_ Heute terert_Deut1chland den Tag von Sedan zur Er- rnnerung an die großen Thaten unseres Heeres in dem Kriege von 1840/71 und an die Einigung dsr deutschen Stämme zu einem iesigesügten Reich. Mit der Erinnerung verbindet _fich_ der Dank__ für den Opfermuth, mit welchem dre glänzenden_Wanenerfolge erkämpft wurden, die Genugtbuung_ über dl? Fortschritte, welche seit jenem Tage die ngnongle Eniwrcklung und das Gesübi fester Zu- sammengebdrigkert gemacht haben. und das Gelübds, die uns übxriommenen Güter zu wahren, zu erhalten und zu ver- theidigeii. _
Diesem Gedanken gsben die Blätter an dem heutigen Festtage einmüthrg Ausdruck. So lesen wir in der „Post“:
Fünfzig Jahre, bar rer leyfe der beimgegangenen Paladine Kaiser Wilbelm's,_ Gras Moltke, gerast. würden wir unter den Waffen sieben müiien, urn das in dem rubmvoljen Krieae, in deffen Erinnern fich beute die qeiammie reutscbe Nation vereinigt, Crworbene zu erhalten. Wir dürfen nismals verßeffen, daß von dieser Frist erst drr kleinere Theil verstossen ist, und, wenn selbst die Nusficbtrn in die Zukunft viel belier und freundlicher wären, ais fie es in Betreff der Abfickptrn unserer Gegner find, so düritkn wir docb “.*“.irrnals die Hände in den Scboß legen oder uns in eitlen Hoffnuygen wirgrn, daß der große Scblacbtendenker, dem gewiß nie etwas !crner _gelegrn, in die Zukurfr xu beisrmistiscb geblickr. Jn dieiem (Geiste wolirn wir ÜUÖ das brutige Fest ieirrn, urs freusnd der Sikge, wclche deuifcbe Heere vor 20 Jahren blutig errungen, uns freuend des nencn Deutscben Reiches, unserer 53er und drs Frirderrs, den wir nicht stören werdcn, aber auch entikvlorien zu kämpfen, wsnn er Scitört werden soilie _ mutbig und Grit vertrauend, wie es eine andere Generation vor 20 Jahren mit dem berrlichrn Erfolge geiban, den wir beute feiern.
Die „Natwnal-Zeitung“ schreibt:
Wir Deuticke barren der kommenden Dinge _ und wir Werden uns risieri an diesem Sedantaqe ganz besonders bewußt _ mit der Entscblcnenbcit, FQÜS es nothwendig werden sollte, absrmals AÜW an Aklrs „zu sLJiU, urd mit der Zuberficbt, wrlcie die Krnniniß der eigenen Stärke und da:“: Vertrauen zu den gleich urs bedrohten Bunkesßrnrmen einflößt. Als am 2. Seviembrr 1870 das eine franiöfisÖe Heer sammt dem Kaiser fiÖ ;:rgab, wäbrerd das andere in Miß reitungxlos eingrscblrffen war, gab es noch keine deutsckxe Armer, wie die heurige. In dem Hecke kes rorddcuticben Bundes waren mit der Preußischen Armee erst slit drei Jahren die. anderen Koutingente der Staaten nördlich des Mains notbküritig vrreinigt, und daneben wchien unter König Wilbeltn's Oberbefehl die “,n vielen Beziehungrn anders organifirten und bewaffnsten Trurprn der Südstaaten. Jess baden wir seit zrranzig Jabrcn Lis-L deu1sche Armee. Damals lebte in Deuticbwnd ein krinekwegs machiloisr Partikularismus, der zwar AUFLÜÖTS der Brdrobrmg der nationalen Existenz sicb Stil]- icbrmiaen auferlegte, aber noch kurz vorher obne Scheu den Gedanken des Najionaistaajs bitter bekämpfdbatie. Heute ist diese Richtung nur in wenigen, einfiußlosen Ueberreiten borbanden; man darf sagen; die_gesammte Nation steht unerschütterlich zu Kaiser und Reich. Wer beriucbt, gegen dieirs Reich anzurennrn, der wird sieb, wie wir boffen dürfen, den Kobs daran cirrrennén. Diese WabrsÉciniickkeZt wird brei- ieicht als Schußwebr des Friedens wirken.
k) 'ßtAm Schluß eines Artikels des „Kieler Tageblatts“ Li LZ:
In den letzten Worber; babrn dir Zritunarn zuweilen dunkle Wolken am Horizont erblicken wolien. Kein Mensch weiß, ob sie flüchtig vorüberzirben werden oder nicbt. In jedem Fail haben sie Deuticbland nicht in seinrr Ruhe zu stören vermocbt. Aber sie haben uns dock) wieder daran erinnert. daß es uns dermaleinitbescbiedeniein könnte, nicbt nur in geistiger Arbeit, sondern mit Waffsngewalt ein- zutreten für das, was uns der Tag Von Sedan gebracht.
Ob nun diese Wolkengebilde Cinbilduna Waren oder nicbt, die Feier des Tages von Sedan wird _ diß sind wir aerriß! _ nicbt vorübergehen, rbne uns von Nemm in der Eniscbloffenbeit bestärkt zu haben, alle unsere Kraft drm Vaterlande zu wribrn und es stark und mächtig, geeint und glücklich unseren Nachkommen zu iiberliefsrn. Mögen i_vir rms nicht_ in trügerische Sicherheit und Sorglofißkeit wiegen, i_ondern uns itrts und zu jeder Stunde deffrn bewußt sein, da:"; wir für unser böcbites Gut jkderzeit rinzutrcien bereit sein müssen. Je _xänger der Tag von Sedan der Geschichte avßrbört. desto mehr münen UnS die Heldrnibaren jcner großen „3211: als Lebte: und Mab- nur-g gelrerz, rinig und stark zu bleibem, Um unbrrsebrt der Zukunft zu überlirsern, was uns die Vergangrnbeif an Glück und Mach_r geschenkt bat. Wahrlicb, daß es uns an krirgeriicben Gelüiten feblt, bat Deut7chland hinreicber-d brwiesen. Wir streben nicht nach neu:"n Rabmrstbxterrx größrre könnten uns kaum je be- schieden 1ein. Aber Wenn die Vrrssbung Deutscbland zwingt, zu ver- rbeidigem, was es grrrNden, dann wird es sich ficberlick) der Held€n- tbaten wertb zeigen, die uns in dem „Tage von Sedan" verkörpert sind. Mag die's frübcr oder fräier icin, _ der Tag von Sedan wird uns immer eine Qu-[le bleiben, aus der wir immer von Neuem Kraft und Zuversicht, Lyserbrreiticbaft und Begeisterung schöpfen!
Ter „Hannoversche Courier“1chreibt:
Zum zwanzigsten Male begeben wir am heutigen Tage das Fest der nationalßn Wiedergeburt, dds nationale FriedmL-fei't. Denn ein Friedcnksesi ist es an erster Sielle. Aber wie der Friede 1111! erkämpft Werden konnte durch blutige Opfrr, so erneut sicb 9Uiäbrlich am 2. September von den Gipfeln der Alpen, aur denen Freuderierrer beute rum Himmrl auflodern, bis zu dcn Wegen der nördlicben Meere das Gelöbnis; dsutscber Männer, treu zu einander zu sieben, wie in guten, so in bösen Tagen, und nacb der Väter Weise unter Gotik,? Schuß auch wieder zum Schwert zu greiirn, wenn es sein muß, zum Sckzuße dessen, was in scbwerer Zeit errungen, zum "Schuss der Einbéii, der Freiheit, des Friedens. Und wie das gewaltige Bild der Geryiariia auf dem Niederwald ein weithin sichtbares Denkmal in iür das, was ein einiges Volk im begeisterten Kombi für eine gute Sache vermag, so hat auch die Jahresfeier des Sedan- rag_e§ eine ernste und tiefe Bedeutung, die wir uns nicbt schmälern [amen dürfen, als cin dankbares (Gedächtnis; Derek, die ups zum Ziele oeiübrt, und der tbeuren Todten, die das Werk mit ibrem Blut besiegelt, als eine Mahnung den Lebenden und den kommenden (Hescblrcbtrrn, nicbt univertb zu werden der großen Zeit und der_großen Männer und dessen, was sie als kostbares Erbtbeil binterlaiien.
_ In den Schulen wurde der Tag in üblicher Weise durch Feirakte, Turnen, Jugendipiele, Ausflüge u. s. w. gefeiert.
_Von außerhalb liegsn Über die Feier bis jest folgende Berichte vor:
PotHdam._ Heute friih wurden Salutsrbiiffe vom Brau- hauserge abgeieuert, Glocken eläute erscbalire von allen Thürmen, vom Thurm der Ni oiaikirche wurden Choräle ge- blasen. -Vorrnixtags__war in der Nikolaikirche Festgottesdienst, an_ welchem _die 1tädmchen Behörden in AmtStracht iheilnahmen. Die Stadt ist reich mit Flaggen geschmückt.
Po1en. Der Sedazrtag wurde hier in sämmtlichen Schulerr durcb Festakte gefeiert. Außer den öffentlichen flaggen auch viele Privatgebäude.
Bromberg. Die Stadt ist reich beflaggt, in den Schulen fanden Nedeakte slatt, die Vereine und Korporationen haben besonders Festlichkeiten veranstaltet.
Breslau. Der Sedantag wird hier wie in früheren Ic_ihren von ix_llen Schichten der Bevölkerun festlich begangen. Die _Stadt iii reich _beflaggi. Für den bend ist eine al]- gememe Beleuchtung m Aussicht genommen.
Nordhausen. Die ganze Stadt prangt im Fla gen- fchmuck, Vormittags finden ftgotLeSdienfte und in den ulen Festakte statt. Mittags Fetgeläute sämmtlicher Glocken. ür Abends smd von den Knegervereinen und vielen anderen er- einen besondere Festlichkeiten veranstaltet.
München. Die Feier wurde durch Morgenmufik vom Balkon des_Ratbbauses eiizgeleitet. Die öffentlichen Gebäude und zahlreiche _Privaibäuser find reich beflaggt. Bereits gestern Abend fand eine Feier im Vürgerbräu-Keller stati, weicher auch Vertrexer der Stadt beiwohnten. Während der Feier wurden emhunastische Hochs auf den Kaiser und den Prinz-Regentrn ausZebracht, während die Musik die National- hymne mtonirtr.
Dresden. Alle öffentlichen und viele Privatgebäude tragsn Flaggenscbmuck. Schulen bigingen Gedenkfeiern, zahl- reiche V_€rerne haben besondere Feßlichkeiten veranstaltet. Börse aeycbloffen. Abends finden Mufikauffiibrungen auf dem Altmarkt und Brleuchtunq der öffentlichen Pläße statt.
_ Chemniß. Der Nationalfeütag wurde von der V:.»- vdlkerung in rsfilicher Weise begangen; die Stadt ist reich befiagat.
Weimar. Die Feier des Sedantaaes nahm den iiblichen Vrrlauf. Nach dem Gottesdienst am Morgen fand ein ug zrrden Kriegerdenkxnälern statt. Für den Nachmittag Find rinentlich: Munkausfiihrungen u. s. w. veranstaltet. In den Schulen wurde der Tag durch Festaktus, Turnfeste u. s. w. begangen.
_ Vreme_n. Früh 7 Uhr wurde mit aÜen Glocken ge- läutxt;_V_ereme und Korporationen zogen nach dem Marktplaß, woselbxt der Senat und das R5chterkoüegium, die Mitglieder der_ Hgndeléxkammer, di:: Invaliden von 1813_15 und von 1840/41, dre Vürger1chast, di? Gewerbe: und die Landwirth- 1cha1t§kammern, Reservs- und Landmehr-Offiziere Aufsteüung genommen hqtten. Dem (Hemng des Chorals „Nun danket AUS Gott“ xolgten Vorträge der Männergesangvereine und nach einem ramendstimmiq _aumenommenen Hoch auf Kaiser und Reich ichloß die Nationalhymne die erhebende Feier. Taraux ging _der Festzug durch die Stadt zum Kriegerdenkmal, wo Kranze niedergelegt wurden. Nachmittags war großes Volkssest auf dem Schiißenbofs, L_lbends Illumination. '
__ Hamburg. Sirmmtlichs öffentliche und viele Privat- bauser, aiich drs Schiffe im Hafen haben gkflaggt. In den Schulexr ianden gestern Festakte siatt, heute fiel der Unterricht aus. In gUen Kirch2n fanden beute Festgottes- diensts, darin _emFestzug nach dem Kriegerdenkmal in der ESpianade, wwre die Vekränzung und Weihe desselben, Abends Concerts und Feuerwerk statt.
Der mit der Leitung der Angelegenhéiten des Kaiserlichen Kommrffariats fiir Südwest-Afrika interimistisch betraute K_anzler Nels bat seinem Posten mit Urlaub verlassen und dre Geschäfte dem Hauptmann von Fransois Übergebsn.
_ S. M. Fbrzg. „Loreley“, Kommandant Kapitän- Lieutencrnt Graf von Moltke 1., ist am 31. August in (Hglaß eingetroffen und beabsichtigt, am 5. Syptember die Rück- rerye nach Konstantinopel anzutreten.
_ Danzig, 1. Septembér. In der gkftrigen ersten öffent- lickzen Vsrjammlrmg des Deutschen Katholikentages sprach, wre mir der „Dani. AÜg. Ztg.“ entnehmen, Freiherr pon Schorle1xrer=Alitiiberdre Sozialdemokratie und ihre Bekämpfung:
Er bat, sich durch den sÖSiNbäkkn Zriespalt in der Sozial- demokratie_nicht irre m§1chen zu laffen, sondern ibr gegenüber nach wie vor auf der Hat zu Min. Die Sozialdrmokraiie ici international und umstürzlerricb urn jrden Preis, die soziale Frage aber sei eine MaZen- _und Seelrnfrage. Redner bezeichnete die moderne Wimenfcharr als die Rockscböße, an die fick) die Sozial- demokraten a_nklamm_ern, aus dieser Wiffenscbait sri der Un-glaube ent- standen, der_irin Gift in die Reibcn des Volkes ergoffen babe. So lange der Kirche ni-kbt boUe Freiheit der Bewegung gewährleistet sei, werde die Sozialdemokratie unvernicbtct bleiben, ebenso, so lange das Kapital si-b in wenigen Händen anbäufe. Nachdem Redner auf Grund des Bébel*xchen Wortes: _.Auf religiösem Gebiete wollen wir den Arbei§_mu§, auf boliti1chem (Gebiete die RKVUblik und auf wiUc-nicbaitlichem Gebiete den Sozialißmus“ eine ein,“.ebende Schilderung drs .Zukunftßftaateß“ gegeben batte, bezeirbnete er al.: daI oberste der Kampfmitirl gegen die soziale Feindin die Religion, die dem Volke wieder zugänglich gemacht werden müffe. Um aber Rcligibri wirksam ausbreiten zu können. sei die volle Frei- beit drr Kirche erforderlich, aue Orden müßtrn erbaitzn bleiben und der kor-sriswnelle Friede gcficberr wrrden. Redner schloß mit einem Lobe_ arri dir arbcikerfreundlichn Absichten des Kaisers und des Pabiies und arbeüirte an das katbolis-Ée Volk, diesen beiden Ober- bäuvirrn zu __ioiqen. _
& Dr_mnachst sprach Abg. Dr. Por1ch-Breslau über die Schulsrage:
Die S_cbulirage _sei für das Crntrum ein Eckstein seiner Politik. Er iiebe mir dem gciammten Centrum auf dem Boden des Antrages Wmdtborfi, _woncrcb die Kirche, Weil allein befähigt, auch allein be- rechtigt sem 1911, in den Voikßs_chulen den Religionsunterriibt zu er- tbeilen. Wenn der Sraat fortsabren soUte, das Unterrichtßmonopol fur_fich xu beansbrvchen, fx werde er den stärksten GewiffenSiwang außuben, denn _vor Allem durfe er die Kinder nicht gegen den Willen der Eltern xrzteben. W_enn diese Kardinalfocderung dcs Centrums unerfulit bleiben soUte, _70 könnte leicbt cin nruer Kulturkampf ent- stehst?; D_re Geyxralveriammlurgg babe die Pflicht, sich über diese Politiicb-badagoziickoe Frage_zu außerrr, und er für seine Person wolle brtonen, daß es _verleuaxdrrrfÖe §Mraje ici, wenn man behauptet, die Krrcbe er::rebe die HerriÖaft über die Schule.
In der heutrgen__zwe1tenZeschlosjenenGeneralversammlung kamen mehrere Anfrage der ommi1fionen zur Berathung und Annahme. Angenommen wiirden zunächst zwei Resolutionen zur Frage „Papst und _rormlsche Kirche“, welche für die Wrederherstellung der iemtorra en Souveränetät des heiligen Stuhles emtreien und der Hoffnung Ausdruck geben, „daß dre dem heiligen Stuhls gebührende Weltsteliung immer mehr _zxtr Y_nerkennurrg gelangt“. Auf Antrag der Kommimon xür VérernSrrJesen, Aeußeres und Formalien wurden dann stehen Refolutroiien angenommen, welche folgende Punkte umfgffen: 1) Es rptrd beschlossen: die Gründung neuer katholrjcher kaufmännischer _Korporationen zu befür- worterr, 2) dre Errvartung nuexuryrechßn, auf Wegfall der geseßlrchen Vorschriften gegen die freie Bewegung der Orden LC,; 3) die Grabstätte des Papstes Pius 1x.
aUSzuschmücken, _soryie eine universeüe katholische Kund- gebung am 100 ]äLnZen Gebrrrtstag Papst Pius' 124. zu ver- anstalten; 4) dre mchtuxig einer deutschnationalen Andachtsx stätte in Lorety zu ßmpkehlen; 5) die Aufbringung neuer Mittel für dre Marienkirche Zu Hannover und das Windt- horst-Dxnkmal zu Meppen zu efürworten; 6) die katholische akademische Jugxnd Deutschlands und die Freunde der- selben zur Therlnahme_ an dem bevorstehenden Pilger- zuge nach R_om_ anläßlich des_Centennariums des heiligen Aloysius amzufordern; 7) Wird beschlossen, die nächste Katholikenversammlung (1892) in Mainz ßattfinden zu_ _laffen. _ Ferner wurde auf Antrag der Kom- mission für Missionen und Charitas beschlossen, den Katho- lik_en _zu empfehlen, den Bonifaciuö-Verein mit Geldmitteln reichl_1ch zu untsrstüßen, besonders in Rücksicht auf die in Berlin herrschende K_irchxnnoth. Mit der Verlesung eines Schreibens des Erzbiichoss von Köln, in welchem er der Ver- sammlung den bischöflichen Segen eriheilt, wurde die zwrite Generalvrrsammlung beendet.
Kiel_, 1. Sepxember. Der chilenische Kreuzér „Presi- de_nte Pinto“ ist, laut Meldung des „W. T. B.“, heute Mittag m See gegangen.
_Kassel, 31._ AugUft. Das Programm für die Kaiserfesitage iir Ka1sel ist nunmehr, wie 'der „Darmsi. Ztg.“ gejgbrrebeti wrrd, amtlich festgestellt Seine Majestät der Kar1_er trifft danach am 11. September, Abends um- 8 Uhr, mittelst Soriderziiges auf dem hiefigen Bahnhofs ein, woscxibjt großsr mriitärrjcher Empfang stattfindet. In der Mu1eumsstraße, dem Bahnhofs gegeniiber, wird der Kaiser durch die_ Vertreier der Stadt begrüßr Von hier aus begiebt Sich Seine Maxeftät zu Wagen unter dem Geleit einer Ehren- kaorte durch die Straßen der Stadt zum Orangeriegebäude m der Karlöaue, wo AUerhöchstdemielben vom heisischen Kommunab-Landtage ein Fest gegeben wird. Nach Beendi- grmg des Festes _ sährr der Kaiser nach Wilhelms- bohe, ivo _ Absteigequartier genommen wird. Die Fahrt dorth erfqlgt durch das Auetbor am Friedrichs- piaß vorher durch dte_Königsstraße und Wilhelmshöher AUee. Arn 12. September, trüb 9 Uhr, findet südlich des Dorfes Nieder-Zwehren, dicht vor dem Thore KaffelS, die großeParade des )(1._Armee-Corps statt. Die Kaiserlichen Majestäten be- gebexr Sich von Wilhelmshöhe durch das Dorf Wehlbeiden an Schonfeld vorher nach dem Paradefélde. Nachmittag?- um- 6 Uhr an dem1xlben Tage findet im Königlichen Palais am Friedrichsplaß ern Paradediner statt, an welchem die Spißen der Militär- _rznd Civilbehörden 2c. theilnehmen werden. Um9 Uhr Abends ist großer Zapfenstreich von sämmtlichen Mufikcorps und Spiellerzxen oes )(]. Armee : Corps, Ueber die- Fahrt des Kariers von Wilhélmshöhe nach Kassel zum Parade- dmer und Abends zurück bestehen noch keinerlei Festfesungen. Sonntag, den 13._September, Vormittags um 10 Uhr, findet in Gegenwart Ssmer Majestät des Kaisers auf dem Bowling- green m_der Karlsaue em Feldgottesdienst der sämmtlichen in Kaffsl liegenderr Truppen statt, Wann die Abreise nach Erfurt erfolgt, ist noch nicht definitiv bekannt. Dagegen möge zum Schluß rioch e_rwxihnt sein, daß am Abend des Einzuges des Kai1er§ rn dre im Festschmuck prangende Residenzstadt“ Kassel, (L_Us dem Wege vom Bahnhofs nach dem Orangerie- gebcrude m der Karlsaue, die Vsreine, Schulen, Deputationen, Militär 2c. Spalier bilden.
Bayern.
München, 1. September. Usher die hier im Gange- bxfindl'chen HanderertragSverhandlungen schreibr die „Allg. Ztg.“:
_Jn den_ Kreisen der Delegirten besteht die sirbere Hoffnuns, im Lubie oder i_vatestens bis zum Schluß dieser Woche mit der ersten Leiung ferm. zu Werden. Es wäre aber verfrübt, daraus bin- dende Schlüsse für das glatte und baldige Zustandekommen des Werks ielber zu ziehen. Die erste Lesung ist im "Grunde nur eine Vorbereitung. Alle Punkte, bei welchen fick) erbebliÖe, nicht sofort zu beieitigende Differenzen ergcbrn, werden eben zrirückqestellt. Es wird na_ch Beendigung disier ersten Beratbungen, in welchen die de_uischen, diterreicbiicbén und iralieniiÖen Delegirten mehr die gegen- ieitigen_Fordrrunge_n zur Kenntnis; nrbmen und möglichst abwägen, al: daruber endgültige Beschlüsse fassen, voraussichtliib die Einholung neuer Instruktionen für dieselben Seitens ihrer Regierungen nothwendig werden; Erst bei. der zweiten Lesung wird sich daun zeigen, ob eine Cryigung rasch 1an leicht m_özlicb ist Man kann also bei im Yügrmemen nacb wr: vor günitigen Dispositionen der betbeiligtm Regierungen _von einem aünstigen Stande der Dinge sslbfi des- halb noch nicht wobi reden, weil natürlich aerade in wichtigen Pirnkten am Leichtekien Meinungs- und Jntereffenverscbieden- beiten h_ervortreten werden und in '“olcben die Entscheidung noch ausrtebt. Axdererseits sind aber die jüngst aus Wien und Rbrxrverbreiteten Nachrixhxen von weiteren Verzögerungen und un- gunittgeren Ausfichten_imorern unrichtig oder ialsch auf.]efaßt worden, als_ man daraus avs unerwartet neu aufgetauchte Schwierigkeiten schließen zu folien glaubte. Das?_ bei der ersten Lesrrng nicbt volle Einigung und eit) definitiver Abicbluß erzielt werden würde, war iozusageri seibitveritändliä), umsomehr, als es fich nicht bloß um die Zolitarire der drei Staaten, sondern auch um weitere wirthscbaftlicbe Abmachungen bankelt.
MerkienburgSthv-eriu.
Rostoci, 1. September. Der Großfürst und die Großfürstin Wladimir trafen, wie telsgrapbisch gemeldet wird, heute Abend 51/2 Uhr von Gelbensande hier ein und reißen alsbald über Hamburg nach Paris weiter.
Sachsen-Weimar-Eiseuach.
Weimar, 1. „September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog verlaßt nach der „Th. C.“ mit Ihrer Hoheit der Her ogrn _Johann Albrecht von Mecklenburg morgen _chevemngen, um nach einem Abschiedsbesuch bei
hren Maxeftäten den Königinnen der Niederlande in Schloß Yoo nach Deutschland zurückzukehren. Die Ankunft auf der Wartbur findet am annerstag statt. Ihre Königliche Hoheit dre Gro herzogrn trifft ebendaselbft am 4, September ein.
Sachsen-Alteuburg.
4x Altenburg, 1. September. Der Königlich preußische Maéor a. D., Kammerherr Georg Heinrich von He ldorff, _auf Drackendorf, ist zum Herzoglichen Wirk- lrch„en_ Geheimen Rath und Staats-Minister mit dem Pradrkcrt „Excellenz“ ernannt_ und ihm der Vorfiß im Herzogliäxerr Gefammt-Minifiermm, sowie die Leitung der ersten Ministerral:21b1heilung (für Angeie enheiten des Herzog- lichen Hauses, Auswärtige und Univer iäts-Angelegynheiten u. s. w., i_ür Kultusangelezenheiten und Innere!) als „Z:.exxn Vorstand ubertragen worden. “
"“Men-Coburg-Gotha.
Coburg, 1. September. Heute Vormittag 10 Uhr trat der Landtag des Herzogthuuzs Coburg hierzu- sammen. Die Vorlage, betreffend die Bewilligung emes Beitrags aus der Coburgischen Staatskasse zur Erhgliup des Herzoglichen Hostheaters in öhe von 9000 „FH jahrlr vom 1. Juli 5. J. an bis aui eiteres,_ wurde der „Cob. Ztg.“ zufolge der Finanzkommiifion überwresen.
Deutsche Kolonien.
Im Auftrage der Königlich sächfischen Gesell1cha1t _der Wissenschaften wird sich der Geograph und Mathematiker ])1'. H. Gruner nach Deutsch-Osiafnka begeben, um_fich dem Macht von Wissmann als wiffenschaftlicher Begleiter anzu-
lie en.
sch 1)r. Junker veröffentlicht im Augufthefi der _,„Peter- mann'ichen Mittheilungen“ einen Aufjaß uber seine Reise vorn Victoria-See nach Bagamoyo, die' er,_ au6__ Aeguatoria kommend, im Jahre 1886 gemacht hat. Die Neue ging also durch unser ostafrikanisches Schußgebret. 1_)r.Junker bx schäftigt' fich bier insbeiondere niit de_m Landschaftlrcbexr undhebt die Unterschiede hervor, welche in dißser Hinsicht zwi1chen_dres_en südlich vom Aequator gelegxnen Landern und den nyrdlrcl) gelegenen Ländern bestrhsn, m welche_n er so lange Zeit ver- weilte. Von Interesse find namsntltch seine Bemerkungen über Bodenkultur, Handel und Verkehr. „Dre Bodru- kultur“, so bemerkt er, „ist in ailen Ländern südlich vom Victoria- See weit geregelter und der Boden wird WLit mehr aUSgenth, als in 5:71 nger-Ländern nördlich v_om Aequator. Der Grund dafür ist der seit Jahrzehnten lebhafte Verxehrder arabischen Handelözüge von Sansibar; er hat _auch dre einheimische Be- völkerung in nähere Berührung miteinander gebracht und den Handel gehoben. Der Neger lernte Bedürfriiffe kennen, o_er- langte nach europäischer Waare urid produzrrte aus freien Stücken, ohne im Joch des Frobndrenstes zu stehen, mehr als er für fich bedurfte, um damit treien Hgndel z_u treiben. _Da_s aber ist eben der gewaltige Unterschied zwxschen diesen ostafrikani- schen freien Neger-Ländern urid jenen durch dix egyptische Re- gierung unterjochten. Hier freier Handel, nur kauflichxr Erwerb jeglicher Dinge, kein Frohndienst, Bezahlung der Trager; dort Mißachtun des Eigenthums de_r Neger, geroalisame Re: quifition, wang-Zarbeit ohne Ent1chädrgung, Willkurherrschaft eines eigennüßigen Beamtenthums. Dre An_fiedelungen rn den ostafrikanischen Ländern machen denn _auch rn Bezug auf aux,- giebige Bebauung des Bodens den Emdruckßgerxgelterer Ver- hältnisse und find auch darin von den nordlrchen Landern verschieden.“ _ _
Zum Zwecke der Errichtung _emer deuischen Schzrle in Togo ist Seitens des Häuptlings Almxrda _und ferner Familie dem Kaiserlichen Gouvernement em Vertrag von 1000 „16 zur Verfügung gefiellt worden.
Oefterreich-Uygaru.
Wien, 2. September. Seine questät der Kaiser und König ist gestern Abend von CW nach Schwarzenau abgereist. _
Für die Manöver des 2 _und 8. qups (vom 2. bis 7. September) find nach der „Wien. Zig.“ solgende Allgemeine Bestimmungen getroffen worden: _ _
2. Skptember: Uebergang in die Aukganßs-Situation. 3. Sep- tember: 1. Manövertag, 4. September: 2. Manövertag. 5. Sep- tember: 3 Manöveriag. 6. September: Rasttag und Besprechung. 7. Sebtember: 4. Manövertaq. _ _ _
Das kriegßgemäße Verhältnis; der Parteien beginnt_ am 2, September um 2Ubr Nachmittags und dauert bis zur_ Beendigung der Manöver. Ein Verkehr zwischen den Parteien ist ntcbt gestatt-et. Unvermeidlicbe Miitbeilungen an den Gegner sind durch Parlameritare zu übersenden. Dies gilt aucb für den Verkxbr rnit der _Manoyer: Oberleitung, Falls diese sich beider Gegenparterauibalt. Dre Offiziere der Manöver-Oberleitung und die SÖiedSriÖtcr verkehren xederzett_ und in jeder Richtung ungehindert. Statt der bisher üblicben Demarkatibns- linirn rrerden den beiden Corps Vegrxnzungklinien bekanntgegeben,_ uber welcbe die Vorposten nicbt binauSgeicboben und welckoe von großeren Abtheilungen nur nach Genehmigung der Manöver-Oberleitung iiber- scbritten werden dürfen. Der Pairouillen-_ und Nachrtchtendien1_t ist jedoch auch über diese Linien hinaus wie im Ernstfaüe zu _betrsrben. Die Bekanntgabe diefer Begrmzunaslinien an die Parteien gilt gleich- zeitig als Befehl zum kriegsgemäßen Abbreclmr des Gefecbts. Nach Schluß der Uebung am leßten Manöbertage wird abgeblaien. _
Die Manöv er - Oberleitung fungirt als da? den Parteien vorg-seyte Kommando, daber aiie Meldungen, Dienststucke 22. an die- selbe zu richten sind. _
Am 3 und 4. Sevtember ist die Abficbt fur den folgenden Tag sofort nach erfolgtem Abbrechen des Gefechts zu melden._
Cimaiqe Abänderungen einer eingesendeien DiSpositton oder der gerneldeten Absicht sind sofort _ eventuell telegrapbisch _ anzuzeigen.
Die Manöver-Oberleitung bat Seine Kaiserliche und Königliche Hobeii, Eeneral-Jnspektor des Heeres FM. Erzherzog Albrecht. Chef des Generalstabes ift FZM. Friedrich Freiherr von Beck.
01-61-8 (16 bataii1e_ des 2. Corps (Ost-Partei). _
Kommandant des 2. (Corps und kommandrrender General in Wien: FIM. Anton Freiherr von Schönfeld. Generalstabs-Cbef Obersi-Lieuienant Anton Resch. 46X Bat. _ 28T EU. _ 78 G.
4- Jnf-Trupp.-Div. FML. Eduard Sucrowaiy. Generalstabs- Cbef Maibr Karl Glückmann. 14 Bat. _ 2 ESC. _ 12 G.
7- Jns.-Bri . Oberst Karl Dratbfcbmidt von Bruckbeim- 1., 2, 3-- 4. Bat. kes Ynf-Reg. Nr. 3. 1., 2, Z., 4. Bat. des Jnf.-Reg. Nr. 99. 1, Bat. des Jnf.-Reg. Nr. 81.
8- Inf.-Brig GM. Octavius von Nararini. 1., 2, Z., 4. Bat. des Ini -ch. Nr. 8. Jäg.-Bat. Nr. 25.
2 Es:. des Drag.-Reg. Nr. 6. Vatt.-Div. Nr. 19 (3 Watt.).
13. Inf-TrupvxDiv. FMB. Geora Koräcs von Mad. General- ÜabZZCÖes Major Heinrich Ritter von Schwarz. 15,Bat. _ 2. EOc.
25. Jnf.-Brig. GM. Edmund Hoffmeister. ]., 2. 3. Bat. des IUf.-Reg. Nr. 19. 1., Z., 4. Vat. des Jnf.-Reg. Nr. 69. 2., Z., 4. boßn. berz Jnf.-Bat.
43. de.-Brig. GM. Jobann Beck. 1., 2, 18. Bat. des de.- Ini-RX. Nr. 1. Z., 4., 5.-Bat, des de.-Jnf.-Reg. Nr. 21.
2 Sc. des de.-Drag.-Reg. Nr. 1. Batt.-Div. Nr. 1 des Art.- Reg. Nr. 14 (3 Watt.).
25- Inf.-Trupv.-Div. FML. Julius Christianovié. General- KabS-Cbef Ma or Franz Conrad. 15 Bat. _ 2 ESc. _ 12 G.
4 ZT Inf.- **?“ EM. Wilhelm Edler von Hirsch. 1.„ 2., Z., 'r 4??- dks Ju.-Reg. Nr. 4. 1., 2, Z., 4. Bat. des Jnf.-Reg.
N 50" JÜBÜJ- GM. ran: Tschebulz Edler von Tsebuly. 1., ZZ“- ZJ-ZiF-JYkaZ-eeqs IUf.-RegF. Nr. 84. Iäg.-Bat. Nr. 21. 2., 7. Bat. 2 Ékc. des de.-Drag.-R . N „1. Batt.-Div. Nr.4 (3. Watt,). 1- Kav--Truvv.-Dio. FM“. Wilhelm Gradl. Generalstabs-Cbef
Oberst-Lientenant - 4 _ 2 Bat. __ 6 G. Heinrich Fontaine von Felsenbrunn. 22 /4 Eke.
2. Kav.-Brizx GM. Georg Georgevits de Avadia. 61 EU. des Drag.-Rea. Nr. 3. N Eke. des Haß. Reg. Nr. 5.
10. Kav,-Brig. GM. Johann Ritter Bordolo von. Boreo. 4T ESc. des Drag.-Reg. Nr. 6. 6x ESc. des Draq.-Rea. Nr. 13. Jäg-Bat. Nr. 10 und 17, dann die Kav.-Telegr.-Abtb. Nr. 1.
1 reitende Bait. des Art.-Reg. Nr. 2._ Corps-Art.-Reg. Nr. 2. Batt.-Drv. Nr. 1 (3 Vati ). Vati.-
Div Nr. 2 (3 Vati.) Batt.-Div. Nr. 39 (3 Bait) Corps-Art. Nr. 14. Batt.-Div. Nr. 37 (3 Bau.). 17. Pron.-Comp. des 5. Vat. mit & Kriegs-Brücken-Equipage. 0rärs äs bataiiis _ des 8. Corps (West-Partei _ weiße Abzeichen). _
Kommandant des 8. Corps und kommandirender General in Prag: FZM. Philipp Graf Grünne. Generalstabs-Cbef: Oberst Hubert Ritter von Cribulka 42k Bat. _ “28T ESC. _ 72 G. 9 Jnf.-Trupp.-Div XML. Emil ProÉSzt Edler von Obstorff. GenFZaYabs-Cbef: Major Hugo de Balibazar. 14 Bat. _ 21 ELc.
17. Inf.-Brig. GM. Otto Moraweß, 1., 2., Z.. 4. Bat. des
Jnf.-Reg. Nr, 88, 1., 2. 4. Vat. des Inf-Reg. Nr. 28.
18 an.-Vrig. GM. Hugo Edler von Klobus. 1., '2.. Z.,
Zi Vökt? kes Jnf.-Reg. Nr. 35. 1., 2, 3. Bat. des Jnf.-Regt. r. * .
II Cécad. des Drag.-Rea Nr.]4. Bait.-Div._ Nr. 15 (3 Bait).
19. Jnf.-Truvp-Div. FML. Ferdinand Ritter Parbner von
Eggenstorf und Stolac. Gmeralstabs-Cbef Hauptmann Soetozar
Boroevié. 12 Vat. _ 2 Exc. _ 12 (H.
37. Jnf.-Brig. (GM. Karl Kostersiß von Marenborst. 1., 2,
Z., 4 Bat. des Jnf.-Reg. Nr. 73. 1. Bar. des Jnf.-R:J. Nr. 11.
38. JnfxBriI. (GM. Hugo Fleck von Faikbauien. 1., 2, Z., 4. Bat. des Jnf.-Rea. Nr 75. 1., 2, 4. Bat. des Jnf.-Reg. Nr. 91.
2. EScad. des Draa.-Reg. Nr. 14. Batt.-Dw. Nr. 16. (3 Bait.)
21. Landw.-Trupp.-Div. GM. Alois Hauscbka. Generalstabs- Cbef Major Johann Cvitkovic. 14 Bat. _ 2 ESL. _ 12 G:“
41. de.-Brig. GM. Franz Kleinschmidt Edler von Wilhelms- tbal. 41 , 50., 51. Bat. des de.-Jnf.-Reg. Nr. 6. 34, 35., 36., 47. Bat. des L.-Jnf.-Reg. Nr. 7. _ _
42. de.-Bria. Oberst Joseph Netustbtll. 28.. 33 ,45., 46. Bat. des L.-Jnf.-Reg. Nr. 8. 12, 13., 14 Bat, d. L-Jni.-Reg. Nr. 14.
2 Cécad. des Drag.-Reg Nr.14. 2. Bati.-Drv. des Corps- Art.-Rea. Nr. 14 (3 Bait.) _ _
2. Kav.-Trupp.-Div. tXML. Otto Freiherr von Gemmingen) Guttenberg Generalstabs Chef Major Eduard von Böbm-Ermollr. 224/4 ESc. _ 2. Bat. _ 6 ©. _ _
8. Kab.-Bria. GM. Oswald Gras Ktelmanßegg. 6F ELc. des Drag.-Reg. Nr. 7. 4k ESc. des Draq.-Reg. Nr. 15.
17. Kav.-Brig. GM. Wilhelm Freiherr von Bothmer. 6x EHc. des Drag.-Rea. Nr. 2. 64 EHc. des Dxag-Reg. Nr. 4
Jäger-Bat. Nr. 6 und 18 und die Kav.-Telegr.-Abtb. Nr. 2. 2. reitende Vati. des Corps-Art. Reg, Nr. 2. _
Corvx-Arrilierie-Regiment Nr. 8. _Batt-Div. Nr. 1 (3 Bali.). Batt-Div. Nr. "2 (3 Bali.). Bati-Drr). Nr. 33 (3 Bart.) (30 G.). 20. Pion.-Comb. des 5. Bat. mit T* Kriegs-Brucken-(qupage.
, 0räre (19. baraiils der am 5. September ueaen Mitrag in den Verband hes 8. Corbs tretenden 3. Jnfanterie-Truprn-Division. (Wesi-Parier _ weiße
Abzeichen.)
(GM. Ferdinand Fiedler. Generalstabs-Cbef Major Anton See- franz. 12 Bat. _ 2. ESc. _ 12 G.
5 Jni.-Brig. GM. Rudolph Riedl. 1.„ 2_, Z., 4. Bat. des Inf-Reg. Nr. 14. 6.. 7., 8. Bat. des Landw.-Jnr.-Neg. Nr. 2.
6. Jns-Bria. GM. Otto Ritter von Pohl. 1., 2., Z., 4, Bat. kes Inf.=ch. Nr. 59. Jäg.-Bat. Nr. 3.
2 Esc. des Drag-Reg. Nr. 15. Bait.-Div. Nr. 27 (3 Bat!).
Der Fürst von Montenegro ist, wie „W. T_. B.“ meidet, an einem Halsleiden erkrankt. Wegen Verschlimme- rung deSselben wurde ein Wiener Arzt zum Fürsten berufen. Im Laufe des vorgestrigen Tages besserte sich indessen der_Zu- stand des Fürsten erheblich, wdaß derselbe in kurzer Zeit "JW.“ hergestellt sein dürfte. Heute sind der Fürst _und die Furßm mit dem Erbprinzen über Triest nach Ceitme zurückgererst' Fer 9?er Fürsten behandelnde Arzt begleitet denselben aui er er e.
Eine von verschiedenen Blättern gebrachte Mittheilung auc"- Cetinje, daß Gewehre, Revolver rznd eme große Menge Pulver und Munition „in Raguia verladen und nach Albanien verschifft wordenseren, fixidetdeni „W. T. V.“ ufolge in hiesigen unterrichteten Kreisen nirgends Be- ätigung.
Großbritannien und Irland.
London, 2. Septxmber. Die „Times“ bestbäftit fich in ihrer heutigen Nummer mit der Dardanellen rage und meint, eine stillschweigende Abänderung des Ver- trages Betreffs der Dardaneäen und _ zwar aus- schließlich zu Rußlands Gunsten, würde die Räumung Egyptens auf ganz unbestimmte Zeit verzögern.
Frankreich,
Paris, 1. Scptember. Der Bischof von Grenoble Java, der eifrige Befürworter der Versöhnung xnrt _der epublik, hat, wie der „K. Z.“ mitgetheilr wird, m eimxr Versammlung den ihm unterstellten Geistlichkeit neue 2821- sungen für deren olitisches Auftreten gegeben._ In seiner Rede setzte der ischof auSeinander, daß die Katholiken einzig und allein den Weisungen des Papftes zu folgexr hätten. „Die kalbolifchen Regierungen“, sagt_e er, „haben die Aufgabe, dem Vok zu dienen; überlaffen wxr es den herd-
nischen und wilden Regierungen, die Nationen zu tyrannisireri.
Die vom Volk bevorzugte Regierungsform rst die Republik, weil fie Jsdem einen Antherl an der Füh- rung der Geschäfte gewährt und ihm eine Art Souveränetät
sichert. Da die Republik die in rankreich_ bestehende Regierung ifi, so ist es vernünjtig, derse ben zyzustrmmen und den Arbeitern zu sagen: Wir smd mit euch, seid mit _uns und Zandeln wir zusammen derart, daß, wie der KczrdrnalZC'rz- iscbof von Paris es verlangt,_ rankrerch katholisch bleibt.“ Nach seiner Rede ließ der Bis of_ feine Geistlichkeit eme Adresse unterzei nen, in welcher dre Grundsätze der katho- lischen Partei fo gendermaßen formultrt werden:
1) Annahme der Regierung, welche sich Frankreich gegeben; 2) Vereinigung aller Kaiboliken, um durch die Wahlen _dabin _zu gelangen, daß sie in den Kammern und in der Regierung_ernflußret§b vertreten sind; 3) Vereinigung der katholischen Streitkraste, um dre Aufhebung der Vrrfolgunasgeseße _ wie das Schulgeses, da_s Militärgeseß, das Grieß über die Bezahlung der Steuern durch die Klöster, das AusweisungSgeses gegen die religiösen Ordenögesellscbaften _ herbeizuführen. _ _
Die Führer der sogenannten Posfibrlrften Brorrs s e und Allemane sind der „Allg. Ztg.“ zufolge über ihre An- fi ten über das russische Bündmß befragt worden und e lärten fich mit demselben einverstcrnden, edqcb nur unter der Vsrausseßung, daß es einen enischieden friedlichrn Zweck ver- folge. Sichere das Bündnis; Frankreich ge _en dre Berri img durch den Dreibund, so sei es auch von den Sozia rsxenzu unter en._Dte Kundgebungen in Rußland und Frankreich hätten _a erding?- eher ein krie erisches Aussehen und es entstehe dre Gesahr,
daß Frankrei zu Gunsten Rußlands in einen Krieg gerissen
werde, durch den Rußland nichtS, Franxreich aber Allez ver- lieren könne. Die höchste Gefahr fur dexr Sozralrswus sei der Krieg; denn menn_ Franerrch geschlagen werde, bringe ihm der Drerbund emen Herrscher auf, als Sieger aber würdx es unter _das Joch_ des siegreichen Generals fallen. Mrt den ungebildeten rusnscben Arbeitern hätten die ftanzöfischen keine Sympathie, _mid Frank- reich hätte beffer gethan, sich mit Deutschland zu einigen und auf ElsaßLothringen zu ver ichten; dann würde es noch heute in Egypten sein und brau te srch_ nicht durch Rüstungen zu erschöpfen, die schließlich nur Amerika zu Gute kämen.
:Die Vorstadt Saint Onerr war am 30. 1). M. in großer: Aufregung, da die Stichwahl für die Erneuerung des Gemeind erath s stattfand, Von 5428 singeschriebenen Wählern stimmten 3120. Das Ergebniß war, wie man schon nach dem ersten Wahlganae voraussehen konnte, der vollständige Sieg der Revolutionäre, die jest 17 Sise in der Gemeindeverireiung haben, indrß die vereinigten Radikalen und Gemäßigten sich mit einer Minorität von acht Sißen begnügen müffen. Der abgeseßfe Maire Pernin steht an der Spiße der Gewählten. Die Bekanntma_chung des Er- gebnisses der Abstimmung wurde mix den Rasen: „7176 18- 800i319! )““er 13 0011111111118!“ begrüßt, Einer der Gewählten , Bürger Duin, forderte die im Stimm- lokai anwesenden Wähler auf , ungssäumt vom Stadt- bause Befiß zu er;:reifen. Das geschah denn auch, die Gewählten drangen in den S_ißungsiaal, wo der ehemalige Maire Psrnin eine äußerst britige Rede hielt. In einer dsr: Wahlabtbeilungen kam es zu einer_arqen Schlägerei zwischen zwei Wählern, wobei ein Boulangist Linéin Revolutionär mit einem Fußtritte ein Bein brach. Das Stadthaus blieb bis tief in die Nacht hinein erleuchtrt und die Gendarmen hieiten an verschiedenen Punkten der Stadt Wache.
Das „Journal officiel“ vrröffentlicbt den Vericbi des Expeditionsführers Fourneau, welcth von dem Grneral- kommiffar von Franzöüsch=Congo Auftrag__erba[ten batte, zu Land dem Lauf des Flames Sangba (nördlichen Nebenfluffes dSS Congo) iir nörd- licher Richtung zu folgen, und niich zeb'i Wochen (vom 7. März bis zum 19. Mai d. I.) auf den Au§gangspunkt zurückkehrte, nachdem srin Gefährte Tbirist aeiödtet, der dritte Europäer Blom verwundet und übsrdies 30 Schwarze getödtet und 15 verwundet wordsn waren. _
Rußland und Polen.
Wie die „Kurländische Gouvsrn9meni§zeitung“ meldet, haben die Bauern des Gouvernements Kurland, von den Gefühlen brüderlicher Theilnabme für die Bauern der von der Mißernte betroffenen Gouvernements bewsgf, in ihren Gemeindeverwaliungen über die_ leihweise Ueber- lasiung von Getreide aus den Dorsmagazinen an die Notbleidenden Beickzlüffe u fassen begonnen. Einige Gemeinde“- verwaltungen haben ÜTZ erboten, das Getreide für eigene Rechnung und in eigenen Säcken bis zur nächsten Eisenbahn- station zu schicken.
Serbien.
Belgrad, 1. September. Der Kriegs:M_inister _hat die Absicht, Manöver größeren Stils zwiichen Misch und Pirot abzuhalten, aufgegeben. Dem Vernehmen nach erfolgte diese Aenderung der DiSpofitionen theils wegen finanzieller Schwierigkeiten, theils in Fol e der Seitens der Pforte und Bulgariens erhobenen Vorfie ungen. Es sollen daher nur die alljährlich wiederkehrenden Uebungen und auch diese in weniger auSgedehntem Umsange abgehalten werden.
Auf die freundschaftlichen Vorstellungen der Pforte wegen der serbischen Truppenanhäufnngßn an der bulgarischen Grenze erwiderte die serbische Re- gierung, fia sei den weisen Rathschlägen der hohen Pforte zuvorgekommen, indem fie ihren Vertreter in Sofia aus eigenem Antriebe angewiesen habe, zu erklären, daß Serbien die Absicht, an der bulgarischen Grenze militärische Uebungen abzuhalten, aufgrben wiirde, Jail?- Vulgarien die beabsichtigten Uebungen an der serbischen renze unterlaffen wollte.
Wie der „Egyetertes“ meldet, hat ein Belgrader Cor- reipondent von dem Finanz-Minister Vuic persönlich vor dessen Abreise aus Belgrad die Bestätigung erhalten, daß der: Minister wegen persönlicher Differenzen mit anderen Ministern aus dem Kabinet trete und seine Demission bis nach seiner Rückkehr nur auf ausdrücklichen Wunsch des Regenten aufgeschoben babe. _
Der General Topalovic ist gestorben.
Dänemark.
Kopenhagen, 1. September. Bei der heute in ck?elsingör erfolgten feierlichen BeiseßYng des GeLeral: ieulenants a.D. von der Gröbenließennch,wre„W.2..B.“ meldet, der König und der Kriegs-Minister durcb Adxutarrten vertreten. Der Sarg war mit einer deutschen lagge bedeckt, zwei Oberst-Lieutenants und zmei__Kapitäne ungwtexr _als Trauermarschälle. Sämmtliche Offiziere und Unterosxrziere der Garnison, der deutsche GesandteFreiberr von den Brmcken mit dem GesandtsckxaftSpersc-nal und me Kinder drs Verstorbe- nen wohnten der Feier bei.
Amerika.
Chile. Ueber die Einnahme von Valparario und S a n tia g 5 liegen jest weitere Verrchte amerikanischer Zeitungen vor. So veröffentlicht die „World“ das xolgende vom 30.1). M. datirte Telegramm aus Valparaiso:
Die Jnsurgenten verdanken in erster Lic.ie_ ihren Erfolg dem Talent und der Erfabruna des deutschen Obersten Koerner, welcher von der Regierung als Jnstructeur berufen worden war. Nachdem Koerner in Streit mit dem Präsidenten _Balmaceda geratben War, lieb er seine Dienste der Opposition. Die Erbitteruna, w_elche sich der Kämpfenden bei den Schlachten vor_ Valparaiso be- mächtigte, grenzte ans Unmenschlicbe. Die Leichnarrre der Generale Barbosa und Algerreca wurden verstummelt. Die Forts kapitulirten einfach ohne Widerstand. Um Sonnen- untergang plünderte ein Pöbelhaufen, welÖem sicb viele Deser- teure zugefellt batten, viele Hauser von Anbänaern Balmaceda's und steckte sie in Brand. 14 Brände kamen während der Nacht vor. Der Eiaentbumsverlust beträgt 2000000 Doll. Am ganzen eitrigen Tage hörte man noch Schüsse in der Stadt fallen. und herne rüb lagen die Leichen von etwa 200 Aufrübrern auf der Straße. Jeßt ist aber die Ordnung wieder bergeitelit, nachdem sich eine aus Mitgliedern der auswärtigen Kolonien bestehende Bürgergarde ge- bildet bat._ Balmaceda bat Aües dem General Baquedano über-
geben; Dieser war es, der die Autorität formell an die Kongreß- parter abtrat.
...:“Q-„IpzxzÜ-W» ;ck“ , ' *;- x“, .
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