Lasten weggeworfen hatten, Wahehe, welche dieselben durch- suchten, sterbende Krieger und zurückkehrende vielfach ver- wundete Soldaten.
Nachdem ich die Wahehe durch Schüsse verjagt hatte, be- seßte ich die Höhe in einer kreisrunden SteÜung, in deren Mitte Träger, Verwundste und unsere Vie heerde.
Ich nahm an, daß recht-Zfeitlich von mir das Gefecht zum Stehen gekommen sei, und wolXte mit meiner SteUung dem Gros als Stützpunkt dienen. Die deutsche Flagge wurde an einem hohen Baum gehißt, und meine Hornisten gaben in kurzen Unterbrechungen unsere üblichen Signale ab._ _
Das Feuergefecht verstummie etwa nach 10 Minuten bis auf einzelne Salven, welche; wie ich nachher erfuhr, aus ddr Tembe des Likutenantx, von Heydehreck kamen_. Auf die Meldung, daß in meiner Néihe ein Europäer mit einem Geschütz sci, sandte ich diesem durch eine Patrouille den_ Befehl, sich an mich heranzuziehen. Dieser Befehl erreichte Lieutenant von Hoydebreck, welcher um 8 Uhr 30 Minutsn Vormitta €: selbst, durch zwei Speeriiiche hinter dem rechten Ohr verwun et, blut- iiberstiömt bei mir eintraf. In seiner Vsalsitung waren UnterOffizier Wutzer, Murgan Effendi und 12 MUUU. Von diesen hörte ich, daß unsere drei Geschiiße vom FUNDS ge- nommen seien und daß unsere Verluste, namentlich bei der Artiüerie und der 5. Compagnie, sehr beträchtlich seien.
Ich beschloß hierauf, meine Stellung auf der Höhe zu halten, in der Hoffnung, daß sich Versprsngte unserer Ex: pedition, die, wie ich jeßt annehmen mußte, voilséändig aut- gerieben war, bei mir SiJfiNdLU wiirden.
Auf allem Seiten in dem mich umgebenden (Hsstriipp waren Waheh-Zgruppen sichtbar, welche durch unsere: Kugein verscheucht wurden. Die Wahehe hatten ringsumhsr das dichte, eben nicht hohe GWS in Brand gesteckt. Die Flammen wurdsn uns durch hLstigen Wind Nähe? gsbracht und ge- stalt€te:1 unsere Lags zu einer “reiht bédxiiklichen. Unsere Vdrwundeten waren dem Flammentode preisgsgehen. Um 9 Uhr Vormitiagd wurde Shrgeant Thiédemaiin, mit einem schwersn Spesrstick)? im Unisxieibe UUD durch Brand: wundx'n veriétzt, herbeigesthafft, Wir legten ihm einsn Noth- verband an und b€tte1en ihn in (iném Zelt, auch miirdcn nach Möglichkeit unseke schwarzen Verwundeten VSXÖUUÖEU.
Auf mein fortgysehtss Signalbla1en hattsn sich biH 4Uhc Nachmittags etwa 60 Soldaien und 70 Trägsr eingefunden. Da mein Rückzug imnxsr gcxfährdeter werdsn miißty, je mehr die yon der Verfolgmkg zurückkehrendM Feinde sich zu sammeln beganneii, maxfthirte ich in eine Über unser am Tage vorhsr aufgeschlagsnes Lager hi!?UUSKLgSndL TMDS, nahe am Wahér, «.und bsfesiigte mich hier. _ _
N0ch immer war ich dEr Ansicht, hier in ddr Nähs („1 Stund?) deH Gsfschtsféldes auf der einzigen Riickzugßlmie mit meinkm endßüliigen Abmarsch warten zu soÜen, obgl€ich mir meime heiden schwurzsn Offizisre Muxgan und Gaher EffSndi Liethen, soweit als möglich ahzumarychirc-„n. Es gab doch noch eine Möglichkeit, daß sich kleine thheilungen und vereinzelte Europäer im Busch vsrst-xckt hiean, denen NUR m1t meiiier Hiilfe ein Enikoxiimen mögiick) gßwesen wäre.
Ick) beschloß demgeinäß, dsn nächsten Tag, den 18. August, noch hier auszuhalten.
Die Wahkhe grifi'sn mich weder_ in dL?! Naaht noch am folgenden Tags cm, ssndern zogen sich in größeren Mcrffsn seitlich in der Richtung auf Mage vorhsi.
Es erschien mir nu21m-Zhr bedsriklich, auf TLM alten WS_JS über MMS abzumarschiren, und ich hs?ch!oß, 11061.“ das stSTlE Gebirge im Südosten von Lula auf dM Ukose,_und [(ck-:I?- dieses den Ruaha ereichxénd, abzuziehen. Auf _dléskm Wehe durfte ich nach AuHs-ngL einss angeblich ortskundigen Führers hoffen, auf keine feindliche stölkizrung zu stoßen.
Nach dissem Plane brach ich am 18. August um 9 Uhr Abends auf, marschirt-z vielfach des Nachts imd OHM: Weg durch die Wildniß, Überschiiit am 27. August, 430de71111741», den Nuaha ungefähr hart nördlich der Mwsga-Miiiidung, nachdem ich mu?,hmaßlich Jkula und Mdene_tdasstxt_ha1te.
Da der Marsch meirisr Karaman? ziemlich W;?mg hskannt wurde und ich fast stets wegen msiner Nachtmärsche und G8- schwindigkeit überraschend auftrat, wurds ich_von _der uns wenig freundlich gesinnten Bx_völkerung WSMJ gejtori und erreichte am 29. August, NachmiitagE um 3Uhr_, den Mwmbo: Fluß, wo ich von der Bevölkerung freundlich empfangxn wurde. Nach AuLsage von Einwohnern smd gestern hier dreizehn Soldaten von Uns durchgekommen und nach Kondoa
“.weitergegaiigen. _
Jah marschire morgen nach Kondoa, verbleibe dort so lange, bis ich die "M Mpwapwa liegendi'n, fiir die Karawane 'bsstimmien Lasten hercxixgehoit habe, und breche dann nach Dar-es-Saiam auf. __ _
Ueber den Verbleib der Europacr vermag ich Folgeiides
zu berichten: Unteroffizisr Thiedemaxm erlagfemen schwerdn “Verletzungen in der Nacht vom 17. 311731 18. und wurde m 'der Tembe, _der Sicht dex LMS stets umspahenden Wahehxx ent- oen,hera en. _ __ _ 3 g Nac!)g Aussage einiger Schwarzen, welche sich bei Begimi ?des Ueberfalls in der Nähe des Commandeurs befaridsn, sou „derselbe, sowie Or. Vuschow und Lieutenant_ von _Pirch, noch auf den Eseln sißend, durck) Viele Speersnche medergemacht worden sein. __ _ _ „
Von den iibrigen Europaern ist_ mit ahsoluier Vsstimmt- „heit nichts zu sagen; doch kommen die Aussagen der wenigen, aus dem vorderén Gefecht Entkommenen dahin iiberein, daß sie sämmtlich den Tod gefunden haben.
Bsi mir befiadcn sich; Lieutenant von Heydehxeck, dessen Wundén fast geheilt, Feldwebel Kay und Unteroffizier Wuher, Murgan Effeudi, (Haber Effendi und 62 Soldatsn, von d:».nen 11 verwundet, 74 Träger, von denen 7 vermizndet; _außer- dem 4 Esxi, einiae Lasten. Unser Verlust belauft sich aui7 10 Euroyäer (4 Offiziere, 6 Unteroffiziere), etwa 250 Soldciten, ebensoviel Gswehre und 3 Geschiiße, 23 Esel und 96 Trag?r und den auptiheii unsereS Gepäcks. _
Die. nzahl unserer Angreifer dürfte mit 3000 n1ch_t_ zu och geschätzt sein, wovon vieüeicht 700 getödtet worden nnd. hr Häuptling Kuawa und Fühier Marawatu smd gefallen.
Nur dem Umstande der Führerlosigkeit unserer Feinde schreibe ich unsey glücklichZS Entkommen zu. Eure Excellenz
bitte ich ganz gehoriamst, im Falle bereits die irrthiimliche Nachricht vom Tode der gerettetin Europäisc die Küste ver- laffen haben soklte, hochgeneixztsst veranlassen zu wollen, daß dieselbe in einer deutschen Zeitung richtig qesteilt wird. ' yon Tettenborn. Lieutenant. Seiner Exceüenz dem Kaiserlichen Gouverneur, Herrn Freiherrn von Soden.
In neuerer „Zeit ist es öfters vorgekommen, daß zweifel- hafte Londoner irmen durch Inserate in deutschen, ins- besondere osipreußi chen Zeitungen oder durch Versendung von gedruckten Cirkularen sich gegen Vorachzahlung eines be- stimmten zur Deckung der Unkosten bezw. als Provifion geforderten Betrages zur Gewährung von Darlehen erboten haben. Es kann nur dringend empfohlen werden, solchen Offerten gegenüber gioße Vorsicht zu gebrauchen, denn es kommt nur zu häufig vor, daß es hierbei nur darauf abgesehen ist, das Publikum durch Einbehaltung der erforderten Vorschüsse aUSzuheuten.
Der General-Lieutenant Edler von der Planiß ]., Commandeur der Garde-Kavalierie-Division, ist vom Urlaub hierher zurückgekehrt.
Der hiesige brasilianische Gesandte Baron Jtajuha hat seinen Posten auf einige Wochén verlassen. Während s-ziner Abwesenheit fungirt bis auf Weiteres der zweite Legations-Sekretär A. de Paiva als Geschäftsträger.
Salzwedek, 5. Oktober. Das Ulanen-Reaiment HennigS von Treffenfeld (Altmärkisches) Nr. 16 feierte vorgestem das Jubiläum seines fiinfundzwanzigjährigen Be- stehsns. Seine Königliche Hoheit der VkinzGeorg von Sachsen, Chef des Regimsnts, wohnte der Feier bei.
Sigmaringen, 8. Oktober. Jhre_Königliche Hoheit die Gräfin von Flandern ist, wie die „Köln. Ztg.“ er- fährt, hkute hier eingetroffen.
Bayern. .
München, 8. Oktober. Seine Königliche Hoheit der Prinz Ludwig ist, wie „W. T. B.“ meldet, h€ute Ab-znd nach Stutlgart abgereist, um im Auftrage Seiner Königlichen Hohsit dss Vrinz=Regenten den BUsehnngsfeiexlichkéiten da- selbst beizuwohnen. Eine Deputation des in MW garxii- sonirsndén 4. bayerischen J'.1santerie:N€g*-aniits König Karl VON Württemberg hat sich ebenfaÜcZ nach Stuiigart bégehexi.
Württemberg.
Stutiaart, 9. Oktob-zr. Die Sektion der Leiche Seiner Majéstät des hochßligen Könich- Karl wurde, wie der „St.-A.f.W.“ Meldet, am vorgestrigsn Tage von Mittags 12 Uhr an au-defiihrt _ und hiermit die Einhalsamirung verknüpft. Hierauf wurde die Leichs in das Siexhszinimer zurückgßbracht und der Anordnung deE Vsrßwigten ent- sprechend mit der Genei'als-Uniform bskleidet. Gestern Mittag 12 Uhr fand ein Trauergottésdienst im Sierhsiimmex im Kreise dsr Königlicher; Familie statt. GWM 1 Uhr erichien der Präsident deS StaatH-Ministeriumsz um am Sarge des entschlafenen Königs Namens der Mitglieder des Staats- M_inisteriums und dss Geheimen Raths einen Kranz nieder- U 68211. x'
5 Gsstern Abend ;113/4 Uhr traf Seine Kaiserliéhe Hohe'it der Großfürst Michclel Nikolajewitsch von Niißland, Bruder Ihrer Majestät der Königin: Wittws, hier ein umd wurde von SOME]: Majestät dem König auf demBahnhofe empfangen. Zu den Beiseßungsfeierlichke-iten sind“ Ferner ein- getroffen: Seine Könighche Hoheit der Großhhrzog von Baden, Seine Königliche Hoheit der Hsriog Philipp von Württemberg und dEr Fürst von Teck.
Die Beeidigung der Königlich württemhsrgischen Truppen auf Sßimz Majestät den König _Wikheim fand assiexn Mittag 12 Uhr in (111211 Garnisoneti Taxi. Die hiesigén TLUPPLU wurden im Hdis der Infanteriekaséxne 1 diirch den Genexal-Lic-utenant von Gieich, Kommandant-en von Siuttgart, besidiizt. Die FMHUSU UUd Standarten wurden “zu diesem Zw-ch durch Link: Compagnie dss Jiifantxrie-Negimeiiis Kaisér Friedrich König von Pxeußem Nr. 125, o_hue das,: daS Spisk gexiihrt Würde, aus dsm Königlichyn Residenzischkdß abgeholt.
VW 2 Uhr ab war gestsrn GéngSUheit gsboten, im Marmor- saal dees Kömigiichen Schloss€s den Katafakk Mit VEM Sargd des Königs Karl zu söbén. In dem Raum“. ixox dsr; Kette, die dem inneren Schloßhof vom Schloßplay. Ubschltéßt, harrte die Menge. Taufénde wurden durch den von berittenen Schußleuten bewachten Eingang eingelassen. Um 41/2 Uhr wurde der Eirilaß in dLZt Schloßhof abg-«zfp-ert; die Lehten; der Zugequffenen waren geschlossene Infanterie:Ahihéilungen.
Das Wetter ist heute prachtvoll, auf den Sixaßen bewegt sich bereit?: eine Kopf an Kopf gedrängse Volksmenge, dz; der Lciäxxxnkondukt auf den kleinen Raum zwischen dem Residenz-
' schloß und dem alten Schlosse beschränkt ist.
Baden.
KarlSruhe, 8. Oktohc:r. Seine König!.iihe Hoheit der Kronprinz von Schweden und Norwegsn ist, dim „W. T. B.“ zufolge, von Siockholm kommend, h-xute Nach- mittag in BadeU-Baden angekommen; derselbs gedexikt, mehrore Wochen daselbst zu verbleiben.
Mecklenburg-Sthwerin.
Sihwerih, 8. Oktober. Die Fortschritte in dex Ge- nesung Seide: Königlich-m Hoheit ded Großherzogs smd nach einem heute in Cannes aUSgeg-Zbenen Bullsim sehr _er- steuliche. Der Appetit ist dauernd gut, das Kdrpergwaht nimm“; stetig zu, die Bewegungen der Hände werden sichexer und frsier, sodaß Höchstderselbe: seit mchrerdn Tagen Schreib- versuche macht. Auch an den Füßen ist eme lan-zianie aber sichere Rückbildung der Lähmungen zu konsiatiren; Die ndr- vösen _Anfälle treteri seltener und nur in geringer Hefiig- keit au.
Oesterreich-Ungarn.
Wien„ 9. Oktober. Ihre Majestät die Kaisexin beab- sichtigt, wie das „Praq. Ahdhl.“ erfährt, _von Korium nächster Zeit verschiedone Ausflüge nach dem O_riem; zu unternehmen. Aus diesem Anlass befindet sich die Kaiserliche Yacht „Mira- mar“ bereits “im Hafen von Korfu zur Verfügung Ihrer Majestät. _ _ __ _
Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Erzherzog Friedrich ist, nach einer Meldung des „W. T. B.“, in Be- gleitung des Ohersthofmeisters Giafen .Hexberstein gestern Nachmittag nach Stuttgart abgereist, um der dortigen Leichenfeier heizumohnen; vor der Abreise stattete der Erz- herzog dem Minister des Auswärtigen Grafen Kiilnoky einen
längeren Besuch ab. Die Offiziers-Deputation des 6. HUsaren- Regimenis hat sich ebenfaus nach Stuttgart begeben.
Dem „Fremdenblatt“ zufolge hat der württembergische Gssandte von Maucler dem Ministerium des Auswärtigen angezeigt, daß der von der Gesandtschaft bsabsichiigte Trauer- aottesdienst unterbleiben nzerde, da der verstorbene König Karl gewünscht habe, daß 1eine Beerdigung möglichst einfach jej und von besonderen Trauerfeierlickzkeiten Abstand genommen werde.
Der gestrigen Sißung des Abgeordnetenhauseg welche von dem Präsidenten Smolka eröffnet wurde, wohnteii auf der Ministerbank sämmtliche Minister mit dem Minister-Prästdenten Grafen Taaffe bei. Der Antrag Jacques und Genossen, nach welchem die Pftjcht des Staat?: zur Lsistung entsprechender Entschädigimg fiir ungerschtfertigt erlittene Strafen fest- geséßt wird, wurde angenommen. Das Geseß hat rück- wirkende Kraft. - Dsr Jungczeckze Titscher und Genossen brachten eine Interpellation ein wegen der Vorgänge in Reichenberg bei dem Empfange des Kaisers, bei dem die czechische Bevölkerung von den Behörden zurückgesetzt worden sei.
Nach einer Meidung dEr „Presse“ hat der volkswiril): schaftliche Ausschuß dss Ahgeordnetsnhauses beschloffen, die Regierung aufzufordern, din Bau des Donau-Oderkanals ohne Verzug in Angriff zu nehmen, LVLULULÜ die Initiative wogen Audfiihrung des Unternehmens durch Privat- kapiial zu ergreifen.
Die gestrigs Berathung der technischen Mitglieder der Kommission für die Wiener VetkehrSanlagen ergab Uebeieinstimmung VLsWffS Verjheilung der einzelnen Bahn- linien anf verschiedene Vauperioden, somis Betreffs de?- Pro- jekte?» dsr N:»gulirung des Wienfluffes.
Am 7. d. M. wurde in Reichenberg, wie die „ resse“ mittheilt, die gerichtliche Besichtigung der wo der Anschlag auf den Eisenbahnzug verübt worden ist, untsr Zuzishung von Sachverständigen vorgenommen. Die Bomben enthielten Dynamit, nicht Nitroglycerin. Es wmden neuerlich 00ky9r8. (18606 gefunden und ge- richtlich in Vecwahc qenommßn. Das Ausschreiben einer Belohnung für die Ermittslung de-Z Urhshers des Rosen- thaler Bahnfrevels- ist gestern auch an den Wiener Straszn- eckELJ in deutscher und ischechifcher Sprach? angeschlagen wor en.
Dex." Fiiianzauéschuß dss ungarischen Untérhauses nahm géstern die Boxlage, betreffend das fütifmonatliche Vu-dgextprovisorium, an. DM Minister:?ßiästdent Graf Szapaiy hurts hervorgehobén, daß ein fünfmonatliches Budget- proviiorium schon detZWLgen nothwendig sei, weil die Berathung dex: BUQgets kaum vor er 15. Januar 1892 beginnen werde, und SVEUTUSÜ auch hinsichtiich der Hanlesveriräge gewisse Verfiiguxigen exfoigen- müßten.
Anläßlich dsr FULL dss 6. Oktober, des Todestages der dreizehxi Aradex Miixlyrer, ist, dem „Frkmdenbl.“ zufolge, in V est Ein neuer Zwischenfail enkstanden. Dsr GymnasiahDir-kar Lutter virhot den Schülern,. den Trauergottesdiensten beizu- wohnen. Lutter hatte auch im erjahre in den Zeugniffén 1n€hrerer Schüler dieAmnsrkung angshxacht, daß dieSchiiler ei1ier ähniichen Fsiex bdiaewohnt hatten,. was OLT? Gegeiistand einer: InterpßUation im Abgyordneienhaase war. Vorgestern fo='dert€n mm dr3i Angordnete dEr äußersisn Liuksn den Minister Grafcxn Csaky anf, Luttsr sofort deR Amts zu entheben, da sis sonst Larter insultiren müßten. Der Minister versprach Line IMU)? Verfiigung. _
Zn Folgk SinLS gegen den „Magyar Hirlap“ verfügten VSTOOUZ des V?.rkaufes auf dex: Staatésbahnhöfen kam es vor- gestern Abend in Rest zu Städeuxenkundgebungen geZ-six d(xn HandelS-Miniftec Baroß, welchs auch Abend?: ihxe Fortseizung fanden. Eine Schaar Studenten i_vo11te “iiber die Kyttenbrücke vor das Palais des Handels-Ministeriums, um gegsn Wards; zu démoni'iriren. Die Polizsi gestattete keine Passage. Vor dsm Lithalen- Muh Lriuhren die Stu- denten, daß das (Gebäude im Umbau begriffen sei, wxshalb sie fortzdgen und vor die „Magyar Hir!ap“:Redaktron gmgon, von wo die Volizzi sie verjagte.
Gvoßbritannien und Irland.
Dis Königin wird nach den vorläufigen Anordn_ungen am 23. Novsmher von Schottland nach Windsor übexsiedelii- Prinzessin Christian zu Schleswig-Holstein mird bis zur Wi.9derqen€sunq dsr Prinzsssin Hßinrick) von Butte n- Llexbg bsi ihrer 9xlauchten Muttsr in Schloß Balmoral ver-
61 en. _
Bei de'r gesirigén Neuwahl zum Unterhause M!
, Wahlkreis?- Manche st er: Nordo st erhielt der neue (681127sz-
Postmeister Sir James Fequ-Hson (konservatip) 400Z- Scoith _ (Gladstonianer) 3908 Stimmen. Ersterer ist somtt gewä t.
Eine Depesche des „W. T. B.“ aus Brighton sagt, das Leichenhegängniß Parnell's wer'dexin öffMilTchW sein. Dis Ehsgattin Parneli's hat, den Wiinschender Freunde des Versioihenen nachgebend, auch ihre Zustimmung zu einer öffLntlichen Leichdnfeier in Irland ertheilt. DL? Vorbereitungen zu ddrselben werden _ von dem L_ord- mayor von D ublin und den nationahstischen Depyxlrxsn gstroffén. Den im Sterbehause versammelxen patneliitischen Deputict-Zn machtd der Arzt über die Ursachdn des Todes? Parnekk's Mittheiluna ; hiernachtrat nach vorausgegangexikm khkéu' matischen Fieber der Tod in Folge Herzschlagd em. T_er Munizipalrath von Dublin nahm eine Refoliitton an, 1," welchsr dem tiefsten Bedauern iiber das Hinscheiden PFWMÜZ Aquruck gkgeben wird. Der Lordmayor von Duhim M die Mitglieder des Munizipalraths werder) offZZWÜ de? öffentlichen Leichenfeicér beiwohnen. Allgemein _wird Mg?“ 110111111911, daß der Tod Varneü's zu einer Vereinigung der verschisdenen GTUPPM der irischen Partei führen werde. dk; „Il. C.“ entnehmen wir über den Eindruck, den der Tod kt irischsn Agitawrs in England und Amerika hervorgerufen ha- noch folgende Mittheilungen: * den
Selten ist die Nachricht Von dem Tode _eines hervorraselnben Mannes so unerwartet gekommen, als die Kunde vom A IZA“ Parneli's. Wenige haben gewußt, daß er überhaupt krank war-„ff ht- noch hat er schon einige Wochen gelitten. Bei seinem 1267?" 9 eam lichen Auftreten in Cieggs in der irischen GrafsckIaft Galway, egen letzten Sonntag vor acht Tagen, truZ er den linken _Arm w In gichtischer Anschweüungen in der Binde und sah sehr bl_-.1ch axsf'ohlell seiner Ansprache sagte er, daß sein Arzt ihm eigentlich an F land" habe, das Zimmer zu hüten, daß er aber dinnock) TZ“ rund gereist sri, nur um die Wähler in Galway nicht z_u enttausÖÉZlagen damit die (Henner nicht aus seiner Abweienheix Kapital "'t da könnten. Das Bett hat Parnell wur vier Tage gehutét. Es bkkß-
Oert ichkeit,
er fiÖ [chte Woche eine Erkältung_zugezogen bat. Axn Freitag legte cr sich und in der Dienstag Nacht ist er in seiner Privatwohnung in Wajstngham Terrace in Brighton entschlafen. Das Ende trat so plößljch ein, daß Niemand _an seinem Lager stand. als er seinen letzten Athemzug aushauchte. Seine Gattin, welche ihm erst vor einigen Monaten in geseßlicher Ehe angetraut wurde, ist von Schmerz ge- en.
bWÖGanz Dublin gerieth in eine fieberhafte Aufregung, als die Nachricht vom Tode seines ,undekrönxen Königs“ kurz yor 1 Uhr eintraf. Tausende versammelten sich vor den Zeitungsqehauden,_die Gesxbäfte ruhten. Niemand lkgte mehr Hand an. Parncll's jahcr Tod verschlang alle anderen Jntereffsn und viele sah man in Thränen. Seine Dubliner Freunde versammoxlten sic!) am Mittwoch im (Gebäude der Nationalliga. Die Versammlung war geheim. doch heißt es, daß diz Abgg. Mahon!) und Redmond nacb Brighton geschickt worden sind, um die Anordnungcn für die Ueberführung der Leiche nach Irland zu treffen, damit dem irischen Führer ein öffentliches Begräbnis; xu Theil Werde. Die irisihe n'ationole Föderation der Mac Carthyaner hielt am Mitt- woch ihre halbmonailichc Sihung ab. Auf Antrag des Voifißenden, des Abg. Sheehv, wurde diefelbe jedoch alsbald vertagt.
In NeW=York traf die Nachricht vom Tode Parncll's um 7 Uhr in der Frühe ein. Sie kam so unerwartet, daß am Anfang Niémand daran glauben Wollte. (Es dauerte aber nichi lange, so theilten Extrablätter die näheren Einzelheiten mtt. Dir Eindruck, dcn das jähe Ende dss vor Kurzem noch ai]- mächtigeu Führers in Amerika maihte, “war Lies“ und nach- haltig. Der leicht erregbaren Iren bemächtigte sich eine edle Rührung. Seine Gegnsr bkgtubin ihren Haß über dem G?“ danken an seineVérdienste um die gemeinsame Sache, und seine ameri- kanischen Freunde, welche auch in der leßicn Periode seiner politischen Laufbahn unbeirrt zu ihm gestanden batten, diückten ihren Zweifel aus, ob ein solcher Mann zu ersetzen sei. Im Allgemeinen herrscht in Arnexika die Ansicht, daß die Sache dechen durch das Hinscbeiden Parnell's an Stärke gewinnen und die beiden Paxteien unxer dem heilenden Einfiuß der Zeit sich wiedsr vereinigep werden. _
Parnyli's betagter, in Boidcniown (New-Jxrsey) in beychränkien Verhältnissen lebenden Mutter Wurde die Nachricht von dem Tode ivrcs Sohnes von einem „Berichterstatter der Prkffe mitgetheilt. Der (Schmerz der Griisin war herzzerreißmd. „Die Verfolgung Daviit's Und der andercn Politiker hat ihn gemox'deé,“ rief sie aus; „Ich wußte es schon, daß das so endigen würde.“ _ _
Justin Mac Carthy, dex Führer der irisäxxeii parlamer-kariicben Partei, hält es für unmöglich, die Fokgen dxs Abscheidens ParneÜ's zu berechnen, hofft jedoch, daß die beiden irischen Parxkeien fich mm vergleichen _metden Dic versöhnende Gewalt des Todcs Werde sicher- lich alle feindlichen (Gefühle gegen den Versiorhencn unterdrücken. Die Home Rule-Frage werde nicht berührt. Daß Irland Home Rui;- bekommen werde, sei so sicher, wie irgend etWas.
Chambexlain äußexte iich über dieFolgLn des Todes ParmÜ's wie folgt: „Man kann nickvt sagen, Was fich ereignen wird. Viel- Leicht [egi die ngikrung auf Grund ihrer hiéherigen Wixksamkeit Berufung an das Land ein. Wahrscheinlich aber wird sie Erst vcr- suchcn, ihre irische Lokalwerwaltungßhiil durcbzuseßen. Die Aussichten siiid dafür nicht schlecht. Die Opposition wird gegen die Mahrcgel wahrscheinlicherweiie dieselbe Haltung einnehmen, wie gegen die Voils- unterrichtsbill. Geschieht es, “so wixd es am Ende des Jahres zu Neuwahlen kommen.“
Das Organ der MacCarthvaiier, die in Dublin erscheinende „National Preh“, schreibi: „Jetzt, wo dis Nachricht kommt von 112111 Tode cines_ Mannes, Welcher so vikle Jahre hixiduréh eine Macht ohne Gleichen unter der irischkn Race audgeüht hat, möge sem _neiilicher Vorrath vergcffen sein Fund allein seiner früheren Vcrdieni'ZL gedaibt Werden. SoUte jedoch die Exivnerung an din biticrn Kampf und die fur-Öthare FEUU'VWÖL, diirch welche Irland geganciers. ist, selbst Angesicht dss Todss nicht sterben, so möge sie die _ Form edelmüthigen Mit- l_e-ds _annehmen, daß eine so aroße Laufbahn so gcirübt WUrde, daß fo glanzenxe _Vcrdienste durch so rücksichtsloscn Verrath umwölkt wurden. Wir wollen den “Geis: zu dem Parnekl der aiten Tage wéxike'nz dem praktiseh wirkknden Patrioten, DLM kühlen, furchtlosen, unvezwmgbaxen Ykanve. ehe der Krebs sckyuldhafter, von göttlichem Und menschl1chem Geseß verbotcner Leidenéäpaft sich in sein Hkrz fraß.“
_Der „Standard“ sagt: „Auf den ersten Blick Möchte es schcm-Zn, daß der Tod Parnell's der liberalcn Opposition nüxzen wird. Es Wird sich abc; bald zeigen, daß diese Ansicht unrichtig ist. So lange es ParneÜxten und Anti-ParnsUiten in Irland gab, inußtxn die Lkhteren sich den Anstrich der Einigkeit gehen. Jeht wird in Kurzem iinter ds_n AntieParneÜitcn _Uneinigkxit aashrechi'n. Es gixhi unter 1bäen keinen Man_n,_ der die Uehrigcn UM HdUpteslänae überragt. Persönliche Rivalität und Lsidknickaft wiid bald zu Tage kreten. Jxßt wird_€s_ noch klarer wkrdsn, wie unkxiäßlich Pax-mel] dei“ irtkche_n Agifdiion war, und das englische Volk wird einsehen, daß Gladiione viel mehr ais die irischxn HomeRuler eine sterile Obstruk- tion fortzuseßen wünsch€n. Fü; dic Réhierung und die unwnistische Partei macht der Tod arnell's keiiwn Untsrscbied. Sie werden Irland gericht und rücksi tsvoll behandeln, aber auf Loßreißung nichi (lngehen, i_velche in ParneÜ ihrcn bedeuiendsten Vorkämpfér besaß. Er_ i_var_1)1echtcht dkk einzigc Jriändkr, w-lchsr eine Zeit lang das Unhzilhattk abwchxen können. das aus ciiicm so undernünftigen und ".mnothtgen (Experiment erwächst."
Noch ein anderer vielgenannter Home Ruler Sir. John Y_ype He_nnefsy, Abgeordneter für ddr: irischen Wahlkreis Knienny. ist am 7. Oktober auf Schloß Rostillcm heiQui-Mö- xown gc-storben. Er war im Dezember 11.3“. als Anti-Parneüit m das Parlament gewählt worden. ES heißt, daß di? An- sirengungxxi deS Wahlfeldzuges soins Gesundhkit gébrochen haben. S1r_John Pope Hennhssy Fat xine Anzahl hohsr Llemter bekleidet; er rst Gouvérnenr von Mauritius, Hongkong, Barbados, Natal und Labuan gewesen.
Frankreich.
Pa_x1s, _9. Oktoher. Der Präsident Carnot Empfing Ystern Vormittag, mie „W. T. B.“ berichtet, den russischen __ eneral Annenkow, welcher aus Biarriß kommend, nach :)kUßlaxid zurückkehrt.
r' D__ie Viidgetkq_111_mission genßhmigte gestern den Be- „_1cht uber die Ecmaßzgung der Passagier: und Giitertarife ZLF Schnelizugen. D_ie_ von der Regierung und den Eisen- UhJUsjellfchaftexi bemill'igten Reduktionen der Paffagiertarife MMM fur d1€_ ersie Klqffe 9 Proz., fiir dix: zweite Klasse [„U-PTM, Und für d__i€_ dritte Klasse 27 Proz. Bei Retour- e Z.,s tritt _eme Ermaßigung von 20 Proz. ein. Für Waaren- athlungen ist_ 1/3 wemger_ als: für sonstige Frachtgüter zu Zu ?Y- Dßxdaraus resulxirende Verlust der Regierung wird Es _ _Mwionen, derjesmge der Eisenbahngesellschaiten auf
Millioneii Francs geschäht. No Den Ministern _de Freycinet, Constans, Guyotk, s__Me und_Nquv_ier xvurden bei ihrer Ankunft in Mar- feier _? wohin _sie sich, wie gestern gemeldet, zur Einweihungs- keru Lr Assamrungdarbeiten begeben hattsn, von der Bevöl- ZJ [Ebhafle Ovationen bereitet. Einige Personen, welche eliae11,K1!)urden verhaftet. Nachmittags fanden wiederholt feind- dieP „ undgebungen gegen dis Minister statt, a;.s dieselben unjkqfekxyx verlassen hatten. ;Bei dem gsstern Abend von der ieltdzwÉMat- zu (_Zhren der Minister veranstalteten Bankett ervorel; bonseil-Prgfident de_ reycinet eine Rede_,ii_1welcher er rundlo , daß die Republi nunmehr auf unerschütterlichen er DMM rzihe und Dank der Armee, sowie dW Weisheit 1P omane zu einem Faktor des europäischen Gleich-
gewichts gewordsn sei. Es gelte jetzt, die nach Außen ge- wonnene Situation zu konsolidiren und im Innern an die Lösung der sozialen Probleme heranzutreten. Die Verbesserung der Lage der unteren Klassen müsse die Aufgabe sein, welche die Republik beherrsche; die Regierung arbsite unablässig daran. Der Minister wies auf die spontane Bewegung hin, welche gegenwärtig aÜe Franzosen ergriffen habe und zur Republik hinziehe; die neu zu derselben Hinzutretenden seien willkommen, würden es aber natürlich und begreiflich finden, wenn die Regierung fortfahre, die Frsiheit und die Reformen J vertheidigen, für welche sie gekämpft habe. Nach dem
ankett wurden die Minister von einer großen VolkSMenge mit Pfeifen u'nd Zischen verfolgt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Wie es heißt, wäre man in MarseiÜe dariiber aufgebracht, daß die Regierung keinsn StaatSzuschuß fiir die AffanirungSarbeiten beantragt habe.
Rußland und Polen.
Bezüglich der mehrfach erwähnten Konsular-Neform theilen die „Vet. Wed.“ mit, daß dieselbe sich auch auf den Orient hkziehen werde. Unter Anderem soll die Zahl der russischen Konsulate in der Türkei ermehrt werden.
Die „Mosk. Wed.“ berichten, daß in der Kanzlei des General=Gouverneurs von Finnland das Projekt einer Reorganisation deS Finnländifchen Senats aus- gsarbeitet worden ist. Die Frage wurde auf Kaiserlichen Befehl bereits im vorigen Jahre in Angriff genommen. Es handele sich namentlich um eine Erweiterung der Macht- vollkommenheiten des GenerahGouvemeurs, der ]“th ohne den Senat eigentlich nichts zu thun vermöge.
Ju Sach-x-n der Sibirischen Bahn melden die „Pet. Wed.“, daß diese Angeleaenheit dem Reichsrath aufs Neue vorliegen werdiz. JnSbesondere sol] das Bahnprojekt der Stxecke Ostufer des Baikalsees-SsretenSk geprüft“ werden. Dasselbe ist vom General-Gouverneur des Amur:Gebiets [):-reits 1886 vw'aelegt worden und besonderS fiir die Gold- industriellsn im Bézirk Nertschinsk von Wichtigkeit.
Den „Daily News“ wird an?» Od es s a bsrichtet:
Während der vergangenen Woche sind 120 Juden aus Palästina und anderm Gkgchen der Türkei - selbstherstäxdlich nur gänzlich mittellose Auncmdcrer - nacb Odkffa zurückgkkommcn. Die ruffiiclxcn Behörden gestatien ihnen zu landen und nach ihrer frühxren Heimgth zurückzukehren, wvdurch die ohnehin schon beschränkten Mitte[ der lokalen jüdischen Wdhlxhäiigkeits- gesiüschaften auf das Acußerste angespannt werden. Gleich- zeitig faßten die im Befiße gekingér Mittel befindlichen JUÖM ihr: Auéwandcruna fort. und fast alle Nachtzüäe nach der westlichen (Grenze sind von ihnen angefüUt. Der Aufrnf des Barons Hirsch, in dem er seine GlaubenSgenossm in Südrußiand ermahnte, die Entwicklung seines Auswar-dsrungsplans QÖZUwakÉM, scheiiit wenig oder gar keixjsn Eindxuci'x auf fie gemacht zu habsn.
Italien.
Der italienische Dekegirie Fiir die Handxlévertrags: Vorhandlungen in München, Geueral-Sekretiir Malvano ift gssiexstn Nachmittag von Rom wiedsr nach Miinchen zuriick,: ge» .
_ _ Der Tusfische_Minister dss Au§wärtigen von Giers hat sich gestern _Nachmütag von Maiiand nach Pallanza begeben.
An _emem _ von dem friiheren Unter : Staatssekretär Bonghi nach Rom Lingsladsnen sogsnannten „?riedend- kongreß“ wollen («uch Etwa Zwölf deutsch:freiinnige Ab: gxoxdnete, dar!.mter der Abg. Rickert, theilnehmen. Vor Einigen Tagezi_ sucht3_ Bonghi die Bedénkczn der Deutschsn WEZM Bethmligung durch einen an das „Berl. Tghl.“ gerichtsten Brief zu zerstreuen, worin er sich dafür verhürgte, daß die sogenannte? „elsaß : lothringische Frage“ auf d;:m Kongreß nicht erört€rt werden würde. Jehix
hat nun dsr Abg. Nickeit an Bonghi c-in Schiéeiben Jerichtet, .
worin er_ Erki-irt,_ daß nur unter dsr gedachtsn Voraus- sehmrg eme _Bethexligung Deutscher an dem Kongreß möglich sei, und worm er _unter Hinwei?» auf die jüngste Eriklärung des Abg. Petri m_der „Straßh. Posi“ (vgl. Nr. 236 dss „_R- U_. St.:A.“) die irrthiimlichen Auffciffungen Bonghi's, die sr 111 dsm gedachtsn Schreiben iiber die bié-herig-en Erfolge Dkiitschlands m Elsaß-Lothringen äußerte, zu widerlegen suckzt. Zum Schluß spricht Abg. Mckert seine Sympathis mit dem_dem Kongreß zu Grunde liegendkn Gedanken aus, indem ex: hinzufügt, es wäre sehr zu wünschen, daß nicht in. irgxsnd eiiier Form Erörterungen angeregt wiirden, welche dazu fiihreii mußten, dW Sympat ien für disse Bestrebungen in Deutsch:: land abzukühlen. ierzu bemerkt die Berliner „National-
tg.“: „Der Erfolg muß lehren. oh Hr. Ricksrt und seiné ( i_euxide sich nicht 111 eme ]"ÜV sie und für ganz Deutschland pZMllck)? Situation begeben, wenn ste an dem Kongreß Theil. riehmen.“ - “ u dem Kongreß haben fich bis jetzt außer 260 Depu- “Urten mid 9_0 enatoren aus Italien aus allen Parteien, darUnter auch (_CrtSpt und Nuditii, 60 framzösische, 40 österreichisch:- urigaizische, 40 rumänisch? und 40 englische Parlaments- mitglieder _ar1gem9ldet; dazu Ltwa zwölf dsutsch-freisinnige deutsche Reichstagsabßsordnete.
Das nachste Konsistorium, welches im November statt- finden sollte, Ut auf Ende Dezember vertagt.
DSB „FqnfuÜa“ meldet, gestern früh ssi mit dem Lesern der Mespe__im Pantheon wieder begonnen wordem. Die „Jtalie“ erganzt diese_Meldung dahin, daß die Schließung des Pantheons am Mittipoch Abend auf Befehl des Papßstes aufgehobxn xvorden sei, und daß die italienische Regierung dcivon vxrstandigt wurde. Die kirchlichen Embleme sind auf ihren früheren Platz in der Kirche gebracht.
Ueber Nachklänge vom 2. Oktober wird der „Köln. Ztg.“_ unier__ dem 6. d. M._aus Rom berichtht, daß eine Sub- scriptim); eroffnet w_orden iii, um einen Krainz von Bronze alxz nationale Huldigung am 9. Januar 1892 auf das Grab Victor Emanuel's niederzulegen. Hier und da, in Versamm- lungen und Theaiexvorftellungen, dauern die Einspruchskund- gebungeii gegen die That der französischen Pilgsr noch fort. Von den drei Verhafteten smd zwei am Sonntag Abend nach der _Grenze _gehracht worden; der Hauptschuldige befindet sich noch im Polizeig-swahrsazn, doch glaubt man, daß der König das Verfahren gegen ihn niederschlagen werde,. Inzwischen hat xn1t_ anexkxnnenswerther Schneliigkeit das Gericht bereits der- ]enigen sich angenommen, die bei den nationalen Gegen- kizndgebungen vom 2. Oktoher iiber die geseßlichen Schranken hixiquSge angiZn waren. Em Buchdrucker, der einen gewalt- thattgezt - ngriff auf _das_§anzösische Priesterseminar gsmacht hatte, _mdem er das" papstlt _e Wappen abreißen woÜte, wurde zu drei Tagen Gefaygniß, m die Kosten und zum Schaden- xrsaß voriixiheilt. Die korrxkte Haltung der Sicherheitsbehördsn m den kritischon TaFen mird überhaupt aligemein anerkannt. Der franzhsische Bot chafler_ hat_ sogar besonderen Auftrag von. seiner Regierung erhalten, .der italienischen Regierung für dM
Schuh des Botschaftögebäudes und der Pilger gegen die auf- aeregte Menge zu danken. Der Dank gebührt aber auch der Bevölkerung selbst, die bei aller Aufwauung des nationalen Zornes doch Maß _zu halten verstand. Zu den offiziellen Entschul- digungen gexeth sich nun auch noch ein Schreiben des Marquis de “_Noquefeuilie, Vorsißenden der französischen Jünglings- vereme, an den Quästor, welches die Thorheit der drei Pantheonshelden bedauert und versichert, daß die katholische Jugend bei ihrer Pilgerfahrt in der That nicht die Abficht hatte, Italien und Rom zu beleidigen.
Spanien.
Die Königin-Regentin gedenkt, wie man der „Köln. Ztg.“ aus San Sebastian meldet, sich am 12. Oktober Morgen»; nach Burgos zu begeben, dort drei Tage zu ver- weilen und dann am 16. d. früh nach Madrid zurückzukehren. Die Kosten der Reise bestreitet die Königin; jeder Aufwand ist verbeten. Ihre Majestät wird in der Kathedrale einer Seelemneffe fiir die bei dem Eisenbahnungliick Getödteten bei- wohnen und die Verwundeten besuchen.
SchWeiz.
Anläßlich dex“- Hinscheidens des Königs von W ürttem- bsrg hat der_Bunde Srath, wie der Berner„Vund“ meldet, das_ schweizerische Konsulat in Stuttgart telegraphifch an- gemiesexi _un_d den deutschen Gesandten in Bern gebeten, de_m Komglnhen Hause und der Regierung Württsmhergs seine aufrichtige Theilnahme auszudrücken.
Jm Genfer Kantonsrath betonte Fazy, wie man der_ „Frkf. Zig.“ aus Bern meldet, der Simplon- Durchftich habe Für Genf keinen Werth, solange der Col de la Fguciile (1111 _Jura nordwssilich von Genf) nicht durch- stochen_sei. Fmanz-Diraktor Ador erwiderte, Genf werde an das Simplon-Unternehmen erst _ein2 Subvention entrichten, wsnn (Henfs Interesseii dmch dw Sicherstellung dsS Faucilie- Durchstichs gewahrt sktén.
Belgien.
Der Kxonprinz von Italien ist gestern Mittag in Ostende eingetroffen und am Bahnhofs von dem König, der vom General Nicaise begleitet war, herzlich begrüßt
moxden. Um 1 Uhr fand im Königlichen Schlosse ein Dexeuner zu 20 Gedecken statt.
Rumänien.
_ DaS Befinden der Königin ist, den aus Pallanza eingetroffenen Meidungen zufolge, ein befriedigendes. Die Schmerzen traten in _den [Shten Tagen weniger heftig auf, die Niichts waren ruhiger.
Serbien.
Belgrad, 8. Oktober. Dis NegiErung beschloß, laut Meldung des „W. T. B.“, das Demissionsgesuch des UnterrichtS-Minifters _Nicolic nicht anzunehmen, sich DWlMLhr mit demselben solidarisch zu erklären. Die Frage wsgen Bestätigung des zum Bischof von Zajeczar gewählten Stockic bleibt TU ZiisySUI-O.
Bulgarien.
_ Sofia, 8. Oktober. Wie die „Pol. Corr.“ erfährt, ift dl?- Handelskonventiqn zwischen England und Bul- gardien auf ein Jahr, bis zuxm 1. Fshruar 1893, verlängert wor en.
Montenegro.
__ Cetinjx, 8. Oktober. Der fünfzigste Geburtstag des _Fursien Nicolaus wnrde dem „W. T. B.“ zufolge gestßrn im gaiizen Lande festlich beganxxen.
Schwedeu und Norwegen.
_(k) Stoch_ho_[m, 6. Oktober, In einer heute unter Voxstß des Kdnigs _abgehaltenen StaatSrathssißung berichtste der Fmanz-Minister,_ daß 78 Petitionsn seinem De- pgrtemexit zugegazigen seien, in denen verlangt werde, daß die Regierung die _Vsrwendung von Brodgetreide und Kar- toffsin zur Fabrrkatron_von Branntwein verbiete. Der Finanz- Mmister gah _nach längerer _Darlegung anheim, die einge: gangenxn PYUULULU unberücksichtigt zu lassen, da so außer- ordentlich Wifhtige Umstände nicht vorlägen, wie die Verfassung
Lriange, ux_n_ein Verbot des Branntweinbrennens zu recht- fertigen. _Kdmg_Oscar siimmte diesen Ausführungen zu.
_ C hristiaiiia, 8. Oktober. Von den ianesammt 114 Neuwcihlen zum Storthing sind jeßt 74 Resultate be- kannt; davon exctfalTen, wie „W. T. B.“ meldet, 49 auf die Linke, 13 auf die Modergten und 10 auf die Rechte; bei zwei Neugewahiien ist W zitxeifelhaft, ob sie der Linken oder den Moderqrien zuzuzählen _sind. Die betreffenden Wahlkreise waren bisher durch 35 Mitglieder der Linken, 22 Moderate und 17 von dL-r Rechten vertreten,
Dänemark.
_(k'i In dem Finanzgeseßentwurf fiir das nä e Ja_hr_ siiid, wie schon mitgetheilt, die AUSgaben des KULT- Mimstßrmms zu 15 002 467 Kronen berechnet, nämlich die ordentlichxn zu 10 767 167 und die außerordentlichen zu 4235300 Kr.; ferner die ordentiichen AuSgaben des Marine- Minzitcriums zu 6802 808 Kr. und die außerordentlichen zu 1 595 000 Kroxien. Der größere Theil der außerordentlichsn Aus- aben steht mit de_r Befqstigung Kopgnhagens im Zu- ammemhgng. Da die Befestigungslinien nach derLandseite zu nur n_och Erganzungsanlagen erfordern, fo WSWM auch nur fiir die Aniagen auf __dem Gladsaxe-Plateau 500000 Kronen und zu Pohlmnßgeschußen 360 000 Kronen gefordert. Das Haupt- mtzreffe der _Kmegöverwaltung ist dagegen auf die Verstärkung der stbefestigung Kopenhagens gerichtet. Zur VoÜendung des Mittelßrundforts werden 2500000 Kronen eingesteUt für traZZSPorta led gepanzertes Geschüß 200000 Kronen„ für pamve Seennnßn 50000 Kroxien, zur Vervoklständigung der vorhandenen Mmensperren bei Kopenhagen 200000 Kronen zur Anschaffung von Granaien mit brisanten Sprengladungeii 100 000 Kronen, in_r Anschaffung von fchneÜfeuexndem Geschüß fur die Seßbßfestigungen 130000 Kronen. Bezüglich der leßteren Bewilligung heißt _es in der Begründung: „Da in Folge dsr Aniage des Mittelgrundforts die Torpedosperren u_nd Minenlimen vor den Forts weiter in das ahmaffer hmauß verleghwerden müssen, so müssen die Char ottenlund- batterie (Nordiront m_n Smidt?) und die Kastrupbatterie (Süd- front auf Amager) mit Einigen leichteren Geschützen versehen werden, um czn der_Vertheidigung der vorgeschobenen Minen- LFW KTheix nehmeÉi FZZ» können.“ (_Séließlich werden ronen zur mri ung eines e e tri en Si nal-
dienstes auf den Seeforts verlangt. sch g