kalender- monats ein uenaucs Verzeichniß, sowie am Schluß 1eden Kalender- jahres eine Generalabrccbnuvg nach Vorschrift des Amts diesem einzureicchm. 3) Das Amt führt auf Grund der Anmeldungen ein Register über Zugang, Abgang und Bestand der Waarrn und kontrolirt deren vorschriftßmäßiiie Verwendunq._ Dasselbe 1st„be= rechtigt, jederzeit Bücher und Läger der Cmpfanger zu revidiren. 4) Der Hafenmeister, irwie die sonstigen Hafenbeamtrn und die Polizeioffizianien find vervflicbtct, von jedem ihnen zur Kenntnis; ge- langsnden verbotenen Absatz der Waaren sofort Anzeige zu machen. 5) Soll die Einfuhr zum Zweck der Lagerung im Zollgebiet statt- finden, so ist“ die mittelst Gesuchs an das Hauptzollamt Brake zuyor zu erwirkeride Bewiiiigung eines besonderen Privatlagers erforderlich.
Sachsen-Cobnrg-Gotha. Coburg, 18. Septrmber. Die „Coburger Zeitung“ reibt: -
W Die .Coburgrr Zeitung“ isi schon nxehrfach in der Lage gewesen, die abgrschmackten Ruttenstein'fchen Pratenfionxn durch klare Dar- legung des Sachverbalt§i ins rechte Licht zu ruckcn. Neueren Ber- suchen gesiknüber, drs Publikum irrezufübren, sei nochmals wahrheits- emäß erklärt: „ g Der Prinz Leobold ron Coburg heiratbete am 23. April 1861 das damalige Fräulein Conskanze Geiger. Der_ vor der Ehe, am 12. Oktober 1860, geborene Sohn wizrde von seinem Vater adoptirt, und Mutter und “Sohn erhielten aus Veranlaffupg des Chefs des- Hauses erst am 24. Juli 1862 den Tiiel Baronm u„nd Baron von Rutienstein. Prinz Leopold hat, als er seine Yermablung vbuzdg, schriftlich erklärt: „daß er für seine Frau und semrn Sohn me eme Subremion von Seiten des Herzoglicheg Hab'ses bearcspruchen werde, was auch für den Fall seines Todes Gultigkeit babe. _ .
Nach drm Ableben dcs Prinzen Leopoid sah sich Prinz Philipp von (Coburg veranlaßt, dem jungen Baron von Ruttenstetn eine Leib- rente für deffen Lebenszeit im Betrage von 10 000 F1. Oe. W. "pro Jahr auszusehen. ch?)cmlmlsthat der Baron auf akle weitrren Ansprache ' ri'iiichen Veri ge eisie . 1ch sWenn troßzdcm jetzt versucht wird, in dem von _Adfvvkaten h_e- raibknen jünger! Manne irrige Ansichten wachzurufen, die ["bn obenem in Widerspruäy zu seinem ausdrücklichen Verzicht sehen wiirden, und wenn nach pikaniem Stoff begiertße Blatter sich bectfern,* das Märchen vom coburaischen Pseudo-Prtnzen weitxrzutraaen, so kann das weder von den Advokaten nock) von_ drn Blattern Wunder nehmen. ES ändert aber nicht das Gerinqiir. aii der Thaxiache, daß das Herzogiichc Haus dem erst später legitimirxen natrrrltcben Sohne 'der verstorbenen Baronin Ruttenstein gegenuber keinerlei Verpflich- tungen bat.
Waldeck.
Pyrmont, 19. Septembrr. Das Befinden Sr. Durch; taucht des Erbprinzen hat sich, wre mch dem „Hann. Cour. meldet, soweit gebessert, daß seine Ueberfuhmng nach Arolsrn in Aussicht genommen werden konnte. Zu diesem Zweck. ist auch Anfang?- der Woche der ,Hof- und Kammer-Nath Ur. Möhl- mann nach Parchwitz abgereist.
Reuß ä. L.
(+) Greiz, 19. September. Gestern Vormittag traf der Prinz Hugo von Schönbixrg-W'alderiburg in Be- gleitung seiner Tochter, der Prinzessin Elistxbeth zum Besuch am hiesigen Fürstlichen Hofe em. Die Ruckkehr nach Droyisig erfolgte gegen Abend.
Schaumburg-Lippe. ' , '
Bückeburg, 19. September., Das “751th1942 Stif- tungsfest des WestfälischenJägerZBataiilons Nr. 7 wird am 25. und 26. September hier festlich begangen werdxn. Zahlreiche Offiziere, welche Früher dem „Bataillon qngeßort haben, und frühere Jäger ha en sich bereits zur Thßilna me angemeldet. Es werden zwischen 600 _und 800 Festgastx von auswärts erwartet. Auch in der Bevölkerung des ?hrsten- thums Schaumburg-Lippe zrigt fich großes Interesse ür das Jubiläum des Batailwns, in dem viele Schaumburg-Lipper,
das Dorf Bremberg im Grunde und jenseits wieder hinauf zu den Batterien des 7. (Nord-) Corps, bei denen Kais er Fraanoseph
Spital in Konstanz und empfing Mittags mehrere Prä-
namentlick) älterer Jahrgänge, gedient haben. Se. Durch1aucht
der _ ierende Fürst, welchxr Chef des Bataillons ist, hat, dem „ ann. Cour.“ zufolge, seine Theilnahmz an dem Fest in Ausficht gefreut. .
Elsaß - Lothringen.
Meß, 19. September. Wie die „Lothringer eitung“ meldet, ist gegeii den bei der Fortifrkabon bes äftigten Techniker Ludwrg Stöckel die Untersuchung wegen Landesverraths eingeleitet.
Oesterreich - Ungarn.
„Wien, _20. Sepirnzber. Ein an den Erzherzog Rainer gerichtetes_Ka11erliches Handschreiben belobt die Herltung, Ausbildung und Marschleistungen der H ster- reich11chen Landwehr bei den Manövern von Vöcklabruck und Teichen. ,
_ Wie der „Wrezi. Abdpst.“ aus Lemb er g gemeldet wird, ist am 17. d. M. im galizischen LandeSausschuß eine aus Landtags-Abgeordneten, Landesbeamten und dem Hofrath der Stalihalterei Grafen Loos zusammengesetzte E n qu e te zusammengeireteii, um den Entwurf einer neuen G 6 mein d e- ordnu ng fiir dre kleineren Städte und Marktflecken Galiziens zu berathsn.
Rußland und Polen.
. St. Petersburg, 18. September. Die neuen Be- stimmungen iiberArbeiter-Unfallversicberung treten demnärhst in Kraft. Danach hat, wie die „St. Pet. Ztg.“ mittherlt, jeder Arbeiter, der nicht aus eigener Schuld, in Ausübung seines Berufes, Unfall erleidet, bezw. seine Familie, Anipruch auf eine Entschädigung, deren Höhe sich nach dem erlrttxnen Schaden und “nach der Höhe des leßten Jahres- _Arbertslohnes richtet. Sollte der Arbsit er zeitweilig oder für immer arbeitsunfähig werden, so hat der Fabrikbesißer die Kurkosten' zu tragen, sowie den Schaden an Hab und (Hut, den er erlitten, zu ersetzen. Die zu zahlende Pension hat im Fall dauernder völliger Arbeitsunfähigkeit dem lebten Jahres- be'trag gleichzukommen. bei nur geschmäle rter Arbeiisunfähig- keit aber in, dementiprechendem Maße. Die Familie eineS dauernd arbrrtßunfähigen Arbeiters, oder eines solchen, dessen Arbeitsunfähigbeit dauernd herabgeseßt wurde, ist nach dem Tode des „Arberters nur in dem Faile pensionsberechtigt, wenn der Tod in Folge eines Unfalls und jedenfails nicht später als drei Jahre nach diesem eintrat.
Italien.
Rom, 20.Sep_tember. Der König und drrKronprinz find in Florenz eingetroffen, um der heute stattfindenden Enthüllung des Denkmals Victor Emanuel's brizu- wohnen; die Bevölkerung hatte ihnen einen sympathischen Empfang bereitet.
Die Herzogin von Genua ist aus München in Spezia angekommen, um bei dem Stapellauf des Panzer- schiffes „Sardegna“ als Pathin zu fungiren. Wie „W. T. B.“ meldet, ist der Stapellauf heute kurz vor 11 Uhr glücklich vor sich gegangen. "
Das „Amtsblatt“ veröffentlicht die Enthebung des Finanz-Ministers SeiSmit-Doda von seinem Posten, mit dem Giolitti interimistifck) betraut wird. Ferner wird eine Verordnung des Ministeriums des Junerxi publizirt, nach welcher von Masfovah kommende Schiffe in der Lazareth-Staiion von Asinara eine Quarantäne durch- zumachen haben.
Die „Riforma“ erfährx, daß am kommenden Monta Y_aring und Grenfell hier eintreffen, um gemeinschaftli Mit dem hiesigen englischen Botschafter mit der italieni- schexr _Regierun Betreffs der Abgrenzung der englisch- 1talremschen Brixißungen in Afrika zu verhandeln.
_ Dem „Dresd. Journ.“ wird unter dem 15. b. aus Rom ge- schrieben: Obwohl über den_ Zeitpunkt der Neu wahlen noch rein endgültiger Beschluß feststeht, treffen die Radikalen bereits ihre Wahlvdrbereituxigen. Sie haben ein Centralcomité und eine Exrkunvkommirsion eingesetzt und verlangen von den OrtSUrremen Eine Art Steuer, indem sie die Forderun er- heben, daß, dieselben einen Beitrag zu den ahl- auslagen, leisten; auch wird ihnen empfohlen, lokale Wahlcomités zu gründen. Das Gebiet, aus welchem die Radikalen den Kampf gegen das Kabinet fiihren wollen, rst das der StaatsaUSgabrn in Verbindung mit dem Drei- huxide. Sie behaupten, daß der Abbruch der französisch- 1taiienischen Handelsbezirhurigen und die wirthschastliche Krisis eine Folge der Verbindung Italiens mit den mittel- europärschen Mächten ist. Sie beharren darauf, daß im Miirtärbudget gr oße Ersparnisse gemacht werden müssen, und behaupten, daß dies unmö lich sei, solange Italien dem Dreibunde angehört. Die adikalen fiihren also die ver- chiedenstm Gründe an, um die Nothwendigkeit zu erweisen, aß Italien aus dem Dreibunde austrete. Sie vergessen dabei, daß Frankreich seine Handelsverträge selbst mit Griechen- land und der Türkei nicht erneuerte, obwohl es große In- teressen im Orient zu wahren at, .und übersehen die That: sache, daß das vollständig prote tiomstisch gewordene Frankreich im Jahre 1892 keinen seiner Handelßverträge me erneuern will; ste bedenken schließlich nicht, daß Italien, gera e wenn es nrytrcrl bleiben wollte, seine militärischer) Ausgaben be- trachtlich erhöhen müßte, um für „ die Verrheidigung aller seiner Grenzen vorzusorgen. Dre Radikalen aben für alles dgs kein Verständniß, fie streben nur ein Sie an: den' Austritt Italiens aus dem Dreibunde. „Die konsti- tutioxiellen Parteien ihrerseits haben dir Wahlbewegung noch nicht eingeleitet, da sie erst über den Zertpun i_der Neu- wahlen im Klaren sein wollen, bevor fie ihre Thätigkeit be- inrien. Die all emeine Meinung geht dahin, daß die
egierung demnäch ein klares Programm Betreffs der Lei- lung'der finqnzieiien und wirtbschaftlichen Schäden des Lan es eptwrckelxi mird. Auf diese Weise soll den Radikalen die einzige Waffe entwunden werden, der sie sich bedienen können. Wenn das Gleichgewicht wischen den Einnahmen und Aus- gaben im Budget hergekiellt und die wirthscbaftliche Cr- ?olun des Landes, die bereits begonnen hat, damit auf eme efte rizndlage gxstellt ist, dann ist der einzige Einwand gegen die militärrs en Anforderungen entkräftet, und der Kampf _gegen den reibund, welcher den status 9510 und den Frieden in Europa sichert, hat keinerlei Ausii t auf Erfolg. Es kann kernen Zweifel erleiden, dak; die Reg erung, Jans die Wahlen im November stattfinden ollen, früher'ein
rogramm zur gründlichen Besserung der finanziellen Lage
schäftigt. In dieser Beziehung steht man mit großen Er- wartungen der Rede des Herrn CriSpi bei dem ihm zu Ehren am 28. d. M. in Florenz stattfindenden Bankett ent-
gegen. Portugal. - " Lissabon, 19. September. Der König hat nach An- boruxig der einzelnen Mitglieder des Staatsraths sowie des Präsidenten der Pairs: und der Deputirtenkammer Marteno Ferrero mit der Neubildung des Kabinets beauftragt. Die portugiesische Gesandtschaft in Paris dem entirt formell die Gerüchte Betreffs eines Militäraufsiandes in Portugal. In Folge der durch den englifch-portugiefischen Vrrtrag verursachten Krise herrsche wohl Erregung, aber die DiSziplin in der Armee sei intakt und ebenso wenig existire eine republikanische Agitation im Lande. Wie mehrere Blätter melden, würde das englisch-por- tugiesrsche Abkbmmen wegen der gegenwärtigen Vorgänge vorerst noch 111cht ratifizirt, Seit den lehten 36 Stunden herrscht hier Ruhe. Der Führer der Mino- r_1tät der. progressistischen Teputirten, Navarro, richtete em Schreiben -an, die „Novidades“, in welchem er aus- führte: seine Partei wünsche freundlichen kolonialen Verkehr mit England auf einer würdigen die Souveränetät Portugals wahrenden Grundlage, wiirde aber Alle bekämpfen, welche die Konvention mit England noch" zu erhalten, vsrsuchen. Es gäbe unter den Politikern zwei Strbmungen, die Einen wünschten dio. Annahme der Kon- vention vom 20. August, die anderen verlangten deren Auf- hebung, obwohl sie einem Einvernehmen mit England nicht wrderstreben. Schweiz.
Bern, 19. Septrmber. Der „Vund“ erhält aus Bellinzona vom gestrigen Tage folgende Nachrichten: Da die' Ultramontanen in Locarno beschlossen hatten, heute die Wiedereinseng der Regierung zu versuchen, so kamRespini heutr nach elimzona, um mit Casella und Gianella die Regierung zu übernehmen. Sie traten ins Regierungßgebäude, das 'von, den Truppen besetzt ist. Niemand hinderte fie gm Eintritt in den Palast; ihr Begehren die Regierung zu ubernehmen, wurde aber vom BundeSl/ommissar abge- wiesen„ da die Rrgierixngsgewalt in seinen Händen liege. Die Liberalen smd 1_mmer mehr entschlossen, nochmals zu den Waisen JU greifen, eher als die Wiedereinseßung vosn RLJPUU'S Regierung zu dulden. Die Lage ist äußerst ge pann .
Zu der heutigen Sißungdes BundeSraths war auch der Bundrskonimzffar fiir den Teisin, Oberst Künzli, von Bellinzona hier eingetroffen. Er berichtete über die dortige Lage, die er im Aligrmeinen als unverändertbezeichnet. Es gilt dem „WTB.“ rifolge für wahrscheinlich, daß Oberst Künzli mindestens is Zum 5. Oktober, dem Tage der Volksabstimmung über die 57erfassungSrevision, im ausschließlichen Besitze der Re- Fierungsgewalt bleibetrwird. Inzwischen vollzieht Casella Mitglied drr suspertdtrten Regierung), troßdem der Bundes: rath dem eidgenössischen Kommiffar sämmtliche Vollmachten iibertragen hat, Regierungsakte und lehnt sich somit gegen die BundesZewalt auf.
Griechenland.
Athen, 19. September. Die allgemeinen Wahlen smd an den 26. Oktober festgeseßt. Die Spaltung in der Opposition dauert noch an. Der König sowie Prinz Nik- olas verlassen, dem „W. T. B.“ zufolge, am 4. Oktober Ko enhagexz und begeben sich nach Berlin. Von da treten die elbrn uber Wien und Paris kurz vor den Wahlen die Rückreise an.
Serbien.
_ Bklg r gd, 18. September. Der „Pol. Corr.“ zufolge ist 'gxlegentlich der Begegnung der serbischen mit den ungarischen Minister:) anläßlich der Jnaugurirung der Sprengungsarbeiten beim Eisernen Thor eine prinzipielle V erstän digun 9 uber die Frage der S chw ein e-Ausfuhr nach Ungarn erzielt worden.
Dänemark.
Kopenhagen. In diesem Sommer ist mit dem Bau _des Mittelgrundjorts am Nordende drs Mittelgrundes tm Oeresund bei einer Wassertiefe von 23 Fuß begonnen worden. Das „Mil. Woch. Bl.? schreibt darüber: Vorläufig arbeitet maxx an der Fundamentiruug und Auffüllung, welche Arbeiten mit Riicksicht auf die vorhandenen Schwierigkeiten _bei der beträchtlichen Wassertiefe naturgemäß viel Zeit m Anspruch nrhmen. Das Wort wird nach dem offeizen Meere hm durch emen ixellenbrecher mit Stein: glaris begrenzt werden, hinter weichem ein nasser, 60 Fuß breiter und 9 Fuß tiefer Graben angelegt werden soll. Hinter dem Graben wird das eigentliYe Fort erbaut, das einen Flächenraum von 12 Tonnen andes 1 Tonne Land = 14000 Quadrat-Ellen) einnehmen wird. m laufenden Jahre Wird man wohl nur WelXenbrxcher nebst Glacis so weit fertig- stellen körmen, daß diese dem Ehe und der Strömung den Winter über_W1derstand zu leisten im. Stande sind. Die ,unda: mentrrung des Wellenbrechers wrrd vermittels großer aiken- kasten, welche „20 Fußhoch, eiwa 40 Fuß lang und unten 20 Uß breit smd, bemirkt. Dieselben smd unten offen, aber mit ichten Räumen versehen, welche mit Steinen gefüät wer- den, um das Sinken zu bewirken, nachdem die Kasten an Ort und Stelle ebracht worden smd, wo sie alsdann ganz mit Sand und teinen ausgefiiüt werden. Die Kasten sind an den erforderlichen Stellen mit Bohlen benagelt und mit Eisen beschlagen. Von dem oberen Rande derselben läuft das Steinglacis schräg bis auf den Meeresboden hinunter" aulf den Kasien erhebt fich eine Reihe großerBetonblöcke. Der für; iche Theil des Forts wird gleichfalis durxh Betonblöcke ab egrenzt werden., Hier wird die innere Seite des nassen rabens durch eme unterseeische Mauer gebildet werden, die aus Cement- blöcken errichtet wird und auf welcher sich die Quaimauer er- heben soll. Die Blöcke, welche je 120000 Pfd. (2 Pfd. : 1 kx) wiegen, werden auf dem Lande gegossen und dur
Marmen's Dampfkra 11 zur Baustelle geschleppt, wo sie dur
Taucher an Ort un Stelle gebracht werden. Die Fugen werden mit Cementmörtel aUSgegossen. Zahlreiche Prähme und Segelboote dienen kur Heranschaffung des zu den Auf-
füllungsarbeiten erforder ichen, aus Steinen, Lehm und Sand bestehenden Materials.
Amerika. Vereinigte Staaten. Washington, 19. September.
übersehwemmte Städtchen Johnstown be u t alte. Präsident wurde _überall bxgeistert aufgenomisneY. h Der . In der heutigen gememschaftlichen Konferenz von Mit- gliedern dez Senats und des Repräsentantenhauses wurden, wre „W. T. B.“ meldet, die ;Amendements des Senais zu den Paragraphen der Tarif-Vorlage über Chemikalien und Wollstoffe genehmigt, die vom Repräsentanten- hause angenommenen hbheren ZölTe auf Hanf und Flachs !eftgesest und ebenso die' vom Repräsentantenhause bereits estgeseßten Zölle auf landwrrthschaftliche Produkte angenommen.
Kunst und Wiffensthaft.
)( Das für die National Galerie bestimmte Gemälde des Vrofrffors Friß Werner „Enthüllung des Königin Lurie:Denkmals im Thiergarten, am 10. März 1880“, ist soeben in dem_ Atelier des Meisters volXendet wyrden. F. Werner hat die erhebendg Feier, welcher das Bild gilt, in gewohnter meisterhafter Weise dargestrüt. Wir sehen _zur Rechten das Denkmal, demselben gegeniiber den Zochsrligen Kaiser Wilhelm und die ganze Kaiserliche
amrlie._ Daneben die Minister von Puttkamer und Frei- herr Lucius von BaÜhausen, Den Vordergrund bildern die Zuschauer_maffen. Selten sahen wir ein Bild, welches bei den zu uberwmdenden großen malerischen Schwierigkeiten - denn der lazidschcxftliche Thril war als Vedute zu behandeln -, so lebrndia Wirkt und so einhritiich im Luftton gehalten ist, Der silbergrgue Ton des Ganzen ist in voller Tages- bxleuchtimg ubergli durchgefiihrt und das Einzelne in echt kunstlerischer Weise der Totalwirkung untergeordnet. Eine große Muhs nia? dem Künstler aus dem Zusammenbringen so vieler, Person ichkeitrn und so vielen Materials, wie es hier erforderlich war, erwachsen sein, Das Gan e ist um so mehr ais em durchaus verdienstvdlles Werk zu etrachten, als es nicht nur eine photographi1ch:getreue Darstellung der Scene selbst, sondern auch von hohrm künstlerischen Werthe ist. Der Laie mag oitmals _den Wunsch hegen, die Porträts der ein- zelnen Perjonlichkeiten so detaiÜirt durchgeführt zu sehen, wie er sie init scharfem Auge in der Nähe sieht. Diese Anfbjrderung '1st unberechtigt, sobald es sich um eine Apharrfung einer größeren Zahl von Menschen handelt. Hier ist_ der Standpunkt Werner's, „der Unterordnung der E-rnzelhriten unter die Totalmirkung des Ganzen,“ der einzi e künstlerisch berechtigte und daher auch nur die breite technis e Behandlgng 'am Platz, welche drn zwischen Auge und Gehen- siandnbefrndltchen Luitschtckrten zu Theil geworden ist. Wir smd ubeZJeugt, daß dies Bild eme der intereffantsteen Zierden unserer ational-Galerie sein wird.
_ In der gxsirigen driitén allgemeinen Sitzung der deutschen Naturforscher- und Aerzte-Versammlung in Bremen_ wurren„_ „W. T. B.“ zufolge, in den nächstjährigen Vor- stapd gewahlt: Hofrath Victor Meyer-Heidelberg, Ritter von Süß- ern, die Geheimen Räthe Hofmann, Vrrqmann, Virchow und von Siemens-Berlin und Leukart-Leipzig. Oeffentliche Vorträge hielten: die Professoren Enaler-Karlsrube und Winkler-Freiberg, und die Dokwren Warbura-Hamburg und Rode-Norderney.
- Der Schriftsteiier und Dichter [)r. Victor von Strauß und, Torn_ev beging gestern in Dresden in voller körperlicher und geistiger Frische 1emen 81. Geburtstag. Vor einigen Tagen hat derselbe, „W. T. B.“ zufolge, den zweitxn Theil seiner .Egvptiscben 1(;Zööéttrhrxehre“ vollendet, sodaß dessen Ericheinen in kürzester Zeit be- or e .
- In einer laut Mittheilung der „Magd. Ztg.“ in Braun = s _cbweig am 13. September abgehaltenen Sißung des grschäfts- fahrenden Ausschusses, für die (Errichtung des Denkmals für Franz Uhr wurde mttgetbeilt, daß dte für das Denkmal bestimmte (Gruppe singender Knaben nach dem Modell des Professors Karl Echter- meier vo_n Howald in Robguß vollendet sei und das; Professor Echtermeter das “Model! zu der Büste Abt's in nächster Zeit zum Guß_ einliefern werde. Somit steht in dieser Be- ziehung der, Enthullung des Denkmals Mitte Juni 1891 voraussickot- ll_ch nichts rm Wege. Als Standort ist bis jeyt der Platz vor der sudlicben Böschung des Herzoglichen Parkes, der nördlichen Fahade des Ho Theaters, gegenüber, bezeichnet. Der geschäftsführende Ausfcbuß barrt 5 etreffs einer endgültigen Bestimmung der Genehmigung dcs Regenten. „Beschloffen wurde in der gestrigen Sißung, in nächster Zeit noch ein Concert zum Besten des Denkmalsfonds zu Veranstaltcn.
Theater und Mufik.
, Königliche Schauspiele.
Der Spielpxan der Oper für die Zeit vom 21. bis 27. Sep- tcmber lautet: Sonntag: .Tell'. Montao: .Fidelio'. Dienstag: „thck und Flock“. _Mtttwocb: .Die Meistersinger“. Donnerstag: , rpheus und Eurvdtke“. Freitag: „Martha“. Sonnabend: Zum ersten Mal : .Der Vampyr“.
Am nächsten Sdnnabend soll im Königlichen Opernhause Heinrick; Marschner's romantische Oper: „Der Vampyr“ zum ersten Male in der nach;stehenden Besexzunq in Scene geben, “Sir Humphrey: Hr. Mödlinger; Malvine: Frl. Hiedler; Aubry; Hr. Kraus; Lord Rutwan: Hr. Bulß; Sir Berkley: Hr. Schmidt; Ianthe: Fr. Herzog; Dtbdin: Hr. Lieban: Emmy: Frl. Weiß; Blunt: Hr. Krolov; GadSHiÜ: Hr. Ernst; Green: Hr, Krasa; Sufi: Fr. Lammert; der Yieistcr der Vampyre: Hr. Oberbäuscr; das Werk wird von Hrn. Kapellmeister Kahl geleitet. * In der Vorstellurig dcs ,Fidelio“ am Montag find die Damen Pierson und JXF'IZ die Hrrn. Bes, Rotbmühl, Krolop, Licban und Schmidt be-
a tg .
Demnächst wird im Königlichen Schauspielhause Les- fing's .Naiban“ neu eingeübt in Scene geben. Die Titelpariie giebt Hr. Direktor Devrient, den Saladin Hr. Ludwig, dic Sittab rl, Poppe, die Recha Fr. von Hochenburger, die Daja!) r. Seebach, den Temprlherrn Hr. Matkowöky, den Derwisch r. Kahle, den Patriarchen Hr. Oberländer, den Klosterbruder Hr. Eickpbolz. - Die erste Aufführung der „Geschichte (Gottfrieden's von Berlichingen“ findet am Sonnabend statt. _ Am Montag geht Sbakespeare's Zauberkomödie .Der Sturm“ mit der Musik von Wilhelm Taubert zum 31. Male in Scene. Am Dienstag beginnt Fr. Woblbrück ibr Gastspiel in dem Lustspiel .Der beste Ton“.
Deutsxhes Theater. _ Morgen findet die erste Wiederholung des vieraktigen Schauspiels ,Die Haurenlxrche' „von Ernst von Wildenbruck) siait. Uebcrmorgen wird ,Das WinterWrchkn“ sgegeben. Das weitere Repertoire nächster Woche ist fol cndermaßen fetgestrlit: Dienstag: .Die Haubenlercke'; Mittwoch: ., er Pfarrer vqn Ktrchfeld“; Donnerstag: .Die Hau en- lercbe'; Freitag: .Das Wintermärchen“; Sonnabend und Sonntag: ,Die Haubenlerche“. _ Berliner Theater.
Am Montag 'unkYMtttwoch wird ,Kean', am Dienstag und Sonnabend „Marta Stuart“ mit Franziska Elmenreiä; in der Titel- rolle ge eben. Yaul Lindau's „Gräfin Lea“ wird am Donnerstag in der bis ertgen esesung, am Freitag .Wallenstein's Tod“ mit Hrn. Stockhausen als Max und, Frl. Hruby ais Thekla aufgeführt; in
Präsident Harrison kehrte gestern nach Cresson zurück,
entwickeln wird, welchs fie seit Langem in hohem Maße be-
nachdem er das durch das Bersten des Conemaugh-Reservoirs
dieser Abonnements-Voriteliung spielt Ludwig Barnay nach länLerer Pause wieder die Rolle des Wallenstein. Für die Sonntag - 9 acb- mittagsvoriteklung ist .Der Veilchenfeesser', für die Abcndvorsteliung