1891 / 37 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 11 Feb 1891 18:00:01 GMT) scan diff

KoMi-«nürnng UDW Subxsvartition auf die kaeindsn oder im Wege ker Jndividualrcvartition aufbringen sokle. Es ist damals das Prinzip dcr Jndibidualrepartition hauptsächlich aus dcm (Grunde an- genommen worden, Weil in den Ostprovinzén es an geseßlichen Be- stimmungen übst die Aufbringung von (HLMindeabgaben in den Landgemeinden, weil es an einer Lankgemeindeordnung fehlte. Es ist demnächst diese Bestimmnng obne jLDe Diskussion glsich- mäßig Überiragen worden auf die Provinz Hannover und, ebenfaÜs obne jede DiLkussion, anf die Provinz Hesi'en-Naffau. Als man die Kreisordnung für Westfalen berietb, ist eine eingehende Erörterung über diese Frage von Neuem in Folge der Frage der Besteuerung der verstaatlicbten Eiicnbabnsn erfolgt. Man versuchte erst eine Spezial- bestimmung in bis Kreißordnung bineinzubringen, um die verstaat- lichten Eisenbabi'en zur Bssteuerung bkranzicben zu können. Weil aber die Königlikh? Staatéregikrung Hiergegén Widerspruch erhob, Wurde damnäcbst ein? Bestimmung aufgenommm, daß nicht bloß don Städien, sondern auch den Landgemeinden dic Art 'Der Akibriiigung der Krcisstcusr Überlassen wsrben ioUte; es soÜteihrer Beschlußfassung vorbebaiiezx bleiben, die Kreisstcuer in gleichsr Weise wie alle übrigén Kommunalabgabeu auizUbringen.

Diese Bestimmung der Kreisordnung 00:1 Westfalen ist dkmnäcbst aufgknommen worden in die Kreisordnunzen für die Rheinprovinz und für Scbleswig-Holstsin. Bei der Kreisordnung für Scblesivig- Holstein kam diese Frage WQmals zUr Erörikruna, Weil in SÖleSwig- Holstein auch eine Laxikgemeindeordxung fcbiis; di? Vkrscbrift der westfälischen Kreißordnung wurde äbkk ichlici3lich aucb bisr Wige- genommen und jeßt Haben wir zwei Verickxiekcns Faffmxgsm Trei Kreißordnungen scan die Jndividualremrtixiom dcr Kreisabßabcn für die Landgemeinden fest. krci Krciérrkminzcxi geben sämmtlichen Gemeinden, 000“) den Landgemeinden, kichixxxnxé. ("16.115 Gemeindeabgaben mb n'?! den !cHUrsx- x::izUZrixxcr: (*er .mkcrs zu vextbeilen.

Nun ist es aUerdings ein Bckiirini'x, bier ccm" Elc'Ömäéigkcit zu schaffen, aber nicht aUein für die Prbvixéz ÖHFIXI-NQF;L, is:“.kcrn für sämmtliche Proviazen, und rieic YoriÖriitcn 3730 "“: 711 537725. wie fie in dcn drei Kreisordn011g2n iür die RbcixPrrxénz, W.“;ri31en und Sckychwig-Holstein gefaßt sind. Meine Herrm, in dcr FOUR, wie dieser Antrag bier gefaßt worden, ist er meines EraÖtcns umu- nebmbar. Ich kalte es absr aiicb für umweckmäßig, die Frage, die glsichmäßig Jsregclt iverdkn maß für alle Provinzen, aklein für Heffsn-Naffau zi: regeln; sis kann aber für Die östlichen Provinzsn nur (;ck-gelt wchkn erst nach dem ZUiiaiikkkommen der Landgkmeinke: cikmmg.

Ick) kann mich 0110 :war mit der Teudcnz des Antrages ein- »?rstandcn erklären, den Antrag selbst aber bitte ich abzulebnen. Ich würde nicht in der Lage iein, die Annahme dis Aixtrages in der Form, wie er gestillt ist, Allerböchsten Ortcs zu befürworten.

Der AniragsteUer zieht nach dieser Erklärung seinen

Antrag zurück. Schluß 31/4 Uhr.

Parlamentarische Nachrichten.

Dem Hause der Abgeord'neten Ut, der Entwuri eines Geseßes, betreffend die Erweiterung“, Ver- vollständigung und bessereAusrüstuxig des Staats- eisenbahnneßes, zugegangen, welcher bestimmt:

§. ]. Die SiaatSregierung wird ermächtigt:

]. Zur Herstellung von Eisenbahnen und der diirch dieselbe bedingten Vermehrung des FuhrVarks der Staats- bahnen, und zwar: '

3. zum Bau einer Eisenbahn:

]) von ordon nach Schönsee 12 347 000 „46,

2) von „iffa i. P. nach Wollstein 3 240 000 „44, ' _

3) von Meseriß nacb Landsberg_ a. W. oder einkm m der Nabe belegenen Punkte der Bahnlinie Küstrin-Kkeuz 4 300000 „46,

4) von Sorau nacb Christianstadx 1640 000 „FC:,

5) Von Lauban nach Marklisia 920 000 „46,

6) W:“. Walörode rack) Soltau 2400000 W,

7) von Kassel oder einem in der Nabe belegenen Punkte der Linie Kaffel-Warbxtrg nacb Volkmarseri 5920 000 „;ck

1). zur Beschaffung von BetrtebSmttteln:

die Samme von 5241000 „js, zusammen 36 008 000 „44

11 Zur Anlage des zweiten bezw. dritten Geleiseß auf den nacbitebend bezeichneten Strecken und, zu den daburch bedingten Er,;änzungen und Geleißveränderungen auf dey_Babnboien: _ _

1) Beuthen O.-S. bezw. Laband-Perskrctscbam-Groichowiß 4000000 „45,

2) Jaroticbin-Osirowo und Kempen-Kreuzburg 3 80)000 „ki,

3) Liffa-Posen 1 148 000 „xs,

4) Rubnow-Neustetsin-Koniß 1534 000 „46,

5) Neunkirchen _ Schlcifmüßle -, Saardamm 1340 JFKM' lt 2 2600 000 „ck

* bnigsze _..iegni ' , „_

7 ) KönigßwusterbauseY-Kottbus nebst Erbobuzig der Leistungs- fäbigkeit der Strecke Koxtbus-Eörlit5 durcb Erweiterung mebrerer Stakionen 3600 („00 ..ck,

8) Verlin-Zbffen 1300 000 “M,

9) Baalberge-Bernburg-Waldau 608 000 „M,

10) Ncubietendorf-Gräfcnroda 2260000 «46,

11) riek-berg-Heidenbergen-thdecken 930000 „js,

12) beine--Salzbergen 296500 „46,

13) agen (B. Yi.)-Hagen (Rb,) 290000 „46,

14) ennep-Born 164000 «46,

15) Lennep-Remicbeid 225 00094,

16) Langendreer (Rb.)-*Watten1cheid (Rh.) 550000 „46,

17) Bochum (B. M.)-Wanne 750 000 „kö,

18) Steele (B. M.)-Dablbausen 520000 „Fi,

19) Dablbausen-Hattingen 390000 „44, zusammen 26 305 500“

111.311 nachstehenden Bauausfubrungen:

1) für die Erweiterung des Bahnhofs Hobetbor in Danzig 5000000 „45, _

2) zur Deckung der Mehrkosten fur den Bau der'Eisenbabn von Ottmacbau bis zur Lankeßgrenze in der Richtung auf andewiese, sowie der Kosten für die in Folge der Babnanlage erforderliche Regulirung der Neisse und des Krebsbacbes bei Ottmacbau 800000 .“,

3) für die Vermehrung der Freiladegeleise auf dem Stettiner Bahnhof in Berlin 1160000 .“, ,

4) zur Deckung der Mehrkosten für den Bau der Eisenbahn von Könnern nach Kalbe a. S. 550000 „44,

5) für die selbständige Einführung der Strecke Quedlinburg- Ballenstedt in den Bahnhof Quedlinburg 256000 „46, ,

6) zur DeckuF der Mehrkosten für den Bau der Eisenbahn von Hildesheim nacb raunstbweig 85000 „46,

7) zur Deckung der Mehrkosten für die erweiterte Umgestaltung der Babubofßanlagen in Harburg 1 500000 .“, _

8) für die Erbauung eines Dienstgebäudes fur die Königliche

Cismbabn-Direktion zu Altona 1 500000 ,x, 9) zur Deckung der Mehrkosten für den Bau der Eisenbahn von FUlda nacb Tann 400000 .,“, ,_ _

(Forbach)

10) zur Dcckung der Mebrkosten für die Erweiterung dcs Babu“ i lösun der Versammlyng erfolgte, als fie eincn stürmischen Charakter

boss Kixcbweybe 97 000 “FC, , ' „_

11) für die eritelluna einer Verbindungsbabn zwrycixen den Stationen Vohwinkel und Sonnborn (Rb,) 1500000 „46, '

12) zur Deckung der Mehrkosten für den Umbau und die Er- weiterung des Bahnhofs Deußerfeld 250000 „M.

13) für den Umbau und die Erweiterung der Babuboißanlagen in Neuß 1000000 „54,

14) für den Außbau verschiedener Strecken zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit derselbkn 326000 „44,

15) für die Vermehrung, Erweiterung und bessere Auskustung der Werkstätten, Lokomotiv- und Wagenscbuppen 15 000 000 “76, zu- sammen 29 424 000 „Fé- _ , '

17 Zur Beschaffung von Betriebsmitteln furdie bereits bestehenden Staatsbahnen: die Summe von 53 800000 „46, insxic-sammt 145 537 500 «sé zu verwenden. '

Mit der Ausführung ber vorstehend unter Nr. 1 („ißt, a 2 bis 7 aufgeführten Babnen ist erst dann vorzusehen, wenn nachstehende Be- dingungen exfüÜt sind:

14. Der gesammte zum Bau der Bahnen und deren Nebxnanlagen anch Maßgabe der von dem Minister der öffentlichen Arbeiten oder im Enteignungßverfabren feftzusteüenden Entwürfe erforderliche Grund und BMW ist der Staatérégierung in dem Umfange, in welchem der- sc'lbe :“:ack) dcn gesxylickyen Bestimmungen der Enteignung unierworfen ist, unemigkltlicb 11110 lastenfrci -- der dauernd erforderlt-Ée" zuin Eigsnxhixm, der voriibergehend erforkerlicbe zur BMUZ-UUJ fur dre Zeit 126 Bedürfnisses _ zu überweisen, obst die Erstattung ber sämmtlicbkn staatsscitig für dessen Beschaffung im Weg? der “freien Vercixibarung oder Enteignung aufzuwendenden Kosien, einschließlicb alicr Nebenentscbäkigungen für Wirthschaftßerschwermffe und so_nsnge Nacbtbcile, in reÖtsgültiger Form zu übernehmen_und sicher zu stellen.

Vorstehends Verpfliubtung erstreckt fich insbeiosndere 0114) auf die Unc-nigcltliÖc und lastenfreie Hergabe des für die Ausfubrwzg der- jenizcn Anla- en erforderlichen Grund und Bodens, deren. HeriteUung dem Eisenba mmternebmer im öffcntlio'xen Jntereffe odex mt Jnterxffe (“99 bknaécbarten Grundeigentbums auf Grund gesstzlicher Bestim- mungen obliegt oder auferlegt wird. , '

Z. Di? Mitbenusung ker Chauffeen und öffentlichen Wege ist, 1"(*Mit dies die Aufsichtsbehörde für ;.uläsfig erachtet, Seitens der daran buxbeiligicn Interessenten unentgeltlich und ohne besondere Ent- i-Éädigimx für die Dauer des Bestehens und Beiriebes der Bahnen 9.1 citatten.

2. Die Staaisregierung wird ermächtigt: _

1) zur Deckung dsr zu den in_1 §. 1 unter Nr. 1 “bis 17 yor- gcickcnkn Bawausfübrungen und Bc1chaffungen erforderlichen Mittel von 145 537 500 „ja den Restbestand dex; Baufonds der ehemaligen Unterslbeschsn EisMbabn-Geseüscbaft im Bstrage von 45 998.34 23 «3 “1: verwenden,

3 2) zur Deckung des alsdann nock) verbleibenden Restbetrages von höchstens 145491501.“ 77 „5 Staatsschuldverschrei- bungen auszugeben. ' _

§. 3. Wann, dumb Welche Stelle und m wel_cherz Betragen, zu Welchem Ziélßfußk, zu welcbenBedingungen ker Kundtgung und zu welchen Coursen die Schu1dver11chreibungen verauWabt werden sollen (F. 2), bestimmt der Finanz-Mmister.

Im Uebrigen kommen wegen Verivaltung und „Tilgung der An- leihe und wegen Verjährung der Zinsen die Vorschriften des Geseßes vom 19. Dezember 1869 (Geseß-Samml S. 1197) „zur Aniyendung.

J. 4. Jede Verfügung der Staatsregierung über bie tm §.'1 unter Nr. 1, 11 und 111 bezeichneten Eisenbahnen bezicbyngßwetse Eisenbahntbeile durcb Veräußerung bedarf zu ihrer Rechögülttgkeit der Zustimmung beider Häuser des Landtages. ,

Disse Bestimmung bezieht ficb nicbt auf die beweglichquestan- tbeile und Zubebörungen disser Eisenbahnen beziehungsiveise E11en- babntbeile und auf die Unbeweßlicben infotveit nicht, 098 dieselbaFn ngcb der Erklärung des Ministers der öffentlicÖen Arbeiten für den Betrieb der betreffenden Eisenbahn entbehrlich find'. "

§, 5. Dieses Geieß tritt am Tage seiner Verkundigung in Kraft.

Statistik und Volkswirthschaft.

Fleischpreise.

Aus Spandau wird der .kaf. Ztg.“ geschxikben: Ein in- teressanter Konflikt ist zwischen den ©chlachtermet1texn und der etwa 10 000 Köpfe zählendenArbeiterbevölkerung biefigxr Stadt wegen der Höhe der Fleisäwreife aquebrockyey. Troß der Erleichterung der Viebeinfubr sind die Fleiscbvreiie bier dre aiteri geblieben und um 20 0/0 höher als in dem benachbarten Berlin. Enie tn dieser A;!gelege'n- beit ?iriberufene Volksversammlung wählte eine Kommission, die mit den Schläcbtcimeistern in Verbindung tretensoüte. Dteselebnten aber jede Unterbandlung mit den Arbeitern und jede Herabsetzixng der Fleischprcise ab; in Folge dessen beschloffen die Arbeiter in einer neuen, Von 1500 Personen besuchten Veriammluyg ihrer) Bedarf theils bei einem von aUSwärts bergekommenen Schlachtermetster, der an aUcn Enden der Stadt Verkaufsbaüen errichten will, xbeils durcb gemeinsckxaftlicbe Einkäufe größere; Posten F1eisch in Berlin zu deckxn. Auch wurde empfohlen, den Fleiicbkonsum vorderhand möglichst em- zuschränken.

Zur Arbeiterbewegung,

Die Vertrauenömänner der fiskalischen Königin Luisegrube bei Zabrze hatten, wie die .Schl.Ztg." mittbeilt, den _Reichs- und Landtagsabgeordnctcn Letocba ersucht, dem Ministxr fur Handel und (Gewerbe die Wünsche dex obexschlestschsn Berg- arbeiter zu unterbreiten. Diese Wunsche richten sich, abgesehen von der achtstündigen Schicht auf folgende Purikte: 1), befferx Re- gelun g d es S cbichtlobns nach der Richtung bm, daß dte'Arbeiter an sogenannten schwachen Orten und auf harten Flößen ebensomel verdienen wie auf guten Nummem und auf weichen Flößezi, USD. das; darnach für schwache Orte, harte und Weiche Flöße, furoneglerabbau und Streckenbetrieb dementsprechende besondere Gedingsatze festgesteilt werden mögen; 2) Erhöhung des Schicht_lobns fur Schichten bei dem gefährlichen Rauber: und fur sogenannte herrschaftliche Schichten beim Verbauen auf mindestens 5 „46, 3) Beseitigung der Unbiüigkeiten beim Nullen der Förder- wagen und der ungerechten üUxoblen-Abzüge, 4) Revision der Arbeitßordnungen, 5) rmaßignng der Höhe der Ordnungs- strafen und das Verbot der mißbräuchlicben Festseßung von Ord- nungsstrafen für Kleinigkeiten und für von den Arbeitern nicht ver- schuldete Umstände. .

In Dortmund endete am leßten Sonnabend, wie die .Frkf. Ztg.“ mittbeilt, eine Bergarbeiter - Versammlqng mit poli- zeilicher Auflösung. Am vorherigen Sonntag war in einer Ver- sammlung Hr. Bunte als Delegirter für den internationalen Berg- arbeiter-Kongreß in Paris gewählt worden, wo egen Protest er- boben War. Die Protestler waren in der Sonna end-Versammlung in der Minderheit; in Folge dessen kam es zu tumultuarischen Auftritten. Den Führern (Bunte, Schröder und Siegel), die anwesend waren, erwachsen im hiesigen Bezirk Konkurrenten, die aber keine Truppen hinter sick) haben, weil die Bergleute in Dortmund selbst äußerst urückbaltend find. Die Versammlungerz sind „stets schwach be- ?uÖt. Es ist eigentbümlieb, daß die Fuhrer bie; so wenig An- hang haben. Es ma wohl. zum größtcn Theile daran liegen, daß sie aus dem ergarbeiterstande ausgeschieden find. Die Bergleute, welcbe sick) sch_Wer plagen müßen, glauben nun, die Außgescbiedenen, die Geschafte haben i_md fur ihre Agitationöreisen auch vom Verbande bezahlt werden, fuhrten auf Kosten ihrer ebe- maligen Kameraden ein gute; Leben. Auch in der Sonnabend - Ver- sammlung rietb man den Fahrern, sicbzurückzuzieben, damit man sebe, ob es andere nicht beÜer machten. Siegel erklärte jedoch Namens seiner Geno en, sie wurden _daß Spiel nicht eher aus der und geben, 016 is fie durch tucbttgere Leute etseßt seien. Die uf-

anna m. - In Hinsicht auf diesen Vorgang schreibt auch bie „Voss. Ztg.“: In der Bergarbeiterbeipeguyg im rbeiniscb-westfälischen Koblengebiet, die wieder zu neuem Leben erwacht , ist der Abfall der Masse der Bergarbeiter von den alten Führern Schrödex, Buyte und Siegel ein bemerkenswertber Zug. Der kurzlich m1t- getheilte Aufruf der Bergarbeitex ist von keinem diesxr Drei unter- zeichnet, allerdings ist Bunte in emer Vergarbeiter-Veriammlyng zuxn Delegirten für den internationalen Bergarbeiter Kongreß m Paris gewählt worden, jedoch wurde gegen diese Wahl Einspruch erhoben. In Magdeburg wurde am Montag in einer von tnxhreren Hundert Personen besuchten Volksvexsammlung die Grundung eines sozialdemokratiscben Arbeitervereins vbrgenommen; nach dem Bericht der „Mgdb.Ztg.“ zeichneten sich zahlreiche Personen in die Mitgliederlisten ein. _ ' Aus Erfurt berichtet der ,Vorwarts': _Die Erfurter Schubmacber-Aussverrung bat ihr Ende err21cht. Nach mehr- monatlichem WiderstanT-e warsn die AußgesYsrrien geziyungen, sich Yen Bedingungen der Fabrikanten zu fugen Funfzig Arbeiter firid nicht wieder eingesteklt worden. Sie geben mit dem Plaxe um, eme Pro- dukiivgenoffenschait ins Leben zu rufen. „_ _ _ __ ' In Glauchau sollte am [kisten Sonnabknd eme ossentltche Volksversammlung stattfinden; auf der Tagesoxdnung stand u. A die Gründunq cines sozialdembkrattscben Vo1ks: vereins. Die Polizeibehörde verbot, 72!“ das „CHZU111.Tgb[. mittbeilt, die Versamm1ung auf Grund des 10chfischcn Yersinsxgeseßes. Zu dem Strike in Thalheim (vgl. Nr. 34 d. 231.) wxrb dym .VorwärtH" geschrieben: Seitdem 2. Fsbruax befanden Zeh im hiesigen Ort die Wirker, Wirkérinnen und Näherinnen im "STUN." Troß aller Bemühungen der Arbeiter, in' Folge der angekundigtcn Lohnreduktion eine Verständigung mti den Unternehmern zu erzielen , wenigstens ipsofern, ,als. daß *ANgcnsicixtI ber schlcchxen Geschäftspariode die Arbeitszeit vsckurzr „wurde„ obéie daß eine Lobnreduktion eintrscten soUts, find dreie1ben erfolglos geblieben, Zn dk! Erwagurxg, daß es Fabrikanten giebt, welche eine Lohnreduktion nich bczben emtretcn [affen 11nb_fernere, daß bei den erhöhten Lébensmittelvreiii'n und'dcm bierorts bOZM Mtétbß- zins eine Lobnreduktion von 15-20“',-'[- k'tnen Lo'bnansfall von 5 bis 7 „44 in 14 Tagen ausmacht, sahen die Arinter, (410, darunter 180 Familienväter mit 270 Kindexn uanYlnverHetrqtßet-e 230) fick) gezwungen, die Arbeit in elf Betrtkbrn meuikkUén."__ - In einer am Donneérag, den 5. Febrnar; abgibaltenen orient- licheit Arbeiterversammlung, zu welcher auch ki? Fabrikantkn geladc'n, aber nicht 2richienen waren, wurde yon deri Sirtkendcn folgende Ne- solution einstimmig angenommen: Die Arbeiie'xVer'sammlung bsschlteßt an der Forderung der Verkürzung der Akbertßzeit obnekxexde Lohn- reduktion festzuhalten und, da die Unterxiebmer xede Yersiandtgung zu- rückweisen, den Strike unter aÜen Umstanbsn fortznfubren. ' Wie ein Wolff'sckyeÉ Tele;ir0mm aus London Méldkt, haben in Folge eines Bescbkuffes der Delegirten-Versammlu'ng gestexn sämmtliche Frachtstauer der Royal Albext-Docks die “Akb'elt eingestellt. Z.skebrere Scbiffe Welche auslauien foÜt-kn, mußten ihre rt au ie en. _" _ ' AbfaZLns Lfysén meldet „W. T. V.“, daß ungeiahr 1500 Arbeiter der dortigen größten Gasfabriken ein::i Strike ankundtgsn, falls ihnen die geforderte Lobnerböhung mcht binnen 14 Tagen be- wiÜi t werde. . , ?Aus New-York wird tslcgrapbisch miigetbeilf, daß der Strike im Distrikt Connelsville (Pensylr.*ania)_ .“.[lueinein gewoxden ist; aÜe Fabriken find geschlossen: 16 000 Axbciter feiern

Vorläufiges Ergebnis; dsr Volkszählung vom 1. Dezember 1890 im Herzogtbum Anhalt.

Nach den von dem HerzogliÖ anHalti1chen statiitiscbeanureau veröffentlichtkn Mittheilungen betrug die ortsanw_csende Bryolkerung des Herzogtbnms am 1. Dezember v. J. 271759 erionen gegen 248166 am 1. Dezember 1885. Sie hat also um 23 593 oder 9,51% zugenommen. Dieser Gesammtzunabme steht eirie GZiammmgnabme von nur 6,70% in den Jahren 1880-1885 gegeniiber. Em R'n- wachsen in der Znnabme der Bevölkerung ber einzelnen Kreise crqicbt sich für den _Kkéis Deffau mr_t 12,64 0/0 gegen 9,98 ['/0 und für dkn Kreis chnbyrg mri 16,68 0/9 gegen 10,05 0/0 in der vorigen Zählungspertode. Jm K_reise Bauen- stedt zeigt fich eine Bevölkerungßzunabme von 4,57 0/0 gegen- ÜbLk einer für die Jahre 1880-1885 ermittélten Ybnab'me de; Bevölkerung bon 1,00 %. Dagegen ist in der leßtenZablpxriodx die Zunahme im Kreise Zerbst von 6,23 0/0 auf 5,69 0/9 und ierKrene Cotben sogar von 3,29 0/“0 auf 1,41% zurückgegqngxn. Auch fux das Herzbg- tbum Anhalt ergiebt ficb die bereits vicliack) gelegen_tltch der lxßten Volkßzäblung gemachte Beobachtung, daß in den großeren Stadien und Vor Allem in den Inkustrieortkn sowie in den Döxfern in deren unmittelbarer Nähe die Zunahme der stölkerunxz m deri .leyten fünf Jahren eine außerordentliÖ bedeutenbe war, ryabrend_ btexxntgen Ortschaften, die Wesentlich aus rein landwrrtbschaftltche Thatigkezt an- gewiesen sind, keine Erhöhung, ja häufig sogar eine Abnahme m der Einwohnerzahl in dicier Zeit erfahren haben.

Verkehrs-Anftalteu.

Norddeutscher Lloyd in Bremen. (Leske Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer)

New-York- und Baltimore-Linien:

Bestimmung. _ Bremen 10 ebr. a. d. Weier angek. Bremen ebr. von New-York. New-York ebr. in New-York. New-York ebr. Lizard paisirt. New-York ebr. von Southampton.

.Werra“ . 4. 8. 3, 6. _ New-York ZZ ebr. Lizard paisirt. 4. 9. 2.

.Trave“ . ,CmS' . „Eider' . „Favel“. . ulda“ „Stuttgart“ . ,Hermann" . .Salier“ . „Amerika' „Nürnberg“ .

Bremen ebr. Lizard pasfirt. Bremen ebr. von Baltimore. Baltimore ebr. in New-York. Baltimore Febr. Lizard passirt. Baltimore 7. Febr. Lizard paifirt. Brasil- und La Plata-LinienZ .Darmstadt“ . Bremen 8. ebr. m Antwupen. .GrafBiSmarck“ Bremen 8. ebr. in Antwerven.

„Köln" . . . AntWerp, Bremen 9. ebr, Las Palmas paffirt.

,Weser' . . . ?VUZZZLYUP'“) 25. Jan, von Buenos Aires. .Obio“ . Antwerp., Bremen 31. Jan. yon Buenos Aires. „Leipzig" - Brafilien 20. Jan. in Bahia. ' .Gera“ . . La Plata 25. Jan. 1," Montevideo. “Frankfurt“ . La Plata 8. Febr. tn Rio. “Berlin' . . Rio, La Plata 5. .Baltimore“ Brasilien 8. Febr. Las Palmas pa Linien nach Ost-Afien und Australien: , „Preußen' Bremen 8. Febr. 'von Port Said. „Bayern" Ost-Afien 28 an. m Shanghai. ,Neckar" . Ost-Afien 9 ebr. in Colombo. „Sachsen“ Ost-Afien 9 ebr. in Antwerpen. „Elbbe' [j . . Fremen 2 . o enzo ern“ . remen „Zobmstaufen' Australien 25 an. in Colombo. „Kaiser Wilb.11," Australien 9 Febr. von Port Said. .Karlörube' . Bremen 8

ebr. von Adelaide.

. ebr. von Genua

ebr. Las Palmas vaxßrx. r .

ebr. Prawle Point paff.

Ziveite Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzrigcr.

.DE 37.

L

Entscheidungen des Reichsgerichts.

Das Inverkehrbringen vcn aus dem Auslande nach dem Jnlande bezogenkn Gegenständen, die im Jnlande Patentirt find, nach dem Auslande (Transitbandel), obne die Erlaubnis; des ?)atentinbabers, ist, nach einem Urtbeil des Reichögencbts, 171 Straf- enats, vom 25. Oktober 189», als Patentverleßung aus §. 34 de§ Patentgeieses zu bestrafen. Als ,Inland' im Sinns des Patent- ge1cßes gelten auch die von der deujscbsen Zokarcinsgrenze ange- schlossenen Gebietstheile des Deutschen Reichs.

_ Notbwehr, bezw. Ueberscbreitung der Notbwebkr im Sinne des §. 53 des Strafgefeßbuäxs, Welche eine sonst strafbare Handlung straflos macht, ist, nach einem Urtbeil des Reichsgerichts, 17. Strafsenats, vom 2. Dezember 1890, nur vorhanden, wcnn es sick) um Abwehr eines tbatsächlich gesckiebenden Angriffcs, nicht um Abwehr eines vermeintli chen Angriffes handelt. Die irrtbümliche Abwehr eines vermeintlichen Angriffes schließt aUerdings die Vor- faßlicbkeißt dex abwehreyden Handlung, uiii)? aber ohne Weiteres die Fah rlasstgkeit ker1elben auI; bilxet die einen Vermeintlicben

Angriff abwehrende Handlung eine Körperverleßung, so ist dieKörper= .

verletzung als fabrläifiae "zu bestrafen, _Mnn die Untersiicbuxiß ergiebt, daß der Jrrtbum 0:6 Thaters kein entlcbulcbarer geivkien ist.

Statistik und Volkswirthfchaft.

Deutsckxe Eisenwaaren in Bulgarien.

Jm bulgarischen Eisengescbäft stand die deutsche Einfuhr mit 4455 M.-Ctr. _Eisexi _und Cisenwaaren während des 4 Vierteljabres 1890 obenan. Auf die Einfuhr aus Oesterreiib-Unqarn, Belgien, England und Frankreich _xntfieien zusammen nur 3211 M.-Crr. Man bezog deiitsckies Eiken zu 17T bis 18.64 Grundpreis fiir den Meter-Centner fret Sofia und Drahtstifte zu 172[ bis 18ck «16 ab Fabrik. Auch in Baubeschiägen und Grobscbmiedewaaren machte die dLUTsÖL Jndustris durcb biüxge Angebote Fortschritte. Außsrdem kamen aus Deutsch- land Gußjtablschgmeln und für die bulgarische Regikrung Eisenbahn- Wagen und Draiimen.

Kunst und Wissenschaft.

'Es hqi slck) alsziothwendig erwiesen, Vorkehrungen zu treffen, um in jpgteren Zeitexi mit Sicherheit das Alter von Kunst- gegenrtanden bestmxmen und insbesondere alt?. Kunstwezrke ;),011 neueren Erzeugmsien und Nachbildungen unterscheiden zu onnen.

Demgemäß sind die Königlichsn Konsistorien von dem KultujH-thster veranlaßt worden, dafür Sorge zu tragen, daß kunsttg an allen in ihrem Bezirke für kirchliche Zwecke neu zu beschaffenden Ausstattungsxzkgenständen: Altären, Kanzeln, Orgeln, Altargeräthschaften 2c. an schickiicher Steüe die JahreSzahi des Erwerbes und, soweit thunlich, auch die Herkunft (Künstler, Fabrikant, Firma A.) haltbar ver- merkt wrrd.

Ym ferner späteren Zeiten die Möglichkeit offen zu halten, Ergan'zungen und „Erneuerungen an alten Bau- d0nkmülern, welche tm Stil und Charaktér der Entstehungs- zeit 0293 Bauwerks vorgenommen find, als solche zu erkennen und ihrem _Alter nach mit Sicherheit bestimmsn zu können, veraylaßt „em Erlaßfdes Kultus=Ministers und des Ministers dex offentlichen Arbeiten die Königlichen Regierungen, künftig bei aUen Wiederherstellungen von Baudenkmälern oder ein- ?eltier Theile'derselben in einfacher, angemessener Weise In- chr1ften anbringen zu lassen, aus denen die Zeit (Jahreszahl) der Ausführung der Arbeiten erheÜt.

-5 In der [THW SiHung derPhysikalischenGesell= scha_ft „sprach Hr. Professor Börnstein über 8111e11 per1001sch0n Wechsel des Barometerstandes unter dememfluffe des Mondes. Untersuchungen dieser Ari find bereits mkhrfach angzxstellt worden; denn es liegt bei einer ersten Betrachtung mcht„fern, so gut wie: für den f(üssigsn, auch für den luitförmi en Mantel. der Erde Line Ebbs und Flath anzunehmen„ sel st wenn man nicht mit Hrn. (“all) darauf eingehen. Will, sogar für den festsn Erdkörper ir- kungen der Anziehung, des Mondes zu statuiren. Einer der früheren Beobachter, Eiscnlybr, verglich zur Beantwortung der Frage Barometerstände täglich um dieselbsStunde. Der Mond 1 dann gegen_ die vorhergehende SteÜung um ein Acht- undzwatiztgstel emes voUen Kretfes am Himmel zurückgeblieben, und es ist klar, daß sich auf diese Weije der Einfluß der Myndfteüung durch em regelmäßiges Schwanken der an ver: schiedenen TXJLP abgelesenen Barometerstände geltend machen mußte. Naturlich muß, um anderweitige Störungen zu elimi- mren, aus den Beochhtungen von vielen Monaten das Mittel genommen werden. Enenlohr glaubte aus Beobachtun en, welche während 22 Jahren angestellt worden find, den Schluß ziehen u dürren, daß ememondtäglich zweimal eintretende, also der EbZe undFluth entsprechende Schwankung des Barometers von 0,46 111111, also einem sehr eringen Betrage, vorhanden sei. Hr. Börn- stetn weist" darau hin, daß, die theoretisch berechnete Wirkung noch erbeblich geringer set, daß fie nämlich nur 0,07 mm Queckfi ber betta 2, wenn man soÉar annehme, der Mond stehe immer der elben SteÜe der rde gegenüber., Größere Werthe, welche man beobachtet hat, z. B. m Batavig, dürften einer mdirekten Einwirkung des Mondes zyzuschretben sem, nämlich den Luftbewegungen, welche durch die Fluthwelle des Meeres entstehen. Mittels einer Zusammenfteuyng von Beobachtun en, welche während fünf Jahren in Beritt), aZn- burg und ien angestellt worden sind, etgt Hr. Borntem, daß ein täglich zweimal auktretendes S wankerx des, Baro- meters nicht nachweiSbar it. DagYen zeigt stck) „eme den Mondumgang beleeitende einmalige chwankung, für welche allerdings die Er lärung fehlt.

, r. ])r. Kreichaauer berichtet über Versuche über die ckwere. Dre allgemeine Anziehung der Massen ist unter den vexschiedenen Naturkräften zwar ihren Geseßen nach ani vollständigsten, ihrem„Wesen nach aber am wenigsten .er- gründet. Sie zeichnet stch u. 21. dadurch aus, daß ste nicht

Berlin, Mittwokh, den 11. Februar

fähig ist, inynbere Kräfte überzugehén. Stellen wir z. B. zxmichen zwei Koxperxi eine chemische Verbindung her, so hat dieselbe aiidere E1genjchasten als die Elemente, etwa hinsichtlich 553€- elektxischen qder thermischen Verbalt-sns. Die Schwere hingegen ist unverändert geblieben. Natürlich ist ménigstens nach Unseren modsrnext Anschauungen eine solche Thatsache ledig- lich erfahrxzngSmäßtg begründet und nicht auf spekulativsm Wege 0610619001", und deshalb ist ei; nötyig, daß bsi der be: deutendexi VervoÜkommnung unserer Meßmsthodsn auch solche Süße wxedxr einmal der experimenwÜi-n Prüfung unterworfen 11810911. Die Versuche WN Hrn. Kreichgausr wurden u. A. mit Quecksilber und Brom angestsllt, welche in ein GlastSfäß ein- geschmolzen und 00701 zur Reaktion gebracht wurden. Es zeigt?, sich, „daß bei genauer Berücksichtigung aUer Neben- umstcmde keine „Lle'nderung des Gewichts nacbgewissen werden konnte. --_ _Ver „dieser Gslegenbeit wurde an Einen geistvollen Versuch Mti)ch€rlxch's erixtnert, durch wclch€n festgestkllt werden soUtx, ob dre Sonne auf Schikael und Platin eine vsrichiedsn? Anziehungskraft auSübe. Zu dym Zweck war js ein Quantum der beiden, Stoffe auf einer 28an0 um die Mittagszeit ins Gleichgewrcht gebracht worden. Da sich das Gleichaewicht auch um Mittsrnachi, also bei der entgsgengeseßten SteÜung dEr Sonne noch z€igte, war die Abwswnheit jedes Unt-srsthiedeé. m der Anziehung erwiesen, '

Hr. Dr. Rubens berichtéte (1er eine Reihe von VST: sqchen, wxlche er gemeinsam mit Hrn. ])r. Atoms iibsr bas dielektrische Verhalten von Flüssigkexiten mittels Herß'xcher _Schwmgungen angssteÜt hat. Die Vsrfuchs stehen tm Zuiammenhange mit den neueren Forschungen iiber baH Wesen der Elektrizität, in wslckyen die Isolatoren, die: ]emqextKörpßr, leche nach der gkmölmlichen Auffassung die Elektrizität_nichx lerten, zu einer so hohsn Bedeutung gelangt find. Die)? Jiolatoren aUein sind LS nämlich, welche für manch"? __elsktrische Wirkungen, fo fiir elektrische Wsllsn duxckzlasng smd; den dielektrifch0n Strom vermögen sie frélllch.n1cht fortzuführsn. Dieser Umstand rechtfertigt ani besten eme Bezeichnung, welche sch0n von Faraday eingeführt wurde, als er die Isolatoren elektrische Körper nannte. Das _Verbalten der vsr1chi008nen Körper in dieser Beziehung steht m einem merkwürdigen usammenhange mit dsm V2rhalt€n gegen Lichtwirkuxiaen. iese Thatsache ergiebt sich aus theoretischen Betrachtungen v*n Maxwell, nach we1ch2n jsde Lichtschwingung einen elektrischen Vorgang darstLUt, sie ist aber auch, besonders seit dsn berühmten Versuchen von Hertz, dem Experimente zugänglich geworden. Nach Maxwell soll die sog. Dielektrizitätäonstante,“eins Zahl, welche die erwähnte Eigenschaft der Isolatoren mißt, für jeds Substanz gleich dem Quadrat des optischen Brechungsexpo: nenten sein. Bei den Versuchen von Rubens wurde bis Länge elektrischer 2880811 in Drähten JLMLffEU, welche mit ver- schiedenen isolirenden Flüssigkeiten umgeben waren. Es zeigte sich_0ie erwartete Abhängigkeit der Wk'llenlänge von dsr Bs- schanenheit des Isolators. Dia theoretisch zu erwartende Be- ziehung tritt zahlenmäßig nicht vöÜig hervor; doch sind die Abweichungen erklärbar. Eine eingehendere Besprschung der Versuche ist im AuSzug nicht möglich.

" Se. Majestät der Kaiser bat, wie von „W. T. B.“ aus Paris berichtet wird, anläßlich des Todes Meissonnier's an den französischen Botschafter Herbetie in Berlin cin BeileidÖschreiben gericbxet, welches diescr dem von Sr. Majestät geäußerten Wunsche gemäß dem Minister Ribot Übersandi' bat. Hr. Ribot hat das Beileidsscbreiben dem Präsidenten der Kunstakademie übérmittelt.

- Die in der Herrscherballe des Königlichen Zeug- bauses aufgestellte Marmorfigur der Victoria von Professor Schaper hat, wie di? „Voss. Z.“ berichtet, vor einiger Zeit eine Veränderung von dsr Hand des Künstlers erfahren; fie ist getönt worden. Das Weiß des Marmors ersÖien in der warm-dunklen Stimmung, welche den unteren Theil der Halle beherrscht, zu grill und kalt, so daß eine erhebliche Dissonanz hervor- trat. Die Tönung hat dem Marmor ein mildes Gelb Ver- lieben, wobei zugleich die störenden Glanzlichter gemildert sind. Die macbivoile Figur der Kranzspénderin fügt sich nunmehr barmoxiiscber in ibre Umgebung ein. Zugleich aber hat auch die Nische, in wel-Ösr diePZiguc steht, statt der früheren Bekleidung von iicfrotbem Stucco- armor eine solche in grünlich- grauer Farbe erbalten. Die ebeniakls von Professor Schaper ge- arbeiteten Marmorgefialien der „Treue“ und der .Begeisterung', welcbe zwiscben den Gemälden an der nördlixben Wand der beiden Feldbsrrnballen in tiefrotben Nischen Plaß gefundcn haben, sind bin- gegen unverändert in ihrem reinen Weiß geblieben, da sicb das Weiß in diesen Räumen weniger störend bemerkbar macht.

- Die Luther-Kirche auf dem Dennewißvlag wird, nach den Mittheilungen ihres Erbauers, des Bauratbs Oßen, die von der ,- . Z wiedergegeben werden, auch hervorragenden künstlerischen Schmuck in Wandgemälden und Bildhauerwerken erhalten. Im Chor sollen durch Wandgemälde biblische Geschichten veranscbau- licht, in dem südlicben Vorballenbau das Reformationswerk angedeutet werden. Für den Bau find vorläufig in AUÖficbt genommen: an der Südfront ein Reformationsfries mit zwei Bildern (der Reichstag in Worms und die erste protestantische Abendmablsspendun an Joachim 11. und seine Gemahlin) in Mettlacber Mosaik außgefü rt, und ferner die Standbilder Luther's, Melanchtbon's und Joachim's 11.

-- Mit Genebmigung des Prinzen von Wales ist, wie Londoner Blätter melden, zur Zeit ein internationales Comité in der Bildun begriffen, welches die Aufgabe hat, berühmte konti- nentale Profe oren und Gelehrte zur Betheiligung an dem in diesem Jahre in London stattfindenden Hygienischen Kongreß zu ver- anlassen. Das Comité umfaßt bereits Vertreter der Vereinigten Staaten, FrankreiÖS, Rußlands, Egyptens, Oesterreicb- Ungarns, Italiens und Deutschlands.

- Der Forschungöreisende Kapitän Trivier hat, wie dem „W. T. B.“ aus Marseille gemeldet wird, gestern Abend seine Reise nach Libreville in Gabon angetreten, um seine Forschungßreisen fortzuseßen und die afrikanischen Küsten bezüglich ihrer natürlichen Produkte zu studiren und neue Absaßgebiete zu suchen.

Laud- und Forstwirthschaft.

Washington 10. Februar. (W. T. B.) Nach dem monat- lichen Bericht des andwirtbscbaftlicben Bureaus war das Wackostbum der Baumwollenpflanzen zu Anfang des Herbstes ein 0 rasches, da die Ernte nicbt bewältigt werden konnte. Hier- dur wurde die aumwolle der eingetretenen außerordentlich feuchten Witterung aUSgese t, was eine Verfärbung derselben zur Folge hatte. Der mittlere rtrag im vergangxnen Jahre betrug 106, der Durckpschnitt der Sendungen nach den Hafen 87.

„Y„

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

(17) Kopenhagen, 9. Februar. Die Pmckcn-Epidemie ver» brkitet sich immer mehr in der Stadx, tioßdsm Revaccinajionen in großem Umfang? Vorgenommen wsrbrn; da der Vorraib an Lymphe hier nur gering war, so maßke solche schleuniaii 11119 Bsrlin, Würz: burg und Stockholm bezogen wsrdcn Jm Oxreiunds-Hospital smd bisbsr gcgen 70 Pockenkianke aufgenouixmn wordsn.

Handel und, Öeiverbe.

Tägliche WagengesteUyng für Koblem urid Koks an der Rnbr und- in Oberich1eiisn An der Ruhr sind am 10. Fsbruar gsstallt 10 399, nicht recht= xeiiig gestellt 158 Wagen. _ Jn_ Oberschlesien find am 9. d. M. gestillt 4823, nicbt rechtzeitig gesteUt 23 Wagen.

SUbbasiaiions-Resultate.

_ Beim Königlichen Amtsiiericbt 1 Berlin iiand daß rg: Grunbbuckpe von Niedsrbarnim Band 85 Nr. 3528, in den Straßen 2 u. 6 [).-120519. auf die Namen der Banqunebmer Max Joche und Bruno SchoenWetter eingetrageneGrundstückzur Yeriteigerung. Das akringsie Gebot wnrde auf 11880 „FQ féstgeseßt, (xs bot der Fabrikant Emil Pluck, Große Hamburgsrstraße 3, 243 000544 DerUschlag wurde ausgesrßi,- Fcrner das im Grundbuch Wi? Vorher Band 5 N.". 297, auf den Narnkn des Zimmermeisters Cbr. Jatzko eingetraiisne, in der Müllkr-Z und Triftstraße (Nr. 1a) belegene Grundstück. Daß geringitc (Gebot wnrde an 5821189 .46 festgesetzt. Meistbietender blieb mit 95 000 „46 der Bauunternehmer Emil Skbmidt zu erlin. Der Zuschlag erfolgt am 12. Februar c., Ikaäymittags 12) Uhr.

- Der auswärtige Handel Großbritannikns sisÜte fich nach dem handelsamtlicbkn Auöwsise für Janaar, verglichen n;"it Hern im cntheÖendcn Monat VLS vorhergehenden Zabrés, nicbt aunsits. Die Eimsuis, im Gcsammtbetrage Von 33 741 082 Pfd. Sterk, [).11' 1115, wi? die Londoner „Mig. Corr.“ mittbeilt, um 402 768 Psd. Ste_rl. und ber Export, irn Betrage von 19 834 315 Pfd. Sterk, um 1752 437 PP. Stekl. vermindsrt. Llllerdings muß in Betracht 92508211 werden, “Dai“, im Januar in Folge des unge- wöhnlich scharfkn Frostes bie Sckdifiaixrt lange Unterbrochen war und der Eisenbahnstrike in Schottland demLvabrt cmvfind- lichen Abbxuch tbat. Aber selbst wknn diesen Umständen Rechnung getragen wird, ist die Abnahme des Handelsverkebrs sebr erbeblick). An der Abnabnte dé! Einfuhr find Rohstoffe für Tkxtiifabrikake mit 1479 792 Pfd. Stars., zoklfreie Lebensmittcl mit 925 389 Pfd.Sierl., onvflichige mit 327 170 Pfd. Sterk, Meizkle mit 369 196 Pfd. SML. Fabrikate mit 661 674 Pfd. Stekl. und verschiedene andere Artikel mit 411615 Pfd. Stekl. bcéb;i1iat, wäbrend der Jivvort von Chemikalien, Oelen und leben'sem Vieh eine mäßige Befferunß be- kundet. Die Abnaßme in der Austbr fäklt auf sämmtliche Stavel- artikel, mii Au§nabm2 von Cbkmikalien. Die bedeutendste Abnahme zeigen Garne und Tkxtilfaöxikaie (569 393 Pfd. Séerl.) Metalle und Metzlliabrikate (428 554 Pfd. Sterk), Maschinen 245 897 Pfd. Sterk), Rohiioffe (109 973 Pfd. Stekl.) und Provisionen (106 033 Pfd.Sterl.)

Posen, 10. Februar. (W. T. B.) Der heutige Saaten- markt war nicht so stark wie sonst besucht. Das GTsÖäst war durchgehends sÖlWPend. Für aÜe Sorten Klee Waren die For- dcrungen sebr boch. Bezahlt wurdc Rothkiee ordinäc mit40 “FQ, mittel mit 50 „FC, fein mit 55 «44, hocbiein mit 60 „kö, Weißklee mit 50,_ 60, 68-78 „46, Wundk[ee mit 45 bis 55 „44, scbwckiickyer Klee mit_ 60- 85 „FC:, am::cikaniscber Klee mit 40 .14, Tymotöee mit 20-30 574, englisck) Raigras mit 11-18 „44, französische Luzerne ,mit 54-70 „;ck, abfaklende Sortenmit 40-45 „ck, Saradella xmt 5_6 „Fk, Saatgetreide war sebr vernachläistgt. In K arto fséln War“ ziemlich reges Ge- schäft. Brennkreiwaare mit 1,70-1,80 „ck Zweisckarwffeln mit 2 „46 bezahlt. Schluß ruhig.

Leipzig, 10. Februar. (W. C. B.) Kanxmzug-Termin- bandel. La Plata. Grunbmnitcr 13. pc. Jebiuar 4,25 .“, pr. März 4,25 ...-4, pr, kaii 4,27-Z .“. pr. Mg! 4,274 «15, pr. Juni 4,271) .“, pr. Juli 4,30 ,s“, pr. August 4,325? Fi, pr. September 435 .Mi, pr. Oktober 4,35 .“, pr. Noyember 4,35 .“, pr. Dezember 4,35 «44 Umiaß 155 000 kg. Rubtg.

London, 10, Februar. (W. T. B.) Wollauktion. Stetig.

An der Küste 1 Weizenbadung angeboten.

Manchester, 10.Feerar. (W. T.B.) -12r Water Taylor 62, 30r Water Taylor 9, 20r Water Leigh _7F, 30r Water Clayton 82, 32r Mock Brooke 8), 40r MayoLl 9, 40er Medio Wilkinson JJ,“, 321: Warpcops chs ZZ, 36r Warpcops Row„land 8x, 40r Double Weston 9), 60r Double Couran:e Qualitat 12F, 32“ 116 yards 16 ckch 16 grey Printers cms 32r/46r 168. Ruhig.

New.York, 10. Februar. W. T. B.) Weizen_- Ver- schiffungen der leßton Woche von dm atlantischen Hafen der Vereinigten Staaten nach Großbritannien 13000, do. nach Frankreich -, do. nach anderen Häfen des Kontinents 9000, do. von Kalifornien und Oregon nack) Großbritannien 44 000- do. nacb cmdecen Häfen des Kontincnts - Orts. "

Dcr Werth der in der vexgangenen Woche außgefubrten Produkte betrug 6433 781 Danrs.

Verkehrs-Anflalten.

Koblenz, 11. Februar. (W. T; B.) Das Eisenbabn-Betriebs- amt Koblen; giebt bekannt: „Dre gestern" gemeldet? Wiedereröffnung des Trajektbetriebes Biygen-Rudesbeim hat wegen ein- getretenen zu niedriger) Wai ) erstandes heute Vormittag wieder eingestellt werden muffen. ' _

HUM!) ng- 10- Lkaäk- In Folge der eingetretenen Kalte ist, laut Meldung der . . B. H.“, die E lbscbiÜabrt neuerdings wiederum erschwert. ZablxeickyeDanfoer erlitten «(haben. Thermo- meterstand gegenwärtig drei Grad Kalte.

London, 10. Februar. (W. T. B.) Der Union-Dampfer . Tartar“ ist gestern auf der AUSreise von Liss abon abgegangen,

New-York 10. Februar. . . B.) Wie dem Journal „World“ mitgetéeilt wrrd, sind Vorberatbungen im Gange nach denen sämmtliche nordivest1icben Eisenbahnen noch vor Éckoluß dieses Jahres in eine einzige Verwaltung'übergeben würden, In dieselbe sind einbezogen: die Northern-Pacific, die Canadian- Pacific, die Cbicqgo-Burlington and ancv, die Chicago-Mjlwaukee Ink? St. Paul, die Cbicago-Nortbwestern und Greatnortbern Eisen, a nen.

Mannigfaltiges.

Für den verstorbenen Geheimen Ober-Jusiiz-Ratb von Wil- mowski bekundete sicb bei der heutigen Trauerfeier die allgemeineTbeilnaÜme aller der Kxeise, denen der Verewigte in seinem reichen Wirken und im Leben naher getreten. Der Sarg war im zweiten StockMrk des Sterbebauses, Derflingerstraße 17, aufgebahrt. Das Justij-Ministerium war dura!) den Staats-Minister Dr. von ScheUtng vertreten, der in Begleitung seiner Gemahlin erschien.

Ferner waren Staats-Minister 1)r. bon Friedberg, der Unter-Staats-