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nicht dazu gehörige Dinge zu sprechen, leider aus dem andere_n Hause in dieses Haus übergegangen sei. Er bitte dringend, die1e Gewohnheit nicdt zu weit außzudebncn. (35 habe Alles seine Grenze, und diese Grenze sei vom Grafen Hobentbal dieSmal überjcbritten worden.
Finanz-Minister Vr. Miquel:
Meine Herren! Da dsr Gegenstand der Tagesordnung die Be- handlung des Etat? betriift, so wird das boke Haus es mir wohl nicht rerübeln, wenn ck die Diskussion auf die praktischen Fragen der Finanzen zurückiükre.
Der Herr Berichterstatter hat ja in ausführlicher Weise die Verändsrungen, die in dem die:?jädrigen Etat gegen den vorjäbrigen beschloffen worrsn smd, dargelegt. Er hat in seiner Einleitung einen Blick geworfen aiif die aÜgcmeine Finanzlage, und ich möchte seinen BéMkaUnßén in disisr Beziekxung nOF) ein Wort Hinzufügén.
Unser Etui, Wie er sich gegenwärtig gestaltet hat, Öarakterisiri fich rural) einr “große Summe schwankender Einnahme", die aus den Berriersrerrraliangen dcrrrrgebrn. Diese schwinkenden Einnahmen stecken w "cntlicd in der Forstrrrwaltung, in der Bergwerkßvrrwaltung und rrr AUER in drr Eiisnbabnrrrwaltrmg. In welcdrm Grade diese Einnadmen sciywariksn, das rrgirdt eine kurze Durchficht der Ergebnis? der lestrn Jahre. Wir hatten im Vorigen Zadre in der Eisenbadnrerwalimig einen sehr bedeuirnden Ucdcriwii? rrn 97 Miiiioririi und drr Finalabschluß des larifrnden Jarrrs, drn ick) cht iÖM ddr mir habe und don welck'rm ich einige Miitbrilimgen zu marben mir erlauben möchte, wozu ick) arxßnahms- wci'se bei drm srärsn AirichlUÖ drS Etats jest in der Lag? kin, ergiebt sineii Mindrrrrtrag der Eisenbahnen gegen den Etat ron 19438095 „FH Pirine Herren, folkd? Grandlagen der Finanz- drrwaltiirig ssizien ein sebr vorsichtiges Vérbalten der SiaatsrégierUr-g Und der bsiden Hänicr ch Landtazes grßeriüder der Aafrsckoirrbalxnng eine-Z darrerridrri gesiÖ-erten Finarizzusiandés voraus. Es wird in srbr kéreUtrridrn JadrrsüdrriÖÜFrn immer eine gewiss Adffdrdrrung liegrn, an diris scdwankrndrri Einnahmen daUrrnde Außgadrn zn strlien. (Gehen dir, boden Einnadmcn Und Uedrricixüffe aus drn Brtricdß- VekWÜÜLMZM dann zUrÜck, kleiden die dauernden Außgadrn, und so erzirri fick) darars die Gefahr einer erbedlicbrii SÖwaUku-ng ik1 dzii Adickxlüsién drr aiigcmrinen Finanzrrrwaltrxng. Ick) Habe schon bei drr Eindringririg des Etats im Akzeordiirtenhariie rordrrgrsagt, da;; da;“- [auicridc Jahr in kriner Weise so günstig arickyiisixsn rrrrds, „11-5 das Iakr 1889/90 und daß mcm dabrr fick) wobl düsen mrii'ie, auf den damals rdrdanrénrn großrn Uedrrscdüffcn aiifs ZreUr wisdrr ein Dränscn nach 1120211, darxrrndrn Aaégadcn zu rafirsii. (Sadr richtig!) Msine V0käU§= sexsung ist 111111 durchaas zwgrtrosren. Ailerdings sÖließi dcr diesjädrigr Finaladscblris; noch wir einrixi Usberirduß ab ron 12632138 „M Trois dcs erdrdliäyen Minderchrageß der Eisendadnrn. Dirsrr Urdcrfsbdß iii abrr noch um 1601776 „zr zu rchzirrri, wril um riesrn Vetras im HinfsrlcgUnZÖ-iorids mehr Einnadmen rdrharidrri find als Adégadsn, also in dieser Beziehung nur ein rechiximg§mäßiger Uedrricdiiß vorliegt, in Wahrheit aber Um dieirn Vetrag, rim? USUS Staatssérnid fonirahirt ist.
Wrrin drr die-F-jäbrige Jinaiabichlvß fick) noch vrrixälinißmäszig so Zünirig grstnitrt, io beruht das wesentlich darauf, daß die Urbrr- wrisungrn rrm Reich in dieism Jahre eine ikdr beträcht- liche Hdd: crrrickxt haben. Wir haben eine Mrdreinnabme deim Anrdeii (1111 Crirage der Zölle und drr Tadacksteaer ron 50 „')-“50 904 „96, rdrrisd eins Medreinnabme irrim Erfrage der R:ich§- Stemdrladzare rrri 2388 587 „zz; dagrgen Hadrri wir Sill? Mindcrsinnadmr drim Aniksil am Ertraßr der VrrbraUÖH- argarr drm Branntwein in Höhe drm 4320 944 „F5 und eine ZiUsbranakr ar. Mairikularbeiirägsn don 27239328 biz; cridiird, wa;- rirlr drr Zrcdrtkn Herren intrreisiren wird, Lire Mrdr- aU-Zzakr kéi dcri Urrrrwriimißrn an dir Krmmurialrrrbäridé MH drm Ertrag: drr [aiidwirtdscdafxlicdrn Zöile ron 22 251 622 „M, iddai: alsr, ici drr (Fiat birr eine Urdcrwciiariz von 25 MiUidnxii rer- aniwlazr 1:31, iirnmrdr dirir 22 581 622 Hinzukommcn, im Ganzrii rand 47 Ziiiiiiirrrri Miirk aii?- dern Erträge der iaridiriribicdaftiiS-één ZÖUL (111 dir eriimrrr-rn Üdrrwirirn werden.
Msiiir kdwrcrckrtcn Hrrrrr, ich möchte dir ailgrmrinén Brmrr- kUWJM, ri? ié) Ürsr das Vrrdältniß ron den Einnahmeri und AUS- xxai'cii ii; Urirrcm ÜUZLMEiiiM Siaai-Z-Efat JLMQÖT kadr, iii- x'crirrrrrir kräiiig wisdrrdricn in Bezug auf die KOMMUUM. (Hört! köril) Trim ricicidr Griaßr Urd Eine noch rirl größrrr lirgtin dicssn sÉericrrrii Usrcrwriiungrn für unirre Kommunalderwaltungen, wri-“rr "::: dir?; Elastizität nir baden können, wie drr Sinui, sondern riel Mkr mri:- QW' Feste Einnahmen und AUSgaden basiri smd. (Zrir riéiigl/ Wem: iésr Uedrrweisrirgrn, dir ja abhängen nicki [71577 “(km dcr ZrUrrrfaiirmg, iondcrn VOLL dcn jädrlirhen (TMM, dis drci) Nicriiand Vorausscbrn kann, in dsn Kymmuncr. rriiiixr wsrdsn, um daran daUerndr, kleidende AUE,;Zrii ;“: MQÉLU, id rrcrdrn fir den Kommunen zum Unbeil (ie- k;1chö:1,(Z(1“k mir!), Und man farm niir kwffsn, das; mit dieirn UsirriäMwi im cinrr rrriirri Uitd ddriirdiigrn Weise in drm KOMMUNM :*érixércxi rrirk.
Mciiic Hrrrrii, worn ich nrch €1U1JL sonstige Miitkcilrmgen arts drin Fiixalaiiwigß mrwrn darf, ic) wiki ich rrwäbnen, das?, dri drr FIksikékkkxliMJ riii Mcdrrrirag WN 771.17 214 „FL drrbandsn ist, dci drr «!iirwaitxm dcr rirckirr. Sisnrrn ron Z 488000riß-ird 712111121111]: rrxrrs Z3r1r1 - ("si dsr Vrrwailurs, dsr iridirrktén Srrdrrn 8 838 452 «56, dri drr Vcrzwcrksrsrwaliiimg 10149600 rjé, räß daZegsn déi der ÖÉQiiTliÄLN Schaid ein McdrwWaßdrdari rrn 7032000 „55 Lr- irrdsr: ::drdcn iir, dri drr Barirrrrralidrg ein sd1chrr rdii üder 200001Z-0 „14, isi dcr Jiririzrrrwaiiimg Lin Mindrrziiiwiiädrrarf rd" 1 034150 ckck, rsi drr “erwulximg drs JRRkkn rin Msbrxuickriizdsdarf rrxi 12123010 (is„ iri dsr landwirtdiciyditlicrsn Vrrwaliiing rdri WSW“) „44, wädrcr-d Lin MixxdchiiiÉi-“izredarf im Miristékium der Zriiiiiwrn, Unterrichis- Und Merizikal-Angelezrrreitrn ron 332 0-30 „“ Vorkanden iii. Vri dcn aUßirrkatxmäßinn, rrtraorrinärrn Verwirk- iungrn iir cin Mehrbedarf ron rund 3000000 «sé berrorgetreten, welcher wéirniliäy durcb Ankäufe in den Bérzwrrksrrrirren bedirgt wurdr, sodaß fich also, wie: ick) ickwn sagte, im Gadxrn ein Netto- ÜÜLTWUJ VON 11 030 360 riß crgrbrn dai.
Wrnn ich mich nun im drr Hand dieser rorjärrigsn Ergekniffe fraze: wir wird sick.) eiiier WadricixeinliÖkeit nack: das wirklicbeErgebniß aixi Griind de-Z eben vorliegenden Eiatsiür1891,92chxeiialten, so kann ich UM sagen, daß ich doch mit einigrr Sdrgrin dieserVeziedUng in die Zukunft blicke. Unirre r*rrußiscben FianM sieben arif sebr soliden festen GUMÜÜSM- UW ck M i" kiss?! Bézikbung im Allgemeincn keine
Befürchtu:.g vorhanden; gegenüber aber den steigenden Aukgaben und dem Drängen nach denselben auf allen Gebieten und gegenüber der Unmöglichkeit in manchen Beziehungen, sieh der Steigerung der Aus- gaben zu widerseyen, sowohl im Reich wie in Preußen, werden wir uns darauf gefaßt machen müffen, daß irgend welche Ersparungen in den AUHJaben für die nächsten Jahre unmöglich, dagegen die Wahrschein- lichkeit einer nicht unerheblichen Steigerung unabwei51ich ist. Stelleicb dem gegenüber eine Betrachtung über unsere Einnahmen, namentlich aus den Betriebßverwaltungen, so habe ich das Gefühl, daß wir die besten Jahre in dieser Beziehung Hinter uns haben, daß wir uns darauf gefaßt machen müssen, daß auf mancden Gebieten erhebliche Mindereinnabmen aus den Betriebswerwaltungen rcsuliiren können. Das ist schon in den leßien Monaten in mehreren Ver- waltungen hervorgetreten ich wiil darauf nicbt näher ein- gehen. Wir werden also darauf- nicht reckxnen können, daß wir in dieser steigenden Bewegung der Einnahmen bei den Betriebsverwaltungen bleiben und daraus relevirt, daß der Gesichtspunkt durchaus zutreffend ist für die Staatskrgierung und die bridcn Häuser des Landtages, bei den Außgaben Vorsichtig zu sein, fie sparsam zu bemessen, auch selbst nütZliÖe Verbesserungen und neue Ausgaben zurückzusteüen, weii eben die Mittel nicht rorbandrn find. Die Geschicdie Preußens hat doch zur (Hrnüsr bewiesen, daß die wesentliche Gruriklage drr Blütbe und Größe Preußens in der Blütbe icincr Finanzen liegt, und daß dies eben dock.) nach unseren gesammten dsujschrn Verbältniffen nicht crzirlt werden kann durch eine ungemeffene Steigeriing der Einnahmen, sondern durch eine sparsame Verwaltarg bei den AuSgaden. (Sehr richtig! Bravo!)
Meine Herren, unsere finanzieile Zukunft hängt sehr Wesentlickp heut zu Taz? ab ron der Eiirnbabnrerwaliung und ihren Ergebniffen. Ick) gehöre gewiß und habe von jebrr zu denen gehöri, die die Ver- staatlichung des ganzen Eisendabniysirms für eine wiribschafilickoe, soziale und finanzieile Notbwendigkeit hielten, und ich bin von jrkxer anch als Abgeordneter, mit dsr größten Ent- sckxiedrndeit dafür eingetreten. Und die Ergebniffe smd ja aU-Ö, wie aiigrmein anrrkarint wird, außerordentlicé) günstige auf aUen Gsbictsn, ror Ailrm Dank der krrrorragendcn Leitnng des Manncs, der dir-Z große Werk zu Ends gedruckt dai. Aber nichts desto wrnigsr darf man auch nichtganzseinenB1ickder andrrn Seite der Sackpr derschlirßenx und wenn wir sehen, wrickye Sckywankungen gerade im Eisrrbadngediete Und zwar in unmittelbar aufeinander folgenden Jadrcn ron 100 Miiiiorreii Uerrricküffe auf etwa 20 MiÜionen Minderüderscdüffe in drm Etat möglicd smd, so muß“ man drÖ auch auf disse andere Seirr drr Saw“? sebrn. In diesem EtathaÖre 1890/91, von drm iÖ Jdnen erst“. die Angabrii miigetdcilt bade, find ailerdings ieÖr ertraordinäre und wobl nicki wiederkehrende ZUstände in rielrn Béziedangen die Ursache drs Tiückgansrs der Uederscdüffe drr Eissnraknrn grwrsen, wie dies Hrrr Miiiisier ron Marbach schon ausgefüdrr bai. Jeb kkaUÖL also darauf nicht weitsr zurückzukommen. Aber in diesrr Verwaliang sind doch eine Reiöe von Post- tionrn, we1che zu einer sch1icß1ichen Gesammi-MebrauSgabr ron - ick) lade dir Zrnauen Zahlen nicht mehr ganz gegenwärtig -- eiwa 62 Uiiiliionrn, als im Etat vorgesehen waren, führen, welche zum grrßcn Theil daUernder Naiar smd: Die Erdödang der Beamten- grbäiier im Betrage Von 18 MiUiMen, ron welckyen i:: drr größte Theil auf die Eisenbahnverwaltung gekormxien ist, 1519th dauernd; rie Erddbnng der Lödne UiÖt minder. Dis AnsprüÖr an dir Eisen- kadnvrrwaiiang und an dersn LeisiUngéiähigkeit warhsrn. Wädrend die AUSZadrn stsigen, werdrn Überall Vermindsrungrn drr Cinnadmsn diirck) Hsradirxiing ron Tarifen rerlangi. Ick) möchte daher dringrmd bitten im Jntrreffe der aiisemeineri Finanzdrrwalfung, ron rinzrlneii Vortbriirn einzélnrr Kiaffrn s1ch dirt nichi zii sedr leiten 5143171271. Tir beiden Häuser des Landtages müsen in dieser Be- ziciéimg dri i(iten Grundsäßen stékééri bieiden; 23 ist Unfrre Eisrndadnreiwaltung mit der ailgrmeinrn Finanzrrrwaliung stark rrrauickt. Bci aiién Bescdlüffrn dss Landtagss muß die Tiisickéiwtnadme Mcd cm? die aiigemeine FinarerwaltUng maßzrrend irin, Und ich kann mir Hoffer und rrimsckJen, daß das hdd: Hau? déi (211871 Eisrnradnfrasrn kirsrchiiicb dcr aiigcmrinsn Firianzrerwaltarg in diricr Brziébring einrri iritén Stanrpaiikt rriradrt. (kakiaftss Bravo!)
Damit schlirßt die- Gsneraldiékuision.
Graf von Hodenidal (rrriönlécb): Er müss? aiif daß Eni- scdirdcnstr die JnfinUaiion drs Lliinistkr-Präfidenten zuriickirriseri, als habe er Vsrdindnnqsn mit einrr sudrerfivrn Prsffe, cin? Asus??- rung, die Um so brdcnflicber sei, al.: er Unterlaffrn Habe, fie nädrr zii dexricdncn. Wenn cr (Redner) krn Moti) dar?, séinc Urber- zrugung (nici) ärrßeriich zu dokumentiren, so könne ihm das mir 51.1! Cdre gerkickpcn.
Präsident Herzog von Ratibor: Das Wort „Jnsinaation“ sei auch nicbt Parlamcntariick).
In der Spezialdiskuision bémérki brim Etui der
Domänsnderwaltung
Herr von Kliying: daß die Wirsen bei Srnncnbiirg, weii fie noch_immer unter Waffer ständen! sehr viel biÜigcr verpacbtrt iricn als ?rülxxr, das lirgc an der Veriandunq _der Odrr, _die drn Abfluß dcs Wamsrß bcmmr; man ]oUte anf eine Beiriiigung diries Uedeistandrs dinardeitrn.
._Gkgs vori Mirbach bedauert den Rückgang drr Schweine- rrciir im IntrrrUe der kleinen Landwirtbe und eniyiieblt ver- ichirden_e_Mrlioratwneri tn seinrr Heimatk). Daran schließt er den TU_Uk fUr die Adsxße de; Reichskanzlch gegenübrr dem radikalcn Anitucm gcgen die GéirridciöUc; dZdurÖ bade fick) der Reichs- kaiizlrr dir, _Svmpaibirn weiter_Krciie erworben, anck) drr Kreise, reneri cr ieldit etwas mrßtraviicd gegenüberstkbr. An der Auf- rcriiiig__ dsr (thrridezöiie Habe die Mrbrbeit des Volkes kein JntrreUr; iir Landwirtde nicioi, dir Einwobncr der klrinen Yckersiädte nicbt, 121€“NUk darin blühten, weiin die Preise_ der landwirtdschafiiichen (Frzzrignime dock) Leier.- _YUÖ für die inkuiirieiien Ardeiirr liege ein Nasen i_iickn rrr. Die WrUiigdast hycdgksangenen Preise seien aller- dings nicbt angsriebm, aber die AUsdebuag der Getreidezölle wcrdc dabei keine Abbiilse bringen. _ '
Freiherr von Landsberg_1rrichi als Mitglied aus den wasi- iichen Prdririzen, wo 'der Eroygrundbefiß nicht_ erheblich vertreten iél, ebeniaU-Z dern Rrich§kanzler Dani aus für ieine Haltung brzüg- lich der Getreidezöiie; er glaube dabei der Zustimmung seiner Lands- leute fisher JU 1ein.
Finanz-Minister ])r. M i an 0 [:
Herr Graf don Mirbach bat hingewiesen auf die Abwesenheit des Herrn Ministers fÜr Landwirtdsckraft; ick) wvÜte nur bemerken, daß der Herr Miniiicr für Landwirtbfcbaft durcb Abwesenheit Von Berlin deute verdirderi ist, hier anwksend zu sein.
chn er auch an das Ressort der Finanzrn einen Wunsch auf Berücksichtigung von Petenten in einem bestimmten Juli, welcbe Zuscbüiir aus der Staatskaffe erhalten haben, gesteiit hat, so bm ich augenblicklich nicht in der Lage, auf diesen spezielien Fail
und die Verbältniffe, welcbe demselben zu Grunde liegen, einzugeben. Nur das kann ich dem Herrn Grafen versichern, daß den betbeiligten Ministerien die Verwaltung dicser Vorschüffe außerordentlich viel Kopfzerbrechen und Mühe macht. Tbeilweise find dieselben gegeben 5. lancia psräu, theilweise auf Rückzahlung in bestimmten Terminen; da im einzelnen Fall die Interessen des Staats mit den speziellen Verbäitniffen der Beibeiligten richtig außzugleicben, ist eine der schwierigsten Aufgaben, die wir gegenwärtig haben, und ich kann wirklich sagen, ich werde die Zeit segnen, wo wir mit dieser Ver- waltung nichts mehr zu thun haben. Aber man kann sich auch den schwierigen und unangenehmen Aufgaben nicht entziehen.
Ick möcdte bei dieser (Gelegenheit noch einen Irrtbum im Sprechen, auf den ich aufmerksam gemacht bin, berichtigen. Wenn ick; von den Mebrüberscbüffen der Eisenbahnverwaltung im Iakre 1889/90 gesprochen habe, so wollte ich damit bezeicbnen diejenigen Ueberswüffe, welcbe zur exiraordinärcn Tilgung haben verwendet werdén können. Die Mebrüberscbüffe gerea den Etat betragen, wenn ick) nicbt seHr irre, 44 Miilionen im Jahre 1889/90, wäbrknd ich den Minderheirag gegen den Etat schon näher bezeichnet bade, wie er fich nach dem ReÖnungsabschluß 1890/91 aesialtet hat.
Beim Etat der indirekten Steuern bittet
Freihsrr von Du'rani den Finanz-Minister, den Steuerbehörden eine Verfügung zugeben zu [affem in dem Sinne, daß diese das PUblikUm iiber die Höhe der Stempelabgaben aufzuklären hätten; geaenwäriia würden oft bdhe Strafen Verbängt wegen Steuerdinter- Ziebuhng, während diese meist aaf Unkenntnis; der betreffenden Personsn
eru r.
Finanz-Ministrr ])r. Miqnel;
Ich für meinen Theil würde es sebr gern schen, wrnn in solchen zwrifelhaften Fälien die Beibeiligten fick,; Vorher über den Stempel- ketrag der zu kasfirrn ist, bei dem Siempeifiskal Raids erholen, und ich würde es sehr grrn fdrrern, daß die Stempelfi-Zkale in diesen Fällen drm Pudliiam enigegenkommrn. Ick) kann mir aber kaum denken, daß, wenn wirk1ich in zweifelhaften FäÜen die Meinung und der Rath ron Vriheilizten vorbei: einge- zogen wird, derselbe nicht brreiiwiÜig ertHeilt 1352de sollte. (3-5 läßt sich ja erwägen, ob man den Stemwcldehörden das noch ein- mal besonders einschärft. (32: ist ganz richtig, wsnn Herr Freiherr von Durant saJt, unsere Siemdelgcseizgrbung sei eine äußerst schwierige und Verwickelie. Ob es rock) einmal gelingen wird, diese aus der- schiedenen Periodén stammende Stemprlgeseßgedung in ein einheit- liches klares Grieß zi: bringen, das möchte ich, da meine Herren Vor- gängsr dock) fick) geschaut babrn, dieses sÉwere Werk in Axigriff zu nehmen, aUÖ meinerseits nicht in Aussirbt stellcn, Das Bestreben wird aber allerdings dahin chen müsfrn, voile Klarbeit und Ver- ständlichkeit fÜr das Publikum auch auf diesem (Hrbiete brrzustelien.
Beim Etat der Eisenbahnverwaliung werden die Berichte, betreffend die Bauausführungen und Beschaffungen der Eissndahnverwaliung für 188990 und betreffend die Er- IETM? ÖLS Betriebes der Staatsbahnen für 1889 90 be- ra en,
Obrr-Büraermeister Zweigert emrfieblt Namens der Kom- mission dirErledigUnq der Bkriahte durcb Krriritnißnadme, wobei er hervorhebt, das; die Eisenbahnwerwaltung für das Wohnangsbedüriniß ihrer Arbeiter Sorge getragen 52132,
d(Ü;ber die beantragten Resolutionen wird später abgestimmi wer en.
Oder-Vürgermeister Bräsicke Empfiehlt die Beseitigimg der t2chnischen Oberbeamien und die Vsrtöeilung der Geiwäixe, die ein Einzelner nicbt aiieiri brwäliigrn könne, untcr Tbeilung der Véroni- wortlickofsit und Beseitigung der Hülféarbeiirr. Das werd; auch das Arancemrnt brffrr gestalten.
Herr vori Jerin empfieklt die Brswleunigimg dek- Verkrbrs aiif den Linirn BrrÖlaU-EiW-Miitelede und Prfen-Frankensiein.
Minister drr öffentlichsn Arbsitsn von Maybach:
Zunächst möÖtc ich Herrn von Jerin aniworteri, daß die Fragr, wie die Züge arif dsn Scitsnlinirn, wrlche wir erworben - nach GTW zu - eingerichtet werden soilen, einrr näheren Erwägung unisrzogrn werden wird. Das ist ja natürlich nichr mözlick), daß auf ailrn dissen Linieri, die wrdr zu den Neben- linisn grbörcn, aucb Sckyneüzügr gebrn. Indessen es macht fich ja ganz don ieldsi; wächst dsr Vrrkebr auf eiper Linie, so wird auch die Meng? und Ldalitäi der Züge drm rntspreckxrnd eingerichtet. Ich würde miri) fchen, wenn dir Vermehrung der Frequenz aiif jenen Linien eine s01che wäre, daß es sich rechtfertigte, die nicht unerheb- lichen Kosten für die Einrichtung solcher Züge aufzuwendrn.
Tir Fragen, die der Herr Vorredner angeregt but, beiwäitigrn dic- Vcrwaliiing scddn längere Zeit. Es gédt ja auch in der Prrffe ab und 311 das Gérücht, dax"; die Verwaltung Und namentlich ich selbst die administraiircw, Odrr wie fis sonst genannt werden, die juristisÖen (Firmenie gegen dir technisch€n drvornge. Ick kannindeß diesen VOkWULf als ab*"olut unbegründet zurückweisen. Wenn wir die Sache, wir sie aUgenblickliÖ liegt, ins Auge fassen, so babrn wir in der Staaiseisenbabn- Verwaltung im Ganzen, wenn ick) miei) rewt erinnere, etwa1600 Höhere Beamte, ich meine solche Beamte, welche die SiaaiHexamina abgelegt baden, technische, juristisÖe oder administrativr. Von diesen etwa 1600 ködcrrn Bramfrn find mrinrs Wissens etwa Wr 260 Béamie mit jririiiiscber oder administrativer Vorbildung, aUe Übrigen sind technische Beamte; es sind also nicht wcnigrr als fünf S€chsiel der iämmtlicdrn böIersn Beamten Techniker. Damit soil aber nicht gesagt skin, daß die Ja!;l der technischen Bcamisn mm Vollständig ge- nügen würde, (33 kann natürlich nicht für jrdcs (Geschäft ein TLÖliikék gcbraucht werden, eben so wenig wie fiir jedés Geichäft ein administrativer Beamter brauchbar ist. Es richtet sich die Frage der Beamten drr verschiedenen Qualität bei den einzelnrn Behörden genau nach dem Bedürfniß, und wechsclt kisses Bedürfniß, nimmt es zu, so wird dsr Etat mit einer größkren Zahl ron Stellen bedacht, und bei entsprechender Begründung find diese von der LandeSvertretung ja auck) niemals beanstandet. - Wenn der Herr Vorredner insbesondere die Einrichtung, die allerdings bisher bestanden bat, be- mängelt, daß gewisse Direktions - Bureaus mit ciner Art von selbständigen Vorstrkxsrn aU§gsrüstet seien, welcbe fich wiederum nur als Hiilfsdeamte für die Mitglieder der Direkiirn darsieUen, so kann ich zugeben, daß diese Einrichtung, soweit die Erfahrungen reichen, sicb nicht überall bewährt hat; es kat fick) im Laufe der Zeit, wie es sehr häafig geschieht, ein Geschäfts- modus Herausgebiidei, der zu einer Vermehrung des-Scbreibwerks dadurch führt, das; dir betreffenden Beamten nach und nach eine gewisse größere Selbständigkeit beanspruchen. Es istdesbalb an einer, ich glaube auch an zwei Siracn, diese Einrichtung geändert und es sind die betreffenden Bureauvorstände in die Direktion hineingezogen worrén, und auf diese Weise werden ihnen diejenigen Stellungen, die
ihnen nach ihrer Vorbildung zukommen, gegeben und Reibungen ver- mieden werden. Einen Punkt möchte ich, meine Herren, bei dieser Gelegen- heit noch erwähnen, der vielleicht dazu beiträgt, nach der Seite bin beruhigend zu wirken, daß das Ergebnis; des vorigen Jahres nicht etwa als ein ganz außerordentlich ungünstiges dargestellt wird. Es ist zuzugeben, daß unter dem Eindruck der Ver- bältniffe, besonders der elementaren Ereignisse und des Steigens dsr Preise für Kohle und Eisen, der Erhöhung der Löhne und Gehälter das Ergebniß des rorigen Jahres nicht so günstig, als erwartet, ge- wesen ifi„ Jndeffen ein Mindererirag von 193 Miilionen nach dem, was der Herr Finanz-Minister beute Ihnen mitgetheilt bat, ist, wie ich auch schon im andern Hause auSgefübrt habe, noch nicht geeignet, uns zu erschrecken. Ick bitte Sie zu bedenken, daß der Betriebsüber- schuß nach dem Etat rund 329 MiÜionen betragen sollte. Er wird sich also rund auf 310 Millionen balaufen. Von diesen 310 Millionen haben wir abzurechnen die Zinsen der Eisen- babnkapitalschuld im Betrage von etwa 186? MiÜionen Mark. (33 bleibt sonack) noch ein Ueberschuß über die Zinsen der Eisenbabnkapitalfcdusd von rund 123 Miilionen. Ick) bemerke dazu, daß die Verzinsung und Amortisation der mit drn eingekauften Priwat- bahnen überkommenen noch haftenden Prioriiäis-Obligaiionen und Aktien dabei schon berücksickotigi ist. Wenn Sie nun nach den Vor- schriften des Geskßes vom Iabre1882 ZM; des Staatéeisenbabn- kapitals zur Abschreibung bringen, so bleiben immer noch 82 Miliionen übrig fiir die Bestreitung anderer Staatsdedürfniffe oder zu weiierer Absckyreikung. Woiien Sie die Rechnung auf die gefammtcn Staats- schuldrn ausdrbnen und wollen Sie zurechenen, was hierfür cm Zinsen, an Tilgungsketrägen und an Renten mit einem Gesammi- betrage Von 217 375 455 „M entrichtet werden muß, so bleidcn Ihnen immer noch "etwa 92 MiUionen übrig. Und, meine Herren, das ist ja richtig, daß die Verquickung _ wenn ick) so sagen darf - der Staatsfinanzen mit den Eisenbabnfinanzen uns insofern nicht zum Nasen gercicdt bai, als dir wachsenden Védürf- niffe des Siaats zum großen Theil aaf die dock) immerhin schwan- kenden Ueberschüffe drr Staatsbahnen vrrwiessn find, Bedürfnisse, die unter anderen Verbäitniffcn und in Ermangelung anderer Einnadmen hätten zurückgesteüt werden könnsn und müffen. Ist das ein Vor- WUrf, so trifft er nicht dir Eisenbadnrerwalfung, auch nicht die Finanzverwaltung, sondern die Konsirnktion dcs sogrnannten Garantie- gesexes vom Jahre 1882. Wie gestern scdon Herr Graf von Frankrnkxerg die EÜta batte berrorzudeden, so ist das schließliche Fazit aber das, daß a[le Auf- wendungen für neue Vabnrn, Umdaiitcn ron Babndöfen u. s. w., krrz alis Meliorai'onrn im Eiséndabnwesen aus den Jntraden der Eisenbadnrn bgden desiriiien werden können, weniger einer S::mme von rtwa 85000000 «FQ Jm doUen Einrerständniß mit dem Arrsll drs Herrn Finanz-Minisiers an die Spar- samkeit und damit, daß es gcbotrn, in Bszug auf Erhöhung drr Aquadrn gerdde im Himblick auf die schwankenden Einnahmen große Zurücköaltung zu Üden, darf uns, wie ich glaube, immerdin das dargelegte Gesammtresultat zur Beruhignng und Be- friedigung grreiclxcn. Bcwrgt sich die Entwickelimg in regelmäßigen Verbältniffen weiter _ 'das vorige Jahr war gerade aas besonderrn Gründen nicht so giinstig wie das vorhergrbrnde _, so werden die preußischen Finanzen aach aiif diesém Gebiri auf einem guten Fuß bleiben. (Bravo!) Der Eisenbahn-Etat wird genehmigt.
Beim Etat der Bauverwaltung, in welchem sich das (Héhalt des Eisendahn-Minisiers befindet, fiihrt
_ Freiherr von Mantenffel Klage üder den Zustand der Pferdewagen, wclckzrrdaufig geeignet sei, das kostbare Pferdematerial zU ruiniren. Es ertrinken zwei Sortrn Wagen, grwöbnlirhe und so- genannte Luxuswagxwlxei beiden 1e_ien die Ausladungsrorricbtungen mangelhaft. Dre iamigrcn VorsÖriiien würden Häufig durcb Zuladrn von srenidrn kranken Pscrrrn iqurriick) gcmackxt. Schließlich müsie man das Verirnden der Pferde mit Perionenzügen gestatrrn, denn die lange Fahrzeit der Güterzüge sei den Thieren sckzädlick). Rednrr bittet den_Mini1te_r, _ix'. dem Vorbringen dieser Petits: nicht ein Mißtrauen in ieine Gé1chqftéiübrupg zu erblickxn. (3r könne versichrrn, daß die ganze konservatrrxe Partei drs Hamed Don der größten Dankbark-xit gegen der Minister ersiilit ici ix_nd dir Vrrdicniie, die er fich um den Staat erwordrn, niemals vergencn werde.
Ministrr dEr öffentlichen Arbeiien von Maybach:
Für die leßtrn sehr frrundlickyrn Worie sage ich Harrn Freiderrn ron Maniedffel meinen brrzlickostén Tank. - 'Die Deiailwünickyr, welch? er auéßeiprocdrn hat in Brzug auf dsn Pfrrdetranswrt, trafen mich etwas unerwartet. Ick) war nicht darauf gefaßt, daß bei dem Etat der Bau verwaltUng und der Ceniralverwaltarg des Ministeriums der öffrntlichen Ardriten nock) Eisenbahnwünsäxe vor- getragrn werden würden; ich würde sonst das rötbige Material mit- gebracht haben, um darauf sozleiÖ erwidern zu könncn. (3-5 bleibt mir daher im Augrnblick niir übrig, 'die Vrrsrcderung zu geben, daß die Wünsche, welche Herr Freiherr von Manieuffél vorgetragen hat, im Ministerium genau crwogrn und soweit möglich erfüilt werdsn sollen. (Bravo!)
Freiherr von Landsberg emrfirdii die Anlage von fahrbaren öffentlichen Straßen zu beiden Seiten der"- Ddrimund-Ems-Kanals.
Beim Etat des Ministerium?- des Innern weist
Ober-Bürgermeister Möllmann (OLnadrück) aiif die erfreuliche Egiwickelung des Sparkamenwesens bin und emrfiebii für die Spar- kéimen eine Erhöhung der Béleihungsgrcnze für Landgüter, da“ die Sparkassen mehr als ein Drittel ihrcr Geldcr iii Jmhaberpapierrn angelegt hätten.
Minister des Innern Herrfurth:
Ich vermag zunächst den Au-Zfübrungen des Herrn Vorredners in so weit nicbt beizutreten, als er in dem Umstand, daß von den Ein- lagekapiialien der Sparkaffen etwa der dritte Theil cht in Inhaber- papieren angrlegt sri, einen Bedenken erregenden Zustand erkennt. Ich glaube, daß dieses Verhältniß richtig gegriffen ist. Denn neben der unbedingten Sicherheit, die ja auch diese Papieregewäören, geben sie den Vortheil der sofortigen Realisirbarkeit. (Sehr richtig!)
Ein großer Theil der Sparkaffenkapitalien muß sofort reali- firbar sein, um etwaigen in Fällen der Roth oder bei be- sonderen Verhältnissen eintretenden erheblichen Rückforderungen sofort die nöibigen Deckungsmittel zusicbern zu können. Die Ausleihung auf Immobilien legt das betreffende Kapital für längere Zeit fest, und ich glaube, es ist nicht wohl- getban, über das von dem Herrn Vorredner bezeichnete Verhältniß hinauszugeben. Die Bedenken, die gegen die Anlegung in Inhaber-
dorliégen, dann kommsn aucb dri deri Kircbcn mir die ailgemeinen
wabl dieser Papiere noch etwas sorgfältiger vorginge und sich wesenilicb beschränkte auf den Ankauf von preußischen und Reichs- arileihen, in deren Cours die geringsten Schwankungen eintreten und die zu jeder Zeit ohne irgendwie erhrblicbe Verluste werden versilbert werden können, wenn die Sparkaffe besonderen Geldbedarf hat.
Was die Frage der Erleichterung der Außleibunq auf Immobilien durch eine höhere Festsetzung des Muitiplums des Grundsteuerreinerttages, welches unbedingte Sicherheit gewährt, so habe ick) bereits im vorigen Jahre auf eine ähnliche Anfrage des Herrn Bürgermeisters Möllmann darauf aufmerksam
kapitalien unbedingte Sicherheit ist, und daß man chkalb bei einrr generellen Festseßung des Betrages nick)! Über dasjenige Maß Hinaus- geben darf, welchrs in allen Kreisen, in allen Gemeinden als ein hinreichendes Maß der Sicherheit angéseden werden kann. Dagegen gebe ich Ihnen zu, daß man in Betreff desjenigen Kreises, in welchcm die de- !rrffrnde Sparkasse, sei es eine Kreissparkaffe oder Gsmeindesvarkaffe, domizilirt ist, eine andere Normirung eintreten [affen kann. Dafür können zweiEründe angeführt werdrn. Einmal der Umstand, da:": als ein? Nrbenaafgabr der Sparkaffe - als ihre Hauptaufgabe kann ichIes aller- dings nicbt ansrben _ die Förderung des naÖbarlicbrn Kredits anzuerfrnnen ist, und zweitens, daß zur Beurtheilimg der Frage, ob in dcr Unmittelbaren Nähe des Svarkaffenrris durch ein bestimmirs MUliii'lum des Grandsteirerreinertrages genüzende Sickyerheit gegrben ist, den betrcffrnden Mitgiiedern der Sparkasse, den Vertretern der Kreise oder der Gemeinden, welcbe für einrn etwaigen AusfaU sch1ieß1ich einzustehen haben, ein richtigrs Urideii zasiedt, während fie sich, wenn es fick) um Ausleihungen in entfernten Gegenden bandeii, ein grnügrndcs Urthril aus eignsr Anschauung unmöglich verschaffrn könnrn. Ick bin deshalb dcr Erwägung r-„äbrr getreten, ob man Untcr Festbaltumg dc?- bisderigen Grundsaßrs, dat“; Übsr das 22Yfache drs Grundsteuer- ertragks genereU nicht berausgcgangen werrén fol], dvÖ eine Er- höhung zuließe für denjénigen Kreis, in dem die Sdarkasic idr Domizil hat. Was die Art der Fritsteiiung anlamgt, sd ist sie ja durch die Paragraphen des ZUsiäridigkciiniescyss gegeben. Es würd: danach die Verirriuriß drr Gemeinde oder des Kreises, welcher die deireffrndc Sparkaffe eingcricdtet Hat, einen entsprechenden Beschluß wegen Aendrrmig des bishrrigen Statuts zu fassen baden; dis Genehmigung desselben würde bei dem Odrr- Präsidenten nacbzasucbrn sein, und L?Hicrcr wiirde, wrnn rr Bedenken hätte, den Prodinzialraid anhörrn. Nach dirser Richtung hin An- regungen zu géden, ist bereits in Erwägung grzogrn, und ick) glaube, daß hierdurch wrnigsirns zUrn großen Tdcil dri: Wünschen des errn Vorredners entsprochen werden wird. “cht ?Zeim Etat der Landwirthsc'haftlichen Vsrwaltung U S
«_ Graf von Frankenberg an drn Ministry: dir Bitte, für die Yorkerurig der F11ch5ucht ausgirdigere Staat?;miftel ziir Verfiignng za nellen, Frrncr macht Redner avi die großen Gefahren auimrrkiam welcbe dén Waldungewdurcky die Nonnenraupe drohten, und ditxrt die, Regierring uri] Auskunft, in welÖrm Umfange sich die Nr*nnrnraure m_ den predßUÖZn' StaatSwaidungen grzeigt Had; Und wciwe Abwehr- mtitel ergriffen 1eien.
Bsim (Fiat des Kultus-Ministeriums empfirhlt Herr von Jerin eine dnderweitige Konirole der Kirchenbauten wrlckxe 12151 von mehreren Resorts abhingen. , Finanz=Minist€r ])r. Miquel:
Meine Herren! Ueber die Rrffortderhäiiniffe in Bezug auf die BeauifiÖtigung der Kircdendauten schweden aaginbiicklick) innrrhald der Rczierung Erwägungen, namentlich ist die Frage aufgenommen worden, ob es nicht richtig wäre, dic Konkarrsnz der beiden Mini- sterien, des Kaktus Und der öfféiitliÖen Ardeiirn hier zu drseiiigrn, rni- wedcrkrirck) ansswließlici):Uebertragung anf das Ministeriiimded Kulirrs Oder auf dasder öffentlichen Arbeiten ; es werden namcntlicd Verzögerungen in drr Erledigung der Sachsn inncrHalb der Navisionsinstanz rrr- mirdrn Werdrn. Jm Uedrigen Weiß ich nicht mit, welche Kirchen- bauicn dorzrigsweisc im Ange gcbadt werdrn. Der Staat konkurrirt doch nur meines Wiffcns bei denjenigen Barrie", wo die VerrfiickyiUx-ig de-Z Staates auf den Patronatßrerbäiiniffendertxdtwderbriwelchrr13uschüffc Skikens des Staates gcleistei Werden. Wann eine Gemeinds ans eigenen Mitteln aUein eine Kirche baut, Ohne daß diese beiden VorauEsrHunzen
sind, würden sich übrigens sehr vermindern, wenn man bei der Aué- .
gemacht, daß das erste Erfordernif; für die Velegiing der SDM"
baapolizcilickien Vorschriften ira Bcirackot, die M) iéldsrverständlich auf die ästHeiische und architektonische Seite nicht dsziebcn, und 2-3 kann da ein binderndcs Eingreifen der Staniddehörde im Jmterrife der mehr nach der Seite der SÜönbrit des Bauwerks fich erstreckrn- den Wünsche der Gemeinde nicht stattfindrn. Ick glaubr daher, daß fich die ganze Frage doch nur auf diejenigen Fäiie bezieht, wo der Staat mitbetdeiligt ist, und sofern er mitwirki bei drm Kirchendaa selbst.
Mini“tcr des Köni lichen au'es v ' ' ' Freude daiüber aus Und9 hofft, HMH]danac?)ndiZVFFiZÖZHnZYZZYLnXW lich auch in Berlin, s1ch werde Überwinden lasen; er Habe als Vorsiyrnder kinds Kirchenbaiivereins gesehen, welcbe Schwierigfeiirn fich dem Bau einer neuen Kirche entgegcnireüten.
Finanz-Minisier ])r. Miquel:
Ich glaube, die Erörterungen liegen gegenwärtig so, duß dir Wünsche des Herrn Vorredners jedenfalls wohl Brfriedigung finden werden. (3:5 ist noch nicht ganz eniscdieden, welches Ministerium, abér da!"; mir ein Ministerium schließliä) bei der Sache mitwirken wird, dcstübrr ist bereits Uebereinstimmung erzielt, und das wird jedenfalls zur schnelieren Förderung der betreffenden Angelrgenheiten beitragen. Was spezieil die Berliner Kirchenbauten brtrifft, so wird man silb darüber nicht beklagrn können, daß nicht neben der sehr anzuerken- xienden Tdätigkeit des kirchlichen HülfsbaUVLreins aus aligemeinen Mitteln sebr Erheblicbcs geleistet ist; und ich kann mit Rücksicht auf die großen Bedürfnisse in den Provinzen, namentlich in der Diaspora und namentlich in den östlicben Provinzen, in Betreff des Baues von Kirchen nur den dringenden Wunsch aussprechen, daß das jest zur Ver- abschiedung gekommene Geseß wegen der Anleibederecdtigung der Berliner Synoden mehr als bisher dahin führt, daß die reiche Stadt Berlin sich selber hilft. (Bravo!)
Die Anträge aus den Provinzen in dieser Beziehung kommen zum großen Theil von solchen Gemeinden, welche eine Opferfreudig- keit zeigen, die geradezu bewunderungswürdig ist, sowohl in der evan- gelischen, wie in der kaiholischen Bevölkerung, wo Kirchenumlagen auf alle Staatssteuern bis zu 70 Prozent erhoben werden, während in
papieren dem Herrn Bürgermeister Mölimann geltend gemacht worden
Berlin nur ein niedrigerer Saß erhoben wird, so daß man alTer-
dings den WansÖ hegen muß, daß die siaatlicßen Mittel in erheb- lichem Maße auch diesen rrodinzielien kirchlichen Verhältnissen zu (Gute kommen.
Minister _deß Königlicbrn Hauses don Wedell: An der Kirchen- notb seien der_[chiedene Gründe Schuld, anck) die SiaaiSregierung habe durch Unterlamungen dabei ßesündigt.
Finanz-Minifter ])r. Miquel:
Ick tbeile die ausgésrrochrnen Wünsch: durchaus und ich bin auch der Meinung, daf; unser ganzr-Z Bauwesen fich mehr nach der Richiang der Spezialiiät entwickeln muß, wie biÖÖer und daß drr Staat, wo er unbrdingt handeln um?, oft nicks! in dsr LIZZ ist, soici'rn Sprzialisien, dir den einzrlnrn staatlichen B&Umriiiern in ihrem sdrziellen Fuck) Üdrtlrgrn find, es gleich ZU Wim; also im Alize- mrinen bin ich mit dirsrn Wünschen einrrriiandrn. Aber mir zu Häafig sind wir in drr Lags, den WÜniÉM, drm najiiriickUn [Mk an- zuerkennenden WünsÖen der (Hemsinden naxb einrr swönrn Aussraiiung in dcr Faxade und im Jriiirrn der Kirch Widerirrucb cnigrgenscxxrn zu müffen, wenn nämlich rar Staat die brir. ZiisÖÜffe zu ieistrn bat dei dcr gänzlichen Insufficirnz der Ermeiridrn, Die Ansprüri)? find 10! zadlrrich, daß, wenn wir nichi d& aui *erbskliÖr Ermäéigiing diri- wtrken, wir eine Rride höchst dringender BedürfniFr würdrw im- béirirrigi [affrn müffrn und da ist 65 doÖ böser, io wi; diddsr 31.1 rrriadrcn, «18 daß wrnize schöne Kirch€n JLÖQUT wrrdrn Urid darm dir ubrigen UOTÖWLUÜFLU KikÖéii Zar nichckt ISÖÜUT Mrdcii, Tirirn (Hrficbtérimkt diiir ick) nickxt außer Ackzt zu laiirri. In rislen Fäiien sind wir gar ÜiÖt in drr Lazr, fiir TÖurmi'an-In Zaswüffe zu leistén imd rdsnio wenig für die immer? Eimricbinrig, irir mümsn froh scin, daß Üdrr'errt die Mitici, kirckylirh: Baaxrri dkr- znstelien, aufgcbracdi werdcn. Mio in dsr Sack)? rim "ck) gxmz rim"- rrriiandcn, aker Derjenise, dcr ((Wir “die rrfordsriiwrn Miiirl niÖT rer,!ÜYri kanri, karin nicht aiie die WÜiiiÖS kcfricdigt rrkaircii, '
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Oder-Bür ermristcr *“ ' 57“ ' = 30111901 an die 'ZZrl[“Sy'écpiilléiirtérr,U JiZZFcnindYxFixihiiIr-"Éx ZTÉÖYTK: wwdnrrn'drm Stani? grwädrx würden,“ wd nicbt schOki cianiÖlicbc-T LTLULnetrk-Jintricn vorhandsn ist. Man itraiealso dieLZrmsiiirr w“lchr idre S_Öuldigkrir 1,3112, imd dridkmr diejrnisen, wclche sir r*rrnackyléisiixtw Man wiitr dri [eiirunzisunfädigrn Gsmsinden Seiksns de:“- “"IT-iairäwéin; treten,. somit dbir dl,? SthIr-cidiiiir davon abhängig macheii dai“; die (Ysmemden ems Zleiciyc SUMME wic drr Swat fiir dirién Zwkck drr- gadsn. * ,
Finanz: ].)iitiistsr ])r. M i k] u € [:
Msinc Hrrreni Béi drr ddrgrriiiitrn Zrir Und drr Gsswäit§1296 Üdrrbaiipt wiil ici) mich Ltitdaltrn, aiif die Bsmerkiingrn deskHrrrn Obrr-BürgermeistrrZ Sirmkmaim ansiübrliÖ rinzugedsn, ick) wiU mich nur aiif wenige Punktr dricbrärikcn. Derselbe drklagt sich r,;imemliÖ darüber, daß nach den dssicdondkn BLÜÜUNUUUZM in diwjmigrn Fäilen, Wo es sich Urn ciiic Gemrindr Unter 10000 Einirdbnrrn Handrlt, da, wo brrrii-Z dir [*circffriidrnLedrcrsiriirn aUIréiwénd ddtiri sind, von drr Gewährung von Altrrszulagrn adgcfrdcii wrrde. Nun wrnn ici) idm sags, “dd? Überbaiir: iii drr ganzen Pidnarckyic rori diesem (Griiiidsaß [Wk an 20 Strilri: Gekrauck) JZTUQÖT ist, 1'0 wird er drci; wwbl ßridrii, dax"; darin cin großrr Urbslsiarid niri-éi lirgr. Man ist in diesrr Brzickung Sriirn-Z drr Verwaltung irhr writ gc- gangem, und man bat nichi, wenn in cirér (Hrmrinde ail,iriiiein dir Grbälikr ichrn zismliÖ Hdchgrsic0t waren, drswrgeii dir Gcwäöriiiig donAlirrr-Ziilach zurückgezrgc'n, soxidrrn UU): in ganz dciriidrrcn Fäiirn. WO die SrrUén namentlich dUrch Bczügr aus kirchlichrn Fondß U. 1". w. sebr brd? Bsiräßr Öaiirii, da Hat man ron einer brsdridrrrn (Hiwädrmig ron AlierSzixiageii adgrsrdrn. Wrxm nim akrr drr Hrrr Oder-Vürgermrisrer Strurkmann dcn Saß aufstrlii, és 10116 drr Sinai bci Zuwrndungm an dir Grmeinde; fiir die Schullastrn grnercii imd aUgcmsiri von dem Grandsax aquÖeri, nacb Maßßabr drr thatsächlicdcn Lsistungrn drr (Hsmeinds icin? rigenrn Zusckxüiie zu deinsffén, so spricht ja für ein solchss Prinzip ManÖeT-Z es wärs ami) für den Staat und die Verrrxilrung sehr einfaÖ, aber doch nach meiner Meinung höchst rrrkcbrt Und nichr durchfiihrbar. Denn wohin würdedasfribrsn?DaßindcnrcichciirzroßenGemeindsn,wodieGrmeindrr. dime eine große Sienrriast auf sich zii nehmen, in der Lage find, crHebliche Zuschüffe fü; dic SchUle zii leistxn, ihre Lehrerdrsdldungrn hoch zu siclien, idr? SchUlbauirii [Uriiriiis einzarickyten - daß in dirfen drr Staat Virhälinißmäßig Viel Höhcrr-Brträge bezahlen müßtk, als bei dcnjenigen Gemeinden, dir mit dem äaßrrsten Notbitand kämpfen. (Sehr rickxtig!) Wenn dir (31emrntarschulr einc 01311011- ioriiche ist, wrnn der Staat cine 5.1.7kinimalleiitang don jrdrr (Hrmrinde fordert, 01) fie reich ist oder nicht, z. B., wenn das Schulgebäude von einer besiinnntcn Beschaffenheit sein, dic“ Lebrcrbesdldimg eine bestimmte Minimalhöde Haden soil, so ist es richtig Und den (11192- meinrn Staatéprinzipien entsprcckyend, daß die Zuschüsse drs Staats gerade an dieien Minimallcisiringrn pariizipiren. Brisrieisweise, wenn eine Gemeinde in Ostpreußen ihrem Lehrer wirklich mit 900 «M Minimalgebalt giebt Und in einer großen Stadt fängt das Minimal- gehalt mit 1800 „FC: an, so würde ich nicht in drm letzteren Fakir 900 und in dem ersteren 4500-61 gcben, sondern ich würde in beiden FäUcn den Zuschuß in gleichen Beitäge" gewähren, (Sehr gut, Bravo!) Das ist der kultureÜrn AUfgabé des Staats enisprechend, d?! fich mehr um die Weniger gut Situirtrn zu bekümmern hat, als um Diejenigen, die fish selber zu helfen wissen. (Srbr gut!)
Ick) will gar nicht behaupten, dax“; das angenommene System der Alierßzulagrn mit diesen Anschannngcn im wollen Einklang steht, und ich glaube sogar, wir haben diesen Grundsaß dabei einigermaßen der- [offen, aber das System ist nun einmal angenommen und wird nicht
wieder beseitigt werden. Ob es dann möglich sein wird, die (Grenze, Welche zwischen Gemeinden über und unter 10 000 Seelen gemacht ist, unbedingt festzuhalten, das wird man prüfen müssen und nach Maß- gabe der zar Disposition stehenden Mittel zu cntscheiden haben. Im Allgemeinen wird es richtig sein, daß ju äudjo Gemeinwesen von über 10000 Seelen sich in Beziehung auf ihr Schulwesen eher selber zu erhalten im Stande sind, als Gemeinden unter 10000 Seelen. Es ist ja sicher, daß das nicht immer zutrifft.
Nun ist aber auch vorgesehen, daß aus anderen Fonds solcher Ge-
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