be itken O eln und Ratibor seit längerer Zeit eine auf gebenseitigxpEidesbülfe gegründete und geradezu bandenmäßig organisirte (Gesellschaft besteht, welche darauf czbzielt, mit dem verbrecherischen Mittel des Meineirs bei etpgelciteten Unter- suchungen -- namentlich durch den Alibtbewets - oder bei schwebenden Prozessen Wahrheit'und RUN zu untergraben u_nd die Rechtsordnung und Rkchtss1cherbe12 anf das Aeußrrste zu gefahrden. Wie hätte ich wohl ahnen können, das; (s in meiner Didcxsr, und namenjlicb unter meinen oberschlesischen Dtöcesanen, deren tiefe Fröm- migkeit und Religiöfität ich wxedékbolt kennen gelenzt_habe, Perioden geben könne bei dcncn das Bewußtséin von der Heixtgkeit des Eidrs so tief gesubken, odcr vielmehr döiiig aeschw_unden ware und Welche die Warnung der Heiligrn Schrist ganz "“Lesen hatten: .Es soll komrxien das Strafgericht in das Haus dss falsch in meinem Namen Schwbrenden und es soll bleiben mitten in seinem Hause und es verzehren sein Holz sammt seinen Steinen!“ Um so. nothwexidxger wird es sein, die Heilighaltung des Eidcs_ m den Glaubiqen wieder zu heben imd zu wecken und beauftrage [ck dexbaib den bochwurdtgrn Pfarr- klerus aus diesen traurigen Vorkommnissen einen neuen Ynlaß zu wiederholten nachdrücklich?" Belehrungen. Und Mahnungrn uber den entsrßlicben Frchl dis Mcineidd tn Predigt, Christenlebrx, Religions- unterricbt und allen sonst sicb darbietenden Gelegenheiten zu ent- nehmen.“ ' _ Kiel 18, Novrmbrr. Der zur Vornahme von Ver- messungen, an der ostafrikanischen Küste bestnnxntx Kreuzer Möwe“ hai imc!) drr_„Kicl. Ztg.“ heute, den [)lSsigLn Hafen Jerlassen und.:“si ;iiixiichyt nach Plymouth in See gegangen, Bonn. Wie die „Bdnner Ztg.“ berichtet, ist das ge- sammte Offizisrco-U's dss Hysgren- Regimenis, König Wilhelm ]. zu dsr mrhrtägigen Ferer des Einzuges Sr. Durchlaucht dcs Prinzßn Adolf .zu Scbaiimburg- Lippe und Zbrcr Kdrngltchen Hoheit 'der Prinzessin Victoria von Preußen M Bückeburg eingeladen.
Bayern.
Nürnbera, 18.„Nov€mber. Angesichts, der gestrigen unrrmartet starken Niederlage beschlossen die Sozialisten, wie dem „Schw. Merk.“ mitgetheilt wird, für die morgige Erfaßgemeiirdewahl Wahlenthaltung.
Baden.
KarlSruhe,_18. Novsmber. Se. Hoheit der Herzog von Nassau traf, wie die „KarlSr. Ztg.“ mridet, gestern in Baden-Vaden rin und verwoilte bis Abends 6 Uhr bei den Höchsten Herrschaften. Von 'Sr. Königlicben Hoheit drm Großherzog zum Bahnhof geleitet, seßte der Herzog dann die Reise nach Frankfurt fort.
Meckleuburg-Schwerin.
Schwerin, 18. November. Nach einer Depesche aus Cannes vom 16. d. M. ist, wie dic „Meckl. Nachr.“ mittheilen, Se. Königliche Hoheit der Großherzog an diesem Tage nach guter Ueberfahrt von Neapel dort einge- troffen und hat somit die Seefahrt beendet. DacZ Allerhöchste Befinden war leider nicht besser, die Schwäcke groß, doch Hoffnung auf baldige Kräftigung vorhanden.
Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin Marie hat sich gestern von hier nach Dresden begrben und wird morgeti Abend von dort hierher wieder zurückkehren. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin-Mutter hat von heute Mittag an Wohnung in Höchstihrem Palais genommsn.
Sackxseu-Coburg-Gotha.
Gotha, ]8. November. Bei den hiesigen Stadt- verordnetenwahlen wurden der „(H. Ztg.“ zufolge die Sozialdemokraten vollständig geschlagen.
Anhalt.
Dessau, 18. November. Die „Gesrßsammlung fiir das Herzogthum Anhalt“ veröffentlicht eine Verordnung, be- treffend Abänderungen und Ergänzungen der Aus: führungs-Verordnung vom 20. Juli 1886 zu dem Gefeß vom 18. Lipril1886, die Einführung einer Ein- Totfximdensteuer und einer festen Grundsteuer b&- W 811.
Schwarzburg-Rudolftadt.
Rudolstadt, 18. November. 311 der heutigen Sitzung de? Landtages machte, der „Schwarzb.-Rnd. LdS-Ztg.“ zuwlge, zunächst der StaatS-Minister vou. Starck die Mit- theilung, daß dem Landtage noch Gesstzentwiirfe iiber die Ab: änderung einiger Bestimmungen über die Schonzeit des Wildes, über die Ertheilung ch weiblichen, Unterrichts in den Volks- schulen und iiber die Pensionirung der Gemeinde- beamten zugehen werden. Neben einigen Vorlagen von nur lokalem Interesse genehmigte, alsdann der Landtag die Ueberweisung der Haupt - Landeskassyn- rechnung, sowie der Landeskreditkaffenrechnung für 1889 ngleich mit den Rechnungen für 1888 und 1890 dem Land- taJSausschusse zur Prüfung, sowie mit einigen Abände- rungen das Geseß, betre end die Besoldung der Geist- lichen. Danach wird as Mindesteinkommen eines:» Geist- lichen auf 1800 «xz normirt, farrstelien, deren Verwal- tung ' von besonderer Wichtig eit oder mit besonderen S_chtmerigkeiten verbunden ist, könnsn aber mit einer hoheren Anfangsbesoldung jedoch nicht iiber 2400 „FH aus- Zstaiiet werden. Jeder Éeistliche „erhält nach Ablauf einer (unfjährigen Dienstzeit eine jä rliche Besoldungszulage von 300 «FH, nach 10, 15 und 20 ienstjahren weitere Zulagen von ]e 300 «16. jährlich. Eine solche Zulage kann indeß ver- sagx werden, wenn der Geistliche die Verseßung auf eine besser dottrte Stelle ohne aUSreichenden Grund ablehnt.
Oesterreich-Ungaru.
' Wiexi, 19._November. Se. Majestät der Kais er und König Wird, „une das „Prag. Abdbl.“ meldet, in den nächsten Tagen von Gddöllö wieder in Wien eintreffen und sich gegen Ende Ndvembxr “zur Begrüßung Ihrer Majestät der Kaiserin UPD. Königin anläßlich Ihrer Rückkehr von der gegen- wärtigen Reise nach Triest, beziehungsweise Schloß Mierarfxegebenéh s
te“ "6 errei i ch-ungarische Zollkonferenz hat gestern ihre Berathungen beendigt. Wie die „Presse“ vermmmt, wurden alle Fragen, welche fiel) auf die in Aus- sicht genommenen Verhcrndlungen mit Deutschland beziehen, eingehezid erörtert und hierüber eine Verständigung erzielx. Die AUSgleichkommission des böhmischen Land- tgges nahm den von dem Abg.1)r. von Plener neuerdings eingebrachten Antrag an, dte Kurienvorlage auf die Tagesvrdnung der Kommission zu se en. Dafür stimmten die Deutjchen und der Großgrundbe 3. Ferner
'bat bis jeßt keine Spur
wurde der Antrag Kucera angenommeit, während der Landtagsdebatten' über die Landeskulturvorlage und das BudYt keine Kommisfionsfißungen abzuhalten.
eiderBerathungdxsKultusbudgetsimungarischen Unterhause brachte der Abg. Jranyi (äußerste Linke) einem Antrag im Sinne der Religionsfreiheit ein und besprach dabei auch die Frage der Wegtaufen, worauf der Minister-Vräsident Graf Szapary und der Kultus:Minisier Graf Czaky E.klärungen Über diese Frage abgaben. Der Minister-Präsident betonte die Noihwendigkeit der Aufrechterhaltung der diesbezüglichen auf dem Gesetze fußenden Verordnung. Der KultuS-Minister steilte, wenn nöihig, eine Vorlage Betreffs der bürgerlichen Matrikelführung in Aussicht und rechtfertigte die Ver- ordnung. Die ganze Angelegenheit sei nur eine bédauerns- nxerthe Revolution innérhalb der kaiholischen Kirche, indsm die niedere Geistlichksit durch ihre Agitation in Widerspruch mit der Auffassung des hohen Klerus aerathe. Die Er- klärungsn beider Minister wurden von der Majorität mit led- haftem Beifall aufgenommen.
Großbritannien und Irland.
Auch _der irische Abgeordnete Parnell hat anläßlich der (ruf den 25. d. fesiiieseßten Eröffnung dss Parlaments em Rundschreiben an seine Parteigenosssn im Hause der Gemeinen gsrichtet, in weichem dieselben zum pünkt- lichen Erschrinen aufgrfordcrt werden, „da 9-3 unfraglick) ser, daß die: kommende Session ein Kampf von Anfang is?: zu Ende sein werde Und große Fragen von ihrem Verlauf abhingen“. Das Gerücht, Varnel] woÜe *- nachdem soeben in einem ElxebruchsProzeß des Kapitäns O'Sl)ea KMM seine Gattin ein Urtheil gefiillt worden, welches Barnes] elasict - von der Führerschaft der irischen Partei znriicktrrten, erhiilt sick). Zn solchem Falle wiirde die Fiivrerscbafi einer Kommisiion iibertragen werden, deren PräsidentJustin Mc Carthy sein wird. In einer gestern in Dublin abgehalieixen Plrnarversammlung der Nationalliga erklärte der Dcputirie Redmond Namens der naiionalistischen Partei: die Idee, daß Parnell von der iniung zurücktreten müsse, sei lächerlich; Parneli müss? im Gegentheil Führer der Partei bleiben, stark in der Unterst'iißxmg der ganzen irischen Nation. Auch die parnellistiichen Organe „Star“ (London) und „Freeman's “:)-amal“ (Dublin) erklären, daß Varnsll seine Steliung als 26621“ der nationalistischrn Partei beibehalten werde. Die radikale „Pall MalX Gazette“ dagegen ist der Meinung, daß da)?- Uriheil des Gerichtshofs Parnell die Pflicht auferlsge, seine Entlassung einzureichen; das iri7'che Volk wüTde dann seine Meinung aussprechen. ' „
' Die Gerichtsverdandlungen in Tippérary gegen die ÖGS Komplotts angeklagien Nationalisten wurden am Smkxnabend geschossen. Das1Urtheil sollte heute ge'fäÜt wer en.
Zum Schiffbruch dex britischen Kriegsschiffes „Serpent“ an der spanischen Nordwestküste wird dem „Reultxrt'schen Bureau“ aus Coruüa unter dem 15. November 991116 €: . ,
Die britischen Offiziere begaiimn heute in Camarinas eine Unter- suchung über die Ursacke des Untergangs der .Serpent'. Die drei geretteten Seeleute Wurden beute verhört. Sic erklärten, daß die „Serpeni“ zur Zeit des Unglücks ungefähr mit einer Fabrgescbwindigkeit von 12 Knoten die Stunde gesegelt sci. Ach an Bord babegeglaubt. daß man weit vrm Lande entfernt sei, als ein fruchtbarer Stoß das Schiff in alien Fug“ ei'ziitern machte. Keiner der ivachtbabenden Offiziere hätte den 'cucbtthurm von Cap Vanno, deffen Licht sonst auf 14 Meilen leu tet, gesehen. Der Kompaß sci wahrscheinlich außer Ordnung gerat rn und das Wetter babe astronomische Beob- achtungrn bsrhindert. Das britische Kriegsschiff ,Tyne“ wird die drci geretteten Seeleute von Coruüa nacb Plymouth bringen. Das spanische Kanonenboot „Condor“, Welches bei Cap Viklano kreuzte, _ yon_ dem Wrack entdecken könnrn. Das britische Kanonenboot „Lapwing“ segelte beute von Coruüa nacb Camarinas und das spanische Kanonenboot „Mac Mahon“ fubr heute von Vilia Garcia ebcndahin ab. Der Marine-Kommandant ist aucb unterwegs nacb (Camarinas. 33 Lricben dcr Vesaßung der .Serbcnt“ sind bis jeyt begraben ivorden. Mehrere waren so Verstümmelt, daß sie nicht er- kenntlich waren. Unter den beute Beerdigtrn befanden sich ein Lieutenant. ein Ingenieur, ein Koch und ein Stetvart. Der Präfekt von Corrüa bat den Gemeindevorsieber von Camarinas angrwicsen, keine Mühe zu scheuen, um die Jdentiiizirunq dcr Leichen vor der Beerdigung zu ermöglichen, Zum Unglück sind aber, wie schon er- wähnt, die meisten Leicien so entstellt, das; selbst die drei geretteten Seeleute mehrere ihrer früheren Kameraden nicht mit Sicherheit er- kennen konnten.
Frankreich.
Paris, 18. November. Die Deputirtenkammer berieth in ihrer vorgestrigen Sißung das Budget für Algerien. Bei Kapitel 7 (allgemeine Sicherheit und öffentliche Gewalt) klagte», wie der „Köln. Ztg.“ berichtst wird, Boulier „über die geringe Sicherheit, die Personen wie Eigen- lhum in Algerien fänden, und forderte Maßregeln zur Verfolgung der von Cayenne geftiichteten Ver- brecber, dis si in Algier an die Spitze von Räuberbanden stellten. Der 2) inister des Innern versprach baldige Ab- stellung dieser Uebelstände. Das Budget wurde alsdqnn genehmigt. Beim Postbudget befürwortete Le Gavrran eine Aufbesserung der Beamtengehälter. De L'aness an (radikal) beantragte, daß ein Zwanzigstel der Emnghmen zur Verbesserung des Posi- und Tßlegraphendienstes verwandt werde, deffen Umnlänglichkeit er darlegt,
elix Faure bekämpfte den Antrag. Nachdem_ auch „der inanz-Minister Rouvier und der Generalberrchtersiaiter
gegen den Antrag Lanessaxi gesprochen, beantragte Mir einen
Zuschlag von 21/2 Mia. für den gedachten Zwsck. e Lanessan FTF seinen Antra zurück und der Antra
Mir wurde auf unsch des BeriZterstatter-Z dezn Ausschu
überwiesen. Die übrigen Kapitel wurden „genehmmt. “
In der heuti en Sißung brachte, 11119 „W. T. V. be- richtet der Ab . aur eine Interpellation em, hetrrffend den Vorschu der Bank von Frankreich an diTBank von England. üSiehe Nr. 275 d. _„N. n. St.-A. unter der Rubrik „Hande und Gewerbe“) Die Berathung der Inter- peliation wurde auf Antrag des Finanz-Mmifters R o uv 1 e r, dam1t die Berathung des Budgets nicht unterbrochen werde, 'auf einen Monat vertagt. Laur bestand qui unverzüglicher Vecmthung der Jnterpeliation und wurde zweimalzur Ordnung geru en.
Die Subkommission des Zollausschusses fiir die Ackerbauzölle beschloß einen oll von 6 Frs. per Doppelcentner auf ausländ sches Brot. Das „Journal des Débats“ „tadxlt diesrn Beschluß ]le scharf. Die Sukaimission fur die Vie
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zölle erhöh den Zoll für eingesalzenes Rindfle-is“ und andeixxe Fleischgattungen von 22 auf 27 Frcé. per Doppelcentner.
Der Contre-Admiral Lefévre ist zum Vice-Admiral ernannt worden.
Italien..
Das Könichpaar ist, als es am Freitag in Vegleitun des Prinzexi von Neapel nach mehrmonailicher Abwesenheigt in Rom eintraf, von der Bevölkerung mit besonderer Wärme empfangen und in alle:] Straßen, durch welche Ihre Majestäten vom'Bahnhof zum Qurrmgl fuhren, mit lebhaften Zurufen begrüßt worden. DLrUPrinz von Neapel, welcher, wie schon gemeldet, anlaßlick) seines 21. GsburtStageS zum Oberstén, ernannt wurde und das Infanterie : Regiments iti , Neapel übernehmrn wird hat " _einen eigenen Militärischen Hofiiaat erhalten: Bezuglick) "der Kundgebungen und Festlichkeiten welche anlaßlich des Großjährigkeitstaaes des Prinzeri vo_n Neapei stattfanden, berichtet die „P. C.“ folgende Einzel: beitan Die öffentlichen, sowie viele private! Gebäude der Hauptjiadt'waren brflaggt und Abends prächtig bsleuchtet' auf der Piazza Colonna fand in den Abendstundrn ein Concrri der städtischsn Kapsüe statt. Einen glänzenden Vsrlauf nahm das Bankett im militärischen Klub, in dessen großem Saal aus diesem Anlaß eine dem Klub vom Könige ge- spemdete Marmorbüste des Monarchen aufgesieÜt wurde. Den ersten Tocxitsbrackgte derKriegS-Minister General BertoléBiale auf den Konig, die Königin und den Thronfolger aus. Sodann toastete General'Cojeiiz auf den Prinzen von Neapel, die Hoffiiizng des italienischen Heeres, und auf die Königliche Familie. Nack) deiii Bankett fand ein Empfan statt, zu welchßrn „cm 600 L_) zierr erschienen. Aus aklen gro en Städten drs K_dtiigreichs [U en in Rom Berichte Über Festlichkeiten und Loyalitätskmidgebungen ein.
An dem gestern'A'betid in Turin veranstalteten Bankett zu „Ehren des, Minister:Präsid_entsn Crispi nahmen aÜe Minister Theil. Der Maire begrüßte zunächst den Minister: Prasidentsn im Namen der Gäste und der Stadt Turin. Wäh- rend 'des Varikett-Z nahm unter lebhaftem Beifali Herr Crini das Wort'zu einer R-sde, aus welcher „W. T. B.“ fol- geiiden Auszug „gleht: Nach einem Rückblick auf die während ferner Axntdthätigkeit VLÜJOgLnen Reformen, wies CriSpi die Anschuldigung zurück, das; er seine Partei verlassen habe und eme Diktatur ausübe. Bei Erwähnung der Kolonialpolitik bemerkte er, daS Land erwarte beruhigt und voll Ver- rraizen' dsn Auggang „dsr Verhandlungen zur Abgrenzung der 1talt€111fchen Okkupations- und Interéssensphäre, in welchen Italien, vdn deu versöhnlichsien Absichten geleitet, mit den brstefn Aussichten auf Erfolg vorgehe. Die Angriffe gegen die international? Politik Italiens seisn nicht im Stands ge- wxssn, dds Land zu erregen. Die befreundeten Regierungrn zeigten „sich bestrebt, auck) den Anschein zu beseitigen, als ob die Beziehungen zu Italien bei den schwebenden Meinungs-
„ vrrschiedenhriten untergrordneter Art weniger herzliche wären.
„Sowohl die Souvrräiie wie die leitendrnMinister“, sagte der Minister:,Präsrdent, '„bringen uns mit liebrnsmürdiger Hoflichkeit ihre aufrichtigen Gefühle als Verbündete zum Ausdruck. Alle unsere Schritte wsrden nur von jenen Leuten entstellt beurtheilt, welche ver- suchen, dir öffentliche Meinung EUropan gegen'uns ein- zunehmen.“ I'm ferneren Verlauf der Rede WWS Crispi die Anklagrn seiner Gegner zurück, als habe? er diirch jeine Politik daS finanzielle Defizit und die mtßlxch811 Wirthschcxft- lichen Verhältnisse verschuldet, die Dringlichksir dsrselben nicht anerkennen woÜen und keine Ahbülsé schaff?" lel"?"- Das Defizit und das- wirthschaftliche Unbehagen sixien sch0n vor seinem AmtSantritt vorhanden gewesen. Die gegen: wärtige Budgetschwierjgkeit rühre weder von den Rüstungen noch von der Tripelallia723 her; ohm; [eßtere müßte Italien seine Armre verdreifachen und seine Befestigungen ver- mehren. Da Italien nicht die' Abrüstung aUcr Staaten er- reichen könne, so würde es em Vrrbreckzen begehrn, wenn es allein abrüsten onte. Um das Defizit, welches sich bereits vermindert habe, vollständig zu beseitigen, werde die Regierung eine Vereinfachung des Verwaltungßwesens, die Vertheilung der größeren öfxentlichen Arbeiten auf mehrere Finaiizjahrr und eine Verbeserung der Steuererhebung be- antragen. Neue Struern „sei die Regierung fest entschlossen,. nicht vorzuschlagen. „Wir haben“, rrklärte Crispi, „die Differentialzölle gegeniiber Frankreich unterdrückt, und hoffen nun, aber ohne großes Vertrauen, auf irgend ein Zugeständ- niß von französryeber Seite. Wenn jedoch Frankrc-ick) den neuen Tarif vom 20. Oktober als endgültige Grundlageseines Handelssyyiems annimmt, so wird jeder Vertrag mit ihm un- möglich sein. Strts gsncigt zu billigen Verständiguu sn, werden wir nichtsdestdweniger die Vesiändigkeii unsrres ollsystems, ohne welchr sich die Landwirthschast und die Industrie nicht entwickeln könnten, aufrecht erhalten.“ Criépi schloß mit einer Darlegung der Maßregeln, welche bezüglich der RsorganiLation des Kreditivrsens und bezüglich der Lösung der Ar eiter- frage, bereits getroffen und noch zu trc-ffen seien. Die Rede des MinittLr-Präsidenten wurde oft von leb: haftem Beifall untsrbrochen, und auch nach Schluß derselben wurden ihm warme Ovationc'n dargebracht. Begeisterte Hochs auf den König beschlossen das Fest. Heute früh wollte CrisPi nach Rom zurückkehren. SchWeiz.
Jm eidgenössischen Generalstabsbureau soll mit Anfang nächsten Jahres, wie man dem „Aarg. Tagbl.“ melddt, eine ziemlich weitgehende Neuorganisation ins Leben treten. Während das Budget für 1890 für das General- stabsbureau 10 395 Fr. vorsieht, verlangt das'enige von 1891 44 295 Fr. Neben dem Chef, Sekretär u. s. w. sind nämlich noch folgende neue Posten vorgesehen: ein Kanzlei-Chej des Generalstadsbureaus 4800 Fr.; ein Chef der Nachr1chten- Abtheilung 4800 Fr.; ein Chef der Generalstabs-Abtheilmig 4800 Fr.; ein Chef der taktischen Abtheilung 4800 Fr.:, em Chef der technischen Abtheilung 5500*Fr.; ein Chef der Eisen- bahn-Abtheilung 4800 Fr. .
Am nächsten Montag soilen, wie „W. T. B.“ zneldet, die im Kanton Tessin stehendenJnfanterie-Bqtaillone 28 und 29 nach Bern verlegt werden; zur Ablösung ist das 30. In- fanterie-Bataillon (Bern) bestimmt.
Belgien.
In der Repräsentantenkammer brachte gestern der Abg. Janson den von 6Repräsentanten gezeichnetenAntrag auf Revision der Art. 47, 53 und 56 der Verfassung, betreffend das Wahlrecht, für die Kammern em.
Kommando eines.
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Serbien. -
Belgrad„ 18. November. Die qupschtinanhqt„dem W. T. B.“ zufol e, heute da;?- vorthrige rasidium ;;Üt 89 gegen 10 timmetz wieder ewci [t. orgen findet die feierliche Eröffnung mit einer T ronre 6 statt.
Bulgarien.
Sofia, 18. November. Die Prinzessin Clementine ist nach einer Meldung des „W. T.. B.“, heute „nach Eben- th,al abgereist; der Prinz Ferdinand begleitete dieselbe
bis Tsaribrod. Schweden und Nortvegen.
(]z") Christiania, .16. November. Die Einnahmen der StaatSeisenbahiren im ersten Viertelxahr des laufenden Betriebsjahres (Juli-Seytember) betsrugenk 2265 969 Kronen gegen 2104 601 Kronen m dem gleichen Zritraum des Vor-
jahres. ' Dänemark.
;p Kopenhagen, 17. November. Jm Folkething kam (ai?! Sonnabend der (Heseßentwurf, brtreffend dis An: wejsung von Garteniand an Hausler und land- ijthschaftliche Arbeiter, zur ersten Lesung. Der Vor- sißende Abg. Clauffdn erinnerte daran, „daß 'das Geseß, bs- treffend die Anchzsung von „Land "fur die Armrnhäuser, nicht die Frucht fur die Arbeiterdevolerung gistragon habe, die man erwartet, hatte. Der vorliegende Grießentwurf molie die beständig? Zustrmnung von Arbeiterfamilien nach dsn Städten hindern und den Frauen der Arbeiter einen passenden und lohnenden Erwrrb bieten. Der Minister des Innern, der glsdann das Wort ergriff, machte darauf UUfMSTksUM, daß nicht glie Gegenden des Lan- des sich zum intensiven Gartenbau eigneten; aber es gebe Gegenden, wo der„Vorschlag ,Nußrn stiften könne und wo der Gartenbau fiir eme Familie eme sehr große Stütze sein würde. WWU das Grieß ein wirkliches Bedürfnis; sei und wenn durch dasselbe der Zuzug von Arbeitern nach den Städten verhindert werden könnte, dann könnte es von großem Nußen ssm. Man könne nicht sagen, daß von den Gemeinden zu große Opfer verlangt wiirdrn, aber es müßten vielleicht strengere Bestimmungen getroisen werden,damit die Gemeinden nicht unbenußtes Land behielten. ES werde wohl nicht schwierig sein, das nöthige Land zu er- werben, wenn auch in einzelnen Fälien das EnteignungS- verfabrrn znr Anwsiidung kommen müsse. Wem daS Geseß Nußen gewähren soÜe, dariiber müsse wohl nach den allge- meinen Regeln der Geseßgebung, also von den Amtéräihen (Kreisvertretungen), entschieden werden. Auch in der heutigen Sißung, in welcher die Verhandlungen“fortgeseßt wurden, fand der Grundgedanke des Geseßentmurfes allfeitige Zu- stimmung.
Amerika.
Vereinigte Staaten. Das Distriktsxzericht Boston sprach dem „W. T. B.“ zufolgd einem, Kläger gegen den Fiskus 104 Doüars Entschädigung für zu Vlél erhobenen Zoll auf aus Deutschland eingeführte Stahl- und Eisenwaaren zu. Es ist dirs der ersts mit den neuen Jollgeseßen in Verbindung stehende gerichtlich vsrhandelte zall; viele ähnliche sind bei anderen Grrichtshöfen schw?- bend; in New drk belaufen sich die geforderten Entschädi- gungi'n auf 25 DolXars.
Brasilien. Die in Rio de Janeiro tagende konsti- tuirende Versammlung hat, wie „W. T. B.“ meidet, einen Antrag angenommen, wonach die Mgchtbefugnisie der Regierung bis zur drfinit'wen Beschlußfassung über die Konstitution v er lä n g ert werden.
Afrika.
Zwischen dem Mahdi und drm Emir _Gallabat hat, einem Telegramm der „Mgdb. Ztg.“, aus Kairo Vom 18. d. zufolge, ein Treffen stattgefunden, m dem der Erstere voÜtg besiegt worden sein soi]. „ „
Aus Loanda ist, wie die „Koin. Ztg.“ mdldßi, in Brüssel die Nachricht eingetroffen, eine portug1911sche Expédition unter Arthur Pa'iva sri von Humpata auf- gebrochen, um den Häuptiing von théx zu zucht'igen. ?Die Expedition bestehe aus 5 Offizieren, 6111119rofftzieren, 254 Iii ern, 15 Artilisristen mit 6 Krupp'jchenI und anderen GSJWHM sowie einer Schwadron von 460 Buren und Damara-Negern.
Parlamentarisckxe Nachrichtem
Die Arbeiierschu „Kommission des Reichstagcs trat gestern in die BerailmngB des Artikcls 1118. (Verhältnisse NAB“ triebsbeamten, Werkmeistcr, Techniker, §§. 1338..-8). §.133a. lautet: „Auf die von Gewerbeunternebmern gegen feste, Mindestens monaiweise bemessene Bezüge beschäftiaten Pcrionen, welche nich1 lediglich borübergeixend mit der Leitung oder Beaufsicb“ tlgUng des Betriebes oder einer Abjbeilung desselben bkÜUf“ tragt (Betriebsbeamte, Werkmeister und ähnlikbe Angestellte) ,oder Mit „höheren techniscknn Dienstleistungen bejraut smd (MUTÖMM' techniker, Chewiker, Zeichner und dergleichen), findet der §- 135 An- wendung.“ Der Paragraph wurde mit einigen von den Abgg- HM?- FkUberrn vvn Stumm und Schmidt beantragten Aenderungen an- genommen. Die §§. 1331), 133 0, 1336 und 1338 fanden gleichfalls Annahme. Dasselbe geschah aucb bezüglich des AriikeikZ 17" (Strafbestimmungen) (§§. 146 und ff.) mit unerhebllckie" Aenderungen, Zi er 11 welche lautet: „Sind bei der AUSUbung des Gewerbes polizei1che Vorschriften von Personen übertreten worden, welche der Gewerbetreibende zur Leitung des Betriebes oder eines Theiles, desselben oder zur Beans cbtigung bestelit batte, so trifft dle Strafe,dtese Letzteren. er Gewerbetreibende ist nur strafbar, wenn die Uebertrejung mit seinem Vorwissen beganaén ist, oder wenn er bei der Auswahl oder der Beaufsichtigung der Be-
triebsleiter oder Aufficbtspersonen es an der erforderlichen Sorgfalt,
bat fehlen lassen“, veranlaßte eine längere Diskussion. Die Re- gierungSvorlage )vurde insbesondere von dem Abg. 131“. Hartmann und von dem (GeheimerRegierungs-Ratb Königs vertbeidigt, fiel aber mit 13 gegen 12 Stimmen, nachdem auf Antrag des Abg. von Putt- kamer das Wort ,nur“ im zweiten Saß vor .sirafbar' einstimmig gestrichen worden war. '
In der heutigen Si ung berietb die Arbeiterschuy- kommission Artikel 4 §. 53. Derselbe lautet nach dem bestehen- den Geseße: „Wer Andere durcb Anrvendung körperlichen wangs, durch Drohungen, durch Ebrvrrleßung oder durch erklärung bestimmt oder zu bestimmen versucht, an solchen Ver- abredungen (§.*- 152) Tbeilzunebmcn oder ihnen Folge zu leisten, oder Andere durcb gleiche Mittel hindert oder zu hindxrn verfucht, von solchen Verabredungen zurückzutreten, wird mit Gefan ni bis zu drei Monaten bestraft, sofern nach dem aiigemeinen Stra ge eß nicht eine härtere Strafe eintritt.“ Die Nobelle schlagt folgende Fassung vor:
erritfs- .
„Wer es unternimmt, durcb Univendung körperlichen Zwangs, durcb Drohungen, durcb Ebrverletzungen oder durch Verruföerklärung
Arbeiter oder Arbeitgeber zur Tbeilnabme an Verabredungen der im §. 152 bezeichneten Art zu bestimmen oder am Rücktritt v_on solchen Verabredungen zu hindern; 2) Arbeiter zur Ein- steiluna der Arbeit zu bestimmen oder an der Fortseßung oder Annabme der-Arbeit zu hindern; 3) Arbeitgebcr zur Ent- lassung von Arbeitern zu bestimmen oder an der Annahme von Arbeitern zu bindern, wird mit Gefängniß nicbt unter: einem Monat bestraft. Ist die Handlung gewobnheWmäßig begangen, so tritt (Gefängnis; nicht unter einem Jahre ein. Die gleichen Strafvorscbriften finden auf Denjenigen Anwendung, Welcher Arbeiter zur widerrechtlicben EinsieÜung der Arbeit oder Arbeitgeber zur widerrecbtlichen Entlassung von Arbeitern öffent- lich auffordert.“ Die Sozialdemokraten beantragen, den §. 153 der Vorlage zu streichen und ihm folgende Fassung zu geben: „Wer Andere durch Anwendung körperlichen Zwangs, durcb Drohung „oder Vcrrnfserklärung bestimmt oder zu bestimmen versucht, an solchen Verabredungen oder Vereinen nicbt tbcilzunebmen oder ihnen nicht Folge zu leisten, sowie Derjenige, welcher mit Anderen Vereinbart, Arbeitern desbalb, Weil sie an solchen Vrrabrrdunaen odrr Vereinigungen ibeilnebmen odcr tbeilaenommen baden, die Arbeitsgelegcnbéit zu erschweren, sie nicht in Arbeit zu nehmen oder fie aus der Arbeit zu cntlaffen, wird mit Gefängnis;- sirafe bis zu drri Monati'n bestraft, sofern nach dem aligemeinen Sirachseße nicbt eine härtere Strafe eintritt,“
])r Hirsch und Dr. Gutsleisck) beantragc'n nachstehende Fassung: „Wer durch Anivendung körperlicben Zwanges, durcb Drobungcn, durcb Ebrverleßunarn oder durch Verrufserklärung 1) Arbeitgeber oder Arbeiter bestimmt oder zu bestimmen versucht, an Verabredungen der in §. 152 bezeicksncten Art tbeilzunebmen oder ihnen Folge zu leisten, oder sie hindert oder zu bindern versucht, von solchen Vrrabredungen zurückzutretcn; 2) Arbeitgeber oder Arbeiter hindert oder zu hindern Versucht, an solchen Verabredungen theil- zunebmen oder ihnen Folge zu leisten, oder sie bestimmt oder 311 bestimmcn versucht, von solchen Verabredungen zurückzutreten, wird mit Gcfängniß bis zu drei Monaten brstraft, sofern nach dem aligemeinen Strafgesetz nicht eine härtere Strafe eintritt.“
Die Crnirumßmiigiieder brachien folgende Resolution ein: ,Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dcm Reicbstage tbunlicbst bald einen (Gesetzentwurf, betreffend die geseZlicbe Anerkennung beruf- licher Organisationen drr Arbeiter unter Fetseßung von Normativ- bestimmungen twrzulegrn.“
Iiachi-c1n der Referent Dr. Hartmann und Korreferent 1)r. (Hutfleisch gesprochen batten, betonte Bebek, das; die Vor- lage ein Klaffenrecbt herstellen wolle. Nach kurzer Zeit der Hdffnung macbe sick) schon wieder starke Rrai'tion geltend. Seine Partei werde
sich der Bestimmung mit «Neu Kräften entgegensieilen. Sein Antrag-
sei eine Kriegserklärung gegen die Vorlage.
Geheimer Raik) Hoffmann meinte, Jbom Nachweise des Dolus solle nicht abgesebkn werdrn, nur der Begriff des Vergebens Werde rrweitert. Es folie die Absicht genügen, einen bestimmten Vertrag zu verlrisen. Der Kampf um die *Urbeitdbedingungcn solle bon beiden Theilen freiwillig geführt werden. Die désfalisigen Handlungen gegen die Arbeitgeber seien bisher sv) gut wie straflos gewrscn. Die tDeLatte wurde, nachdem noch Hirsch gesprochen, bi6morgen ver- ag .
" DLM Herrenhause ist die Uebersicht der von der StaatSregierung gefaßten Entschließnngen auf Anträge und Resolutionen des H2rreuhauses aus der erstsn Srssidn des Jahres,“, 1890 zygegangen. Fernsr ist im Herrenhaus? der Entwurf einer- Gesetzes, betreffend die Abänderung des §. 79 des Yusfiihrungßgeseßes vom 24. April 1878 zum Deutschen (Herrchtßver- fas s U n g s g 9 s EZ, eingebracht worden.
Der Entwurf lautet:
Der § 79 des Ausfübrmigssieseßes (33111 24. April 1878 zurn Deutschen Gericht§verfaffungsgeseß (GescZ-Samml. S. 230) erhält die nachsiebende Fassung: , '
Bei den nur mit einem Richter besetzten Amtßgericbten steht dem Amtsricbter die Aufsicht über die bei dem Amtsgericht angestellten oder beschäftigten Veamtrn zu. , , '
Bei den mit mehreren R1chtem _besrßien AmtheriÖten ist die Aufsicht über die bei denselben anLesteUten oder, brichäftiFen nicht richterlichen Beamten durch den In tiz=Minister einem der ichter zu übertragen. Der Zustiz-Ministcr ist ermächtigt, bei Amißgericbten, ivelche mit zehn oder mehr als zehn Richtern beseßt find, dem mit der allgemeinen Dienstaufsicht beauftragten AmtSrichier auch die Auf- sicht über die bei dem Amthericbt angesteUten oder beschäftigten richterlichen Beamten zu übertragen.
V e g r ü n d u n g.
Nack) §. 79 Absaß 2 des AquübrungSgeseßes vom 24. April
1878 zum Dentschrn GeriÖtSverfassungSgefeß steht bei den mit mehreren Richtern besetzten Amtsgerichten dem mit der aligemeinen Dienstaufsicht beauftracztrn Rickxier das Recht der Aufsicht nur über die bei dem Amtsgericht angejteilten oder beschäftigten nicbt richter- lichen Bramten zu. während die richirrlichen„Beamten nacb §. 78 Nr. Zsiad a. D. der Dienstaufsiibt des Landgericht§-Präsidenten unter- teilt n. s Diese Gestaltung der Dienstaufsicbi hat sich bei den größeren AmiSaericbten nicbt überal! als auSretchend erwicscn, um einen ordnungsmäßigen Geschäftsgan "aufrcchf zu erhalten. Die Land- gerichts-Präsidenien sind niit ,ucisixbt auf den Umfang der ihnen obliegenden sonstigen Gesckzafte nicht immer in der Lage, auf den Ge- icbäftsxzana dc-r ihnen untersteliien größeren Amtsgerichte und auf die amtliche Thätigkeit der bei denselben angestellten oder beschäftigten Richter mit der erforderlichen “Unmittelbarkeit einzuwirken, Anderseits smd die aufsichtfuhrendcn Richter, soweit die Thätigkeit der richterlichen Beamten in Betracht kommt, bei Verzögerungen oder sonstiger ordnungswidriger Erledigung von Amtsgeschäften zum selbst- ständigen Einschreiten nicht befugt, sondern auf eine zu Yiiß- deutungen und Rcibungcn §Zlnlaß gebende Anzeige bei dem Landgerichts-Präfidenten beschrankt. Es erscheint deshalb zw“?- mäßig, dcm Vorgange anderer deutsckxer 'Staaten entsprechend, bei den AngérickYken mit einem erheblichen Gesckoäitsumfange die Aufsicht „des mtt 'der gügemeinen Dienstaufxxicht beauftragten Ricbters auch““auf die richterltchen Beamten zu er trecken. Die Be- fürcbtung, daß die Unterordniing der xeyteren unter den aufsicht- führenden Richter zu Unzufragltxbkciten fuhren könne, erscheint um so weniger begründet, als den Justiz-Ausfickxtsbebörden dasRecbt zur Ver- hängung von Ordnungsstrafen gegen richterliche Beamte nach §. 80 a. a. O. und §. 23 des Gesexes, betreffend die Abänderung von Be- stimmungen der DiSziplinarge eße, vom 9. April 1879 (Geseß.Samm[_ S. 350) nicht zusteht. '
Als größere Amtßgericbte im vorstehenden Sinne sind diejenigen anzusehen, welcbe mit zehn, und mehr Richtern befeßt sind. Solche Amtsgerichte smd zur Zeit sech63ebn vorhanden, nämlich Berlin [, Bredlau, Frankfurt a M, Magdeburg, Hannover Danzig Köni s- bera i. r., Stettin, Berlin 11, PM"- BOÖUM, Köln, Ha e a. , Kassel, ortmund, Ratibor.
Die Schaffung von Amtherichts-Direktoren bei den vorstehend bezeichneten Amtögerichten wird nicht beabsichtigt. Dagegen bleibt es vorbehalten, den aufsichtfübrenden Richtern bei denselben angemessene
SteUenzulagen zu gewähren. . - Auf der TageSordirung für die am Donnerstag, den 20. November, Vormittags 11 “_Uhr, stattfindende 3. Plenarsißung des auses der Abgeordneten |ck?" folgende Gegenstände: ) Erste Berathung des Entwurfs emeg Einkommensteuergeseßes. _ 2) Erste Verathun des Gefes- entwurfs, betreffend Abänderung des Erbschaftsteuereseßes„
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*spielbause zum 200. Mal in
Kauft und Wissenschaft.
Zu dem Artikel über ,Die Wandgemälde von riedrich Geselschap in der Ruhmeshalle des Zeughauses“ im „„Deuts en ReiÖS-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiaer vom_ 13. Noyember dJ. Nr. 274 erklärt die Redaktion hierdurch nachtraZlicb, daß die dort veröffentlichten Mittheilungen der Schrift von Pk o essor ])k. L_io n el von Donop über . riedrich Geselscbap und feine Wandgemalde 1,11 der Ruhmeshalle. Mt fünf Abbildungen. Berlin. Wagners Baib- und Verlagsbandlung 1890“ entnommen worden find. Wir bemerken mit BeZug bieZaixf auSdrücklick), daß der HM Verfasser sicb alie Recbte vorbe alten a.
_ Im Verein für Geschichte der MarkBrandxnburg spra Hr. Dr. Hin e in der Sißung vom 12. November uber das von riedrich dcm (Froßen begründete 7. Departement des General- Direktoriums, welches als das erste Realdepartement den vier be- stehenden Provinzialdepactemenjs zur Seue irat und als das Haydels- und GeWrrbe - Ministerium des altpre„Ußlschen Staatxs bezeichnet Werden kann. Er wies darauf hin, wt? dasselbe gleich den ent- sprechenden Behörden anderer „europz'li-schek Staaten _ z. B- Frank- reichs -sich aus den Organen der FinanzverWiiltung bxraus entwickelt habe, und wie für seineBildur-g und die Begrenzung seiner Kompetenz, in deren Mittelpunkt die Sorge für das Manufakturrvesen sieht, der Geist des Merkantilismus maßgebend gewesen sei. „Es fowtkn dann Erörterungen über die Organisation der Behörde, ihre Steüung im General-Direktorium, ibren Geschäftsixang, ferner svczleULke Aus- führungen über die Wirksamkrit derselben in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens, über die Thätigkeit der einzelnen Beamten, 'unter denen namentlich die Minister von Marscbau, der Geheime Finanz- Rakb Fäsch und der Minister von der Horst beworgeboben nzurden, endlich eine kurze Besprechung der Veranderungen in den fur die wirtbsibaftliche Verwaltung hdibbedeutenden Jahren 1766 rind 1767. Hisrmit scbloß der Vortragende, indem er'sickp v"orbebtelt, ,die rveitere Cytwickelung der Behörde bis 1806 tn spateren Mittheilungen darzulegen. - Hr. Dr, Tscbircb aus Brandenburg a. d. Hayes behandclie die Stellung Klopstock's zu Friedrich dem Großen und seine fortgesexzte Polem1k gegen denselben. Jngesondere wies er nach, das; des Dichters Gelebrtenrepublik nicht nur "". Allgx- meinen gegen die Anbeter und Nachahmer des Auslandes, die Frei- geister und die (Großen stolzen Unmutb atbnze, sondern daß sie auch einen scharfen direkten Angriff gegen Friedrich xntbalte, der freilich" bisher seit Löbel] bis in die neueste Zeit falschlicb auf Wieland be- zogen worden ist. Am ersten Morgen des le ten Landtages der Ge- lcbrtcnrepublik wird von dem Anwalt der“ eltweisen eme Anklage gegen einen Ungenannten erhoben, der Deujsiber ist, obneseinezn Polke angebören zu Wollin, und Line gefährliche Macht besißt. Sowohl die nabern Umstände der Anklageverbandlunq als auch besonders direkte Anspieiungen auf Fcicdrich's Ode an Gottsched, wie auf den Schinß seiner Uémojrsg (10 Lranäabourg erheben die Annahme zur (H„ewißbeit, daß an der betreffenden Stelle der Philosoph von Sirnssouct gemeint ist. An der 116) daransch1ießenden Diskussion betbeiligten sich Dr. Pro- feffor Koser und Hr. Dr. Landwehr.
- Für den Kurfürsten Friedrich 1. von Brandenburg wird, wie schon früher mitgetheilt, bei der Stadt Frtekfack die Er- richtung eines Denkmals geplant, Die Anregung ging von Be- börden und Bürgern der Stadt Friesack aus und wurde, der ,Voff. Ztg.“ zufolge, vom Verein für die Geschichte Berlins in der letzten Sißung weiter verfolgt, dergestalt, daß der Vorstand in Ver- bindung mit dem Bürgermeister von Friesack und dem Kaufmarin Kahle als engerer Ausschuß die Bildung eines Denkmal-Coniiiés'm die Hand nehmen werdcn. Dieser Ausschuß hat zunächst die Direktion dcs Märkischen Museums angegangen, die Sache auch ihrerseits zu fördern, namcntlicb die städtiscbcn Behörden von Berlin für die Sacbe zu interessirrn. Es wird dabei ausgeführt, daß die Städte Berlin und Cöiin. derrn Bürger bei der Bezwingung der Quißorv'siben Feste Friesack brtbeiligt waren, von diciem, das scbwerbedrängte Land end- lich brrubigenden Siege einen großen Nutzen für ihren Wohlstand gebribt, das; namentlieh jener Hohenzollernfürst die Stadt Berlin zum Vorort der Mark gemacht hat, aus welchem Verhältniß aÜein die weitere Entwickelung als Hauptstadt Preußens und jetzt des Reichs möglicb war. Zugleick) wird der Ausschuß Aufforderungxn zur An- nahme der ComitS-Mitgliedsckpaft an geeignete Persönlichkeiten in Stadt und Provinz versenden.
GesundheitZWesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Der GesundbeiiSzustand in Berlin blieb in der„Wocbe . vom 2. bis 8. November ein günstiger und die terblicbkeit eine Wenig hohe (von je 1000 Einwohnern starben, aufs Jahr berechnet, 18,0), wenn sie auch ejwas größer als in den vorangegangenen Wochen war. - Unter den Todeßursaäoen zeigten sick) ai'ute Darm- krankheiten seltener und führten auck) in einer kleineren Zahl als in der Vorwoche zum Tode. Die Thrilnabme des Säuglingsalters an der Sterblichkeit blieb eine geringe. Von je 10000 lebenden starben, aufs Jahr berechnet, 55 Säuglinge. _Dagegen traten akute Entzündungen der Atbmungsorgane wieder haufiger zu Tage und endeten auch in gesteigerter Zahl tödtlicb. - Das Vorkommxn der Infektionskrankbeiten blieb auch in dieser Woche meist ein beschranktes. Erkrankungen an Unterleibstypbus, an Masern und Scharlach wurdixn nur in kleiner und aus keinem Stadttbeil in nennenßwertber Zadl zur Anzei e gebracht. Ami; Erkrankungen an Diphtherie blieben in mäßiger ahl und kamen am _ häufigsten aus der Tempelhofer Vor- stadt, der diesseitigen Luisenstadt und drm Wedding zur Arizeigr. (Eine Erkrankung an Fiecktvpbus gelangte zur Ausnahme in die Krankenhäuser. Rosenartige Entzündungen des ZeUgewebes der Haut warenniébt selten, auch Erkrankungen am Wochenbettfieber kamen in gleicher ahl wie in der Vorwoche zur Kenntnifz. Erkrankunge_n an Keuchbu ten waren zahlreich, die Zahl der Opfer stieg auf_ck. Rheumatische Beschwerden aUer Art zeigten gegen die Vorwoche keine Wesentliche Veränderung.
Submissionen im AuIlande.
Niederlande. _ 1) 26, November, Mittags 12 Uhr. anjsrsris fan U010nren, 'ksebujsab Burgau, im (109: „ a. Loos FFK. etallener Oberbau für 11 Brucken, b. Loos FTU]. Galwanifirt-eisernes WeÜblecb und Dachspißen- Nägel, Haken 2c., o.LoosFF71. Eisendraht für den Eifenbahndienst auf Sumatra. „ Bedingungen käufiick; für Loos FFT zu Fl. 1,-, rind für dle übrigen zu je Fl. 0,25 beim Bucbbändler Mart. Nyboff lm HSW- fEinsckyreibung muß durcb in den Niederlanden wohnhafte Pertonen er olgen. ? 2) 8. Dezember? Yilags 12 Uhr. 5611111505 Zurgau, m aa : , Lieferung des Eisembxerks nebst Zubehör für die Ueberdacbung eines Lokomotiv-Schuvpens für den Eisenbabndienst auf Java. Bedingungen käuflich für 1,50 F1. beim Buchhändler Mart. 9 im aa . Nyb (Lnsäpréibubg muß durch in Holland wobnbafiePersonen erfolgen. 3) 9. Dezember, Vormittags 11 Ubr. R00m5od-0atb.1(erk- bastnur der H. Agatha und Barbara zu Oudenboscb (Noordbrabant): Lieferung von etwa 217 cbm Boliendorfer Sandstein in recht- winkli en Blöcken. . Auskunfix beim Ingenieur van Swaay zu Delft, woselbst die
Bedingungen zu 2 Fl. käuflich sind.
Theater und Musik.
Kö_ni liche Theater. Schiller's „Wilhelm Te ' ebt am Donnerstag im Schau- cene. Der Tbeaterzeitel der ersten Vorstellung des Werks, welche im „Königlichen Naiional-Tbeater'
Uiniateris 78.11 [(01011i6n,