1891 / 258 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 02 Nov 1891 18:00:01 GMT) scan diff

Dice Verdiensie, so führte er weiter aus, hätten den Verehrern dersi Wunsch nahe gelegt, den 70. Geburtstag zu einer Dankeébuldiqung zu benuxen. _Ein erlassener Aufruf babe 1700 Unterschriften gefunden und reiche Mittel gebracht.

Es erfolgte nunmehr die feierliche Uekerreichuria der Huldigungs- gaben der von Professor Hildebrand gemeißelten Busse, der Radirung, die Öclmholß' Züge wiedergiebt, _und der Urkrrnde der Helmholß- Stiftung, die mit landesherrlicher Genehmrau_ng die Akademie der Wissenschaften übernommen und aus deren Mitteln in_ gemeffexien Zeiträumen eine mit dem Wildnis; und dem Namen des Jubilars bezeich- nete Medaiüe einem ausgezeichneten ge1e_hrten_Forscher atis den zahl- reichen Arbriißgebieten des Gefeierten ubetreichi_werden „oll. Das erste Exemplar dieser von Tautenbeimer _in Wien rneisierhaft her- gestellte'n Medaihle üherantworieie der Geheitrie Med131_x1(1[*§__)ka1h, Pro- feffor 1)r. du Bois-kiievmond mit den herzlichen Gluckwunschen der Akademie. Nach einer kurzen Pause ga_ben die Profefforxii 1)r.du Bois und ])r. Diels den Glückwünicbcn der medizinischen und philosophisäien Fakuliät der hiesigen _Univ_ersitat Ausdruck. ? ür die Königliche Akademie der Kunsie, speziel] fur ihre musikalische Lektion, iür die akademischenMeisterschuan imd die Hochsclnzlen für Musik erschienen die Profesioren 1)r._ Joachim und Dr. SYttta mit einer Ydresie. Für das Kaiserlichx S_esundheÜSamt ix_ber- brachte der Präsident Dr Köhler die ©1uckwunsche._ _General-eri ])r. Wenzel beglückwünschte Namens de§_ _Sanitais - Offizier- Corps der Marine. Der Geheime Mediztzial - Rath, Pry- feiior 1)1'. Lsyden svrach für dir GeseUsÖaft fur innere Medizin und überbrachte zugleich das Diplom dkr_Chrenmttcilxedschaft. Auch die Medizinische Gesellschaft hat den Jubxigr zum Ehrenmijkjlied er- nannt und hatte den Geheimen Medtzinal-Raih, Profesor 1)_r. Virihow mit der Ueberreichung der Urkunde hrtraut; _Fur das meteorologische Institut, dessen Vallon _,Meieor Uher dcr Reichanstalt schwebte - eine Aufmerksamkeit des VLthJUs zur. Beförderung der Luftschiffahtt -, sprach Prof. von _Bezold. ite Stadt Potsdam, die Herrn von Helmbolß_zu1n_ Ehreriburger ernann , hatte den Oher-Bürgermcistrr Boie und die heiden Stadtycrordnetexi- Vorsteher Pusck) und Krämxr zur Begluckwrrnichung (nixandt. _Fur die Königiick) säcbfische Akademie der W1s1kßfch0ftkn er_schtende_n die Professoren Ludwig, Wiedemann urid Ostwald,“ fux ze Akademie in Halle die Professoren Bernstein und Excise, ich die Göttinger Akademie die Profeffore_n _Riecke _und _Votgt. __„inen schlossen sich die Vertreter der auSirartigen Umvcrsiiaicn und YFU?" mien cm. Aus Paris crschien_ Profeffor Laval, aus Etc? - holm Proieffor Tigersiedt, fur Bern Yrofeffcyr Krone__cr, für Rom und Tmin Senator Blgserna. fur “Wien Proieiiqr (Exner. für Graz Professor Bollé, __iur Utrecht Professor GÜÜS. Professor du Bois überbrachte Glückwunsihe der_KoFQ Zoorstz' und aus Moskau, der Geheime Medizinal-Raths Proxeffor Dr. Waldeyer solche aus Warschau, Professor Dr. Kurid die ans Krew, Odessa_ und (Berri, Professor Dr. SÖWLndener die axis Ba'el, Professor Pictet die dsr (Genfer Uniwerfiiat, Proießor _Herz die _aus Bonn. Proicsfor Engler die ans Breslau. Fur die PhysiolosisÖL Gesellschaft sprach Profesior_ Veyrr._ Die deutsche Ge- seilschaft für Mechanik und «Optik uberreichte_ als Jubelgabe einen von Schmidt und Hänsch grbauien Helmholx3_schen Spektréilapxarat zur Beobachtung der Mischfarhen von 12in verschiedeiifarhmen .KxgiOnen. Proiciior Arjhur Könia überreichte eine Fcs1i_chr1ft,__ „Beitrage _zur Psväwlogie und Physiologie der Sinnc§organe . Fur die Cl).m11_che (Cöcsellschait erschienen Professor 21. Von Hofmann,_Profeffox Gahrtel, Proieffor Schwalbe und Dr. Jahn. D_ie ehemaligen S_chuler ließen durch [)]: Pringhheim cine Dankadreffr uberretchen_. Endlich e_rscbienrn auch die Chargirten des Mathematisebexi Vereins und die Freie wiffenichaitlicbe Vereinigung_der_bUniVerfitat Berlin, um ihrem Lehrer

, ank mrd Verehrung auszu pre en. _ _ _ D “5. Nachdkm die Philosophische Gesrhlschait in ihrer Oktohcr-Sißung am Sonnabend Über ihre _Beiheiligung an den_Be- glückwünschungsirietn aus Anlaß d?s_ neunzigsixrxGeburißtages ihres Miihegriindrrs und langjährigen Mithiedes, Profenors 1)r._M i ck el et, Beschluß gefaßt, sprach 131". Ulrich _uber das Prinzip des Willens, Und zwar machte er den WiÜen als GrUndlaae das_Be- wußisrins zum Gegenstande einer längchn Betrachtung. Ngck) einem Hinweis? auf das unwermittelie Gegenyberstehen _der finnlt_chen An- irbauung und des begrifflichen Denkens erklarteer, den Versnch zu einer Ver- mittelrmg der beiden Geßensätze unternehmenzu onen. Nachdem er den zum SrnsualiSmUs führenden Weg zu_ jener_Bermitte1ung gekenn- zeichnet, aui dem man versucht, durch sinnliche Anichguimg gewonnerxe Er- fahrung inchsammt auf ein grundlegench Prinzip zuruckzrxfuhrxn, nnd nachdem er auch den zweiten Weg erörtert, den man hier ein- schlagen könne, nämlich die sinnliche Anschauuxig Und _das Denkrn arif einander zu rcdmiren und das Denken der Sinnlichkeit oder die Axi- Warning dcm Denkrn untcrzuordnrn, _vrrsuchie er, den dritten fur möglich erachteten Weg zu gehen, namlich von_ der eventueUen Unter- ordnung der beiden in Rede stehenden Gegensatze abznsehen und auf Grund von Erfahrungsthatsachen zum abstrakten_Denk_en zu gelangen, 1). b. den Begriff zum Prinzip zu erhebrn. (_Ér deduzirte se1_n System etwa folgendermaßen. Der WiÜe bildet sich nicht als _unahhangtge_©ewa1t, sondern im Wechselspiel der Erfahrung. Es ist ein gxwiffeß Be- streben in uns, den fich uns entgegensteUenden Widerstand zu _uberwmden, und hier bethätigi sich der Wille; die Hemmung des Willens verur- sacht in uns ein Gefühl des Mißbehagens; zu deri dem Willen sich entgegerisicllenden Hemmniffen gehort auch die Undurcko- dringlichkeit der Körper, und hier macht der WiUe die sinn: liche Thätigkeit des spähenden Auges, der tastenden Hand rege, dadurch erhält der Mensch eine Vorsiellung yon der Existenz seines Leibes, denn die Entwickelung der raumlichen Anschauung giebt auch die Handhabe des begrifflichen Denkens. Der yorhandeye Trieb, den Gegenstand der sinnlichen Anschauung zu ergrunden, fuhrt_ auf dem Wege wiederholter Wahrnehmung zur Erkenntnißder den Ericheiiiun- gen eigenen Regelmäßigkeit. Leßtere_ wcrkt das Erinnerungßvermogen bei der Wiederholung gleicher oder ahnltxher Erscheinungen; i_nderp fich dann der Wille bei der Entscheidung uber_die Wahl des 1ewei1igrn Handelns nach der früher grmachten ErfahrungriÖtet, wird er zum Prinzip des Denkens,-Jn der sehr eingehenden DLSkUsfiOU, die sich an den Vorirag knüpfte, wurdcn vielfacheBedenken gegen die Auffaffung larit, die der Vortragende bezüglich des WiUensbegriffs vertrat; namenilich wurde bemängelt, daß eine fassbare Definition des Begriffs ,WtÜe überhaurr nicht gegebrn worden, und _ierner auch darauf hingewiesen, das; doch die Wiilensbcstrebungen nicht durchweg Hemmungen er- fahren, von denen der Vortragende fortgesetzt ge]prochen, _fon- dem im Gegentheil auch vielfache _ und wirksame Fxrde- rung. Jn längerer Ausführung crorterte auch der _ L_Jor- sißende der Gesellichaft, Professor Dr. Lgssyn _das Ulrichsche System; er svracb diesem unter HiUWeis_auf ahnliche altere Probleme ein gewissrs Maß von Berechtiguyg zu, außcrte sick) aucb anerkennend darüber, daß der Vortragende nicht den Weg der Sensualtsten be- schritten, suchte aber dann im Einzelnen nachzuweisen, daß_1)r. Ulrich, was er nach seiner eigenen Erklärung gcrgde habe vermeiden wollen, dennock) roUständig auf den Weg des Rationalismu_s gerathen sei. - Aus Kopenhagen wird drr „Frkf. Ztg. gcschrreben: Vor einigen Tagen ist unter der Lritung des Profeisors Warming eine botanische Expedition von hier nach Venezuela _und West- indien abgereist. Verschiedene (Geographen und Botaniker nehmen daran Theil. Die Expedition bat den_ Zweck, botanische Unter- suchungen und Sammlungen auf den WestindisÖen Ixiielri und in dkik Küsirngebirgen Venezuelas vorzunehmen. Zuerst wrll sie die Jnse Trinidad besuckoen.

Handel und Getverbe. * " ' Wa en estellung für Kohlen_ und Koks Tagllebaen dergRrébr und in Oberschlesien. _ An der Ruhr sind am 31. v. M. gestellt 9693, nicht recht-

't' 'i [it 53 Wa en. ze“.IN“?!eObersaolegsien sind am 30. 6 M. gestellt 3836, mich!

der Analyse-

in, 31. Oktober. (Wochenbericht für Stärke, Stäékeerflabrikate und Hülsenfrüchte von Max SabeZZSkv.) 11. Kartoffelmehl 313-33 .“ , la. Kartoffelstarke Zlk- „47, 11a Kartoffelstärke und -Mehl 29-31 .“, feuchte_ Kartokffe; stärke loco und pariiät Berlin 17,25 .“, Fabriken bet Frag fur a. O. zahlen frei Fabrik 16,80 “, gelber Svruy 3411-35 .“, Capillair : Export 36 - 37 .“, Capillair - Syruv 353-- Z? .“, Kartoffelzucker gelber 34é"35é .“. do. Cavillair 36273) ___-_“, Rum-Couleur 43-441. ““:-18 YZJr-Loulerzß 42se-__;1.__3dcs “___ 3e8 4? nd wei , o.. - , _. - , Yxizenliztärke (kleißnsi) 44-46 .“, Weizenstarke (kgroßst) 50-_5147.“, Hallesche und Schlesische 50-51 .“, ReiZstär e (Strahlen -- 48 do. (Stücken) 44-45 .“, Mais-Siarkc 36_37'“Z) Schabe- stärke 35-36 “, Victoria-ErbiénTZ-ZF “,1 ZTockaZsenMYYÜZQ " r 22-25 .“. u erer en - _ , - 27ée28 CLYSsLn. große 48-64, do.:nittel 38-48, do.kleine 28-38 .“, gelb. Sénf18-28 .“, Kümmel 34-40 .“, MaiZ lo§o17z-18_.“, ferde- bohnen 18-183 “, Buchweizen 18-19Z .“, tnlandische weiße ohnen 22-25 .“. Weiße Flachbohnen 24-27 .“, ungarisxhe Bohnen 19- 21 .“, galizisckze und rusfische Bohnen 17-19 “. _Wicken 153-1163? .“, anfkörner 23-25 .“, Leinkucben 183-1 9.1- “, Weizenschale 13- x,“, Yoggenkleie 143-15 .“, Rapskuckorn 153-16 .“, Mohn, blauer 48-54 .“, do. weißer 52-72 .“, Hirse, Weiße 22-25 .“ Aües per 100 kg ab Bahn bei Partien von mindestens_ 10000 1:2. - Die Hauptversammlung d:s_ KhlnzMiisener B ergwer ks- Aktien-Vereins genehmigte die ihr i:;tyrliegenden Anttgge; Der Bericht führt aus, die Grfchäfiéaussiäotrn mr_n troß der befriedigenden Beschäftigung keine günstigen, das_ Mtßverhaltmß zwischen den Ge- strhungskosten und den Verkaufspreisen bestehe_fort. _ _ - Der Vorstand des Vereins der Ste_ger_lander Eisen- industrie sprack) sick), wie die „Köln. Ztg.“ mittbeilt. jch9rf gegen das Geschäftßgebahren der Kohlen-_ und K_okavereti-iigiingen aus und beschloß, die Sachlage in einer ausfuhrlichen Denkschrift zur Kcnntniß des Ministeriums zu bringen und fich dem Antrag der Bielefelder Handelskamßmer auf Aufhebung dcr Kohlen: und Kokes- " rtari 2 an 11 ch1ie en. aussah JL dezrs vorgestrigen Generaldersariimlung des :Dort- munder Sieinkohlenbergwerks Lourse Tiefbau Waren 6029 Stimmen verirrten. Dem Vorstand Wurde _Entlasiung erthezlt und eine Dividende von 14 0/0 für die Vorreébißaktien urid von 10 /o für die Stammaktien beschlossen. Die Dirrkiwn erklarre, daß die „Louise Tiefbau" dem Dortmunder KohlenderkauiSverein beigetreten ski.

Wien, 2. November. (W. T. B.) Aitsweis der Südbahn in der Woche vom 22. bis 28. Oktober 880 421 Fl., Mehremnahme 645 l. _

2 LYndon, 2. Nodembrr. (W.T.B.) Die Getreidezufuhren betrugen in der Woche vom 24. Oktober bis 30. Oktober: englischer Weizen 3426, fremder 40199, englische Gerste 2227, frxmde 17 134, englische Malzgerste 15 262, fremde -, englisrhp' Yaier1_-§64. fremder 98245 Mrs., englisches Mehl 22120, freuides 47 802 Sack. _ Savona, 31.0ktober. (W. T.B.) Die heute hier_unier Borfiß don Cattanio abgehaltene Generaldersamm1u_ng der .Hocrsrä 311110- 1111113. wstaUuijra, Aktiengesellichaft fur SW_bl- vnd Eisen -Jndustrie Tard!) U. Benecb' faßte folgendrn _Brs_chluß. „In Anbetracht der Mittheilungen dis Verwaliimgßraids 1cZwie des von dem Coadminisirator Viale erstatteten Berichts Uher dte_schwe- bsnden Unterhandlungcn und indem sie auf die schnellste, beiie und alle Jntereffkn befriedigende Lösung rechnet, geht die (Gcneralvcrsamm- lung zur Tagesordnung“ übrr.“ Der Verwaitungßrath wurde durch die Wahl von Baare, Holthausen und Siburtg erganzt.

Madrid, 1. NOVLMÖU. (W T. B.) Die sinariziellen Yer- bandlungen zwischen der Bank vor: Spa_nicn und cmem Pariser Haase sind, dem Vernrbmen nach, zum Ahichluß gelangt; der Ver- tragöentwurf soll Mittwoch unterzeichnet Werden. Ueber_ die wesentlichen Bestimmungen des Vertrags verlquiei, daß das der Bank bereits vvrdem gewährte Darlehn von 50 Miüionen Francs e_rrieuert wird und die Bank darüber hinaus einen Vorsihus; von 100 M_i[lionxn Francs in Gold erhält. Die Rückzahlung des Darlehns _WUrde in Verschiedenen längeren Fristen zu erfolgen haben. Er _ wird ferne_r mitgetheilt, daß der Bank das Darlehn unter ihrer dUeintgcn Garantie ewäbrt wurde. _

g New-York, 31. Oktober. (W._ T. B.) Die Börse tvar_An- fangs fest, Writer trat Lustlosigkeit ein, zum Schiris; war fie _rmeder fest. Der Umsaß der Aktien betrug 80 000 Stuck. Der Stl_ber- vorrath wird auf 4000000 Unzengeschaizt. Die Silberverkaufe [) tru en 49 000 Unzen. _ _

e “I)er Werth der in der Vergangenen Wyche_eingefuhrten Waar en betrug 10526 111 DoÜars geaen 9 362 252 DoLarS in der Vorwoche, dadon für Stoffe 2 146 396 Dollars, gegen 177- 694 Dol- lars in der Vorwoche.

Verkehrs-Auftalteu.

Das Retriebßami Berlin-SÖneidemühl (Dirrkiions- bezirk Bromberg) macht bekannt: Am 31. Oktober gehen 8? Uhr Abends ist auf dem Bahnhofc Filehne in Folge Ueberfahrens_des Haltesignals am östlZchen Babnhof-AbsÉluß-Telegrapben der (__Hrrtcr- zug 354 von Schmidemühl in den Schluß des (zus dem “"L“? (Geleise nach Schneidemühl abfahreriden Guterzugesx _51 gefahren. Vier Wogen wurden zertrummert. Der Sch.uß- bremser Büch ist in Folge des Zusammenstoßes von der_Bremse des letzten Wagens herabgestürzt, überfahren und sofort getpdtet worden. Weitere Personenbischädiqungen sind:mchi vorgekommen. Die beschadigten Wagen waren gegen 3 Uhr früh von den gesperrtezi durchgehenden HaUptgeleisen beseitigt, sodaß der Verkehr der Zuge wieder arif- genommen werden konnte. In Folge der S_pxrrung der Hauptgeleise erlitten die SchneUzüge je eine Stunde Veripatung.

Wremen, 31.0ktoder. (W. T. B.)_ Norddeutscher Lloyd. Der Dampfer „Köln“, nach Brasilien bestimmt, hat gesixrn St. Vincent vaifirt. Der Schneüdamvfer „_Kaiser Wll- helm 11.“ ist gestern Nachmittag in New- Yyrk eingetroffen. Der Dampfer .Braunschweig' ist auf _der Ruckkehr von Australien gestern Von Antiperpen weiter heimwarts gefahren. Der Dampfer „München" hat gestern von AntWerpen die__Re_1se nach dem La Plata iorigekseizi. Der Dampfer „Habsburg ist gestern in 5 i ore an e ommen. Ball_m 1. Noßember. (W. T. B.) Der Reichspoiidampfer ,.B r_aun- schweig“, Von Australien kommend, ist am 31. Oktober Nachmittags an der Weser angekommen.

f Hamburg, 31, Oktober. (_W. T. B,) Hamburq-Ameri- kanische Packetfabrt - Akitengesellschait. Der Poit- dampfer „Fürst YiSrfnarck; _i__st, von Hamburg kommend,. heute Mor en in New- or eingero en.

LFTriest, 1. November. (W. T. B.) Der Llovddampfer , Electra“ ist, Von Alexandria kommend, Nachts, der Lloyddamyfer ,Achille“, von Konstantinopel kommend, heute Abend hier ein- getroffen.

Theater und Musik.

Deutsches Theater.

Ludwi ulda's neues Schauspiel .Die Skla_viti' fand bei der ersthFAufführung am Sonnabend eine sehr gunstige Ays- nahme. Stürmiicher Bcifaü, dem fick) nur m_:ch dem zweiten Uki eme geringe Opposition beimifckte, wurde nach jedem Aufzug laut und veranlaßte den Dichter, wiederholt vor dem _Vorhanae zu _ericheinen.

Die lebhafte Anerkennung schien zumeist_der Energie zu gelten, mit der der Verfasser ein tief in_ das sittliche Leben der Gegen- wart einschneidendes Thema in Angriff genymtrien hai, und galt wohl ferner dem Scharfblick, mit dem die Verhaltnisse, die der Handlung zu Grunde liegen, beobachtet und dichteriscb verwerthet worden sind.

John Stuart MiU's Buch über dir Hörigkeit der Frau, auf das 1m Beginn des Schauspiels hingewiesen wird, tritt erkennbar

[ b f Ko ten der _ _ __ _

FB ZZZleickxexSIieFaum szu gewähren; aber die freie Selbstbestimmung , obald die _

ZRFnZFZ (Irchßenusr das eigene Leben, iondern auch das anderer Menschen breiriflußt. Dieser FaÜ trifft in hervorragender Weise Jex bei Eheaaitcn zu, die ja in der engsten mrnsch1ichen_©emems chair leben. (: vielgerühmte, rücksichtslose Ausbauen des individueÜen

, i und Entrüstung hervorrufen, schildert Fulda die geistige ZTFJT'erbrii-elißchee"Abhängigkeit der Frau von ihrem Gattenxber stöllt eine zartfüblende Frau einem nato bruialen Mann gegenu er, er selbsizuftieden auf den materiellen Wohlstand blickt. rmt dem er Ich und seine Frau umaiebt, _und der fur die xarteren Seelenregungen er Frau gar kein YrstFFdn-„ß €“th

' an a 11 , _ _ FiFJeuerklrincTtmdialFtsiljxcher Schärfe vertretenen Philosophem, daß jedes

Individuum sein eigenes Leben voll ausbauen soüe. Die

t ' Gatten, , FYZYRFÖSZÉUMU sie, noch immer durch die Ehe an ihren Mann

gefesselt, einem verständnißoollen Freunde ZU fkeikk Gemeinschaft.

Die Lösung, die Fulda für diesen beruht auf dem von nordischen

aequälte und nach obnmärhtiaem Kampfe gegen

' ttlicber Anschauung, den Forderungen Gewiß zeugt es von hoher ßscbweriien materiellen Opfer so weit

Befriedigung des tiefen seelischen

Lebens wirkt

da er ier stets vernichtend und zerstörend, öffned selbstsUÖtlixek W?Würh Thür und Thor, ohne aesunden Boden fur ein neues E_l_uck zu bieten. Wer nur den höchsteigenen Verstcmd zum Richter uber seine Wünsche und Handlunaen seßt, wer die Grundvieiler der Sittlichkeit, die Treue, die Erfullung cines freiwillig _ge- gebenen Wortes und einer übernommenen _ heiligen Pßicht nicht achten wil], der wird bald jegliches verbrecherischeBerlangen und jegliihe Laune vor sich zu rechiicrtigen vermögen. Die Bezirhunaen des Menschen zum Menschen und zor (Gesellkckwft haben bei allen sittlichen Cntschlüsien die Richtschnur zu bieten, 11111) nur in dem Rahmen von Sitte und Gebot ist das Ausbauen des eigenen Scelrnlebenß er- laubt, in diesem Umfange aber auch erstrebenöwerth. Wir betrachten die Fulda'sÖe Lösung der Frage, die ja das Leben 1leka oft genug be- stätigt, nicht als eine Heldenthat, die einer grqßen ©.“le entspringt, wie der Dichter glaubsn machen will. (_Finxs _edlen Gemutbes erscheint es würdiger, die Schuld, die durch letchiiertige, gedan_k_enlose Eheschließung entstanden ist, durch treuesie Pflxchter.ul1ung zu führten, als die drückende Fessel von fich zu stoßen; Raum zum Wirken, zum wobltbätigen Wirken, findet_ fich auch in den engsten und schwierigstrn Verhältnissen; die_Freiheit der Seele besteht nicht in dem gewaltiamen Brechen eines außrren Zwanges, sorzderu in der inneren Erhebung des Geistes über die qualende Aütaglichkeit des chens. _ __

L Der dramatische Aufbau der Handlung ist durchweg frUck) und anregend, die Spanpung dcs Puhlierms Wird daher bis _zum_ Schluß lebendig crha1ten. Die Charakicre find ryergisch und_einheti1_ich gr- zeichnet bis auf die Frau, die nach neuniabriger ehelicher Hortgkcit sich zu einem freien schwer wiegende)! Entschluß durchringen _1011: ein energischer Wille bäite fick) schon fuher benxexkbar wachen mussen, ein schwacher Geist hat nach so langer Unierdrucr'ang xede Spur von

idcrsiand verloren. . .

W Fräulein Frauendorfer svielie dicSklavm mi JOÖ der_Ehe durchaus treffc-nd im erschreckten Ausblick der Augkn, m der nervosen, furchisamen Hasi der Bewegungen; warm; Ewpfmdupg trat_hervor in dem zärtlichen Verkchr mit ihrer kleinxn Freundin und in dem angstvollen Weheruf der Verzweiflung, _:_nit dem fi_e _den rauben (Gatten um Frciheit 5at.- Erauickend in_ich und naturlich brach sich wieder das liebenßwürdiae Talent des Fraulem Retty Bahn. Die besten Leistungen boten Herr Nissen als rauher, aber sich seiner Rohheit vöUig unhewußier Ehrmann, und Herr Engelß in_der Maske eines penfionirten Postsekreiärs, der das Wort ergreift fur Ordnung i_md Gesetz, für Gehorsam und GottaSglauben; nian vergaß uber diese plastisch herarxsgearbeiteten ganzen Menschen dre Darsteüer, - fo_ eng deckten fick) biir Kunst und Natur. Herr Pohl. sonst ein_ voch- geschätztes Mitglicd im Ensemble des Deutschen TheaZers, neigte in den beiden letzten Akten zu starker Uebertreibuixg; fur den ernsten ältlichen Freund woilien die übermaßigen Ausbrucbe sinnlicher Glutb nicht passen. Die Darsteller dar übrigrn Roüen konnien gerechten Anforderungen genügexq, wcnn fie auch nicht Anlaß zu besonderer Er-

" min boten. wah g Residenz-Theafer. _ Ein in Berlin noch nicht bekanntes Schauspiel von_Alvho_n s_e Daudet, deutsch von Ferdinand Groß, ,Das thderniß_, ging am Sonnabend mit ziveifellosem Criolge_ zum ersten Mal in Scsne und lieferte den wohlthuenden Beweis, daß auch erke ernsteren Charakters, die weder den Ehebruch noch sonst moralisch Anstößiges zum Gegenstand haben, wohl gxeigriet sind, _ dem Refidenz-Theater zur Zierde zu gereicben. Dcr geistreiche franzofische Verfasser sucht in diesem von Anfang bis zu Ende spannenden Schauspiel nachzuweisen, daß die in_ ixeu„xrex Zeit von manchen angesehenen Schriftstellern und Theaterdichtetn Tur unfehlbar gehaltene Vererbungstheorie doch nicht unter aller) Umstanden berechtigt ist u_nd häufig zu falschen Schlüssen führt. Wir [affen es dahin gestellt sem, ob Daudei's Folgerungen vom Standprxnkt wrssenschafiiicher ForsÖung gutgeheißrn werden können, und begnugen uns danitt, festzusteüen, daß der Aufbau des Stücks echt dramatisch und die Entwickelung durchaus lebenßwahr und natürlich tit. Das unterhaltende Schauspiel hat der Hayxtsache nach folgenden Inhalt: Der in Folge eines HiLsÖlageH in geistiger Umnachtuna ver- storbene Marquis von Alein hat m_it der Wittwe_ ein_en_ _S_obn, Didier, hinterlaffcn, den wir als 26 jahrig_en schon mit Militartichen Lorbeeren bedkckten, in glänzendsién Verhaltnissen lebenden Grund- befiyer kennen lernen. Seine nur für das Glück_des Sohnes besorgte Mutter hält dieses für sicher begründet, nachdem es ihr gelurigen ist, seine auf gegenseitiger Herzensneigung beruhende Verlobung mrt der gleich- falls begüterten Magdalene von Remondy, einer Waise, zu Stande]? bringen. Unmittelbar vor der Hochzeit stellt sich das .Hindermß ein. Magdalenen's Vormund, der Herr von CastiUon, wunscht mit der Hand seines Mündels dessen großes Vermögen in i_ecnen Befiß zu bringen. Er benutzt die Kenniniß von der Geisießkrankbett des verstorbenen Marquis von Alein, um die Ehe zu hinxertreiben, und verweigert seine Zustimmung. Magdalene zieht fich m daS Kloster zurück, und beschließt, den Schleier zu_nehmen, Auf Veranlassung ihres Vormundes läßt sie fich sogar bereit finden, dem_ von der Krank- heit des Vaters nichts ahnenden jungen Mann bxi el_ner [eyten von diesem öeforderten Zusammenkunft als (Grund im: die Zurucknahme ihres Wortes Mangel an Liebe vorzugeben._ Ohne ib_ce_n Worten unbedingten Glauben zu schenken, _verzichtet Didier nach dieser Unterredung auf die Ehe _ tznt seiner Braut, doch nicht, ohne den ihm in plößliih aufiteigendern Verdacht als ver- haßten Nebenbuhler erscheinenden Vormund mrt der Forderung um Genugthuung zu bcdrohen, wenn er es wagen sollte, selbst als Be- werber um die Hand seines Mündels aufiutreten. Der sonst kalt bx- recbnende, jetzt aber gereizte Castilliyn läßtsrch dadurch zu der Erkla- rung hinreißen, daß man mit dem Sohne eines Verruckten. der selbst auch verrückt sei, fich nicht zu schlagen bra_uche, und öffnet somit beiden Liebenden die Augen. Die noch_ unmundigr Magdalene m_uß fich zwar dem Wil1en des Vormundes einstweilen fugen _und verbleibt im Kloster der „blauen Frauen", um fünf Monate spater nach er- langter Mündigkeit sich nach dem Schloß Didier's zu begeben und ihm selbst ihre Hand von Neuem anzubieten. _ __

Das Spiel sämmtlicher Darsteller verdient die ruckbaltloseste Anerkennung, die ihnen auch ebenso wie dem Direktor Sigmund Laufenburg in reichstem Maße zu Theil wurde. _Jn Herrn Ru- dolf Rittner, der zum ersten Male und zwar in der Rolle des Didier auftrat, lernten wir einen Schauspieler von hoher Begabung kennen, der durch tadellose Löiung der ihm in diesem Stuck gestellten schwierigen Aufgabe zeigte, das; er sich gut in das vvrirefflicbeZusammen- spiel des Residenz-Theaters einfügen und allen an ihn herantretenden For- derungen aewacbsen 1“ ein wird. (Hleickdfakls hervorragend in ihren Leistungen waren Marie Von Moser-Sperner als Marqmse von Wein, Emmy Neumann als Magdalene von Remondy und Cmanyel Reicher, der dieses Mal leegenheit hatte, in _der Rolle eines älteren veriranten Freundes der Marquise von Alem und früheren

rechtzeitig geiiellt 366 Wagen, am 31. v, M. find gesteüt 3503, nicht rechtzeitig gestellt 45 Wagen.

als die bewegexide Kraft hervor, die das Drama beherrscht. In Vor-

Lehrers, später Berathers des ju-igen Marquis, sein künstlerisches

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Talent bewundern zu lassen. Aucb Josephine Pagay, Grete üsiinger und Emil Lessing verdienen lobende Zum Schluß möae noch der außergewöhnlécb schönen aus dem Atelier des Herrn G, Hartwig in Berlin hervorgegangenen Dekorationen mit Anerkennung gedacht werden. Sing-Akademie. _ _

Die als auögezeicbnete Solistin der Sing-Akademte allgemein ge- scbäste Concertsängerin Fräulein Helene O 5 _ _ Lieder-Abend, an dem sie eine reiche Anzahl aut aewablt_er Lieder zum Vortrag brachte. Jbre klare. nur in_den bo_chs_ten Tönen_nicht mehr sehr kräftigeSovranftimme, ließ überall die sorgfalttgsie Ausbildung erkennxn. Zuverlässigkeit der Intonation, größte Deutlichkeit der Aussprache. Bm- duna längerer Tongruppen ohne merklichen Athemansaß waren zugleich vereinißt mit verständnißvoller urid warm empfindexider Außdrucksweife. Diese Vorzüge traten nicht bloß in den_ ersten Gefangen vo_n Schubert: „Ganymed', „Suleika", „Erlafsee' und m Schirmann's poetisch empfun- denen Liedern: „Ich wandelte unter Blumen“, „Lieder der Braut“, „Schöne Fremde“ und „Aufträge“ sehr _wirksam hervor, iondern auch die Lieder heiteren Genres: .Das Mägdleinspricht'_und .Ständchen' von Brahms, sowie das so beliebt gewordene ,Vög1ein mein Bote“ VMM. Blum- von E. E; _Taubert gelangen der Künstlerin vortrefflich. Die g-schäßie Piani1t1n_ FräUlein Helene Geis [ er, die das Concert unterstußte, t_rug einige bekannte Klavierstücke von Chopin, Liszt und MonkowSki vor und erntete gleich der Sängerin

Risa, Marie G

Erwähnuna.

ner und .Die Lerche“

wohlverdiente BeifaUsbezeugungen.

einigung

Wixly KunÖ poniiten und

zuheben, Zz'mpbonjanZ'

deklamirte (Gedichte ihrem Inhalt gemäß durch eine Klavierbegleitung _ tragikomisckyin Eindruck machten, zumal die JÜusiraiionen von sehr geringém musikalischen Werth find. Von G. Rehling wrrrde cine iehr griungene dramatische Scene für Sopran und Klavier „Ariadne auf Naxos“ mit großem BeifaÜ auf- genommcn, 0Uch verdienrn die Lirder .Kornhlumen und Haidekraut“ von AdolvhaleBeau, „2137 Wer das könnte" von Cleffel, ,Heimweh' von H.!)on Koß und „Ick habe ein kieines Lied erdacht“ von Bangert besondere Anerkennung. Die Ausführung sämmtliiher

illustrirt werden,

Architektenhaus. Der ersée Vortrags-Abend der Freien musikalischen Ver- fand am Sonnabxnd vor einer nur geringen Anzahl von Zuhörern statt. Urter dcn Klavierkompofitionen smd besonders die in Form eines Sonatensaßes gehaltene Phantafie mit Violine von e, eine Suite für Klavier allein von demselben Kom- _ cdenkbläiter von August Reinhard lobend hervor- wahrend die melodramatisch behandelten

von Emile

(Ehizat,

nur einen

Musikstücke, welche Mitglieder dcs Vereins

Like sehr lobens

wrrthe.

In der VorsicUung des .Tannhäuser'

lich e n O H e r n muth-Bräm, schäftigt. -

Stammer auf.

Im WalZiier-Theater finden nnr noch zwei Vorsfellungen von drm Lustipiel „Grivagte Mittel“ und der Parodie .Cavalleria am Donnerstag die Laufs und Wilhelm Jacoby zum ersten Male in

Morgen Abend 8 Uhr findet in dcr Sing-Akademie das gers Herrn Carl Perron aus Dresden und

Berojina“

Scene geht.

Concert des Kammersän

_ statt, da Affocié“ von Carl

_hause find die Damen Sucher, Hiedler und Hel]- dre Hrrren Sylva, Vulß, Krolop Und Stummer be- _ In der Donnerstagßvorstcllung des.Frei1chüß“ treten die Damen Leisinger und Herzog, die Herrcn Rothmühl, Krolop und

drs Hof-Kapellmristers Hrrrn Emil Pa statt, rn dem die Pianistin Frau Marie P

gramm des AÖIUBÖ bringt von Vokaleerken Lieder von Schubert öwe Musik des Körner).

parbébiqUS Variationen

und Srbuman

kaum bekaimte Komposition (Gedicht Lifzj's

Ferdinand“ stnd darin viere , und enthalten ;

8011303- apps.»

von spielen. -

Jos. Joachim

Spoh

“Sym

Pbonie , Radecke;

Gabriella dal Broga,

Ueber die „Freund Friis

Königlichen Schauspiele Grafen Hochberg für das Königliche Opern- si und demnächst auch hier aufgeführt werden folgende telegraphiscbe Mittheilung:

haus erworben wvrden i

wird, erhält die

zudem -

_ Das Programm des haxmoniicben Coricerts am 9. November unter Hans von Bulow's Leitung und solistischer Mitwirkung des Herrn Prof. Ouvrrture zu „Gcnoveva“, 111. Violincor-rcert (neu), Bruch; Adagio aus der 111. Sym-

n, Baüaden von .Die von J. 00110616 Schumann's spielt Herr Pa jonatrr und WWW

Käthe Lenbach zu

und eine

lautet:

r; Scherzo capriccioso phonie Nr. ? („Leonore

erste Aufführung der neuen Oper Maßcagni's

' in Rom, die von dem

„Post“

,Die erste Aufführung am Sonnabend

nahme gefunden.

rückender SÖtheit, die Jnstr

überladen. Der

Aufsehen machen

Suzel's und das

mehrere Male (13.

nach Art der Be

steller und Komponisten. Der Oper; das Kirscbenduett mußte entfesselte einen BeifaÜssiurm,

Die Duette wurden wieder motiv mit einem Duett

Choralstil gehalt klage Suzel's.

Bekanntlich Aufführung nach

Der Verein zur Concerten wird sein erstes Concert in dieser Saison am 9. No-

Die Mufik

rsagiieri-Märsche. zweite Akt

Darstehler. batte fich auch Graf Ho Rom begeben.

Veranstaltung von

vember in der Sing-Akademie geben. des 3. Garde-Ulanen-Regiments wird der

Direktors Otto Schmidt stehende Gesan vatoriums mitwirken. „Deutschen Militär - Mufiker - Zeitung“, Berlin ZW., Dessauer Straße 32, zu haben, für Nichtmitglieder ebendaselbst und

Bureau der

Eintrittskarten sLnd

in der Sing-Akademie zum Preise von 3, 2

pxiiténleÉr' mo :) ., . lüter's „Recthanwalt“ 3. chSiegte

anwalt“ zwei Län Dritter. dem Dritten.

11. Perleb Pauli's F.- W. Reißenftein's 1.

Rennen zu Charlottenburg. Sonnabend, 31. Oktober.

Handicap. Hrn. Albert's schwör. W. .Geduld' 2, Lt. Frhrn. v. Eberstein's sicher um einen guten Hals; „Rechts-

gen hinter .Geduld“ und

Werth: 2080 .“ dem Sieger, 540 .“ der ZWeiten, 240.“

starr Iagd-Rennen.

.Wilddieb', Lt. Gr. Westphalen 1.,

.Claygate', Bes. 2., Lt.

„Don Juan“ -Phantafie. - Die K1avictvirtuofin Fräulein Marie Wonsowska wird in ihrem am Mittwch in der Sing-Akademie grmeinschaftlich mit der Sängerin Fräulein Beethoven's Sonate 0x).109, Liszt's Tarantella, eine BarcaroUe Monkowski Reihe

nächsten

_ _ eine hier noch nicht bekannte aus- gezeichnete Altisitn aus der älteren Lamperti-Schu1e, veranstaltet am 14. November iii der Sing-Akademie ein eigenes Concert.

ist durchaus originell und yon be-

_umentirung meisterhaft Uiid nirgends _ zweite Akt wirkt zauberhaft. dreißig Mal gerufen.

_ Die Oper wird sicher aller Orten großes

Urber einige'Einzelheiten berichtet das DepesÖenhureau .Herold' Folgendes: Jm ers_ten Akt ist _das Vorspiel reizend. Der Eintritt schone Blumenlied hatten großen Erfolg; es wurde _ _ _ capo verlangt, ebenso das Lied des Violtnbegleitung. Der Akt schlirßt mit einer erbt italien schen Fanfare

Riesiger Applaus belohnte Dar-

wiederholt werden, das Frühlingslied an dem das ganze Thraker Theil nahm. holt, ebenso ein darauf folgendes Orchester- zwifchen dem Rabbiner und Suzel, im en. Der Akt schloß mit einer herzhewegenden Liebes-

Ein außerordent1icher Beifall und e smalj er Hervvrruf belohnien die fck 9

(bor des Mohr'schen Konser-

e r b e ck aab gestern einen

„Jäaptatiovß die darin bestehen, daß

übernommen hatten, war

am Mittwoch im König.

neue Posse .Der stille

ur (Klavier) aus Leipzig (mr mitwirkt, Das Pro-

Weber's hier Prinzen Louis Klavierwerken zwei Kla- zwéi Klaviere Beethoven's

und Vozi _ fur

„fur _ ur aUein

veranstaltenden Concert

Chopin'scher zw L 11 e n

Werke Phil-

Schumann;

für Orchester, C. “), Raff. - Fräulein

(General-Jntendanten der

hat eine begeisterte Auf-

MaScagni wurde an

igeuners mit

besiegelte den Erfolg der

cherg zu dieser ersten

Muster - Militär-

Nächst dem Mufikcorps unter der Leitung des für Mitglieder nur im

und 1.“

KW- ebensoweit vor .Grille'

Major v. SÖmidt-

Lt. Frhrn. v.

.Debarred“, Lt. v. d. LübeZZ. Lt. Erbpe. Salm- ortmar's .Viver“, Bes. 4., Lt. Schwerk's „Schneeglöckchen', Lt. Zr.sKöniJSmarck 5. Nazcb kurzer Gegenwehr mit anderthalb Längen gewonnen; eine Länge zwrschni .Cxaygate' und .Debarred“. und einen Hals weiter zurück „Viper , Vierte vor „Schneeglöckchen'. - Werth: 1500 „“ dem Sieger, 580 .“ dem Zweiten, 380 .“ dem Dritten, 280 .“ der

VierM, 1Z0 .“ TerJFünLieY . ngen - ag - ennen. Lt. v Arnim's .-St. .Mi Krnt' ]„ Lt_. Frbxn. v, Reißensiein's ,CrfrisÖung'FZ, Lt. vaY Diepenhrugaes „Pic diz Ger" 3., Li. Demuth's „Bosphore' 4., Lt. v. _Goßler's _.Nottmgbam' 5., Li. v. LoebeÜ's ,Carola' 6, incht wit zwei Langen gewonnen; „Pic du Ger" anderthalb Längen btnter_ „Erfrixchung' D_ri_tier, zwei Längen vor „Bosphore“. ,Notttiißhcim“ traf als Furnier ein vor ,Carola'. Werth: 2860 .“ der Siegerin, 940 .“ der ZWeiten, 740 .“ dem Dritten, 340.“ dem Vierten, 240 .“ dem ünften, 140 .“ der Sechsten. " 17._Hubertus- agd-Rennen. Ritthuermondt's F.-St. „Dormosckocn', Lt. Frhr._ v. Reißensiein 1. 1 , Hrn. Albrrt's .?ceherg11.", _Lt. v. WiÜick) 2., Rittm. Suermondi's ,Pedrillo“, Dr._O. v. Dewiy Z., Li. Mummy's „Master Robert", Lt. Graf Königs_marck 4_. Nach Kampf mit einer Länge gewonnen; ,PedriÜo' zehn Langrn hmier .Jcebsrg“ Dritter. ,Masier Robert“ eine Länge Weiter zuruck Vierter. Werth: Ehrenpreis und 4570,“ der Siegerin, 900 .“ dem Zweiten, 400 .“ dem Dritten, 200 .“ dem Vierten. 17. Vergeltunas-Iagd-Rennen. Maj. v.Voddien's br.W. ,Facteur“ ]., Hrn. R. Hanie's „Dunkelmann“ 2., Lt. Gr. Fincken- stem's 11. .Beatrtce' 3. _Hrn. Nette's .Auirefois' siegte gegen ,Facteur“ nach Kampf niit dreiviertel Längen; .Dunkclmann' sechs Längen weiter xurück und vier Längen vor .Beatrice". erih: 2100 .“ dem Ersten, 550 «“ dem Zwäten, 250 .“ drr Dritten. Ein gegen .Autrefoiß' eingelegter Protest, das; der Jockey desselben cine Wendeflqgge nicht berücksichtigt habe, wurde für begründet gefunden, ,AujréwiS' _distanzirt und „Facteur' als Sieger erkläri 71. Funfhundert Kronen, Rittm. v. .Hkyden-Lindxn's br. W. .Orcadiqn' v. Ambergris a. d. WingraveLaß a. 82 RZ, Bes., ]., Major v. Schmrdt-Pauli's „Extrato“, Li. Gr. Westphalen, 2, Major v. Boddien's „Oroszlqn“, Mr. C Thomson 3 , Mr. R. Gore's .FlatteriZ*, Mr. C. Hikl, 4. %R) scharfem Kampf mii einer knapprn halben Lange gewonnen; funf Längen trennten .Oronlan“ von „Extraio“. .Flattery' endete drei Längen hinter dem Dritten. Werth: 5100 .“ Yin _Sieger, 1100.“ dem chiien, 700 .“ dem Dritten, 400.“ dem ier en. 1711. Charlottenburger Flach-Rennen. Hrn. V. May's br. St. ,Wonnetraum' 1„ Hrn._ Manske's .Nimrod' 2., Hrn. Z. K_ühn's ,Wmdbeutel 11.“ 3. Siegte ganz sicher mit einer guten Lange; .Windbeuiel' anderthalb Längen hinter .Nimrod“ Driiirr. F?rttth: 4190 .“ der Siegerin, 950 .“ dem Ziveitcn, 450 .“ dem

r en.

Mannigfaltiges.

Der neue Brunnen auf_dem Schloßplaß ist gestern in, Gegenwart S_einer Maje'stat des Kaisers feierlich enthüÜt morden. Bereits arn Vormiitag war der in Flaggenschmuck gehüUte Schloßplaß das Ziel zahlreicher Schaulustigrn, wclche in dichten Gruppen die von 8 Masten gehaltene, das Kunstwerk selbst noch ver- hüllende Lsinwand _um_standen. Die zur Feier Geladenen fuhren vor Portal 117 des Königlichen Scbloffes vor und begaben sich durch den großen Schloßhof nach dem Festplaß. Bald fanden sich auch die Ehren- gaste ein. An der Breitenstraße nahmen die Mirglirder beider städti- schen Behörden, sammtlixh mit der Amtskeite geschmückt, AufsieÜung. Mit dem außführenden Künstler Professor Vegas waren deffrn Bruder und Mitarbeiter Professor C. Vegas aus Kassel Und die Bildhaner Bergmeyer, GHZ und Bennewiß, ferner Direktor Gladenbeck und der Former des WerYs, Menzel erschienen. In Vertretung der Staats- regierung Waren die Staats-Miniiter Herriurth und Graf yon stlitz- Trußschler, fur dyProyimialbehörden der Oder- räfidrnt Von Achen- bach und der Polizet-Prasident Freiherr Von Richi ofen zugegen. Kurz vor 3 Uhr begab sich die mit dem Empfang Seiner Majestät des Kaisers betraute Deputation der städtischen Behörden nach Pyrtal 1, vor dem zwei Garde-Kürassiere die Wacht hielten, Die Depntation bestand aus Oder-Bürgermeisier 131". Von Forckrnbeck, dem Geheimen Regierungs-Rath Schreiner, dcm Syndikus Zelle und dem Stadt-Bauraih Hobrecht sowie den Stthverordrieten 1)r. Langerhans, Siebmann, Seibert, Gericke, Spinola, Nikolai, Bernhardt und Reiß. Wenige Minuten vor 3 Uhr verkundete das Hurrah der auf der Schloßbrücke harrenden Menge_ das_ Erscheinen des Monarchen; bald darauf öffneten sich die _Flugelthuren des Portals 1, und der Kaiser in der Uniform des Regiments der (_Gardes du Corps trat, vom iausendfältigen Hurrah der Menge begrußt, a_uf den Schloßplatz Am Arme Seiner Majestär ersrhtrn Ihre KHnigliche Hoheit die Erbprinzesfin von Sachsen- Meinmgen. Es folgten Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von ScbWed-“cn in preußischer Dragoner-Uniiorm, Srine Hoheit der Erbprinz von Sachsen-Meiningen und die_ dienstihuenden FMgcl- Adjutanten. Seine Majestät schritt sofort auf den Ober-Bürgermeister Von Forckenbeck zu und wurde von diesem nach dem Brunnen am Eiiigang _der Breitenstraßc geleitet. Sodann richtete der Ober- Burgermetsier folgende Ansprache an Seine Majestät:

„Allerdiirchlauchtigster, Großmäcbtigsier Kaiser, AÜrrgnädigster

KZis_er,_Kömg und_Herr: Vor drei Jahren, als Eure Kaiserliche und Korngltche Y_iaisstat von einem Friedenßzuge durch den Weltiheil in die Heimat!) zurrrckkebrien, gerubien Eure Majestät zu gestatten, daß die Stadt Berltp in tief dankbarer Huldigung einén von einem Berliner Meister, den wir mit Stolz unseren Mitbürger nennen, entworfenen monumentalen Brunnen in Erz und Stein hier an dieser Sthe dor dem Königsschloß aufsteUe, Künstler und Werkleute haben seitdem in rastldser Arbeit diesen Brunnen fertig: und im An- scblrzß _an die stadtischen Wasserwerke aufgkstellt, (Gestatten Eure Majestai, daß der Brunnen nunmehr als ein dauerndes Zeichen der tieien Dankbarkeit" der Hauptstadt und ihrer unerschütterlichcn Treue und Hingxbung fur Eure Majestät enthüllt Werde!“ _ Nachdem Seine Majestät dem Ober-Bürgermeistcr gidcmkt und Seiner Freude andern neuen Schmuck der Residenz Ausdruck geaeben, 621 auf Y_l]erhöchxten Befehl die HiiÜc, während gleichzeitig Ober- Burgermeiiter ])r. yon Forckenbeck dem Kaiser ein dreifaches Hoch aiisbracbte, das h_egeisterien Widerhakl fand. Nunmehr begannen auch die Wasser zu spielen. Der Brunnen wird aus dem großen 40 0111 starke_n Haup_trohr der städtischen Wasserleitung gespeist, das über die Kuriursienbrucke kommt und in die Breitestraße einbiegt. Auf dem Schloßplaß zweigt sich ein 20 0111 starkes Rohr ab, das nach dem Brunnrn selbit fuhrt und sich hier in 24 einzelne Rohre theilt. Seine Majestat wa_ndte Sich sodann noch mit einigen hulovollen Worten an den Ober-Burgermeister, an den Professor Vegas und an den Stadt- Bauratb Hobrecbt und kehrte darauf in das Schloß zurück. Etwa um zz Uhr hatte die Feier ihr Ende erreicht.

In Folge des Erlasses Seiner Majestät des Kaisers vom 22. Oktober d._J. will der Vorstand des Bundes der Ber- lin er Gru ndbestßer - Vereine zwischen dem 9. bis 15. November sammtlicbe HausbesiYer Berlins zu einer Versammlung einberufen, u_m der Allerhöchsten Stelle ihre Wünsche in der Frage des Prostitu- tions-Unwesens zu unterbreiten. Von dem Eingreifen des Kaisers hofft der Bund, wie es in der Bekanntmachung heißt, endlich Abhülfe erwarten zu dürfen.

In der Nacht vom 15. zum 16. November wird sich eine totale Mondfinsterniß erei nen, die auch in Berlin zu sehen sein wird. Der Beginn der Finßterniß, also der Zeitpunkt. zu dem der von der Sonne fort gerichtete Erdicbatienkegel die als Vollmond leuchtende Mondschcibe berührt und zu verdunkeln beginnt, fäÜt, wie die .Nat.-Ztg." mittheilt, auf 11 Uhr 28 Minuten in der Nacht des 15. November. Um 12 Uhr 31 Minuten hat der Schattenkegel die ganze Mondscheibe eingehüllt, es tritt also um diese Zeit die totale

dem

Gr. Finckenstein's 11.

wieder hervoxhricht, wodurch das Ende der totalen Verfinsteruna charakterifirt tit. Der Mond wird nun von Minute zu Minute voller und erreicht um 2 Uhr 57 Minuten wieder seine Volimondsphase.

Nach dem der Siadtoerordneten-Versammlung zugegangenen JßhreSabscbluß der Markthallen-Verwaltung kann das Be- triebßjahr 1890/91 als ein günstiges bezeichnet werden. Wenn der Ueberschuß _aeaxn _den des Vorjahres etwas zurückgeblieben ist, so ist zu beruckiichtiaeri, daß für Tilgung und Verzinsung der Anlgihekavitalien 34 201 .“ mehr als im Vorjahre anf- zubrirzgxn Waren. Der reine Ueberschuß betrug 1890/91 180031 .“, der _dem ReserVLfonds übrrwiesen worden ist, wahrxnd als Abschreibunzen Von den Werthen der Maschinen, Uiennlien und Mohilien 117 369.“ dem Erneuerunasfondszugewiesen werden konnten. Dieser Fonds drrfügi gegenwärtig über 1247250 .“ Effekten, daraus sind aber in nächster Zeit größere Brträge für Ver- anderixngrn und Außbefferungrn an den MarkthaUen zu leisten. An der_siadtischen _Anxcihes-Ould nahm die Matkthallrn-Verwaltung Ende Marz 1891 rnit einem Betrage von 22 303 595 .“ Theil.

Der Bestand der Jrren-Ansialf in Dalldorf betrug am 30._ Srpiemder d. _J 1342 Personén (718 Männer, 624 Frauen). in Privaianstalien aui Kosten der Stadt 1538 Personkn (729 M., 809 Fr.), in Privatpflezc 179 Personen (87 M., 92 Frauen). In der Idioten-

Aniialt war der Bestand am 30. Srptembcr d. J. 226 Personen (142 Knahen, 84 Mädchen),_ in Privatpflrße aiif Kosten der Stadt befanden sich zu rrrsclbrn Zeit 41 Pcricnen (32 Km., 9 MW.).

Der Evangelische Verein für kirchliche werke hielt gcstrrn Akciid iin großen_Saale srines Verrinsharises [LU?Lr lebhaitem Andrang_sei_n 43. Jahrrßieit ab; dieFeitprrdi-gt hirlt Pastor Schliep, in dcr gejeÜigrn Na_chseie_r wurde der Bsricht ersiatiet. Dkk Verein befißt danach ]eiZt fiinf eigene Häuser, drei in der Iranikn- und ie eins in_ der Alten Jakob- und in der Auguststraße. Die Zahk der Mix: aliedcr dcs VereinS de_trägt 182, eine größskr Zuhl hat sich den Utitervei'rinen _angeickyloisen. Der Verein znr Vcrrreitiing christlicher Zettschrtfirn zahlt 590 Mitglieder und 7100 Agenten; er veriheilt ]ede Woche_ unentgeltlich oder ge.;cn frriwiliige Beiträge mehr als 60 000 Blattcr. Das erliner Evangriische Sonntagsblatt hat eine Auflage von 155 000, der iÜustrirtc „Arbeiterfreund' eine solche Von _170 000 Exemplaren. Der ,Evangeli!ch-Kirchliche Anzeiger" erscheint in 3100 Exemplareiz. Der ewangelisthe Frauenverein „(Edelweiss um- faßt _17 000 Mitglirder. Er bctrribt Armendrschäftigung, Arhcits- vrrrmitrlung und Armenpflege. Jm leßien Sommer hat er 220 arme Kinder und 224 arme Näherinnen in Ferienkolvnien gesendet. O_er eyangelische Lchrlmgßverein zählt120, die bridcn (Vangklis cn Junqimgsvereiqe 200 Mitglicder, Der Kindcrgoitesdienst Veriammeli sonniaglich 4 bis 500 Kinder. Das Hospiz verfüst über 34 Zimmer mi_t 5__2 Betten, die beiden Herbergen zur Heimath können 257 Reisende aU nc men.

Enven,_30. Oktober, Heute stieg hier Und auf dem hohen Venn die Kalte auf 70 R.

Hamburg, 31_. Okroher. In [eßter Nacht ist, wie der .V011.Z.“ telegraphzrt _erd, das Hotel Skadi Schwerin in Bergedorf fast ganzlich niedergebrannt. Das Feuer griff rayidt um sich. Ein Bedienter der Neger-Karawane erlitt schwere Brandwunden und liegt Hoffnungslos darnieder, zwei Feuerwehrleute sind erheblich verleiZi.

London, 31. Oktober. Nach hier Über das Erdbeben in Japan eingetroffenen Privatdevefchen find in der Provinz Nagoya 18 000 Häaser zerstört, 2000 Personen geiödtet worden; in der Stadt Gisa wurden 5000 ('.?) (Hebände_ zerstört, 5000 Menschen geiödtet; die Städte Ogaki, Kano und Kaiamaisu mit 50000 Einwohnern sind zerstört. Ein der ,Nat.-Zig.“ zugehendes Privattclegramm meldet darüher aus Y Okt) 5 am a: Das Erdbeben brach Über die unglückliche Bevölkerung Zaniplößüch ohne vorausgegangene Warnung herein; siewurdeeiniack) in einem einzigen Augenblirk mitten in die Katastrophe hineingeriffen. Nach der niedrigstsn SÖäHung beträgt der Gesammiverluft an Menschenleben 24 000. Der Erdstoß war in der Richtung von Ost nach West und riß einc waaltige Strecke von unglaublicher Aus- dehriung ins Verderben. Hunderte, die dem Tode durch Verschüitung entgingen, starben nachher an Noth , und in Folge der Obdachlosigkeit. Die Ueberlebendsn flohen aus den Städten und iiberließen die Verwundeten eincm langsamen Tode. Die zur Linderung drr Noth bishrr gethanen Schritte find vöÜig unzureichcnd. Die Beamten scheinen vor Schreck gelähmt zu sein. An der Meeresküstr stiegen die tohsnden Waffrr zu fürchter- licher Höhe und stürzten dann auf die Küstensiriche hinab, wo sie Tausende ertränkten, die Städte Ogaki, Kano, Kasamaisu sind von der Erde wie weggeirgi; nur Wenige entkamcn aus ihnen. Jn Nagoya stürzten 18000 Häuser ein, 2000 Menschen wurdsn dabei getödtei. Die Eisenbahn istin eincr Läiigc v_0n 50 Meilen zerstört. Die Theil- nchmer der Cook'jchen Reisegescüiibafi Wurden nicht betroffen. Die Stangcn'fche Gesellschaft hatte Japan ichon vor längerer Zeit Verlassen. _ London, ]. Novrmber. Jm Sandringham-Housc, der Residenz des Prinzen von Wales, brach lautMrldung des „M.TB.“ heute Feuer aus. Der Schaden wird auf 10000 Pfund geschätzt. Sämmiliche Wcrihgrgcnsiände find gerettet.

Paris, 1. Novembrr. In der Nähe des Bahnhofs vonVoves (Departement Eure et Loire) an der Orleans-Bahn isi, wie „W, T. B.“ meldet, Von böswilliger Hand der noch rechtzeitig ent: deckte Ver1uch_gemack)_t worden, cinenZug znr Entgleisung zu bringen. Nach den Thaiern wird eifrig geforirrit. Es find Anzricben vorhan- den, die beweisen, daß sie mit den Einrichtungen der Eisrnbahnen wvhl Vertraut sind.

Brienz. Am 31. Oktober Mittags ist, wie man der ,Mgdb. Ztg.“ telegraphirt, die erste Lokomotive auf der Station Roth: bornkulm angelgngi; somit wäredie Brienzer Rothhornbabnl 2351 m hoch, die b_öchstgelxgene schweizerische Bergbahn vollendet. Im Frühjahr soll die Betriebßeröffnung crfolgen.

Antwerpen, 31. Oktober. Nach dem ,Précurs.“ ist der chilenische Dampfer .Millo', der von hier nach Valparaiso fuhr, in der Magelhaens-Straße untergegangen; siebzig Personen find dabei ertrunken.

Sofia, 1. November. Der Expreßzua vom Freitag aus Konstantinopel blieb nach einer Meldung des „W. 3.1.23.“ bei Dragoman im Schnee stecken, ebenso eine dahin gesandte 'ülfs- lokomotive. Auch sonst werden aus alien Theilen des Landes Verkehrsstörungen gemeldet, die Telegraphenleiiungen blieben betriebs- fäbig. Seit gestern hat der Schneefall hier aufgehört, dauerte während des Vormittags aber in der Provinz noch fort. Der Orient- Cxpreßzug fand den Paß bei Dragoman verweht und kehrte nach Sofia zurück, da zwischen Slivnißa und Dragoman der Schnee 10 _111 hoch la. Die Bahnverbindung von Sofia nach Konstantinopel ist wieder F?rgestellt, während die Verbindung nach Westen noch unter- brochen it.

New-York, 30. Oktober. In der Nähe von Vicksburg ist, wie die „A. C.“ meldet, der Dampfer „Oliver Vierne", der abwechselnd Personen- und Frachtenverkchr vermittelt, verbrannt. Zwölf an Bord befindliche Personen kamen in den Flammen um. New-York, 30, Oktober. Aus Nashville (Tennessee) wird dem „D. B. H.“ gemeldet: Das hiesige Vendyme-Tbeater, das schönste des Südens, sieht in Flammen und ist wahrscheinlich vol).- ständig Verloren.

Finsterniß ein, während der erste Lichtstrahl um 1 Uhr 54 Minuten