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Abgereist: Seine ExzeUenz der Staatswinister und Minister für
Zcittndel und Gewerbe Dr. Sydow, in dienstlichen Angelegen- e en;
Seine E zellenz der Präsident des Reichsbankdirektoriuxns, Wirkliche Gebeime Rat Havenstein, in Dienstangelegenhetten nach Breslau.
'Yichfamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 12. Mai.
Seine MaHestät der Kaiser und König hörten heute im Königli en S lose in Wiesbaden den Vqrtrag des Kriegsministers, Genera s der Infanterie von Heermgen und empfingen den Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg.
In der am 11. Mai unter dem Vorfiß des Königlich bayerischen (He andten (Grafen von Lerchenfeld-Koefering abgehaltenen lenarsißung des BundeSrats wurde der Vorlage, betreffend Ausführungsbestimmungen um Reichs- besteuerungSgeseHe, der Vorla 2, betreffend die rägung von 5 MiÜionen Mark in FÜUZUUdeanztgpfennigstücken, sowie der Vorlage, betreffend das 21 kommen mit GriecZJnland über die Anerkennun der JdentitätSzeichen an aren, die von Handlungsreißenden eingeführt werden, die Zu- timmung erteilt. Annahme fanden ferner der Entwurf einer
erordnung, betreffend das Inkrafttreten der Maß- und (Se- wichtsordnung vom Z0.Mai 1908, und der Antrag, betreffend Aenderung der Zuckersteuerausführungsbestimmungen. Zu den Reichstagsbeschlüffen über Petitionen zum Reichshaushalißetat für 191]. und zum HaushaltSetat für die Schu gebiete von 1911 nahm die Versammlung Stellung. Schließli wurde über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt.
Anlage 0 zur Eisenbahnverkehrßordnung.
Auf Grund der Schlu bestimmung in der Anlage 0 zur Eisenbahnverkehrßordnung at das Reich§eisenbahnamt unterm 29. v. M. einige Aenderungen der Nummern 18. und 17
verfü t.
13. In den Eingangsbestimmungen ,I. Sprengmittel“ find unter 1. Gruppe 8. die Vorschriften über die Zusammen- seßung des Ammonxabücits ergänzt und unter 2. Gruppe 1). die Sprengstoffe Alkalsit 13 und elit nachgetragen.
17. Die Gefäße und Flex chen mit walsserfreier Schwefel- säure dürfen fortan auch in starke Behä ter von Eisenblech verpackt werden.
Das Nähere geht aus der Bekanntmachung vom 29. v.M. in Nr. 24 des ReictheseHblathS vom 6. d. M. hervor.
Laut Meldung des , „T. B.“ ist S. M. S. „Scharn-
W [)ors “ vorgestern von Naga aki, S. M. S. „Iltis“ gestern
W" Hongkong UNd S- M- [Ußkbt- „Otter“ vorgestern von Itschang (Yangtse) abgegangen.
Großbritannien und Irland.
Jm Unterhause fragte gestern der Abg. Dillon den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, ob seine Aufmerksam- keit auf einen Appell gelenkt worden sei, den der Hßypt- ling der Beni Mter Kaid Akka an die' Nationsn Europas gerichtet habe, ob Sir Edward Grey die diplomati- Yen Vertreter Englands in Marokko anweisen werde, iiber die
ahrheit der in jenem Appell enthaltenen BeZJauptungen sorg- ältige Erhebungen anzustellen, und ob die egierung, wenn kich die Behauptungen als wohlbegründet erweisen sollten, ihren ganzen Einfluß aufwenden werde, um zu verhindern, daß europäische Truppen zur Unterstüßung eines solchen Regimes
verwendet würden. Nach dem Bericbt des „W. T. B.“ erwiderte Sir Edward
Grey in einer schrixtlicben Antwort, die britische Régicrung kenne die Miszbräuckpe in I.) arokko boükommen und babe stets ihren Eixi'fluß dem Bestreben gewidmet, sie abzustelLen. Jrgeyd eine europatscbe Jnterbéntion außer zur Verhinderung yon Mißbraucben siehe nicbtgn ra e, und jedes Eingreifen dsr britischen Regierung werde sich im inLlang mit den Verpfiicbtungcn befinden, die fie durch das englisch- franzbsische Abkommen vom Jahre 1904 übernommen hab?.
Auf eine Anfrage bezüglich der britifchen Expedition gegen den Waffenschmuggel im Persischen Golf erklärte der Unterstaatssekretär des indischen Amts Montagu in einer schriftlichen Antwort:
Es sei eine Anzahl Gewehre bcschkagnabmt wwrden, und die Ypedision habe den allgemeinen Erfolg gehabt, die afghanischen
affenscbmugg'er Von der Küste des Golfes zurückzutreiben. Dis Expeditionstruvpcn seien Wegen der klimatischen Verhältniss nacb Bombay zurückgekehrt, nachdcm die Expedition ihre Aufgaben
erfüllt babe. Frankreich.
Der Präsident Falliézres ist, „W. T. V.“ zufolge, gestern nachm1tiag von Vrüsjel wieder in Paris eingetroffen.
Türkei.
Der Senator Abdnrrahman ist m inistcr ernannt worden.
„„ Nach einer Meldung der „Agence d'AthézneS“ herrs t auf Kreta große Aufregung infolge des Entschlusies der forte, mohammedanische Richter 11ach Kreta zn entsenden. Das Exekutivkomitce auf Kreta weigert sich, eine Verhandlung der ganzen, die Richter betreffenden Frage uzulassen, mit der Be- gründung, daß dies den beiden retcnsiéchen Konstitutionen, die von den Schußmächten anerkannt seien, zuwiderlaufen würde.
zum Unterrichts-
Nortvegeu. Das Starthing hat gestern, „W. T. B.“ zufolge, ohne
60 Millionen Kronen ermächtigt. Die Anleihe soll für Eisen-
bahnbauten verwandt werden.
Amerika.
Na Meldungen des „W. T. B.“ haben die Rebellen in Mexiko uare als Hauptstadt proklamiert und eine provisoriÉche egierung ein eseLt. Auf inladung des ameri ani chen Botschafters Wilson versammelten fich gestern die Vertreter der fremden Staaten in Mexiko auf der amerikanischen Botschaft, um über einen Plan "r ein gemeinschaftliches Vorgehen Tum Schuße der rem den zu beraten, falls die Ereign sse besondere Maß- regeln erfordern soUten. Nack) der Beratung stattete Wilson auch dem Auswärtigen Amt einen Besuch ab und leéte dem Minister des Aeußern de la Barra den verabredeten V an vor.
Afrika.
Wie die „Agence Havas“ aus Merada meldet, war durch Erkundun en ermittelt worden, dal? die Stämme, die den An- riff auf as Lager aus;?eführt atten, sich bei Ksur (Herzif ammelten. Der Genera Toutée schickte daher eine starke Abteilung aller Waffengattun en dorthin, die am 10. d. M. bei Tagesanbruch gegenüber sur (Herzif ankam. Die Artillerie machte ungefähr 2500 Meter von ihrem Ziel Halt, während die Kavallerie siI auf dem einen Flügel entfaltete und die Infanterie die ügelreihe vor der Artiüerie beseßte. Die Batterien eröffneten das Feuer, die Erdwälle verschwanden in einer Staubwolke, bald schlugen auch die Flammen empor und in 30 Minuten war Ksur (Her if zerstört. Die ArtilXerie feuerte noch einige weittragende efchoffe auf die Marokkaner ab; dann kehrte die Kolonne wieder nach Merada Zurück. Da es verboten ist, den Muluja zu überschreiten, onnten die Verluste der Marokkaner nicht festgesteklt werden.
Die Kolonne Brulard ist gestern vormittag aus El Knitra abmarschiert. -
Parlamentarische Nachrichten.
Die SYlußberichte über die estrigen Sißungen des Re i ck S - tags und es Hauses der A geordneten befinden fich in der Ersten Beilage.
* Der Neichstag seßte in seiner heutigen (173.)Sißnng die Spezialdiskussion des Entwurfs einer R e i ck sv ers i ck erun g s- o'rdnung im zweiten Buch „Krankenversrcherun “ bei den t§§ 3340-3159 (Wahl der Vorstände) und 412 (Hö e der Bei- räge ort.
Ab . Dr. Heinze (ni.): Bei der ganzen Sozialpolitik ist es der natürli € Es ensay von Arbeitgebern und Arbeitern, den die Ge eß- gebung zu verf/öbnen sucht. Darum ist es unzweckmäßig, in der er- tretung einem Teil das Uebergewicht zu geben. Das muß zu einer Autokratie des einen Teiles führen. Der je ige Recht6zustand ist der, daß ziveifellos in den Ortskrankenka en die Arbeitnehmer das Ueber ewickkt haben. Dieser Zustand, kann nur verstandenWerden aus der isiorschen Entwicklung der Dinge. Das Geseß von 1883 knüpfte an die bereits vorhandenen kleineren Krankenkaffen. Nun zu-
eßeben, daß ein unzweckmäßiges Geseß noch nicht schlimme Fol en ba en MLK; in diesem Falle ist es aber der Fall gewesen. er politische amplx bat (Yi!) der Krankenkasse bemächtigt, die Sozial- demokraten ba en fi der Ortskrankenkassse zu bemächtigen ge- sucht und mit Erfolg. Anfangs verhielten ich die Sozialdemokraien reserviert gegen die Ortskrankenkassen; mit dem Beginn der Wer Jahre Wurde aber von ihnen offen aus esprocben, daß die Orts- krankenkaqcn gewonnen Werden müßten ?ür die Sozialdemokratie. Die Sozaldemokraten haben offen auSgcsprochen, das; die Orts- krankenkaffen für ihre Zwecke benuZt werden soUten. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Wo steht daS?) Sie Haben 89 offen auSge- sÉrocben und auch danach gcbandelt. (Lebhafter Widerspruch bei den ozialdsmokraten, Zuruf des Abg. Geyer (Soz.): Ganz niedrige Ver rebung. - Der Präfident Dr. Graf von Schwerin-LöwiJ ruft den Abg. Geyer wogen dieses Zwischenrufs zur Ordnnng. Ich will nicht bcstreiien, da manche Ortskrankenkaffen in sozial- demokratischen Händen sebr utes geleistet haben. Aber das Miß- trauen gegen diese Kassen um als ein berechtigtes betrachtet werden, angesichts der zahlrei cn Resolutionen 2c., die gegen sie gefaßt worden sini:- Es ist allsrdings im einzelnen Fall gsnau festzustellen, ob ein Beamter entlas1cn worden _ixt, Weil er einer Organisation angebört hat, oder ob seine Fa igkeiten nicht ?enügt haben. Deshalb will ic!) auf diese einzelnen Fälle jetzt 11cht eingeben, namentlich gegenuber der Kampfesweise dxr Sozialdemokratie und ihrer Presse. Den Anstellungsvertra , de_r in zahlreichen JäUen zugrunde gel? t worden ist, hat der . orivarts“ nur a]s emen Entwurf bezccbnei, dabei sind hunderte_ solcher Verträge abgeschlossen worden. In ' der" Komm1ssion ,ist eben- falls nachgewiesen worden, daß Mißbrauche durch dte sozial- demokratiscben Krankenkassen Vorge'kommen find. §Jluf dem Leipziger Prozcß mit der dortigen Ortskrankenkaffe ist gestern on bingcwiecn worden. Es wurde in diesem Prozesse estgestellt, daß bei der Prüfung der Kassenbeamten jede Garantie fehlt, das; sie in neutraler und u::parteiis er Weise gehandhabt werde, da? dZe politische Gesinnung bei den Ka cn eine Rolle gespielt hat und da dke Krankenkasscnkontkolleure mit Vorlicbe den Sozialdsmokrate'n ent- nommen wurden. In dem Vertra hat der Redakteur der „Latpziger Neuesten Nachrickxten' nur zugcge en, NY nicht in allen Punkten die behaupteten MißbräuZe hätten na gcwiescn xverden können. Bei dem abgeschlossenen xrgleich hat sich der sqztaldemokrattsche Kläger beruhigt und dre zweite Instanz n_1cht angerufen! Das enügt. Warum hat er nicht Bcrufung emgelxgt? Weil er Wu te, daß er ein ünsti eres Urteil in der zweiten Instanz nicht erzielen würde. enn ibesute cin„Kassen_beamter die Kassen- mit lieder betrügt, ein Jahr Gefängnis erhalt und das abfißt, bleibt er nach diesen Verträgen gleichwohl im 21th er kann ggr nicht entlassen Werden, ja es muß ibm sogax fur dieses Jahr sein volles Gehalt gezahlt Werden! Smd das ,kcme Konsequenzen, die gegen die guten Sitten Verstoßan _Aucb die Jyteressen der Kgffen- angcsteUten selbst werden durch die1es Vertragssormular geschadigt; denn 6 des Vertrages Von 1906, der fich_im Vertrage von 1908 wicdcholt, hat zur Folge, daß ein Ton burger11ch€n_Parteicn an- gebörigsr AngesteUter, der auf die_AnsteUung Vielleicht seine ganze Existenz gegründet hat, mit berichrankten Armen zusehen muß, wie der Tarifbertrag abgeändert wird. Höchst wunderbar ist'die zur Entschuldigung dieser Vorgänge erfolgte Berufung der So taldcmo- Braten auf das Nichteingreifen dcr Aufsichtsbekxörde. Au ber [Jo ob'cktive Leiter der „Sozialen Praxis“, Pr_oeffor, Franke stet fet, daß in gewissen äüen die' Kasstnborstqnde cine Zabl von Beamten nur mit Rü cht auf ihre Zugehörigkeit zur soziaidemo- kratiscben Partei an stellt haben, und er nennt dieses Verfahren eine Dummheit. ie Politik ist mit Absicht in die Orts- krankenkassen bineingetra en. Wir könnetz diejenigen Institutionen, die zur Förderung des oziaken Friedens ins Leben gerufen worden find, nun und nimmer ciner qrtei ausliefern, am wemgstsn der sozialdcmokratisckpcn, die den ozialkn Unfrieden bropagiert. DLL Abänderung des Gesetzes ist also eine Staatönotwendigkeit.
Debatte und einstimmig den (Heseßezitwurf angxnommezi, der die Regierung zur Aufnahme einer Anleihe bis zU
(Schluß des Blattes.)
- Auf der TageSordnun r die euti ;“ des Hauses der Abgeordngetxib, wel er er(Z)3xZ/1§ißkmg5 Innern von Dallwiß beiwohnte, stand die zweite V er desk des Entwurxs eines Zweckverbandßgeseyes auf GIMP
des Berichts er 13. Kommission. - "d
Die Kommission hat den § 1 der Nei . formell in 4 Paragraphen _ §§ 1, 1a bis (: FrleZkalage '
Nach § 1 können Städte, Landgemeinden, Gutsbe - meistereien. Aemter und L_andkreise (die Testen drei zsiirnkx?“ vBnger. Kommission bmzugese t) fur kommunale Ausgaben jeder Ar?“ dx: einander verbunden ( weckverbände) werden, wenn fie damit Uma“ standen sind. Ueber die Bildung des Zweckverbandes beschließtnvek KreisausstbttF, der Beteiligung von Städten oder Landkreise d“ BeziÜsaZss§ u1ß' ist d Bt lit ich n der a a , wenn ie eei gen n teinve
die Bildung eines'vaeckverbandes nur für solche komrn'itleleen ÜW- agben, die allen Beteiligten ge s e lich oblie en, und nur dann "f“ lasfig, Wenn der Zweckverband m öffentliYc-n Interesse Wwe zu- ist. Der *Oberxräsident kann unter diesen oraussetzungen au Yig trag Von minizes ens einem Drittel der Beteiligten (RegierunJSVori n- auf_Antrag eines Beteiligten) oder auf Antrag der Kommunalaufsx/Fe: bebordß anordnxn, daß zunächst der Kreisausscbuß (Bezirksauss ts. uber die ErZanzung der mangelnden Zusjimmun [»»/?") Gegen den an Beschwerxe von dem BeziikSausscbu-Aoder rovknzia/ t. gefaßten Beschluß ist "binnen vier Wochen die lage beim Obmt VerwaltunZsJericbt zulasfig- die 'edocb nur darauf estü t Werder- kann, da die Aufgabe den eteili ten nicht geßeylix Obliek/l (Der leYte Satz ist von der ommi"'sion neu QMM?" Nach Erganzung des xnangelnden Einberständniffes der Beteiliggt') beschließt der Oberprasident über die Bildung des Ziveckverhandes" (Die Bestimmung der RegierungsVOrlage, daß ein ZWLTkVerband' a_uch gegen den Willen der Beteiligten für sol e Aufgaben die Fee bezeits als kommunale freiwillig übernommen aben, fürdi“ Ele trizitatSberZorgung und die öffentlichen VerkehrSeinrichtuW; indessen auch o ne diese Vorausseßung gebildet werden kann, !)an KommisZon gestrickpen.) “
Na § 11) können Gemeinden mit Gutsbezirken an zur„ meinschaftlichen Festsetzung und Durchführung von Stra en.“ Bauflu tlmienplanen Verbunden werden.
Na § 1 0 finden die vorstehenden Bestimmungen au anz. Veränderun in der Zusammenseßung sowie auf eine Aufösunxx ZweckVerban es Anwendung.
Die Abgg. Aron ohn ( ortschr. VolkSp. und (Ge beantragen rinzipieä die Etreichung des )§ 1a, füxos/T Fall der Anna me des § 16 aber folgenden Zusaß:
„Von der im § ].8 dem Oberpräsidenten egebenen Vefugnigöx kein_Gebrau zu machen _ a. wenn einer der eteiligten Kommunal. verbande ni t leistungs/abig genug ist, um seinen Anteil and„ Kosten des Aweckverbandes zu tragen, und die gemeinsamen Aufgabx, durch eine Uingemeinbung erfüllt werden können, b. wenn dj: beteiligten Kommunalverbande mit der Eingemeindung einverstanden sind, 0. wenn und soweit aus der Beteili ung einundderselbenEe. meinde an einer Mehrzahl von weckberbän en eine Erschwerungiex KommunalverWaltunHUZu befürch en ist.“
Bericlkterftatter . Ecker-Winsen (nb) empfiehlt, die zu der Vorlage 2 n Zgangenen etttionen von verschiedenen Städten für er. ledigt zu erk aren, da deren Wünsche in der Kommission eingehend
erörtert worden Leien.
Abg. Linz Zentr.): Wir find bei der Beratung des Enthz von dkm Standpunkt auSgegangen, den Gemeinden und Kommunal- Verbänden eme größere Bewegungsfreibeit u geben. Der wang wii nicbt immer zu Vermeiden sein. Wir ba en uns aber emübt,ii. nöt gen Kautelen zu schaffen, damit nicht in das Selbstverwaltungsreit
der Gemeinden ein egriffen wird, das a:? jeden Fall respektiw
werden muß. Wir egrü en es deshalb, da nach der Kommissios Taffunledie zwangsweise ildung eines Zwe verbands nur bei ei ichen ufgaben zulässig ist. Es ist ferner zu be rüßen, daß dieFJ des Vorhandenseins einer geseßlicben obligatoris en Aufga e der meinde nach Bestreiten eines Beteiligten dem Urteil des Oben» waltungögericbts unterliegen sol]. Auch das ist ein Fortschritt gaga dic Regierungsvorlage, daß nicht auf Antrag eines Beteiligtcnkie ZwanaSzweckverbandsbildun erfolgen soll. sondern nur aquntragvm mindestens cinem Dritte der Beteiligten. Schließlich bedeutet es auch einen Fortschritt, daß nicbt nur Stadt- und LanFemeindcr, sondern auch reise zusammengcfcbloffen werden können. ir'könnli also den Kommissionsbescblüffen im großen und ganzen zusinnmxn. Die Bürgermeistereien und Aemter müssen jedoch aus dem Gel? gestrichen werden. Vor dem Oberverwaltungsgericbt muß ebenso au die Frage des öffentlichen Intereffes bei der Zwangsbildung naÖ- gepruft werden. '
Abg. Büchtemann (fortscbr. Volksp.): Wir sind zu der Urib- zeugung gekommen, daß der § 1, wenn er auch bedeutende Milie- rungen egenüber der Regierungsvorla e enthält, über die Grenzg hinausgebt die der Enthcklung der elbstverwastung, wre fiel?! uns zum Segen des Vaterlandes besteht, zuträglich ist. Die Solis?- Verwaltung bildet bei uns den Grund und Boden, auf dem fich un'm ganze StaatsverWaltung aufbaut. Dieses Geseß ist dazu angetan, k.“ Fundament der Selbstverwaltung zu erschüttern. Darum sagen mem! Freunde hier: prjnojpjjg 05563! Der innere ermd dcr Haltuns der Rechten zu diesem Gesey liet in dcr Abneigupg gsgcn k!! Eingemeindung, gegen die Stadte ü erbaupt. Dre Regierungsvorlase mit der Bestimmung über die zwangsweise Bildung_ von Zweck; verbänden zei t deutlich, daß die StaatSreJierung gar nicht me x aki“ dem Boden sbsbt, die gesamte Verwaltung 11 den untersten Gemeinde- organen zu konzentrieren. Nach der Regierun svorlagx soUtßkkk Zweckverband aucb zwangsweise Aufgaben überne men nzuffeq, die i.!
emeinden bereits freiwillig übernommen baben; 1a fur (Fikk- irizitätsversorgung und öffentliche Verkehrseinrtchtungen sollte_n1chs einmal die Vorausseßung zu bestehen brauchen, da die Gemeinrcn fie schon übernommen haben. Wir haben desba beantraxt-„Zk“ § 1a des Geseßes, der auch noch nach den Kommissionsbc ck11“ einen schweren Eingriff in das Selbstderivaltungsreckot bedeutedx streichen. Für den FaÜ der Nichtannahme dieses Antrags emvfkk,“ wir aber die Annahme unseres Ebentualantrags, der die BLfU' des Oberpräfidentcn wieder bkgrenzt.
Hierauf nimmt der Minister des das Wort, dessen Rede morgen im werden wird.
(Schluß des Blattes.)
nnern von DoW ortlaut wiedergkßÖW
Dem Reichstage smd zwei 'von 25 Seestaatektliien Deutjchland, Argentinien, Oesterretch, Ungarn, WSW Brasilien, Chile, Cuba, Dänemark, Spanien, dyn Vereinten, Staaten von Amerika, Frankreich, Großbritannien, (Irie n [and, Italien, Japan Mexiko, Nikaragua, Norwegkn- un Niederlanden, Portuga , Rumänien, Rußland, S wede? “sé"? Uruguay ---* in Brüssel am 23. September v.„I.„a geschuoe'ber- Uebereinkommen über das Seerecht, namli : 1,1!) r den einkommen zur einheitli en Feststellung, von Rege n U ? heiß Zusammenstoß von Schi en, 2) Ueberemkommxn zur “"an iichen Feststellung von Regeln über die HilfSkelstUW Bergung in Seenot, zugegangen.
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lag?
' ten der verbunde enommen worden. 16 StimmmRYZZxonspan-grapb bat
rung“ der estrigen Abstimmung in der Kom- ZMNYFLWSUÜS übe??? dÉze-elsZfZ-lothrlingi che Vér- . . .“ uo e, u eme en: UUJSF Yes ZZÉ/Hsägierung entschzeidenße zaragrapb 6 dex Vor- ?ibeerr fbi: Bildung der ErsterbuKZZYSreY-ttspxecblemdéeréen YZnsYxe/Z r n Regierungen Der von freikonservat ver Seite
leicbfalls die Mehr eit e-
heanikag/LSNUr der Sprachenparagrap, der eine geseßli e Fet-
funden- unß des gSeite beantragt worden war,
egenwärtigen Necthzustandes entbsätlt triijbd (YilmufZeÄ-ja
konservativer Stimmenthaltungen gefallen. In der alsdann IleiÖbeitÉFirfiéYY? vorgeschlagenenGesamtabstimmung ist das Ver-
von dem fafflJnng prachenparagrap len Mit lieder, die an fi
, Grunde die naticlbnableir era g ck
Vorlclße sind, lsdann ohne daß es rst enden wurde a , Vo si
bßéßxagesordnunsz abgeseßt. _ Abstimmun „8an nicht beigemessen Werden.
egen 12 Stimmen im ganzen abgelehnt e Freikonservativen Wegen Ablehnung des egen das Gesetz stimmten und aus gleichem
reunde der Abstimmung ent ielten. Auf, orschlag des ierüber zu einer Aussprache
in zweiter Lesung noch nicht beratcne Wahlaeseßvorlaxse von
eseß Mit 13 da
d e Wie sich hieraus ergibt, kann der ge trigen
fur das Zustandekommen des Gcseßes aus chlag-
gebende Be ?
„._-
„Voü Zig weit
Statistik und Volkswirtschaft.
Zur ArbeiterbeWegung.
d der a enarbeiter in Spandau ist, wie die Ein AYSYZÜU, ngexegt worden; die Ausständigen werdenf so-
Bedaif an Arbeitskräften Vorliegt, wieder eingesteUt. Cr olge
nicht erzielt.
babexÖFrs Transportarbeiterstreik in Barmen (vgl. Nr. 104
6. B1.) ist- beendet-
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Winter12, im Sommer 11
.)oarmer wie ?Elberf
e die ,Rb--Westf. Ztg.“ meldet, zugunsten der Arbeiter wi sollten die Barmer Kutscher, ??Uhr- und Ablader nacb '1kwöcbigem Ausstande die rbeit te aufnkhmen, und zrvar auf Grund der Verein. das Barmer EinigungSamt getroffen bat. Die I k) 75 «If einen dYiindesijtlsan iZon n einem (: re um , na em zwe en a re «Übe? 75chY steigt. Die Arbeitsze'it,_ “(Ye bis ZEW 14 bis Stunden bestrug, wird auf dur schnittlich UF funden (im berabge etzt. Für" 116 erstanden sollen 50 45 vergütet wfrden. ie efaßten Besthffc baben sow-yhl für e der Firmen eltung. In Bremen hat, wie .W- T- V.? meldet, ein großer Teil der la enen Straßenbahner um Wiederansteüunq gebeten. Die
Heute Fabon
Wtjeyfesreiniiellung erfolgte unter den neuen Vertragsbedingungené soweit
nicht die StélLen anderweitig beseYt find
ständigen M a u t er ein
HMT. Nr. 110 d. B .). n. ZKF“ erfäbrt, die aus- all
, “0 id haben, wie die „Kö J" Ma .: 5 dies nicht an-
Ultimatum gesbellt.
' enommen wird, sollen sämtliche Bauarbeiter in den Ausstand treten.
Provinz
iter “droht dann ein allgemeiner Ausstand in Madrid und in der J,:"Jokbannesburg haben, „W. T. V.“ "zufolge, die Stra en-
. be lo en, heute in den Ausstand zu treten. 300 bewa etc PYYbaamsté usbielten Auftrag, für die AuÉccbterbaltun der Ord-
un? Sorge zu tragen. Bis gestern abend
t es zu Ru estörungeu
. ich gekommen.
kademie der Wissenscb
„IW
-on W-i'lamowiß-Moellendorff
- r oie
x-ro/a. _ Herr J. W. K. M
(Weitere „Statistische Nachrichten“ swi. d. Zweiten Beilage.)
Kunst und Wiffmschaft.
Die ipbilosopbiscb-bisiorisckpe Klasse der Königlichen
affen biskt am 4. Mai unter dem rsis ihres Sekretars Herrn Disks *eine Sißung, in der err über die Wespen es isto banes las. K866n§i0 und 1111110111131-10 wurden auf Wekpsn angWandt und es Wurde gezsigt, daß die Komödie Lieder t welcbe nur am Anfan respondiercn; einmal erscheint sogar 11 er machtc u-nter'Bczugnabme auf das vor
:rzem yon chinetscben Gelehrten herausgegebene Werk Tun-huang
"135
band
1 1:51: auf de sprach- und religionsgesckpichtlicbc Bedeutun der Ibrifsencrwerbungm PeÜiots aus dN" alten Klosterbibliotbe von
1Ambach aufmerksam und gibt gleichzeitig einen Entzifferungs-
versu
und
ck der in obi em Werk enthaltenen manichäischen Gloffen christlichen Ziamen. -- 3) Vor siegt wurden von rrn
Exman die 3. Auflage seiner .AegypÉif en Grammatik“. rlin
1911 und von r btxddbisiisebe “Philosophie in ihrer JLschichblichen Entwicklung. (Teil 2.
, D!?
Herrn A u w e r s abgehaltenen
Herrn Lüders das Werk H. Waüese Die
mittlere Lehre des Nägärjuna. Heidelberg 1911.
In der an demselben TaF unter dem Vorfiß ibres Sekretars “ißung d&c pbysikalisch-matbe-
matischen Klasse berichtete Herr Engler über Eine in Gemein-
schaft
mit Dr. K. Krause ausszefübrte Untersuchung über den
anatomischen Bau der baumartigen €)*p0rai'00 801106-
11 0 den 8011
aysgesprochen 218-080!!- Sie ist
des base
(1011111011 1311011014 Wax]. Die Vor Wenigen Jahren aus
Gebirgen Kameruns bekannt gewordene ;eropbytische (1)- 01'8-(700 00UOÜSl1äWt1 1311011611 ist die erste Art dieser Famlie mit bäumchenförmigem Wuchs nach Art der 170110- merkwürdig dadurmb, daß alls Acste bis 60 sm bobkn Bäum ens mit einer unter den Blatt- n Vollstandig verbmgenen di ten Schicht Von AdventivWUrzeln
versehen sind, Welche an den Aesten und am Stamm entlang nach unten wachsen und hier erst in den Boden drinLcnde Seitenwurzeln
ntwick (
kn, „Während die Wurzeln oben zur AU nabme von Wasser- Pf befähigt smd. Afrikanische und amerikanische Velloziacccn
“igen sehr ähnliche Verhältniss.
16. 17". nter Vorfiß des Geheimrats
enck b
rnu
In der Maisißung der Gesellschaft füx Erdkunde ellmann wurde 606 diesem zunächst DLUkscbcn Südpolarexveditwn unter Oberleutnant Filchner ge- t- die der Erste Vorfißende, Geheimer Regierungsrat Proxessor Dr. 15 zum Einschiffungsbafen begleitet hat. Ihr Wurden ie besten nscbe UU den Weg gegeben und bicrbci der Hoffnung Ausdruck ber-
ixbhenÉdaß em Unternehmen das Glück bold sci und die Teilnehmer
Wk? ren werden.
kreicbung eines voUen Erfolges wohlbehalten in die Heimat Nach einer sehr reichhaltigen und inter-
Mien Bücherschau durch ken Vorsißenden, erhielt, mit besonders
“MPM Worten von „er VdTllseixiemeorti-age über „Reisen in Deu thb-Neu-Guinea“. “„Wer hat, wie erinnerlieb sein dürfte,
ibm begrüßt, Professor Dr. Neuhauß das ereits in der Gesell-
W771“ Antbropolo ie wiederholt Gelegenheit gehabt, über das
[eiche
Thema zu spre en. Es ist hierüber ausführlich an dieser Stelle
WU worden (Vergl. Nr. 20 vom 23. Januar [. I., Nr. 28 vom 1. Fc-
Und Nr. 69 vom 21. März). Wir beschränken uns deshalb in
"Zi Md?" Mitteilungen über den inbaltreicbcn Vortraa darauf hin. chafteßnßxé - tknksvrechend den verschiedenen Zwecken der beiden Gesel]-
..?-161?“ “*" “""““ .
datt
' kkStnak “
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bn0gravbische in den vorangehenden Vorträgen bevorzugt bb in Lichtbildern Vorgefübrter Volkstypen und
* (7an Von Tei en der mitgebrachten wertvollen Sammlungen, 8 fü kucktrat gegen das Erdkundlicbe. Professor Neubaus; „tk di“Isen Vortrag die schönfien Blätter seiner zahlreichen (uber
a “ ragenden) vbvwgraxbiscben Aufnahmen von Landschaften und m eine Reihe fein olorierter Vegetationsbildex berauSgesuckpt, Norde'itllcbew Beifall bege neten, da sie finnfallig bie unge- ckwuxrigleiten erkennen kiießcsn, die mit dem Eindringen
a eU-Guineas verbunden sind; denn einetzt Teppich
w"b vo" Schlin gewächsen und Moosen die Baume ver- rahrend am, oben das werLVolle spanische . Rohr, das
" tUnd met 1einen Stacheln dcn Eindringling bedroht.
Etnms ausführlicher als früher wurde 11. a. des interef'anten Friedens-
"scblu es mit einemkriegerisckyen Stamm am Makomflictbß, der sich in f-
den üongol im Südosten der Kolonie er ie t, eda und dann mit großem_ achdruck von „dem Kaiserin ußustaJFluß im Nord- osten und seiner kulturell weit über dem Durcbscbnitt stehenden Ein- eborenenbevölkerunß gesprochxn. Geologisch gibt Neu-Guinea große atsel auf. Es it dort nicht an eine Eiszeit zu denken, denn es fehlen wichtige Beglaubigungen einer solchen; aber wunderbar x_nuten riesige Granittrummer an, die an manchen Stellen fich uber das Land zerstreut finden, Welche sebr weit entfernt von den Orten sind, wo das betreffende Gestein ansteht. Hier find_ nur gervaltigx Erdbewegungen durcb vulkanische Kräfte in weit zuruckliegender Zeit anzunehmen. Professor Nßubauß glaubt nicht an eine große wirt1chaft1iche Entwicklung Neu-Guineas unter den gegebenen Bodem, Vegetations- und klimatischen Verbältniffen, auch die Hoffnungen auf große Goldfunde dünken ibm cbimärisch. Einer Ausbreitzmg umfgn reicher Plantagenwirtscbaft schiebt die im anzen doch dunne Bewol erting des Landes einen Riegel vor. Das xissicbtsreicbste scheint ibm die Kultur der Kokospalme und die hier- mrt verbundxne KopraZZew nnung. Zum Schluß erfreute der Vortragende durch seine uberaus an (baulichen Bewegungsbilder, die schöner und klarer nd als aUe an'deren bisher gxzeigten Films aus der Tropenweit. ie Erklärun dieses, Vorzugs liegt allein in dem Umstande, daß 5Y_rofesior Neu quß die Entwicklung der Films sofort in einer der nachsten, auf die Azifnabme folgenden dunkeln Tropennächte Vorge- nommen bat, die ibm die belende Dunkclkammer crseßen mußtcn. Mit Recht wies der Redner auf die Bedeutung gerade dieser Be- wegungsbilder als, unwiderleglicbe Urkunden cines Kulturzustandes bin, der ngrschemlich unter dem Einfluß der eindringenden euro- paischen Zivilisation ein schnelles Ende in kürzerer Zeit, als bisber angenommen, finden Wird. Wir sind es, so urteilt Professor Neubauß, der Nachwelt, nicht nur der unseren, sondsrn aucb derjenigen der Ein- ßeborenen schuldikg, die Erinnerunlg an die egenwärti en Zustände in eglaubigten Do umentcn fesizyba ten. Prok/effor Neubau? wird seine Reiseerimxerungen in drei Banden tunlichst bald ersche nen laffcn. Band 3 lieZzt, den anderen Vorangehend, schon vor; er enthält die wertvollen eiträge, Welche mehrere Missionare, zum Teil auf Grnnd 25- bis 50 jähriger Bekannkftbaft mit Land und Leuten, bereitwiüig zur Verfugung gestellt haben. In seinem Schlußwort bob Geheimrat - xllmann hervor, daß der Vortr9gende sebr lebreicbe und bocbintereffante mblicke in die Natur und die Völkerberbältniffc Neu-Guineas ge- boten habe. Man könnx die Ungeduld Verstehen, die von ihm geäußert wordxn ist, daß,es,m1Zt derfCrforscbun des Landes, namentlich des wichtigen, bis WEU, btnemlscbtffbaren Kai crin Au usia-Fluffes, überaus lang am gebb, offxöteil bleLr sebr,wenig gescbebbn sei. Professor moge si abcr _dgrat) erinnert), Welche außerordentlicben cm die Forschertattgkett gegenwartig fast in aUen Gebietcn Erde erhoben werden. Sicher stehe auch für NewGuinea eine eingehendere Forschung in absehbarer Zeit bevor.
Land- und Forstwirtschaft. W-eizeneinfuhr in Marseille.
Nach don Wolbenbericbten der in Marseiüe erscheinenden eitmi „Le Sérmapbore' “bat die Wcizeneinfubr Maxrseilles auf deZ SWg Woge agen:
in der Zeit vom 9. bis 14. April . 245 968 (12 davon aus Rußland . . . 52 282 . in 'der Zeit Vom 16. bis 21. April . .. 156110 „ davon aus Rußland . . . 34102 „ ien der Zeit vom 23. bis 28. April . 193 716 . davon aus Rußland . . . 42 419 „ in der Zeit Vom 30. Apri bis 5. Mai 237 220 „ davon aus Rußland . . . . . . 129 263 „. In den ZoLlniederla en in M*axseille be anden 1 am
3. Mai 167 050 (12. g f fck
Saaten'fband und Getreideb-a-ndel in Rußland.
Der Kaiserliche Konsul in Saratow berichtet unterm 3.5.M.: Der "Monat Apßil pflegt einer der stiUsten für den Getreidsbandel in Rußland “zu seiy. Es tft dies darauf zu-rückzufübren, das; das Ostkr- fest in diese Zett 'fäUt, das eine große Stockum; in das Geschäftslcben “bringt, soweit sicb dieses ni t speziell .auf den Ostermarkt [Md auf Osteravti'kel “bezieht. In dem örncrgescbäft war es daher durch- .gébcnds sehr ruhig. 'Das Zleicbe gilt auch für den Handel mit Oel- saatc'n. Dic Preise ba kn fich kaum gkändert, von ganz gering- geringfügigen, kurzdauernden Schwankungsn abgesehen. sodaß die No- ticrungen Ende März im roßcn und ganzen auch noch auf die Mitte April zutrcffen. Dic Zusa r war überall nur gerin ; es hängt dies mit der Witterung im April zusammen. In dieFem Monat tritt meistTaqutcr ein, das dic Wege schwer befahrbar maeht. Außerdem beginnt im Aprilxdcx Eisgang auf de_r Wolga, Wodurch diese bis zur Eröffnung de'r Schiffahrt, die inzwischen :ckon ist, für den Ver- Xebr gchcrrt zu werden pflegt. Das leßte rittel des Monats April attc wcgcn dcr Festtage überhaupt kein Geschäft aufzuweisen. Was die Saaten anlangt, so stehen diese im Durch- schnitt gut: im allgcmyinen ist der Roggen besser als der Weizen. Nur aus dem Gouvorm'mcnt Ssamara, „'Und war aus den Kreisc'n Ssamara nnd Nikolaikwsk klingen die Nachricbten etwas bedrohlich. Dort bat im Gcgrnsaße zu Saratow sebr wechselndes Wetter gv:- bcrrséxt, das mitunter sogyr noch starke Fröste brachte sodaß stellen- weise die Saat erfrorcn iyi. Sehr schön sieben dic Saaten dagegen im Orenbur ischen. Im allgemeinen wird “Regan ?ewünscht; der Boden ist s on recht trockcn, und bie südlicheren Tei e des Wolga- gebiets Habs" bcvrits sommerliche HWT.
Saatenstand und Gctreidebandel in Rumänien.
Der Kaiserliche? (55cncrali'onsul 'in Bukarest berichtet unterm 5. d. M.: Die Frühiabrékarbc'ttcn kvnnten in Rumänien im April [sicht und nnter günstigen Böbingungen vor enommcn wkrdcn. Wenn schon ng011, Reif, Schnccfall nnd die' ka te Witterung des Monats :Närz dic Entwicklimg der Hcrbstsaatm gkhemmt haben, haben sie doch andrerseits dw schnelle: chdunsiung der Feuchtigkeit delt TW; verhindert und das Acker" fur die Frubjabrssaaten dadurch er ei ter .
Die Lerbstsaaten sicbcn im allgemeinen „gut, nur sind fie an
manchen rten in der Entwicklung etwas zuruckgeblieben. Herbst- gerste und Raps baben the'r dcn Frösien Yes Monats März stark elitten“ die bebaute Flache nnxsete m_nge flugt und mit Frühjahrs- ?aatcn bestellt werdcn. Dcr fru!) gesate ielzen ist, außer in den tief elcgonen und sandigen (Gegenden des Landes, WO cZrot und Mäuse- Yraß die Saat zu Grunde" gerichtet haben, gut cntrxi elt und versprüht einen reichen Ertrag. In den (Fbcncn Wurde wahrend des Monats April an der Aussaat von afcr, Luzerne" Bohnen und Mais gc- arbeitct; im Norden konntc ets *]cgen Exide Ä ril mit der BesteUung der Felder begonnen werden. D e Wxtnstö (* wurden ausgegraben und gereinigt. Diejenigen, welche nicht in der Erde eingeschlagen Waren, sind durch Frost zu Grunde gc1angen.
Das Kaiserliche Konsulat in (53.11.11: berichtkt unterm 6. d. M.: Dcr Witterungsvcrlauf des Monats April erhielt sein besonderes Geprä 8 durch eine'n selbst für ritmanisÖe Vrrbaltnissc außergewöhn- lich s roffen Ucbcrgang von raubem Weitcr zu fast sommerlicher Hiße. Die durch die .Hiße verursachte Austrocknung der Ackerkrume in manchen Teilen des Landes lässt dxn balchn Eintritt yon Regen- wetter bereits recht erwünscht erscheinen. * oxerst kann der Stand der Saaten noch als allgemein befriedigend bezeichnet werden.
Das Getreidegcschäst nahm im Laufs des Monats lebbaftere Formen an. Auf dem Wcizcnmarkt trat Un arn als Hauptkäufer auf. Die bon ibm gebotenen hohen Preise um ti-n dic Auöfubr nach dem übrigen Ausland unlobncnd. Die nach Budapest abgefc'rtigtcn Schleppsendungen sind außergcwöbnlicb umfangreich. Für Mais
zeigte namentlich England plöslich lcbbaftcs Interesse, Was eine ent-
sprechende Preissteigerun ziir Folge batte. Au das Gersten eschäft bewahrte eine ?ewiffe e_stigkeit. In Roggen entwickelte ck) für bessere Sorten e n regelmaßiaes Geschäft nach den Niederlan en und Belgien. 'In Hafer; z'eigte Italien eine gesteigerte Nachfrage. Auch mit Belgien kamexi emt e Abschlüsse zustande. Ueber Salina ßeewärts gelangten in der Zeit vom 2. bis 30. April zur Ausfuhr: . Weizen . 73 305 b, Roggen . 35952 v, Mais. . . . 101178 b, Gerste 23 493 b, Hafer. . . . 8205 b. Die Wasservsrbältniffe auf der Donau Waren recht günstig (Hoch-
Wasser). Auf dem F r a ck t e n m a r kt herrschte Festigkeit. (Es wurden
€ a lt: 8 z h 9/6»10/-,
10/0-11/--, ab Sulina . . . . 9/6-10/- sk). Die Preise stellten sick), wie folgt: 1000 kJ 011“ Kontinent.
Weizen 80-81 kg . . . . . „zz 166-165 prompt . 78/79 , . . . . . „ 160 Roggen 70/71 „ . . . . . 111
. /“' (Halenen) 117 Gsrste 59/60 . . . , 112 . 67/68 . . . . . 120 Hafer 43/44 . . . . . 104
. 48/49 je nach Muster 114 Mais Donau . . , . . .
. 108 . Cinquantino .
Notterdam-Antrvcrpen Hamburg
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Verkehrswesen.
Dix: Flaschenposten im Dienste der Schiffahrt und des Verkehrs. Schon ssit langer Zeit herrscht unter dyn See- leuten_der Brauch, wichtige Mitteilun en, die sich auf andere Weise nicbt ubermittein lassen, in eine Fla?" e einzuscblteßen und diese den WeUen anzuvertraULn. Namentlich in der Stunde der Gefahr beo dteni x_nan,sich,xieses Mittels, um sine letzte Nachricht über ,das SÖUk/al eines Schiffes und ielnsr Bemannung zu hinterlassen. Etnks der, merkwürdigsten Dsnkmälcr in dcr Geschichte der Flaschenpostm bleibt, wie im .Archiv_für Post und Tclegrapbie' mitgeteilt wird, das Von Kolumbus auf !Ciner denkwürdigsn Fahrt nach Westen den“ Wellexi anbertraute Zedernfäßcben mit Nachrichten an den König von Spanien. __Jm Februar des Jabres 1493 befand sich. Kolumbus im Nordatlanttjchen OFM,“ nacb sciner Scbäßung in der Nähe der Azorsm' Jm Kampfe mit schwersm Sturms und tobenber See war sem_klein€s Fahrzeug in großex Gesabr. Da verfaßte er, um zu bcrbut-cn, Haß das Ezgsbnis Miner bisbérigen Täti keit mit dem Untsrgange 1cin€s «(bist? bérnicbxst wsrde und der Nacgbwelt Verloren gebe,'einen kurzen Reixebcricbt aur Pergamentpapier und übergab das wichtige Schriftstück, in Wackystucb gewickelt und in ein Zedeiniäßcben gesäyloffen, den Wellenx Leider gclangte diese denkivürdige Seevost nicbt an ihr; Adresse, den König Von Spanien; ja, fie wurde überhaupt vim niemandem gefMden, was um so bemerkcnswerter ist, als der König, nachdem ("r Kunde von dem scbließlicben (Erfolge seines gro en Untertans erhalten “batte, tausend Dukaten Belohnung für die Ue er» bringurx des Berichts aussetzte. Eine Abschrift des Reiseberiäpts in der lctßyen Verpackung wie die dem trügerischen Meere anvertraute Urscbrift wurde in einem Fäßchen an dem Hinterteile des Schiffes verwahrt und soUte den Weg der Urs rift wandern, wsnn der Unter- ! gang des Schiffes unbermeidlich würde. Glücklicherweise legte “sich- jenexchfurchtbare Sturm, und es gelang Kolumbus, St. Mary zu. , errei en. ' Um die Mitxe des Vorigkn Jahrhunderts bat man zUZrst Vek- sucbbaxigestelü, die Flaschcnbostcn auch der Wissenicbait Wk "ks: Schiffahrt dienstbar zu machen, indem man fi? zUr(Zri:rich:ng ker Geicbwindigkéit und Richtupg der MesceS/trémurmxn benu'six. Ti? Meeresströmungkn babsn fÜr dis vraitiickxx SÉikakrt ?me ;:xz auékrordentlicbe Bedswtang, nicht allein fsir Skgylicbixk, ri? mixééri W nden fabren_, syndsrn «ck 71r_Tamri€r, ki-I sich mit riss.".errN'c bsweaxn, da dieis ge snübsr kscKrast (PZMSUSÉk-UÖMUUJLU 3Uchmachtfoé sein kcmn. Proerr Krümmei ?agt karübsr im zweiter: Banks sein6r_L-z€an0grabbi€: „Immer babsi: dis Méerksstrbmungen für den praktijchen Seemann an Byrd wie für dis tbeorstifierxnden GsisbrtM im_Studierzimmer etwas GkbsimniSVOil-és, aber auch etwas Gros;- arttges behalten, ja, man kann 1agen, je sorgfältiger das Phänomen beobachtct und studiert wird, Um so imponiércndcr crscheint es im ganzem.“ Es mög? daran erinnert wsrden, daf; Nansc'n zn skinc'r Annahme, daß von OksjfibirierY ber Lins Strbmung über dc'n Nordpol ober d0ch_in dxffkn nachstxr Nabe nach kkr grönlandischen Küste bin- fubren muffe, in critsr Linie durch Treibholz und andere Gk cnstände- gekommen ist. An der Küste Von Grönland wird Jahr für abr 1111- auSgeseYt Tveibbolz angeschwemmt, nnd zwar in solcbcr Ma 9, daß die Grönländer dadurch Stoff für ihre bänslicben Gcrätchaftcn und Hütten baben. Diejls Trkibboiz kommt znm Teil bon Sibirien, Zum Teil auch Von dcn nördlichcn Kiistxn Nordamcrikas. ürst „llbert Von Monaco is1 der crsieFewesen, der bei einen w ffc-n. schaftiicben Meeresfabrte'n auch der "crwcndung dcr laschen zum Studium der Mcsrcsstrbtyungan seine Aufmerksamkcit zugcwcndct bat. Im Jahre 1878 bejcblos; auch die Deutsche: Secwarte die Ausgabe, bon Formularen, d. b. vvrgcdritcktcn Flaschen osi- zettel_n, dam_tt die Schiffer jedc'n AnYenblick cin paffcndc's [att zur Hand hatten. Bis zum Jahre: 1890 wnrdkn nur Formulare in deutscher Sprache ausgegeben, Vl)" da ab jedoch vielsprachige, auf dcm)" vom Absender auch 311 bcmcrken ist, ob die Flasche mit Sand beschwcrt wurde ode; nrcht._ chqs deutscbe' Kriegsschiff und eine große Zahl der Schtffc unsere'r Handklsflottc wirft jcdcn Mittag eine etwas belastetc, ivobch'rkorkt? Flasche über Bord, die auf cinkm thtci genaue Angabcn über Ort und Zeit des Aus- sepeéns enthält. Der rvcitcrc Raum W 3606121 umfaßt die? Von dem Yndcr auszzufüiie'nde'n Spalten übc'r Ort imd Zeit des Auffindens.
16/1" Zattcb Pelangcn nnmittcibar oder durch Vcrmittiuna der
deutschen Konyu " an die Seewartc in Hamburg. Auf diese Weise hqt unsere Kenntnis Von den Strömungen dcr Ozeane manche Bg. reicherung erfabrcn. So haben bcispiclsweisc die über 300 Seemeilén betragcndcn Wege dc'r Flaschenpostcn im Atlantiscbkn Ozean di? bis stift angenommenen Strömgngcn, wic sic in dcn Stromkartkn dar- nctcllt sink), im ganzen bestatigt. Danebcn crgabcn fick) bsdkutungs- voÜe Strerflichtcr auf die Eigentümlickpkeiten dcr großartigcn Meer??- strömungcn. Der älteste der im Be 189 der Hamburger Seewarte bsfinkiicbm Flaschcnpostzettcl isi zuglet ciner der bemerkenswertcsten rer ganzsn Sammlung. _ Die Flasche wurde am 12. Juli 1864 südwärts ron den Yglklandmseln ausgeworfen und kam erst nach drei Jabrcn an der . ,'uste der großen australischen Bucht wieder zum Vorscbcin: ste bat tn erader Richtun?l annäbe-rnd 8500 Seeme'ilsn zurückgelcst. Die dur _scbnittlich sahne sic Trift Wurdc von c'im'r vom Dampfe'r Euphrmra“" ausgcworfknen Flasche im Bereieh: des Aequawrial- stroms zurnckgelegt. Dic Flaschc durchlief in 154 Tazcn 2700 Seemeilen, also 17 Scc'meilcn auf den Tag. ' on besonderem Interesse ist die Trift dreier Flaschen, die' ach zu gleicher Zeit auf 52" nördlicbcr Breite und 410 westlicher Länge auSgeworfcn und die in kurzen Zwischenräumen _in der gleichen Woche an der Westküste Schottlands nach einer Rklse von 1200 Seemeilen wieder auFefunden wurden.
Allerdings ist die erbältniszabl der wie_dergefundencn
Ölaschen zu der Zahl der ausgesc ten im allgememen sebr gkring.
() gelangten Von de'n bundert Fla chen, die die Ryderscbe Expeditirn in den Jahren [891 und 1892 auswarf, nur fünf in die Hände des Absenders zurück. Wie vielen Gefahren ist 8111 so äerbrecbiickoes Fahrzeug aber auch ausgescßt! Es'drohcn ihm nicht a ein |wa 'üsten und Eisberge, sondert) viele von den Flaschen werkxi wohl auch durch den wuchtigen Schnabel des Albatros ;xr.