betheiligt, Das Auftreten zahlreicher Wuthfälle unter den )
unden in Grenz ebieten und deren Na barschaft läßt die “nschleppung aus9 dem Auslande- auch ür das Jahr 1889 wieder als den Haupt rund der Verseuchung annehmen. Festgestellt ist, daß mutZkrankÉ Hunde aus_Rusfifch-Polen m den Kreis StaUupönen ubergetretezt smd, dort Per- sonen angefallen, sowie Hunde gebissen und dadurch ur weiteren Vkrdreitung der Seuche Anlaß gegeben aben. “11 dem hart an dsr Grenze liegenden Orte Hof Göhlenau, Kreis Waldxndurg (Regierungsbezirk Breslau) wurde ein aus Böhmen übergelaufener wuthqui1ker_Hund erschaffen. -- Die Zeit, weichs_vom anstecksriden Bisse bis ziim Auftreten der ersten Wutherichsmungexn verstrichen tit, schwankte. soweit fesigesieüt werden konntc, bei den Hundrn zwrschen 5 und 30 Tagen, bei dmx Pisrden zwrschen 17 und 41 T_agen, beim Rindviel) zwischen 3 Wochen und 11 Monaten, bxi den Schweinen zwischen 19 und 37 Tageti. -A:1stechu11gsverdachtige Hunde wurden auf polizeiliche Anqrdilzmg 2,qzcxtodtet 1556 gsgen 1265 im Vorjadrs, und untcr polizeiliche 'eobachxung aestellt
“L' ., 230 gegen 6-1; [)erxsnloss mutlwerdäcbtige HUND? smd 275 ge-
tödtet worden g(xgen 218 im V0_rjahre._ «__FäUe von Ueber- tragung dcr Tollwuth cmi MMWM smd .» _gemsldet, welche "sämmtlich tddtlich cndigisn. Ste_dstrafen_ ]E 1 Mann im Landxreiie Elbing und im Krerfe Marwnburg 1.Wes1pr.,
» , * sWiéÉIL KMWLU im Kreise" Thorn.
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__/ Statistik und Volkswirthschast.
„“ Zur Arbeiierbewequng.
Wie die „Köln, Zi,].“ ans Burscheid (Kr. Solingcn) mittbeili, bat fick) dassldst gkszi'lkLr den imer i_ncbr zu Tage _trctrndcn gcxmjnßxiährlickxn B**srxrr-[Zrmgan der Syzidldcmokrgtie i_mter dcr ijjulxg gsaxiyfcicr Manner aller Stande em Verein gebildet, der dir vcrickyicermrtixxiim Beruföartc'n und Stände umfaffcn urid ioigrnkk Zick: (111111111011 soiix ]) PftWL der Liebe zum V1icriaiide imd zu uniercm Dkrrschcrbausc; 2) Förde- llliig dex snriickym H:Jbrmg und ailgcnicmcn ??iildung seiner Mitglirdcr; 3) die Vesordsruyg_ eincr Annaberima dar_verichiekenen Grfi-Usckwiisilaffsn :*:xd Herbeiinbrrmg einks guten Einvernibmcns Unter dkiisclbcii; 4) iinieriiixßiim] 01184 kcssrn, Was Jarccht und drm ailgcmcinen Wesieii dienlich 111, vornchmlicj) im cn,-.ercn Bezirk der eigens" Eatinindc; 5) SWH dsr Mitglieder durch Raid und That grgen wuchékiiché Llcbrrdortbeiiungen.
AUS- Sieclc wird der „Volkö-Zig.“ grftlirieben, das; am Sonn- iag in einer dort abgehaltcpcn Verfamm lang des neuen Berg- arbeiteroerbandcs aUseitig die Noibwendigkrit des Zusammen- baltens mit drm alten Verbande bitont Wurde. Schon jstzt müsse man das Zuiamnxknbaitcn pfle-gen; Wenn der AUssiand käme, würxe man schon Einig iéin. __
(Finck Hamburger Corrcspondinz der „Köln, Zig ' zufolge, hat der Verein der Hikizkk und Kobicnzießer von Hambura, Altona und Umgegen d fiir Neujadr eincn A us stand dngciündigk, wenn die bei dem FrühjabrS-Amßjtand dieses thres erzwungenen Löüne von 75 für unbefahrene und 85 fiir bcfadrene Lcnte nicht auch im nächsten szre qrzabii _werden würderz. (Vgl. Nr. 273 d. Vl.) Der Vorsixzende dss Versms Hamburqtsckxr Rheder, Hr. C. Laéisz, bat bireits in Folae einer Anfragc die Erklärung abgegeben, daß die bis Ende dicics Jabrrs vereinbarten Löhne im mächsttn *Nicht mrhr gezahlt wkrden könnten, chn die Rheder Hirmk'urgs konkurrenzfähig bleiben solltrn. Es wurde dabei darauf hingewiesen, daß andere Hafenstädte weiicrus qcrinacrr Löhne zahlten, Brrmen nur 60 bezw. 63 ck Es soll cin niitlicher Arisxileick) versucht Werden.
Aus Chemnitz wird dcmirlbcn Blatts. berichtet: Unsere So- zialdemokraten klagen iibcr Wückisékid? TbeilnaHmlosigkeii der Arbeiter, Ju einrr dieser Tag:! berufenen „großen öffentlichen Arbeiterdrrsammlring“ waren von din 30 000 Ar- beitern, ivelcde in Chkllmiß briciyäitigt sind ,_ sr) ?VLnigL xr- schicn9n. doß der Vorfiysnde dir Frage six'lien 111121292. 01) man unter diesen Umständcn lagen walls. Er bczeickmri: drn siaUr-n (Hei(1)äfts- gang als die Ursache diricr Tiéeiliiahmlosigkcit. Die Veriammlupg n'ar insoicrn für die Arbeiter i'on bciondcrer T8ichii9ikii, ivcil die Bedeutung der Kontrolmarke, wclcbo 111021 (1115 für Wikiwaaren einzuführen brabsiÖTth, znr L-iciprcchm1g kommen soiiic.
In Cbemxriß haben am Soniiabknd ir! drr Siärker'sÖen Sirumdffabrik 92,7.911 50 imibiick)? Ardeiicr :vsgen eincr Lohn- difiercnz die“ Arbeit eingestellt.
In Hobcnstcin brach ani Sonnnbrnd ir; dar ?oriigen Odder- manzr'säxen Strumpiiabrik „Phönix“. nachdem bereits am TUM zndor ein Theil dcr Arbeiier die Aidcii iiiedergelcgt (mit?, ein vollständiger Strike aus. Eiiiiße dortige Fcrbrikanien fahrn fich gcnöiii-zt, infoigc des flausn GcsÖäfiIganch die Arbeitszrir ab- zukiitien und die 5313an UwaI berabzumindkrii. Dieses durch die Nothivendigkcit dcdik-Jtc Vorgrbkn scOcinL die Unzufricdenhcii der Arbeiter herdorgcruicn zu baden.
Hier in Berlin fand am Sonniag einc sozialdemo- kraiischc (HewcrksÖaiiß-Konfcrenz stati, in Wcickdrr nach dem „Berl. Volksbi.“ 74 Dslexiirtc (riier (Ziciveriscbaiicn, darunter 7 me-n anwesknd Waren. Die Tagesordnuna umfnfztr folgende Yankie: ]) Sieiiungiiadiiic dcr (ÉZcr-*crischaitcn zu den Strich und die cvrrxi. gsßansciiigc Unterstiitzung dcrsrlben. 2) Siciimixmadme d?! (Geiverksckwffcn zn dcn Unternebmcrkoaiitionen und deren Vorgehcn 112an die Arbeits!Orgaiiisaiiomcn. 3) Dir Dr- Janisationöfxage im Aligcmcincn. 4)E1'19Li11111114 (iner Kommii'sidn Zur Einberufung eines aligrmcinen (,Hchrkichafiék0ngrcsi28 »- J_n derLampenfabrik von Adolf Lippmann haben Nistern _sammtliÖs Arbeiier die Arbeit niedcrgäxm. Der Grund biiriiir ist i_n e_iner Maßregelung zweier Arbeiter zn frrcbrn, mit irelchcn siti) die ubrigen Arbiiicr iolidarisck) Erklärien,
Ein Wolff'sches Telegramm aus Brüssek mrldci nacb dcm Journal .Patriote', das; in dcn Kohicngrubsn von Trierix-Rassin em allgemeiner Strike auSgcdrdcigcn sei.
Gesundheitswesen, Thierkrankbeiten uud Absperrungs- Maßregeln.
- Aus Konstantinopek vom 18. Nodrmdrr Méldkt „W. T. B.“: Die bereits bestehende Quarantäne von Tripolis Tideeriina ist nördlich biseinscbließliQSclcfkeh ausgcdebnt
or en.
Handel und Gewerbe.
Tägliche Wanengeiteslung zu 10 t für Koblen uno Koks an der Ruhr und in Oberschlesien,
An der_ Ruhr find am 17. d. M. rechtzeitig gestellt 10318, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen,
Leipzig, 17. Noyember. (W.T.B.) Kammzug-Termin- bandel. La Plata. Grundmuster 13. pr. November 4,55 „46, per Dezember 4,50 „46, per Januar 4,40 „se, der Februar 4,324 .,“ der Mär] 4,30 .“, vr. April 4,30 „46, vr. Mai 4,30 .“, pr. Zuni 4-30 ck- Pr- Juli 4,30 .“, pr. August 430 „46, pr. Sevtember 4,30 «js, vr. Oktober 4.30 „ck Umsatz 260000143: Kaum behauptet.
Pe_st, 17. November, (W. T. B.) Der DirektionSratH der Ungarischen Kreditbank beschloß eine außerordentlicheGeneral- versammlung auf _den 17. Dezember cr. einzuberufen, um derielben den Antrag auf Erhohung des Aktienkapitals auf 14 MiÜionen Gulden darch Außgabe von 20 000 neuen Aktien Vorzulegen.
0 London, 17. November. (W. T. B.) Silberwertbe gedrückt, 411 /o Rupees ca. 791, Silberbarren 46 nominell.
Man sprach beute von der ZablungSeinstellung nur eines
wenig bedeutenden E s c o m p t e h :: us e s. -- Im Ganzen“ verhielt
“man fiel) Wwartend. _ Börsen von Paris und Berlin. Die herrschende ungünstige Stimmung richtete sich gegen nichtenglische Fonks und namentlich solche, für die der Silbervreis maßgebend is!.
Der in der HülfSaktion für das Haus Baring von den z«'"-anl'iers gezeichnete Garantiebetrag beläuft fick) gegenwärtig auf 10 Millionen Pfund. Man glaubt, es werde beabficbti'gi, die ge- sammten Verbindlichkeiten des Hauses im Betrage von 15 Miklionen Pfund ficherzuste11en. Der Börsenschluß erschien für europäische Staatsfonds gebes1ert in Folge starker Deckunaskäufe. Die Situation bleibt noch immer gespannt, Aktien Von Neugründungen, Trust- aktie_n _s_chrver verkäuflich. Privatdiskont ungeregelt 60/0 bis V% nom ne .
- 18. November. (W. T. B.) Die „Times“ besprickxt die Lage des_Geldmarktes und erklärt das Eerückot, das; das Bank- baus Rothichild die Finanzaqentuc Baring's in Argentinien übkk- nehmen wolle, für unbegründet. Die Meldung, das; die anfängliche Ursache der Scbwierigkeiten Varing's, die Entziehung von Dipositen Seitens der :usfischen Regierung gewesen sei, ici gleichfalis unrichtig. Di? Firma habe noch russische Depofiien im Betrage von 2440 000 Pfd. Strrl. in Händen; davon seien 1 500 000 Pfd. Stekl. gekündigt und zwar in 3 Raten, die 1. für den 15 Dezember und dic) 2. für Januar1891, Der Garantiefonds hatte gestern Nacbmiitag die Höhe von 12 000 000 Pfd. Stekl. erreicht. Troßdem fich die hohe Besorgnis; legt, suchen fick) namentlick) die Banken gegen eyentueÜe Möglichkeiten zu schützen. Gestern war starke Diskontonachirage bei der Bank, u::d wurde Diskont liberal zu 70/0 fiir 3 Monate arif Bankdapiere biwiiligt, Einige Besorgniß hegt man noch in Betreff der Angelsgcnbeit der Buenos-Aires WafferVersorgungs- und Abzugskanalwerke. Die An- gelegenbeit irerde jedoch unschwer zu ordnen sein, Wenn sie es nicht bereits iit.
Luzern, 17. November. (W. T. B.) Die Veiriebßein- naßmen der Gotthardbahn betrugen im thobsr 1890 für den Prrsonknderkehr 490400 (im Oktober 1889 418 000) Fr„ für den Güferverkébr 794 600 (im Oktobrr 1889 802 000) Fr., dcr- schiedenc Einnahmen im Okwber 35 000 (im Oktober 1889 30 000 Fr., zusammen 1320 000 (im Oktober 1889 1250 000) Fr. Die ctriebßausqaben betrugen im Oktober 1890 540000 (im Oktobxr 1889 550000) Fr. Dcmnackr Ueberschuß im Oktober 1890 780 ("00 (im Oktober 1889 700 000) Fr.
(GlasJow,17. November. (M.TB.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in drr vorigen Woche 4350 Tons gegen 9640 in derselben Woche des vorigen Jahres.
Bradford, 17. Rodrmber. (W. T. B.) Wolle india, Tcndcnz eher zu Gunsten der Käufer, Exportgarne ruhig, Stoffe urweränderi.
Amsterdam, 17.Novm1ber. (W. T. B.) Die Niederlän- dische Bank hat den Diskont von 3-1 auf 4% erhöht.
New-York,17.§)iovimbcr. (W. TB.) Visibxe Suvply an Weizen 23 197 000 Busbels, do. an Mais 5659 000 Busbels.
- 17, November. (W. T. B.) Das oberste Bundesgrricht hat entschieden, daß Diagonaltucbe als Kammwollsnwaaren anzusehen seien und einen Zol] von 24 Cents per Pfund sowie 35 0/0 ac] 7a10r8m zu zahlen haben.
_ 17. November. (W. T. B.) Das Anleihecomitéx des Liquidationsbnreaus gab brate die Erklärung ab, daß |ck) die Lage bcdeutend gebessert babe.
Buenos Aires, 17, November. (W. T. B.) Die Börse trat in Folge der Liquidation des Hauses Baring Bro- thers u. Co. in London sebr crreat. Jn Montevideo betrug das Goldagio 48, Die Aktien dcr Nationalbank Von Uruguay weichkn stark und nolirten 19.
Verkehrs - Anstalten.
Laut telegraphischer Meldung aus Venlo ist die eriicz englische Post vom 17. November 1890 angebli-„ben; Grund: Nedei auf See.
Gegen den vormaligen Inhaber der Privai-Brief- bssiellanstalt in Wiesbaden, Kaufmann Ludwig, welcher während der Leitixng dieser Anstalt über 4000 Stiick iiim anvertrauter Briesiendungen nicht zur Bestellung gebracht, anck) nicks an die' Absender zurückgkgei'en, sondern zurück- grhdlien hatte, ist ein Strafverfahren eingelsitrt und die Unter- suchungsbaft Wegen Beirugs und Unterschlagung ver- hängt Wordcn. Ludwig hat sich seiner Vcrbaftupg durcb dieFlUcbt cntzogen und wird Von der Königlichen Siaatßanwaliicdast stfck“ biicilick) verfolgt.
Lorrdon,17. November. (M.TB.) Der Union-Dampfer .Moor“ ist bent: auf der Heimreise in Southampton an- gkkommsn. Dcr Casile-Dampfer „(Courvav Castle“ ist heute aiif der Auskeise in Durban (Natal) angekommen.
Theater und Musik.
Wallner-Tbeater.
Daß die RoÜc ies „Nuiietl“ in dem gleichnamigen Volksstück zu den bedeutendstcn Chxrakxersigaren Felix Sckxiyeighofer's zählt, ist allseitig anerkannt worden. Cm günstiger Zufall will es nun, daß eine der yorzügiicbsten DarsieUerinnen der .Gabi“ in diesem Stück“, Tbciia Klinkdammer, cinixge Tage in Berlin verweilknd, auf Wunsc/H drs Direktors Hrn.-Hasemann dicie Rolle übernehmen wird. Da die Aufführungin von „Penswn SÖHÜU“ durch den Todtensmmtag dock) eine Unterbrechung erfahren müssen, so wird „'s Nullerl“ brreits näcdsicn Sonnabend in drr oben angeführten Beseßung in Scene
gedrn. Rcsidenz-Tbeater.
Taudct's „Kampf um's Dasein“, dkffén Erstaufführung _qm Sonnabend siaitfindet, nimmt seinen Stoff aus dem modernen Partier Leben mit so packendrm Realismus, daß selbst die Nebenfiguren nach brkannirn Typen aus der Geieiischaft geschildert 1ind.
Concerthaus.
Kapellmeister Mevder veranstaltet morgen den ersten „Krim- Vr) nisten-Abend' in dieser Swson. Das Proaramm dieses Abends ist aas Werken der drei Hof-Kapcllmeisier a. D. Professoren W. Tanberi, Heinr. Dorn und R. Radecke zusamrnengkstelli._ Hr. Proicffor R. Radecke wird an diesem Abend eigene Kompositionen .Nacdtstück“ (Novität). „Zwei SckyerzoZ' und eine ._Concert-Ouver- ture" (Manuskript) unter persönlicher Leitung zur Aufiuhrung bringen.
Philharmonie.
Der Philharmonische Chor, der von Jahr zu ngr mehr an iiinstlerisckier Bedeuiung zunimmi, gab gestern unter L_ettung des Hrn. Siegfried Ochs ein Cdncert, welchrs iehr zahlreich bEsJ1chk war. Die Recitative und Chöre aus dem rinvoÜc-ndeten Oratorium „Christus“, bei dessen Ausführung (1847) Mendelssybn vom Leben abgerufen wurde, eröffneten das Concert und gaben qugniß von der bedeutenden schöpferischen Kraft, die dem Komponisten noch in scinrm letzten Lebensjahre innewohnte. Wärme der Emyfin- dung und dramatisches L.!)en zeigen sich in den Chorsa en wie in den RecitaiiVen. Die Chöre: .Wir haben ein __e- ses“ und „Ihr Töchter Zions“ reiben sicb den „béstkn aus [Linen Oraiorien ,Paulus' und ,Clias' an. Auf diese musikalischer_1 Fragmente folgte das Weltliche Oratorium ,Axis' und quateg von Händel. Bei seiner Vorliebe für das Eindringen in die anti_ke Welt hatte der Komponist bereits im Jahre 1708 drei? Werk m Neapel zur Aufführung gelangen lassen, jedoch mit geringem Erfoig. Erst bei einer zweiten Aufführung (London 1720) fand dasselbe seine verdiente Würdi ung. Der erste Theil de_s nicbt sebr umfangreichen Werks atbmet .reude und idyllisches Glucx. Durch das Auftreten des zornigcn Polygbam des Ge ners des Acts. t_ritt im Verlaufe der Handlung und der Musik e ne theils elethscbe, theils leiden- 1ckaftliche Stimmung hervor, deren versch edene Nußdrucksweise Händel auch in aÜen seinen dramatischen Werken so treffend zu beherrschen wußte. Die Ausführung _ beider Oratorien von Seiten des Chors und des Orchesters war eme sebr gelungene
Man sieht wesenilicb auf die Haitnkg der
***“
zu nennen. Auch die Solopariien, an dem:! fick die So ranii'tin
rl. von Sicherer, der Hof-Opernsänger Hr. Sebwarz ( aß), ',
aufmann (TZnor) und Hr. Fechter (Barvton) betbeiligten, „„:ka in den besten Handen. Sehr lebhafter Beifall wurde dem trefflichxn Dirigenten und allen mitwirkenden Künstlern zu Theil.
Maunigfaltiges.
Der Verein für deutsches Kunsiaewerbe feierte am vor: ggngenen Mittw-Zcb unter sehr lebhafter Betbeiligung in den Fest- raumen d__es L_lrckittektenhauses sein diesjähriges Stiftungsfest, Einen außergeWObnltcben festlichen Anblick boten die im Lichterglanz strah- lxnden Tafeln, auf welchen blumengescbmückie Meisterwerke des Ver- ltn_er_Kunstge_iverbes pranZien. Mit besonderer Bewilligung des Herrn Ministxrs fur Handel und GeMrbe waren Pracioistücke aus der Komgltcben Pozellan = Z.sianuiakiur zu dieskm Zweck aufgestellt worden, ferner batten hervorragende Firmen, wie Arndt u. MarcuH, Hirschwaldt u. A., Tafelauisäxze gesandt. Eine Fr.":[le mr_ifikaliscbcr und anderer Vorträge brachte reiche Abmechselung; den Hobedunkt des Festes bot die Aufführung einer-Von Max Sckwlz er- dachte:) Und arranairtkn Pantomime. welcbe don VercinSmiigliedern arricrefubrt n:)urde Und in gcistvoUcr, humoristischer Weise das moderne kynsigewzsrbltche Leben worfiibrte. An das Abendessen sch10ß sieb ein bis in dre V)k_i)rg2nstundin währendcr Tanz, mehrfach noch von künstle- rischen Vortragcn'1mtcrbrock76n. Das ganze Fest legte in seinem an- regenden, gelungenen Verlauf ein triffliches Zeugnis; ab von dem im Yxrkin herrschenden friichen Geist, der auch in den regelmäßigen Sttzungcn zum Ausdruck gclcmgi.
Zur Feier feines 200jährigen Bestehens hat, wie das .D. Tgbl.“ meldet, das Französische Gymnasium dUkch semrn Festausscbuf; auch den Kuliirs-Minister und seine Ressort- Cl)eis, ferner detiOdrr-Präsidrnien derPrdvinz Brandenburg, dcn Präsi- denten drr Köiiig1ichcn Regierung zu Potsdam, den Polizei-Präfi- thkn _vozi_B_Lrlin Und dkn Ober-Bürßermcisicr sowie die Spißen der Geistlicykcrt aus der Rkicdsbauvtstadi ein!adrn laisen. Die meisten der Herren baden_ ihr Erscbkinen und die Theilnabme an dem Fest- nzabi im „Enngscben Hause“ am 3. Drzember ngesagt. An- iaßltch der Jubilannisfeier wird eine vom Direktor des Franzöfiscben Gymyasmms ]))“. Schulze weriaßte Denkschrift über das Coiiége erick)_ctnen. Er11_st von Wildenbrueb, der einst auch zu den S_cbiilrrn derAi1iiali_aebörte, bat einem Prolog gedichtet, welcher vom K_ontsiltchcn Hofschauipirler Kahle geiprockysn wkrden wird, und Vreniirr Jasyer,_amb ein clkaaiiger Kollegiancr, Mitglied des Fest- arisscduffcs, h_ai e_*_i_n Theateriiück geschrieben, fiir dsssen Aufführung erste Sckyauspieikraßte Berlins gewvnnen smd.
_ DiexBreiierdcrsÖlägek ivclckze man übrr den Marmorgrnvpen zu beiden Scitczn dor Jai] er-Wilbelmbriicke angebracht batte, wahrend an ihrer Fertigstcklunq von dm Vildhanern aearbeitet wurde, find, laut Meldung d-Zr „N. A. Z.“, nunmehr knts'crnt worden.
_ _Jn jedkm Eiicndcrbnzuxie bleibt, wie die ,Nat.-Zig.* ]rbrerbt, der erste Wagen knnter der Maschine unbeiexxi, auch Wenn es ein Personenwagrn isi. Bisbrr genügte es, diese Wagen einfach ver- scdlosic'n zu da[irn; neuerdinßs abcr Hat man auch ein äußcres Kenn- zeichen angebracht in Gcstalt Liner Tafel mit der Aufschrift „Schuß- wagen'. In den Vororiszügcn dc-r P:)tsdamcr Bahn tauchte dieser Tage dirsc Bezeichnung zum crsien Mal auf.
Die Brauerei Köpißsiadt isi in derleßien Nacht von einem fdrchtbaren Ferrer brimgesucht wordcn, zu dessen Bekämpfung fast die gesamxnte Berimcr Feuerrvebr bcranmzrgen werden mußte. Erst nach füniftündigen :niihcvoiien Arbeiten gelang es gegen 3 Uhr Morgens, des Fluers Herr zn wsrdcn und die Gefahr drr Weiteren Ausbrcitung zu thindern. Dcr Betrieb der Brauerei ist Uichtgasiört, wenn auch rin se r biiräckxilicköcr SÖadkn anaericbtst isi. Vienscben- lrbm find nicht zu bkkiagcn. Ucbrr die EnisieHungsursache ist bisher nichis bckannt geworden.
Der Arbeiis-Beschäiiigungö- und Armen-Pfleae- Verein in Moabit bc'adsi-„btigi, 1119. die „N. Pr. Ztg.“ meidet, Anfangs. Dezimber d, J. wicdrrum Link]! Bazar im Wrifien Saale der Aktien-Brauerri „Mo:;bii“ 7,11 veranstalten und hilfst al1e_Fre-unde seiner Bestrkbungcn um WleLÜÜNJL Unierstüizung darch Kauf Und Uekrcriendung. Spsndkn für dsn Bazar *- beidnders Gkgcni'iände dcs draftischen Gebrauckis - Werden s(kionich Lntxikgengenommen von Fr. Superiiiicndent Gielsn, Alt-Moadii 25, im Pfarrhause,
Dcr Ricsen-(Éirenadirr im 1, Eardr-Rrgimcnt 3. F, über wclrbcn wir kiirzlick) dericßtctrn, ist der, „POZId. Z.“ 3070046, in sein? Hcimatb am Rhein zuriickgsksbrt, da ibn dcr Dicnit zu srbr angestrengt Hat. Troß dicses Verlustes cincs 2,25 111 grßßcn Anarbörigen hat das 1. (Garde-Örsgimknt doch noch eincn 2 0111 Nkößkkkkt Niann aufzuweisen, als kkn Hauptmann von Pliiskdiy. Währrnd dikser 2,05 m mißt, ragt jinsr noch um 20171 iiber driien Handi Empor, mißt also 2,07 m.
Potsdam. Bei dem (»“?ian-g drs neudermäblten Fürstlichen Paares irt Pdidcam, crm Mittwoch AÖMÖ, soil der Brauhausberg drirck) bsiijMiisÖL Fmiyr erleuchtkt werdcn.
Magdeburg. Das Wsri? Links Berlinrr Kiinsiiers, ch Biid: bauch Bergmcicr, wird, nach d-sm „B. Fr.-Bl,“, diescr Tage in Yiagdcburq cniiU'iiii Wkkdén. Es ist das Denkmal, Welches die Stadt Yiggdebur,i__i[)rrm Verstorbenrn mid schr verdietitcn Obcr- Bürgermrittcr Hamrlbaä) erciCÜict bai. Dasselbe hat an drm Schniiipupkt drr Kaiserstraße und drs Breiicn Wegcs Aufstcllung ge- fundrn. Ueber rinrm großen Bassin aus [Jeligraurtn Granit, zu welchem ntrhrcre Stufkn binaniiidrkn, rÜsit cin Obelisk empor; 4 sißcnde Figuren aus Weißcm ]ÉiesTickIkU Sandstrin UmMch ihn, und zwischen dicssii bsfiiidrn iick) 4 11011ka Granitchalen, aus ivIlchen Wasser in das große Baifin biimifliiszrn soll.
Koblenz, 16. Novkmber. Der Pailisadetischuppen iin Wallgraben wor drm Weißsrtbor ist in der Nacht zum Sonntag ad- qebrannt. _Das Feuer entstand in dcm mit mehreren Tausend Pakli- faden gcfulitcn Schuppen, iwie die .Frkf. Zig,“ meldet, kurz nach 7[1[)r. Die_u1nli-:acnden Bäume des Glacis brannten lichterloh. Dcr Feuerickieln crbeilte grell die ganze Stadt. Es Wurde General- nzarscb aeschlagen und die' Garnison rückte aus. An Löichen war nicht zu denken, das Frust währte bis gegen 11 Uhr Maass. Die Entstehungdursache ist nicht bekannt.
München. Die drei Könisisséblösser erfreuten sie!). der M. .A. Z “ zufolge. wäbrc'nd der diesjähriacn Rcijcsaison eines außer- gewöhnlnben Beiuch€s. So verzeichnete Lustschloß Linderhof 36 611, das Schloß auf Herrenchiemsee 31039, Neuschwanstein 21352, zu- Zammen 89 002 Besucher, 1). s. gegen das vorige Jahr 45 000 Be- ucher mehr.
Dresden. Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich August von Sachsen hat, der .Nat.-Z.“ zufolge, bei einem vom Dresdener Ritterverein veranstalteten Rennen (Haide-Jagdrennen) den ersten Preis gewonnen. *
Leipzia, 17. November. Der Stadt Leiwig isi, wie das ,Lng. Tgbl.“ mittbeilt, wiederum die Woblibat einer gemeinnüßigen Stiftung in großem Umfange u Theil geWorden. Die vor eini er Zeit verstorbene Frau Geb. RaiZ Prof. Dr. Radius hat der Sta t- gemeinde die bedeutende Summe von 400 000 «FQ mit der Bestim- mung als Vermächtnis; hinterlassen, das" die Zinsen auf Lebenszeit zwei Gesckowisterkindern derselben auSzuzahlen sind, während nach er- folgtem Ableben diefer Nußnießer die aUSgeseßie Vermäcbinißsumme zu wobltbätigen oder gemeinnüyigen Zwecken Verwendung finden soll.
«IZ? BSZ.
Zweite Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Stuais-Anzeiger.
1890.
Berlin, Dienstag, den 18. November
H-
Entwarf eines Gesetzes, betreffend die öffentliche Volksschule.
E' "Fist" Ybscbiitt'tl ck V lk fck) 1 d ,tnrt ung er 5 en i en 0 s u :e. Aufgabe un Aufgabe dir 1Volksschule.
Aufgabe der VolkUÖUke ist' di; reiiaiöse, sittliche und vater- [(Indische Bildung der Jugend durch_ Erzishung und Unterricht, sowie die Unteriveiiunß derselben in den fur das bürgerliche Leben nöthigen
'nen Kcnniniffen und Fcrtigkeiterz. allgemel Zahl der VZlksjchulen.
Es müssen so viele Volksschulen_ vor;;anden icin, als erforderliib smd, um diejenigen schulpflichtigen Kinder cruszunehmcn, Welche nicbt anderrveit genügenden Unterricht cröalten. _
RäumlixHe Verxheilurxg der VolkZMulen.
§ .
Dis Volksschulen smd räumlich tHunliÖsi dcr Art zu legen, daf; sie von dkn idr zugewiesencn_Kindcrn JU allen Jahkkßzeiien ohne Unterbrechung und ohne Schädtgnng ihrer GeimidHctt bciucht werdcn könneétxusanimrnbängeddi: Ortsxbaften mit _beträcbiliäier Kinderzab[, dercn Wohnpläße von der nachsten YoiksiOUle nieiir (xis zivki 1110) einen halben Kilomeier entfernt sind, ioiien in der Regkl ihre eigene“
[ks le baden. V“ ?ck“ Höchstbetrag der Kinderzaxl in den Volksschulen.
(Einklasfige Volkssabulen foUcii irn LiUgemcincn nicht übcr achtzig Kinder zählen. _ _ _
Bei mehrklassiaen Volksschulen ist m 1711? Regel auf ]e siebzig Kinder eine Wiibescdäfiigte Lehrkrafx anzusteUen.
Lehrplan und innere Emrichtxmg der Volk§schu1e. Unterrichthegenständc jeder Volksiäpule sind: Religion, d9u1sche Syrache (Sprechen, Lesen, Schreiben), 912151151, Vaterländische G2- schichte, Erdkunde, Najurkunde, Zeichnen, Singen, Turnrn, mid für Mädchen: weibliche Handarbeiten. Die Aufnahme anderer Gegenstäi-de ix_t den chrykan der Volks- schule bedarf der Genehmigung ch_ Unlkrrtckyts-Minijich,
J. 0. Der Lehrplan und die innere Einrichtung der Volksscbule,_ ins- besondere die Vertheilung der Siunden uns die einzelncn Unterrrckpts-
gegenstände, Werden von der Scdulaufficbjsbehörde unter Berücksickh- ,
tigung der ör1lichen Verhältnisse bexiimmk. Die Voikgscbule hat drei UZile'ichtsiiufcn.
Die Schüler der Unterstufe 1511211 wöchentiich_ ackrizebn _bis zivei und zwanzig, die der Mittelstufe sechs und zwanzig dis dreißig, die dcr Oberstufe acht und zWanzig bis zwei und dreißig Ledrixunden erhalten.
§. 9. _ Es Hängt von den örtlichen Verhälixxisien, insbesondere von dsr ZaHl der Scioüler ab, ob die Unterrich1siiufen ais getrennte Klaffer: einzurichten sind.
§. 10. In den Städten sollen im AÜqemeinen Volksschulen mit min- destens drei auffieigendcn Klasicy b_e_stehen.
Wo drei- und mebrklasfige Volksschulen vorhanden sind, dürfen Kinder nicht gegen den Wiürn der Eltern oder deren StererTrcter
ciner einklassigen Schule zugrwirserYZwerdcn.
Wo die Anzahl der einem Lehrer _üdcrwiesrnrn Kinder_1"ibcr achtzig steigt, oder wo das Schulzimmer_fiir dte_vor_baridcne gerimicre Zahl von Kindrrn nicbt auskeichi, und_die Verbaltmffc der Ansteüung eines ziveiten cheers oder eine räuxyltchc Aenderung nicht gestatten sowie da, wo andere Umstände diss nothwendig erschemen_ lasixn, kann mit Genehmigung der Schniaufsickitöbebördx 611153 zweti'lasiixe Schule mix einem Lehrer und verkürzter Unicrrichtézett (Halbtags- s ale ein eri ici werden. _ _ ck Hindgzwx? Librex an einer Volksiäyile vordariden, io iii 17le Unterricht in drei aufsteigenden Klassen rnit verkurzier Unterrichtszcir zu ertheilen.
§. 13. __ _ Lediglich tragen des Religionsbekenniniffes darf keinem Kinde dic Aufuahme in die Volksschule srines Wohnorts dericzgi werden. Berücksichtigung der konieifionelicn Berhalrmsie.
. 4.
Bki der Einrichtung der Volißschulcn find die konfessionellen Verhältnisse möglichst zu berüxksichttgrm _ _ _
(Grundsäßlick) soll kein Kind ohne den Religionsunterrrcht seines Vekenntniffrs bleiben. _ _ _ _
, ZUr Theilnabme an einem anderen ReligionSUntcrriÖ-i durfen KUZU nur auf Antrag der Eiiern oder dercn Stellvertreter zugelassen wer en.
Sind Kinder verschiedener Religionsgrsellsckmfien ni cincr Volks- chule Vereinißt, so ist möglichst für die Angehörigen ciner ]eden don buen ein beionderer Religionsunierrickit cmzurichien, Wenn mcht ihre
ZUM Weniger als fünfzehn beträgt. _
(Gehören die betreffenden Kinder Weder der _edangelrschen noch der kÜÜHOUsCben Kirche an, so bedarf es außrrdrm ni _der Regel des An- Trages Seitens der zuständigrn Organe der Religionsgescüschast und ÖM Nackyweiscs eines zur Erilxcilung des Religionsunterrichts be- iaHtgien Lehrers. ___
§- - . , , Wo die Zahl der Sämlkind'er einer Religionßgeseilsckoaft in einem SÖYlbezirke iibcr sechszig steigt", kann die Schulauffichtßbeböcde die Errichtung einer besonderen Volksschnle für diejelben anordnen. ReligionSunierriÖt. , „ (H. 16. „ _Dec Religioysunterricht wird nach der Lehre derjenigen ReligionsgesclUcHatt ertheilt, welcher die Schüler angehören, die 1511 empfangen. Leitung des Religionsunterrichts.
§. 1..
Den RLkiJiMsuntcrriÖT in der Vokksscbule leiten die betreffenden Religionsgcseliickyaften.
Demgemaß erfolgt _
1) die Einführung neuer berplane in Bezug auf den Religions- unterricbt im Einvernehmen rnit den zuständigen Organen der Reliaionßgeseüsckwst.
Ferncr ist _ _ __ __
2) vor der Einfuhrung neuer_Schulbucher fur den Religions- unterricht die Erklärung des zustandigen Organs der betreffenden Religionßgeseüschaft einzuholen, das; gegen die in dem Buch enthaltene Lehre nichts einzuwenden fei.
Endli haben
3) diechvon den ReligionSgescUscda ten hierzu beauftragten Per- sonen das Recht, dem Reli ionöunierrt t in der Schule beizuwohnen, durch Fragen sich von der achgemäßen Ertheilung und von den Fort-
schritten der Kinder zu überzeugen, dcn Lehrer nach Schluß des Unter-
richts sachlich zu berichtigen und bei der Schulentlassung der Kinder an der Feiiitcilnng der Zeugnisse in der Religion mitzuwirken.
Für den cdangelisckicn und den katholischen R31igion§untcrricht gilt, Falls von den kirchlichen Obern eine andere Bezeichnung nicht erfolgt, der Pfarrer, “.ind wenn mehrere Pfarrer vorhanden find, der erste Pfarrer als geießliä) beauftragt Betreffs der innerhalb seiner Pfarrei belegencn Volksschulen.
Eine Zurückweisung des mit der Leitung des Re[igionSunterricbis Beanitragien vom Besuche der Volksschule ist zulässig, Wenn derselbe die Ordnung der Schule gestört bai. _ _
Die Zurückweisung erfolgt durch Beichluß der Schulaufsichts- behörde nacb Beriebmrn mit den kirkblichen Organen. _
In dem Vcickxlusse find die Tbatsachrn anzugeben, welche die Maßregel begründen.
Ferien. §, 18. _
Die Gesammtdauer dcr Fcrien in den Volksickwlen soil jährlich acht Wochen nicht übersieigen.
Mit dieser Maßgabe erfolgt die Festskßung der Ferien und die Veribcilung derselben auf die einzelnen Jahreszeiten durck) die Schul- aufsiclzisdedörde. _
Die Festießunq erfolgt für Landsckiulen nac!) Anhörung des Kreis- aU§ichUsies, für Siadtschalen nach Anhörung des Schuiv0rstandes.
Schril_z_i_1cht.
___) __Dic Schulzuchi darf dieGrénzeti der elter1ichen Zucht nicht über- [Cl en. Die allgemeinen Amordnungen für die Handhabung der Schuizucht wcrden don der Srbulauisichtßbebörde getroffen,
Aeußere EinrichtungZZ der Volksschule.
Die Schulauffichi§bebörde erläßt über die Ausführung von Schulbauicn und über die Aussiaitang der Volksschulen die aÜgc- meinen Anordnungkn. _ _ _
In denselben ist die Berücksichtigung der örtlichen Verhalimffe Vorziidclmlien. _
Auf Grund der allgemeincn Anordnungcn und unter Beruck- fichiismng der örtlichen Verdältniffc steÜt die Schulaufsichtsdebörde die Anfordrrungen in Bezug auf die Volksschulbautcn und die Aus- stattung der Volksschulen im einzelZTri FaÜc fest.
Fiir Volksschulbaiiten gelten folgende Grundsäße:_ _
1) Jede Volksschule folL in der chxl ein eigenes Gkbaude haben, welches nicht glcichzeitig für andere, die Interessen der Schule beeinträchiigende Zwecke bestimmt ist. _ _ __ _
2) Das (Gebäude soil in der Regel fur jede Schulklasse em be- sonderes Zimmer cntbgltcn. _ _
3) In Bezug auf die Lage drs Plaßes, Grundflache und Hohe der Schulzimmer, Zuführung von Licht und Luft, Hetzngßanlagen, “:!)«scdaffrmg ron Trinkwaffer, Einrichtung do_n Bedürfmßansialten, Anlemung von Dmrgsiätien urid *lefaklgruben iit den Anforderungen der Geinndheiiswflege zn enisprrcben; _ _ _
4) Soweit die örilicheu Verhaltnisse es_zweckmaßxa_ ersckyenien lasirn, ist ibun1ichst in jedem Schnilwuse m den_ Siadtcn_eine Lrbrerdicrxstivobnung, auf dem Lande Wenigstens eme Lehrerdienst-
Wohnung einzurichten. §. 22.
Urbar die Nnordmang von Ncu- und Reparawrbauten bei chlks- schulcn » auch bei Vcrbindung von Schul- und Kirchenamt *, uber die öffentlich-rcéhtiiÖc Verdfiichiung zur Aufbringung der Baukosten, sowie Über die Vertheilung derselben auf Gemeinden (Gutsbezirke, Schuldrrbände) und Dritte, statt derseiben odcr_neb_en denselden Ver- pflichteie (§§. 27, 33,36, 43, 51) beschließt, sofern Streit entitebt, die SchnlaufsichtsdehördQ _ _ _
Gcgén den Beschluß findet die Klgge i_m Verwaltungssircii- verfahren statt. Dieseibe ist, soweit der in Aniprnck) Gepommene zu dk!) ihm angesonnencn Leistung aus_ (Gründen des öffe_ntltchen Rechts fkaii feiner cinen Andern fiir vcrpfltchiet eracbtct, ngletci) gegen die]en u rikdten.
z Anck) im Uedrigrn unterliegen Sireiiigkeiten der Gemeinden (Gutsbezirk, Schuiverbände) und Dritier darübrr, ivem Von ihnen dis öffen11ichchechiliche Verdindl'r-erit zum Bau einer Volksschule ob- licgf, de'r Cntschc-idung im Verwaltungsstxeitvcrfahren. _
Die Klaiie ist in den Fällen ch zivriien Absatzes innerhalb zivet Wochen aanbringrn. Die zuständige Behörde karin znr Vervoll- ständigung der Klage eine angemesiene Nachfrist gewabren.
Durch den Ablauf dieser Fristen ivtrd jedoch die Klage_auf Er- stditung dss Geisisictsii gegen einen aus (Hründcn des öffentlichen RWTH verrflickyteten Driitrn nicht _auSgeschlosjen.
Zuständig im Verwaltnngsftrcitoerfabren ist in erster Instanz der BezirkSaUSsÖriß. _
Die Klage gegen die Schulaufsickxisbehörde kann nur darauf gestüdt ivcrden: _
1) daß der angcsockptene Bescheid durch Nichtanwendung oder unricbich Vimvendung des bestehende_n Rcckzts, insbesondere auch der von dcn Behördcn innérhalb ihrer Zuständigkeit erlassenen Verordnungen den Kläger in scinrnReÖicn Verche; _
2) das; die thatväckylickien Vorausseßungen nicht vorhanden seren, wrlche die Sch111auisichtsbebörde zu dem Beschluß berechtigt haben wiirden. § 23
Bei Volkdschalen ist fiir einen Platz zur Vornahme von TUrn- übimgcn SOME zu tragen und zum Aufenthalt der Kinder im Freien während der Zwischenstiinden GeleYihcit zu geben.
Jede Volksschule isi mit den ihrer Aufgabe enisprechenden Lebr- mitieln und mit dem nöibigerr Indeytar außzustatten, sowie mit Allem zu versebcn, was zu ihrer zweckdÖianZchen Benutzung erforderlich ist.
Die Schulräume smd _in eiiier dcn Bedürfnissen des Unterrichts cntsprcchnden Wciic midi _fnschxr Zaft zk? _?ersorgen, zu heizen, zu be- i i en un m an zu a k"- leilchten, HU re n S Zchweitcr___r))_?sésr_iitt__. __ __ ck " der Rc tEver a n e er s en i en Trager Volksschule. Träger der RechtsverhälZZisse der Volksschulen.
T " der Rechtsverhältniff'e d'er _öffe_nt[ichen Volksschulen sind die biixxeérrlickyen Gemeinden, die selbstandtgen Gutsbezirke und die SÖUMrbande'r.Schurbezike. Schulverbände.
Städtische S_zbulbczirke. 4)
«* adt bildet ihren eigenen Schulbezirk. Flix? Zteblichen Griinden können Landgemeinden und (Gutsbezirke einem städtischen Schulbezirk von der Schulaufsickptsbehörde gastweise werden, _ ZugenLFisccnVergütung für die gastweise Benutzung wird Mangels einer Einigung der Beibeiligten von_ dem Bezirkßausicbuß festgeseßt. Es ist dabei auf die Steuerwerbaltniffe der Berbeiligten, a_uf die Zahl der gai'iweise überwiesenen _Kinder sowie auf die Kosten Rucksicht zu nehmen, welche den Landgemeinden (Gutsbezirken) bei einer ander-
weitcn Veschulung der Kinder erWachien würden, und auf die elwaigen
Mehrkosten, Welck)? für die Stadt aus der gasiweisen Zuweisung tt n. " en s ebe Ländliche SÖUlbezüZZ Schulverbande.
Landgemeinden (Gutsbezirkesbilden erztwedcr ihreneigenen Schul- bezirk odcr wcrdsn Vebufs Unterhaltnnß einervoder mehrerer Polis- schulen zu einem gemeinsamen SchZlbez1rkc (Schulverbande) Verctmzt.
Schulverbändk Haben die _Re' te ]Zffxntlicbrr quporationen.
Die ENZYzenbdkri-SÖUÉMWÉYN muffrn fich mri denen der Land- gemeinden * uts ezir €) 0? rn.
Jede Landgsmeinde (Gutsbezirk) kann nur einem Schulverbande an eböan.
g Bti der Abgraknzung der Schulverbände _i_si cxuf die sonst be-
stehenden nacbbarli-Hen Verbände_ (Burgermeiiiereien, Amtsbezirke, Kirchspiels, Wkgcbaaq ArmenVSrbariFe u. s. f.) Ruckfixixi zu nehmen.
. 3 .
Ucber die Bildung, Aenderung und Aufliöiuma der SÖitlverbc'znde beschließt nack) Anhörung dEr Vetheiligten die SÖglauj'sichtsbehorde im Einvernekxmen mit dem Bezirkßaußschaß, und, ial]_s xm Einver- ständnis; beider Behörden nicht erreiekit wird, der Ober-Prasident. _
Gegen den Beschlmß der Schulaafficbtsbcbörde strht den Beibri- ligien binnen zwci WOÖM die Beschwerde anden ObZr-Yrafidentkn zu.
Die Entscheidung drs Ober-Präfidenien_tsi enigu_l_itg.
Für dix Hobrnzoüernsihen Lande entscheiden_ qn “Stelle des Ober- Präsidenien dcr Unterricht'Z-Minisier und der Mimstzr des Innern.
§, 31. _
Wo Landsemeinden (Gutsbezirke) nach Maßgabe der_ Land- gemeindeordnungen zum Zweck gemeiqiamer Wahrnehmung einzelner zu ilirem Wirkungskreise aeböriger Kommunal_arigelcgenbeiten in_be- sonderen Verbänden vereiiiigt sind oder vereinigt werden, beschließt nach Anhörung der Beibeiiigicn und des Kreisausstbuffrs der Bezirks- ausscbuß im Einwirmhmm mii der SÖulauffichtsbe56rde und, Falls ein Einverständnis; beidkr Behörden nicht erreicht wird, der Ober- Präsident darüber, ob dicser Vcrband für die betbxiligten Gemeinden (Gaisbezirke) zugleich den Schulverband (§. 28) bilden so!!. _
DM Beibeiligtén sieht gegen den Beschluß des Beitrks- ausschusses binnen zwri Wochen die Bcfthwerde an den Ober- Präfidenten zn, _
Die Entscheidung des Ober-Präsidenien ist endgültig,
Fiir die Hobenzoüernichen Lande entscheiden an Stelle des Zbcr - Präjider:ten der Unirricbis = Minister und der Minister des
nnern.
In glcicher Weise erfolgt eine Aenderuna oder Auflösung_dieser Verbänd», so lange sie zugleich die Schulverbände für die betheiligten Gemeinden (Gutsbezirke) bildcn. ;, „
Die in diesem Gefexze iiber Schulverbände und deren Mx“, enthaltenen Besiimmungm finden auf die zu Schulderbänden er “' kommunalen nachbarlickZ-rn Verbände Anwmdung, soweit nicht,_;_, “ " Anderes ausrrückliä) scxtgcseyi isi (?.2 82). . “ 57
Zur Bildnng eines Säxulverbandes behufs Unterbaltungu'ié , beibeiiigten Landgemeindcn (Gutsbezirke) nicbt siaitfindet, ist die Zu- stimmung derselbrn crfdrderlich, _
Gasiwcije ZUWLisMlZZVM Schulkindern.
Aus erheblichcn Gründen können von der Schulaufsicbisbebörde Schulkinder aus einzeincn Theilen einer Gemeinde (Gutsbezirks, Schulderbandes) Jastwciie der Schule eiuer andcrcn Gemeinde ((Guts- bczirks, Schulverbandes) zugewiesen werdcn.
Für einzelne Unicrriédtsfäcber kann aus erbeblicHen Gründen die Zt_m_)cisung auch aus ganzen Gemeinden (Gutsbezirken, Schulorrbänden) er 0 gen.
Die Vrrgüiung für die gasiweise Bcnußung isi mangels einer Einigung der beibeiiigien Gemeinden (Gutsbezirke, Schulverbändc) fiir Stadiscioulen vom Bezirksausirbuß, für Landscbulen vom Kreis- ausscbuß feitzuießcn.
Es ist dabei auf die Steuervrrbältniffe der Beibeili ten, auf die Zak)! der gasiweise überivie1cncn Kinder iowie auf die osten Rück- sicht zi: nehmsn, welche bci ciner andechiten Beschulung der Kinder erwachsen würden, und Welck)? aus der gastweisen Ueberweisung
entstehen, S*,HuldeinZlyébezirke.
Bestehen in einer Grmeinde (Gutsbezirk, Schulderband) mehrere Volksschulen, so könn2n für die schulpf1ichtigen Kinder von der SÖul- aufsichtsbebörde nach Anhörnna dcs Scionlvorstandes (Schulausscbuffcs) Schulbesuchsbezirke eingerichtet ixcrden.
GastWeiie Zulassung von Srixrzllindern; FremdcnsÖirlgeld.
Woüen Eltern oder deren Sigüderireter Kinder in die Volks- schule einer anderen Gcmeindc (Gutsbezirks, Schulverbandcs) oder eines anderen Schulbeinchsbezirk§ ais desjenigen. schicken, in welchem die Kinder einbeimiiä) sind, so beich11eßi hierüber der Vorstand der betreffenden Volksschn1c. _
Unentgeltlicb in Pflexke und Kosi genommene Kinder gelten als einheimisch am PfLegc-Ut. _
Der Vorstand der Volksschule kann von dcn (“m_ck anderen Gemeinde (Gutsbkzirk, Sckyuldcrbaxxd) angehörigen Kmdcrn ein Fremder:- sckyulgcld erheben. - _
Die Feststellurg der Höhe der Sckyulgcldsaße unterliegt der Genehmigung der Sclyirlaufficiytsdcßördc.
Das Schulgeld ßirßt zur Scdulkaffc. _
Dir Entscheidung darüber, ob ein FremdexiÉYulgcld _zu erbcken ist, erfolgt unter dcn Betdciligtin im Verwaiii:rxgvöitzcitvcrfabrxn.
Zuständig ist in erster Instanz dcr KreisqusWutZ und, sofern es sich um Stadiscbulcn handelt, dcr Bczirksausickoufx
Ordnung der Nrrnischnsvcrbältixinc.
„. oo. _ Die in Folge der Einrichtung oder Vcrändsrung der SÖulbczkkke (SÖulvcrbändc) nothwendig werdende Aiisglcicdiing_ii_nd Yuseinander- seßun brzügliä) dcs '«zermögcns und der Schulden tit tm Lxcrwaltunss' che gherbeizuführen. _ „ Kommt eine Einigung Hierüber unter den Bctkctligien binnen der von der Schulaufsicdtsbcdörde zn bcitimmendxn Friki nicbt zu Stande, odcr versa t die Schulauffickytsbcbörde der Vereinbarung die Bestätigung, so des iiicßt fie über die Au651e1chung und Auéetnander-
seBun . . . .
n [eicher Weise besoblicßt bei den zu Selmlvcrbanden crklarten komn§maglen “nacbdariicdcn Verbänden der Bezirksausscbuß im Ein: vernehmen mit der Schulaufsicbisbcbörde über die in Folge der Ein- richtung oder Veränderung nothwendig werdende AUOglcnbung und Außeinanderscßnng berü»ilich des Vermögens_ und der STRÜM- Kommt ein Einversthdniß beider Behörden nicht zu Stande, io be-
r Ober- r ident. schlie türdedie HoszchrnsÖen L_ande beschließen an Steno des Ober1 Präsidenten der Unterricbw-Wmstcr und der Minister des Innern. Den Betbeiligtcn gc en einander steht die Kla e im Verwaltungs- sireitvcrfabren zu, Die lage ist innerhalb zwei ochen (: ubringen. Die zuständige Behörde kann zur Vexvollsiändigung der a e eine angemeffene Nachfrist gewähren. Zustandig in erster Insbanz K der
Bezirksausscbuß.
VolkSscbulen. bezüglich deren eine gemeinsame Benußung duékaRéÜ _