wirkliches, sei es militärisches, sei es Verkehrsbedürfniß ist, sie auf große Leistungrn ringerickxiet werden müßte. Und das iii einer der Gründe, die nach meiner Auffaffnng der Herstellung eines solchen Unternehmens durch Privaikapital entgegenstehen.
Ick) sche ganz davon ab, daß, wenn man nun einmal das Staatsbabniysiem acceptiri dat, es doch nicht richtig sein würde, eine nach Ihrer Meinung so wichtige Linie, wie die von Kassel nach Köln, inmitten der Staatsbahnlinien der Privatindusirie zu überlaffen. Ich bezweifle auch, daß sich wirklich das Priraikapiial dafür finden würde, wenn dieses sich ernsthaft die Situaiion betrachtet. Es ist bisher immer gesagi: das Pridatkapital bat fich erboien. Ja, es haben ver- schiedene Persönlichkeiten _ auf dem Papier _ erklärt, sie würden das Kapital ieschaffen; ob sie dieses aber ernstlich und geseßlich solidirt beibrinzen würden, isi eine andere Frage. Denn es handelt sich um eine schr schwierige Gebirgsbabn, die im Bau und Betrieb sebr koiiipkelig sein wird, und ich frage Sie: was wird wohl an Verkrkr anf diesc Linie übrrgeben? Mein Herr Kommiffarius hat ganz richtig angedeutet, daß der Verkehr zwischen den bridcn Ceniren Kassel und Köln, wenn ich fie so bezeicknen soil, doch kaum 770 crbedléckp ist, um dicse Bahn genügend zu alimcniiren; Ebensowenig wird der Verkehr auf den zwischenliegem den Strecken dies können. Es würde aiso die Linie in der Haupt- sackße nur dienen dem DurchganKLVerkkhr, und glauben Sie, meine Herrin, daß dir Siaatsbabn-Verwaltung sick) jemals _ ich sage das geradezu _ dazu herbrilaffen wird, drn Verkehr, den sie voiiständig brherrsckien kann, an eine Privatbahn abzugeben, um diese Pridxibabn rentabel zu machen? (Große Hriter- keit.) Das wird gewiß nicbt geschrhen; die Verwaltung würde drs nicht zugeben können und _ ich glaube _ auch mit Ihrer Zustim- mung nicbt zugeben dürfen. Wrnn aiio die Auéficht aiif cine irgend genügende selbständige Rente nicht besiebi und somit für das Privat- kapiial ein solider Reiz nicht besteht, so bleibt die Frage immer die: ist das Bedürfnis; des Baues vorhanden? Ist das zu bejahen, so kann die Bahn nur vom Staate auxgefübrt werden, und es fragt sich dann weiter nur: wie und wann? Eine Bahn, die 100 Millionen ])!"aLth propter kostet _ genau kann man das nicht sagen ----, würde mit ihrem Kostenaufwand eins ganze Menge anderer Linien in anderen Landeéiiicilen jedenfalis vorläufig zurückzusteilen nöibigrn. Daran ist gar kein Zweifei Jndeffrn, wenn es scin müßte, würde man die Bahn doch zur Ausfiihrung bringen können.
Und hieran schließe ich 6111196223011? in Bezug auf die Aus- führungen, die hier vor cinigen Tagen gemackü worden sind. Die finanziellen Resultate der Stantéciscnbabnverwa(tung, obgleich sie im vorigen Jahre Ungünstig beeinflußt worden sind durch elementare Kalamiiäten ganz anormaiér Art, durch «ine außerordentliche Steige- rung von Kohlen und Eisen und alicr Materialienprkiie, durch eine Erdökung der Löhne, l'ie, wie ici) glaube", ganz mit Ihrer Billi- nung rorgenommen ist, dnrcki Eiböbnng drr Gehälter u. s. w. _ wenn diese Resultate, die so ungünstig beeinflußt gewesrn find, dock) dahin iübrsn, dns; wir nur einen Mindcrüberichuß don etwa 22 Millionrn bei einem Einnadmrbudget von niir 900 MiUidnen und einem Aus- gabebudgct von gegen 550 Millionen haben, so kann ein Ausfall, in- dem stati eines Brtrirksüberswdffrs Von 329 M'iliionen, wie es der Etat verlangt, nur 307 5.1'iiilionen rrreicht werden, nicht so sehr ins (Gewiiii faiien. Wrnn dabei nach Vrrzinsnrg dcs ganzen Eiienbak-n- kapitals, nacb Verzinsurg und Anwriisaiicn der Prioriiäis-Obii- gatirnc'n und Aktirn, die darauf aus früherer Zeit noch ruhen, ein Uebrrschß von 123 statt von 143 Miliionrn Verbleibt, wenn nach Abscdrribung der 1%, wie es im Eisenbahngaraniirgesrß vnrgesÖrie- ben ist, auf das Staaiscisenkabnkapiial noch eine Summe von 80 Millionen übrig bleibt für sämmtlicheübrigenStaatsbedürfniffc, oder, Falls Sie das aiif die gesammte Staatsverwaltung anwenden wollen: wcnn nack) Vcrziniung und planmäßiger Amortisation der gesammien Staatsichu1d611,di2ja größer sind als die Staats- eisenbahn-Knpitaisckwid, noch eine Summe von 90 Millionen übrig dlei'rt. dann läge noch kein Grund dor, zu sagen: wir wo!]en eine Badn von Köln nach Kafirl nicht baurn, wenn si? im Uebrigen ein noiiwrndines Unicrnckrnen ist, Für iolchenFal1 muß man allerdings Vorsorgend Rekdnung tragen, und könnte dann die Summe, die dabei in Betracit kommt, nicht ausscklaggrbcnd icin. Welcke Linie aber alsdann genähli wrrdrn wird, um dieses Ziel zu erreich€n, das ist eine abiclni offrne Frage. Es sieben _ irre ich nicht _ nicht wenigcr (116 ncnn verickoirdrne Wenc, die man nxbmen kann, zur Dir- kusswn, cr; iii auck) der Endpunkt nici)? klar, ob es Köln oder cin anderst Punkt sein wird. Darin stimme ich jedenfails den Herren dci: es ist anßerorden iich wünscheröweriii, daß der Lanrcétbril, der von der Riibrjhaldnbn und der Mnin-Weicrdabn auf zwei Seiirn begrenzt wird, nnfgcich'0ffrn wird durcd möglichst zwrckmäßigr Linien. Ick meine nnn, daß Sie sick) durchaus niciét präjudiziren, wenn Sie sagen: wir bewiliigen diese Summe, aber wir gebcn dabei von der Vorausscßnng aus, daß die in der 5111) 2 vorgeschlagenen Rcsd- lution genüniwie Prüfung nicht ein Resultat ergiebt, Welches eine Axndernnn des Beschlusses zu 1 hsrdeifübrt. Mein Herr Kom- missarius bat JHiicn ganz rickiig acsagt: tritt dir NoiHWendigkeit ein nach der Urirriucbung, die Sie wünschrn, die auch die Staatsregie- rung nniustcüen bereit iii, wie ich hiermit erkläre, das; Eine nndsre Tracirung siniiiin'ret, daß man dem Projekt Kaffil-Köin, wril es ein Bcdüriniß icin so!], mehr cntnegcnkommi, dann können wir das ja waciici“. Wir werdcn unicr keinen Umständen vorgrbrn. sobald für solckxen Zwick mkkr Geld nötdig isi, um Ihnen niÖt zu präjudiziren, als bis diese Finne dclliiändig grilärt ist, würden vielmehr mit einer neuen Vorland an Sie hcrantrcten. Ick) würde auch glauben, im Sinn? der StaaiSri-gicrung verivreriien zu können, daß die Regierung keinen Spatenstich für diesesProjekt thun [affen wird, bévor fie über diese Fraze vvÜiommen klar ist.
Ich bitte Sie also im Interesse des Landestheils, um den es sich hier handelt: aenekmigen Sie das Projekt unter der Voraus- icßung, wclche die Resolution 2 ausdrückt, und seien Sie überzeugt, daß kein Schriit geschehen wird, der den Beschlüssen hinsichtlich des mehrgedackxtcn größerrn Proj.kis irgendwie präjudiziri. (Bravo!)
Abg. Schmidt (Warburg) empfiehlt den Kommisfionßanirag.
' Hierauf wird die Diskussion geschlossen und die Position mri erheblicher Mehrheit bewiiiigt. Die Resolution gelangt fast einstimmig zur Annahme. Ueiier die Petitionen wird gleichfalls nach dem Kommiisionßantrage beschlossen.
Vom Abg. Lassen wird darauf ein Antrag begründet, welcher im §. 1 1 noch die Bewiuigung von 1800000 “46 und den entsprechenden Geldbetrag für die Beschaffung von Be-
triebSMitteln für eine Linie von der Station Tingleff an der schleswigschen Hauptbahn iiber Seegaard bis Sonderburg aux- zusprechen bezweckt. Außerdem soll festgesest werden, daß die Interessenten einen Zuschuß von 250000 316 zu den Baukostxn 5 fouäg ysräusicherzu stellen haben., Der Aniragstelier machtxn längerer Rede hauptsächlich geiieno, daß Stadt und, Kreis Sonderburn keine Eisenbahnverbmdung 'habxn, daß die vqr- geschlagene Linie schon 1884 von der Direktion zu Altona „fur zweckmäßig anerkannt ist und daß die betreffendkxn Vorarberien damals bereits durchgeführt worden sind. Snater aber seien weitfichtigere Projekte aufgetauchi, welchs dre Ausfuhrung dieser so nothwendiqen Linie verhindert haben.
Abg. Dr. Mithoff beantragt den erniachen Urberaang „zur Tages:)rdnung über den Antrag, der der Budaelkommiision nicbt vorgelegen habe und dessen Erledigung absolut nicht dringlich sei.
Abg. Lassen zieht darauf seinen Antrag zizruck. ,
In §. 1 11 wsrden 26 305500 „514 in 19 verschiedenen Positionen zur Anlage zweiter und dritter Gelxise und zu den dadurch brdingten Ergänzungen und Gelezsderanderungen ver- langt und ohne Debatte unverändert bewrlligt. ,
Unter 111 sind im Ganzen 29424 000 „FC. zu verschiedenen Bauausführungen gefordert. Die Kommission hat die Forde- rung bewilligt. . . ,
Das Haus genehmigt ohne besondere Diskussion diese Forderungen. _
Unter 117 ist die Summe von 53 80000026, ausgeworfen zur Beschaffung von BetriebeZmittein fiir die bereits bestehenden Staatsbahnen. , '
Der Rest des Gesetzes mird ohne erhebliche Debatte un- veränderi genehmigt.
Schluß 31/2 Uhr.
Wr. Jahresverfammlung des Nordweftdeutfckxen'Vcrelus fiir Gciäugnißtvesen zu Hamburg am 30. Mai 1891.
1
Die Vcriammlung Wurde um 12 Uhr Mittags durch Landgertcbis- Direktor Foebring-Hamburg eröffnet. Erschienen waren gegen 40 Mit- nlieder, darunter Erster Siaatxanwalt O_einemann-Gottingsn, Ober- Regierungs-Rati) von Maffow-Liineburg, Staatsanwalt Werner-Crile, die Gefängniß Direktoren Krobne und Streng, Profeffsr 1)r, Bennrcke- Breslau, Amtégerichis-Rati) Straina u. 21 Den B&Handlunnen wobnien außerdem bei der Gencral-Direkior des_dgn_i_schcn Gcfgngniß- wesens Goos und Seitens des Rhsinisäy-Weiiialiickyen Gefangmß- dereinxi Predigsr von Kobyiinski. ,
Der Nordwcstdruisckir Gefängnißvrrkin widmet drn modernen Reformbritredunßen auf drm Gsbirtc dcs Strafrechts reges Interesse. Bisher ist er jxdoci) nicht nur mit eigenen Plßnen bervornetretrn, sondern betrachtet es als eine ganz beionders wichtige Aufgabe, die von anderer Seite gemachten Vorschlage auf ivrr_Verwenddarfett ciner kriiiscbrn Untersuchung zu unterziehen. Bislang iii er hierbei nicht irltcn zu negativen Resulxaten gelangt So bater auf seiner gleiÖHaÜs zu Hamburg im Jahre1890iiattgebabirnVer]ainmlung sich aegenCtr-fuhrung der brdingtcn Veruridciiung ausgeivrocben. In gew1ff2m Sinne darf er dahrr ais :in Gegrnnewicht gegenüber der von Prereffor von Lrizt (;.-leiteten Bcwcgung gelten, drren Anichaunngen _beidnders m den Tagungen der Jniernationalen kriminaiiiiiichrn Vereinigung ziim Aus- druck nelangen. Die von dieser im März d. J. beraiiocne Reform der furziriiigen Firibeiirstrafe biidei daher ami; naturnxmaßden Haupt- gegenstand dcr genenwärtigen Verhandlungen des (Gefangnißdereins.
Ueber den ersten Punkt der Tagesordnung: J
Entspricht eine sick) allein auf das Sirczfreäot als juristisobe Disziplin brzikebende Auöbridung des Strafrickyters den Bedürfnimen der Straf- reckitdpfleqe der Gegenwart? „ batte Professor Dr. Bennecke-Breslau das Referat udrrnominen. Sein (Gedankengang war im Wesentlickieniol'gendrr. WS_Haujpt- aufgabe des Strafrichters sehe er_ nicht dte_1urrsiikch: Koniirgktton drs sinzcinrn :ialies, nicht die Subwmiion deskeiben unter das Straf- gesrtz an: weit wichtiger erscheine ihm die FrageRnaw derZumeisun g der Strafe. Dieselbe müsse in richtigem Verhaltntß zuerricbuldung sieben und zugleich geeignet sein, den Straizwuk zuleriuiien. Leßteren anlangend, stehe er nicht auf dcm Boden der reinen Verneitungs- tdcorie, nach welcher die Strafe streng grnonimen,iedig[1ch ais rinRacheo akt erscheine; mit der nach seiner Ansicht herrichendeii Meinung cr- blicke cr vielmehr den Zweck dcr Strafe darin, den Tbaier von neucm Unrecht abzuhalten. Um diesen Erfolg durch sein Urtdxil anzubnbnen, sei es unbedingt erforderlich, daß der Richter wixie, was den: Delinquentcn durch die Vollzirkzun-g des Uribeils zugesugr werde. (Cr müsse daher mit den Verhältnissen in den (Hrfängniffen seines Bundes- staates und Vor AÜcm auch den seincs Bezirks auf daß Genauesie Vertraut icin, um aiie nacb dcr Gestaltuna des Siraivolizug? in densrlben in Betracht zu ziehenden Momente ichon bx: dcr Strafzumessung zu erwägen, nm “io dem Siraiyoilzug m die Hände zu arbeiten, anstatt ihm, wie es leider baung der FW sei, entgegenzuwirkcn. Dcs Weiteren iei _ anzustreben, daß der Straf- riwter sich, wenigstens in gewissem Umiange, die Ergebniffe de_r soge- nannten Kriminalsoziologie zu einen machxz außer an Kriminai- statistik denke er besonders an die Kriminaiviychiatcie, deren Kenntnis; z. B bei dem Widerstreit abgegebenrr (Gutaidien über den Geistes- zustand des Angeklagten den Richier zu rigenem Uriheil besähige.
Die Kenntniß aiier hiernach geiordrrten DiSziplinen Werde sich der Ricbier nicht :'oiebr duni) theoretisches Studium als durch eigene Beodacbtung und Anschauung erwerben. Die Stufeniolse der Aus- bild:-rng denke er fich etwa so, daß auf der Univer11tät mit Vor- leiungcn Üdcr Kriminal-Staiistik, Anthropologie 2a. der Beginn zu machen sei, und daß demnäwsi der Réserendar im Vorbereitungs- diensi eine Station bei einem Gefängnis; zu absolvirrn habe. Als sehr eriprießlick) werdr es fick) ferner erweisen , wenn nach dem Vorgange von Baden und Wiirtiemderg Kurse, etwa von dreiwö-Öiner Darier, eingerichtet würden, während welcher , der junnc Richter (Asieisqr) in einer Strafanstalt mii iämmiliÖen Einrichtungen und dem voliitändigen Dienstbetriebe eingehend bekannt grmawr würds. In Baden sei die Tbeiinabme au derartigen Kursen cine fakultative; er wiinickie, daß eine reichßgeseßlicbe Regelung diefes wichtigen Punktes erfolgen möchte, wenngleich er die, beionders auch in pekuniärer Hinfichi,_ enigegenstebenden Schwierigkeiten nicbt verkenne.
Von der Durciifüßrung seiner Vorschläge hofft der Referent, daß die Anßdildung dis Strafrichters eine vielseitigen, umfassendere werden und dadurch die Rewisprecbung an Wirkung gewinnen werde. Insbesondere werds: man in jedem Falle das richtige Strafmaß finden und auck) zutreffend begründen können, in welch leßterer Be- ziehung viele Uribeile heutzutaae fast nur Phrasen enthielten. '
Von dem größeren Interesse, das. man alödann dem Stiefkmde der RechtSwisienicbaft, der Gefängnißkunde, zuwenden werde, erwartet der Referent end1ich eine günstige Einwirkung auf das Zustande- kommen des aneiiig gewünschten Siraivoüzugs-Geießcs.
Eine Diskussion und Abstimmung über die von dem Referenten im Sinne seiner Ausführungen aufgestellten Thesen fand nack) dem von der Versammlung angenommenen Vorschlage des Vorfixenden niwt statt Die gesieute Frage sol] auf der nächsten Jahresver anim- lung. nachdem inzwischen noch mehr Material gesammelt sein wird, abermals beratben und das Ergebnis; alsoann formulirt werden.
Die Versammlung wendete sich darauf zu dem zwxiten Gegen- stand der TageSordnung, über welchen der „Reichs-Anzetger' in der nächsten Nummer berichten wird.
Statistik und Volkswirthschaft.
Sachsengänger.
Die Zahl der auSWandernden bezw. in "anderen Provinzen arbeit- s11chenden Personen (sogenannten Sachsenganger) hat, wie aus dem Regierungsbezirk Posen berichtet wird, gegen das vorige Jahr bei ersteren ab-, bei le teren bedeutend zaZenommen. Naeh den gemachten Aufzeichnungen pai rien den Babnbo in Posxg seit Anfangs Fehruar im Jahre 1890: 262 Außwanderer und 1880 Sachsenganger, in diesem Jahre bis Ende April 139 Auswanderer und 4797 Sachsenqangxr.. Der weitaus größte Theil dieser Leute ilammte aus der Provinz
Posen.
Zur Arbeiterbewegung.
Wie der „Köln. Z.“ aus Brüssel _vom 29. Mai mit- getheilt wird, nimmt der belgische Arberterausstand auch in Charleroi, wo an diesem Tage noch 20 450 Mann feierten, weiter ab, weil die Arbeiter aus Mangel an Mitteln- nicht in der Lage sind, noch längere Zeit auf „den Arbeitslohn zu verzichten. Die Bergwerksbesißer des Bormage lassen die Meldung, wonach sie sich wegen einer Kürzung der Lohne verständigt hätten, in Abrede stellen. Nach der „Volks-Z.“1ZIat sick) am Sonnabend eine große Arbeitertruppe m a Louviére nach Brasilien eingeschifft, um dort mit Vrückenbauten und dergl. beschäftigt zu werden. Die Grubenverwaltungen des Hennegaues scheinen alle bekanntßn Heizer für die Folge entlassen zu wsllsn. Jm Borinage allrm Wilen ungefähr hundert als Aufwie ler bekannte Persönlich- keiten die Abkehr erhalten haben. . uf Zeche BeÜe-et-Vonne verweigerten am Freitag fast sämmtliche Bergleute der Grube GailXet die Anfahrt, weil dis Direktion fiinf Arbeiter, welche sich bei dem letzten Ausstande hervorgethan, entlaffen hat.
Aus Bremerhaven wird der „Köln. Z.“ vom 23. Mai be- richiei: Der Ausstand der Heizer und Koblenzieber des Norddeutschen Lloyd iii seinem Scheiiern nabe. H:"utc Vor- mittag baiirn bereits vier Mitßlieder der _Lxdhnkommtsjwn eine längere Unterredung mit dem Lloydinspekior Zetii, ,was darauf hin- deuiet, das; im Lager der Aussiebenden die Annihi, m Vkrhandlungen mit dem Lloyd eine geiunde Grundlage für eine Verständigung zu suchen. nach und nach die herrsch7cnde geworden ist _ ,
Dem .Cb.Tgbl.' wird aus Leipzig geschrieben, „daß die dortige iozialdemokraiische Pariri in ciner am Mittwoch im Stndttbeile Plagwiß abgehaltenen öffentlichen Parteiversammlung bxschlos1€n hat, einen „Diskuiirklub“ zu gründen, de_m nur So,iia1dcniokraien angehören unddeffen Zweck es sein soil. airsicbließlcch,pol„iti?che, Fragen zu besprechen Alk- ioche werden zunächst die Landagriaiion, die Prrß- verhältnisse, die Abänderung drs Parteiprogramms und die Wahlen be- zsicHnet. Gegen die beschlossene Gründung des gedach'ien Klubs sprachcn auch einige der “Univesenden, indem sir nor Zersplittrrung der Kräfte und der Opferung von noch mehr Zeit und (Geld wqrnten. Srblie [ich wurde noch eine Kommission ernannt, weiche mit der AuSar eitung der Staiuten betraut wurde.
Der .Vorwäris' veröffentlicht einen Aufrur an die „Partei- nenoiicn' zur Entsendung von Delegirtcn zu dern ÜUf Sonntag, 16. August, nach Brüssel einberufenen internatronaicn Azbetier- kongreß. Von Seiten des Parteivorstandes und der Fraktion nnd die Adgg. Bebel, Liebknecht und Singer mit der Vertretung beauftragt.
Die Liihoaradhen, Steindrucker ,und“ Berungenoffen (Steinscbieifer und Präger) Berlins hielten, wie wir gietwfaiisa dem .Vorwärtkz" entnehmen, am 28. Mai eine kombimrte zahlrcicb beiucbie Versammlnng der in Berlin besiebcnden Filiaien des. deuiscbxn Ver- bandes ab, um drei Kommissionen für Arbeitsnachwets, eine Richts- icdußkommiifion und eine Unierstüßungskommrsfion zu wahlen. Ferner wird dem ,Vorwäris' berichtet, das; in einer öffentlichen Versammlung iämmtiicber in Glacé- und Karionpapier- fabriken beichäftigten Arbciier und Arbeiterinnen" am Donnersiag Abend folgende Resolution angenommen word,:n iii: „Dir: besuttge Vrrsammlang der Glacé- und Kartonpapier-Arbetier urd -Arbciterinnen erklärt iich mit den Ausführungen des Referenten, Hr. Dr. Lüigsenau, voll und ganz einversianden rin'd verpfliÖtet sich, mir alien Mitteln dahin zu streben, daß die Religion Prwaisackye werde;“ Dte-„Be- gründung des in Nr. 125 des .R.- u. St.-A.' kurz erwahnten Fach- vrreins der Uhrmachergebülfen hat in einer am_ Donnerstag bsi Gratweil abgehaltenen öffentlichen Vcriamnilung iiattgefitndrn. Der Vorfißende Hr. Neither erklärte eine derartige Oraanisaiwn für nothwendig, weil den Ubrmacbergebulfcn kei, durchschnittlich- elisiündiger täglicher Arbeitßzeit, beinahe“ obligatorischer Sonntags- arbeit, bei dem verlangten eigenen Halten von „Werkzeugxn monatlich 75 bis 80 «14 (Gehalt gezahlt wurdZn. Dresser Verein könn? nur ein Fachverein iein, Welcher eine zeitgemaße Verkurzunz der Arbeitßzeit (vorläufig 9 Sinndrn), Beseitigung der Sonntags=_und Uebersiundenarbeit, eine Aufbesserung der, Löhne xu erstrexen, einen geregelten SteUennachweis zu fckpaffen, statistische Erbebungßn zu ver- anstaltin habe, den Mitgliedern Rechtsschuiz und Unierstu_ßung„ge-* währen und vor allen Dingen auc!) cin Bildungswrnn sein masse,. In einer Rrsoluiion erklärte sici) die Versammiung mit den Ansichten des Berichterstatiers einverstanden und nahm die von ihm eniworfenrn Statuten an. Dem neu gegründeten Verein traren 75 Mit- glieder bei. „
Der Ausstand im Karbitzer Kobienredter „erstreckt sich, wie der „N. Pr. J.“ aus Aussig telegcapbtscb, Mitgetheili wird; auf neun Schächte. Am Freitag haben die Arbeiter aui, den grafiich Tarrka'schen Werken in Randing-Scbönfeld edenialis dn: Arbeit ein- gestellt. Die Gesammtzabi der Sirikenden brtragi etwa 1060, Die Direktionen der Werke drohen _bci der, Niwtwiederausnahme der Arbeit am Montag den Bertie!) ganzlich einzuitelien. , ,
Mit Kundmachung vom 14. v. M. an die Arbeiter der Brits- berqer Werke der Graz-Köflacher_Badn hat die Dicekiion dieser GescUschafi, wie aus Graz gemeldet wird, die 21cht„1tundenardeii§- schicht, vom 1. Januar 1892 beginnend, angekirndigt. Gleichzeitig erging an die Arbeiicr jedes Werkes die Aufforderung, drei Ab- geordnete zu wählen, welche mit den Werksvoriiänden und dezn Direktor der (Gefeliscdaft über die Bestimmungen beratben, Welche fur den Uebergang von der jeßigen zm“ künftigen Arbeitöeinibeilmig gelten- ollen.
s Nach einem Wolff'schen Telegramm aus P r an vom Sonnabend ist eine von czrchiscben Arbeitern für gestern einberufene aligcmeine Volksversammlung von der Behörde verboten worden.
Ueber den Strike der Schneider in London lauten die Nachriwien wideriprechend. "Während von der einen Seite schon am Sonnabend die Beendigung des Strikes gemeldet wurde, berichtet beute „W. T. B,“, das; der Ausstand an weiterer Ausr-ehnung zu ge- winnen scheine. Danach folien 9000 Schneider und Schneiderinnen die Arbeit eingestelit haben.
Der Ausschuß des Walkerverbandes von Roubaix hat, wie der „Köln. 3.“ vom 30. Mai berichtet wird, an 78 Fabriken die- schriftliche Auffdrdcrung gerichtet, den Lohn zu erhöhen und den acht- stündigen, Arbeitstag einzuführen. „mit der Bestimmung, daß die ArbeitSzeit unter Erböbung des Lohnes um 1 Fr, auf zehn Stunden aus edebnt werden könne. Jm'Falle der Ablehnung ibrcr Forderungen bea sichtigen sie zu siriken und insgesammt 15 000 Weber und Spuler zum Feiern zu zwingen.
Der zweite Parteikongreß der schwedischen Sozialdemo- kratie wurde nach einem Bericht der „N. Pr. Z.“ in voriger Woche- in qurköping abgehalten. Auf dem Kongreß, “welchem der Sozialisienfübrer Sterky präsidirie, waren 103 ichwedisebe Arbeiter- vereine durch 47 Delegirie vertreten. Es wurde eine Resolution an- ?enommen, welcbe besagt, daß jegliche Dynamitpolitik zu mißbilligen
ei, und da Agitatoren, welche zu Gewalttbäiigkeiien aufbeßen, als- Verräiber exeicbnet werden wir ten. Ferner wurde, jedoch nur mit einer knappen Mehrheit von 28 timmen, folgender Beschluß gefaßt;-
„Auf Grund des prinzipiellen Unterschiedes zwischen Sozialdemokratie und Anarchiömus beschließt der Kongreß, daß die soziaidemokratiswe Arbeiterrartei von anarchistischen Patteibildungen entschieden Abstand zu nehmen und in geeigneten Fäuen den anarchisirenden Theorien sachlich zu begegnen bat.“ '
Nach einem Telegramm des „W. T. B.“ aus Bilbao von estern kam es in Folge der Auflösung einer Versammlung trikendcr zwischen den Polizeimannscbafien und den Strikenden zu
einem Zusammenstoß; der Polizeikommiffar wurde mit Steinwürfen und Schüssen emvfangen. Einer der Strikenken wurde geiödtei. In Folge dieser Vorkommniffe wurde der Belagerungkzustand proklamirt; die Führer der Sozialisten wurden verhaftet.
Kunst und Wissenschaft.
1.. In der am 29. Mai im Kaiserhof abgehaltenen ordentlichen Monatssißung der Kunstbistorischen Geseliscbaft hielt der Geheime Regierungs-Raii) ])r. F. Lippmann emen Vortrag über die künstlerische und kunftqeschicbtlicbe Bedeutung der .Abdruckgatiungen' („Übais“) der Kupferstiche. In jedem Stadium der Ausffihrung eines Kupfersiickis - so etwa führte der Vortragende aus _ ni es möglich, einen Abdruck von der Platte ber- zusiellen, es sind dies die sogenannten Probedrucke. Sie dienen dem Künstler zur Kontroliruna seiner Arbeit. So weit sie von bedeuten- den Künstlern herrühren, erwecken sie berechtigtes Jnterrffe; denn sie gewährrn uns'einen Aufschluß über das Schaffen des Künstlers. den wir dabei mtiten in seiner Arbeit belauschen können. Von den ältesten Meistern freilich find fast durchweg keine Probe- drucke ihrer Stiche erhalten geblieben. also von Künstlern wie Srbongauer, Meister E. S. von 1466 :e. Sie nahmen aber an den fertigen Platten Veränderungen vor. Wenn nämlich die Platte gedruckt wird, nützt sie fick) mehr oder weniger rasch ab, und zwar in ungleichmäßiger Weise, je nachdem die einzelnen Stellen kräftiger oder zarter behandelt sind: der Effekt des Blattes verändert fick), die Har- monie leidet darunter. Um diesem Uebelsiande zu begegnen, pflegten die Siecher während des Druckes Veränderungen der Platte vorzu- nehmen, sogenannte Reiouchen. Diese sind nicbt immer mit jener Feinheit ausgefiihrt, welche die ursprüngliche Arbeit zeigt, sie sind eben Nacharbeiten. Riihren sie von den Künsilern selbst ber, so ist ihnen eine gewisse Bedeuiunq nicbt abzusprechen, Der alte Künstler konnte etwa 1500 brauchbare Abdrücke seiner Platte erhalten, von denen die ersten 100 brillant, die näwstfoiaenden 300 sehr gut genannt werden können. Der erste bedeutende Künstler, in dessen Arbeitsweise wir eincn rieferen Einblick gewinnen, ist Albrecht Türrr. _ Wc'ibrrnd der heutige Stecher die ganze Platte auf einmal und gleichmaßig zu bearbeiten beginnt, fängt Dürer an Liner bestimmten Stel]? an, die er erst voli- siändig vollendet, ehe er zu den anderen Theilen übergeht. Ein Kupferstecher zweiten Ranges des 15. Jahrhunderts, JSraei van Mecxenem, betrieb das Hersieücn von Plattenzuiiänden in größerem Maßstabe. Er hat seine ursprünglici) sehr zart gearbeiteten Plaiten immer wieder untcr dcn Händen gehabt, fast jeder Abdruck weist in einzelnen Partien Vrrschiedcnbeiten aui. Es iolL durch dieses Ueberarbeiten die Piaite in möglichst guirm Aussehen erhalten bleiben. Fast eine Art Sprkulation wird mit dieser Hersteuung von Abdruckgaiiungen schon von Hans Sebald Beham getrieben. Im weiteren Verlauiu des 16. Jahrhunderts kommrn die Verlagéadreffen auf den Stichen als nruc Mcrkzeichen Hinz", welcde uns einen festen Anbaltsvunkt zur Daiirunq des Abdrucks liefern, ebenso die auf die Stiwe gase ien §Privilegien. Abzüge vor dem Privilegium find frühere Drucke. it drm Tode des Künstlers erlischt das Privileg. Ist das Privileg auf der Platte gelöscht, so wurde der betreffende Abdruck nach dem Tode des Künstlers ange- fertigt, Der _Vortragende besprach sodann die üblichen Bezeichnungen „vor der Schrift" und „mit der Schrifi“, welche bei den Porträts des 17. Jahrbiindsris, wohl zuerst in Frankreich, auikamrn r-nd Heute Jedermann gelaufig sind. _ Die von dem Künstler selbst vorge- nommenen Aenderungen der Platte haben einen hohen künstlerischen Werth, namentlich, bei der Radirunn. Das Hauptbeispiel in dieser Hinsicht btetrri die RadiruuZen erbrandi's. Dieser Künstler hatte bei sxmen Umanderungen der Platte den Zweck vor Augen, gewisse Partien, welcbe ihm nicht gefielen, umzugesialten. Virüeicht aber hat er auch den Sarnmelfinn der Liebi'aber kläglich in Berechnung ge- zdgen Und außnußen wolien. Es ist indessen nicht immer sicher, ob die Veranderungen von Rembrandt selbst herrühren: weit mebr, als er selbst in dieser Hinsicht geleistet, wird den späteren Vertreibern seinrr Werke zuznschreiben sein. Es ist bedauerlich, daß Rovinski bei seiner umfassenden Arbeit über die Abdruckzustände Rembrandt'scher Radirungen diese Unterscheidung nicbt berückfichiiai hat. Im Allge- meinen wird der Kunstfreund gut_tbun, sich an die ersten Zustände zu dalien. Auf dem Kunstmarkt_außert sich dieser Umstand in den underhäitnißmäßig höheren Prriien, Welche die früheren Frais er- zielen. Der Vortragende wirs dann besonders noch auf Cbodowiecki bin, welcher seine kieinen Vlältcben mit möglichst vielen Aenderungen aus;]estaitkt habe, wie er denn auch bereits einen Kreis von Sammlern seiner Sachen um sich Zu versammeln wußte. Im 18. Jahrhundert haben die Verleger sich im Weientlichen bemüht, das Erzeugen von Abdruckégatiungen in gereselte Bahnen zu leiten. Seitdem in den vierziger Jahren unserrs Jahr- hunderts dic Galvanoplastik erfunden wurde, bat die Wertbicdäßung der verschiedenen Abdruckézusiände bei den Werken der zeitgenössischen Kuvfersicchknnst fast ganz ihre Bedeutung verloren, da die Original- vlaiie nnr nicht mehr in Anipruch genommen zu werden braucht, also kcinerleiAbtiAßung erleidet. Jedcs Exemplnr eines alten Stickies hatte einen individuellen Reiz, während beute der Kupferstich beliebig vervielfältigt werden kann.
In derselben Sißung kam der Geheime ReaierungS-Raib Dr. W. Bode noc!) auf das Lauiner'sche Buck) über Rem- brandt zu sprechen: er wies das Gesammiergebniß dieser Schrift kbxnio cntickxieden zurück, als er den Begründun en des Verfassers im EMZelnen, namentlich aber den beigegebenen P otograpbischen Abbil- di-lk'JMxkeinerlei ernstere Bedeutung zuerkannte.
_ „Mit den Berichten des Hrn.Prof.1)r. J.Lessing„ Direktors am Könxlglicb'en Kunstgewerbe-Museum, über drei Ausstellungen, nämlich die Zeppxcki-Aussteüuvg im Wiener HandclSmuseum, die German Exhibition und die Royal Naval Exhibition in London, schloß die Slßuna- Es wird nun die übliche Sommerpause eintreien und mit der ALTIHWQNZNSWU"IMCZYWm„„He'ibst YZFÉIWUM werden. _ 5 "7 Der Iabrcßsitzung der Akademie der Wissenschaften "' Wien am Sonnabend wohnten, wie „W. T. B.“ meldet, drr Erzherzog Carl Ludwig, mehrere Minister und Mitglieder des diplo- matisch?" Corps bei. Erzherzog Rainer hielt die EröffnungSrede, in welcher er betdorbob, die wiffenschaiiliche Forschung strebe, imbcirrt dUkch "Jendwelcbe Nebenabsichten, nach der idealen Wahrheit. Die ZZZZYJMicbastcn der Forichung hätten die Wohlfahrt der Menschen
_ Yus Kopenhagen, 29. Mai, wird uns geschrieben: Der JobbTUfangkkDamvfer,Hekia', derdie d ä n i i ck e E xp e d i t i on nach der Must“ von Grönland aufnehmen soll, ist nunmehr aus Töns-
bezg in Norwegen hier angekommen und zum Zweck seiner AUF" JMX:; in den inneren Marinebafen verbolt worden. Der Kavitan es amvfers Raqnvald Knudsen ist als einer der iücbtigsien Polar- meterfabrer bekannt. Im Jahre 1889 kam er, auf der Walroßjagd 7131 er der Kuste von Ostgrönland begriffen, zwischen dem - „UNd 75? „Grad nördl. Br. mehrere Male an das Land; er l;nmmt besitmmi an daß unter diesen Breitengraden Menschen wo cisxn, die noch me toit eiyjlistrten Menschen verkehrt baden. Auf verdi zredenen Stellen fand er nämlich aus Steinen gebildete Ringe un ?rucbsiücke von GerätksÖafien, die aus Steinen und Knochen ZKM! eitet_waren. Mit Rücksicht auf die eingehende Kenntnis; der stenverbaltnisse, welcbe Kapitän Knudsen sich auf dieser Fongreife er- worben bai, wird ibm ann auch die Ueberfübrung'der dänischen Expedition Biber rant. Der Cd der leßterenist Marine-Lieutenant Ryder, dessen egle ng aus vier Naturforsckpern, zwei Eskimos von der Wesikufie von Grönland und zwei Fangleuten aus Hammerfest bestehen soll.
Die Expedixion_soil unterm 73. Grad nördl.Breite landen und dann die Küste sudwarts bis Angmanialik untersuchen. Bei Kap Stuart (69. Grad nördl. Br.) soll die Expedition überwintern, die ,Hekla“ aber schon im September zyrückkebren. Währcnd des Winters sollen die Mitglieder der_Expeditton ausswließlich mit wiésenfcbaftlicben Beobasttungen beschaftigx sein. Im Frübfjahr 1892 ol] dann die Reise in Frauenbooten sudwärts' an der Kü te entlang geben und im August_ die ,Hekla“ die Expedition wieder abholen. Die Expedition wird fur drei Jahre und der Dampfer für zwei Jahre außgerüstet. Die Kosien, die zu 150000 Kronen berechnet sind, bestreitet die Staatskasse.
Land- und Forstwirthsthaft. Stand der Saaten.
Dem von dem Koni lich „ungari chen Ackerbau-Ministerium am 24. Mai 11. J. ver'o entlichten erich: iiber den Stand der Saaten in Ungarn entnehmen tmr Folgendes:
Weizen. Links der Donau gebefferi, größtentdeils schön grün und hat sich nach dem Regen dieser Woche weiter entwickelt, jedoch nickot überall von der schadlichen Wirkung der früheren Hiße erholt. Rechts der Donau hat der Regen auf die Vegetation günstig einge- wirkt, dennoch können die Ernteaussichien in den Komitaten Baranya, Fejér, Komoru und _Tolna nur schmack) miiiel und unter mittel be- zeichnet werden. Zwiicben Donau und Theiß War der Regen am An- fange dieser Wowe auf die Pfianzcn Von guter Wirkung; Herbst- weizen ist größtenthciis ichüiier. ichwaci) und nur „an Wenigen Orten befriedigend und kann nur als schwach mittel bezetchnrt werden, hat sich aber überall ein wenig gebessert; Frühjahrsweizrn hat in Folge des Regens eine schöne grüne Farbe bekommen; entwickelt sich gut. Rechts der Theiß hat es einige Tage hindurch fortwährend qeregnrt und war der Regen auf das Wacbsibum von gutem Einfluß. Herbst- weizen hat sich in Folge dissen bedeutend gebessert und hat seine schöne grüne arbe wieder zurückbekommen, sodaß er je t größten: ibeils mittel ii. inks der Theiß ist in den Komiiaien VS 63, Hajdu, Vidar, Szatmérr, Szilägy und Unocra überall die gute Wirkung des Regens bemerkbar, schießt in die Halme und ist schön grün, doch giebt es auch _viel schwach?, schüttete und unentwickelte Saaten, die eine Hälfte iii mittel, die andere unter mittel. Zwischen Theiß und Maros dat sicb Weizrn in den Komitaten Kraffd-Szörény bedeutend gebessert, bat eine schöne grüne Farbe bikommrn und bebuicdt sich; im Aüge- mrincn mittel. In Siebenbürgen war der leßie milde Regen sowohl auf die Herbit- wie auf die Frühlingöiaaten von gutem Einfluß, an einigen Ortcn war aber die Besierijng nur eine geringe, die Qualität iii im AÜgemeinen mittel und scbwach mittel.
Roggen hat sich links der Donau bedeutend gebessert, kann aber höchstens nur miiiei werden. Rechts der Donau ist Roggen im AUgemcinen iebr schwach, klein und schüttet, sieiienweiie aber zeigen sich sehr schön entwickelte Aehten, hie und da verursachen Würmer Schaden. Zwischen Donau und Theiß ist der Hrrbsiroggrn sehr schwach und sieht unter mittel,_ Frühjahrdwggen in guter Entwickelung. Rechts der Theiß steüenweife WM in Vliitdc', im Aiigemeinen ist nur auf eine ichivache Ernte Aussicht, denn den durch die Winierfrösie der- uriacbten Schaden kann selbst die schönste Witterung nicbt erscßen. Auch links der Theiß, größtentheils nur unter mittel, die Halme ind kurz, blos: im Szabolcs“ Komitat gut. Zwiiwen Theiß nnd Maros beginnt Weizen gtdßicntbeils zu dlührn und ist nur eine schwache Ernte zu erwarten, stellenweise verursachen Insekten Schaden. Jn Siebenbürgrn in Folge der andauerndcn Trockenheit kurzbalmig und klein, größtenibeils schdn mii Aebrrn besetzt, welche viel zu wünickyen übrig lassen; eine Besierung ist kaum zu bemerken.
Gerste. Am linken Ufer der Donau stehen die Herbstsaaien schwach, die Frühlingssaaien aber gut. Am rcchten Ufer der Donau ist die Herbsiiaat mittelmäßig, die Frühjahrsiaat schön bebuicht. Zwischen der Donau und Theiß in Folge des Regens durckschniitlich mittelmäßig. Rechts der Theiß durch den Renin sehr gut entwickelt, stellenweiie aber durch den Drabitvurm_ vernichtet. Links der Theiß ist ebenfalls durch den Regen eine Bisierung eingetreten und stehen die Saaten im Allgemeinen mittel, stellenweise untcr mittel. In Szaimär verursackxrn Drahtwürmcr ebenfalls Schaden. Zwischen Theiß und Marys im Durcbickmitt r'niticl und bebuschi sich in Folge des Regens. In Siebenbürgen beginnen die Spuren der Trockrnbeit zu verschwinden, der Stand ist ein befriedigender.
Hafer. Links_der Donau mii Wenigen Außnahmcn überakl de- friedigend, sielienwriie angezcicbnet. Rechts der Donau mittel und gut miiiei, am Schwächsten in Veßprim. Zwischen Donau und Theiß genug dicht, durchschnittlich mittel. Rechts der Theiß - mit Aus- nahme des Gömörer Komitats _ gut; links der Töeiß in Folge des Regens bedeutend gebessert und berechiißt init AUSnabme des Szilügyer Komrtgts zu den besten Hoffnungen. Zwischen Donau und Theiß sind die Spuren der Trc-ckenbeit rerichwunden, nur im Toroniüler KHM“ schutier. In Siebenbürgen mit wenig Außnabmen gut um e.
Ferner wird aus Budapest vom 30. Mai telegraphisch gemeldet:
Mit Außnabme der Siebenbürger Komitate beförderte die Witte- rung die Entwickelung der Saaten wesentlich; da der Nr en genügend au?gicbig_war, baden dieselben eine schöne grüne Far e gewonnen und fick) im Allgemeinen gcbeffert. In den Siebenbürger Komitaien herrschte meistens Trrckenbeit und Oise, und bat fick.) die Saat, über- hauvt dcr Herbstanbau, in kleinerem Maße verschlecht2rt. Gewitter und Hagel richieten Schaden in den Komitaien Temes, Baranya, Torra-Araiyos, Maosotorda, Arad, Sopron, Honk, Budapest und Preßburg an; rroßer Schaden wurde insbesondere in din drei erstgenannten Komiiaien an- gerichtet. Die Besserung der Herbstfaaten, überhaupt des Weizens, war in der vergangenen Woche an manchen Orten sehr günstig, auch der Roggen besserte sich, Wenn auch nur in sein:“n Arhren. Die Jrühjabrßsaaicn enjwickeln sich im AÜgemeinen zufriedensteücnd, wachsen aber an manchen Orten in Folge der Trockenheit und Hive nicht genügend. Die Weizensaaien haben sich rechts der Donau an beiden Seiien der Theiß, endlich zwischen_ der Theiß und der Marys schön entwickelt, debüscheln 1ich bei friicber grüner Farbe und be- ginnen in Halmr uberzugeben. „Die auch bisher unter mittel bezeich- neten Saaten schießen größtenibeiis in würzige Nehren nnd versprechen wmig. Der Weiien kann tm durchschniitlichen Resultat im ganzen Lande als mitiel bezeichnet werden. Vom angcbauten Areal wcrden 29,9 0/0 als unter mittel, 64,4 0/0 als miitei und 5,7 0/0 als über mittel bezeichnet. Die Roggensaaien sieben etwas günstiger als in der Vorwoche. Die Besserung ersieht man aus den Nehren, welche fich schön eniwrckeln und gut grünen Jm Angemeinen entspricht der Stand derselben auch nicht einem schwach mittel und kann nur als uiiter mittel bezeichnet werden. Verbältnißmäßig sieben dieselben leidlich rechts und links der Drau und in einigen Siebenbürger Komitaten. Vom eingesäiew Gebiet sind 61.40 0/0 unter mittel, 36,60 0/0 mittel, 2 0/0 über mittel. Auch Herbst- aersie besserte sich, schießt in Aebren, ebenso FrühjahrSgeri'te. Letztere buicvt sich gehörig, wird hie und da von Insekten verwüstet und in den Siebenbürger Komitaien durch die Trockenheit an der Entwicklung gehindert. Vom bcsäten (Gebiete find 3,40 0/o unter mittel, 69,30 0/9 mittel und 27,30 % über mittel. Hafer hat sich gebeffert, steht größtentbeils günstig, nimmt schön „zu und duscht sich. Vom eingesaten Gebiet sind 5,10 9/0 unter mittel, 73,50 % mittel und 21,40 0/o über mittel, Raps bietet keine Aussichten auf roßen Er- trag; am rechten Donau-Ufer sieht derselbe leidlich. Der päireifende Mais und an manchen Stellen auch der frübreifende sind stellen- weise mangelhaft aufgegangen. ie und da werden dieselben von Insekten verwüstet, stehen im Dur schnitt befriedigend und baden sicb auf den Regen gebessert. Zucke_r-' und utterrüben wurden durch In- sektenverwüiungen sebr Yschadtgt, ste enweise mu te schon zum dritten Mal AUZackerung und eusaat erfolgen. Der ein sieht zumeist schwach mittel, am_Leidlichsien stehen noch Weinstöcke im Sandboden; schön treiben die jungeren Stöckl
Gesundheitswesen, Thierkrankheiteu und Absperrnugs- Maßregeln.
Großbritannien (Indien).
Zufolgexeiner in der „Bombay Government Gazette" veröffent- lichten Verfuaung der Regierung in Bombay vom 6. Mai 1891 ist diexin den Häfen von Aden, Perim und der Somaliküsie über Pro- venienzen von Kalkutta verhängte Quarantäne gegen Cholera auf- gehoben worden. (Vergl. .R.-A.' Nr. 89 vom 15. April 1891.)
Handel und Gewerbe.
Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 30. Mai gestellt 10 334, nicht rewizeiiia gesteÜt keine Wogen. In Oberschlesien sind am 29. d. M. gestellt 3673, nicht rechtxeitig gestellt keine Wagen; am 30. d. M. gestellt 3558, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen.
Snbbastations-Resultate.
Beim Königlichen Amthericht._1 Berlin standen am 30. Mar 1891 die nachverzeichneten (Grundstücke zur Versteigerung: Hussitensiraße 7, dem Kaufmann F. Plewe gehörig und mit 21000 aki- Nußungswerti) zur (Gedäudesteuer Veranlagt. Das geringste Gehoi wurde aus 900 ckck fesigeießt. Eriieber wurden der Maurer- meister Straßmann und (Genossen zu Berlin für das Meisigebot don 266000 „%,-An der Ecke der Plantagensiraße 38 und Adolf- straße sowie an _der Reinickendo rf erstraße, dem JnspektorIulius Sarner gehörig. Das geringste Gebot wurde auf 110 900.66 fest- gesetzt. „Ersteher wurde der Kaufmann Max Baron zu Berlin für das Meistgebot von 150 000 „zz
„_ _Berlin„ 30, Mai. (_W')chenderichr iür Stärke, “StarkeiZbrtkate nnd Hül1enfrüwie von Max Sabersky.) [o., Zariotfelmebl 24ck""25i „zr, le.. Kartoffelstärke 24i*25 ..ck-, 113. „ikarioffeimebl und - Ztärke 22Z-23 «., geiber Syruv 294-30 „44, Cavrliatr = Export 314-32 „44, Caviklair - Svrup 30z-31z „ji, Karioffelzcher Cadiliair 30Z-31 „ki, do. gelber 2935-30 .“, Rum-Couleur 36-37 «M. Bier - Couleur 36-37 .“, Dextrin, gelb iznd weiß,_ 1a. 32-33 .46, do. sekunda 27-29 .“, Weizeniiarke Llemii. 43-44 .“, Weizenstärke (großsk) 483-49? .“, Yalieschr undUScblefi che_ 499-50 „44, SÖabe-Stäcke 34-36 .“, Mais- Otarke 32-33 „M, 'RctssiarkUStrablen) 489-419 „ji, do. (Stücken) 46-47 .“, Victoria-Erbsen 19-21? „411, Kocherdien 183-2134, grun: Erbsen 19-21_z .“, Futtererbsen 17-17.: .“, Leiniaat 215-2724, Linsen, groß; 34_44„ do.mittel24-34,do.kleine20-24x-jé, qslb.Oenf2-1-32 „FQ, Kammel 66-40 „44, Mais loco [&i-17.64, Pferde- dobnen 15-16Z „jk, Buchweizen18_22.«, inländische weiße Bohnen 21-23 «,'wetßeFlachdenen 23-26 „za, ungarische Bohnen 20- 224 ,x, galiziscbrdnd ruimciye Bohnen18-20 „xs, Wicken 13-14 „ji, Hanskörner 211-2344, Lemkuchen 16Z-17ZW, Weizenscbale 111-1294, Roggenkleie12-13 .“, Rapskucbrn 131-141? .“, Mohn, weißer 60-74 .“, do. blauer48-54 .“, Hirse, weiße 20-23 „16 Alle; der 100 kg ab Bahn der Pgrtirn von mindestens 10 000 kg.
_" ._ Pommersnbe vadibeken-Aktiech-nk. Die dics- 1abrige ordentliche Generalveriammlung der Pommerschen Hypotheken- Akticn-Bank wird auf den 30. d. M. einberufen. Auf der Tages- ordnung stehx außer den gewöhnlichen Gegenständen die Be- schlußfassung uber dre Weitere Erhöhung des Aktienkapitals bis auf sechs Milizdnen 552qu sowie die Aenderung des §. 13 der Statuten.
_ Die am 30 d. M, abgehaltene Generalversammlung der EUiin-Ludecker Eisenbahn, in welcher 1070 Aktien vertreten wqrrn, ertherlie drm ._.B. B. C." zufolge die Decharge und setzte die Dividende auf 11% „seit; dieselbe ist sogleich zahlbar. Die General- versaurmlung genehmigte ferner die beantragten Statutenänderungen. 2116 funfies Mitglied des AufsiciiiSraths Wurdc Hr. Arthur Fried- lander aus Hambnrg_ neugewählt.
_ Die „Pojiitiiäw Correipondcnz“ meidet aus Pest, in der Frage drr Verstaatliwunq der ungarischen Linie der Staats- eisenbahn-Gesellsckynft sei die Entscheidung in wenigen Tagen brvorstehend, da die Regtrrung entschlossen sei, die Angelegenheit ent- weder im Zum zu_Ende zu bringen oderganz fallen zu (affen.
_ Beschlusses der Sachveri:ändigen«Kommission. Vom 1. Juni cr. ab werden Gaisbergbabn-Aktien exclusive Dividende pro 1890 und" Amsterdamer Bankaktien exclusive Dividende pro 1890 an hiesiger Bdrie gehandeit und notirt; Wil_mersdorfer Terrain-Akticn exclusive Dividende pro 1890 mit 40/0 Zin1en vom 1. Januar 1891 an btesigxr Börse gehandelt und noiirt. Lieferbar find nur Stücke, welche mit Couponbogen versehen sind.
Frannkfurt a. „M., 30. Mai. Dem Frankfurter .Akiionär" zufolge belauit sich die Seitens der ungarischen Staatsbahn- gesellschaft zu zahlende AblösunJSrente auf etwa 10 Millionen Gniden, die 67/5 0/0 des in den ungarischen Linien angelegten Kapitals gleichkommen. Aus den Domänen der Staatsbahn folien drei ver- schiedene Aktiengesellsxdaften gebildet werden und zwar je eine für den ungarischen Basis, fur die Koblenwerke in Böhmen und für die Lokomotivfabrik in Wien. Der Erlös soll an die Aktionäre der Siaaißhaixngesellickiafi zur Vertheilung gelangen.
Köln, 30. Mai. Wie die „Kölnijcbe Zeitung“ erfährt, bat die Königliche Eisenbabn-Direktion (recbtßrbeiniscb) in weiterer Verhandlung über die Lieferung von stark 100000 t Loko- motidfoblen den von den„ivesifäliichen Zechen geforderten Preis von 105 «Fé- fur Prina-Qualitat, mit Adstufungrn von 2-3 „% pro Doppelwaggon für geringe Sorten, bewiÜigt.
Nach einer Meldung der „Kölnischen VolkSzeitung“ Hat die K önig-
liche Eisenbabn-Direktion in Hannover eine Ver- dingung unter _der Hand auf 320000 i Lokomotivkoblcn ausgcscbrieben. Hierauf ist ein freihändiges Angebot der Ruhrzecben zu 10,50 ..“ pro Tonne ab Zeche erfolgt. Sigmaringen, 30. Mai. Die deutsche Eisenbahn- Tarif-Kommisfionöschloß hxnie ihre Tagung. Fiir die nächste im Herbst statifindende Gißung in Freiburg als VersammlungSori gewählt worden.
Leipzig, 30. Mai. (W. T. B.) Kaminzug - Termin- Han dei. La Plat_a. (Grundmuster 13. vr. Juni 4,30 „ki, pr. Juli 4,35 „M, pr. August 4,40 .“, vr. September 4,40 .“, dr. Oktober 4,42z .“ pr. November 4,42Ö .“, pr. Dezember 4,421 .“, pr. Ia- nuar 4.42z «66 Umiczß 35000 kg, Ruhig.
Wien, 30.,Ma1. Die Generalversammlung der Nord- babn genehmigte den Bericht der Direktion und beschloß die Ver- theilung von 791Fl. pro Aktie als Superdividende, die Doiirung der Bruderlade rnit 25 000 l. und. die Uebertragung des Restes auf neue Rechnung. Der am 1. uli fallige Coupon wird mit1€6 Fl. für eine ganze Aktie eingelöst werden. London, 30. Mai. (W. T. V.) An der Küste 2 Weizen- ladu ngen angeboten. Warschau, 30. Mai. In der beutigenGeneralversamm- [ring der Warschau-Wiener Eisenbahn Waren 31176 Aktien mit 685 Stimmen vertreten. „Als Dividende für das Geschäftsjahr 1890 wurden 11 Rbl. pro Aktie in Vorschlag gebracht und zu Mit- gliedern des AuifichiSratbes die Herren Baron von Kronenberg éWaxichau), Geheimrat!) Schoeller (Berlin) und Banquier Balser BrinZel) gewählt bez'w. wiedergewählt. ern, 30 Max. Der ablehnende Beschluß der Kommission des Naiionalratbes bmfichtlicb des Ankaufes der schweizerischen Centralbahn bedeute, wie in unierrichteten Kreisen verlauiet, keineswe s die Aufgebung des Ankauis dieser Bahn, vielmehr sei der Pescblu nux gefaßt worden, um eine weitere Klärung der Ideen ubekrö die zukunftige Organisation des Staatsbabnbetriebes abwarten zu nnen. New-York, 30. Mai, Einer erald-DepesÖe aus Wasbin ton onlge berietben der rä dent und as Kabinet den Vorschlag. gden ermin der bald äll gen Regierungs- Obligationen zu
verlän ern , beschlossen jedoch, am nächsten Monta die neunzi - *äaioe Kündigung für 52 Millionen Dollars “ ausftändigßr