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weil ste der Welt von Nruem nickt_ nur die fricdlicbe Bedeutung des Dreibunch, !Ondern auch die Tbatmche seines Eedeibenß und seiner rollen Kran und Gesundheit vor Augen führt.
Dre W1ener „Presse“ bemerkt über die Kaiser- begegnung:
_ Die Entrxvue der rktbündeten Kaiser Franz Joseph ]. und lebelm ][. jteUt vor der künstlich erregten ÖfferiltÖen Meinung den Bcstxnd konservativer, fraglos friedensfceundlicber Mächte dar, welche in der Treue des Zasammenbalts und in der militärischen Kraxt, irelche im Vertrauen der Völker stark genug find, den Frieden zu wahren und -- zu sabüßen. Keinerlei Begebrlichkeit nacb fremdem (Hutr, keinerlei Rahmsuckxt, keinerlei Ansprüche auf vermehrte Geltung trüben die klare Und redliche Wiüantneinung der deutschen und österreichischen Friedensabficbten. Die Erbaltunq des bestehenden internationalen Rechts- und Beßtzstandes ist der einzire Zweck dcs Bundes, und in de?! Grenzen, welck'e dieser Zwrck bedingt, in den (Grenzen _ker Ehre und der anerkannten Jntereffen ist die Politik der Frjedenslcga frei von Mißgunst argen (Erfolge der ihr noch férn- stebxnden Mächte und Natiopen. Diese Politik bedroht Niemanden, fie darf aber mit Recht jede Bekrobung akweisen, und in dem Händedruck, xre_lc_1:cr rie erlauchten Personen der Monarcben verbinden wird, be- graxexx cmanker rie_leker der österreichtsch-unßarischen Monarchie, die Burger des deutxcben Reichs in unerschütterlicber Treue für ihre angestmnmten Harrxcber, in festsr Entschlossenheit, die Güter des Frickerxs, die Freibeit und die Ehre ihrer Heimatk) zu wabrcn und mit dem letzten Blatétropfen zu verjbeidiaen. Das ist xxne _würkige, eine weibcvoüe Bekundung im Sinne des FriedeUs, das Ut rte wertbrolle Beruhigung und das segcnvetbeißende Ergebnis; dcr Monarckexx-Bcgeßmmg.
Zum Srblur; fiihren wir an, was das Wiener „Fremden- blatt“ schre1bt:
W61che Wandlung seit einem Vierteljabrbuxdch! Welck): Wand- lung aus Polijischem, auf militärikcbkm (Hsbiete! Zum engsten Bunde sehen rrir_ die Hkkkflbék Oesterreichs und Deujsckylands geeint, die Armee Umeres Vaterlandes ken Hecrrn Teutsckxlands und Italiens traffrnktüderliä) verbundcn! Warmxn Antbeil nehmen Die Herr1cker der wcxbürrsten ReicHe an der gegenseitigen Ent- faltung ur-d Stärkang ihrer Herre, immcr cng-r Und freundschaft- li_cher Wcrden, durcb mcmchc kamerakscbaftlickxe Und dienstliche An- naherung bethätigt, rie Béziehungen dsrselben zueinander Ein herzlich begrüßter, herzlich willkommener Gast ist dem österreichischrn Soldatcn mz?) Bürger stets das ritterliche Oberbauvt des neuen DeutfÉland. tmr dem ur§_nicht bloß Staatßkuust und Verkraßstrem, svndern auch das BewußUcin kostbarer Jntkréffcngemeinschaft und féstwnrxelnde Völkerfrxundsckxaft verbinden. Wilhelm 11. hat fick) in den kurzen Jahrsn 1einer Regierung als ein «rler, hochb2rzig7r und tbakkräftißer Morcgkb, als ein energisäocr Soldat und sorgender Hüfsr drr Volks- interémén bewäbrt. Unter scincr Ragierrng hat daS DkUtsÖL Reick) seinrn loben Rang in Euromrs Völkerfamilie würdig bcbawptet, der junge Monarch sclkst aker bat samer erlauchten Prrson die Sympathie und Vrrkbruwg der Völker erworben, denen die kdl? RiÖtung srineß Strékeys ugxd Wq1tens, seine ernste und bkharrliche Arbeit im Disnste sktnék Herrxcbermixsion klar akrrmdsn ist, Dée Anrvesenk'eit dieses M_r)r1c1_rch?n bxi dcn großartizstcn Heercsükurgen, wrlche seit Jabrsn (Ws Öxterr€ichikchcm Boden kagkweskn sind, ist cin neues uad näti'xrlicbes Syrnptom dcs Bundesrcrk'älmiffes und Mrd in Eurora die Ueberzeu- gung verstärken, daß der Fri-dersbunk drr Ccntkalmächte unantasrbar und jmponirend aufraar, Ucfickert durch gemalTiM Und kricgstüébtigc H77r_e_ . . . . Dj_e Blicke (Europas smd in dicskn Tagen auf das öster- re1chxxch€ Manöverseld gerichtet. Jnkengroßartigen Krirg§ü5ungkn unserrs Heeres vor den _vrrbündkten Monarcken offenbart fich aufs Neue jenss, von keinem ermten Polikiker angezweifelte, ir1 das Bewußtsein drr Völker übergegangen? Bündnis; ker kenachbarten Reiche, Welches drm WS_lNriedkn so kosxbare Frü-We gejrauen bat und, durch die eigene Stark:_gctragm, auch in Zukun?1 line mächtige FriékensbürgsÖast bxkibt Tür Unsrren Welttbeil.
Dér Gemeral der Jnfanterie_ von Nauch, Chkf der Landgendarmerie, ist von Dienstrei1en hierher zurückgekehrt.
Der BevoUmächLigte zUm Bundasratl), Königlich sächsische Oberst von Sch1ieben hat Bérlin verlassen, um den Truppen-Uebunqen in Bayern und in den Provinzén Sachsen und Heisszaffau beizuwohnsn.
Ter Regierunch-Rath Meyer aus Marienwerder, biSlWr beschäftigt beim Königlichsn Statistischen Bureau zU Vsrlin, ist an dieKÖniglichS Direktion für die Verwaltung der direkten Steusrn zu Berlin vsrseßt worden.
D€r RegierungH-Rath Malmros zu Breslau ist an die Königliche Regierung zu Kaffel und der RegisrungS=Affeffor Ko_rb zU Posen an die Königliche Regierung zu Breslau vsrxeßt worden.
"Ti? bisher beim König1ichen Statistischen Bureau zu Berlin beschäftigten Regierangs-Affefforen 1)r. Jm“. Leidig auß OppelU und von Slupecki aus OSnabrÜck sind der Königlichen Negiérung zu Marienwerder bezw. der Königlichen Direkrion für die Verwaltung der direkten St€u2rn zU Berlin zur weiteren dienstlichen VerwenTUng Überwiesen worden.
Danzig, “3. Septembkr. Die „Germ.“ hebt hervor, daß die Meldnng der» „W. T. B.“ unrichtig gewesen, wonach die Katholiken-Versammlung dyn Antrag auf Einberufung einc?) internationaksn KatholikeU: Kongresses in Sachen der weltlichrn Hsrrjchaft deS Papftex» angenommsn hab?; Tér Antrag sei vielmehr abgelehrrt worden.
Bayern.
München, 3, Sévtember. Mlerhöchsiem B;“fehle gemäß äxrdet, wie die „A(la. Ztg.“ mittheilt, im Königlichen Hof- und National-Theater zu Ehren_ der Anwesenheit Ssiner Majestät des Deutschen Karsers am 9. d. M. eine Festvorstellung statt, wobei die Oper „Der Cid“ von Cornelius zur AUfführung geZangt. Für Yen 10. d. M. wurde A(lerhöchstem Béfehl gemäß eine Aufführung der Oper „0373118753 711511631113.“ von Maxcagni mit darauffolgendem BÜULT „Jm Morgenlande“ bestimmt.
Baden.
KarlSruhe, 3. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog ist heute Nachmittgg zu den Manövern der 29. Division nach dem Elsaß abgereLft. _
Ueber das Befindsn Ihrer Königlichen Hohen drr Krop- prinzessin von Schweden und Norwegen_smd hter Nachrichten eingetroffen, nach denen das Fieber voklständig g?- hoben ist und auch d1e Übrigen Erscheinungen der Krankhert wesentlich gebessert find.
Sachsen-Weimar-Eisenach.
Weimar, 4. Septémber. Seine Königliche Hoheit der Großherzog ist nach einer Meldung des „W. T. B.“ estern in Eisenach eingetroffen und hat sich sofort auf die art- burg begeben-
Reuß ö. L.
(_+) Greiz, 2. _September. Ihre Durchlaucht die Fürtttn hatte eine_z1emlich ruhige Nacht. Das Befinden Höchstdxrselben blieb xm AÜgemeinen unverändert und leidlich befrredrgend. Ungünstige Veränderungen traten nicht mehr auf.
Ihre Durchlquchten der Fürst und die F ürstin zu
chaumburg-Lnxpe, welche auf der Rückreise von Karlsbad zwet Tage _zum Bemch am fürstlichen Hofe weilten, sind heute von hier medec nach Bückeburg abgeretst.
Dentsche Kolonien.
Eirem Vrivatbrief aus Sansibar entnimmt der „Westf. Merkur“, daß Dr. Peters am 24. Juli in Moschi am Kilrmandscharo eintrax; für den 26. hatte er sich bei den Patres rom hl, Geiste _m Kisama angemeldet. Diese sandten tbm aux _seinen Mann!) Gemüse aus ihrem Garten. Or. PeZer-Z wrrd seinen Siß bei einem bLfreundeten Häuptling anschlagen welcher___bereits visr séinsr Kinder in dre Schule der katholischen Mimxon schickt. Von Kämpfen, welche ])r. Pet_ers mit den Majm'sß gshabt haben sokl, meldet der von Amang August datirte Brief nichts.
Oesterreich-Ungarn.
Ueber den Beginn drr aroßsn Manöver bei Sckxwarzenau liegxn in den Wiener Blättern folgsnde Mitthsilungen vor:
__ Am 2. d. M. um 2 Uhr Nachmittags nahm die Aktion Helder Paxtzien ihren Anfang. Zunächst rückten die von den- selben entxandten PatrouiÜLn, meistentheils Kavallerie, soweit als möglich vor, um die Bewegung und die Kräftevertheilung des Gegners aufzuklären. Nach den bés Mittags bei der Manöver- Oberlettung eing-Zlangten Meldungsn hatte sich die Ostpartsi (2. Corps) untrr dem Kommando des FZM. Freiherrn von Schonseld um Gmünd, die Westpartei (8. Corps) unter dem Kommando des FZM. Grafea Grünne um Horn, etwa 40 157" von einander entfsrnt, gruppirt. Der Zweck des ein- gelertetrn Aufklärungsdienstes ist, die Details der Gruppirung zu ermrtteln, Nach dieser Auszgangssituation, beziehunqsweise dem Ahmarsche der beiderseitigsn HsereSkörpsr ist es momentan no__ch_ xraglrck), ob dir Hauptkräfte auf den Linien Horn- Gopxr1ß=©münd odsr H0rn-AUentsteig-Zwett1 sich weiter vorwärts _bswegen wsrden. Immerhin dürfte der erste Zusammsxrytsß nZaHrscheinkickx in dem UUSgedc-hnten Wald: g€b1€t„W1ld“ ersolgerx. Gswißheit hierüber können erst die ErgebmffZ der beider1eitigen _Aufkkärung britxgen. Därauf gründsn U_ch auch im Anschlusxe an Annahmen und an die AuqungE-ntuation Mittheilungen dsr Oberleitung an beide Parteren. _Jm Verlane des Nachmittags wnrde von der- sexbxzn em Taqubefehl erlassen, demzufolge die Gendarmerie die Freihaltung VLS Manöverterrains zu_ béWngl hat. Die Truppsn haben sie in diesem Drenste zu unterstüßen und größere Ansammlungen von Zuschauxrn vor desn ArtiÜerie-Aufsteüungen nicht zu dulden. Bon béwndsrem Interesse ist dsr Umstand, daß dieser Tages- befehldurch die mobile Felddruckerei in vöUigtadel- loser W202 gesetzt und gedruckt wurde. Es ist dies das erste Mal rm Friedßn, dasz anläßlich der Manöver auch die Feld- druckereren zur Kriegsübrmg herangezogxn werd€n und dieses übsrmzs wichtige Mittel zur Vexehlsertheilang im Kriege prakti1ch erprobt wird.
Frankreich.
Paris, 4. Sxpte1nb3r. Der Géneral Saussier ift [ant Meldung des „W, T. B.“ gestern in Bar sur AUbS 2i11g€troffen; die großM Manövxr haben ihren Anfang ge- nommen und zwar zunächst mit ausgedehntersn Kavallerie- Rékognochrungen. Den fünfundzwanzig fremden Offi- zieren, welche den Manövern beiwohnen, wird dsr „K. Z.“ zufolge ein Zug von zwsi Bagagswagen, zwei Salomwagen, ei11_cm_ Nestauratéonswagen und einem Küchenwagsn zur Verrügnng gestcÜt. Der Zug wild Paris am 8. September verlassen und Abends in Bar-sur-Aube eintrrffkn. Hier beziehyn die fremden Offiziere Bürger- Quartiere, nur Oje Militär=AttachéS der dsatschen Botschaft Haupt- mann von Funcke und Hauptmann Frkiherr von Süßkind und der italienische Attaché: Oberst-Lisutenant Mas 1" (Me werden im Hötek de Commerce absteégen, wo Zimmer für sie bestellt find. _ _ _
DaB ru1si1che Panzerschiff „Admiral Macbimow“ ist drm JLUUTMTLU Matte zufolge am 1. d. M., Morgens 61/4 Uhr, in Cherbortrg eingetroffen. Der „Machimow“ wechsklte Salutkchüse mit dem Arsenal und ÖM] Flaggschiff „Marengo“ und der Kapitän stattete dem Admiral Gervais einen Vssuck) ab. _
Auch die Führer der Kollxktivitten, Gue-st und Vaiklant, haben 1ich 11er das russi1ch8 Bündnis; vsrnehmen lasssn, und zwar gslangexn sie zum Schluß, daß Frankreich dabei 0611 Kürzeren ziehen werde. Rußland, so führen sie etwa aus, sei die einzige Macht, von der eine Störung des Friedens zu fürchten ssi, da es allein EroberungSpläne hege. ES sei zu schwach, um den Frieden aUein zu brechen, und bewerbe fich derhalb um Frankreichs Bündniß. Wenn aber dann der Augenblick des Krieges gekommen sein wsrde, so werde sich Rußland nur bemüherx, von den anderen Mächten Voll- macht zur Verfolgung 1einer orientalischen Pläne zu er- halten, ri? man rhm dann auch geben werde. Wohl be- merkt, gegen das Versprechen seiner vollsten Neutralität, was dann den anderen Mächten erlauben würde, Über “rankceick; hérzufaüen und ihm auf immer den Rest zu geben.
ie arbeitende Bevölkerung Frankreichs, so sagte (Huesde, wolle auch gar nichts von der russischen Freundschaft wissen, und die Leute, die h€ute den großen patriotischen Spektakel verführten, seien nur einige herumlungernde Müßiggänger, deUen Frankreich nicht den Gefaklen thun dürfe, die Kastanien für Rußland aus dem Feuer zu holen.
Der Forschung§renende Zuillon begiebt sich, wie „W. T. B.“ berichtet, in den nächsten Tagen nach West- Afrika, um im AuftraZe des Unterrichts-Minifters die Gebiete nörd1ich vom Me acori zu erforschcn und zu ver- fuéhen, Saint Louis ria Obergambien und Senegal zu er: rer en.
Bei Gelegenheit der Eröffnung des Kabels (über die AntiUen) erhielt Präsident Carnot vom nordamerika- n i s ch e n Kon s ul in B e le m (Brafilien) folgendes Telegramm:
.Wir verdanken franzöfiscber Initiative und franzöfiscber Geschick- lichkeit die Verbindung zwischen den Häfen der Republiken Brafilien und Nord-Amerika, eme Verbindung, die somit einen kommerzieüen Dreibund von Republiken begründet.“
Rußland und Polen.
Ueber den neuen serbifch-russischen HandelSUer- trag erfahrey dre „Pet. Wed.“, daß Behufs seiner Aus- arbertuna_ eme besondere Kommisfion gebildet werden wrrd, dre aus Vertretern des diplomatischen und Fmanzxefforxs der helden Regierungen und Mitgliedern der Komglxchetx Gesaydtschaft zu Belgrad bestehm soll, Auch eme rusnsch-serwsche Konsular-Konvention soll entworfen werdep, wre 1olche Serbien schon mit Oefierreich, Bu_lgarren, Jtalten, Deutschland, Frankreich und den Ver- e1mg_ten Staaten _von Nord-Amrrika abgeschlossen hat. U. A, soll__ m Belgrad em General-Konsulat, in Misch und anderen Stadien 16 ein Vize-Konsulat eröffnet werden.
Italien.
_ Nom, 4._Septemb€r. Der Papst litt vorgestern Abend, uns Her „qurtan Fracaffa“ meldet, an heftigen Schmerzen, der Emgrwetde. Dre Aerzta ordneten voÜkommene Ruhe an. Dre Audtenzen wurden seitdem susPendirt. Gestern Abend war der Zustand des Papstes nicht sehr bedenklich, veranlaßte abrr doch, wre das Blatt bemerkt, einige Besorgniß.
, Türkei.
_Wte „W. T. B.“ meldet, ist drr Großvezier Kiamil: Pa1cha seines Amtes enlhobrn und an seiner Stekle der Gouverneur von Kreta Djevad-Pascha zum Großvezier ernanyt rvorden. Djemalledin=Effendi wurde zum S_chczrck) _Ul Jsxam, der Militär-Kommandant des Yxldts-Ktosk era-Vascha zum Krieas-Minister, der _Gouvsrnkur von Smyrna Rifat-Pascha zum Mrnrster des Innern, der Gouverneur von Salonichi thlt-Pascha zum Intendanten der Evkafs, Indi- Pa1cha zum Unterrichts-Minister, der Gouverneur von Bruffa Mahmud_-_Pascha zum ArbeitS-Minifter er- nannt. _Dsr Vräxdent des StaatSrach Aarifi-Pascha 1__vur_de setrrezs Postens enthoben, jedoch nicht erseßt. Die ubrrgen Murrster bleiben auf ihren Postrn. Der Justiz- ernster era-_P_ascha wird bis zum Eintreffen Djevad- Pa1cha's das Mmrsterium drs Innern und daS Großvezierat verwalten.
Am Montag brachte der „Standard“ eine Mittheilung aus Koustanttnopel, wonach die Türkei Rußland in der schwebenden Dardanellenfrage nachgegeben und einen Th-zil rhrrr ehesmalrgen Vertragsrechte aufgegeben habe. Weiter hieß- es m per Mittheilung:
_Dre Pforte babe de_m russifcbcn Bolscbafter ein Entscköuldignngs- schrrtben wegen der Fejtbaktunxx lines Schiffes der rnsfischen frei- rmßigrn Flotte mit rer Verficberung übersandt, das; fich ein der- arttaeS_ _Vorgcben nick)! wiederholen werde. Die geforderte Enxscbadxgungssumme werde sofort gezahlt werden. Dkk Ober- Beseblßhaver in den Dardanellen sci bereits abberufen. Wie e_Y hsrße,_ würd? die Straße der Dardanellen in Zukunft 1111: dre _rukßsxben Schiffe offen sein, für die Schiffe anderer Nationen abcr ZLLÖLKÜYU bleiben. In Folge drr Antwort Lord Salisbury's m_;f dle jurkxsrkcn Eröffnungen, betreffend die Wiederannabmc der B_ecbandl_ungen über (Egvvjen, sei der englische Botschafter White seit femcr Ruckkebr von Gastein noch nicht cmpfangen worden,
__Dtese Meldung hatte der gesammten, insbesondere der“ englqchen Presse Anlaß zu BStrachtungenüber dieDardaneÜen: frage und den Pariser Vertrag gegeben. Nunmehr bringt die „_Ageyce de Constantinople“ eine Mittheilung über den ergentltchen Sachvsrhalt, welcher augenscheinlich Anlaß zu der Dcrrsteüung des „Standard“ gegeben hat. Diese neue Mit- theilung, welche sick) indirekt grgen jene Darsteüung und die daran «knüpften Betrachtun en der Presse wendZt, lautet:
__ „Der „Agence de Con antinople“ zufolge ist es nach langerer zwischsn der Pfortr und dem russischrn Botschafter NerdoU gepflogcnen Verhandlungen zu einer Ver: ständtgung gekommen, die den Mißverständnissen ein EnYe_ zu machen bszweckt, w-Zlche entstanden, wenn ru1s1sche, der Freiwilligen-Flotte des Schwarzen M_eeres angehörige Packetboote, wslche den Handelsdienst zw1_sch_en Ooeßa und Vladivostock versehen, die Dardanéllen paystrtegr. Die Mißvrrständniffe entstanden dadurch. daß die Schifs€_ bisweilen von Soldatén begleitete Sträflinge an Bord führtsn oder auch Rekruten, welche für die im äußersten Osten belsgemxn russischen Besißungen bestimmt waren. Diese Rekruten kehrten nach Beendigung ihrkr Diertstzeit auf demsexben Wege wieder nach Rußland zurück. EH ist nunmehr vereinbart worden, daß von jetzt ab jedeSmal, wenn solche Soldaten oder Sträflinge in einem russischen Hafen des Schwarzen Meeres eing9sch1fft w-zrden, die russische Botschaft der Pforte davon Mittheilung machen soll, welche alsdann die Passage der Schiffs genehmigen wird. Den nach Rußland zurück“- kehrenden verabychiedäten Soldaten, welche natürlich un- bewaffnet_ sind, wird die Pforte auf die einfache Erklärung des Schifsskommandanten hin freie Passage gestatten. Hier- aus ergiebt sich, daß die bestehenden Verträge nicht nur keine Vsrleßung erfahren, svndern daß die gegenwärtige Verein- barung einfach gewiss Einzelheiten der Situation regelt, welche seit vielen Jahren betreffs der zur russischen Frei- willigen-Flotte gehörtgen Schiffe bestand, die, unter Handels- flagge segelnd, nunmehr als Handelsschiffe angesehen werden.“
Diese Mittheilung enthält, wie aus Konstantinopel aus- drücklich gemeldetwiro, die amtliche türkische Version über das Abkymmen der Türkei mit Rußland wegen der Durchfahrt rus1ischer Schiffe durch die Meerengen und scheint dazu bestimmt, die Verantwortlichkeit der Türkei gegenüber etwaigen Rsklamationen anderér Mächte zu decken.
Rumänien.
Bukarest, 3. September. Der König Carol ist heute Nachmittag von Sinaja nach Venedig abgereist, wo derselbe am Sonnabend eintreffen wird. In seiner Begleitung be- smden fich Minister-Präsident FloreScu, der Sekretär des Ministerrathes Vurghelea und der Verwalter der Kron- domänen Kalindero.
Wie die „Agence Roumaine“ versichert, sind die Meldun- gen der Wiener und Pefter Blätter über den Gesundheits- zustand der Königin, trotz der Behauptung, daß dieselben von Persönlichkeiten herrührten, welche Beziehungen zum rumänischen Hofe unterhielten, vollständig erfunden. Ebenso unwahr sei die Nachricht, daß ])r. Theooori in Sinaja eingetroffen sei, um dem Könige über den GesundheitsÉuftatzd der Königin Bericht zu erstatten. 1)r. Theodori hahe enedtg nicht verlassen, befinde sich vielmehr fortdauernd m der Um- gebung der Königin.
Schweden und Norwegen.
(k") HLLsingborg, 2. September. König OScar kam heute Vormittag an Bord der Yacht „Drott“ hter an,
' in dem inneren Hafen zu Anker gixtg. Landeshauptmann FTU Wachtmeister begrüßte den Kömg; der schzvedtsxlxnor- wegische Gesandte in Kopenba en, Baron Beck-Frns, dre Be- hörden der Stadt, viele Of zixre von der Korvette „Norr- köping“ sowie eine große Memchrnmeyge waren anwesend. Die Gegenwart des Königs galt der Emmethrrng de_s nerzerx Hafen- bassms. König OScar sprach seine Freude_au§ uber dre krafnge (_Snt- wickewng der Stadt, wovon das Eretgmß des_Tages emezt Beweis ablege; er ergriff alsdann den Hebxl, mrt welchem dre Schleusen zu dem neuen Hafenbaffirr geoffnet werden, und während die Mufik spielte, strömte eme große_ Waffermxrffe hinein, jedoch vorläufig nicht mehr, als daß dre _Bodenßache bedeckt wurde. Aae Schiffe im Hafen und d1_e mersiep Haysxr der Stadt find festlich beflaggt. Heute Nachnnttag reist Komg OHcar nach dem Landsiße Sofiero und von dort morgen nach
Fredensborg. Dänemark.
Kopenhagen, 4. Sevtember. Der Großxürß Georg von Rußland hat in Folge der_ gebefferten__W1tterungs- verhältnisse den ursprüngltchen Nersepl_an gsaxtdert _und begiebt fick) bereits heute Vormrttag m Beglertung femel- Adjutanten und seines Arztes auf der „Czarewna“ n_ach S_tettrn undvondanackgdemKaukasus. DerKatser und dre Ka1f__er1n sowie der Großfürst Thronfolger wsrden dem Großfurften das Geleite bis zum Bahnhof m Fredensborg gehen. An- läßlick) dss gkftrigen szurtstages der K_omgm von Griechenland fand ein Diner statt, bez zve[ch__em_ d_er König von Dänsmark einen Toast aux dre Kontgtn
O [ga au-Zbrachte.
Amerika.
' Mexiko. Die Regisrung hat die AuSarbeitung des neuen Zolltarifs jeßt fast voÜendet m_rd werYen Einzelheitsn deHselben bekannt gemacht; Viele L_xrtrkel amerikanischen Ursprungs haben, uns dre _ „A. C. be- richtet, einen weit höheren Zyll zu Jahren, was an- zeigt, daß die Verfaffer des Tams dense1ben zur Gruyhlage eines neuen ngenseitigkeiisvertrages mrt den_ Veremrgten Staaten wünschen. Der Präsident der Deputtrtenkammer, Seüor Jose Limatour, ist zum Sondergesqnhtetx ernannt worden , um für Mexiko einen_ Gegensertrgkertsvertrag mit den Vereinigten Staaten abzu1ch_lre_§3€n. DZ:? ZoU auf lebendes Vieh ist in dem neu_en Tarn ark erhoßt worden; auf Schafe und Zisqen von 30 C. ayf 1 Dol]. :)0 _C. das Stück, auf Maulesel von 2 Doll. auf_ :) DoÜ. das Stmk, auf Hornviel) von Z Doll. das Stück auf_ 3 C. daS K_rlo.3ramm, auf Schweine von ? Dol]. 25 C. au) Z_C._da§ Ktlpgrarrrm; Talg, welcher in Mexiko stark zur Sß1fen1abrrkatroxx emgefuhrt miro, ist von 1 C. auf 10 C. psr Krlogranrm erhoht worden, Makaroni von 3 C. auf 8 C. das Ktlogramm,_ Barm- wollsamen,welcher viel von den Vereinigten Staate!) emgefuhrt wird, von 1 C. das Kilogramm Bruttogewrcht aus 10 C. "das Kilogramm Nettogewicht. Der Zol] auf Mdchl rst dagegen betrgcht- lich berabgeseßt worden. Besonders grit dreses von den ferrzen Möbeln. Schmucksachen sind erhöht worden, 1md_Edelsteme welche früher onfrei eingeführt wurden,_ ZolXen ]eßt [)Jhen Zul! zahlen. Der Zvi] auf Tmch-Znuhren “ist höher. Gewohn- liche§ Schießpulver und Dynam1t_ dagegen find onfrer. Fem- körniges Schießpulver ist um d1e Hälfte hsrabgefeßt worden. Maschinen, Kohlen, Telkphon- und _Telegraphendräbte, eiserne Röhren und Holzmehl zur Papiermbrikation verbleiben auf der Freiliste. Der Tarif tritt am 1. November in Kraft.
Chile. Die Vertreter der Kongreffisten in Washington erhielten die telegraphische Meldung, daß General B aqued ano seine Präsidentschaft niedergelegt und die Kongreß- junta die Regierung übernommen habe. DieWieder- herstellung der Verfassung umd eines gexeßmäßigen ZustandeS wurde mit großem Jubel aufgenommeß.
Nach einer Meldung dss „NSLWYOTk Herald“ aus Callao vom 3. d. M. haben sich die Schiffe „Condell“ und „Im- perial“ der Kongreßjunta unterworfen.
Dem „New-York Herald“ wird aus Valparaiso vom 2. d. M. b-srichtet: Zn Talcahuana meutsrten zwei Regimenter der ngiernng, wslche erst vor Kurxém von Coquimbxo dorthin verlegt waren, als sie von der Niedsrlags Balmacéda's bei Placillo hörten. Sie erschossen ihre sämmt- lichen Offiziere und gingen auseinander. 4000 Kohlen- grubenarbéiter schlossen sich ihnen an und jest beherrscht diese GeseUschaft die Stadt. In Coronel sind alle Arten Excess begangen worden. Häuser und Läden MUMM gspli'mdert und in Brand gesteckt und Jeder, der ein Wort dagegen zu sagen wagte, wurde erschossen. Zn d_er_ Stadt herrscht die furchtbarste Pöbelherrschafk. Sobald drew _ Nachrichten in Valparaiso eintrafen, «hielten das deut1che Kriegsschiff „Sophie“ und dte englische Schaluppe „Daphne“ Befehl, sofort nach Coronel zu segeln zum Schutze der dortigen Ausländer. Kapitän Geox eMontt, _GenIal d_el Canto unkz_andere Führsr der Kongre partei sind m Hanttago eingetronen, wo sie vom Volke begeistert empfangen wuryen. Es bestätigt sich, daß Balmaceva am 18- NUIUÜ 4? 1un _e Leute in Santiago hat erschießen lassen. Man heschuldtgte Fre, daß sie Eisenbahnbrücken in die Luft sprengeü wolltet). um den Marsch der Truppen zu hindern. Viele von den ]ungen Leuten waren erst 16-18 Jahre alt. E1_ner wurde durchgepeitscht, um ihn zum Geständnis; zu brm en._ Es schemt, daß nur der geringste Theil der von der _egrerung _Ba1maceda's verübten Grausamkeiten bisher an dre Oeffentltchkett gedrungen ist. Für die "Familien der geflohenen _Beamten Balmaceda's macht sich viel Mitleid
eltend. Dre armen_Frauen sitzen ohne einen Pfennig da. n Coqurmbo wrrd es_nicht zum Kampfe kommen. Heute segelte der „Cochapoal“ mxt einem Truppenkontingent dorthin. Yachdxm der KommandantCoquimboS, Oberst Carvallo, sich forml1ch ergeben hatte, _lreß General Baquedano ihm sein Kommando und befahl ihm, für die Aufrechterhaltung der OWLUUJ zu sorgen. Die Führer der Kongreßpartei sagen, daß mnerhalb emes Monats die Vorbereitungen zur Abhal- Yung der Wahlen bxepdtgtsein werden. Darauf werde die Junta Sas chnd den gehömg erwählten Autoritäten übergeben. In
„antrago und Valyarais o herrscht wieder Ordnung. Der __Pobel *“ m ZUcht. _Dte Geschäfte werden wieder geöffnet_ und .Fr Wechselcours fterEgt beständig. Ueber Balmaceda's Schrcksal L- mchts bekannt. 6 hat fich als unmöglich erwiesen, ane m der Schlacht des leßten Freitags GefaUenen zu beerdigen. Man MU, YeSHalh die noch daliegenden Leichen verbrennen. DW Hosprtaler „smd voller Verwundeter. Die bei Concon Verwuydeten blteben 8 Tage ohne ärztliche Hülfe. Wären mcht dre Aerzte der ausländischen Kriegsschiffe zur Stelle gewesen, so würden die Leiden der Verwundeten noch
ungleich größer gewesen sein und noch viel mehr wären gestorben. _
Wie aus Washington gemeldet wrrd, dürfte der nord- amerikanische Gesandte in_ Santiago, sobald erne wenn auch nur provisorische Negrerung_ daselbst erngeseßt rst, mit dieser Regierung sofort dre amtlrchen Beztehungßn aufnehmen. Ebenso würden die Vertreter Chrles xn den Vereinigten Staaten von dem Staatsdepartement m Washington sofort an erkannt werden, sobald dern leßterßn über ihre Beglaubigung Seitens der neuxn Regrerung m Santiago amtliche Anzeige gemacht worden rst.
Afrika.
Marokko. Tanger, 2. September. Da der Angera- Stamm in der Nachbarschaft von Tanger bisher der Er- richtung von Telegraphenleitungen durch die Spanier innerhalb seines Gebiets hartnäcki en Widerstand entgegenseßte, so hat, emezn Telegramm der, „R. JD.“ zufolge, der spanische Gesandte 11: Marokko bei dem Minifter des Auswärtigen Protest gegen die feindselige Haltung des Stammes; eingelegt. Der Minister sandte in Folgedeffen unverzüglich emen Courier mtt den erforderlichen Instruktionen zu dem Gouverneur von Tetuan, unter dessen Jurisdiktion der Stamm steht. Er erreichke indeß seinen chck nicht, da die Scheikhs von Angera es rundweg ablehnten, seinen Weisungen nach- zukommen. Einstweilen sind in dem Diftmkt Tanger temporäre Telegraphenstangen errichtet worden. Der Mmister des Auswärtigen hat dem Sultan über das halsstarrige Ver- halten des Angera:Stammes Vortrag gehalten. Man glaubt, daß die Angelegenheit auf frrrdltchem Wege bergelegt werden wird.
Kunst und Wissenschaft.
Die folgenden Grmälde deutscher Künstler sind neuerdings von englischen Besuchern der Kunst-Ausstellung angekauft worden: E von Bcrnujb's „Unter den Birkenbäumen' (1050 ck16), Rick). Ruscbe's „Dkutscher Hübnerkxund' _(42 „M), Hans Schleich's „Myndscbein“, Motirx Von der Jmel thm, (800 «FC), Profeffor H. E7chke's „Rabe auf dem Weiber“ (1595 «M).
-- Ueber die Eröffnnng des neunten internationalen Orienralisten-Kongrefses, Welche, wie schon gxmeldet, am "2, September i'tßLondon stattgefunden bat, berichtet die „A, C.“: Zu der Feier batken sich zahlreiche Gelehrte und hervorragende Per- sönlichkeiten eingefunkeU, darunter Lord_ Stratöeden md Camvxell, der italienische Botschafter (Graf TornteÜl-Brusati, der ariecbtscbe Gesandte, der chinefische Botschafter, der japanische Gsneral-Konsul, spanische Delegaten, der Bischof von Worcester, Hr. Fuller als _Ver- treter Lord KnutSford's, Hr. Avmonier als Vkrtreter des franzöfi1chen Kolonial-Ministcrs, Professor Am7linrcm, Profeffor SÖlegel, Professor Oppert, Professor Hagovian und Baron Ravifi. An Stelle des erkrarxkten Lord Daffcrin hieß der Leiter des St. John's? Coüege in Cambrtdgx, 131". Taylor, die Besucher des Kongresses willkommen. Es gebe, w etwa führte er aus, wohl keinen zweitxn Plaß, welchcr fich so vor- züglicb zur Abhaltung eines Orientalistenmeetings etgne, wie gsrade der innere Temple. Schon drr Name und die Vergangenheit de_s Temples führten ihre Gedanken weit in vas Mittelalter zurück. in d_te Zeit jener großen Bewegung, welche ganz Europa mit dsm Osten m Berührung brachte. Und wenngleich die tapferen Templer und Kreuz- fahrer auch nur vorübergebende Erfolae ia ihren Kriegen erzielt, so Hätten fie doch von dem Osten neue Ideen mxtgebtacbt, welche dem Westen und der Civilisation späterer Zsitcn n_eues L_eben embaucbtxn. Da dies jedoch ein Thema für den Spezialiktkrr set xm? er m:"r tm Allgemeinen reden dürfe, so woÜe er, um nur em Beisytel dafur zu geben, wie sehr die Wißenschaft des Westens_ dem Osten zu Dank verpßichtet sei, allein auf die Araber bmwnsen, welche in der Mathematik und Algebra so Bedeutkndes gexeistet und der Welt zudem in einer arabischen Ueberse ung die x_refkn Forschungen_ des großen griechisckoen Geometers Avo_ onius überxteferx Haben. .Wteder überströmt der Westen den Ojten und laßt 1etne Spuren _iU ibm zurück. Immerhin hat der Westen jedoch noch auch vtele Menschenalter vom Osten zu lernen.“ Nachdem der Red:]er noch darauf hingewiesen, daß Vertreter von 37 Nationerx,_ außwärttge Bot- schafter und Vertreter auswärtiger Unterrichts-Minuter und gelebttcr GeseÜscbaften zugegen seien, erklärte er den Kongreß für eröffnet. Nach Vr. Taylor ergriff der Sekrefär de:? _Organimtwnßaussckouffes Or. Leitner das Wort. Der Kongreß 1e_t ein würdrgcr Nach- folger seiner Vorgänger Habe er auch nicht von den Gelehrten Deutschlands die Unterstützung empfangen, welche er_ ctgentlich hätte finden soUen, so seien fie doch in apderer "Hmfickst sehr glücklich gewesen. Der diesjährige Kongreß zetchne neh durch rte große Zahl der zu ihm erschiene_ncn berVorragenden_ Forscbkr ags. Hr.C1aine würde ihnen vie1erle1 von außerordentltchem Jnterene, namentlick) am!) für die Medizin, über Sumatra vorjragen, wo er die bisher als unzugänglich angesehenen Bataks besucht babe. Hr. C. Leland babe einige bemerkenswerxbe Entdeckungen in Italien ge- macht, und die Vorträge Hrn. Flinders Petrie's würden für (1112 Egyptologen von hohem Jntereffx 1ein. Was diS' Philologte anbetrcffe, so müffe diese ebenralls neue_ qunen wandeln. Die Zbilologen der Zukunft würden auch L_tngmsten sem und ihre ebrer aus dem Osten_ kommen, _wv xedes dem Westen bekannte Erziehungssystem eingeführt sei, nicht einmal das Fröbel'_sche Kindergartensystem außgenommen. Der Redner verlas sodann_ Briefe, in welchen der Herzog von Connaught WLV der Erzherzog Ramrr von Oesterreich fich wegen ihres Nichterschetnens entschuldigten. Der italienische Botschafter Graf Tocnielli werficberte den Kongreß m italienischer Sprache, daß Italien das _[ebhafxeste Interesse an den Verhandlungen nehme, welche, deffen set er _uberzeugt, dem Fort- schri1t der Menschheit zum Segen geretcben erden. Ihm folgte mit einer englischen Ansprache der 2erechische Ge- sandte Gennadius, welcber seine Nation gls erbmdungßglced zwischen dem Osten und Westen binstellte. .Wir Alle find Griechen. Unsere Geseye, unsere Literatur, unsere Wiffen1chaf1 und unsere Kunst haben ihren Ursprung in Griechenland?._ Naa“) tbm beantragte der armenische Profeffoc Hagopian, der Köntgtn kZen _Dank des; Kongreffxs für den Empfang außzusprecben, welcher ibm m tbrem Re1ch_ zu TbLll geworden. Der Antrag wurde von Hkn. Dadabhoi Naoroxee unter- stüßt und hierauf angenommen. Nachdem noch Don Gayaqgs Namens der spanischen Regierung_ den Kongreß eingeladen, set_ne nächste Zusammenkunft in Spanzen abzuhalten, oertagte froh die Versammlung bis zum Nachmzttag. In _der darm folgenden zweiten Sitzung hielt ])r. Leitner emen Vortrag uber orxent_011_s ch e Erziehung. Sanskriterziehung sei, so fuhrte er aus, sur dre hochste Kaste in Indien und ganz den schönsten und edelsten Idealen gew1dmet. Allgemein gesprochen, lehre fie, daß der den größten Anspruch auf Yol]- kommenheit babe, wrlcher die Pfiichten und Aufgaben seiner Kastx ans das Vollkommenste erfüUe. Ein Mann könnxe em Kehrer der ntedrigsten Kaste sein, jedoch wenn er seinen Beruf m voÜkommener Weise aus- übte, zu einem Kehrer in den Tempeln der Götter aufsteigen. _Er könnte in einer Lebmbütte von zwei Annqs den Tag leber), wurde aber, wenn pünktlia') in der Erfüllung seiner Pfltckoten, _wte unter- geordnet diese auzb immer sein mögen, in der Wertbschaßung aller guten Menschen höher stehen als der Prix), Welcher setne Yukgabzn nur unvollkommen erfüUte. Perfische_Erztebung_ habe zwar außerltcb einen feineren Anstrich, sei jedoch auf emem niedrtgeren Ideal gxgrundet. Sie lehre, daß, wenn ein Mann ein Gentleman, er Alles ware, was er überhaupt nur s ein könnte. Dem Redner Folgte ])x. G. R. B a d e n o (1) mit einem Vortrag über die Förderung bebraiscber Sprach- studien. Von hervorragendem Interesse_ war der Vortrag des Hrn.
GR. Haldiburton über-„Zwergra1sen und Zwrrgkultus'.
Das Bestehen eines unter 4 Fuß 5 Zoll hoben Zwergvolkes, welches ein (Gebiet südlich vom Atlas zwischen Dra und der Sahara bewohne, sei der wiffenscbaftlichen Welt bis zu der 1888 ab- aebaltenen Sißung der britischen Aßociation in Bath un- bxkannt gewesen. Er habe Marokko zu dem Zwecke besucht, n_abere Nachrichten über diesen interessanten Menscbéxlscblag emzuxieben, jedoch gegen die größten Schwierigkeiten anzukcxmpfen gehabt, da die Mauren in HinfiCbt auf die werge sebr aberalaubtscb seien und fick) weigerten, zu Europäern über re zu sprechen. Tau_sende von Zwergen bewvbnten den Akka-Tistrikt südlich des Atlasaebtraes, sebr Wenige kämen jedoch nach Norden. Die Mauren hätten ihnen den Namen „Sidi Baraker' oder .Mabronk' (unser gesegneter Herr) h_eigelegt und verehrten fie als Heilige, fie jedeSmal auf die Schulter kuffend, wenn fie an ihnen Vorübergehen. Diese Verehrung bestehe vor) Alterß ber und habe in dem Glauben, daß die Zwerge (Glück brachten, tbrerx Ursprung. Sie seien gut aeroacbsen und nicht dunkel- fczrbtger" als_ dre Indianer Amerikas oder in einigen Fällen soaar als dj_e gew_0bnltchen Spanier. Sie besä“en große körperliÖe Gewandtheit und seien dre Nachkommen der fükli en Marausakrobaten, deren Dar- steÜuygen Ücb auf Den Denkmälern der vierten egvptisckoen Dynastie abczebtldct fanden. Sie ließen fick.) als Akrobatcn gegenwärtig im Suden_ron Marokko, nie jedoch in den Seestädten sehen, wo NÖ Curqpaer ausbreltxn. Alsdann führte die als ,Himvarite-Jn- ]chr1_f_t Nr. 32 1m britischen Museum“ bekannte Inschrift zr: einer interk1_1_ak11e_k_1 Bejvrecbpng. Hr. Hartwig Deremboura, der gelehrte Pryfeß or fur ortrntaltscbe Sprachen in Paris, hatte im LOUvre eine In- 1chr1ft entdeckt,_1n welcher der Name_eine€ Königs yon Sbeba vor- kaxn_,_welcher bet der (ruf den gleichen König bezüglicben Inschrift im brtt!!ck_)_en Museum mcht entzifferbar genoesen war. Jeßt war nun ProkenorDerembqur-J m der Lage, zur großen Freude aUer Anwesen- den tbn__d!e Jnschrtfs zu ertziffern und den Namen k[ar Und beurlick) zu buchstaoxren. Den [eßten Vortrag hielt der Ybßesandte der griLÖisÖSn Regierung, Hr. Carolides, über antike Frühlingsfestlicb- kerten in Klein-Asien.
"JUeber Farbenxbotograpbie kericbtet das „Luzerner Tageblatt“: Es ist erstaunlich, was innerhalb weniger JaZre nz dcr_Vervono_mmnung der Photographie gelsistex worden ist; aber 1713 dgxkte Wiedergabe der Farben, die Farbenvbowgravbie in d_em Smne, das; das bergestelkte Bild unzerstörlich kik natür- ltche_n Farben bervorbringe, das Hat noch Niemand vollständig errercbt. obwob1 die größten Erlebrten darnach forschen, An YZyLöxung die1e§ ungemein wichtigen Problems arbeitet in aller Sttlle un1cr_M1tbürger Hr. Dr. Raphael KOPP in Münster. Heute nun steht Hr. Dr Korx) vor der Üegrrickoen Lösung dreses Problems. Durch das freu11dliche Entgegsnkommen “des Hrn. Glaßmalers Seßeffer in Luzern konnte Hr. Dr. Korp feine Versuche an _Glasqemälden machen, und es ist ibm ge- lungen, _Bilder diexer Gemälde in den Farbrn, wie fie das G1a§5em_alde geboten, berzasteüen, Hr. Dr. KOM) bat bikselben zur _ Prufvng _uud Unter1uchckung nach Düffslrorf gesckzickf, und fix fmden nun_rm .Pbotograpbischen Archiv“ vom16.Au-gnst erpgebende thvreckourg und Beurtheilung. Hr. Dr. Korx: wird darin rms den größtxn Fachm§1nrerm wie Vecqrxerel, Poitivin und Zirp- mann auf glezcbe Stufe gesteUt. Die Probekilder entbalten die Farben roth, vxclett,_ gelb, grüxr, weiß und find bei Mittagssonne in 20 Sekanden auskopxrt worden. Andxre ForsÖer bringkn ihre unvoU- kommenen Bilder ewt in 15 Minutsn, ja Biß erst in 1? Stundsn ferttg._ Das Gebeimniß liegt darin, eirc möglichst kmvfindliÖeScbicbt darzustellen, was bis jetzt noch Krinem in so hohem Maßegeiungen ist. Die [Jyl-Ébarkrit des Problems der Farbsnpbotogravkie glaubt man bguv11achltch_darin finden xa m1'1ff3n, dax“; es UUMJAÜÖ sei, Farben- btlder herzuxthen, die die Farßen beibehaltcn und nicht bei Aus- seßung ans Sonnemlicbt dieselben wieder Verlieren. Aber gerade diese größte Sckywierigkeit ist durch Hrn. ])r. Kovv beinahe qelöst; wenigstens steht er allen bisherigen Erfolgen wsit voran. DieProbe- bilder wanderten von Bkkannfen zu Bekannten, Wurden nach Düffel- dorf geschickt und [Jebielten die Farben,
_ -- Wie aus Kapstadt Vom 12. r. M. der .Frkf. Z.“ beriÖter w:rd,_ bat d:r Archäologe Hr Bent in MasÖonaland gewaltige Stetnruin_e_r1 extdeckt, die Wahrscheinlick) PhönizisÖen Ursprungs sind. Jnschrqtkn fanden sich nicht vor. Es ist jedoch klar, daß das Volk, wel_ches die Gebäude erbaute, dem Pballusdienst ergeben war, da aÜtägltcb pban von allen Formen und Größerx ausgegraben werdxn. Eine runde Mauer und ein Thurm gehörten zweifellos zu einem Tempel. Pie_Mauer ist ein fester Steinbau. Hr. Theodor Bent sagt: .Es iyt cm großer pbaUnJ. Mauer und Thurm stehen einzig da. Die xrstere ist an einzexnen SteUen 40 Faß korb, 16 Fuß dick und jeder;- saUs in zMi verkcbiedcnen Pkrioden erbaut worden. Im Tempel Warde weiter nichts als Kaffembausgerätb und Geschirr gefunden, woraus hervorgeht, daß die Koffern narf) Verskbwinden des früheren Volkes BM“ von den Bauten ergriffen und alle Andrnken an die frühere Rm : aus ihnen entxernten. Der Plus, an welcbkm Hr, Bent fei_ne Entdeckunaen macht, ist ein Hügel bei dem Unteren Tempel, aus Welchem fick) nock) intereffantere Und wanderbarere Ruinen von demselben Alter, Stil und derselben Bauart f'mden. Hr. Bent hat einen kleinen Altar außgegraben, auf welchem fick) drei ;ckan befanden, und ferner steinerne Maaern, einige Paffagrn, Stufen, Bogen und vermauerte Höbken ans Licht des Tages gezogen. Von besonderemJnrereffefind 311381 von ihm entdeckte koloffalc Vasen, deren eine mit einem DraÖtvollen, eine Jagdscene darsteÜenden Fries bsdeckt ist. Man erblickt vier Qqaggas, Welche von einkm Jäger ver- folgt Werden, der gerade einen Pfeil auf das nächste Quagga entsandt hat und in der einen Hand einen Hund an der Leine hält. Hinter dem Hund find mei Elephanren sichtbar. Hr. Bent fand an ker gleichen Stekle, an welcher fick) wahrscheinlich der HaUPttempel befand, ferner grünes Geschirr und eine goldvlattirte Kuvferplatte,
Submissionen im Auslande.
Dänemark. _
15. September, 11 Uhr. Laboratoriumßaijeilung der Königlich dänischen ArtiUerie, Kopenhagen, Aertekjcdelrej: Lieferung von ca. 1200 Centurrn Blei in Blöcken. _
Auswärtige LieferanTen müssen einen Vertreter tn Kopen- hagen haben. _ _
Anderweite Bedingangen auf dem Materialienverwalter-Comptoir im Laboratorium.
Theater und Musik.
Jm Königlichen Opernbause beginnt morgenZie Vor- stellung von „Robert der Teufel“, der die OUvertme zu .Struensee“ und ein Prolog vorausgehen, um 61 Uhr. _
Der General - Intendant Graf _von Hochberg bat __dte Hrrn. Kapellmeister Sucher und Weingartner (Hr. KaPeUmeUter Kahl ist erkrankt), den Ober-Regiffeur Hrn. Teylßfj und Hrn. Pro- fessor Taubert beauftragt, im Namen der Köntgltckxrn Oper emen Lorbeerkranz auf das Grab Meverbeer's am Morgen 1emes 100. Ge- burtstages niederzulegen. _ „ _
In der VorsteÜung des .W_llk)€[m Tell“ am Sonntag rm Königlichen Schauspielbau1_e wird Frl. Tondeur die Roße der Bertha spielen, da Frl.Lindner m Folge ihres Unfalls ihre künst- lerische Tbäti keit noch nicht aufzunehmen verma .
Das ReLidcnz-TheaterUbrmgt .Frou- rou“ in neuer Be- seßung erst am _Montag zur Y_ufsubrung; morgen und am Sonntag bleibt demgemäß noch die 188138 Vertheilung der Roüen mit Grete Risa als Frou-Frou in Kraft.
Am 14. September findet, wie der „N. Pr. Z.“ telegrapbiscb
mitgetheilt wird, im Opernhaus in Paris die erste Aufführung von Wagner's .Lohcngrin' statt.
„ Maunigfaltiges.
In der gestrigen Sitzupa der Stadtverorpneten - Ver- sammlun g, der ersten nach den Ferien, kam, wie un: der ,Nat.-Z.'