1891 / 213 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 10 Sep 1891 18:00:01 GMT) scan diff

Zerzog Ludwig, 311151138 desselben stehend, jene des 1. Ulaneq- egiments Herzog Max Emanuel, Commandeur der Equr- tationSanstalt, 5. la suits desselben stehend.

Vorgefübrt wurden folgende Regimenter: das 12._ In- fanterie-Regiment von seinem Inhaber, „dem Prinzen Arnulf, das 10. JnfanterixRegiment von seinem Inhaber, dem Prinzen Ludwig, das 14. und 7. nfanterie- Regt- ment von ihren Inhabern, Herzog Kar Theodor ,und Prinz Leopold, das 1. Schwere eiter-Negtment vom Prinzen Leopold, & 1a suits des Regiments, da? 2. Schwere Reiter - Regiment vom Prinzen Ludwrg Ferdinand, & 1a suits desselben, das 4. Chevauxlegers-Regtment vpm Herzog Ludwig, 51a Zujtcz des elben, das 1. Ulanen-Regtmrnt von Seiner Majestät dem aiser, wobei das Publtkum1edeSmal in stürmischen Jubel ausbrach. _ Cotoyirt wurden: das 1. Fuß-ArtiUerie-Regiment vom _General-Mawr Blume, Commandeur der Yß-Artillerie-Brtgade, das 1. Pionier- Bataillon vom eneral der Jnfanterre von Fries, Chef des anenirur-Corps und der Festungen, und vom General-Major POPP, Sektionschef bei der Inspektion des Jngenieur=Corps, das 11. Jnfanterie-Regiment vom Krieg?:- Minister von Safferling, Zi ]8. suits desselben, das 1. Ulanen- Rrgiment vom Herzog Max Emanuel, 5 1a Suitez desselben. Beim Vordeimarsch der Kavallerie drs 1. Armee-Corys seßte sich Sbeine Königliche Hoheit der Prmz Arnulf an die Seite des el en.

sNack) 111/4 Uhr war der Vorbeimarfch beendet. Dann erschien unmittelbar hinter den Pontons des 2. Train- Bataillons die Kavallerie zum zweiten Male zum Parade- marsch im (Halopv. Auel) di62mal stellte Sich Seine Majestät der Kaiser, vom Publikum mit lebhaftem Zuruf begrüßt, mit gezogenem Säbel an die Spitze Seines Regiments, dasselbe Seiner Königlichen Hoheit dem Vrinz-Regenten vorführend.

Nack) beendetem Vorbeimarfch gab Seine Majestät der Kaiser den in weitem Kreise um Jim versammelten höhrreii VefeblShabern, vom Brigade Commandeur an aufwärts, die Kritik, und darauf verließen die beiden Allerhöchsten Herren das Varadefeld. *. .

Nachmittags um 4 Uhr war Galatafel tm Residenz- schloß. Rechts neben Seiner Majestät dem Kaiser saß die Prinzessin Leopold, links die Herzogin voti Genua. Neben der Prinzessin Leopold hatte der PrmzRegeiit, neben der Herzogin von Genua der Pripz Ludwrg PlaH genommen. Seiner Majestät der_n.Ka1ser' gegen- iiber saß der Reickiskanzler von Caprivi, M1t„Aus- nahme der Prinzen Leopold, Arnulf und Alfons form? des Herzogs Max Emanuel waren sämmtliche bayerischen Prmzrn und Prinzessinnen erschienen. Die Tafel dauerte drs 51/2 Uhr. Die Musik wurde von der Kapeüe des Infanterie- Leib-Regiments ausgefiihrt.

Abends fand im Hoftheater Galavorstellung statt. Seine Majestät der Kaiser erschien, die Prinzessin Therese führend, mit dem Prinz-Regenten und dem Prinzen LUdng in der Königlichen Loge. Im ersten und zweiten Rarig hatten Mitglieder der Hofgeselischaft, auf den Balkonstßen die fremd- herrlichen Offiziere und die Delegirten'zu den HandelSvrrtrags- verhandlungen Platz genommen. Beim Eintritt m die Ldge und beim Weggehen“ wurden Seiner Majestät dem Katser enthusiastische Ovationen dargebracht. ' . .

Seine Majestät der Kaiser hat, nach einer Mittheilung des „.W T. V.“, folgende Ordensauszeichmmgen verliehen: die Brannten zum Großkreuz des Rothen Adlrr-Ordens dem Minister - Präsidenten Freiherrn von Crailsheim; den Rothen Adler : Orden erster Klasse dem Mimister des Innern Freiherrn von Jeilißsck) und dem General- lejutanten des Prinz - Regenten Freiherrn Frxyschlag von Freyenstein; den Kronen-Orden erster Klaße dem Kultus-Minister Dr. von Müller und dem StaatSrath'im Ministerium des Aeußern ])1'. von Mayer. Außerdem smd zahlreiche andere Staatsbeamte durch Ordensverleihungen aus- gezeichnet worden. , _

Der Reichskanzler General von Caprwx stattete aestern Nachmittag dem Minister-Vräsidenten Freiherrn von Crails- heim einen einstündigen Besuch ab.

Der Direktor des Waffen-Departemxnts im, Krirgs- Ministerium, General-Lieutenant Müller tft von Dienstreisen hierher zurückgekehrt.

Der General:Lieutenant Sallbacl), Genrral-Jnsprrteur der Fuß:Arti119rie, ist nach beendigter Dienstreise hier wreder eingetroffen.

Der General-Lieutenant von Hoffbauer, Jnspecteur der Feld-Artilierie, ift zur Theilnabme an den „großen Herbst- übungen des 117. und xl. Armee-Corps von hier abgereist.

. Der General : Lieutenant, Andreae„ Jnfpecteur der ]. Jngenieur:Jnspektion, hat eme Dienstreise angetreten.

Mühlhausen i. Thür., 8. September. Seine Majestät der Kaiser wird, wie ,der „Magdb. Ztg.“ ge- schrieben wird, am 16. September, MittagZ, von Langensalza her zu Pferde seinen Einzug in unsere Stadt halten. Vor dem Erfurter Thore, wo eme Ehrenpforte_ erbaut mird, wird der Ober-Bürgermeister Seine Majestät Namens der Stadt mit einer kurzen Ansprache begrüßen. Der Kaiser nimmt für die Dauer Seiner Anwesenheit in der dem Kriegerdenkmal gegenüber an der Burg gelegenen Vilia des Hrn. Stadtraths Rcchenbach Absteigcquartier. Aller- wärts sind bereits fleißige Hände mit der Aixsschmückung der Stadt beschäftigt. Besondere Festlichkeiten fmden nicht statt, da der Kaiser hier nur Seinen militärischen Pflichten nach- zukommen gedenkt. Nur findet am Abend des 16. eine all- gemeine JÜumination der Stadt statt.

Kassel, 8, September. Seine Königliche Hoheit der Großherzoß von Hessen wohnte Leute dem Manöver der- 21. Division ei Walburg bei und ke rte sodann nach Kassel zurück, wo Seine Königliche Hoheit, wie die „Darmst. Ztg.“ meldet, im Hotel „König von Preußen“ abgestiegen ist. Tags zuvor. hatte der Großherzog daselbst den Ober-Präfidenten der Proxmz Heffen-Naffau, Staats-Minister Grafen zu Eulenburg emp augen.

Homburg 11. d. H., 9. September. Der Prinz von Wales Tft dem „H.C.“ zufolge von hier nach Kopenhagen

MecklenburgEckxu-eriu. Schwerin, 9. September. Die Besserung im Befinden Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs tft den „Meckl. Nachr.“ zufolge gestern von Bestand geblieben.

Oesterreich-Ungarn.

Wien, 10. September. Der „Kaisxr empfing, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Vormittag 'in „Gal'gocz die Deputationen der katholischegi Gerstltchke1t,„sow1e diejenige der evangelischen Kirche Augsburgtscher Konfession, des Komitates Neutra, drr _ Stadt Galgocz und der iSraelitischen Gemeinde der leßteren. Der Kaiser beantwortete ]ed'e Ansprache einzeln auf das Huldvollste, indem er für de_n „Aus- druck der Treue, Anhänglichkeit und des, Patriotiswxus dankte. Der Deputation der Kirche Augsburgischer Konfession erwiderte der Kaiser, er nehme die Huldigung der Deputatrqn gern und mit Dank ent egen; er hoffe und erwarte, daß sie im Kreise ihrer Gläu igen, welcher, unge rmmer, eifrig die Gefühle der Treue, der Neligto ität und des einer verdammungswürdigen Richtung nicht zuganglichen reinen PatriotiSmus pflegen würden, wodurch sie" sich und ihren GlaubenMenoffen am Briten seine standtge Ziz- friedenheit und fernere Gnade ftchern kon,nten. Auch 'die Deputation der iSraelitifchen Gemeinde versicherte der Kaiser seines ferneren Schußes und feiner ferneren Gnade. Abends war die Stadt prachtvoli erleuchtet. .

Der Reichs=Kriegs-Minister Freiherr vosn Bauer, der Chef des Generalstabes Feldzeugmeister Freiherr _von Beck und der GeneraL-Jnspektor der Infanterie (FWW): von Köan find gestern zu den Manövern nach algocz ab- geret . '

Wie das „Fremdenblatt“ meldrt, hat das Retch's- Krie S-Ministerium seine Zustimmung dazu Zrtheilt, daß dteWaffenfabrik in Steyr sich an der AUSrust'u'ng der russischen Armee mit Repetirgewehre'n bethetlige. Diese Bewilligung, fiigt das „Fremdenblatt“ hinzu, dizrfte jedoch keinerlei praktische Konsequenz haben, da Rußland seinen Armeebedarf aus eigenen Fabriken zu decken vermoge.

Frankreich.

Paris, 10. September. Der verstorbene ehemalige Präsident Grév 1) litt, nach einer Meldung deS „W. T. B.“, bereits seit vier Tagen an einer Lungenentzündung, der Tod erfolgtegestern Morgen um 71161: in Mont-sous-Vexudrey. Noch gestern erstattete der General Grévy dem Prafidenten Carnot und drm Minister:Präs1denten de Freycinet An- zeige von drm Tode seines Bruders. Da dem Verstorbenen als ehemaligen Präsidentsn der Republik em „Anrecht auf" be- sondere Ehrenbezeugungen zusteht, so Wird, das Nahere darüber in einem besonderen Ministerrath h_estrmmt werden. Ein Präcrdenzfall liegt biHher nicht “vor; denn Tode Thirrs' hatten die Verwandten desselben sick) jede besondere Feier- lichkeit verbeten.

Jules Grévy, geboren am 15. August 1813 zu Mont-sous- Vaudrey, studirte in Paris die Rechte und wurde 1837 daselbst Advokat. Nach der Februar-Revolution zum Regierungs-Kommiffar im Iura-Departement ernannt, Wurde er von diesem zum Abgeordneten tn die konstituirende Versammlung gewählt. Er gebörte in dieser drr demo- kratischen Partei an und brachte beiden Debatten über die neue Verfassung ein Amendemcntein, welches, an Steue eines durch allgemeines Stimm- recht erwählten Präsidenten der Republik, einrn von der National- versammlung mit absoluter Stimmenmehrheit auf ungew:ffe Zett ernannten und jederzeit abberufbaren Präsidenten des Ministerratbs vorschlug. Nach dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 zog sich Grévy vom politischen Schauplaß zurück, den er erst wieder betrat, als er im Fabre 1868 bei einer Nachwahl im Jura-Departement in den gesetzgebenden Körper gewählt wurde. Im 00rps1éZis1acjfzeichnete Jules Grévy sich durcky seine bei allem Maßhalten entschiedene Opposition gegen das Kaiserreich aus, wie er dann auch am 4. September 1870 die Errichtung einer Diktatur bekämpfte und vor Allem die Berufung einer VolkSvertretung verlangte. Die National- versammlunq wählte ihn im Jahre 1871 zu ihrem Präsidenten, welchcs Amt er bis 1873 innehatte. Im Jahre 1876 trat Giévy in die Deputirtenkammer ein, die ihn am 14. März desselben Jahres zum Präsidenten wählte. Nach dem Rücktritt des Marschalls Mac Mahon wurde er im Jahre 1879 mit großer Mehrheit zum Präsidenten der Republik und nach Ablauf der sieben- jähriarn Amtßzeit Von Neuem gewählt. Im Jahre 1887 trat Gréoy von diesem Posten zurück und lebte seitdem in großer Zurückgezogen- brit in seinem (Geburtßorte.

Nach dem „Temps“ wird die außerordentliche Parla- mentssession höchst wahrscheinlich am 13. „Oktober be-

innen. Dasselbe Blatt glaubt zu Wissen, die Regierung rheine entschlossen, von der Kammer zu verlangen, _daß fie die Budgetberathung auf die von dem Regierungs- entwurf gesteckten Grenzen beschränke und daß die vom Ausschuffe empfohlenen Reformen der Getränkesteuer und der Gerichtskosten nicht gleichzeitig mit drm Budget erledigt werden sollen, damit dieses rasch durchberathen werden könne. Dies sei um so leichter, als die erwähnten Reformen den Vor- anschlag als solchen nicht berührten und als selbständige Ge- seßesvorlaaen geprüft werden könnten.

Der Kriegs-Minister de Freyrinet traf gestern früh 81/2 Uhr in Vendoeuvre ein, wo1elbst eine Brgrüßung mit den fremdländischen Offizieren stattfand. Die Offiziere begaben sich hierauf unter Führung eines/Escadron-Cbefs und des Lieutenants Carnot nach dem Manövergebiete. Das Manöver währte von 8 Uhr früh bis 2 Uhr Nachmittags und endete mit dem Rückzuge des Generals Galiifet in der Richtung auf Troyes hin.

Ueber das Manöver am Montag wird der „K. Z.“ Folgendes berichtet: Der Kampf bei Colombey-leß-deux:Eglises endete um 2 Uhr. Der General Saussier hielt dieSmal keine Kritik ab. Wie es scheint, war es unmöglich, festzustellen, ob General Davout oder General de Gallifet den Sieg errungen habe. Es war schwierig, den Bewegungen zu folgert, da die Gegend _ sehr hügelig ist und die Gefechtslmie sich 15 km weit hinzog. Allgemein gelobt wird wieder der treffliche Geist der Offenswe, auf den man in Frankreich den Hauptwerth legt. Das 1711. Corps, die Ost-Armee, stand dem 17. Corps, der West- Armee, gegenüber, dessen Befehlshaber, General Jamond, sich gestern wie auch bei den früheren Kämpfen Wieder entschlossen, kühl und kaltblütig gezeigt haben soll. Er hatte auf der Landstraße von Colombey nach Buchet) eine „gut, gewählte Vertheidigungsstellung genommen. Die Artillerie zeichnete s1ch besonders aus. Sie ging im Galopp vor und überwand

lie , ielt die nfanterie der WeskArmee am „Saume desß Iliöaldes SJÜungen befeßt, axis welrhen dre Ost- Armee sie schwerlich hätte vertreiben konnxn. Nach der Uebung fand der Marsch der Truppen nach tbrrn Kan- tonnirungen in besserer Ordnung statt als bisher. Die West- Armee trat den Rückzug über die Agde an, um zt; der a"n- genommenen Hauptarmee zu ftqßen, die der Getieraltdee gemaß von Vitry nach Troyes marschtren sollte., Ste hequßte 9112 bestehenden Brücken und ließ no von ihren Pionieren eme Brücke schlagen, die innerhalb 3/4 tunden fertiggesteut war.

Rußland und Polen. N st St. etersburg, 10. September. _Wie die ,' owo t“ melden, F1] unter Mithülfe eines Pariser Syndikgts, m welchem Vertreter der dortiger) Presse, zum BUsle des „Journal des Débats“ s1ch befinden, hier, eine Aktiengeseüschast gegründet werdet) zur Errichtung einer Mittelschule in franzosiséher Unterrichts- sprache; nur russische Geschichte, rusfische Sprache und der Religionßunterricht für „Orthoddxe sollezn m russischer Sprache gelehrt werden. Die russUche Regrenxng lege, wie die „Nowosti“ hinzufügen, dem Vorhaben „keine prinzipiellen Schwierigkeiten in den'Weg; eme, Komm1sston Betreffs Verwirklichung des Planes sei bereits gehrldet worden.

Italien.

Der König von Rumänien folgte, wie „W. T B.“ aus Venedig meldet, gestern Abend MU semen Ministern einer Einladung des Herzogs 'vo_n Genua zum Diner. Ueber den Zustand der Königin fmden fortgeseßt Be- rathungen der zur Konsultatidn zugezogenen Aerzte stcztt. Neue Komplikationen sollen, wre verlautet, tt_nmtttelhar _m'cht zu befürthen sein, wenn schon der Zustand immerhin einige Be'or ni etre t. ,

' Fer ehemYlige Minister Ubaldino Peruzzi L| gestern in Florenz gestorben.

Schtveiz.

_ Drr Tessiner StaatSrath hat der „K; Z.“ zufolge auf Antrag seiner liberalen Mitglieder Colombt und Rus- coni beschlossen, Amnestie für die im Tesfiner Wahl- fälschungSprozeß Angeklagten u beantragen und den Bundes- rath einzuladen, diesen Proze , welcher in Luzern verhandelt werden soll, bis nach der nächsten ordentlichen Bundesver-

sammlung zu verschieben.

Belgien.

Die Regierung hat den Abgeordnetenwmen (Hesey- entwurf zugehen (affen, welcher das Arbertsverhaltnrß der Arbeiter und Dienstboten zu regeln bezweckt. Die wichtigsten Bestimmungen des Entwurfs brtreffen die Unfall- entfchädigung der Gehülfetx und Dtenstboten. Die „Köln. Ztg.“ berichtet darüber, wre folgt: _ , _

Der Arbeitaeber bezw. Meister ist von der Entscladtgungspfltcht mir dann entbunden, wenn er nachweisen kann, daß der Betriebs- oder Arbeitsunfall entweder aus einer natürlichen und von der Arbeit oder der AUSfübrung derselben unabhängigen Ursache entstanden ist, oder durch Personen hervorgerufen Wurde, wxgen deren Handlungen den Arbeitgeber keine Verantwortung trifft, oder 'auf eine That- sache zurückzuführen ist, Welche nicht _mtt der dienst- lichen Aufgabe des Verletzten zusammenhangt, „oder endlich durch das Verschulden des Verletzten berbeigefuhrt worden, Es wird dabei sowohl von unwesentliären oder, zufäütgen Ungesckzicklichkeiten des Verleßten als von den quwrsentltchen Unter- lassungen des Arbeitgebers, die nicht Zur Widerfpxucb zu dessen Pflichten stehen, abgesehen. Die Entschadrgungen konnen von den Verletzten weder übertragen noch gegen sie beschlagnahmt werden. Ist der Arbeitgeber eine Versicherung zurn Besten seiner Arbeiter oder Dienstboten eingegangen, sy steht diesen im Falle eines Un- fal1s ein Vrrrecht auf die Leistungen der Versicherungßanstalt zu. Arbeitgeber, we1chrr zu Gunsten ihrer Arbeiter oder Dienstboten eine den ganzen Umfang ibrer Haftrflicbt deckende Veysicherungrmgehen, sodaß den Vrrficherten die ge1etzlich fest eseßte'Mmimalleistung zu- steht, sind Von der wie oben bestimmten Zaftrfltwt entbunden. Hat der Arbeitgeber keine oder eine ungenügende Versicherung ab- geschlossen oder ist die VerfiÖerung abgelaufen, so hat er auf Verlanßen seiner Arbeiter oder Dienstboten das zur Zahlung der vom Richter feftgeseßten Rente erforderliche Kapital sqfort anden Staat einzuzahlen, oder aber an Zabluygsstatt eme (Heirabr in Hypotheken, Pfändern oder StaatSrentenverjcbreibungen zu leisten. Von dem Betrage der Cnt1chädigunq werden die den Arbeitern und Dienstboten von Hülfskaffen u. s. w.,0 rvozu die Arbeitgeber Beiträge für jene leisten, geschuldeten Beträge in Abzug gebracht. Jede die Haftpflicht des Arbeitgebers schmälernde Bedingung drs Arbeitsvertrages ist null und nichtig. Den Arbeitern werden ,die Betriebsbeamten gleichgestellt. Hat der Unfall eine mrbr als vier- zebntägige völlige Arbeitßunfäbigkeit zur Folge, so erhalt, der er- leßte für die Dauer derselben eine tägliche Entscbadtgung im Betrage von 65 [)/0 des durchschnittlicben Tagelobnes (unter Zu- rechnung der Naturalleistungcn) des dem Unsgll vorauf- gegangenen Jahres, Wird die völlige Arbeitßunfabigkeit ais dauerrd erkannt, so ist die Entschädigung auf derselben Grundlage_ m eine Jabreßrente umzuwandeln. Bei dauernder tbeiltveiser Arbeits- unfähigkeit erhält der Verleyte cine verbältnißmäßige Entschädigung von 10 bis 50 0/0 des durchschnittlichen Jahrevardtenstes. Im Sterbefall erhält die Wittwe oder der arbeitßunfabtge"Wittwer his zur Wiederverbeiratbung eine Rente von 20 0/0 sowie fur 1_edes Kind- und ferner jeden überlebenden Bruder, Schwxster und Ajcendenten, deren Stütze der Verunglückte war, weitere 10'0/0 bis zu einem Gesammtbetrage von 50% des durchschnittltchen Jahres- verdienstes. Außerdem hat der Arbeitgeber die Kosten der Verabreichung von Arzneimitteln bis zum Betrage von 100 Fr. und die Begräbnißkosten bis zu 50 Fr. zu tragen. Die Unternehmer von Bergwerken, Steinbrüchen, Gruben und unterirdischen Arbeiten aiier Art, von Eisenbahnen und Schifvaerbindungen, von Werken, Fabriken und Werkstätten mit Betrieb durch Elementarkraft sowie yon Sprengstofffabriken sind verpflichtet, ihre Arbeiter zu„verfichern. Die Arbeiter des Staats, der (Gemeinden, Provtmen und offentlichen Anstalten müffen nicht versichert werden, Die Regierung (das ist ein Königlichcr Erlaß) kann die Versicherung_2pflicht auch auf andere Betriebe ausdehnen. Der Entwurf enthalt eingehende Bestimmwngen über die FeststeUung des Tbatbestandes, die Zuständig- keit der Gerichte, Stempelbefieiungen, kostenloses Verfahren für die Beklagter und Verfügt, daß Unfallklagen vor allen andern als dring- lich zu behandeln smd. Die Unternehmer von meÖanischen Betrieben, welche mehr als zehn Personen beschäftigen, haben bezüglich des

Arbeitßverfabrens eine von der Provinzialregierung zu aenebmigende ArbeiLSordnung zu erlassen. Der gesetzliche Betrag der Leistungen an verunglückte Arbeiter wird auf höchstens 2,60 Fr. täglich und im Falle der Rentenzahlung auf höchstens 2 Fr. täglich sestgeießt."

Die einzelnen Sektionen des in Mecheln tagenden katholischen Kongresses hielten, nne „W. T. B.“_be- richtet, gestern Vorm1ttag Sitzungen ab. Kanonikus

Winterer (Elsaß) und O'Hulst (rankreich) sprachen sich anläßlich der Berathung des itikels, betreffend die Bildung von antirevolutionären Verbindungen, fehr

alle Hindernisse, ohne daß ihr der geringste Unfall zugestoßen

abgereist.

wäre. Als General Sanssier das Ganze Halt blasen

entschieden gegen den SYialiSmus aus, den fie als atheistisch bezeichneten. achmittags sprach der Ybbs

„beider Häuser des canadischen

Schoepman (Holland) über die Nützlichkeit von Korporationen, Graf Werkpeyen über deit unbedingten Gehorsam gegenüber der Encykltca und über die Nothwendigkeit der Arbeiterfchuß- gesetzgekxun . Die deutschen Kongreßmttglieder Winterer und is er wurden durch Akklamation zu Ehren-Vize-

Präsi denten gewählt. Türkei.

Konstantinopel, 9. September. Wie die „Agence de Constantinople“ meldet, wird Kiamil Pascha fortdauernd streng überwacht. Eine Kommission, bestehend aus dem Justiz-Minister Riza Pascha, dem Kämmerer Rathib Bey und dem Scheikh Abul Kuda ist beauftragt, die er: nehmung Kiamil Pascha's durchzuführen.

Griechenland.

Athen, 9. September. Das neuerlich in rankreick) erbaute Panzerschiff „Ofara“ ist, wie telegraphis berichtet wird, hier eingetroffen.

Schweden und Norwegen.

(17) Stockholm, 6. September. Einer von dem Staats- Comtoir nach dem Abschluß des Reichs-Hauptbuches ver- öffentlichten Uebersicht über die Staatshaushaltung im Jahre 1890 entnehmen wir die nachfolgenden Daten. Die ordentlichen Einnahmen betrugen: Grundsteuer 4 172130 Kronen (Etatvoranschlaa 4185000 Kronen), Kirchenzebnten 221043 Kronen (250000 Kronen), Pachtgelder 2695 733 Kronen (2 700000 Kronen), Personalsteuer 733179 Kronen (665 000 Kronen), Strafgelder 265 703 Kronen (240000 Kronen), Leuchtfeuer- und Bakenabgaben 1506 213 Kronen (1 200000 Kronen), Telegraphrnwesen 1 444908 Kronen (1260000 Kronen), Staatseisenbahnen, abgelieferte Ueber- schüffe 6500000 Kronen (wie im Voranschlag), Forstwesen 3 150 074 Kronen (2000000 Kronen) u. s. m. Die soge- nannten bewilligten Einnahmen betrugen: Zölle 42675131 Krumm (37000000 Kronen), Postwesen 7301784 Kronen (6 900000 Kronen), Abgaben der ausländischen Handlungsreisem den, Künstler 2c. 512287 Kronen (350000Kr0nen , Stempel- steuer 3526 331 Kronen (3700000 Kronen), ranntwein- stsuer 16 287 350 Kronen (13 700000 Kronen), Rübenzucker- steuer 997 976 Kronen (550000 Kronen), VZfiß- und Ein- kommensteuer 4373 879 Kronen (3 700000 Kronen), im Ganzen erbrachten diese Einnahmen 75 674 741 Kronen gegen 65900000 Kronen des Voranschlages. Die Staats- au§gaben setzten sich wie folgt zusammen: Königliches Kaus 1 320000 Kronen , Justiz = Departement 3 812 129

ronen (3 811436 Kronen), Departement d s Aeußern 604 113 Kronrn (613800 Kronen), Kriegs-Département 20 723 254 Kronen (20200500 Kronen), Marine-Departrment 6931646 Kronen (6159240 Kronen), Civil-Departement 4951109 Kronen (4 729 767 Kronen), Finanz-Departement 17 101266 Kronen (15 670300 Kronen), KultusOi-partement 12871558 Kronen (11 675 978 Kronen), PenfionH-Departetnrnt 3 143 662 Kionc'n (2 914300 Kronen). Mit Hinzurrckmung der außer- ordentlichen AUSgaben von 7470244 Kronen betrugen die recbnungßmäßigrn AusZaben 78 928 985 Kronen gegen 77 200 000 Kronen des Voranschlags. Dem gegenüber bxtrugen die ordentlichen, die bewilligten und die außerordentlichen Einnahmen mit Hinzurechnung von ] 300_000 Kronen Reichsbankgewinn 94 658 051 Kronen g? en 87185000 Kronen des Voranschlags. Zu den AuSga en kommxn noch nach den besonderen Rechnungen des Reichßschulden- comtorrs dw. Reichsta «S- und Revisionskosten, die Amortisi- rung und dre Verzm?unx: der StaatSanleihen, welche nach Abzug der eigenen Einnahmen 11099697 Kronrn betrugen. Am Schlusse des Jahres 1890 beliefen sich die fundirten Staatßanleihen nebst deren AmortisationsfondS auf 259 512 598 Kronen, welchen an Aktiven 401225582 Kronen gegen- uberstandsn. Von den [eßterea entfielen u. A. auf den Vorichußfonds der StaatSverwaltung 12 549 707 Kronen, Staatsresetvzfonds 18 955 998 Kronen, Staats- auleeichungsjond_s 10 996112 Kronen, Fonds des Reichs- schu1derc0mtmrs 57 712 008 Kronen, Staatseisenbahnen nebst Material 266 894 509 Kronen, Wadstena Kriegsleutehausfonds 4828 201 Kronen, Jnvalidenfonds 2420 067 Kronen, Reichs- tags- u_nd Reichsbanthays:Gebäudefonds 5030 929 Kronen u. s. m.

Die Branntwetnfabrikation in Schweden im Fabre 1890 betrug n_ach dem Bericht des Staachomtoirs 9050 059 1, wofür die rechnungsmäßiae Einnahme 5 Liter 50 Oere 14 525 029 Kronrn betrug. Die aus drm Jahre 1889 vorgetragene rückständigeBranntweinsteuer beiief sich auf 3807 375 Kronen, welche Summe sich jedoch am Schlusse des Jahre?, 1890 au_f 2044 407 Kronen verringert hatte. An Yollremtunon fUr ausgeführten Branntwein wurden im ayfe des Jahres 32127 Kronen außgezablt. An Brannt- wemsteuer eingezahlt wurden an die LandeSrenteien 16287 350 Kronen. - Die Steuer auf die Rübenzucker- fabrikattoix ergab nach dem erwähnten Bericht im vorigen Jahre _997 946 Kronen; verarbeitet wurden 169 868 300 kg rohe Ruben. Die Steuer beträgt 58,75 Oere per 100 195.

* Dänemark.

(15) Kopenhaqet), 8. September. Das durch die Be- kanntmachung des Ministeriums des Innern vom 10. März 1888 erlassene Verbot gegen die Einfuhr von Fleisch und anderer! rohen Produkten von Schweinen, darunter Schweineblasen uiid ungereinigtes Schweinefett (atsam 1arä), uuns den .Veretmgtrn , Staaten von Nord-Amerika nach Danemark 1st„nurbezü_gltch derjenigen Produkte aufgehoben (yergletche die gestrige Nummer) worden, welche mit einem von der _betreffenden Behörde aUSgefertigtem Attest dar- über versrhen smd, daß dgs Produkt vor der Absendung aus den Vereinigten Staaten, in Uebereinstimmung mit der dort ge1tende_n Gesetzgebung einer Untersuchung unterworfen und be: diexer Untersuchung „als unverdorben, gesund und zur menschlichen Nahrung geeignet befunden wurde.

Amerika.

Vereinigte Staaten. Der Marine-Minister Tracy .at dem „R., B.“ _zufol e dem be: San Francißco vor Anker 1egeride_n KNegSsthlff ensacola“ Weisung gegeben, un- Verkügllch nach Hondlulu m See zu gehen, da die Ruhe der In el „mich, dem „kürzlich erfolgten Tod des frü eren Gemahls der Komgm Lilmokalani, Dominis, ernstlich be roht erscheine.

Canada. Der Iustiz-Minister hat nach der „A.C.“ angekündigt, daß er demnächst eme gemeinsame Adresse . , arlaments an die Korn tn beaptraßen werde, um ein eichSgeseß u erlassen, damit te Zweifel eseitigt würden, ob das canadiiche Parla- ment befugt„ set, eme canadische Akte über das Urheberrecht an Schriftwerken zu genehmigen. Auf Veranlassung der ,

Reicharegierung hat der Minister für Landwirthschaft

eine Untersuchung darüber eingeleitet, wie viel Roggen

Ja??? für Ausfuhrzwecke befißt. Es smd 250-300000 u e.

Chile. Aus Valparaiso wird dem „New-York: Herald“ berichtet, es heiße jest, daß Balmaceda fich ent- weder auf einer der auswärtigen Gesandtschaften oder in einem Kloster versteckt halte. Sei das Erstere der Fall, so sei er wa rscheinlick) vor der Rache seiner Feinde fieber, befinde er fi aber in einem Kloster, so werde er wohl über kurz odxr ang gefangen genommen werden, da die Junta alle Kloster durchsuchen [affen werde, falls sie dem Gerücht Glauben

schenke. Australien.

Nach einem Telegramm des „Rent. Bar.“ aus San FranxiSco vom 7. d. M. befindet fich das Volk in Samoa in emem Zustande bedenklicher Unruhe. Mataafe, welcher fick) mit 300_400 Anhängern in Malie befindet, hat Voten mit dem Auftrag aUSgesandt, ihm eine Partei zu werben. Es, verlaytet, daß die Regierung nur die Ankunft eines britischen Kriegsschiffes abwartet, um dann die Vertreter Deutschlands, Englands und der Vereinigten Staaten zu ersuchen, eine ge- memsébaftltche Flottendemonstration zu ihren Gunsten abzu- halten und die Eingeborenen, welche Malietoa nicht anerkennen wolien, zu bestrafen. Es verlautet ferner, das;, wenn nicht umgehende Maßregeln ergriffen werden, der Ausbruch von Unruhen unvermeidlich ist.

Nr. 36 des .Centralblatts der Bauverwaltung“, berauSgegebezi imMinisterium der öffentlichenArbeiten, bat folgenden Inhalt: BeriÖt über den Dombau in Köln. _ Die Moltke-Brücke in Berlin. _ Preisbetverbung für die Erweiterung des SouthKenfinat-on-MuseumS in London. _ Die Leicloenbäusrr der Stadt Paris. _ Ueber Langer'sche Brückenträger. _ Die Neubauten im Erdbebenßebxet auf Ischia. _ Vermischtes: Wiederbersteüunq des Rgthbayses in Aachen. _ PreisbeWLrbnng für ein Ratbbaus in Pforzheim. _ Tcchniscbe Hochschule ir] Brrlin. _ Weltausstellung in' Chicago 1893. _ Verhalten des Eixens in Brücken, _ Gefährlich- keit der Sptßkn an Voraartengittern. _ Zu der Ankündigung des Werkes: Haarmann, Geschichte des Eisenbahngrleises.

Entscheidungen des Reichsgerichts.

In 'der unter der Firma P. u. Solon betriebenen Faßrik, deren anaber Vater und Sohn waren, war entgeren der Bestimmung des §. 136 der ReickZs-Gewerbeordnung ein jugendlicher Arbeiter zur NQÖUUT beschaftigt worden. Der Sohn wurde dieserhalb von der Strafkammer aus §. 146 Nr.2 der R-G-O. verurtretlt, dagegen wurdeUdrr mitangeklagte Vater treigcsprochen, weil er ,als fiebztgzabrtger Mann yur'noci) dem Namen nach Mitinhaber der Firma ist, Wabrrnd er thatsacblrck» aus der Führung des (Geschäftsbetriebes und 'der Leitung der Fabrik außgeschieden sei“, somit aber in Bezug auf ihn em fahrlassigeß Verhalten nicht angenommen werdrn könne. Auf die Revision des Staatsanwalts hob das Reichßaericbt, ]. Straf- senat durch Urtheil vom 8. Mai 1891, hinsichtlich der Freisprechung des Vaters das erste Urtbeil auf, indem es begründend aukfübrte: .Die von dem Vorderrtcbter für die Verneinung eines fahrlässigen Verbzltens des P. Vater verwendeten TbatsaÖen sind nicht Umstande, welcbe der" Natur des Einzelfalles entnommen sind, sondern „stellen Grundsatze auf, die in ihrer Allgemeinßeit rechts- irrtbuml'tck) erscheinen. Das Alter von 70 Jahren kann den Ge- werßetreebrndeii nicht von der ibm durch das Geseß auferlegten Ver- vfltÖtung entbinden. 'Die private Verabredung der beiden avgrklagten GeseUiÖafter guteremgndrr bezüglich der Thätigkeit des einen von tbnen tm Geycbaftsbetrteb ist für die strafrechtlickyr Haftbarkeit einfluß- los, solange P. Vater rechtlich Mitinhaber der Firma ist.“

_ Der in einem Schanklokal aufgenommene Gast macht sicb. rzacb einem Urtbetl des ReickxsZericbts, 17. Strafsenats, vom 1. Mar 1891, desHausfriedensbrucbs schuldig, wenn er, nachdem drr Zwrck des Besuchs und der Aufnahme erfüÜt ist, oder während der Aufnabmr durcb migrbübrliejxes Betraden gegründrten Anlaß zu seiner Verwrnung acgebm hat, der Aufforderung des Wirths, sich zu entfernen, k.:ne Foige leistet.

Kunst und Wiffensthaft.

:ck In den Räumen des Architektenhauses hat fich trqß der großen internationalen Kunstausstellung eine arisehnltche "RUHE von Bildern einheimischer und aus- wartiger Kunstler zusammengefunden, welche zumal vom Starzdpunkt weiterer Krei1e des Publikums volle Beachtung verdienen. Neben bekannteren Namen wie Eberle, Douzette, Blairs, C. Ludwig, Lutterotb, Räuber, ScherreS, Kro'ner, Ehrentraut und Grützner begegnrn un§ einige recht eindrucksvolle Schneelandschaften voi) Ludwrg „Skramstad aus München, eine in schillernde? Abendlicht getauchte Herbstlandschast von Alfred Bergstrozn, [mme eiii schwedisches Waldidyll von Ljun- dahl, zwei Plemairstudien von Kaustenius und eine Reihe italienischer Aquare_1[e von F. Sala, Levosati und Anderen, denrn sich zwei impresfionistische Bilder von onars an- schließrn. Namentlich 'das_ „Kmders iel“ des eßteren auf lichtßruner Waldwxese ist eme Schöp ung von reizender An- mut . Oswald Llchenbach hat _eine große neapolitanische Prozession "mit der thm eigenen liesen Farbengluth auSgestellt, der gegentzbrr 91119 von R. Eschke im Auftrage des Kultys-Mrmsteriums' für die Universität Kiel gemalte Marine aufgestellt ist, welrhe die gefahrvollen Schicksale der Planktrm- Expedition tm atlantischen Ocean ver- ewigt. Vier ti'beraus feingemalte farbenprächtige Stillleben von Gronland führen uns auf das Gebiet der Blumenmalerer, hinüber, deren Meisterin Hermine von Preyschen mrt zwei großen Frucht- und Blumenstücken vertreten rst. Das eme mit dem Motto „Kennst Du das Land ?“ zeigt uns üppiges Citronen- und Orangengebüsch, welches den runden Ausschnitt einer verfallenden Kloster- mauer umrankt, aus dem fich ein Blick auf das Meer'öffnet, das, Gegenstück „le Brunnen“ weiße und blaue thdeen, ain Rande ,emer Cisternenmündung emporwuchernd. Llls Hdchfirllungen eines Wandpfeilers gedacht, zeichnen fich die brett .und leuchtrnd gemalten Bilder durch das reizvoÜe Farbenspiel der schillernden Re exe_auf der Mauer ebenso ehr, wre durch den ihrer archite ionischen Vestimmun ange- pczßten Aufbau drr „M'assen aus. Zwei kleinere tudien, Lilien ,und SchierlinJJ, lassen uns die fichere und niemals, an_ ebenfächlichem cYastende * Mal- weise der Künstlerin, , die sich dadur fo vortheil- haft von der Mehrzahl ihrer Genossinnen unterscheidet, bx wrxndern. An efirhts des MaWels an wirklich hervorragenden Leistungen an diesem vom ilettantiSmus mehr und mehr

überwucherten Gebiet scheint die Zurückweisung, welche die

genannten Arbeiten von der Jury der internationalen Kunst- ausstellung erfahren haben, um so weniger gerechtfertigt, gls sie den beiden zu elaffenen BlumenstüT-n der Künstlerin m keinem Punkte na stehen.

_ Der 21. deutsche Juristentag ist heute in Köln zu- sammengetreten. „W. T. B.“ berichtet darüber wie folgt: Nachdem Senats-Präfident von Stoeßer (Karlörube) die Sißung eröffnet batte, wurde Senats-Präsident Drechsler (Leipzig) durcb Zuruf zum ersten Präsidenten gewählt. Ober - Bürgermeister Becker hieß die Ver- sammlung Namens der Stadt herzlich wiükommen, wofür der Präsident in launiger Rede dankte. Der Rektor der Universität Bonn, Geheime Regierungs-Ratl) Professor Hüffer wurde zum ersten Vize-Präfidentxn gewählt und begrüßte die Herren Namens der rheinischen Universität. Hierauf erstattete der Geheime Justiz-Ratb, Professor Dr. Eck (Mrlin) Bericht über die Recthentwickelung Deutschlands; dann folgten Abtheilungssißungen.

„_ In der gestrigen Sitzung des „Kongresses für Inter- nationales Recht“ in Hamburg gelangten, wie . „T. V.“ berichtet, die yon der Kommission für internationales Aktirnrecbt vor- gefchlaaenrn funf Artikel zur Abstimmung. ,Artikel 1 und 2 wurden obnke Weiteres, Artikel 3 nach lébbäfter Bespreckoung mit mehreren Abaziderungen angenommen, Artikel 4 wurde ebenfalls mit einigen weniger wesentlichen Abänderungen genehmigt.

_ In der leßten Sißunq der Stadtverordneten in B onn wurde Jack) einer Mittheilung der „Köln. 3.“ in Folge einer Anregung" des zcttigen Rektors der Universität, (Geheimen Regierungs- Ratbs Huffer eine Summe von 80 .,“ zur Anbrinaupg einer (Gedenk- tafel an dem Hause AÖerstrasze 13, in welchem Karl Simrock wahrend der Jahre 1835-1876 gewohnt, bewiUigt.

_ Die 37. „Generalversammlung des Gesammtrerrins der deutschen Gesch1cht§- und Alterthumßvereine zu Stamo- rtnaen wurde nach einem Bericht der „Köln. Z.“ am 30. August von_])r. Bérmguier aus Berlin eröffnet. Hierauf nahm der Regierungs- Prasident Freiherr von Frank das Wort, um die (Generalversammlung m der) quenzoÜernschen Landen willkommen zu beißen, in den Landen, wo die Wiege de? KöniaS- und Kaiserhauses stehe, die seit vielen Jahr- hunderten der St_ß des Fürstenhauses Hohenzoüern sei. Dr. Berinaer Verla's den Grfcbaftsbericht des Gesammtvereins, aus dem hervorgeht, daß ihm 1711nmehr schon weitaus die Mebrxabl der deutschen (He- schtcht§vereme angehört. Gegen 10 Uhr traf Seine Königliche Hoheit der Furst von Hobenzoüern, begleitet vom Hofmarschall von Arnim und Adjutgnten Oberst-Lieutenant von Schilgen, ein Seine König- liche Hohrit wurde lebhaft begrüßt und nahm dankend die Glück- wunscbe zur'Geburt zweier Enkel an. Die Vorträge eröffnete Hof- rath ])x. Zntnqeler, drr in etwa dreiviertelstündiger Rede einen Ueberblick iiber die _8001abriae Geschichte der Hobenzollernschrn Lande urid des Furstenhames gab Von besonderem Interesse für die Zu- borer waren auch die Darstellungen über jene älteste Geschichte des Zollernbauseö. wo die burggräfliÖ-iqürnbergische Linie fick) vorn Haupt- stamm Werdet. Der Redner schloß mit reti Worten: „Wo immer Sie, meine Herrrn, in unsern Hoßenzollernscbea Landrn auch bin- kotZimen werden, überall wird fick) Ihnen die Wahrnrbmung auf- dranaen: .Hte guet Zollern allweg!“ Den folgenden Vortrag hielt der Professor Dr. von Thirdtchum aus Tübingen, der an der Hand einer großen Anzahl von ihm angrfertigter Karten das Tbrma be- handelte: Ueb-r ("„in neues Verfabrrn zur Hersteliung historischer Kartsn,_ur)ter Erlauterung von bezüglichen großen Karten betreffend dre Ge1chtchte der oberen Neckar- und Donauqegend. Tbudichum, Profeffor des deutscherx ReÖts, trat für seine Aufgabe, solche Karten m_Dezitscbland etrzrxeruhrt zu sehen, mit großer Wärme ein. Ge- schaftltche Mzttbetlungrn schloffen die Hauptversammlung, nach Welcher der Frust sich eme Reihe der Anwesenden vorstellen ließ und sicb „lebhaft tmt den Vertretern der Staatsregierungen und Geschichts- Veretne unterhielt. Sektionssißungen folgten der Hauptversammlung, in welchen eine Reihe wissenschaftlicber Thesen besprochen wurden. Um 2 Uhr fand das Fxstrssen statt. Regierungs-Präsident Von Frank brachte dqs Horb guf Seine Majestät den Kaiserau3,1)r. BS- rmguier. ließ den Fursten von Hohenzollern HoÖlebcn. GrgenAbendfanden noch wtffenschaftltrbe Brsprcckpungrn statt, worauf dann um 8 Uhr das vom OrtSrercm gettelite Festmahl im neuen Saale des Kasinos *sbtcr Ytéis'elum genannt) begann. An dem Bankett nahmen 142 Mr- onen et .

Verkehrs-Anftalteu.

.AUf den Linien der Großen Berliner Pferdeeisenbabn- Aktiengesrnllschaft sind im Monat August 1891 10 393 690 Personen betordert und dafür 1214 729,41 „46 oder durchschnittlich auf “31271 FÜFZYYZZKZL1,181ei178k6e739mmend Die Einnahme im Monat

ugu : ru , „M 0 er dur nittli 3810279 «M g «ck ck auf den Tag

Bremen, 9. September. (W T. B.) Norddeut cher Lloyd. Der Sckonelldamvfer „Spree' Hat heute Morgen aiif der Fahrt nqck) New-York Dover_ pasfirt. Der Dampfer „Bayern“ ist hxute auf der Fahrt naa? |_O7t-_Asien in Suez angekommen. Der Schnelidamvfer .Lan Ut gejtern NaÖmittag auf der Fahrt nack) der Weser von. Southampton ab egangen. Der Dampfer AStuttgart' ist heute in Bremer aven angekommen. Der SebnelLdampfer .Havel" hat gestern Vormittag die Heimreise von New-YZZrk angetrxten. (W T B

_ ., Sevtem er. . ) Der Postdampfer .Gera', von Brasilien kommend, ist am 9. Septemder Nachmittags auf drr Weser anaekdmmen. DJ'SÖnelldampfer ,Labn“ ist am 8. Sep- tnember'Nachmtttaas von Southampton nach Bremen abaegangen, nberbrmgt' 214 Pqffagicre und volle Ladung Der Postdampfer „Kronprinz Friedrich Wilhelm“, vom La Plata kommend, hat am 9 September Vormittags St. Vincent, der Postdampfer x,)?strYf Wißmarck“ nach Brasilien bestimmt, Las Palmas

a r. . Hamburg, 10. September.“ (W. TB.) Hambura-Amerika- nische Packetfabrt - Aktien - GesellsÖaft. Der Schnell- dampfer „Columbia ' hat, von New-York kommend, gestern Abend, der Postdamyfer „Albingia' heute früh Lizard passirt.

Preußische Klaffenlotterie. (Ohne Gewähr.)

Bei der , gestern Lortgefeßten „Ziehung der 2. Klasse 185. Königlich preu ischer Kla senlotterie fielen in der Nachmittags-Ztehung:

1 Gewinn von 5000 314 auf Nr. 84 771.

3 Gewinne von 150034 auf Nr. 32 061. 97 234. 180412. 13 Gewinne von 300-34 auf Nr. 21 843. 27509. 28186. 35 849. 47894. 51610. 59575. 79883. 106 787. 145 760. 166 661. 182 745. 189 414.

Bei “drr heute, beendeten Ziehung der 2. Klasse 185. Königltch preußischer Klassenlotterie fielen in der Vor- mrttags-Ziehung: 1 Gewinn von 10000944 auf Nr. 137 544. 1 Gewinn von 5000 914 an Nr. 77268. 5 Zewinn von ZW NZ au NZ? 7066. ewmne von an r. 4038. 20 . 93 389. 126 701. f 813 32 070"

4 Gewinne von 300 „44 au Nr. 49 1 . , 122026. f 03 54 938 85574.

* Theater und Muük.

- Kroll's Theater. Kurz vor dem Schluß der Spielzeit trat Hr. Emil Göve

gestern in diesem Jahre zum ersten Mal als Lyonel tn lotow's „Martha' auf. Ist Hr. Göße auch vorzugsweise für HelJenrollen

«Y;"Ych'*«MMHK-chTW*“." “„As-Ü:?“-

ck52" -'