' _ In Bezug" auf §. 330 des Strafgesevbuch („Wer bei der Leitung oder Ausfuhrung eines Baues wider die allgemein anerkannten Regeln der Baukunst dergestalt handelt, daß hieraus für Andere Gefahr entsteht, wird mit Geldstrafe bis zu 900 .“ oder mit Ge- fängmß bis zu einew Jahre bestraft") hat das Reichßgericht„ 111. Straf- senat, „durch Urtbetl vom 2. Juli 1891 auSgesprochen, daß auch Der emge, welcher, obne die allgemein anerkannten Regeln der Bau- kunt zu wissey, gegen dieselben bei der Bauausführung zuwider- handelt, unter diese Strafbesiimmunq fällt.
Verkehrs-Auftalten.
Laut Telegramm aus Herbesthal ist dix: dritte englische Post über Ostende vom 27. d. M. aUSgeblieben. Grund: Sturm im Kanal.
Wremen, 27,0ktober, (W T B.) Norddeutfcb-xr Lloyd. Der Schneildampfer .Saalc" ist ßestern in Bremerhaven eingetroffen. Der Damyfer“ „Kronprinz Friedrich Wilhelm“, nach dem La Plata benimmt, bat geiiern St. Vincent, der Dampfer .Bravnscbtveig“ beute Quessant passirt. Der Dampfer „München“ ist heute in Antwerpen angekommen, der Dampfer .Straßburg' ist von Antwerpen abgegangen. Die Dampfer .Darmstadt' und .Preußen' sind heute in Genua angekommexi. Der Schneüdampfer ,Spree“, von New-Yock kommend, isi beute Vormittaq in Southampton eingetroffen.
- 28. Oktober. (W. T. B) Der Postdampfer ,Weimar', von Baltimore kommend, ist am 27. Oktober Nachm. auf der Wes er angekommen.
Hamburg, 27. Oktober. (W. T. B,) Hamburg-Ameti- kanische Packetfabrt - Aktienaesellscbafi. Der Pos“.- dam'pfer .Wieland“ hat, von New York kommend, Heute Morgen Setlly passirt, Der Posidampfer .Galicia' hat, von New-York kommend, beuteNacbmitiag Lizard paifirt.
London, 27. Oktober. (W. T. B..) DirCastle-Dampfer .Drummond Castle“ ist beute auf der Hennreise in Plymoutb angekommen.
Theater und Musik.
Sing-Akademie.
Der Königlich sächsiicbe Hof-Opernsänger Herr Paul Jensen gab gestern in Gemeinschaft mit dem gleichfalls in DrE'Sdc-n wobl- bekannten Pianisten Herrn Percy Sherwood ein (Concert, das zahlreich besucht war. Der Säpger befißt eine klangvoue und wobl- geschulte Baritonstimmc, _die in allen Lagx-n gleicbmäßig leicht an- spricht; die Aussprache iii von musterbaiter Deutlichkeit. Für seine Art des Vortrages eigneten sicb aanz besonders die Arie aus .Susanna' von Hände!,das heitere Lied des Ruganiins von BeethoVen und die Baüade von LöWe, wäbrend für die Lieder von Schumann, Schubert und Brahms etwas mehr Tiefe der Empfindung ZU wünschen blifb. Der Pianist gebietet über eine scbr weit vorgefebritiene technische Fertigkeit. Eine größere Rabe und Klarheit im Vortrage wird der sebr begabte Künstler gewiß 71911) zu erlangen im Stande sein. Er spielte außer Veelboben's Ü-ciur-„Sonate (op 109) und Schumann's großer Phantasie (()-(im“) "noch einige kürzere Stücke von Bach-Liszt, Chopin und Rubinstein, die ibm ganz besonders gut gelangen.
Im Deutschen Theater sind am Sonnabend bei der ersten Aufführung des vieraktigen Schauspiels „Die Sklavin“ von Ludwig ulda die Damen Maric Frauendorfer, Paula Carisen, Hedwig zsieyisr, Rosa Reitt) und Eugenie Lenau sowie die Herren Hermann
' Käibe Freudenfeld,
Nissen, Georg Engels, Max Pobl, Claudkvs Merten und Gustav Kadelbuya beschäftigt. , ,
Feuillet's Schausptcl .Moniioye', das, wie schon m1tgetbeilt, neu emstudirt und mit theilweise nemr Veseßung im Berliner Theater am Sonnabend zum ersten Male in dieser Spielzeit in Scene gebt. wird in der Titelrolle von Ludwig Barnay, in den übrigen Hauptrolien von Agnes Sorma, Nuscha Buße, Artbur Kraußneck, Albert Ulrich, Emanuel Stockhausen und Paul Mollet dargestellt. In den übriaen größeren Rolien treten Irma Seifen, sowie die Herren Haack. Suske und Weiß auf.
Morgen, Abends 8 Uhr, findet in der Philharmonie das große Concett von FranccSco d'Andrade statt, in welchem die Klavietvirtuosin Fräulein Marie Wonsowska sowie das Philharmo- nische Orchester (Dir. Herr Rud. Herfurth) milwitken. -- Das Pro- gramm des Liederabends, welchen Fräulein Helene Oberbeck am Sx'nntaa unter Mitwirkung der Pianistin Fräulein Helene Geisler in der Sing-Akademie veranstaltet. bringt von Schubert'jcben Wetken „Ganymed', ,Suleika“, .Crlafsee“. von Schumann'scben Lee- dern: „Ick wandelte unter den Bäumen“, zwei „Lieder der Braut ' , , Schöne Fremde “ , . Aufträge '; aUßerdem sind Brahms. R. Franz, Blümner 2c. auf dem Programm vertreten. - Der nächste große Volksiinterbaltungs-Abend ist wegen des bedeutenden Andrangs bereits auf diesen Sonntag in K r o l l ' s T k) e a i er angesetzt; die Aliisiin Fräulein Ida Rosemnurd und der Piapist Herr Gün- 1ber Freudenberg werdcn u. A. darin mitwirken »In dem am Montag in dsr Philharmonie statifindenden ]. Concert des „Philharmoni- schen Chors“ (Dirigent S. OchS) Werden folgende Solisten auf- treten: Fräulein Clotilde Kleeberg. Fräulein Emma Kock), Fräulein Fräulein E. Larrys, Frau E. Pfänder- Zricke, ferner die Herren Eugen Gura, Raimund von
ur Mühlen und Dr, Hkinrich Reimann. - Fräulein Käthe Lenbach wird in ihrem am 4. November in der Sing-Akademie statt- findenden Concext u. A eine Arie aus .Figaro's Hochzeit" und Lieder von Schubert, Schumann und Rubinstein zum; Vortrag bringen. - -Jm zweiten Pbilbarmoniscben Co'ncert unter H. v Bülow's Leitung am 9. November wirkt Herr PkÜféffOL' Dr.Jos.Joachim als Solist mit, und bringt das neue Violin-Concert Von Bruck) zur Auf- führung Die Ouverture zu Schumann's ,iHenoveva', Raff's .Leonoren“-Svmpbonie und das Adagio aus der 111. Sympbmiie von Spohr bilden den übrigen Tbei! des Programms. Der Kartenverkauf wird m:)kgen bei Vote u. Bock eröffnet. -- Die Kammersänaerin Fräulsin Jettka Finkenstein veranstaltet in der zweiten Hälfte des November in der Sing-Akademie einen Liederabend. _ Die Conckrtsängerin Fräulein Helene Frank wird in ihrem am 6. November im Saale der Gesellschaft der Freunde sl'aiifinrenden Co:“.céri u, A. Gesänge von Pergolese, Schubert, Weber, Liszt, Brahms und O. Eichberg zu Gehör bringen.
Jagd.
Freitag, den 30. d. M., findet Königliche Parforce- jagd statt. SteÜdichein: Mittags 1 Uhr auf der alten Langerwischer Straße am Moosfenn. Forstrsvier “Potsdam, Br*lauf Plantagenhaus.
Maunigfaltiges.
Raab dem Bericht der-Vcrwa[1unqs-Direk1ion dos aroßsn Friedricsos-Waisenbauses an den Magistrat über die Waisen- pflege und Zwangserziehuna batte sich in dém Vikrteljabr Juli/ September 1891 in der Waisenpfiege die Kinderzabl um 235 vsr- mehrt. Am 1. Oktober bifanden fich in der fiädtiscknn Waisen- pflege im Gamen 4817 Kinder (2514 Knaben. 2303 Mädchen). Bis Zinn 1. Oktober cr. sind zur ZwangSerziebung überwiesen 808 Kinder (653 Knaben, 155 Mädcben), außgeschieden sind 417 Kinder,
sodaß am 1. Oktober noch in Zwanakerziebung waren 391Kinder
(323 Knaben, 68 Mädchen). Von diesen waren enilnufen 24 Knaben
und 4 Mädchen, im Gefängniß 3 Knaben.
Veranlaßt durch die_ guten Erfolge, die mit den im Jahre 1887 auf den städtischen RieselgüternVlankeni-urg und „Heiners- dorf ins Leben gerufenen Heimstätten für Genesende erzielt worden sind, haben die städtischen Gemeindebehörden im vxraangynen Jahre beschlossen, zur weiteren Ausdehnung der Rekonvaleszentenpfiege auf dem im Norden Berlins bei Pankow belegenen (Gute Blanken- felde eine dritte derartige Anstalt zu errichten, die auSscbließliÖ dazu dienen soll, Wöchnerinnen, welche die nach ihrer Ent- bindung erforderliche Pflege im eiienenzßause oder anderweit nicht finden,_ mit " ihren Kindern Unterkunft, ärztliche Ueberwachung Und 1achgcmaße Verxfiegung zu gewähren. "Diese Heimstätte ist nunmxbr fertiggeiiellt und soll vom 1. November d. I. ab belegt'werden. Fürqdie Aufnahme von Personen in diefe Anstalt sind folgxnde Grundsatze aufgesteüt worden: Die UebetWrisung einer Wöchnerm soll nicbt vor dem zcbnten Taae und in der Regel nicht nach dem Zir-undzwanzigsien Tage nach der Entbindung erfolgen, dock) Werden syaicre_ Aufnahmen nickzt grundsäylicb ausgeschlossen. Be- dingung ist, daß die Wöchnerin fich in normalem Wochenbettzustande befindet und im Urbrigen wie auch ihr Kind nach ärztlicher 'Lie- fcheinigyng gesund, lrßteres namentlich nicht augenkrank ist. Vor- zugsweise, sollen solche Mütter berücksichtigt werden, die ihr Kind mit in die Heimstätte bringen und im Stande sind, es selbst zu wahren. AUHJeFÖlossen joklen nur solche Wöchnerinnen sein, welche unter siitenpoltzeilicher Kontrole stehen. Der Aufentbalt in der Anstalt 1011, wie in den bereits vorbandene'n Heimsiätten für Genesende, in der Regel nicht über drei Wocbeit währen. Dée Kosten für die Verpfligung einer Wöchnerin mit Kind smd vorläufig auf 2.25 «fé- fixr den Tag fcstqeseßt. Die Anträge um Aufnahme von Wöcbne- rinne-n sind scbrifiiich vo_n approbirken Aerzien an das Bureau der städtischen Heimstatten iür Genesende bier, Klosterstraße 68 1, zu richi'en, und es ist dazu ein bsstimmtes Formular, Welches von dem Bureau kostenfrei verabfolqi wird, zu benutzen. Die Entscheidung biercxuf" iii in jedem einzelnen F:;lle dem Kuratorium der städtischen Heimstatten für Genesende vorb-cbalten.
Nack) Schluß der Rßdaktion eingegangene Depeschen.
Wien, 28. Oktober._ (W.T.B.) Der Hdrzog Albrecht von Württemberg wxrd mehrete Tage als Gast VLS Erz-
; herzogs Albrecht hier verweilen. Der Herzog gedenkt auch noch gegsn Ende der Woche, bevor er sich zur Notifizirung dEr Thron-
bestxigunq _König Wiihelm's nach St. Petersburg reip. Livadia begiedt, seinen Eltern in Gmunden einsn Besuch abzustatten. , St. Petersburg, 28. Oktober. (W. T. B.) Die Ticherepowezer Kreid-LandsabaftSversammiung im Gouverne- ment Nowgorod beschloß, die Regiexung um cin Verbot der Llus'fuljxr von Roggen, Rogg-anehl und Hafer aus dem Krexse Tscherspowez zu ersmben. , ' Moskau, 28. Oktobkr. (W. T. B.) Die „Moskauer Zeitung“ mcldet gerücbtwc-iie, die für die Mißwachs-Gouverne- ments geltenden ermäßigten Eisenbahn-Getreidetarife soÜten auf das ganze Reich auSg-edehnt werden.
(Fortfeßieng dss Nichtamilicbsn in der“ Ersten und Zweiten Beilage.)
M
Wetterbericht vom 28. Oktober, Morgens 8 Uhr.
W M
Stationen. Wind. Weiter.
in " Celsius
Bar auf 0 Gr
u. d. Meeres
rcd 111 Milli Temperatur
Mullaghmore ONO Aberdeen . . S Cbriftianfund WNW Kopenba en . NW Stockbo m . NW aparanda . 772 N t.Petersburg 761 NO . Moskau. . . 754 N
CorlQueenS- town . . . 764 O Cherbourg . 760 ONO elder. . . . 770 O 'ylt ..... 771 NO Hamburg . . 770 winemünde 768 Neufabrwaffer 764
Memel . . . 763__ MW . . . . 761 , ünster. . . “768 Karlsinxbe. . 764 Wiesbaden . 766 Yüncbxn . . FZ emmß . . Berlin. . . . 769 Wien . . . . 765 Y_re_sl_au „__. 766_ Ile d'Aix . . 753 Nikza . . . . 751 NO woikt: srest . . . . 757 ONO bedecki
1) Reif. 2) Regen und Hagelböen. :) Rcif.
_ Uebersicht der Witterung. ."Wghrend das barometrifcbe Maximum sich etwas sudwarts iiber das Nordseegebiet ausgebreitxt hat, ist das Minimum. welches gestern über Galizien lag, ostwärts nacb Rußiand fortgeschritten. Dement- sprechend berrsckpen in Deuschland nördliche und nordöstliche Winde, welche in Süddeutschland stark auftreten und unter der-sn Einfluffe in unseren (Ge- enden die Temperatur stark berabgeaangen ist. Das
ufklaren, we"!ches sich gestern im Nordwesten zeigte, "bat (ici; fast uber g1riz Nord- und Mitteldeuischland ausgebreitxt, wo vielfach Nachiirösie stattfanden “Leßxere durften sich bei klarer Witterung demnächst wiederholen und sich über ganz Deutschland aus-
breiten. „ Deutsche Seewartk. M. ". Theater-Anzeigen.
Königliche Ickmuspiele. Donnerstag: Opern- baus. 220 Vorstellung. (JafnUoj'ja rusti- nun (Bauern Ehre). Oper in 1 Aufzug, nach
wolkig balb bed. Regen wolkig brdecki halb bed. wolkia bedeckt
bedeckt bedeckt wolkenlos heike?“ beiterl) wolkio bedeckt“) beiter wolkenlos beiter wolkig halb bed. bedecks balb bed wolken1.3) woikig wolkenlos
bedeckt
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dem gleichnamigen Volksstück von Verga Musik
von Pietro MaScagni. In Seine gesetzt vom Ober-
chiffeur Teßlaff. Dirigent: Kapellmeister Wein- gartner. Vorher: Das Nachtlager in Granada. Oper in 2 Abtheilungen von Kreutzer. . Text vom Frei- herrn von Braun. Dirigemé: Mufikdirekior Wegener. Anfang 7 Uhr.
Schauspielhaus. 230. Vorstellung. Was ihr tvollt. Lustspisl in 4 Aufzügen von Shakespeare, nack) Schlygel's Uebersetzung. In Scene gesetz“; vom Ober- Regiffeur Max Grube. Anfang 7 Ukzr.
Freitag: Opernhaus. 221. Vorstellung. Tami- bäuser und der Sängerkrieg auf der Wart- burg. Romantische Oper in 3 Akten von R. Wagner. Baüet von Emil Graef), In Scene ge- seßt Vom Ober-Regiffeur Teßlaff. Dirigent: Kapell- meister Sucher. Anfang 7 Uhr. " _
Schauspielhaus. 231. Vorstellung. Wohltbattge Frauen. Lustspiel in 4 Aufzügen von Adolph L'Arronqe. In Scene (:e-setzt vom Ober-Regiiseur Max Grube. Anfang 7 Uhr. *
Deutsches Theater. Donnerstag: Romeo und
Julia.
Freitag: Die Kinder der Excellenz. * Sownabend: Zum 1. Male: Die Sklavin. Schauspiel in 4 Auxzügen von Lndwtg Fulda.
Berliner Theater. Donnerstag: Ein Tropfen
Gift. Anfang 7 Uhr.
Freitag: 9. Abonn Borsteliung. Esther. -- Der Geizige. , “Sonnabend. Neu einstudirt: Montjohe.
Tessing - Theater. Donnerstag: Die Groß- stadtmft. Schwank in 4 Akim vqn Oscar Blumen- thal und Gustav Kadelbura. Anfang 7 Ubi.
Freitag: Die Großstadtluft. Schivank in €. Alien von OScar Blumentkwl und Gustav Kadel-
urg.
WaUner-Theater. Donnerstag: Z. 10 Male: Gewagte Mittel. Lustspiel in 3 Akten von Francis Stahl. Hierauf, auf allgemeines Ver- langen: Oufaljerin Koroliva. “Anfang 711 Uhr.
Freitag 11. die folg. Tage: Dieselbe Vorstellung.
Friedrich - WilhelmßadtisMs Theater. Donnerstag: Zum 1. Male, niit durchaus muer Ausstattung und verstärktem OrcheLer: Die Basockxe. Komische Oper in 3 Akten on Cantz. Deutsch von R.Senée Musik von André Meffager. Jn Scene geseßt bon Iulius Frißschc. Dirigent: Kapelimeister Jedermann.. .Basocbe“ war eine Zunft der Pariftr Parlaments-Advokaien, welche mit ver- schiedenen Privilegien außgestaiiet. Der König der Baioche, Welcher auck) Münzen prägen durfte, wurde alljabrlicb in der feierlicdsten Weise neu gewählt und im giänzenden 11sz e zum Schloß geleitet, wo ibn der König von Frau reich in Audienz empfing. An- fang 7 Uhr. ,
Freitag: Dieselbe Vorstellung.
Keßdenz-Theater. Direktion : Sigmund Lauten-
burg. Donnerstag: Vorleßte Aufführung. Zum 30. _Male: Besuch nach der Hochzeit. Lusi- spiel in 1 Akt von Alexander Dumas. Deutscky von Paul Block. In Scene qeseßt von Seg- mund Laufenburg. Hierauf, zum 30. Male: Von Dreien der Glücklichste. Sobwank in 3 Akten von Labiche und Gondinet. Regie: Emil Lessing. Anfang 71) Ubr.
Freitag: Dieselbx Vorstellung.
Sonnabend, zum 1 Male: Das Hinderniß Z'0xstta018). Schauspiel in 4 Akten von. Alphons: an e .
WcUe-„AUtance-Theater. Donn-xrstag: Jam 91. Male mit durcbwcg neuer glänzender Ausstatiung em Dekorationen, Kostümen, Ballets, Waffen-Requi- fiten, Beleuchtungßeffecten ec. Iung=Deuischlaud zur See. Großes Ausstattungs- eitbild in 4 Akten (7 Bildern) von Ernst Niedt. Im 6. Bilde: Wirk- liches Rennen auf der Bühne von „lebenden Pferden. Anfang 75 Uhr.
Freitag: Juug-Deutschland zur See.
Voranzeige. Sonnabend: Kinder-Vorstellnng zu bedeutend ermäßigten Preisen. Zum vorlefzten Male: Die Heinzelmännchen. Märchen-Komödic mit (Gesang und Tanz von OIcar Klein.
„Adolph Ernji-Theatrr. Donnerstag: Zum 59. Male: Der große Prophet. Gesangspoffe in 4 Akten von Leon Treptow. Couplets von Gustav (SPW. Musik Von Gustav Steffens. Mit voi]- staudig neuen Kostümen. Die neuen Dekorationen sind aus dem Atelier der Herren Wagner und Buiacz. In Scene gescßt von Adolph Ernst. Anfang 74- Uhr.
Freitag: Dieselbe Vorstellung.
Thomns-Theater. Alte Jaiobsiraße 30.
Direkiion: (Emil Thomas. Donnerstag: Z. 8. Male: Unruhige „Zeiten, oder: Liehe's Memoiren. Poffe mit Gesang in 3 Akten (8 Bildern) von Emil Pohl für kak- Tbomaß-Tbeater neu bearbeitet. Die neuen Couplets von A. Bender. Musik von A. Conradi und J. Doebber. In Scene geseßt von (Emil Thomas. Anfang 7) Uhr.
Freitag: Dieselbe Vorstellung.
Coneerte.
Sing - Akademie. Donnerstag, Abends 77) Uhr:
(Concert von Clara Schwanz. Violine, und Hugo Koppel. Bariton, unter Miiwirkung der Pianistin Fräulein Magdalene Voigt..
Philharmonie. Donnerstag, Abends 8 Uhr:
Andrade-Cvncert unter Mitwirkung von Frl. Marie Wonsowska (Kl.) u. des Philharmonischen Orchesters (Dir. Rud. Herfurth).
Concert-Bauo. Donnerstag: Karl Meyder- Concert. GeseUschafis-Abend. Anfang 7 Uhr.
" 7? Uhr: „Auf Helgoland“.
Urania, Ansiaii für volkstbümlicbe Naturkunde. Am Landes - Aasstellur-as - Park (Lehrter. Bahnhof). («Yköffnct boy 12-11 Uhr. Täglich Vorstellung im wxsicinscbaftltMn Theaxer. Näheres die Anschlag- ze Te .
137221] ...-.___"- Nur noch kurze Zeit. National = Panorama Her'wartbstraße 4. am Königsplaß. „Das alte Rom“ mit dem Triumphzuge Kaiser Constantius. - , v. Mora. 9 Uhr bis zur Dunkelheit. Eintr. tägl. 50 45. Soldaten 1.1. Kinder 25 43.
Circus Renz. Karlstraße. Donnerstag: Abends
74 Uhr: „Auf Helgoland, odcr: Ebbe und Flath“, gt bvdrologiscbe Ausstattungs-Pantomime in 2Abtbei- Lungen i_nit Mationai-Tänzen (60 Damen), Aufzügen :e. Dampficbij“ - und Bootfabrten , Wafferfäuen, Riesenfontänen 11-111 allerlei Lichteffekten 2c., arrangirt und inscenirt vom Dir. E. Renz. Kunst- schwimmerinnen drei Geschwister Johnson. Schluß- Tableau: ('I-rauäs Fontaines Quminsuss, in einst Höhe von mehr denn 80 Fuß ausstrahlend. Außerdem: 6 irländ. Jagdpferde (Original-Dresiur), zusammen dress. u. vorget. von Herrn Fran; Renz. - Schub, Pfexd Solon, gerdon Frl.Clot.Hager.- Emperor. zxentien von Herrn Gabere]. - Mae. Tberesina auf dem 20 Fuß hoben Drabissil. _ Mr. F. Cbiarini, chkeyriitcr. _- Mr. FaJcio. Voltiaeur. - Mr. Alexandcr, SaltomortaleSreiter. _- Mm. Bradbury, Parforcareiterin. - Mae. Zcphora auf ungesatxeltem Pfcrde. - Komische Entrées und Intermezzos von sämmtlichen Clowns.
Täglich: „Auf Helgoland“.
Sonntag: 2 Vorsteliungen Nachmittags 4 Uhr (1 Kind frei): .Die lustigen Heidelberger". Abends
Familien-Nachrichten. Verehelicbté Hr. Hauptmann Noeldeche1 mit Frl. Marie Rojahn (Manke). '
Geboren: Eine Tochter: Hrn. (Graf von Steinberg-Brüggen (Schloß Brüggen, Hannover).. - Hrn. Gen.-Lieut. z. D. Frbrn. EUar-Eberstein (Hannover).
Gestorben: Hr. Hayptmann a, D. Ulrich von Dewitz, genannt von Krebs, auf Weitenbxgen imd Veltheim (Berlin). *- Hk. Pastor em Hermann Viedebantt (Bonn). - Hr. Major a. D. Iulius Alexander Heinrich von Prittwiß und Gaffron aus dem Hause Rosen (Biebrich).
Rcdacteur: 1)» H. Klee, Direktor.
Berlin: “**- *- Verlag der Expedition (S ch 0 l z).
Druck der Norddeutschen Bucbdruckerei und Verlags- Atistalt, Berlin ZW., Wi helmsiraße Nr.*32.
Sechs Beilagen (einschließlich Börsen - Beilage).
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Siaais-Anzeiger.
Berlin, Mittwoch, dw 28, Oktober
“_
M 254.
Königreich Preußen.
Privilegium
wegen Ausfertigung aiif den_ Inhaber lautender Anleihesxipeine der Stadt chxx1cheid im Betrage von 3000000356
Wir Will; elm , von Gottes G::aden König vyn Preußen ic.
Nachdem die Stadiverordnsien-Vcrsammlung zu Rxmscbeid uniekm 21. April 1891 beskblosisn bat, die zur Ekbauung einer Tbal- sperre und Erweiterung dsr Wasserverforgungs-Anlgzgkp, zur Er- bauung einm? städtischen Schlacwbofes und einer sithticben Vade- anstalt, zur Rückzablung vorhandxnsr Seiyuldkn, zu'Etsex-„babxizivccken u. s. w. erforderlicben Mittél im Wsae éikli'r Anleihe zu beiwgffcn, Wollen Wir an" den Antrag der gedaxbten Siadthirctßmxg, zu diesem Zweck auf dcn Inhaber lautende, mit ZiRsiÖeiiikn wkr1ci)ene, Seitens der Gläubiger unklindbare Anleibescbeine im Beiknge von 3000000 «16 aussieiien und nach Bedarf verausxzabcn zu dürien, da sich hiergegen Weder im Imtcrcffe der Giäubiger, woch der Schuldnerin eiwas Zi! erinnern gcs'undan bai, in Gemäßbc-it d;:s §.'2 des Gassßcs Vom 17. Juni 1833 zur ?iusiieüurkg Von Artléibsscdemcn zum Bcirqge von 3000 000 „FH, in Bucizstabsn: drci Miiiwnen Mark RUckWrraHrung, Welck)? in Abicbniiikn von 5000; 2000, 1000 und 500" „;(-.' nach dem anliegenden Muster aus,;ufxriigkv, mit Viki? Prozsnt jabrltck) z'u Osr- zinsen und nach dem icsigestelitkn Tilgungsvians dnrcix Ausiooiung oder Ankauf vom 1. Januar 1892 ab mit jährlich wenigstens Emsm und einem halben Prozknt dLI u:spxünßlicken_Kapital§, Unter ZUWacds der durch die laufende Tilgung ersparten Zinisn, zu tilgen sind, durcb gegenwäriich Pcivilegiuu: 11111??? landeOhcrrixcbe Genebxmgung er- theilen. Die Ertbeilang exfoigt mit der rechtlicben Wirkx-mg, daß ein jeder Inhaber diefer Auihcilscbßine die daraus bervorgegqygenen Rechte geltend zu makben bsfugi ist, 0511? zu dcm Nachweist der Uebertragung dcs Eigenibums verpflicbtei zu sein. _ '
Durch _vocftebendés Privilegium, wslcdes Wir vorbsHaliltcb der Rcwte Driiier ertbeilen, wird für die Befriedigxmg dsr Inbc-ber der Anleihe- fcheine eine Gewährleistung Seitens dés Staats nicbt übernymmen.
Urkundlich unter Unserer Hbcb-stcigenbändigen Üntsrsckmft und beigedruckicm Königlichen Jnfiegel.
Gegeben Rominten, dcm 6. Oktober 1891.
(11. 8.) Wilhelm Z. errfiirth. Miquel. Regierungsbezirk. Düsseldorf. Anleibescipein dcr Skadi Rawscbeid . , . . ts AUIIÜÖS
Bucizstab? . . . Nr . . . . über . . . . Mark Reichswäbrung. . ,
AusJefekiigt in Gswäßbaii VLG lajidesberrlickyen Privilsgmms vom 6. Oktober 1891 (“Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf vom . . . tan ..... 1891 Nr. . . Seite . . . . und Geseßsammlung für 1891 Nr. . . . Seite . . .). ,
Auf Grund des Vom VezirkS-Ausscbixß, ErstkAbtberlung zu Düsseldorf, untérm 12. Mai 1891 (1211th11101611 Bejchluffes dcr StadiocrordnsicmVersammlvng Vom 21. April 1891 Wegen Aufnahme einer Schuld von Z 000 000 «16. bekennt fick) der unterzeichneie Ober- Bürgerrneiéier Nc'Mens dsr Stadt Remscheid durcb dicisn für jeden Inhaber gültigen, Seite!:s des Gläubigers unkiindbaren 21nleibcschein zu einer Dariehrtss-“Huld von .......... Reich6mark, Welche an die Stadt Remscheid baar gezabki Worden und mii vier Prozent jährlich zu verzinsen ist.
Die Rückzahlung der (10113911 Schuld von 3000 000 «ckck erfoigt nach Maßgabe des genkbmigten Tilgungsplanss mittelst Verloofiwg oder Ankaufs dcr Anlcibcs-beine aus einem Tilgangsstocke, welcher vom 1. Januax 1892 ab mit ein und Hinein halben Pxozent des ursprüngliäxen Kapitaébetrages unter Zuwachs der durch die laufende Tilgung erspxrten Zimen jährlixb gebildet wird.
Die Ansioosung giscbieht im Monat Mai jeden Jahres. Der Stadt bleébt jedoch da-É; Re(bi Vorbkbaiten, den Tilgungssiock zu yer- stärken od-rc aucb sämmtliche noch im Umlauf befindliche Ayletkze- scheine an*; einmal zu kündigsn. Die durch die verstärkie Tilgung lesparti-n Zinsen wachsen ebcnfaiis dem TilgUUJsiWikI zu.
Die ausgeloosten sowie die gskündigten Anleihescbsine wcrden unter Bezeichnung ihrer Buchstaben, Nunnnerxi imd thräge„sowie des Termins, an Welchem die Rückzahlung erfolgen soll, öffentlich be- kannt geu1acht. Diese Bekanntmachung exiolgt drsi Monate Vor dem Zahlungstermine in dem „Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staats-Anzciger“, dem Amtsblatt der Königlichen Regierang zu Diisieldorf,dsr „Kölnischen Zeitung“,in der „Remicbeider Zeittmg' und in dem „Bergischen Tageblatt".
Gehl cines die1€r Blätter ein, so wird an dessen Staif von der Stadtverordnitkn-Versammiun(i mit Gsnebmigung dcs Kbniglichen Regierungs-Präsidenten in Düsseldorf ein anderes Blatt besttnimt.
Erfolgt die Rückzahlung der Schuld durcb AUkan, so ist der Betrag der angeFauften Swuldescbreibmrßen (1100010, nachdemder Ankaur bewirkt ist, in gleiche: Weise, wie di.". RückzabiUng durch Aus- loosung bekannt zu machen. .
Bis zu dem TWS, Wo iolchcrgestalf das Kapital zu entrichten ist, wird es in halbjährlichen Terminen, am 1. Juli und 2. Januar, von beute an JLxLÖNLt, mit vier Prozknt jährlich Verzinsi.
Die AuSzaHlung der Zinsen und des Kapitals erfolgt gegen bloße Rückgabe der fäilig gewordenen Zinsscheine beziehungéWeisx dieses Anleibexcheins bei de;". Stadxkaffe m Rimscbeid, und zwar aua) in der nach dem Eintritt des Fäiiigkeitstexrmins foigendoy Zeit. Mit dem zur Empkangnabme dks Kapitals eingereicbtxn AnletbesOZtn sind die dazu gehörigen Zinsscbeinc der späteren Failigkeitstermme zxtrück'zuiicfern. Fiir die fehlenden Zinßscheine wird der Betrag vom Kapital abgezogen. Die geiümdigtan Kapitalbeträge, welche innerhalb dreißig Jahre naeh dem Rückzahlungstermine nicht erhobxn werde'n, sowie die innerhalb fünf Jahre nach Ablanf des Kalendcrxabres, in welchem sie fällig gewordcn, nicbt erbobencn Zinsen Verjabren zu Gunsten der Stadt Remscheid. Das Aufsebot und die Kraftloscrklg- runngerlorener oder Vernichteter Anleibescbeine erfoigt nach Vorschrzit der §§. 838 und ff. _dar Civilprozeßdrdnung für das Dsutscbe REick) vom 30. Januar 1817 (ReiciW-Geseßblait Saite 83) bkziebungWetse nacb §. 20 des Außfiibrnngßgeseyes zur Deutschen Civilvrozeßordnung vom 24. März 1879 ((Gcisßblatt Seite 251). Zinsscheine könnkn weder aufgeboten nock; für kraftlos erklärt werden. Doch sol). dem- jenigen, welcher den Verlust vvn Zinssche'inen vor Ablauf der fünfjähkigeu Verjährungsfrist bsi dem ObepBürgcrmsistc-„r zu Rem- scheid anmeldet und den siaitgehabten Besitz der Zinsscheine durcb Vorzeigung des Anleihescbeins oder sonst in glaubhafier Waise dar- thut, nach Ablauf der Verjährungsfrist der „Betrag der angemeldeten und bis dahin nicht vorgekommcncn Zinsscdeine gegen Quittung aus- gezahlt Werden.
Mit diesen: Anleibksckxin “smd halbjährliche Zinsscbeine „bis zum Schlusse des Jahres .. . . . ausgegeben. Die ferneren ZM?)- sweine werden für zehnjährige Zeiträume außsegeben Werden. Dre AuSgabe einer neuen Reihe von Zinsscbeinen erfolgt bei der Stadt- kasse zu Remscheid gegen Ablieferung der der älteren Zinsscbeinreibe beigedruckten Anweisung. Bcim Verlust der Anw-isung erfolgt die Aushändigung der_neurn Zinsscheinreibe an den Inhaber des Anleihe- fcheines, sofern deisen Vorzeigung rechtzeitig erfolgt ist.-
Rheinprovinz.
Zur Sichekung der hierdurch eingegangenen Vervßichtungen haftet die Stadt Remscheid mit ihrem Vermögen und ihrer Steuerkraft. Dessen zu Urkunde ist diese Ausfertigung eigenhandig unier- schrieben worden. . tcn .. . . 1891.
Remscheid, den . . „. Der Ober-Bürgcrmeisier. (d. 8.) (Cigcnbändige Unterschrift.) Eingetragen Konirolbmb Seite . . . (Unterschrift ) Kontroibeamter.
Regierungsbezirk Düsseldorf. 3 i n s s ck),e i n
. . . . Reihe zu DLM AnlsihésÖeine der.“ Stadt Remscheid . . . . te AuMabe. ' Buchstabe . . . Nr. . . . üb?! . . . . Mark zu vier Prozent Zinsen über . . . . Mark. „
Dcr Inhaber diases Zinssckxeines empfängt gsgen deffen Ruckgabe in dsr ZM vom . . ten ...... ab die Zinsen des vorbenanmixn Ayleibejckyeines füx das Halbjahr vom . . . ten ....... _. bis . . tcn ....... mit . . . . Mark bei der Stadtlaffk zn Rémxcdeid.
Rémschxid, den . . ten ........ 189 .
“ ' Der Oberbürgermeister.
Rbcinprovinz.
Eingetragem Komiroibucb Seite . . . _(U:112rschxift.) Koutrolbcamier. „ DiesLr Zinsscbein ist unszüliig, Wenn dessen Geidetrga 'MÖT innerhalb fünf Fabre nach Ablauf OLS KalendLrjabres der FaÜigkeit er- bobcn wird. „ „ Anmerkung. Die NamenéZuniexschriit des ObZr-Burgermetsters kann mit Leitern odkr Facsimiiestempeln gedruckt werdxn, doch muß jeder Zinéschein mit der eigenbändißen Namendunterschrixt des Kontrol- bcazrntcn vcrsebcn Werden,
Regierungsbezirk Düsseldorf. A n w ei s u n g 51.1 dem Anleibescbcin der Stadt Remscheid . . „te AUZJabe. Buchstabe . . Nr. . . . iiber . . . Mark.
Der anabsr dieser Anweisung emvfängt gegen deren Rüxkgabe zu dam obigen AnisibxsÖ-Line die . . . Reihe von Zinssweinxn fiir die zebn Fabre von ...... bis ...... bei der Stqdikasie zu, Rem- ich9id sofern nicht rscbtz'eiiig von dem als solcben 1ich aqueisenden Inbaber dss Anlsibescbeinks dagegsn Widerspruch erhoben wird.
Rsmscheid, den . . ten . . . . 18 . ._
Der Ober-Biirgermeiiier.
Rheinprovinz.
Eingeiragen Koniwlbucb Seit? . . . (Unierscbriftß) Koniwlbeamtiér.
Anmerkung. Die Nan:e:1§unicrschrifi des Ober-Bürger- meister?) kann mit Leitkcn oder Facsimilcsiempeln gedruckt werden, 1051) muß jede Anweisung mit de? eigenbändißyn Namens- UntersÖrist eines Kontroibeamten versehen w*3rden.„
Die Amveisung ist zum Unt.:richiede auf der ganzen Blair- breiie unter den beidsn letzten Zinsicheinen mit davon abwUcheKden Leitern in nachstehender Art abzudruxken:
. . „ter Zinsschein. . . „ter Zinsschein.
Anwäsung.
Rekursentsckjeidungen des Reichs-Versickieruugsath.
(1040) Ein in einer Fabrik als Lackirer avgestcütcr-Arbeiier pflegte aaf Veranlassung der Ebsfkau des Direktors und Mitbesißers der Aniagé allwöcbentlich das Bohnckn der Fußböden in dem Wohn- hause des lcßtsren zu bkforgen. Als er eines Tages in _der Küche dicses Wohnhauses mitF-er Heriieiiung der zu „seiner Arbeit erforderlichen Bcbnekmaffe bsichaftigt war, entzundet: sick) diefe, uud der Arbeiter erlitt so erlrebiiche B'rand- wunden, daß er am folgenden Tage verstarb. DM von dsn_.Hix1ter- blieben2n erhobenen, von der Berufsgenoffensckoafi und dem „Schieds- gericht zurückgewicssnea Cntschädigungsanspruch bai das Reichs-Ver- ficbcrungßamt im Hinblick auf das Ergebniß der von ihm Veranlaßten weiteren BewaiSaufnabme mittelst Urtbeils vom 23. Februar 1891 als begründet anerkannt. Diese hatte nämiicb ergeben, daß das zur Fabrikanlage gehöri-ze Wohnhaus des Direktors im G.?viext der Fabrik- aniage und unmittelbar neben den eigentlichen Fabrikg-bauden belegen war. Ferner mar festgesteüt worden, daß dem Yersiorbenen außer dem Lackiren der in der Fabrik bergesteÜten Gkgeystande (wte_Pumpen, Röhren und dergleichen) die Ausführung der satrzmilichen tnnxrbaib des Fabrikfomplexes vorkommenden Anstreicherarb2iieq einschließlich der für das Wohnhaus erforderlichen übertrggen geWeien wqr, ohne daß er hierfür besondere Vergütungen neben 1einem als Fabrikarbeiter bezogenen Lohn erhielt. Es war endlich erwiesen, daß der Arbeiter die *).)iaterialien, deren er zur HerstLÜUNJ der zu verwendenden Farben, Lacke und Firniffe bedurfte, stets den Fabrikvorrathxn eptnomrqen, die erforderlichen Mischungen aber in der Regel_ in einem nicht im Wohnbause dcs Direkiors, sondern in eincm befsonderen Gebäude belegenen Ansireichzimmer bergesteUt bgtte. Bei diesxr SaÖlage stand die Arbeit, bei deren Ausfiihrung der Ver- storbene verunglückte, mit dem verfiÖerungspfiicbttgen ?„abrikbetriebe in so Wesentlicher Bezixbung. daß ein auSreichender ur acblicber Zu- sammenhang zwischen dem [eßieren und dem, Unfall als gegeben er- achtet werden mußie. Insbesondere lag kem Grynd vor, die vo,n dem Verstorbenen während der in der Fabrik ublichen Betriebszeit
- unternommen? Arbeit. welcbe lediglich die Instandhaltung der Fuß-
böden des mit Recht als Direktionswobrxung bezeickoneten Wobnbauses bezweckte, eben um deshalb als außerhalb des Rabmens des ver- sichirungkpfiicbtigcn Betriebis liegend anzusehen", ,weil dex Arbeiter, sei es aus Bequemlicbkeit, sci es aus chckmaßtgkeiisxirunden, zm: Hersteliung der zum Bohnen erforderlichen Masse den Herd in der Küche des Wohnhauses benutzt hatte. Die Arbeit diente immerhin, wenn auch nur unmittelbar, den Jntercffen des Fabrikbetriebes, und es kann nicht darauf ankommen, an welwer Stelie der außgedebntern Fabrikaniage fie gerade vorgenommen worden ist, wenn nur, wie hier, der Verlcßte bei ihrer Aukfiibrmrg sicb Weder zeitlich noch örtlich aus dem Banne des Betriebes eniferxiie (zu vergleichen die Rekursent- scheidungen 523, 531 und 601, „Amtliche Nachrichten des R.-V.A.' 1888 Seite 228, 240 und 325).
(1041) Ein in einer chemischen Fabrik angesiesiier Chemiker
kwite sich bei seinem Dienstantritt dem Betriebsinhaber ge'gexiüber Zwriftlick) dahin verpflichtet, daß alie von ihm wahrend der Zett icincs
1Z91.
Engagements gemachten Verbesserungen und Erfindungen als für den Betrieb des Arbeitgebers gemacht gelten soliten. Cr kündigte das Diensivxrbältniß zum 1. Januar 1890. Dax der Betriebsinhabc'r be- sorgte, jener könne die letzte Zeit seines Ansentbaltes dazu_ benußen, iich gewisse Vetriengebeimniffe zur späteren Verwertbung im eicienen Jutékkff? anzueignen, so ersuchte." ex ibn bersiis im NOVLmbLk 1889, die Betriebißräume nicht mehr zu bittetcn und keinerlei diénstlick)? Ver- richtunaen in dem Betriebe odc-r für demeibcn mebr vorzunehmen. Der Chemiker ging hierauf mit dcm chsrken ein, daf; er von nun ab sein:- dienstlichen Beziehungen zu der Firma als gelöst betrachte. Wéiterhin Wurde vereinbart, dak: der Ch€1n1kkk.in seiner Dienst- wohnuna nocb für einige Tage Verbleiben dürfe, urn inzwischen ein ander- weites Unterkommen zu suchen, und daß ihm skin (Gehalt, sowie eine Entschädigung für dxs Aufgeben dcr fxeisn Wohnung bis zum "1. Januar 1890 «Szablt ivcrdcn foilie. Wäbrcnd jéncr Tage, in de.;en er noch in der Dienstwohnung Verweilfe', erlitt der Chemiker bei einkm mißglückten Exverimmt, welchks er daselbst vornahm, eine:“! tödtlicb verlanfcxiden Unfall Die Bsrufßgsnoffénscbaft der chemischen Jndastrie wies den EntschädigungZanspruck) dor Hinterblicbenen des- halb ab, und das ReiÖÖ-Vkrficbkruxigsamt hai_fick) durch Rekurs- entsckycidvng vom 20. April 1891 dicser Auffaffyng angsscbloffen. Nazi) der ganzen Sachlage mußte angenommcn werden, daß der Ver- Umxlückte im Yugknblickc ch Umcxilks experimentirt Hat, Um eine Erfindung im eigenen Jntércsib ferlig z:: italien. Nach der Von ibm cingeßangerxen urspriinglichkn Vexpfiicbtung bätie zwar die Erfindung, Wenn fie géimig, (1121 zu (Gunsten des Be- txiebek» gemacht, dcr Unfail also (116 bei dem Beirisbe erfolgt gelten müssen, sofern jene Vsrpflicbiung noch fortbestanden bäTte. Diss ww: indesien nichi dcr Fal]. Denn im beidcrsxitégen Einbersiändniß dec Betheiiigten War das diensjlici)? VLkÜäÜNiß “res Chemikers zu dem Betriebe voiiständig bkendißi; lediglick) 3111 Gcldanspriick) gxgsn ssinen irübercn Arbeitgeber wur ibm werbiirzcn. Dsr Beiriebsinbabcr würde, si'1bst Wenn er dies bkabsicbtigt bäxie, nicbt mehr in der Lage 9711371211 skin. die Erfindung, falis daS Cxwxriment geiuwgen wäre. als im Be- triebe Und für den Betricb gemacht mit Erfolg zu beanspruchen.
(1042) Ein in einer ch8mifch€n Fabrik b2schäfiigier Scioloffex starb an einer Vergiftung infolge dss GsnuffeZ von Metbylalkobol, dem er aus den Vorräiben dir Fabrik entnommen hakte, obgleich Die Arbc-iier dcr Fabiik durcb WarUUngstafxln auf die Gefährliéqkeit des gcdach1€n Stoffes als Genußtxiitisl hixigewixftn worden warsn. Das ReiÖL-Vkrsiibcrungsamt bai, in Usbeceinstimmum: mit dem Scdikds- gecickyt, den Von den Hinierblisbencn erbobsnen Enisck;adigungsanspruch durch Rekuröenfscbcidung Vom 23. Febrixar1891 zi1rückgswiesem ixidcm -:s das Vdrliegcn eines Beiriebxzunfaiis verneinte, d.“: der Arbeiier da“»:«rch, das; er den gxiundbeitssckpädiiMn Methylalkohoi genoß, einer Gcißbr erlegen ist, koelwe mit 01,18 Birkisbd an 710) in ici::(m Zu- sammenhange stand. Sclbst wknxi man den Methylalkohoi an sich als Bitkiedsknittkl ansshen wolitc. so [)ösiö diesc Eigensxiwfi deLUfÜÜs dann (Liif, wenn ihn der Arbeiter zu einem dem Beiricbe Voiiständiz fremden, mindssiens aber wii diesem in keiner Verbindung stehenden Zwacke, dcm Li,;enen GTUUffk, aus freie.1 Stiicken Vermendxte (zu ver- géeichen die Entsckysidungkn 567, 611, 695 11110 884, „Yimxliche Nach- xicdtkn des R.-V.-A.“ 1888 Seife 295), 333,„1889 Seite 192 und 1890 Séiie 508).
(1043) Ein Arbeiier, Welcher sicb darch einen unbssiritisnen Bsiriebsunfali eine Q::etsckoung zugezogkn baiie, soilte von eivex da- durck) entstandenen gsfährlicbcn (Hcsäowuii'i mittelst einer schweren Opetaiion Unter Cbiwroformnarkose beireii werden, nachdem er Vor- her von dem bsbandelnden Arzt auf ein Siwa vorband-xnes Hsrzleiden untersucht, ein 7916922 ab ernichi festgesteiit worden war. Im Uebrigen wm: cr vyn ängstlicbcr (GemüthMrt und seine Konstitution durch das Leiden Und die dcimit zxxsammcnhängendsn Karen geschwächt. Während der Voxbereitungsu zur Operation, die ihn in hochgradige Aufregung verfkßten, starb er p[ößlici), bev_or di? (Cblorofoxmirung iibetbaupt be- gormen batte, an einem Herzichlage. Das Reicbß-Vcsrficberungßamt hat durch Entscbsidung Vom 10. Juli 1891 den Rekurs der? Berufs- genoffenscbaft gegsn das Uctbeil des Schiedsgerichts, welches den Tod als eine Folge des Betriebßunfaüs erachtef und der Wiirme und den Kindern cine Rente zugechcben batte, zurü-xkgewiesen und in den (Hriindcn unter Andcrem Jiolgendes ausxxefiihct: Da die äußere Uniechbung des Verleßten irgknd Welche Anzeichen für ein organisches Hérzlcider; nicbt ergeben hatte. so ist nach dem ärztlichen Gutachten mit großer Wahrscbsinlichkeit anzunehmen, daß der Herzschlag, wch1ch7em der Verstorbene erlegen ist, eine Folge der hochgradigen sesliscben Aufreguxig und der Furcht vor_ der Operation War, Welche zur Beseiiigang sims dnrch Betriebswisali Verursacbten Leidens vor- genommcn weiden sollte. Der Tod war hiernach die mittelbare Folge des Betriebsunfach beziehungsrveiie des Leidens, w-lches sich der Verstorbene dumb denselben zugezogen hatte (zu vergleichen da- gagen die Rekuxöeniscbeidung 664, „Amtliche Nachrichiin des RxVyA.“ 1889 Seite 154). WEnn die Berufsgenoffenscbaft s1ch daran] stüßi", das; rein sceliscde Vorgänge, wie sie hier vorliegen, den Zusammenhang zwiscben Unfak. und Tod nicht vermitteln können, vielmehr selbex nur als Ursache des Todes in Betracht kommen können, so sind diese Ausführungen nichi zutreffend. Sie lassen will- kiiriich mit jenen seelischen Vorgängen eine n_eue selbständige Kausal- reibe beginnen und vcrkennen damit das Weien des ursächlicbc'n Zu" sammenhanges. indxnx fie außkr Acht laffen, daß die Gemütbs- erregungen, die schließlich zam Tode führten, ihrerseits wieder dnrch den Unfal] und sein.? Folgen zwar nm: mitte_1bar, aber doch ganz wesentlich bodinzit waren (3,11 vergleichen die nacbiolgende Entscheidung).
(1044) Der Führer eines Seeschiffes. wclcher_scit längerer Zeit an einer oxganischen Erkrarikung des Herzeris litt, obne daß iSdVÖ -- iant ärztlichem Attest --- dieser Zustand irgend einen Anlaß zu ernst- licHen Befürchtungen gedotxn hätte, starb auf der Fahrt, während ein bestiger T_vphon das Sebiff und das Leben der Bxsaßimg m bobem Grade-gesährdete, piößlxcb am Herzschlag. Die arztltchzxn Gutachten sprachen es als sebr" waixrscheinlich cms, daß der Tod in Folge der schädigenden Einfiüne des Typhon, inßbesondere auch dir dadurch bei dem Betroffenen hervorgerufenen Aufregung, eingetreten sei. Das ReiÖS-Vexcsicberungsami bat unter diesen Umständen in Ueberein- stimmung mit dem Schiedsgericht durck) Uribeil vom 29. September 1890 das Vorliegen eines Bctiisbsunfaiies anerkannt. Nicht nur äußere Vcrlcßungyn, svndern (mei) krankhafte innerorganiscbe Vorgänge phyfiichcr w;e psychischer Natur erscheinen als UnfaU, Wenn sie durch ein plößlicbes äußercs Ereigxiiß im Körper des Betroffenen hervor- gerufen werden. Es kann hier dahin gesteUt bleiben, ob das Elementar- ereigniß nicht auch -- ißfolg: des Atmosphärendruckes“ der schweren Schwankungen des Schiffes u. s. w.-. unmittelbar pby1ischschädigind auf den Körpcr des Schiffecs eingeWirkt hat; jedenfalls spricht eine dem volley. Beweise sicb aixsrkicbend näbeixnde Wabrscheinlichksit dafür daß die unmittelbar drohende LebenMefadr und das Gefühl der an ihm lasieuden Verantwortung den Schiffer in eine hochgradige Auf- regung versetzt bat, die - wie dies bei Herzleidsndcn notoxisxl) der FW “ist - wol)! geeignet war, einen ungünstigen Einfluß aui,sem Leiden auSzuüben, und ibn auch tbaisäcbltch außgeübt bat. _Milhiti muß das Clementarereignif; als wenigstens mitwirkende Uriacbe Tur den plößlicben Tod des Schiffers angesehen werden, und dies genugt zur Annahme eines Beiriebsanfaiis (zu Vcrgleichcn die vorstehende Entscheidung).