1891 / 216 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 14 Sep 1891 18:00:01 GMT) scan diff

__Saur, Iohannes, Ortövorfteher der Gemeinde Nieder- zwe ren, Schäfer, Weichenstekler im Eisenbahn-Direktionsbezirk

Hannover, zu Kassel, Beisel, Kreis Hof-

_ Schildknecht, getSmar, Schilxe, Förster z_u Kornberg, Kreis Rotenburg, Schmzedel, Fabrrk-Aufseher zu Höchst a. M., Schmzdt, Schnßmanns-Wachtmeifter zu Frankfurt a. M., _ _ STYLUtdt, Gerrchtsdiener der dem Amthericht zu Frank: ur a. ., Schroeder, Schuhmann zu Kaffel, Suck, Strafanstalts-Ausseher zu Ziegenhain, (___ch Steinmetz, Gerichtsdtener bei dem Amthericht zu - wege, Strott, Förster zu Heubach, Kreis Schlüchtern, Swoboda, Geldzähler bei der Neichsbank-Hauptstehe zu Frankfurt a. M., Wendel, Kasernenwärter bei der Garnisonverwaltung zu Darmstadt, _Wilcke, Magazin-Aufseher bei dem Proviantamt zu

Mamz, lele, Postschaffner zu Hersfeld, K __?Lrnkelmann, General=KommisstonS-Votenmeister zu a1e , KAZöllfel, Opfermann und stxÜvertretender Garnisonküster zu a 2, Zimmermann, Eisenbahnzngführer im Direktionsbezirk Frankfurt a. M., zu Fulda.

Bürgermeister zu

Ferner haben Seine Majestät der König aus dem gleichen Anlaß Allergnädigst zu verleihen geruht:

dem ErbKüchenmeister in Kurhessen Freiherrn Moritz von Dörnberg zu Kaffe! und

dem Schloßhauptmann von Wiesbaden, Kammerherrn Grafen Hugo von Matuschka Freiherrn von Greiffen- clau au Schloß VoÜrads das Prädikat ExceÜenz;

dem Rittergutsbesiher Karl Rabe von Pappenheim auf Liebenau,

dem Landrath August von Trott zu Solz in Höchst am Main,

dem Landraih Freiherrn Wilhelm Giesebert Her- mann Riedesel zuErsenbach in Gelnhausen die Kammer- herrn-Würde ;

dem Regierungs:Affeffor Grafen Karl August Heinrich Vlaten zu Hallermund in Wiesbaden die Kammerjunker- Würde;

dem Geheimen Regierungx-Narh, Kurator der Universität zu Marburg Steinmetz den Charakter alS Geheimer Ober- RegierungZRath _mrt dem _Nange der Räthe zweiter Klasse,

dem LandgerrchtEPrästdenten Hopman zu Wiesbaden,

dem SenatsBräftdenien ])r. Petri bei dem Ober=Landeß= gericht in Kassel und

dem Landgericht§=Präsidenten Edlen Herrn und ; reiherrn von Vlotho zu Frankfurt a. M. den Charakter als eheimer Ober-Instiz-Raih mit dem Range der Näthe zweiter Klasse,

dem Regierunge Rath Freiherrn von Brackel zu Kassel,

dem ordentlichen Profeffor der Zoologie an der Uni- versität zu Marburg Dr._Greef und

dem Ober-Bürgermetster Weise zu Kaffek den Charakter als Geheimer RegierungS-Rath,

dem Landgerichts-Direktor Iohann Iakob Müller zu Kaffe! den Charakter als Geheimer Iustiz-R'ath,

dem ordentlichen Professor der Medizin an der Universität zu arburg ])r. Külz den Charakter als Geheimer Medrzinal-Rath, _

dem Sanitäts-Ratth. Passavant zu Frankfurt. a. M. den Charakter als Gehermer Sanitäts-Rath,

dem Polizei-Direktor Grafen vpn Koenigsdorff zu Kassel den Charakter als Polrzei-Prästdent,

dem KreiB-Physikus de Beauckair zu Diez im Unter- lahnkreise,

dem praktäschen _Arzt Dr. Braumann zu Bonames und

dem Kreis-Physrkus ])r. Mumm zu Gelnhausen den Charakter als Sanitäts-Rath,

dem KonsistorialSekretär Veneré zu Wiesbaden und

dem RegierungS-Hauptkaffen-Ober-Buchhalter S ck n e i d e r daselbst den Charakter als RechnungrRath,

dem UniversitätS-Sekretär König zu Marburg und

dem Gerichtsscbreiber, Sekretär Neukirch zu HofgeiSmar den Charakter als Kanzlei:Rath,

dem Domänen-Rentmeister Martin zu Diez im Unter- lahnkreise den Charakler als Domänen:Rath,

dem Weingroßhändler Bernhard Müller zu EltviÜe den Charakter als Kommerzien-Rath, sowie

dem LandeS=Direktor von Handelshaus en zu Kassel und

dem LandeS-Direktor Sartorius zu Wiesbaden den Rang der Räthe zweiter Klaffe.

Deutsches Reich.

Flaggenatteste find ertheilt worden:

1) von dem Kaiserlichen Konsulat zu Concepcion unter dem 15. Juli d. I. der tm Jahre 1861 in Liverpool aus Holz erbauten, bisher unter chilenischer Flagge gefahrenen Bark „Knight Templar“ von 449,98 britischen Registertons Netto-Raumgehalt nach dem Uebergange derselben in das aus- schließliche Eigenthmn des deutsckjen Reichsangehörigen Iohann Christian Heinsohn m_ Wewelsfleth, welcher Hamburg zum Heimathshafen des Schrffes gewählt hat;

2) von dem Karserlichen Konsulat zu GlasZow unter dem 26. August d. I. dem m Port GlaSgow aus Stahl neu erbauten Vollschiff „Fanny“ von 1684,32 britischen Register- tons Netto-Raumgehalt nach dem Uebergange desselben in das ausschließliche Eigenthum des deutschen Reichsangehörigen Hans Nikolaus AlexanderMeyer _m Blankenese, welcher Ham- burg zum Heimatbshafen des Schtffes gewählt hat.

In der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staats-Anzeigers“ wird eine Nachweisung der Ein- nahme a_n Wechselstempelsteuer im DeutschenReich für dre Zett vom 1. April 1891 bis zum Schluß des Mo- nats August 1891, und

in der Zweiten Beilage eine Zusammenftellung der versteuerten Rübenmengen sowie der Einfuhr und Ausfuhr von Zucker im deutschen Zollgebiet im Monat August 1891 veröffentlicht.

Königreich Preußen.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

_ Dem Thierarzt Carl Warncke zu Küstrin-ist die von thm bisher kommissarisch verwaltete Kreis-Thierarztstelle für den südlichen Theil des Kreises Königsberg N.-M. definitiv verliehen worden.

Ministeriumder geistlichen, Unterrichts- und Medtzinal-Angelegenheiten.

Der_n Oberlehrer am Realgymnasium zu Sprottau ])r. Hernrich am Emde und dem Oberlehrer am Iohannes- Gymnasmm zu Breslau Ferdinand Seyler ist das Prädtkat „Professor“ beigelegt worden.

Königliche Akademie der Künste.

Bekanntmachung.

Der Unterricht in den Lehranstalten der Königlichen Akademre der Künste, Sektion für die bildenden Künste, für das Winter = Semester 1891/92 und war:

1) in den akademischen Meißter - Ateliers der Professoren A. von Werner, O. Knille, H. Gude, R. Vegas, Ioh, Otzen, H. Ende und C. Köpping,

2) in der akademischen Hochschule für die bil- denden Künste unter Leitung des Direktors, Pro- fessors A. von Werner

beginnt am Montag, den 12. Oktober d. I.

Die Anmeldungen haben zu erfolgen:

361 1 innerhalb _der ersten vierzehn Tage eines jeden Quartals ber demxemgen Meister, welchem die Aspiranten srch anzuschließen wünschen,

36 2 am Sonnabend, den 10, Oktober d. I., von 12 bis 4_ Uhr, im Sekretariat der Hochschule - Unter den Lmden 38 _, wofelbst auch Prospekte über die Aufnahme- bedinaungen 26. zu haben sind.

Berlin, den 10. September 1891.

Der Senat der Königlichen Akademie der Künste,

Sektion für die bildenden Künste. C. Becker.

Die Nummer 29 der Gefelz-Sammlung, welche von heute ab zur AUHgabe gelangt, enthält unter _ Nr. 9486 die Verfügung des Iustiz-Ministers, betreffend dre Anlegung des Grundbuches für einen Theil derVezirke der Amtsgerichte Düren, Stolberg bei Aachen, Eschweiler, Alden- hoven, Montjme, Gemünd, Euskirchen, Eitorf, Bonn, Köln, Rhembach, Sinzig, Siegburg. Königswinter, Hennef, Adenau, Boppard, Simmern, Kir berg, Sobernheim, Stromberg, Kreuznach, Bensberg, Mül eim am Rhein, Düsseldorf, Mett- mann, Baumholder, Lebach, Saarlouis, Tholey, Merzig, Neuerburg, Prüm, Waxweiler, Héllesheim, Blankenheim und Sankt Vieth. Vom 27, Auguü 1891' und unter _ Nr. 9487 die Verfügung des Justiz-Ministers, betreffend dre Anlegung des Grundbuchs für einen Theil der Bezirke der Athgerjchte Blankenheim, Hilxesheim, Prüm, Gemünd, Erkelenz, Montjoie, Kleve, Xanten, Dülken, Cochem, Koblenz, Mayen, Wipperfürth, Odenkirchen, Mettmann, Wermels- kirchen, Völklingen und Bitburg. Vom 7. September 1891. Berlin, den 14. September 1891. Königliches Geseh-SammlungH-Amt. Didden.

Angekommen: Seine ExceÜenz der Staats:Minister und Mmifter des Innern Herrfurth, aus Süddeutschland;

_Seine ExceÜenz der Minister für Handel und Gewerbe Fre1herr v_or_1 Berlepsch, vom Urlaub;

der thsrerial-Direktor, Ober-Berghauptmann H ur) ss en , aus der Promnz Hannover;

der Ministerial-Direktor im Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten, Wirkliche Geheime Ober-Regierungs-Nath ])r. Bartsch, aus Bad Pyrmont.

Abgereist: Seine Excehenz der Präsident des Evan- gelischen OberKirchenrathH, Wirkliche Geheime Rath Dr. V a rk- hausen, nach dem Nordseebad Langeoog;

de_r Minist_erial:Direktor im Ministerium der geistléchen, Unterrrchrs: und Medizinal-Annelegenheiten, Wirkliche Geheime Ober:Neg1erungs-Rath de la Croix, nach Langeoog.

Yichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 14. September.

Seine Majesrär der Kaiser und König nahmen am Sonnabend Morgen um 9 Uhr südlich des Dorfes Nieder- Zwehren bei Kassel_die Parade über das )(1. Armee-Corps ab. Mittags konfer1rten Seine Majestät mit dem Chef des Generalstabes der Armee Grafen Schlieffen. Abends um 6 Uhr fand Parade-Dmer im Refidenz-Palais in Kassel und darauf Zapfenstretch statt.

_ Bei dem Festmahl des hessischen Kommunal-Landtages am YUM Abend im Orangerreschloffe zu Kassel brachte Seine _ ajeftät der Kaiser und Köni na der Rede des Vor- srßenden des_ LandeSaquchusses, ize- arschalls der Alt- hessrschen thterschaft, Kammerherrn von der Malsburg, folgenden Trinkspruch aus:

Im Namen der Kaiserin und in Meinem Namen danke Ick) für die freundlicknn Worte und für den liebenswürdigen Empfang, der Uns zu Theil geworden ist.

Aus Münchens Gefilden hergekommen, wo Ich den bayerischen Heerbann befichtigte und vom bayerischen Volk mit inniger Liebe und Treue aufgenommen worden bin, bin Ich jetzt bier zur Stelle, um die ftahlbewehrten Söhne des Heffenlandes einer Besichtigung zu unterziehen.

Es wird wohl Niemanden von Ihnen wunderbar erscheinen, Wenn Mich beim Betreten des Kasseler Bodens eigenthümliche Ge- fühle bewegen. Wenn Ich an Meine Jugendzeit zurückdenke, von der Ich 2? glückliche Jahre hier verleben durfte, sp erhebt sich in inniger Verbindung mit diesen Jugenderinnerungen vor Mit zu- nächst das Bild Meines verewigten Herrn Vaters, in deffen Stabe es Mir vergönnt war, den Einzug der Hessischen Regimenter in Kaffel im Jahre 1871 zu erleben. Das war das erste Mal, wo Ich in Kassel gewesen bin. Der Einzug hat auf Mich einen tiefen Eindruck gemacht mit dem Jubel der Bevölkerung über die heimkehrenden Streiter, mit dem Jubel über den wieder auf- erstandenen Deutschen Kaiser und das Deutsche Reick).

Seit Meiner Schulzeit sind fünfzehn Jahre verfloffen und auf jene Zeit ist nunmehr eine Zeit schMrer Verantwortung gefolgt, die Gott der Herr auf Meine Schultern gelegt hat. Die stille Arbeit, die Ick) hier habe vollführen können, hat Früchte gezeitigt, von denen Ich hoffe, daß fie zum Wohl Meines Volkes gereichen werden.

Auf den Bahnen, die Meine Vorgänger beschritten, bin auch Ich entschlossen zu wandeln.

Ebenso wie für Mein altes Preußen schlägt Mein Herz warm auch für das Heffenvolk, und Ich versichere die Provinz Meiner Kaiserlichen Huld und Gnade. Ich spreche dabei zugleich die Hoffnung aus, daß die Provinz auch Mir in Meinem schweren Kampf und bei Meinen sch1veren Arbeiten helfend und tbätig zur Seite stehen möge, ebenso in der Arbeit im Innern, wie die kampfbereitcn Söhne zum Schuhe des Friedens nach Außen.

Und so erhebe Ich denn Mein Glas und trinke es auf das Wohl der Provinz und ihrer Vertreter: sie leben hoch! - hoch! -- boch!

Wie weiter an;: Kassel gemeldet wird, ritt Seine Majesiät am Sonnabend _ bet der Parade vor Abnahme des Parade- marsches noch dre Front der Kriegervereine ab und richtete an mehrere derselben _huldvolle Ansprachen. Nach Schluß der Kritik, in welcher Sich, wre „W. T. B.“ meldet, Seine Majestät äußerst lobend über die Haltung der Truppen aussprach, kehrte Aller- höchstderselbe m1t Ihrer Majestät der Kaiserin zu Wagen nach thhelmshöhe zurück. Hier nahmen Ihre Majestäten das Frühstück _em und besuchten alsdann in Begleitung mehrerer Fürstlichketten den „HohenzolXernstadttheil“, überall von den Iubelrufen der Menge empfangen. Gegen 31/2 Uhr kehrten Ihre Majestäten nach Wilhelmshöhe zurück.

Um 6 Uhr Ngchmittags begaben Sich Allerhöchstdieselben zum Paradedmernns Resrdenzschloß. Auf der Fahrt dorthin wurde Ihren Majestäten eme Huldigung von der gesammten Schuhugend dar ebracht._ Bei dem Diner saßen links von Sezner M_a1estät em K_axser Ihre Majestät die Kaiserin und S_eme Majestät der Kömg von Sachsen, zur Rechten des Kaisers dre Herzogin bon Edinburg. Den Majestäten gegenüber hatten der kommandtrende General des )(1. ArmeeCorps, General der Infanterre von Grolman, der General-Feldmarschall Graf von Blumenthal und der General der Kavallerie von Albedyll Platz genommen. Während der_ Tafel erhob Sich Seine Majestät der Kaiser und Köntg zu folgendem Trinkspruch:

Meinen Trinkspruch auf das Wohl des Armee-Corvs beginne Ich mit dem Aquruck Meines herzlicbm Dankes an alle Meine erlauckoten Vettern dafür, daß fie hergekommen sind, um an der Sviße ihrer Regimenter die Parade mitzumachen und dadurch derselben die erhöhte Weihe zu geben.

Den guten Traditionen, die das Corps auf den Schlachtfeldern in jedem Treffen stets anfznwäsen gehabt hat, folgend, wird es, wie Ich vertraue, nach wie vor in aÜen Vorfällen stets zu Meiner Zu- friedenheit fich bewähren im Kriege und im Frieden.

Ick erhebe das Glas und trinke auf das Wohl des Fl. Armee- Corpß und feines Kommandirenden: fie leben hoch! und nochmals hoch! und zum dritten Mal hoch!

Alsdann erhob Seine Majestät nochmals Sein Glas und rief:

Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein, Er lebe hoch! und nochmals hoch und zum dritten Mal hoch!

Auf den Trinkspruch Seiner Majestät des Kaisers dankte der kommandirende General des )(1. ArmeeCorps, Genera[ der nfanterie von. Grolmqn mit einem Hoch auf Ihre Maje täten den Kaiser und dre Kaiserin.

Nach der Tafel um 9 Uhr Abends fand auf dem mit elekrrischem und _bengalischem Licht auf das Prachwollste erleuchteten Friedrtcheplaß der große Zapfenstreich statt. Ihre Majestäten der Kats er und die Kaiserin und der König von Sach en wohnten demselben mit den übrigen Fürstlichen Herrschaften vom offenen Fenster des Resrdenzschloffes aus bei und wurden wiederholt von den überaus zahlreichen Zuschauern mit stürmischen _Zurufen begrüßt. Nack) Schluß des Zapfenstreichs begaben S1ch die Allerhöchsten Herrschaften um 101/2 Uhr, überaÜ lebhaft begrüßt, nach Schloß Wilhelmshöhe zurück.

Am S o n nl a g Morgen um 10 Uhr war Feldgottesdienst. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin wurden am Orangerie- schlaffe von den Spitzen der Militär- und Civilbehörden empfangen und begaben Sich nach der Begrüßung mit den versammelten Fürstlichkeiten nach dem auf dem angrenzenden Bowlinggreen errichteten Kaiserzeit zur Theilnahme an dem Gottesdrenst. Dem Karserxelt gegenüber war ein Altar errichtet, hinter welchen die Fahnen standen. Seine Majestät der Kaiser, in Infanterie-Unikorm, schritt die Fronten der einzelnen Truppen- theile ab und egri'rßte dieselben. Der Gottesdienst begann mit dem_ _Gefan : ,Dte Simmel rühmen des Ewigen Ehre“- Dimswns-O erp arrer sterroth leitete den Gottesdienst und hatte seiner Predigt den Text 1. Corinther 16,13: „Wachet, stehst im Glauben, seit männlich und seid stark!“ zu Grunde gele t. Nachdem hierauf vor Seiner Majestät ein Vor eimarsch der zum Gottesdienst kommandirten Truppen stattgefunden, stattete der Kaiser der Gemäldc-Galerie einen kurzen Besuch ab,_ kehrxe alsdann nach Schloß Wil elmshöhe zurück und empfmg eme Anzahk hervorragender ersönlich- keiten. Ihre Majestät die Kaiserin besuchte den Großherzog von Hessen und begah Sich sodann gleichfalls nach dem Schlosse. Um 3 Uhr war bet den Majestäten Diner für die Civilbehörden.

Um 6'Uhr 20 Minuten erfolgte unter h_eFeisterten Hochs der zahlreich zum Ab chied herbeigeströmten evölkerung die

Abreise Ihrer Majestéxten mittels Sonderzugs nach Erfurt.

dem Buh ofe waren zur Verabschiedung der komman- Ynde Genuß? des Zl. Armee-Corps, General der nfanterie von Grolman, der Ober-Präfident Graf zu Eulen- Kur und der Ober-Vürgermeisler Weise anwesend. Kurz vor er halten der König von Sachsen und der Großherßog von Hessen gleichfalls mrt Sonderzug Kassel yerla_ßen. _I _re Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prmzes m Hemrrch begaben fich nach Darmstadt.

In Erfurt erfolgte die Ankunft Ihrer Majestäten Abends egen 9 Uhr. Allerhöchstdreselben m_urden auf dem Festlich ge chmückten Bahnhofe von der Generalttät enzpCangen. „Lierauf hielten Ihre Majestäten unter unnUSgeseßten1u_elnden

undgebungen der Bevölkerung Ihren Ernzng m dre Überans "prachtvoll geschmückte und glän end tllumrmrte Stadt._ Benn Anger hieß Ihre Majestäten der O_ er:Bürgerme1sterSchne1der mrt einer Ansprache willkommen, tn welcher er den Besuch des Kaisers und der Kaiserin als emen neuen Markstern bezerch- nete, welcher künftigen Geschlechtern noch durch _dteErmnerung werde überliefert werden. Dres bewezse der gllgemerne ubel, mit welchem die Bevölkerung dre Ma1estaten WlÜ- ommen heiße. Nachdem der Bürgermetster nochmals für den Besuch der Majestäten d_en ehrfurchtvollsten Dank auSgesprochen, brachte er ein drerfaches Hoch auf den Kaiser und die Kaiserin aus, welches brausenden Wderhall fand. Seine Majestät der Kaiser gab in kurzen Worten der c?reude über den Empfang huldvollen Ausvrch. Im RegierungSgebäude, woselbst Ihre Majestäten Wohnung nahmen, fand bald darauf ein Empfang der Spißen der Crvtl- behörden statt. _ _ __

Heute Morgen um 91/4 Uhr begaben Steh Ihre Majestaten *in vierspännigem Wagen dureh die prächtig geschmückten Straßen, in denen Kriegervereine und die Schulen Spalrer bildeten, zur B ar ade bei Gamstädt. Bei dem Gasthofe „Fürsten- hof“, wo die den Manövern beiwohnenden Fürstlrchkerren AUF- stellung genommen hatten, wurden von Ihren Maxestaten dre Pferde bestiegen. Seine Majestät der Kaiser trug dre Umform des Königs-Ulanen:Regiments (1. Hannoversches) Nr. 13, Ihre Majestät die Kaiserin ein Reilkleid in den Farben des .Kürasfier-Regimenis Königin (Pommersches) Nr. 2.

d

Nachdem am Sonnabend dem Auswärtigen Amt_ _nur eine kurze, von schweren Verlusten bei der Expedrtron Zelewski in Ostafrika sprechende _Depesche zugegangen war, ist gestern die Meldung ebenda e_mgetroffen, dgß ]ene Expedition am 17. August, Morgens, m Uheha südltch vom Ruhaha-Fluffe von Wahehe Überfallen nnd zersprengt rst. Ver- mißt werden: Offiziere Zelewski, Zißewrh, Ptrch, ])r. Buschow, Unteroffiziere Herrich, von Tidewiß, _Schmrdt, Hengelhaupt, Hemprich. Wohldehalten sind: Offizrere Tettenborn, Heyde- breck, Unteroffiziere Kay und Wußer.

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Wirkliche “Geheime Rath Freiherr Marschall von Breberstetn hat einen i m AÜerhöchst bewiÜigten kurzen Urlaub angetreten. Währen seiner Abwesenheit von Berlin rst xmt der _Ver- tretung der Unter-Staatssekretär, Wirkliche (Hehetme Legatwns- Nath Freiherr von Notenhan betraut.

Der General der Infanterie von Keßler, Genera]- Inspecteur des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens, rst von Drenstreisen hierher zurückgekehrt.

Der General-Lieutenant von Rosenberg, ck 18- suits des Husaren-Regiments von Zielen (Brandenburgisches) Nr. 3 und Inspecteur der 2. KavaÜerie-Inspektion, ift zur Theil- nabme an den großen Herbstübungen des 17. und )(1. Armee- Corps von hier abgereist.

Der Bevollmächtigte zum BundeSrath, Königkich württem- bergische Direktor Dr. von Stieglitz ist nach Ablauf seines Urlaubs hierher zurückgekehrt.

S. M. Kanonenboot „Iltis“, Kommandant Korvetten- Kapitän Ascher, ist am 12. September in Liukungtau angekommen und beabfichtigte, am 13. September nach Chefoo in See zu gehen.

_ Kiel, 13. September. Die Manöverflqtte ist, wie dre Kieler Zetlungen melden, gestern Abend im htesigen Hafen eingelaufen.

Bauern.

_Münchrn, 13. September. Seine Majestät der Karser hat der „AÜg. Ztg.“ zufolge durch den preußischen Gesandten Grafen zu Eulenburg für die Armen der Stadt München 10000 «je. dem Bürgermeister Dr. von Widenmayr Überweisen lassen. _

Seine Majestät der Karser hat nach einer Meldung des „W. T. B.“ noch folgende OrdenSauSzeichnung-sn verliehen: das Großkreuz des Rot en Adler-Ordens dem kommandirenden General des 11. Armee- orps, General-Lieutenant von Parseval; den Rothen Adler-Orden erster Klasse dem Kavallerie-Inspecteur, *General-Lieutenant reiherrn von Sazenhofen und dem Gou- verneur von n olradt, General=L1entenant von Sauer' den Rothen Adler- r en zweiter „Klasse mtt dem Stern dem om- mandeur der 1. Bayerischen Kavallerie = Brigade , General- Major von Nagel zu Aichberg; denselben Orden ohne Stern mehreren Brigade-Commandeuren ' den Kronen-Orden erster Klasse dem General der Infanterie, eneral-Lieutenant Freiherrn von Godin, dem Chef des Generalstabes von Staudt, den Dwifions-Generalen General-Lieutenant Ritter von Or und General-Lieutenant Ritter von offmann; den Kronen: rden zwetter Klasse mit dem Stern an ünf General-Majore, außerdem dre drttte und vierte Klasse desselben Ordens “an eine große, Anzahl Militärs aller Grade. _ _ _

, Dem Wiener remdenbl.“ wrrd von hter berrchtet: Nach emer mehrtägigen aufe in den Verhandlungen über den Handelsver-trag mit Italien, welche dazu benüßt wurde, dre Resultate der ersten Lesung der Tarrfporla en zu stehlen "Vd JU paraphiren, wurden nunmehr dre _ erhandlungen wreder auf enommen, und ist man in die zwerte Lesung em- getreten. ei dieser werden nun ane jene zuri'xckgestellten oder "* 5115981180 gebliebenen Tarifpoften einer emgehenden Be- rathun unterzogen und die Ygenseitig zu gewahrenden Konöeslonen zum konkreten usdruck gebracht werden.

Wenn sah auch prinzipielle unlööbare Schwierigkeiten bei der ersten“ Lesung nicht ergeben hnben, so wtrd doch dre Festäellung des AUSmaßes und dre Etmgung über das Endz resu1.tat der mannigfachen strittigen Pofitionen_ m_ancherlet Schwierigkeiten bieten. Daß unter solchen V_er altmffen mtt Rückficht darauf, daß die erste Lesung bret _ochen begn- spruchte und es fich ja um den Abschluß zweter Vertrgge handelt, die zweite und endlich auch dte drttte _Lesung eme entsprechende Zeit in Anspruch nehmen muß, rst wohl be- gründet; deshalb wird man nicht fehl gehen, wenn man den __E_n_Ymnkt der Verhandlungen für Ende des nächsten Monats xt .

Am 15. d. M. tritthier die Reichs-Schulkommission zusammen. Die Berathungen derselben werden 3 bis 4 Tage in Anspruch nehmen, nnd ist deren Zweck die Feststellung der- jenigen Privatlehranstalten, welche auf Grund ihres Lehr- planes zur Ausstellung von Berechtigungsschemen für den Einjährig-Freiwilli endienst ermächtigt werden soUen. Den Vorsitz ührt der ?Zräsident des Bundesamts für das Heimath- wesen eymann; als bayerisches Mitglied fungirt dabei der Professor Dr. von Christ. Die Sihungen finden im Kultus-Ministerium statt. _

In einer gestern abgehaltenen S1ßung_ des Staats- raths wurde vom Ministerium des Innern em Gesehentwurf, betreffend den Geschäftsbetrieb auswärtiger Ver- sicherunngsanstalten in Bayern, der verfassungs- mäßigen Behandlung unterstellt. Ferner _legte der Kriegs- Minister den Haupt-Etat der Milrtärverwaltung für 1891/92 vor. Das Ministerium des Aeußern wird außer den bereits früher genannten Gesehentwürfen in Eisenbahnangelegenheiten noch zwei weitere Gesehentwürfe vor- legen, welche jedoch spezielX auf die Pfälzer Bahnen Bezug haben, nämlich einen Gesetzentwurf Über Erwerternngsbauten und einen weiteren über Lokalbahnen. Diese berden Gesetz- entwürfe werden in Verbindung mit den Gesehentwürfen der diesseitigen Bahnen im Laufe der Sesfton berm Landtage in Vorlage gelangen.

Sachsen.

Dresden, 13. September. Seine Majestät der König trifft nach dem „Dr. I.“ morgen Abend von Erfurt in Leipzig ein und wird am 15. und 16. d. M. den Manövern der 2. Division (Nr. 24) bei Borna betwohnen.

Württemberg.

?*riedrichshafen, 11. September. Das heutige Ge- burt?. est Ihrer Majestät der Königin wurde, wie der „St. A. f. W.“ meldet, wie in den letzten Jahren im Kreise der Königlichen Familie in der Stille gefe1ert. Nachdem am ver- gangenen Sonntag die kirchliche Feier deSselben in der Schloß- kirche stattJefunden hatte, nahmen Ihre Majestäten gestern A end vor dem Souper die Glückwünsche der Personen des AÜerhöchften Gefolges entgegen. Heute Nachmittag trafen Seine Grpßherzogliche Hoheit der Prinz und Ihre Kaxserliche Hoheit die Prinzessin Wilhelm von Baden mit Ihren Hoheiten dem Erb- prinzen und der Erbprinzessin von Anhalt zur Gra- tulation bei Ihrer Majestät em und nahmen an_der König- lichen Tafel theil. Bet derselben erschien auch Seme Majestät der König und brachte den Toast auf Ihre Majestät die Königin aus.

Heffeu.

. Darmstadt, 12. September. Dat.?» Geburtsfest Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde heute im ganzen Lande in der herkömmltchen Weise _gefeiert. Hier hatten, der „Darmst. Ztg.“ zufolge, dre öffentltchen und zahl- reiche Vrivatgebäude Flaggenschtnuck angelegt.

Hamburg.

Hamburg 12. September. Der Kommandant des „Presidente Pinto“ richtete dem „Hamb. Korr.“ zufolge an die hiesige Hafenpolrzer das Ersnchen, gegen drei Matrosen wegen Meuterer etnzuschrerten. Die Hafen- polizei hielt sich aber, weil das Schiff ein ausländisches ist, nicht für zuständig und wird deshalb die Entscheidung des Senats einholen.

Oesterreich=Ungarm

Wien, 14 September. Seine Majestät der Kais er und König ist, wie „W. T. B.“ berichtet, in Begleitung des Minister-Präsidenten Grafen Szapary, des Landes- vertheidigungs-Minifters Freiherrn von Fejervary, des Ministers am Hoflager des Kaisers von Szögyenyi und des deutschen und des italienischen Militär-Attachés Oberst- Lieutenants von Deines und Brufati am Sonn- abend Nachmittag 2 Uhr in Bistriß eingetroffen und von der Bevölkerung mit Begeisterung empfangen worden. Gestern Nachmittag empfing der Kaiser Depu- tationen der Geistlichkeit aher Konfessionen, des Offizier- corps und der Munizipalbehörden, dankte denselben für die Betheuerungen ihrer Loyalität und versicherte sieseiner Gnade. Auf die Verficherung des griechisch-rumänischen Erzbischofs, im Interesse des Gemeinwohls alles thun zu woüen, was bei Wahrung der rechtlichen und vitalen Interessen der Religion und Nationalität möglich sei, wies der Kaiser darauf hin, daß die festefte Schußwehr für die Reli ion und die Nationalität ein gefeßlicher Staatsorganismus sei. „_ etrachten Sie als die Haupt- aufgabe Ihres eiligen Berufs mcht nur die Pflege des kon- fessionellen Frie ens, sondern auch des Friedens zwischen den Nationalitäten.“ Schließlich ficherte der Kaiser dem Erz- bischof die erbetene Gnade und Fürsorge u. Der rumänische Kriegs-Minifter Lahovary traf gestern achmittag in Btstriß ein. Kurz nach seiner Ankunft wurde er vom Karser empfangen und Abends zur Hoftafel gezogen. _ _

Nach den bisherigen Bigpofitionen erfoIth dre Abrerse Ihrer Majestät der Kaiserin nach Schloß i_ramare heute von Ischl aus, ohne Wien zu berühren. Für dre Dauer des Aufenthalts der Kaiserin in Miramare sind bestimmte Drs- pofitionen noch nicht getroßen. Wie es heißt, edenkt Aller-

öchstdiefelbe mehrere Aus üge zur See zu ma en und, wre

chon gemeldet wurde, auch Korzu zu besu en.

Der hiefige italienis e Bot chafter Gra Nigra ift gestern mit mehrwöchrgem Urlau nach Italien abgererst. _

Nach dem „Jremdenbl.“ dürfte der Termin für dre Er- öffnung der andelsvertragsverhandl_ungen mit Serbien, welcher für Mitte Oktober in_ Ausfuhr genommen war, nicht allein wegen der Unmöglichkert, die Vertragdver-

handlungen mit Italren zu unterbrechen, aufgeschoben werden

en, sondern auch deshalb, weil die Vorarbeiten für den Ab chluß eines Vertrages mit Serbien noch n_1cht beendet sind und die nöthigen Instruktionen für dre Delegaten Seitens der Regierungen noch nicht festgesteth werden konnten. In einer am 9. d. M. in Prag abgehaltenen Versamm- lung des katholis =politischen Vereins für Böhmen hielt, der „Presse“ zu olge, der Präfident Graf Karl S_chön- orn eine politisch bemerkenswerthe Rede, welche fich mrt den Parteiverhältnissen im czechischen Volke befaßte. Graf Schön- born deutete hierbei die Eventualität einer neuen Pgrtei- bildung an. Er machte nämlich der altezechischen Parter den Vorwurf der Lauheit ge enüber religiösen Fragen, ins- beiondere gegenüber der ngelegenheit_ der konfesfioneÜen Schule, und erklärte, daß, wenn hierin keine Aende- rung Plaß greife, die Gründung einer großen konservativen Partei erfolgen dürfte welche bestimmt sei, das entsprechende Gegengewicht gegenü er dem Radikalißmus zu bilden. In der gegenwärti en Zeit, meinte Graf Schönborn, sei Unent- schiedenheit ni t am Platze. und er deutete an, daß, fahs die Altczechen keine entschiedene Schwenkung zum KonservatrSmus vol! iehen soÜten, die Verhältnisse selbst zur Gründung einer gro en religiös:konservativen Partei drängen würden. Dieser Aufforderung gegenüber bemerkt die „Politik“, daß die Alt- czechen ihre alte Organisation nicht aufgeben können. Die Altczechen seien eine gemäßigt-liberale Partei, welche nach allen Richtungen hin Extreme perhorrescire, und daß auch konfessionelle Fragen zu extremen werden könnten, beweise der Konkordatsstaat, den die Altczechen nicht wollten. Was die konfessionelke Schule anbelange, so sei jchon unter Mitwirkung der Altczechen eine Remedur geschaffen worden durch die Schulnovelle. Die Altczechen wolhen den Interessen der katholischen Kirche dienen, aber die Nationalinter- essen müßten im Vordergrunde stehen. Was Graf Schön- born wünsche, werde nicht eher mönlich1ein, als bis die Czechen wenigstens zwei Drittheile ihrer Wünsche erfüllt sähen.

Frankreich.

Paris, 14. September. Der König von Serbien ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern mit dem Orient-Expreß- zuge direkt nach Belgrad ab ereist.

Ueber das Manöver ei Vendeuvre am 9. d. M. wird der „Köln. Ztg.“ ferner berichtet: Das heutige Gefecht, das von 7 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags dauerte, bot das sonderbare Bild, daß man, anstatt eines ahgemeinen Kampfes einer Armee gegen die andere, zwei Einzelkämpfe zu sehen be; kam, die von zwei getrennten Armee-Corps gegen zwet andere ebenfalls getrennte Arntee-Corps geführt wurden. Der General Gallifet hatte im Osten und Süden von Vendeuvre eine Vertheidigungßstekkung genommen, welche vollständig seinen Streitkräften entsprach ; fie dehnte sich 7 1er aus. Die von rhmbesehte Stellung war an und für sich schon sehr fest, er hatte ste aber durch Feldschanzen noch verstärken lassen. Generak Davout begann den Angriff auf seinem rechten Flügel, um sich der beiden Troyes und Bar-sur=Aube verbindenden Straßen “zu bemächtigen. Mit dieser Aufgabe war General Negrier betraut, der mit dem 711. Corps und der Iäger:Brigade gegen dass]. Corps und die Marine-Infanterie- Brigade mit großem Nachdruck und Geschick vorging, sodaß man nicht sagen kann, wer im Ernstfalle Sieger geblreben sein würde. Während diese Operation gegen GeneralIamont durchgeführt wurde, ließ zugleich General Davout (Ober- Vefe [shaber der West-Armee) die rechte Flanke der Oft=Armee näm ich das ?. Corps, in Beurer), angreifen und dehnte dabet feine Front mehr ale 12 km aus, obgleich _der gegenüber- stehende Feind ebenso stark, wie sein gegen rhn vorgehende?- 7111. Corps und dessenFront nur hakb so breitwar. Er führte alsdann, ohne Vorbereitung durch die ArtilXerie, die Truppen des Generals de Kerhué gegen die des Generals GaUand und sehte sie der vohständigen Vernichtung aus, denn das ?. Corps hatte den Vortheil der Stellung, die unüberwindlich war, so lange nicht überlegene Kräfte gegen dasselbe ins Feld gef'r'rhrt wurden. Das einheitliche Zusammenhandeln _der berden Corps wurde noch dadurch erschwert, daf; stel) zwischen ihnen eine Schlucht befand, dre sie vollständig trennte, sodaß im Centrum der Schlachtordnung überhaupt kein Kampf stattfand und die Verbindung soweit aufgehoben war, daß das Signal „Halt“ auf dem rechten Flügel erst eine halbe Strande später ertönte als auf dem linken. Die Mannschaften bewresen große Widerstandskraft, zumal einige Abtheilun en erst um 11 Uhr Abends thre Quarttere erreicht hatten un beretts um 5 Uhr Morgen?- wieder aufgebrochen waren.

_ Die fremden Offiziere bei den französischen Ma- növern, welche ho en durften, außer dem vorher festgestellten Parademanöver aussier's gegen den markirten Feind und der Truppens au, wenigstens noch die Truppenaufstellung nach dem Ge echt am 10. d. M. besichtigen zu können weil der Kriegs : Minister sie eingeladen hatte, ihn an seiner Rundfahrt zu begleiten, hat, wie „Matin“ mittheilt, ein seltsames Mißgeschick betroffen: der Unteroffizier dem ihre Pferde anvertraut waren, hatte die Thiere statt nach Vendeuvre nach Brienne gebracht, sodaß die Offiziere wohl oder übel darauf verzichten mußten, der Einladung Folge zu leisten.

Nach einem in der Nacht vom 12. zum 13. d. M. abgehaltenen Manöver, welches von 21/2 Uhr Nachts bis 61/2 Uhr MY währte, fand gestern Ruhetag statt. Heute wird der Mars nach Norden fortgeseßt werden. ' _ _

Die Enthüllung des Garibaldi-Denkmals m Nizza ist auf den 4. Oktober festgeseßt worden.

Rußland und Polen.

Die „Moskowskija Wiedomofti“ schreibt:

Die russophilen Demonstrationen in Frankreich gehen bis zur Uebertreibunq und können unter Umständen sogar schädltck) Werden. Dcr franzößsÖe ChauviniSmus wird dadurch angefacht; in gewissen Kreisen und Parteien in Frankreich fängt man an, in kriegerischem Tone zu sprechen und zu vergessen, daß die rusfiscb-franzöfiscbe An- näherung nur friedliche Ziele verfolgt. Dre Aufforderung eines Pariser Blattes. in Frankreich Sammlungen und Festlichketten zum Besten der in Rußland durch die diesjährige Mißernte Betroffenen zu veranstalten, ist taktlos und dürften _ derartige Sympathie- beweise der französischen Presse überflüsfig sem. Die Russen sorgen schon selbst für ihre nothleidenden Mitbrüder und bedürfen dazu nicht auswärtiger Hülfe. Selbstverständlich weist Niemand in Ru land die Sympathien der franzöfifckoen Presse zurück; man verlangt (1 er, daß diese Sympathien ._taktvoll“ und .ernstbaft' stud. Will dke fran- zösische Presse wirkltch ihre rusfiscben Sympathien dokumentiren, so hat fie hinretchend (Gelegenheit, dies in positiver Weise zu thun. Die französische Presse kann thre Sympathien für Rußland dadurch be- werfen, daß fie lugenhafte Rachrrcbten über Rußland in ihre Spalten mcht aufnimmx. _ __

_ Das Mrlttar-BezirkSgerickzt in Kiew verurtheilte rm Bestechungs- resp.Staatsverrathsprozeffe gegen den öster-

reichischenUnterthan Kraßnicki, gegen einen russi- schen Mrlttarschretber und zwei andere russische